Filmreview: „House of Bad“ (2013)

house-of-bad-2013
 
 
 

HOUSE OF BAD

Story

 
 
 
Mit einem gestohlenen Koffer voller Drogen machen sich drei Schwestern auf den Weg zum Haus der verstorbenen Eltern, um dort unterzutauchen. Leider haben die naiven Gören nicht mit der Anwesenheit von Mama und Papa gerechnet, die noch immer als Geister durch die Hütte spuken …
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF BAD – Kritik

 
 
 
Wer auch im Alter attraktiv und schön sein will, sollte stets gesund speisen, Sport treiben und sich ausreichend Schlaf gönnen. Die ausgeschlafenen Protagonistinnen in HOUSE OF BAD scheinen diesem Rat genauestens befolgt zu haben und versuchen, ihre hilfreiche Erkenntnis auch auf den Zuschauer zu übertragen. Sie entführen den Filmfan kurzum in ihre ermüdende Welt, in der er rund 90 Minuten entspannen und sich einem wohlverdienten Nickerchen hingeben darf. Mit HOUSE OF BAD gibt es mal wieder Nachschub für all jene Horrorfreunde, die sonst so ihre Probleme mit dem Einschlafen besitzen, denn selten hat man einen Streifen im Abspielgerät gehabt, bei dem man schon kurz nach Beginn auf den Timer des Players schielen musste. Verwunderlich daher, dass Regisseur JIM TOWNS sein aktuelles Schaffen ausgerechnet in HOUSE OF BAD betitelt hat, hätte dem Horror-Drama doch die Bezeichnung HOUSE OF THE COMA GIRLS sichtlich besser gestanden. TOWNS scheint eine regelrechte Leidenschaft für starke Filmheldinnen zu hegen. Bereits in (hierzulande unveröffentlichten) Werken wie MANHATERS (2012) und STIFF (2010) haben Frauen für Zucht und Ordnung gesorgt und ihre zumeist männlichen Filmkollegen skrupellos in die Schranken gewiesen. Da wundert es vermutlich niemanden, dass auch in seinem HOUSE OF BAD das weibliche Geschlecht eine mehr als tragende Rolle spielt.
 
Diesmal sind es drei Schwestern, die haben die Nase von ihrem versemmelten Leben gestrichen voll, stehlen einen voll gepackten Koffer mit Heroin und verschanzen sich im Haus der Eltern. Die sind schon seit Ewigkeiten tot, spuken aber dennoch durch die Räumlichkeiten. Die Ältere Teigh (HEATHER L. TYLER) und Schwesterchen Sirah (SADIE KATZ) haben keine guten Erinnerung an ihre Kindheit. Vom gewalttätigen Vater misshandelt, mussten sie mit ansehen, wie die hochschwangere Mutter eines grausamen Todes starb. Die heroinabhängige Halbschwester Lily (CHERYL SANDS) weiß jedoch von all dem nix, spürt aber, dass mit dem Ort so einiges im Argen liegt. Immer wieder beobachtet sie, wie eine blutverschmierte Frau durchs Haus geistert und ihr etwas Wichtiges mitteilen möchte. Aber auch die sonst so starke Teigh sieht sich mit den Geistern der Vergangenheit konfrontiert, was die Beziehung der drei Schwestern auf eine harte Probe stellt.
 
Was man nicht alles tut, um der Gosse zu entkommen. In HOUSE OF BAD sind es mal wieder drei Heldinnen, die versuchen, möglichst schnell dem sozialen Abstieg zu entkommen. Statt sich eine gut bezahlte Anstellung zu suchen, geht man hier mal wieder den Weg des geringsten Widerstandes. Powerfrau Teigh ist eine ehemalige Inhaftierte, hat genug Dreck am Stecken und erinnert irgendwie an die KARRENBAUER aus dem FRAUENKNAST, nur mit dem Unterschied, dass sie von den Misshandlungen des Vaters zerfressen ist, es aber nach außen hin nicht zeigt. Schwester Sirah schaut gut aus und schwingt ihren Po gern mal an die Gogo-Stange, um sich ein paar Scheine in den Slip klemmen zu lassen. Sie macht eigentlich einen gescheiten Eindruck und besorgt das Diebesgut, das nun an den nächstbesten Interessenten verscheuert werden soll. Nesthäkchen Lily steht stattdessen vor der Herausforderung ihres Lebens. Sie will weg von der sklavenähnlichen Beziehung zu ihrem brutalen Dealer und stellt sich dem spontanen Heroinentzug, kann aber der permanenten Verlockung des Teufelszeugs nicht standhalten. Immerhin wollen die drei ein neues Leben ansteuern, das aber erst einmal warten muss, schließlich treffen die Geschwister auf zwei Geister, die sie alsbald nicht mehr los werden, ergreifen sie doch unaufgefordert Besitz von den nichts ahnenden Schwestern.
 
150.000 US-Dollar hat dieser Indie-Spaß gekostet. Der hat mit seinen drei Protagonistinnen recht glaubhafte Schauspielerinnen am Start, ist aber derart tempoarm inszeniert, dass man in HOUSE OF BAD das Wort Schläfrigkeit neu definieren muss. Für einen Geisterfilm ein mehr als fatales Unterfangen, lebt doch dieses Subgenre seit jeher von knarrenden Türen, unheimlichen Schatten und handfesten Schockmomenten, die dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen. HOUSE OF BAD hat selbstverständlich keine dieser Zutaten im Petto. Vielmehr konzentriert sich Regisseur JIM TOWNS auf die Konflikte zwischen den Geschwistern, die sich bald nicht mehr vertrauen können und zu Feinden werden. Von Horror ist, mal abgesehen vom nervigen Gegacker der Frauen untereinander, nichts zu verzeichnen, denn hinter HOUSE OF BAD verbirgt sich nämlich mehr Trauma-Verarbeitung als waschechter Horror. Die grottige Ereignislosigkeit dieses Machwerks kommt nicht von ungefähr, denn hinter dem Drehbuch steckt SCOTT FRAZELLE, der am miesen CREEPSHOW 3 beteiligt war. Wer dieses verhunzte Sequel gesehen hat, dürfte sich über die unzureichende Ideenlosigkeit eines HOUSE OF BAD nicht wundern. So sei dieses auf digital gedrehte Familiendrama mit minimalen Horrorelementen nur Hardcore-Glotzern empfohlen, die alles sehen müssen – komme was wolle.
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF BAD – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Wer richtigen Horror erleben möchte, sollte in der Google-Bildersuche nach Fotos der ungeschminkten KATZENBERGER stöbern. HOUSE OF BAD ist so ereignislos wie das Zubereiten eines Frühstückseis, nur mit dem Unterschied, dass Letzteres noch halbwegs Nährwert für den Zuschauer besitzt. Wir raten: Finger weg!
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF BAD – Zensur

 
 
 
HOUSE OF BAD ist keine Splatter-Granate. Hier gibt es einen Kopfschuss zu sehen und ein unspektakuläre Stichwunden. Mit viel Glück ist eine FSK 16 drin.
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF BAD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Insidious (2010)
 
Possession – Das Dunkle in Dir (2012)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 

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Filmreview: „Young, High and Dead“ (2013)

young high an dead 2013
 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD

Story

 
 
 
Einige nichtsahnende Kumpels treffen auf einen irren Kinderschänder, der es gar nicht so dufte findet, dass die Freunde auf genau jenem Stückchen Erde campen, unter dem er seine Opfer verscharrt hat …
 
 
 


 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD – Kritik

 
 
 
Manch unterbelichteter Horrorschund benötigt einen kleinen Anschub, damit er in der Horrorgemeinde auf Interesse stößt. Das ist zum Beispiel dem berüchtigten A SERBIAN FILM im Jahr 2010 gelungen, der durch einige kinderpornografische und nekrophile Elemente zu unappetitlichem Ruhm gekommen ist und ohne Kontroverse auch nicht die Aufmerksamkeit erhalten hätte, die ihm nach Erscheinen zuteil wurde. Mit ähnlich diskussionswürdigem Zündstoff will auch der britische Streifen YOUNG, HIGH AND DEAD trumpfen, dessen Macher nun vermutlich hoffen, dass ihr Stümperwerk möglichst lukrativ auf dem internationalen Horrormarkt verscherbelt werden wird. Zu allem Übel dürfte das sogar auch noch gelingen, versucht der Film doch einmal mehr, die Grenzen des moralisch Vertretbaren zu überschreiten und dürfte dadurch ganz schnell die Gunst sensationsgeiler Horrorfans wecken. Dass YOUNG, HIGH AND DEAD trotz fragwürdiger Thematik ganz schön dilettantischer Pfeffer ist, offenbart sich dem Zuschauer erschreckend schnell, wenn er nach geschlagenen 60 Minuten feststellen muss, dass in dieser filmischen Katastrophe partout nichts passieren will. Dabei köchelt der Beitrag nicht nur inhaltlich erheblich auf Sparflamme. Auch die technische Komponente dürfte dem Zuschauer die Nackenhaare sträuben lassen, denn YOUNG, HIGH AND DEAD entpuppt sich schnell als amateurhafter Schnellschuss vierer passionierter Horrorfilmfans, die eigentlich vom Filmemachen gar keine Ahnung haben. Das Regiequartett, bestehend aus LUKE BRADY, JANATHAN BRADY, THABO MHLATSHWA und DANIEL FENTON, hat an diesem langweiligen Haufen filmischen Abfalls getüftelt und alles fein unprofessionell und anständig verwackelt auf Digital gedreht. Damit der Streifen nicht ganz so offensichtlich laienhaft wirkt, wurden immerhin halbwegs vernünftige Akteure gebucht, die aber vehement damit beschäftigt sind, unerträglich miteinander zu streiten oder ihre Nasen in Berge von Koks zu vergraben. Immerhin gehören einige von ihnen zur britischen B-Prominenz und wurden schon in diversen, für den internationalen Videomarkt gedrehten Filmen gesichtet (darunter sogar der Kinder-Horror THE CHILDREN von 2008). Das mag zwar alles schön und gut sein, macht YOUNG, HIGH AND DEAD aber auch nicht zwingend besser.
 
Im Mittelpunkt stehen einige Mittzwanziger, die zum Camping in den Wald düsen und sich zuvor in einem britischen Pub zum feuchtfröhlichen Trinkgelage treffen. Währenddessen ist ein irrer Psychopath damit beschäftigt, kleine Mädchen von Spielplätzen zu locken, um sie zu Hause in Stücke zu hacken. Die zerteilten Körper werden in Mülltüten gestopft und in einem angrenzenden Waldgebiet verscharrt, leider aber auch genau dort, wo die nichts ahnenden Freunde ihr Zeltlager aufgeschlagen haben. Der Kindermörder ist darüber freilich gar nicht erfreut, befürchtet er doch, dass sein kleines Geheimnis aufzufliegen droht. So beginnt er, Jagd auf die zugekokste Bande zu machen, die natürlich in ausgerechnet dieser heiklen Situation damit beschäftigt ist, private Konflikte untereinander zu klären.
 
Wenn in Horrorfilmen minderjährige Kids von pädophilen Perverslingen zerstückelt werden, dürften nicht nur bei besorgten Eltern die Alarmglocken läuten. Auch die hiesige FSK verstand bei solch fraglichen Treiben bisher keinen Spaß und verweigert nicht selten die Freigabe. Im Falle von YOUNG, HIGH AND DEAD dürfte sich der erwartungsfreudige Filmzuschauer umsonst die Hände reiben, denn die blutige Sauerei wird Gott sei Dank nicht auf der Mattscheibe bebildert, schließlich ist es schon pervers genug, so einen schwierigen Kontext als Grundlage für einen dummen Slasher zu missbrauchen. Das meiste wird in YOUNG, HIGH AND DEAD nämlich nur angedeutet oder passiert im Off, was die Freude der Gore- und Splatterfraktion gewiss erheblich schmälern dürfte. Wird dann am Ende doch einmal jemand vergewaltigt, erdolcht oder mit einem Auto über den Haufen gebrettert, sind die Schnitte derart hektisch und schnell gesetzt, dass sich kaum etwas erkennen lässt. Bis es jedoch soweit ist, muss der Zuschauer genügend Geduld und Sitzfleisch mitbringen. Der irre Killer und seine als Spaziergängerin getarnte Komplizin haben sich erst nach geschlagenen 75 Minuten Spiellaufzeit warmgeschlitzt. Da fliegt schon mal ein Beil durch den Wald und ein Messer rammt sich durch das Dach des Autos direkt in eine Hand. Spektakulär ist das alles nicht einmal ansatzweise, wobei das Finale ohnehin von nur wenigen Filmfans aufmerksam beäugt werden dürfte. Aufgrund der absolut unspannenden Inszenierung ist es wahrscheinlich, dass die Mehrheit der Zuschauer bereits nach wenigen Minuten in den Tiefschlaf dahingeschlummert ist – der Rest wird nach der Filmhälfte entnervt abgeschaltet haben. Da wäre es vermutlich besser gewesen, die Macher hinter YOUNG, HIGH AND DEAD hätten das grausige Stück Film als Komödie konzipiert, denn nicht nur der Titel suggeriert Horror-Spoof der Extraklasse, auch das behäbige Treiben auf dem TV-Apparat ist, trotz bierernster Umsetzung, nicht selten unfreiwillig komisch.
 
 
 


 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Der von Kindern selbstgekritzelte Vorspann demonstriert eindrucksvoll, in welch unbeholfene Richtung YOUNG, HIGH AND DEAD tapsen wird. Dieser britische Low-Budget-Titel ist trotz kontroverser Thematik eine einzige Schlafnummer. Bis in YOUNG, HIGH AND DEAD überhaupt etwas passiert, ist der Film bereits schon wieder zu Ende. Der kriselige und oftmals unerträglich verwackelte Amateur-Look mag zwar herrlich indielike ausschauen, verschleiert aber nur ganz geschickt, dass hier Leute am Werk waren, die von Filmemachen keinen Plan haben. YOUNG, HIGH AND DEAD – LANG, ÖDE und UNSPEKTAKULÄR.
 
 
 


 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD – Zensur

 
 
 
Die Problematik des Kindsmord ist zwar in YOUNG, HIGH AND DEAD sehr heikel; die Misshandlungen oder Morde werden jedoch nur angedeutet. Dennoch dürften einige böse Szenen (an den erwachsenen Darstellern) für die FSK Grund genug sein, den Streifen hierzulande erst für ein volljähriges Filmpublikum zugänglich zu machen. YOUNG, HIGH AND DEAD dürfte ungeschnitten mit KJ-Freigabe in den Handel kommen.
 
 
 
 


 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
A Serbian Film (2010)
 
Five Across the Eyes (2006)

Filmreview: „Alpha Girls“ (2013)

Alpha Girls 2013
 
 
 

ALPHA GIRLS

Story

 
 
 
Vier Neuanwärterinnen der Studentenverbindung Alpha Beta erwecken mit Hilfe einer mysteriösen Beschwörungsbibel das abgrundtief Böse in einem Verbindungshaus …
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Kritik

 
 
 
Die meisten Horrorfilmfans kennen sie vermutlich aus amerikanischen Teenie-Filmen: Studentenverbindungen wie “Alpha Beta Gamma” oder “Delta Beta Theta”. Nicht selten geht´s hier drunter und drüber, wobei nach reichlich Alkohol und Sex auch ab und an mal ein irrer Schlitzer vorbeischaut, um mit allerhand spitzen Küchenutensilien ein Blutbad anzurichten. Filme wie BLACK CHRISTMAS (1974), THE HOUSE ON SORORITY ROW (1983) und PLEDGE NIGHT (1990) gehören zu den bekanntesten Vertreter innerhalb des Subgenres, wobei die beiden Erstgenannten im Jahr 2006 bzw. 2009 sogar in den Genuss von halbwegs lukrativen Remakes gekommen sind, die aber bei Weitem nicht den Beliebtheitsstatus ernten konnten, den die beiden Klassiker innehaben. Dass die Macher des Indie-Flicks ALPHA GIRLS eine Schwäche für Verbindungshäuser und vor allem nostalgische 70er und 80er Jahre Grusler hegen, dürfte nach Sichtung dieses Streifens auf der Hand liegen. Denn ALPHA GIRLS entpuppt sich bei genauer Betrachtung, als ganz charmante Verbeugung vor den vielen, in den 70ern und 80ern entstandenen Horrorstreifen (NIGHT OF THE DEMONS, CLASS OF NUKE ‚EM HIGH), die auch heute noch das Blut eines jeden Genrefilmfans in Wallung bringen. Ganz besonders hat es Regie-Duo TONY TROV und JOHNNY ZITO Altmeister DARIO ARGENTO angetan, dessen unerreichte Schauermär SUSPIRIA auf ganz eigene Weise in ALPHA GIRLS Tribut gezollt wird. So „regnet“ es hier nicht nur Mehlwürmer in die Haare der völlig überdreht agierenden Verbindungsmitglieder; auch die zumeist farbintensive Bildsprache ARGENTOS und seines Lehrmeisters MARIO BAVA haben die Regie-Neulinge ganz nebenbei selbstsicher in ihren ersten Langfilm einfließen lassen. Komplettiert wird das gesamte Machwerk mit herrlich altmodischem Synthesizer-Gedudel und schrillen neonfarbenen Schuluniformen, so dass das ganze Horrorstück mit alle seinem fast schon erheiterndem Overacting und der nur selten professionell wirkenden Inszenierung auch hätte aus den trashigen TROMA Studios stammen können.
 
Die Story von APLHA GIRLS liest sich, als wäre sie einer ganz anderen Zeit entsprungen. Morgan (FALON JOSLYN) tritt der „Alpha Beta“ Studentenverbindung bei und zieht in das Verbindungshaus. Neuankömmlinge gehören dort einer niederen Rangordnung an und müssen erst einmal beweisen, dass sie eines ALPHA-Mädchens würdig sind. So muss Morgan in ein viel zu enges Kellerloch ziehen, wo sie fortan zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Cassidy (BEVERLY RIVERA), Juliette (NICOLE CINAGLIA) und April (KARA ZHANG) schlafen, wohnen und lernen soll. Nach anfänglichen Distanz schließen die vier Studentinnen Freundschaft und erkennen, dass die Schwesternschaft an strenge Traditionen geknüpft ist. So werden die Anwärterinnen nicht nur von der prallbusigen Hausherrin Veronica (NIKKI BELL) nach Strich und Faden gedemütigt, auch regelmäßige Rituale, die seit Gründung der traditionsbewussten Vereinigung mit Hilfe eines mysteriösen Buchs durchgeführt werden, machen einen Großteil des Verbindungslebens aus. Weil den vier Freundinnen die Gehässigkeiten Veronicas zuwider sind, stibitzen sie kurzerhand das sagenumwobene Beschwörungsrelikt und veranstalten damit gehörigen Unfug, ohne zu wissen, dass sie durch ihr selbstsüchtiges Handeln den Zorn finsterer Mächte entfachen.
 
Während ALPHA GIRLS mit einem satanistischen Ritual aus dem Jahre 1896 eingeläutet wird und sich das Gedärm des Opfers auf dem Boden verteilt, dürfte sich dem Filmfreund bei derart zweifelhafter Geschichtsaufarbeitung (seit wann tragen Studentinnen zu jener Zeit schon Nasenpiercings) vermutlich ganz arg die Nackenhaare sträuben. Mit historischen Fakten scheinen es die Regie-Neulinge nicht wirklich ernst nehmen zu wollen, was ALPHA GIRLS vielleicht auch gerade aufgrund dieser Prämisse so sympathisch erscheinen lässt. Der Streifen schaut nicht nur unweigerlich nach Independent aus, auch die gesamte Machart befindet sich auf teilweise amateurhaften Niveau, was für viele Horrorfans vermutlich Grund genug wäre, ALPHA GIRLS zu meiden. Trotzdem; das vorliegende Horrorstück punktet auf andere Ebene. So scheint sich das (textilfreie) Treiben nicht immer ganz ernst zu nehmen. Die Heldinnen treiben es mit ihrem gutgemeinten Overacting auf die Spitze und das Blut spitzt teilweise schon geradezu grotesk in die Gesichter der ausschließlich weiblichen Protagonisten. Hart wirkt das natürlich bei Weitem nicht einmal annähernd, wobei die wenigen Effekt-Szenen trotz magerem Produktionsstandart gar nicht mal so unansehnlich in Erscheinung treten. Die überdrehte Kombination aus Blut und nackter Haut besitzt definitiv Unterhaltungswert und lädt nicht nur einmal zum Schmunzeln ein. Überhaupt muss man TROV und ZITO für ihre erste Regie-Leistung loben, denn immerhin haben sie mit ihrem ALPHA GIRLS keinen Weiteren hohlen Quälfilm geschaffen und weitestgehend von unnützer Folterei und miesem Slasher-Gedöhns abgesehen. Die ideenreiche Rückbesinnung auf die Kultfilme der 70er und 80er Jahre steht dem vorliegenden ALPHA GIRLS erstaunlich gut, so dass der Rache/Dämonen/Okkult-Flick eine Menge Laune verbreitet. Das Potenzial hinter ALPHA GIRLS muss auch Pornolegende RON JEREMY erkannt haben, der gleich mal als Pfarrer durch den Film saust und der es sich mit Sicherheit hinter der Kamera nicht hat nehmen lassen, der ein oder anderen Schauspielerin mal kurz an den Hupen zu schrauben. Die Herren sind in ALPHA GIRL übrigens in der Minderheit, denn in diesem Film ist Frauenpower Programm. Dem männlichen Trash-Liebhaber dürfte das ganz gelegen kommen und so wird APLHA GIRLS mit einem kühlen Sixpack Bier zum erheiternden Partyfilm.
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wer beharrt schon auf Logik, wenn’s doch Titten und Blut zu sehen gibt? ALPHA GIRLS ist ein sexy B-Movie mit feschen Girls und ’ner Menge Blut, das trotz oder gerade wegen seiner unprofessionellen Schnitzer unglaublich charmant wirkt. Für Fans überdrehter TROMA-Hits definitiv eine Sichtung wert.
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Zensur

 
 
 
In ALPHA GIRLS wird zwar ab und an etwas roter Lebenssaft vergoßen, hart wirkt das aber nicht. Die derbste Szene wird gleich zu Beginn zelebriert. Dort wird der Magen einer Studentin aufgeschlitzt und deren Innereien purzeln zu Boden. Ansonsten geht´s hier recht züchtig einher, was durchaus mit einer FSK16 belohnt werden dürfte. Wir gehen aber davon aus, dass ALPHA GIRLS mit dem KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
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The House on Sorority Row (1983)

Black Christmas (1974)

Filmreview: „Mine Games“ (2012)

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MINE GAMES

Story

 
 
 
Sieben Studenten machen Urlaub in der Einöde Amerikas und entdecken eine mysteriöse Mine. Unzählige Warnschilder halten die Freunde jedoch nicht davon ab, das geheimnisvolle Bergwerk zu erkunden, was natürlich wenig später im Desaster endet …
 
 
 


 
 
 

MINE GAMES – Kritik

 
 
 
Achtung: wer sich den Filmspaß nicht verderben lassen möchte, sollte vom Lesen der Kritik absehen – hier sind nämlich Spoiler enthalten!
 
 
 
Wenn die Helden eines Films einen Ausflug in die amerikanische Wildnis unternehmen möchten und dabei gänzlich auf Internet- und Handyempfang verzichten müssen, dürfte der interessierte Filmfreund schon ein ungutes Gefühl in der Magengegend verspüren. Finden die Protagonisten dann noch eine versteckte Mine, vor deren Betreten ausdrücklich gewarnt wird, liegt die Vermutung nahe, dass das unvorsichtige Erkunden des Stollens mit Sicherheit ein böses Ende nehmen wird. Im erfinderischen Psychothriller MINE GAMES trifft genau das zu, wobei man Regisseur RICHARD GRAY immerhin zugute halten muss, dass er sich mit seinem Filmchen vom üblichen Horrorbrei der letzten Jahre abzuheben versucht. Bei seinem MINE GAMES handelt es sich um keinen weiteren unnötigen Vertreter innerhalb des Genres, denn auch wenn die Thematik einmal mehr Folter- und Slashergurken ins Gedächtnis ruft – der Film geht vollkommen andere Wege. Umso eindringlicher der Ratschlag, sich vor Sichtung des Gruselstücks weder Trailer, Inhaltsangabe oder Kritiken zu Gemüte zu führen – denn gänzlich unvorbereitet erzielt GREYS Zweitwerk die beste Wirkung beim Zuschauer. 2010 hat der australische Regisseur mit seinem romantischen Drama SUMMER CODA Frauenherzen schneller schlagen lassen und erste Regieerfahrungen sammeln können. Umso überraschender, dass er sich nach zwei Jahren Pause ausgerechnet mit einem Horrorfilm zurückmeldet und diesen sogar in die amerikanischen Lichtspielhäuser bringen konnte. Anders als in seinem melodramatischen Erstling geht es in MINE GAMES weitaus düsterer zugange, wobei der Mysterythriller einige Hochschulabsolventen durch die Filmhölle jagt.
 
Die Geschichte dreht sich um sieben Freunde, die sich für ein trinkfestes Party-Wochenende ausgerechnet ein Haus im Nirgendwo ausgesucht haben. Fernab von Lärm und Hektik sagen sich hier nicht nur Fuchs und Hase Gute Nacht, auch vom technischen Fortschritt ist weit und breit nichts zu spüren. So verzichten die Studenten gern auf Handy und Internet und frönen Alkohol und Drogen. Auf dem Weg zur Sause huscht den Kids dann doch irgendwas vor die Karre, so dass sie in die Büsche brettern und das Auto selbstverständlich zum Erliegen kommt. Weiter geht´s per Fußmarsch. Die Freunde erreichen wenig später eine schick eingerichtete Hütte und lassen sich´s dort erst einmal gut gehen. Während Michael (JOSEPH CROSS) ein „klein wenig“ an Schizophrenie leidet und immer wieder aufgefordert werden muss, doch seine Pillen zu nehmen, finden einige der Anwesenden im Wald eine verlassene Mine, die natürlich die Neugier weckt. Die Verbotsschilder werden missachtet und mysteriöse Symbole an den Wänden der Mine beeindrucken herzlich wenig. Gute Laune steht im Vordergrund und so begibt sich die Bande auf Erkundungstour ins Dunkel. Das Party-Wochenende scheint seinen Siedepunkt zu erreichen, bis plötzlich seltsame Dinge vor sich gehen. Im Bergwerk werden tote Körper entdeckt, die den eigenen gleichen und Medium Rose (REBECCA DA COSTA) findet in ihrem schlauen Büchlein heraus, dass jene missachteten Zeichnungen im Inneren der Höhle den „Ouroborus“ zeigen – jene Kreatur aus der antiken Mythologie, die das Leben als eine endlose Reihe von Leben und Wiedergeburt symbolisiert.
 
Wer im Genre bewandert ist und schon einige Filme gesehen hat, dürfte sich wohl gleich an TRIANGLE (2009) zurückerinnert fühlen. Dort konfrontierte Regisseur CHRISTOPHER SMITH Heldin Jess (MELISSA GEORGE) mit ähnlich komischen Vorkommnissen. Jess fand heraus, dass sie wohl Teil eines sich ständig wiederholenden Zeitstrudels sein muss. Auch der zwei Jahre zuvor abgedrehte TIMECRIMES des Spaniers NACHO VIGALONDO bediente sich der raffinierten Zeitschleifen-Thematik und bot ein verschachteltes Filmerlebnis, dass dem Zuschauer volle Aufmerksamkeit abforderte. MINE GAMES ist aus ähnlichem Holz geschnitzt, wenn auch nicht ganz so intelligent und komplex gestrickt, wie der spanische Geheimtipp aus dem Jahre 2007. Das spiegelt sich vor allem in der etwas trivial gehaltenen Inszenierung wieder, denn GREYS Folgewerk kommt weitaus jugendkonformer daher und richtet sich mit seinen adretten Protagonisten zweifelsohne an ein eher MTV-gewohntes Kinopublikum. Hier ist offensichtlich, dass die teils unbekannten Jungschauspieler (die vermutlich nur aufgrund ihrer Optik engagiert wurden) zwar ganz brauchbar interagieren – wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen sie aber keineswegs. Die eindimensionalen Rollen differenzieren kaum voneinander, so dass dem Zuschauer das besiegelte Schicksal der sieben Freunde vollkommen am Allerwertesten vorbeigehen dürfte. Immerhin stimmt auf technischer Ebene alles. MINE GAMES wurde solide gefilmt, so dass kaum auffallen dürfte, dass der Film mit magerem Budget auskommen musste. In Zeiten millionenschwerer Kinoblockbuster immerhin eine beachtliche Glanzleistung, schafft es GREY sogar hin und wieder mit einfachsten Mitteln, so etwas wie Gruselfeeling zu entwickeln. Leider wird der unheimlichen Kulisse nur wenig Beachtung geschenkt, was auf Kostengründe zurückzuführen ist. Begeben sich die Freunde auf Höhlenexpedition, gewinnt auch der Film an Spannung. Die ist leider in MINE GAMES Mangelware, da den gesichtslosen Schnarchnasen viel zu viel Zeit für deren nicht vorhandene Entwicklung eingeräumt wird. So spielt sich ein Großteil der Handlung im Inneren des Feriendomizils ab und protokolliert mit schläfrigem Erzählstil, wie man irgendwie versucht, die knapp 90 Minuten Filmlaufzeit mit Handlung zu versehen. Immerhin geht es am Ende schlag auf Schlag. Das Tempo wird erheblich angezogen, das undurchsichtige Puzzle logisch entschlüsselt und der Film findet einen ganz brauchbaren Abschluss. Ob´s jedoch für einen sehenswerten Gruseltrip ausreicht, sollte jeder Filmfreund selbst beurteilen.
 
 
 


 
 
 

MINE GAMES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Cleverer erzählter und raffiniert getrickster Horrorthriller mit ebenso schlauer Auflösung. Leider leidet der anfänglich spannend erzählte Gruseltrip etwas am zähen Erzähltempo, denn so wirklich passieren will partout nichts. Immerhin gewinnt der unheimliche Mystery-Grusler gegen Ende wieder an Fahrt. Aufgrund der (zwar nicht neuen aber dennoch) interessanten Zeitschleifen-Thematik ist MINE GAMES dennoch einen Blick wert. Für Fans des Gruselschockers TRIANGLE (2009) definitiv ein Must See!
 
 
 


 
 
 

MINE GAMES – Zensur

 
 
 
Gewalt in MINE GAMES? Die wird hier auf Sparflamme geköchelt und nur selten auf der Mattscheibe zelebriert. Zwar kommen die Protagonisten am Ende dieses Thrillers arg übereilt zu ihrem Tod; brutal oder selbstzweckhaft wirkt das selbstverständlich nicht. Demnach kann der Filmfreund davon ausgehen, dass MINE GAMES hierzulande ungeschnitten veröffentlicht wird – mit FSK16 versteht sich!
 
 
 


 
 
 

MINE GAMES – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)

Timecrimes – Mord ist nur eine Frage der Zeit (2007)

Filmreview: „5 Souls“ (2011)

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5 SOULS

Story

 
 
 
Noahs (Ian Bohen) Leben ist in Gefahr. Das Böse (Steven Schub) höchstpersönlich will sich seine Seele unter den Nagel reißen, bietet dem reichlich verängstigten Noah aber wenigstens einen perfiden Deal an: er soll fünf unschuldigen Menschen das Leben nehmen, um sein eigenes retten zu können …
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Kritik

 
 
 
5 SOULS-Initiator BRETT DONOWHO ist zwar neu hinter der Kamera; unbekannt in der Filmwelt ist er trotzdem nicht. Bereits als junger Kerl hat er hin und wieder in eher anspruchslosen Serien mitgewirkt und war sogar in der Kult-Show PARKER LEWIS – DER COOLE VON DER SCHULE zu sehen. Irgendwann waren ihm derlei TV-Kurzauftritte vermutlich nicht mehr genug, so dass er eigene Filme drehen und produzieren wollte. So macht er sich an die Arbeit und fertigte im Jahr 2011 mit 5 SOULS seinen ersten Spielfilm. Doch bevor das Werk überhaupt auf den Videomarkt kommen sollte, schaffte es der Regisseur mit dem unsäglich schlechten Found-Footage-Film THE SPEAK (2011) noch schnell, einen Platz auf dem erfolgreichen Wackelkamera-Express zu ergattern. Erst als er mit dem passablen Geisterflick A HAUNTING AT SILVER FALLS (2013) ein paar Dollar einfahren konnte, kommt nun auch sein Erstling mit knackigen zwei Jahren Verspätung zu einer amerikanischen Heimkinoveröffentlichung.
 
Die Geschichte von 5 SOULS ist komplexer als erwartet, denn der Zuschauer erlebt das ultimative Martyrium des smarten Architekten Noah (IAN BOHEN), der sich vor seinen Flitterwochen noch schnell impfen lassen möchte. Doch die Hochzeitsreise muss auf unbestimmte Zeit verschoben werden, denn Noah fällt nach der Schutzimpfung kurzerhand ins Koma und begegnet dem Teufel höchstpersönlich (STEVEN SCHUB), der den adretten Schönling mit seiner skrupellosen Vergangenheit konfrontiert. Anders als der Zuschauer erwartet hätte, hat der Held der Geschichte nämlich gehörig Dreck am Stecken und ist Verursacher mehrerer Unfälle. Aufgrund minderwertiger Bausubstanz sind zwei Gebäude zusammengestützt, in denen Frau und Kind des Ex-Polizisten Sam (STEVE BASIC) ihr Leben lassen mussten. Der ringt verzweifelt nach Erklärungen und findet heraus, dass die Ursache des Übels beim korrupten Bauunternehmer David Bickman (CHARLES SOLOMON Jr.) zu suchen und Noah in dessen miese Machenschaffen involviert gewesen ist. Die Firma des gerissenen Geschäftsmannes errichtet günstige Immobilien und versucht mit wenigen Investitionen möglichst viel Umsatz zu machen. Während Sam zusammen mit Polizistin Sarah (ALLISON MCATEE) erste Ermittlungen anstellt, hat Komapatient Noah ganz andere Sorgen. Der soll fünf unschuldige Menschen töten, um seine eigene Seele retten zu können und entfacht dabei das Monster in sich.
 
Wahrlich kompliziert geht es in 5 SOULS zu. BRETT DONOWHO hat sich bei seinem Debüt für einen arg verschachtelten Storyverlauf entschieden. Während Patient Noah um sein Leben pokert und schnell erkennt, dass ihm Skrupel völlig fremd ist, spielt sich parallel zum Hauptplot eine weitere Geschichte ab. Die konzentriert sich auf das Schicksal des Ex-Polizisten Sam, der verzerifelt Erklärungen für den mysteriösen Tod seiner Familie sucht. 5 SOULS pendelt dabei etwas ungeschickt zwischen den beiden Handlungssträngen. Gerade dann, wenn Noahs Seele mordgeil durch die Gänge des Krankenhauses wandelt, büßt der Film erheblich Tempo ein, weil DONOWHO plötzlich zum Nebenplot wechselt. Das ist etwas wirr, denn dem Zuschauer bleibt nicht unbemerkt, dass da jemand versucht hat, zwei komplette Filme zu einem zu machen. Während sich Noahs Geschichte durchaus im Horrorgenre ansiedelt, erweist sich Sams Detektivarbeit als lupenreiner Krimi. Durch konstantes Springen zwischen den Schicksalen der beiden Protagonisten geht die kaum vorhandene Spannung erschreckend schnell flöten und der Zuschauer dürfte mit wachsender Ungeduld das Ende herbeisehnen. Immerhin werden die Gegebenheiten Schritt für Schritt plausibel entschlüsselt, wobei die anfänglich losen Handlungsverläufe am Ende logisch ineinanderlaufen. Für ein Filmdebüt ist das handwerklich zwar ganz solide gemacht, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass sich 5 SOULS auf gleichem Level befindet, wie zahllose Mystery-Serien im Programm der Privatsender. So ist 5 SOULS ein weiterer Film, den die Welt nicht braucht und kann getrost in den Händlerregalen stehen gelassen werden.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Düsterer Indie-Horrorfilm mit gelegentlich deftigen Schocks. Leider zu wirr inszeniert, so dass man die spannenden Szenen mit der Lupe suchen muss und die eigentlich gar nicht mal so üble Idee schnell an Reiz verliert.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Zensur

 
 
5 SOULS ist nicht sonderlich grausam, so dass der Film hierzulande problemlos ungeschnitten mit einer 16er-Freigabe durch die FSK kommen wird.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
My Soul to Take (2010)

Filmkritik: „The Mine – Halloween in der Hölle“ (2013)

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THE MINE – HALLOWEEN IN DER HÖLLE

(ABANDONED MINE)

Story

 
 
 
Einige Freunde treffen sich an Halloween, für eine Minenexpedition. Im Stollen soll es angeblich spuken. Nach einem unachtsam verursachten Zwischenfall sitzen die Kids in der Falle und können den Ausgang nicht mehr erreichen. Während man nach einem anderen Exit sucht, scheint es in dem verlassenen Bergwerk wirklich nicht mit rechten Dingen zuzugehen …
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Kritik

 
 
 
Wenn ein Horrorfilm mit einem PG-13 Rating in die amerikanischen Kinos kommt, bedeutet das zwar durchaus, dass das gewaltfreie Filmchen ordentlich Kohle in die Kassen gewinnorientierter Studios schwemmt. Das erwachsene Publikum dürfte jedoch bei dieser Prämisse schnell mit der Nase rümpfen, gewinnt doch ein Horrorfilm gerade mit den nicht kindgerechten Szenen seinen eigentlichen Reiz. Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, die es trotz niedriger Altersfreigabe geschafft haben, ohne großartiges Blutvergießen selbst dem volljährigen Zuschauer gehörige Schauer einzujagen. Neben s/w-Klassikern wie BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963) und DAS SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961) lassen sich auch in der Gegenwart hin und wieder vergleichsweise harmlose Filme entdecken, die es verstehen, selbst dem abgebrühtesten Horrorfilmfan das Fürchten zu lehren. So schaffte es Regisseur ALEJANDRO AMENÁBAR mit seinem THE OTHERS (übrigens frei ab 12) im Jahre 2001 auch ohne blutrünstige Gewalt und Litern von Kunstblut einen der wohl grusligsten Filme der letzten Jahre zu produzieren. Es braucht nicht viel, heute einen unheimlichen Schocker zu zaubern. Liegt ein gutes Drehbuch vor, bedarf es nur talentierter Schauspieler und eines erfahrenen Kameramanns, der es versteht unheilvolle Bilder auf Film zu bannen. Zutaten, die THE MINE leider nicht besitzt. Dieser familienfreundliche und absolut blutleere Gruseltrip ist einer der vielen Fälle, der Jung wie Alt nicht erschrecken, sondern eher in süßen Tiefschlaf versetzt. Schauspieler JEFF CHAMBERLAIN hat sich in den 1970er und 80er durch diverse Auftritte in hier unbekannten Serien einen Namen gemacht und mag wohl den Traum vom eigenen Film nie ganz aus den Augen verloren zu haben. Rasch schrieb er das Drehbuch zu THE MINE (der im Original eigentlich ABANDONED MINE heißt) und übernahm auch gleich die Regie. Aufgrund der ersten, durchweg positiven Kritiken wurde der direkte Weg auf den Videomarkt gestrichen und CHAMBERLAINS Debüt in den amerikanischen Kinos ausgewertet. Was die ersten Kritiker gesehen haben müssen, scheint wohl eine gänzlich andere Version dieser unbrauchbaren Schlafpille gewesen zu sein, denn der fertige THE MINE ist weit entfernt von sehenswert.
 
In diesem unspektakulären Schaffen der Marke Schon-Unzählige-Male-Gesehen erleben wir, wie fünf Kids das alljährliche Halloweenfest auf ganz besondere Weise feiern möchten. Um den Tag unvergesslich zu machen, wollen die Freunde Ethan (CHARAN PRABHAKAR), Laurie (SAIGE THOMPSON), Brad (REILEY MCCLENDON), Jim (ADAM HENDERSHOTT) und Sharon (ALEXA VEGA) eine unheimliche Mine erkunden, von der man sagt, dass es darin spukt. Dass derartige Erzählungen nichts gutes verheißen, interessiert die naiven Jugendlichen natürlich herzlich wenig. Glaubt man den Legenden, soll sich in der verlassenen Mine tragisches ereignet haben: Der ehemalige Minenarbeiter William Jarvis wurde zusammen mit seinen beiden Töchtern in einen Hinterhalt gelockt und lebendig begraben. Nun geistern ihre rastlose Seelen durch die Schächte, immer auf der Suche nach einem geeigneten Wirtskörper, das ungemütliche Grab verlassen zu können. Während die Kids guter Dinge den stillgelegten Komplex betreten, passiert wenig später das erste Unglück und man sitzt in der Falle. Der Ausgang ist nicht mehr zu erreichen und Panik bricht aus. So zwängt sich die Bande durch die engen Schächte, in der Hoffnung einen alternativen Ausgang zu finden. Während sich die Freunde in einer verzwickten Situation befinden und nicht wissen, was sie im Inneren des Bergwerks erwartet, verwandelt sich der behäbige Spuktrip schnell zum klaustrophobischen Höhlenexpeditions-Survival-Thriller. Einer der Anwesenden hat plötzlich mit den viel zu engen Minengängen zu kämpfen, eine andere Protagonistin ist dem Wahnsinn nahe, weil sich riesige Vogelspinnen von der Decke abseilen. Fledermäuse erschrecken die Kids zu Tote und können dem Zuschauer nur ein lautes Gähnen entlocken. Immerhin haben die Charaktere in ihrer Panik noch ausreichend Zeit, um bitterböse Scherze zu veranstalten. So findet man eine gruselige Maske, mit der sich herzlich Erschrecken lässt und erste unheimliche Vorfälle deuten darauf hin, dass die Freunde in diesem Stollen doch nicht ganz so allein sind, wie anfänglich gedacht.
 
CHAMBERLAINS Drehbuch besitzt kaum Anzeichen von Originalität. Die formelhafte Geschichte spielt sich nach „Schema F“ ab und erinnert in seinen besten Momenten an den britischen Horrorschocker THE DESCENT (2005), ohne dabei nicht einmal annähernd dessen bedrückende und Adrenalin fördernde Atmosphäre zu erreichen. Der klaustrophobische Grundton verliert im unüberlegten Eifer der wenigen Protagonisten schnell an Intensität und THE MINE lässt bis kurz vor Ende nicht wirklich durchblicken, was er denn nun eigentlich sein will. Handelt es sich hier wirklich um einen übernatürlichen Geisterfilm, der dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen möge oder haben wir es hier nur mit dem langweiligen Überlebenskampf einiger dümmlicher Grünschnäbel zu tun, die eigentlich nichts anderes verdienen als den Tod? Die Antwort bleibt bis kurz vor Ende unschlüssig. Denn erst dann liefert JEFF CHAMBERLAIN mit seinem etwas zähen Erstling die wichtigen Erklärungen. Zugegeben, der unvorhersehbare Plottwist ist zwar ganz interessant, kommt aber leider zu spät, um den drögen Schnellschuss vor dem Untergang zu bewahren. Was bleibt ist ein ermüdender Film, ohne jeglichen Anspruch oder gute Ideen. Die Effekte bleiben auf PG-13-Niveau und Gewalt sucht der erwachsene Fan des Genres vergebens. Von daher: Finger weg, denn nicht einmal neugierige Kids werden an diesem langweiligen Käse Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
THE DESCENT trifft PARANORMAL ACTIVITY – Klaustrophobischer Gruseltrip mit zugegeben raffiniertem Finale. Leider ist THE MINE – HALLOWEEN IN DER HÖLLE sowas von unspektakulär, geistlos und langweilig, dass selbst dem Allesseher schnell die Äuglein zufallen dürften. Zudem gibt es hier weder Gewalt noch Gemetzel zu sehen, weshalb der Film für die meisten Horrorfilmfans bereits vor der Sichtung vollkommen uninteressant sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Zensur

 
 
In Amerika darf THE MINE (OT: ABANDONED MINE) bereits von Kindern gesehen werden. Hierzulande beurteilt die FSK Filme üblicherweise etwas strenger. Gewalt gibts in THE MINE nicht zu sehen. Demnach wurde der Film hierzulande auch schon ab 16 Jahren feigegeben.
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-mine-halloween-in-der-hölle-blu-ray

(c) Rough Trade Distribution GmbH / Justbridge Movies

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Abandoned Mine; USA 2013

Genre: Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray

Extras:

Release-Termin: 14.11.2014

 

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THE MINE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)

The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)

The Goonies (1985)

Dead Mine (2012)

My Bloody Valentine 3D (2009)

Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)

Filmreview: „Piranhaconda“ (2012)

PIRANHACONDA
 
 
 

PIRANHACONDA

Story

 
 
 
Auf Hawaii macht ein riesenhaftes Reptilienmonster Jagd auf Menschen. Halb Anaconda, halb Piranha begegnet dem Vieh ein Filmteam, das sich zusammen mit einem Wissenschaftler und einer Bande Terroristen der Piranhaconda in den Weg stellt und den Kampf gegen die Kreatur aufnimmt …
 
 
 


 
 
 

PIRANHACONDA – Kritik

 
 
 
Es gibt guten Trash und es gibt schlechten Trash. Es gibt Filme, die unterhalten und es gibt reichlich viel Müll, der am besten dort landet, wo man ihn gänzlich unkompliziert beseitigen kann: die Schrottpresse. Produktionsstudios wie ASYLUM und der SYFY CHANNEL haben bewiesen, dass sich selbst mit ultra-miesem Schund eine Menge Kohle scheffeln lässt und es da draußen sogar noch Filmfreunde mit zu viel Kohle gibt, die die Herstellung dieses Abfalls mit dem Kauf der DVDs und Blu-rays ankurbeln. Das hochintellektuelle „Meisterwerk“ PIRANHACONDA ist einer dieser Filme, dessen Daseinsberechtigung vermutlich nie ergründet wird. Dieses Unding aus der Werkstatt ROGER CORMANS (in den 50ern und 60ern sowas wie das Rückgrat amerikanischer Schundfilmindustrie und später Ausbilder großer Regisseure) gehört in die Reihe minderbemittelter Filme, die extra für den amerikanischen Pay-TV-Sender SYFY inszeniert wurden und später ihren Weg auf Heimkinomedien fanden. Man muss schon eine unbeschreibliche Leidenschaft für die berüchtigten Werke des seltsamerweise doch beliebten TV-Senders besitzen, um die hauseigenen Filme überhaupt ertragen, wenn nicht sogar genießen zu können. Schlechte Effekte, stümperhafte TV-Dramaturgie und untalentierte Darsteller prägen seit jeher das Bild der Produktionen des Kanals. Auch PIRANHACONDA macht da selbstverständlich keine Ausnahme. Die Fortsetzung des nicht weniger beknackten SHARKTOPUS (2010) ist vollgestopft mit unwichtigen Protagonisten und hundsmiserablen Effekten. Zudem „glänzt“ der Hirnshit mit kaum erkennbarem Unterhaltungswert, mit dem Otto-Normal-Filmfan ohnehin vermutlich kaum etwas anzufangen versteht.
 
Wir erleben ein Filmteam, dem mitten im Dreh zum zweiten Teil der beliebten Horror-Reihe „Head Chopper“ der Geldfluss gekappt wird. Nun ist guter Rat teuer. Die Crew tritt den Heimweg an und wird unterwegs von einer Gruppe raffgieriger Terroristen gekidnappt, die nun vom Filmstudio Lösegeld einfordern wollen. Das Drehteam wird kurzum in eine alte Fabrikhalle verschleppt, wo bereits ein Forscher festgehalten wird, der aus einem riesigen Nest einer unbekannten Spezies ein Ei gestohlen hat. Dass das der PIRANHACONDA-Mutter rein gar nicht gefällt, versteht sich sich von selbst. Die macht sich auf die Suche nach der gestohlenen Leibesfrucht und verschlingt dabei jeden, der sich ihr in den Weg stellt.
 
Man nehme einige prallbusige Penthouse-Ischen, mit den besten Jahren deutlich im Rückspiegel, werfe sie in eine aufs Nötigste und auch sonst beschränkte sowie vollkommen austauschbare Handlung. Dazu einige selbsternannte CGI-Experten, die mit nicht zeitgemäßem Equipment an den dümmsten Effekten der Filmgeschichte basteln. Fertig ist PIRANHACONDA, ein weiterer unbrauchbarer Beitrag aus der Reihe: „Filme, die man möglichst im Händlerregal verstauben lassen sollte“. Das hat vermutlich auch der ehemalige Actionstar MICHAEL MADSEN (RESERVOIR DOGS, KILL BILL) bemerkt, der mit erschreckender Lustlosigkeit agiert und scheinbar viel zu spät erkannt hat, dass der belanglose Trash-Murks ganz schöner Blödsinn ist. Eine Million Dollar soll PIRANHACONDA gekostet haben. Ein Hohn für Produktionen, die mit kleinem Budget sogar noch richtig sehenswerte Streifen werden konnten. Vor allem eine enttäuschende Prämisse, wenn man liest, wer da eigentlich auf dem Regiestuhl platz genommen hat. B-Movie Legende JIM WYNORSKI hat in seinem Dasein als Filmemacher zwar auch schon viel unnötigen Nonsens hervorgebracht, konnte aber immerhin mit Filmen wie dem herrlich nostalgischen ASTRAL FACTOR (1992) beweisen, dass „Low-Budget“ nicht immer nur billig, hohl und dumm bedeuten muss. Spannung sucht der Zuschauer in PIRANHACONDA übrigens vergebens, ernstzunehmendes Schauspiel: Fehlanzeige. Die wenigen Protagonisten stolpern mehr schlecht als recht durch die unspektakuläre Handlung und werden im Verlauf der Handlung von einem mutierten Schlangending mit messerscharfen Piranha-Zähnen verspeist. Dabei gestalten sich die Angriffe der monströsen Kreatur so unaufregend wie nur möglich und wiederholen sich in gleicher Abfolge bis zum Erbrechen. Die Riesenschlange kommt, das vollbusige Opfer schreit und wird wenig später mit nur einem Haps den Schlund hinabgewürgt. Was bleibt ist eine pixelreiche Blutwolke, die neben einem abgefressenen Bein und einem verspeisten Oberkörper die einzigen nennenswerten Splatter-Effekte in diesem ungenießbaren Trash-Aufgruß darstellt. Damit der fade PIRANHACONDA für (männliche) Liebhaber des Genres noch halbwegs erträglich bleibt gibt es hier nicht nur eine Schlange zu sehen, sondern zwei. Zudem lenken die zig Brust-OPs der hohlbirnrigen Schrapnelle von der eigentlich beschämend trivialen Geschichte ab. Was bleibt ist ein wirklich schlechtes B-Movie ohne gute Ideen oder wenigstens halbwegs Anspruch, das nur hartgesottenen Trash-Fans empfohlen sei. Der Rest wird an der schrecklichen Inszenierung kaum Freude finden.
 
 
 


 
 
 

PIRANHACONDA – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
PIRANHACONDA ist ein schlechtes B-Movie, das mit einer Million Dollar Herstellungskosten kaum noch als Billigproduktion bezeichnet werden kann. Hier gibt es all das, für was Produktionen des berüchtigten SYFY-Senders bekannt sind: schlechte Effekte, minderwertige Geschichten und untalentierte Schauspieler. PIRANHACONDA macht absolut keinen Spaß und ist eindeutig nur für Fans mieser Filme genießbar!
 
 
 


 
 
 

PIRANHACONDA – Zensur

 
 
 
Sonderlich grausam ist PIRANHACONDA nicht, so dass der Film hierzulande ungeschnitten veröffentlicht wurde. PIRANHACONDA ist freigegeben ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

PIRANHACONDA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
PIRANHACONDA_bluray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Piranhaconda; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Trailershow, Inro der Hauptdarstellerin (2 Minuten, deutsch), Audiokommentar des Regisseurs (keine UT), Feature über den Youtube-Channel der Hauptprotagonistin (2 Minuten, keine UT)

 
 
 
Die Blu-ray aus dem Hause SUNFILM besticht mit einem satten Bild. Leuchtende Farben und ein satter Kontrast wissen zu gefallen. Die Schärfe ist für einen derartigen Film als zufrieden stellend zu bezeichnen, auch wenn sie ein Tick hätte besser ausfallen können. Auch der Ton wurde gut abgemischt. Die Dialoge sind klar zu verstehen und die Dschungelkulisse bietet hin und wieder nette Effekte aus den hinteren Lautsprechern. Leider wird der Subwoofer zu wenig genutzt. Der kommt leider erst gegen Ende zum Einsatz. Extras gibt es natürlich auch. Den Anfang macht ein kurzes Intro mit Hauptdarstellerin YASMIN YEGANER (rund 2 Minuten, Darstellerin spricht Deutsch). Zudem gibt es eine Fotogalerie und das Feature „Desperate Actress“ indem Schauspielerin YASMIN YEGANER ihren eignen Youtube-Channel (ca. 2 Minuten) vorstellt. Ein unwichtiges Extra, das nichts mit dem eigentlichen Film zu tun hat. Deutsche Untertitel sucht man hier vergebens. Die fehlen übrigens auch beim Audiokommentar, in welchem der Regisseur des Films über die Produktion plaudert. Den Abschluss macht eine Trailershow mit weiteren Filmen des hiesigen Pubslishers. Zudem haben es auch der Originaltrailer in Deutsch und Englisch auf die Scheibe geschafft. Ein Wendecover gibt es, wie von SUNFILM üblich, ebenso.

 
 

Piranhaconda [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

PIRANHACONDA – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Piranha 3DD (2012)

Hypothermia – The Coldest Prey (2010)

Bait (2012)

Beneath (2013)

Der weiße Hai (1975)

Piranha 3D (2010)

Piranha (1978)

Filmreview: „Battle of the Damned“ (2013)

battle-of-the-damned
 
 
 

BATTLE OF THE DAMNED

Story

 
 
 
DOLPH LUNDGREN ein weiteres Mal in der Rolle seines Lebens: als wortkarger Einzelkämpfer Max Gatling ballert er sich durch unzählige Horden blutgeiler Zombies, um die Tochter eines reichen Geschäftsmannes ausfindig machen zu können. Die Stadt wurde von einem todbringenden Virus heimgesucht, der abermals aus einer Forschungseinrichtung entkommen konnte und die Bevölkerung nun kurzerhand in wandelnde Untote verwandelt. Schnell trifft er auf eine Gruppe Überlebender, unter denen auch das gesuchte Mädchen gehört. Doch wie zu den abgesperrten Zugängen der Stadt gelangen, ohne von den Millionen durch die Strassen tobenden Kreaturen infiziert zu werden? Das Problem ist rasch gelöst, denn es dauert nicht lang, bis die Gruppe auf einen Trupp skurriler Roboter trifft, die sich ihren Weg dadurch bahnen, indem sie sich durch das untote Fleisch der rastlosen Monster metzeln …
 
 
 


 
 
 

BATTLE OF THE DAMNED – Kritik

 
 
 
Die Action-Stars der 80er sind wieder schwer im Kommen. Vermutlich hätte keiner der unlängst in die Jahre gekommenen „Idole“ unserer Kindheit je daran gedacht, einen derart zweiten Frühling erleben zu dürfen, wie es aktuell der Fall scheint. Seit dem grandios selbstironischen Zusammentreffen längst vergessener B-Movie-Schauspieler der 80er Jahre im Kino-Hit THE EXPENDABLES erleben jene einst so gefeierten Superstars ein echtes Comeback und können sich vermutlich aktuell über eine mangelnde Auftragslage nicht beschweren. Neben JEAN-CLAUDE VAN DAMME und MICKEY ROURKE gehört auch DOLPH LUNDGREN zu einer ganzen Reihe einst weltweit erfolgreicher Action-Helden, die aber schnell auch die Schattenseite des Erfolges kennenlernen mussten und tiefer fielen, als sie letztendlich gefeiert wurden. LUNDGREN, durch Rollen in ROCKY 4, THE PUNISHER und UNIVERSAL SOLDIER international bekannt geworden, avancierte schnell zu einem der gefragtesten Action-Schauspieler Hollywoods und katapultierte sich mit seiner wortkargen Coolness rasch in die Riege der international beliebtesten Action-Darsteller.
 
Nach den ganz großen Kino-Hits der 80er Jahre blieben Mitte der 90er die Erfolge aus, sodass LUNGREN daraufhin bevorzugt in billig produzierten B-Movies zu sehen war, die nicht selten durch eine katastrophal schlechte Inszenierung auf sich aufmerksam machten und rasch in den hintersten Regalen der Videotheken verschwanden. Auch der Versuch sich als Regisseur zu etablieren blieb weitestgehend unbeholfen. Seine Werke wurden, wenn überhaupt, direkt auf DVD und Blu-ray veröffentlicht und stießen nur in wenigen Fällen auf Zustimmung beim Publikum. Umso erfreulicher, dass auch LUNDGREN durch seine Rolle als psychisch labilen Söldner GUNNAR JENSEN in THE EXPENDABLES erneut den Weg auf internationale Kinoleinwände gefunden hat und nun auch einer neuen Generation von Zuschauern beweisen kann, dass triviales aber dennoch traditionelles Baller-Handwerk der 80er noch längst nicht ausgedient hat.
 
Der nun vorliegende BATTLE OF THE DAMNED ist einer dieser „Lückenfüller“, denn der Schauspieler vermutlich allein des Profits wegen angenommen haben muss, um sich bis zu seinem dritten EXPENDABLES-Leinwandauftritt sein Lohn und Brot verdienen zu können. Wie in den unzähligen Filmen seiner Karriere wird auch in BATTLE OF THE DAMNED großer Wert auf eine möglichst kostengünstige Inszenierung gelegt und so erstaunt es, dass LUNDGREN trotz aktuell wachsenden Kino-Beliebtheitstatus erneut eine klischeebehaftete Heldenrolle in einem kleinen, unscheinbaren B-Movie angenommen hat. Immerhin, und das unterscheidet BATTLE OF THE DAMNED durchaus von den unzähligen uninspirierenden Werken seiner bisherigen Filmografie, macht sein aktueller Auftritt durchaus Laune, denn trotz reichlich dummer Ballerszenen gibt es hier sogar so etwas wie wirkliche Spannung zu verzeichnen, auf die man ja in seinen bisherigen Filmen zugunsten reichhaltig sinnbefreiter Kampf- und Gewalteinlagen verzichtet hatte.
 
BATTLE OF THE DAMNED ist vermutlich der erste LUNDGREN-Film, der sich als waschechter Horrorfilm bezeichnen darf, denn hier wird flink das aktuell zu beliebte WALKING DEAD-Zombiethema aufgegriffen und mit reichlich abgedrehten Ideen garniert. In gewisser Hinsicht lässt sich behaupten, dass sein aktueller Film durchaus versucht, mit einer gewissen Prise Ironie dem unlängst totgefilmten Untoten-Genre frische Facetten zu verleihen. Während BATTLE OF THE DAMNED zu Beginn noch auf das traditionelle Zombie-Thema setzt und einer Gruppe Überlebender bei ihrer gefährlichen Flucht vor Horden tollwütiger Zombies beiwohnt, nehmen die Geschehnisse ab Filmmitte gänzlich skurrile Ausmaße an. Denn während die wenigen Überlebenden nach und nach zugunsten des vordiktierten Blutzolls ins Jenseits befördert werden, stoßen die noch lebenden Protagonisten alsbald auf einen Hilfstrupp Roboter (Disneys WALL-E lässt grüßen), der natürlich auf ganz eigene Weise versucht, dem akuten Zombie-Problem Herr zu werden. Natürlich ist das alles vollkommen überzogen, herrlich trashig anzusehen und vollkommen bescheuert. Dennoch, und das muss man dem Film hoch anrechnen, wurde das alles technisch derart selbstsicher in Szene gesetzt, dass im Gegensatz zu BATTLE OF THE DAMNED mancher konventioneller Mainstreamfilm durchaus alt gegen ausschaut.
 
 
 
Wer noch immer nicht genug von tollwütig hetzenden Untoten hat, darf in BATTLE OF THE DAMNED einmal mehr einer wehrlosen Gruppe Menschen bei ihrem tagtäglichen Kampf gegen Horden Zombies begleiten. Wie eh und je zelebriert Hauptdarsteller DOLPH LUNDGREN auch in seinem neuesten Streifen die altbekannte ihm zugewiesene Paraderolle vom unnahbaren, wortkargen Fremden, der statt taktisch zu denken, lieber die Probleme mit Faust und Kugelhagel versucht zu lösen. Sicher darf man bei virusinfizierten Robotern, tobenden asiatischen Zombies und Geballere nonstop keine wirklich tiefgründig durchdachte Handlung erwarten, trotzdem weiß die teilweise vollkommen überzogene und trashig wirkende Inszenierung vortrefflich zu unterhalten. WALKING DEAD war gestern, jetzt kommt der generalüberholte WALKING DEAD 2.0 – Stimmig gefilmt und technisch durchweg überzeugend, dürften vor allem Freunde mit einer Leidenschaft für günstig produzierte B-Movies gefallen an BATTLE OF THE DAMNED finden. Da fragt man sich als Filmfreund, warum LUNDGREN nicht eigentlich vor seinem aktuellen Comeback mit derart witzigen Filmchen überraschen konnte und stattdessen immer nur die Gurken unter den Drehbüchern ergattert hat.
 
 
 


 
 
 

BATTLE OF THE DAMNED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Disneys WALL-E meets THE WALKING DEAD – Stark unterhaltsame Zombie-Hatz mit reichlich Balleraction und einem zwar alten, aber nicht weniger coolen DOPLH LUNDGREN.
 
 
 


 
 
 

BATTLE OF THE DAMNED – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung hat eine KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung erhalten. Zwar wird hier durchaus deftig geballert und gesplattert, aber das ist alles derart schnell geschnitten, dass der Film nicht sonderlich hart wirkt.
 
 
 


 
 
 

BATTLE OF THE DAMNED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Battle of the Damned; Singapur, USA / 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Trailershow mit fünf weiteren Filmen aus dem Programm des Labels

 
 
 
Für die Auswertung der Trash-Granate hat sich das Label SUNFILM/TIBERIUS FILM die Rechte sichern können und wertet BATTLE OF THE DAMNED nun auch in hiesigen Gefilden auf DVD und Blu-ray aus. Die Veröffentlichung hat einen Wermutstropfen: Extras sucht man hier vergebens. Bis auf den Trailer haben sich gerade einmal fünf Trailer anderer Titel auf die Blu-ray geschmuggelt. Für eine so sehenswerte Zombiegurke ziemlich enttäuschend. Selbst auf der parallel zur Blu-ray erhältlichen 3D-Blu-ray (hochgerechnet) des Films lassen sich keine zusätzlichen Informationen zum Trash-Werk finden. Wir meinen, dass ist einfach zu wenig. Immerhin ist das Bild alle erste Sahne. Tolle Schärfe, super Kontrast, fetziger HD-Effekt. Tonal wummert es gehörig, so dass hier Besitzer einer Heimkinoanlage definitiv auf ihre Kosten kommen werden. Wer auf sinnbefreite Actionfilme steht, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren, zumal die erhältliche Scheibe technisch auf jeden Fall überzeugen kann. Wer deutsche Untertitel für den Film benötigt, kann diese über das schlicht animierte Menü auswählen. Gegner des hässlichen FSK-Flatschens dürfen sich über ein Wechselcover freuen.
 
 

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BATTLE OF THE DAMNED – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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