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Filmkritik: „Drei Engel auf der Todesinsel“ (1984)

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DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL

(THE LOST EMPIRE)

Story

 
 
 
Es war einmal. Ein höchst bizarres Busenschwenkerinnen-Trio, wohlüberlegt zusammengecastet aus einer Polizistin mit Rachegedanken, einer taffen Gangsterbraut und der überdrallen Geisterwelt-Indianerin Whitestar schleust sich in die passend biblisch Golgatha getaufte Inselfestung eines irren Sektenchefs mit zwei Identitäten ein. Dessen gehörig üble Ideen der Weltherrschafts-Übernahme müssen freilich sofort unterbunden werden. Als Hindernisse legt der schizophrene Schuft den knusprigen Hüterinnen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung insektoide Monsterroboter, Killeraffen und den glatzköpfigen Stuntman und im Privatleben Motorradbanden-Kriminellen Bob Tessier (das Gesicht kennt jeder, mindestens aus dem A-TEAM und allen anderen Knaben-Actionserien der Eighties) in den Weg.
 
 
 


 
 
 

DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Kritik

 
 
 
Was. Für. Ein. Film. Als DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL vor wie im Fluge vergangenen 27 Jahren im Nachtprogramm deutscher Privatfernsehens-Hölle versendet wurde, fanden sich die unschuldigen Äuglein manches jugendlichen Zusehers und eventuell späteren Hardcore-Fans der schlockigen Seite des Kinos in Tränen quasireligiöser Erweckung stehend. Geiler Satz. Danke, danke. Das mehr als rassige Russ-Meyer-Sexungeheuer Raven De La Croix kämpft als Kriegerin aus dem Reich der Toten Seit‘ an Seit‘ mit zwei etwas weniger bebend brustlastigen Halbschauspielerinnen gegen die sicherlich sträflich unterbezahlten Heerscharen des Bösewichts. Den verkörpert, als wären alle anderen Freuden dieses kalten Büffets des Grindhouse-Irrsinns nicht schon befriedigend genug, Angus Scrimm – Fans des Horrorgenres als Tall Man aus den PHANTASM/DAS BÖSE-Filmen des sträflich unterschätzten Don Coscarelli bekannt. Dem jungen Filmemacher, welchem die Community des schmutzigen Entertainments diesen Eisbecher und auch Eisbrecher des internationalen Kopfschüttel-Kinos verdankt, sollte das Anheuern eigentlich verblühter B-Stars in gnadenlosen Rumpel-Filmen zum Markenzeichen werden. Neben todesmutiger Verachtung auch der einfachsten Regeln kommerziellen Drehens natürlich. Da sind die Special Effects auch mal eher unspeziell, die abenteuerliche Musik aus der Feder des Carpenter-Kollaborateurs Alan Howarth von eher plastikhafter Synthesizer-Qualität und die Herausstellungsmerkmale der Hauptdarstellerinnen im Textil ihrer Büstenhalter gefangen. Trotzdem, sehr verehrte Damen und Herren, liebe Kinder, erstrahlt hier ein Film auf dem Bildapparat des Heimkinos, der nach dem Anschauen mit einem fürsorglichen Gutenachtküsschen ins Regal gestellt werden muss.
 
 
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Ja, man mag’s sprichwörtlich nicht glauben – selbst wenn’s ja anders nicht geht. Logik und so. Auch ein vermeintlich seit Anbeginn der Sudelfilm-Zeitrechnung existierendes und operierendes Trashologismus-Regie-Schlachtross wie Jim Wynorski hat irgendwann mal seinen Erstling gedreht. Dass es sich bei seinem Einstieg via Chefsessel am Set um ein Feuerwerk des feierlich ausgerufenen schlechten Geschmacks wie DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL handelt, spricht natürlich Bände und ließ Freunde autokinotauglicher Leinwandreißer seinerzeit geradezu frohlocken. Über dreißig Video-Ferkeleien zwischen Monstern, Brüsten und Monsterbrüsten sollten folgen; nicht selten auch mal im Produktions-Tag-Team mit seinem nicht minder schmerzfreien Regisseurs-Kollegen Fred Olen Ray. Wir lehnen uns nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn wir behaupten, dass die vorliegende Model-Möpse-Moonboot-Show zu den besten und unterhaltsamsten Filmen aus der Kralle des guten Jimbo W. zählt. Eine nicht zu leugnende Amerika-Feindlichkeit des hiesigen Trashfilm-Publikums führte zu seligen VHS-Zeiten zu einer gewissen blasierten Ignoranz gegenüber den Werken dieser Generation breit grinsender US-Regisseure ohne Budget. Es ist an der Zeit, diese Leute als das zu würdigen, was sie sind: Die Fackelträger sympathisch hemdsärmeliger B-Hollywood-Filmkunst in Zeiten millionenschwerer und doch seelenloser Giga-Produktionen. THE LOST EMPIRE, wie der Film im Original eher planlos betitelt ist, bietet dem hingerissenen Konsumenten fast alles, was einen standesgemäßen Exploitation-Film am Fuße der achtziger Jahre ausmacht. Amerikanisch verschämte Nackedideleien, comicstriphafte Action, ein debiles Quäntchen Fantasy und im Regelfall schmackiges Tempo. Da ist die angemessen perverse deutsche Synchronisation fast schon Ehrensache. Wir bei FILMCHECKER sind alte Männer und gehen auf keine Partys. Würden wir das doch tun, bekäme DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL von uns völlig unverblümt das Prädikat Partyfilm auf seine schwitzig-schmierige Backe geklebt.
 
 
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DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Hier beginnt die Karriere eines immer und immer wieder Resultate liefernden US-Trash-Meisters. Dieser Film ist ein Wirbelsturm knüppeldicker Exploitation mit Unterhaltungs-Versprechen und liegt obendrein in einer Referenz-Edition vor, die sogar Regisseur Jim Wynorski höchstselbst die Spucke wegbleiben ließ.
 
 


 
 
 

DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Zensur

 
 
 
DREI ENGEL AUF DER TODEESINSEL hatte es in Deutschland nicht leicht. Noch im Veröffentlichungsjahr wurde der Film auf den Index verbannt und erst im Jahr 2009 „entlassen“. Weil niemand den indizierten Fantasyklassiker auf DVD veröffentlichen wollte, hat sich nun SCHRÖDER MEDIA erbarmt und im Zuge der Index-Listenstreichung eine Veröffentlichung direkt auf Blu-ray vorgenommen. Lobenswert. Jetzt kann man diesen seltenen Klassiker ohne Umwege und in bester Qualität im heimischen Wohnzimmer genießen.
 
 
 


 
 
 

DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MIG | Schröder Media (auf 1000 Stück limitiertes BD KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Lost Empire; USA 1984

Genre: Abenteuer, Action, Komödien

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Videopitch, Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Kinopitch

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und Schuber

Extras: Bildergalerie (6:32 Min.), Retro-Trailershow (14:35 Min.): Starker Verkehr, Hell’s Angels ’70, Mandingo, Alles fliegt dir um die Ohren, Die Teuflischen 8

Release-Termin: 01.12.2016

 

3 Engel auf der Todesinsel [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei MIG | Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Herkules (1983)
 
Red Sonja (1985)
 
Conan der Barbar (1982)
 

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Filmkritik: „Pernicious“ (2014)

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PERNICIOUS

Story

 
 
 
JU-ON: THE GRUDGE in Thailand. Drei amerikanische Urlauberinnen werden in Thailand von einem wütenden Kindergeist terrorisiert, der sich den Körpern der Frauen bemächtigt, um Rache zu nehmen.
 
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Kritik

 
 
 
Einmal Horror immer Horror – zumindest gibt es nicht wenige Regisseure, die am blutigen Genre Gefallen finden und plötzlich Horrorstreifen am Fließband drehen, als gebe es nichts Besseres. Das mag zwar durchaus löblich sein, wird aber spätestens dann gefährlich, wenn Quantität auf Kosten der Qualität geht. Einer derer, der in seiner Arbeitswut nicht mehr zwischen guten und schlechten Drehbüchern unterscheiden kann ist JAMES CULLEN BRESSACK. Der brachte es mit dem widerwärtigen Home-Invasion-Schund HATE CRIME zu beachtlicher Bekanntheit und das, obwohl sein kontroverses Machwerk in vielen Ländern erst gar nicht ausgewertet wurde. Dennoch sah Trash-Schmiede THE ASYLUM Potenzial. Das berüchtigte Produktionsstudio beauftragte den Filmemacher für die Umsetzung hauseigener Videoware. So entstand günstiger Schwachsinn wie 13/13/13 oder BLOOD LAKE der Bressack lehrte, wie man mit einfältigen Filmen möglichst große Gewinne erzielt! Seither produziert, schreibt und dreht der ambitionierte Horrorfan, als wäre der Teufel hinter ihm her. Zum Leidwesen des Zuschauers, der unwissend durchwachsene Film kauft, obwohl mit vielversprechenden Coverabbildungen geworben wird.
 
 
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Nach TO JENNIFER (übrigens der erste vollständig mit dem iPhone5 gedrehte Spielfilm) ist PERNICIOUS ein weiterer Streifen aus dem umfangreichen Portfolio des strebsamen Newcomers. Der nimmt den Zuschauer mit nach Thailand und begleitet drei Schönheiten durch einen blutigen Albtraum – Geist inklusive. Die suchen im Land des Lächelns nach Erholung, stoßen in der Ferienunterkunft jedoch auf die rastlose Seele eines kleinen Mädchens, die versehentlich aus einer goldenen Statue befreit wird. Rache steht auf den Plan, denn auch in PERNICIOUS ist ein furchtbares Ableben dafür verantwortlich, dass ein Geist keine Ruhe finden kann. Der bringt die drei Frauen unter seine Kontrolle und tötet so grausam all jene, die Schuld am Tod des Mädchens haben.
 
 
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Günstige Videoproduktion – souverän inszeniert. PERNICIOUS ist Grusel-Horror, der für den amerikanischen DVD-Markt gemacht wurde. Das bedeutet einmal mehr Fast-Food-Schauer ohne Tiefgang oder Anspruch, der vor allem Feingeister übel aufstoßen lassen dürfte. Zu sehen gibt es konventionelles Grauen, das sich teils ganz frei beim japanischen JU-ON bedient und mit etwas Folterei sowie derzeit beliebter Besessenheitsthematik verfeinert wurde. Die weiblichen Darsteller fallen durch Optik nicht durch Können auf und falsche Fährten sind dann doch vorhersehbarer, als vermutlich gewollt. Trotzdem schafft BRESSACK das, was vielen Horror-Regisseuren eben nicht gelingt: sein PERNICIOUS unterhält und sorgt für Lacher, denn die Heldinnen besitzen trotz misslicher Lage genügend Humor, um den männliche Zuschauer mit naivem Wortwitz (zumindest in der Originalfassung) und knackigen Rundungen bei Laune halten zu können. PERNICIOUS kommt fast ohne Längen aus, denn Regisseur JAMES CULLEN BRESSACK gibt Gas. Nach kurzem Ausflug ins Tortur-Genre muss ein mysteriöses Puzzle gelöst werden, das erst nach und nach ein Ganzes ergibt. Die unwissenden Protagonisten werden von einem Schauplatz zum nächsten getrieben und versuchen das zu entschlüsseln, was das erfahrene Publikum ohnehin schon weiß. Weitaus rätselhafter als die vorhersehbaren Ereignisse im Film ist die Tatsache, wie es den drei Mädchen nach albtraumreichen Nächten gelingt am Morgen danach perfekt geschminkt und frisch frisiert aus dem Bett zu steigen. Ein mysteriöses Phänomen, das am Ende leider nicht aufgelöst wird. Vermutlich wird das obligatorische Making-of wichtige Antworten liefern.
 
 
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PERNICIOUS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ungewöhnliche Mischung aus brutalem Folter-Horror und japanischem Gruselexport – kurzweilig und souverän inszeniert. Im Falle von PERNICIOUS ist dennoch nicht alles Gold was glänzt. Nicht nur, dass eine goldene Statue im Film Unglück bringt; Regisseur JAMES CULLEN BRESSACK stibitzt viel aus anderen Horrorstreifen, um Interesse zu wecken. So erinnern viele Momente an die klassischen Geisterfilme aus Fernost – allen voran JU-ON: THE GRUDGE. Zudem werden Fans der HOSTEL-Reihe manch unerwartetes Déjà-vu erleben, denn auch in PERNICIOUS scheint man daran Gefallen gefunden zu haben, intensiv an heraushängenden Augäpfeln zu schnippeln. Leider lassen sich viele Zitate nur mit geschultem Auge erkennen. So bemerken wohl ausschließlich erfahrene Horrorfans Anspielungen wie die, in der sich das Geistermädchen im Film krampfhaft versucht in die Ecke der Zimmerdecke zu zwängen. Aufmerksame Zuschauer haben da vermutlich gleich das Filmplakat zum Austreibungs-Horror THE LAST EXORZISMUS mit ähnlichem Motiv vor Augen. Nichtsdestotrotz ist PERNICIOUS nicht so einfältig, wie viele der genannten Zitate. Filmemacher JAMES CULLEN BRESSACK zündet den Turbo und lässt kaum Längen entstehen. Sein Film ist zwar nicht sonderlich helle, besitzt aber genügend Unterhaltungswert und bietet mit seinen drei attraktiven Hauptdarstellerinnen auch was fürs Auge. Männliche Zuschauer sehen da vermutlich gern über Defizite im Schauspiel hinweg, ist PERNICIOUS ohnehin nichts Großes, sondern astrein gemachtes Videofutter für den kleinen Horror-Hunger zwischendurch.
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Zensur

 
 
 
Der Folter-Anteil in PERNICIOUS ist recht zeigefreudig. Da werden Zangen und Macheten geschwungen und Zähne, Fingernägel aber auch Augäpfel bearbeitet. Auch im übrigen Film finden Gore-Bauern an unangenehmen Schlitzmethoden Gefallen. Dennoch kann man davon ausgehen, dass PERNICIOUS hierzulande ungeschnitten erscheinen wird: keine Jugendfreigabe!
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
An American Terror (2014)
 
The Scarhouse (2014)
 
Grave Halloween (2013)
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
Hostel (2005)
 
Ju-On: The Grudge (2002)
 


Filmkritik: „Perfide“ (2014)

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PERFIDE

Story

 
 
 
15 Jahre ist es her, dass Laura und Rubén sich im Wald außerhalb von Santiago de Chile räkelten. Als Erwachsene treffen sie sich jetzt wieder und beginnen erneut eine Beziehung. Leider bringen Beide eine ganze Reihe von Problemen mit sich. Laura (Catherine Mazoyer) hat einen Mann und zwei Kinder. Rubéns (Inigo Urrutia) Altlasten reichen weiter in die Vergangenheit und werden sich während des Wochenendes voller romantischer Zweisamkeit offenbaren.
 
 
 


 
 
 

PERFIDE – Kritik

 
 
 
Ein Paar und eine einsame Hütte im Wald. Fertig ist der atmosphärische, spannende Gruselfilm. Leider ist es schlussendlich doch nicht ganz so einfach, wie es sich der chilenische Regisseur Lucio A. Rojas offenbar gedacht hat. Sein „Perfide“ (im Original „Perfidia“) krankt an einer ganzen Reihe von Inkompetenzen, die den Film nicht nur als Thriller, sondern auch als Drama untragbar machen.
 
 
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Angefangen mit der überaus dilettantischen Musik- und Tonuntermalung des Films. Die wenigen, holprigen Jumpscares des Films versucht Rojas mit dem plötzlichen Einsetzen eines lauten, knirschenden Geräusches zu erzielen. Das erweist sich nicht nur als ineffektiv, sondern mit der Zeit auch als extrem nervig. Bei den zahlreichen Ausflügen in den Wald ertönen permanent Schritte in den Lautsprechern. Was als bedrohendes Hintergrundgeräusch beabsichtigt wurde, rutscht in den Vordergrund und tut den nächtlichen Waldszenen eher schlecht.
 
 
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Auch auf einer visuellen Ebene wirkt „Perfide“ durchgehend unbeholfen. Schlecht ausgeleuchtete und noch schlechter komponierte Bilder reißen den Film weiter rein und lassen nicht einmal den Hauch einer beklemmenden Atmosphäre aufkommen. Müde Verweise auf Horrorklassiker wie „Evil Dead“ haben eher den Anschein einer Beleidigung als den einer Hommage. Zu guter Letzt bleibt die Geschichte selbst, die ähnlich amateurhaft daherkommt, wie ihre technische Umsetzung. Weder Laura noch Rubén sind interessante Figuren, ihre Hintergründe bleiben bis zum Ende des Films ungeklärt, genau wie die eigentlichen Geschehnisse, die sie umzingeln.
 
 
 


 
 
 

PERFIDE – Fazit

 
 
 
1 Punkt
 
 
„Perfide“ verkauft sich als Horrorthriller, ist es aber nicht. Es ist ein ausgesprochen langweiliger und uninteressanter Film, der in keinem Bereich Pluspunkte sammeln kann. Einziger Vorteil ist die extrem kurze Laufzeit von knapp 70 Minuten.
 
 
 


 
 
 

PERFIDE – Zensur

 
 
 
Eine Recherche auf der Seite der FSK hat ergeben, dass „Perfide“ eigentlich mit einer Freigabe ab 16 bedacht wurde. Selbst diese Freigabe wäre anhand des vollends blutleeren und harmlosen Films sehr rätselhaft. Noch rätselhafter ist die Tatsache, dass auf dem Cover des Films das rote FSK-18-Siegel zu finden ist.
 
 
 


 
 
 

PERFIDE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Perfidia; Chile 2014

Genre: Drama, Fantasy, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.66:1

Laufzeit: ca. 78 Min.

FSK: Film: FSK 16 | Blu-ray: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 29.05.2015

 

Perfide [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

PERFIDE – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Eden Lake (2008)
 
Evil Dead (2013)
 
Honeymoon (2014)
 


Filmkritik: „Dracula und seine Opfer“ (1967)

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DRACULA UND SEINE OPFER

(BLOOD OF DRACULA’S CASTLE)

Story

 
 
 
Glens Onkel verlässt unser irdisches Jammertal und bedenkt seinen Neffen mit der Erbschaft eines Borderline-Disney-Schlosses in der kalifornischen Wüste. Bevor der junge Herr Neureich nebst Lebensabschnittspartnerin allerdings in den neuweltlichen Gotik-Tempel einziehen kann, gilt es, den aktuellen Bewohnern die Mieterschaft abzuerkennen. Graf Townsend nebst Gattin, plus einem von Gnadenlosallesspieler John Carradine gegebenen Hausdiener und dem Zubehörbuckligen Mango. Um dem Titel auf deutsch und englisch gerecht zu werden, sind die Townsends zumindest Vampire und haben dazu gerade mal überhaupt keine Lust, sich von den jungen Sixties-Schnöseln aus dem heimischen Gemäuer verjagen zu lassen.

 
 
 


 
 
 

DRACULA UND SEINE OPFER – Kritik

 
 
 
Al Adamson, auch oder sogar bei Fans bittersten amerikanischen No-Budget-Schrotts für die Tiefschlagqualität seiner Werke berüchtigt, konnte auch bei dieser knackigen Blutsauger-Gurke alle Register dessen ziehen, was wir hier nicht als „Können“ bezeichnen möchten. Eher handelt es sich bei der filmischen Vision des 1995 von seinem Untermieter ermordeten Kaliforniers um ein eigenes Irrsinns-Universum, wie es in den Fünfzigern zum Beispiel Ed Wood verwaltete. Die oft gleiche Riege von Altstars auf der Suche nach einem darstellerischen Gnadenbrot und jungen, maßlos untalentierten Tunichtguten tobt unter Adamsons Aufsicht über die stets ähnlichen Kulissen und folgt Regieanweisungen, die nicht selten erst am Drehtag improvisiert wurden. Herauskommen sollten bei diesen Über-Trash-Orgien keine Genre-Meilensteine für die Ewigkeit, pickepackevoll mit kultisch zu verehrenden Schauspielerleistungen, Horroratmosphäre oder gar zitierfähigen Szenen für die Fan-Ewigkeit, nein, Al Adamson entstammte der B-Film-Tradition amerikanischer Super-Exploitation, die gerne einmal ein reißerisches Filmplakat vorzuweisen hatte, bevor auch nur eine Seite Drehbuch geschrieben oder eine Minute Zelluloid bespielt war. Möglichst einfach und unter großzügiger Nutzung der Schlüsselelemente Sex und Gewalt wurden da Filme auf den Autokinomarkt geworfen, denen mit cineastischer Logik nicht beizukommen ist. Hierbei verdingte sich die Adamson-Gang in beliebten Filmsparten wie dem Rockerfilm (DIE SADISTEN SATANS), Blaxploitation (BLACK SAMURAI) oder auch wahnwitziger Science Fiction (HORROR OF THE BLOOD MONSTERS), unbeschreiblichem wie dem Zukunfts-Märchen-Musical LIEBE IM RAUMSCHIFF VENUS oder eben, wie hier, Horror. DRACULA UND SEINE OPFER macht da keine Ausnahme im Angriff auf die geistige Gesundheit des Publikums. Weder lässt sich ergründen, wieso das Vampirpaar Townsend (?) in der sonnenfrittierten Mojave-Wüste lebt, noch, wie man auf den Trichter kam, sich im Schlosskeller an die Wand gefesselte Go-Go-Girls als Blutspenderinnen zu halten. Könnte ein Vorläufer des Bio- und Nachhaltigkeitsgedanken sein. Oh, California … Vollends ausschalten sollte man sein Gehirn bei der Ankunft des übergeschnappten Vergewaltigers Johnny, eines Freundes der Familie, der aus der Psychiatrie ausbüxt und auch in größter Verfolgungsnot noch Zeit findet, seinen kriminellen Sellerie in bedauernswerte Passantinnen zu dippen. Sinn ist hier keiner aber warum sollte gerade an den Punkt damit angefangen werden?
 
 
 


 
 
 

DRACULA UND SEINE OPFER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Knüppelbekloppter Drive-In-Trash aus den amerikanischen Sechzigern. Wenig für Horrorfans, mehr für Trash-Aficionados, die sich schon eine oder zwei Ebenen oberhalb des Schlock-Einstiegslevels befinden.
 
 
 


 
 
 

DRACULA UND SEINE OPFER – Zensur

 
 
 
Im Gegensatz zu den bisherigen Veröffentlichungen ist die deutschen DVD ungeschnitten und trägt den alten FSK18-Flatschen. Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 


 
 
 

DRACULA UND SEINE OPFER – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood of Dracula’s Castle; USA 1960

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch Dolby Digital 1.0 (Mono), Englisch Dolby Digital 1.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Keine

Release-Termin: 24.10.2014

 

Dracula und Seine Opfer (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DRACULA UND SEINE OPFER – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cabaret der Zombies (1964)
 
Draculas Bluthochzeit mit Frankenstein (1971)
 
Plan 9 aus dem Weltall (1959)
 


Filmkritik: „Hidden in the Woods“ (2012)

Hidden-In-The-Woods-2012
 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS

(EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD)

Story

 
 
 
Nach dem Mord an ihrer Mutter gehen zwei Schwestern durch die Hölle. Die Hölle der Erniedrigung, Misshandlung, Vergewaltigung durch den eigenen Vater. Als das Familienoberhaupt schließlich im Gefängnis landet, nutzen die Mädchen die Gunst der Stunde und flüchten in die Freiheit …
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Kritik

 
 
 
„Tief in den Wäldern hört dich niemand schreien“ … ein treffender Untertitel, der das Heimkino-Cover des vorliegenden Schmuddelfilms mit dem Titel HIDDEN IN THE WOODS sichtlich aufgewertet hätte. Auch in Chile ist man auf den Geschmack von grausamen Rape’n Revenge-Thrillern gekommen – jenes Sub-Genre, das es zumindest hier in Deutschland bei der FSK nicht gerade leicht hat. Betrachtet man die Entwicklung dieser Filmgattung in den letzten Jahren genauer, ist das aber auch kein Wunder. Mittlerweile ist es unter den Regisseuren dieser Streifen zum Sport geworden, sich in punkto Grausamkeit übertreffen zu wollen. Dabei kennt die Kreativität der Drehbuchautoren keine Grenzen, die sich immer kränkere Methoden einfallen lassen, um ihre meist weiblichen Heldinnen noch menschenverachtender zu quälen und zu demütigen. Der zweifelhafte Höhepunkt jener Art von Filmen wurde bereits im Jahr 2013 erreicht, als sich STEVEN R. MONROE mit seinem I SPIT ON YOUR GRAVE 2 ein Denkmal in Sachen Frauengewalt setzte und einen Rachestreifen inszenierte, der alle bis dato gedrehten Rape’n Revenge-Arbeiten in den Schatten stellte. Hierzulande verstand man mit der überflüssigen Gewaltorgie keinen Spaß – I SPIT ON YOUR GRAVE 2 erlitt das gleiche Schicksal, wie manch ähnlicher Film zuvor: Er wurde eingezogen und auf den Index gesetzt. Der chilenische Filmemacher PATRICIO VALLADARES führt mit seinem HIDDEN IN THE WOODS die traurige Saga sinnloser Gewalt gegen wehrlose Frauen fort und tut es dem Spanier ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO gleich. Letzterer brachte Jahre vor seinem gelobten HERE COMES THE DEVIL einen ebenso schmuddeligen Gewalt-Mix in die Wohnzimmer, der es unter dem Titel I’LL NEVER DIE ALONE (wenn auch in zerschnippelter Form) sogar in deutsche Händlerregal brachte.
 
Von der Machart her ist HIDDEN IN THE WOODS besagtem I’LL NEVER DIE ALONE nicht unähnlich, denn auch in diesem trivialen Machwerk bekommt der Zuschauer alle Checkpunkte gängiger Exploitation-Kunst aufgetischt, ohne die Stoffe wie die berüchtigte I SPIT ON YOUR GRAVE-Reihe wohl niemals den Erfolg gehabt hätten, den sie heute unter Horror-Jüngern genießen. Unter der brennenden Sonne Südamerikas müssen hier abermals Frauen ums nackte Überleben kämpfen, die von ihren männlichen Filmkollegen auf Niederträchtigste durch die Filmhölle gejagt werden. Jahrzehnte der Emanzipation verlieren binnen weniger Minuten an Bedeutung, schließlich scheint die Nachfrage nach Filmen immer größer zu werden, in denen Frauen wie Vieh behandelt werden. Wie zu den Anfängen von Exploitation im Kino nutzt auch HIDDEN IN THE WOODS-Macher PATRICIO VALLADARES reißerische Themen, um sie dem Zuschauer in Kombination mit möglichst sadistischer Gewalt und kontroversen Sexszenen zu verkaufen. So finden neben grässlichen Vergewaltigungsszenen, eigentlich sensibel zu behandelnde Themen wie Kindesmissbrauch, Inzest und Kannibalismus Verwendung, die jedoch nur selten ernsthaft beleuchtet werden. Stattdessen bilden sie die Grundlage fragwürdigen Treibens, das ohnehin nur darauf hinausläuft, möglichst viel Leid und Lebenssaft auf der Mattscheibe zeigen zu können.
 
In HIDDEN IN THE WOODS begleitet der Zuschauer Ana und Anny – zwei traumatisierte Frauen, die allein mit ihrem Vater irgendwo in den Wäldern Chiles leben und unter dem täglichen Terror des Familienoberhauptes zu leiden haben. Der bunkert auf seinem Grundstück nämlich nicht nur Drogen des heimtückischen Drogenbarons „Onkel Costello“, sondern vergeht sich nach dem Mord an der eigenen Frau hin und wieder an seinen beiden Schützlingen. Als die älteste Tochter Ana nach jahrelanger Inzucht schwanger wird, sperrt der Vater den Säugling in eine dunkle Kammer und beginnt ihn mit rohem Fleisch zu füttern. Jahre später tauchen zwei Polizeibeamte auf, die durch Zufall auf das missgestaltete Kind Manuel stoßen. Bevor sie jedoch das gesetzeswidrige Treiben unterbinden können, greift der Vater zur Kettensäge und macht mit den Polizisten kurzen Prozess. Die kaltblütige Tat hat schwerwiegende Konsequenzen, denn wenig später wartet das Gefängnis auf das hinterlistige Familienmitglied. Für die Mädchen die einzige Möglichkeit endlich der Terrorherrschaft des Vaters entkommen zu können. Leider ist die Welt nicht von Gefahren gefreit. Bald schon nimmt Drogenboss „Onkel Costello“ die Witterung der flüchtenden Töchter auf, schließlich fordert der die versteckten Drogen von den Mädchen zurück, die jedoch keinen blassen Schimmer haben, wo sie der Vater versteckt hat.
 
Günstige 90000 Dollar hat die Schmuddel-Orgie gekostet, die dem Exploitation-Genre so alle Ehre macht. In HIDDEN IN THE WOODS wird geschlagen, geschossen, geschändet und sogar Menschenfleisch gefressen, damit die Sensationsgier des Zuschauers befriedigt werden kann. Die Kamera hält das konfuse und an den Haaren herbeigezogene Treiben in ungeschönt-dreckigen Bildern ein, um die Authentizität bewahren zu können. PATRICIO VALLADARES hat sich wie so oft im Horror-Bereich von Geschichten inspirieren lassen, die das Leben im südamerikanischen Hinterland nun mal so schreibt. Dementsprechend darf der Hinweis im Opening nicht fehlen, der dem Zuschauer vorheuchelt, dass das Gezeigte auf wahre Begebenheiten zurückzuführen sei. Ob dem wirklich so gewesen ist, dürfte einmal mehr stark bezweifelt werden, denn mittlerweile gehört der „Alles total wahr“-Slogan zum Horrorfilm, wie das Kruzifix in die Kirche, weil sich mit pseudo-realem Hintergrund eigentlich immer besser Kasse machen lässt. Bei so viel Liebe zur Exploitation stellt sich natürlich die Frage, ob es dem Film gelingt unter Hobby-Sadisten überhaupt Laune zu verbreiten. Im Gegensatz zum Heiligen Folter-Gral I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und dessen Fortsetzung aus dem Jahre 2013 ist das Geschehen trotz aller Liebe zur Frauenverachtung weit entfernt von den perversen Phantasien eines STEVEN R. MONROE. Das mag vor allem an der etwas hölzernen Darbietung von Opfer und Täter liegen, die teilweise so unglaubwürdig agieren, weil mal wieder unbekannte und maximal leidlich talentierte Jungdarsteller gecastet wurden, die dazu auch noch einem unausgereiften Drehbuch folgen. Zudem verliert der Streifen immer wieder an Tempo, weil VALLADARES auf Krampf darum bestrebt ist, den Protagonisten seiner hanebüchenen Geschichte eine gekünstelte Charakterentwicklung einräumen zu wollen. Immerhin zieht der Regisseur in Momenten der Langeweile die Reißleine. Immer wenn HIDDEN IN THE WOODS mit Längen zu kämpfen hat, greift VALLADARES auf Exploitation zurück und lässt sein Treiben in Gewalt und Blut ersaufen. Zur Freude des Horrorfans ist die Kamera immer nah am Geschehen, damit der für die langen Wartezeiten mit grafischen Grausamkeiten entschädigt werden kann.
 
Groteskerweise stieß die eher mittelmäßige Gewaltgurke bei den Amerikanern auf große Aufmerksamkeit. In solchen Fällen ist es meist unvermeidbar, dass dem Original eine glattgebügelte Neuverfilmung nachgeschoben wird. Schauspieler, Produzent und Regisseur MICHAEL BIEHN (THE VICTIM) zeichnet in diesem Fall verantwortlich und hat das Remake unter gleichem Namen produziert, für das PATRICIO VALLADARES gleich noch einmal auf dem Regiestuhl platz nehmen durfte. Ob er sich verbessern konnte bleibt abzuwarten. Der große Wurf ist ihm mit seinem Original HIDDEN IN THE WOODS leider nicht gelungen. Denn: Ein paar kontroverse Szenen und eine handvoll Matscheffekte machen aus einem unglaubwürdig zusammengewürfelten Plot noch lange keinen guten Horrorfilm.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein grausamer Schocker, der stahlharte Nerven voraussetzt. Leider ist HIDDEN IN THE WOODS keine Sternstunde des schmuddeligen Exploitation-Kinos, das sich seit den 1960ern bis weit in die 80er hinein großer Beliebtheit erfreut hat und seit der Remake-Welle der letzten Jahren durch alles von RODRIGUEZ und TARANTINO bis hin zu Bodensatz wie I SPIT ON YOUR GRAVE wiederbelebt wurde. EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD (so der Originaltitel) hat zwar alles zu bieten, was jene Art von Filmen so erfolgreich gemacht hat; Macher PATRICIO VALLADARES verliert aber zu oft die Geschichte und seine Heldinnen aus den Augen. Sie haben über weite Strecken schlichtweg nichts zu tun. Der Cocktail aus Inzuchtthematik, Kannibalismus, Gewalt und Sex ist teils arg wirr geraten und hat nicht selten mit ziemlichen Längen zu kämpfen. Vielleicht wäre es demnach besser gewesen, wenn sich VALLADARES auf nur ein Thema konzentriert hätte, statt seine Geschichte mit Kontroversem schlicht zu überfrachten. Immerhin findet er die Notbremse stets zur rechten Zeit. Immer dann, wenn es langweilig wird, gibt es Gewalt satt für alle Liebhaber frauenverachtender Filmware. Dass des Öfteren die Logik ausgeklammert wird, dürfte Fans jener Filme aber weniger stören. Die bekommen nämlich von der Vergewaltigung hin zu Motorsägen-Maniküre all das zu sehen, was in waschechtes Exploitation-Cinema nun einmal gehört: Gewalt als Mittel zum Selbstzweck.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Zensur

 
 
 
Gerade weil HIDDEN IN THE WOODS den gängigen Exploitation-Regeln folgt und nicht zimperlich mit seinen Protagonisten zugange geht, hat der Streifen in Deutschland keine ungeschnittene Freigabe erhalten. Hier werden Frauen erniedrigt und misshandelt, Kannibalismus zelebriert und Körperteile vor der Kamera mittels Kettensäge abgetrennt. Demzufolge musste die Schere angesetzt werden, um die FSK besänftigen zu können. Die deutsche Fassung kann zwar erst von volljährigen Zuschauern erworben werden, ist aber geschnitten.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hidden in the Woods; Chile 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Behind the Scenes, Deleted Scenes

Release-Termin: 23.06.2015

 

Hidden in the Woods [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte aller für diese Kritik verwendeten Grafiken liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on your Grave 2 (2013)

Savaged (2013)

Autumn Blood (2013)

The Mooring (2012)

If a Tree falls (2010)

Girls against Boys (2012)

Black Rock (2012)

Eden Lake (2008)

The Last House on the Left (2009)

I Spit on your Grave (2010)

I’ll never die alone (2008)

Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)


Filmkritik: „Tom Holland’s Twisted Tales“ (2013)

Tom-Hollands-Twisted-Tales
 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES

Story

 
 
 
Altmeister TOM HOLLAND präsentiert neun Geschichten, kurz und reich an Wendungen, die von allerlei Horror-Kram erzählen …
 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Kritik

 
 
 
Produzent, Autor, Regisseur und Schauspieler TOM HOLLAND tut es dem Crypt Keeper aus der kultigen TALES FROM THE CRYPT-Reihe gleich. Als makabrer Geschichtenerzähler lässt er nämlich seine eigene Web-Serie auf die Horrorgemeinde los, die nun als TOM HOLLAND’S TWISTED TALES fürs Heimkinomedium gepresst wurde und unter die Leute gebracht werden soll, schließlich sind Horror-Anthologien derzeit so gefragt wie schon lange nicht mehr. In neun mehr oder weniger brauchbaren Kurzgeschichten findet all jenes Verwendung, was im gegenwärtigen Horrorfilm seine Runden dreht. Ob Racheplot, Vampirgurke oder der Deal mit dem Teufel – HOLLAND persönlich hat sich zu knapp 140 Minuten Horror-Trash hinreisen lassen, der zwar zwischenzeitlich ganz gut unterhält, aber kaum Tiefgang bietet. Ursprünglich war das Projekt als Web-Serie für die Horrorseite FEARnet angedacht, was dann auch erklärt, warum TOM HOLLAND’S TWISTED TALES so verdammt kostengünstig ausschaut. Viel Geld war nicht vorhanden, so dass das Resultat nicht einmal ansatzweise den Standards aktueller TV-Serien entspricht. Dennoch hat es HOLLAND irgendwie geschafft, eine Elite der Genre-Schauspielerschaft um sich zu scharen, damit sein Projekt beim Anhänger makabrer Unterhaltung auf möglichst breite Aufmerksamkeit stößt. Neben HALLOWEEN-Sternchen DANIELLE HARRIS, die immer mal wieder selbst in unterirdischem Horror-Abfall vorbeischaut, bekommt der Zuschauer sogar I SPIT ON YOUR GRAVE-Opfer SARAH BUTLER und MAY-Darstellerin ANGELA BETTIS vor die Linse, die die teils etwas unausgereiften Geschichten erträglich halten. Letztere hatte Glück. BETTIS hat sich die Hauptrolle der wohl besten Episode der gesamten Grusel-Sammlung ergattert. In SHOCKWAVE muss sie gemeinsam mit Lover, Haushälterin und Freunden ums Überleben bangen. Eine elektromagnetische Schockwelle rast auf Los Angeles zu und weckt den Überlebenswillen jedes Einzelnen. Ein Schutzraum soll Unterschlupf bieten; darin ist aber nur Platz für zwei. Am Ende der Geschichte wird der Zuschauer mit harscher Gesellschaftskritik und bitterbösem Schluss-Gag konfrontiert, den man so nicht kommen gesehen hat.
 
Ebenso bitterböse enden die Episoden im übrigen samt und sonders. Denn wie der Titel der Anthologie bereits verrät, handelt es sich hier um twistreiche Segmente, die zumeist mit zynischem Abschluss an die beliebte TALES FROM THE CRYPT-Serie erinnern. Für die hatte HOLLAND bereits in den 90ern drei Folgen beigesteuert, bevor sich der Regisseur endgültig aus der Kinolandschaft verabschiedet hat. Leider hat sich der Filmemacher mit seinem unfreiwilligen Leinwand-Ende auch von filmischer Qualität verabschiedet. Vorbei die Zeiten, als HOLLAND Horrorfanherzen im Sturm erobern konnte. Fast dreißig Jahre nach grandiosen Kultwerken wie EINE RABENSCHWARZE NACHT – FRIGHT NIGHT (1985) und CHUCKY – DIE MÖRDERPUPPE (1988) geht er den gleichen Weg, wie viele einst gefragte Altmeister des modernen Horrorkinos. Statt im Kino das Fürchten zu lehren, verdient man sich das Geld mit bedeutungsloser Low-Budget-Massenware. Denn was in den 80ern noch gut angenommen wurde, entlockt Kids von heute nur noch ein müdes Lächeln. Auch HOLLAND’S TWISTED TALES fühlt sich wie Horror aus einer längst vergessenen Zeit an. Der gut gemeinten Hommage an TWILIGT ZONE und TALES FROM THE CRYPT fehlt es an frischen und vor allem zeitgemäßen Ideen. Viele der hastig heruntergedrehten Kurzgeschichten erinnern in ihrer billig wirkenden Inszenierung an schlimmstes VHS-Futter, das dem Filmfreund zu Hochzeiten des Video-Booms in den Videotheken angedreht wurde. Weitaus erschreckender sind jedoch all die minderwertigen CGI-Effekte, für deren dilettantische Umsetzung sich kaum Worte finden lassen. Immerhin sind Horror-Junkies die wohl fehlertolerantesten Fans der Welt. Auch wenn TOM HOLLAND’S TWISTED TALES weit weg ist von perfekter Samstagabendunterhaltung wird auch dieser Billig-Trash seine Liebhaber finden. Im direkten Vergleich zu den üblichen Anthologie-Verdächtigen der letzten Zeit, zieht diese etwas unausgereift Horror-Sammlung auf jeden Fall den Kürzeren.
 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine makabre Horror-Sammlung für den kleinen Genre-Hunger zwischendurch. TOM HOLLAND-Anhänger dürften jedoch mit dieser Sammlung zynischer Geschichten das kalte Grausen bekommen und sich leider eingestehen müssen, dass der einst gefragte CHUCKY-Regisseur die besten Zeiten längst hinter sich gelassen hat. Mit TOM HOLLAND’S TWISTED TALES hat der Filmemacher neun teils wirklich gehaltlose Kurzgeschichten gedreht, die weniger durch Inhalt glänzen sondern vielmehr die Frage aufkommen lassen, warum man auf Biegen und Brechen eine Serie drehen muss, wenn dafür ohnehin kaum Geld zur Verfügung steht. Der herzlosen Anthologie mangelt es an allem. So ärgert am meisten der fiese Video-Look und die teils haarsträubend-miserablen Bluescreen-Effekte, die manchmal sogar noch mieser umgesetzt wurden als das, was man in Streifen der Schundschmiede ASYLUM zu sehen bekommt. Geiz ist nicht immer geil, vor allem dann nicht, wenn ein großer Name auf dem Cover lockt und das Resultat nicht einmal ansatzweise dem gerecht wird, wofür HOLLAND in den 80ern gefeiert wurde. Zwar wurden die semiprofessionellen Geschichten mit Starauftritten bekannter Horrorgesichter bereichert; sieht man allerdings von der Episode mit der BETTIS in der Hauptrolle ab, kann kein Segment wirklich überzeugen. Unterm Strich bleibt eine überflüssige Horror-Anthologie, die man wohl besser als Web-Serie belassen hätte und für die TOM HOLLAND mit Sicherheit keine Lobgesänge erhalten dürfte, auch wenn er sich die Mühe gemacht hat, vor jeder Geschichte als Moderator in Erscheinung zu treten. Daher: 08/15 Fast Food-Horror von der Stange, der nur Hardcore-Fans zusagen dürfte.
 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Zensur

 
 
 
TOM HOLLAND’S TWISTED TALES ist nicht sonderlich grausamer Schrecken der hierzulande auf Heimkinomedium mit dem roten KJ-Stempel veröffentlicht wurde. Natürlich ungeschnitten – kein Wunder, bleibt großartiges Gemetzel und blutgeiles Gewaltgematsche fast gänzlich aus.
 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Twisted Tales; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1 (1080p – Full HD)

Laufzeit: ca. 148 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 5 Making of, 3 Trailer

Release-Termin: 24.03.2015

 

Tom Holland’s Twisted Tales [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Phobia (2009)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)
 


Filmkritik: „Speak No Evil“ (2013)

speak-no-evil-2013-roze
 
 
 

SPEAK NO EVIL

Story

 
 
 
In einer Kleinstadt verschwinden die Kinder spurlos. Als sie wieder auftauchen gieren sie nach dem Blut der Erwachsenen …
 
 
 


 
 
 

SPEAK NO EVIL – Kritik

 
 
 
Das amerikanische Multitalent ROZE hat ein Herz für strebsame Indie-Regisseure, die vehement daran arbeiten möglichst kreative Filme an den Zuschauer bringen zu wollen. Mit seiner Internetseite mindplate.tv eröffnet er all jenen Filmschaffenden die Möglichkeit, dass deren Werke auch von einem größeren Publikum in Nordamerika gesehen werden können. Ganz nebenbei soll mit seiner Plattform auch eine Basis für unabhängige Filmemacher geschaffen werden, mögliche Investoren für interessante Projekte gewinnen zu können, schließlich ist es meist für noch unbekannte Regisseure ohnehin schon schwer genug Filme zu finanzieren oder überhaupt einen Fuß in die Filmwelt zu bekommen. ROZE, der selbst seit 2002 Filme schreibt, dreht und produziert ist eigentlich ganz unfreiwillig zum Film gekommen. Bevor er seine neue Bestimmung fand, sah er sich eigentlich als Musiker. Weil er sich jedoch das Handgelenk brach und nicht mehr Gitarre spielen konnte, suchte er nach beruflichen Alternativen und landete an einer Filmhochschule. Es folgten Kurzfilme, Werbespots und 2010 schließlich der erste abendfüllende Langfilm: DEADFALL TRAIL. Drei Jahre später hatte ROZE bereits den zweiten Spielfilm abgedreht, der unter dem Titel SPEAK NO EVIL nun auch auf der eigenen Vermarktungsplattform zum Kauf angeboten wird und mit Sicherheit recht zügig internationale Publisher finden dürfte.
 

„What are you willing to sacrifice to overcome your fear and defeat evil?“. I believe we are willing to sacrifice our child in America and I believe we have.

(ROZE)

 
Der Regisseur ist dem Horrorfilm treu geblieben und führt in SPEAK NO EVIL mehrere Subgenres zusammen. Neben Elementen aus Zombie- und Okkultismusfilmen findet auch Besessenheitsthematik Verwendung, die auch Jahrzehnte nach DER EXORZIST immer mal wieder im Horrorfilm die Runde macht. Um den Anspruch zu wahren, hat ROZE zudem an Gesellschaftskritik gedacht, die sich subtil durch die Geschehnisse der zweifelhaften Geschichte schleicht, schließlich muss das kaltblütige Auslöschen hilfloser Kinder dann doch irgendwie begründet werden. Ähnlich wie in Serradors EIN KIND ZU TÖTEN (1976), dem zugehörigen Remake COME OUT AND PLAY (2013) oder Kings KINDER DES ZORNS (1984) sind es gut behütete Kids, die zum Mittelpunkt des Streifens gemacht werden und sich nicht gerade zimperlich gegen die Erwachsenen einer Kleinstadt zur Wehr setzen. Der Dämon Adramelech muss als Indikator herhalten, um ein gar blutiges Massaker an einigen Kindern zu rechtfertigen, die unter seinen Einfluss beginnen an ihren Erziehungsberechtigten herumzuknabbern. Dass die Eltern in letzter Konsequenz nur noch das teils drastische Auslöschen der Schützlinge als Lösung sehen, um dem Spuk ein Ende bereits zu können, ist aufgrund der ziemlich zeigefreudigen Splatter-Szenen schon als arg geschmacklos zu betiteln. In einem Interview erklärte der Regisseur, dass er stets darum bemüht ist kritische Botschaften in seine Werke einfließen zu lassen. Im Falle von SPEAK NO EVIL hält er dem Zuschauer den Spiegel vor Augen und zieht Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen. Laut seiner Erkenntnis lässt sich das unmenschliche Vergehen der Eltern im Film auch auf die Realität übertragen. So ist er fest davon überzeugt, dass seine amerikanischen Landsleute nicht davor zurückschrecken würden, den eigenen Nachwuchs zu opfern, um sich selbst in Sicherheit wähnen und Böses vernichten zu können. Eine gewagte These, die jedoch gerade aufgrund der jüngsten US-Kriegeinsatz-Problematiken in Afghanistan und im Irak an Brisanz gewinnt. Nicht selten ziehen meist junge Soldaten angetrieben vom Applaus der stolzen Eltern furchtlos in den Krieg und werden später als schwer traumatisierte Zombies erneut in die Gesellschaft eingegliedert. Dass viele der Kriegsheimkehrer nach dem Einsatz eine Menge Zeit benötigen, um das Erlebte verarbeiten zu können, wird meist nicht ohne Grund von der amerikanischen Regierung verschwiegen.
 
SPEAK NO EVIL erzählt die Geschichte der alleinerziehenden Mutter Anna, die mit ihrem neuen Freund und Tochter Joey versucht über die Runde zu kommen. Eines Abends beobachtet die Tochter, wie ein seltsames Wesen aus dem Boden krabbelt – wenig später ist Joey verschwunden. Für die Eltern entwickelt sich die Situation zum Albtraum, scheint es keine Anhaltspunkte für das mysteriöse Verschwinden der Tochter zu geben. Doch Joey ist nicht einzige, die nicht mehr auffindbar ist. Allen Erwachsenen des Ortes ist ähnliches Schicksal widerfahren – die Kinder sind wie vom Erdboden verschluckt, so dass ein Suchtrupp aufgestellt wird, der nach den Kids suchen soll. So schnell wie sie verschwunden waren, tauchen die Schützlinge wenige Zeit später auch wieder auf. Ganz zur Freude aller Eltern, die aber bald feststellen müssen, dass sich der Nachwuchs wie ausgewechselt verhält. Ein grauenvoller Dämon hat sich der Kinder bemächtigt, die nun von Boshaftigkeit besessen beginnen den Heimatort zu terrorisieren. Als die ersten Erwachsenen den Angriffen der Minderjährigen erliegen und sich die Eltern nicht mehr zu wehren wissen, schmiedet man einen teuflischen Plan. Währenddessen ist Mutter Anna fest davon überzeugt, die eigene Tochter aus den Klauen des Dämons retten zu können.
 
Knapp 150.000 Dollar hat der Regisseur für sein Zweitwerk ausgegeben. Wie so oft bei Indie-Flicks steht das minimale Budget im direkten Vergleich zum fertigen Film in keinem Verhältnis, denn auch Filmemacher ROZE hat es geschafft, dass sein SPEAK NO EVIL nach bedeutend mehr ausschaut, als man anfänglich vermuten würde. Doch dazu nicht genug. Seit seinem Erstling DEADFALL TRAIL hat sich einiges getan. Die für einen Horrorfilm obligatorischen Ekelmomente befinden sich auf einem erstaunlich hohen Niveau. So greift man bei den Make-up und Matscheffekten auf Handgemachtes zurück und beschränkt sich auf nur wenige Computeranimationen. Auch im Fall von SPEAK NO EVIL kommt dem Film der ungeschliffene Indie-Look gelegen, der sich durch den gesamten Streifen zieht. Die lose Kamera schwirrt permanent um die Protagonisten und ist immer nah am Geschehen. Sie nimmt die Beobachterposition ein und suggeriert dem Zuschauer, Teil der mysteriösen Ereignisse zu sein. Auch wenn das Treiben recht schnell ein ordentliches Tempo entwickelt und der Film von einem permanenten Gefühl des Unbehagens begleitet wird, mangelt es dem Drehbuch an Feintuning. Eine Charakterentwicklung gibt es nicht und die teils konfuse Geschichte gerät sehr bald in Erklärungsnot. Zudem ist GABRIELLE STONE als alleinerziehende Mutter Anna zwar darum bestrebt die Geschichte zu tragen; eine sympathische Heldin verkörpert sie jedoch mit ihrer unnahbaren Art leider nicht.
 
Die eigentlichen Stars des Streifens sind hier erstaunlicherweise die Kinder, die sich in SPEAK NO EVIL ihren Weg durch die Stadt beißen und schreien. Letzteres geht dann doch schon arg durch Mark und Bein, wenn eine bemitleidenswerte Kreatur wie Vieh an eine Leine gehalten wird und einen fragwürdigen Exorzismus über sich ergehen lassen muss. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die kindlichen Schauspieler bei weitem mehr Talent beweisen, als ihre erwachsenen Schauspielkollegen. Einige derer haben vermutlich während der Dreharbeiten nicht verstanden, dass SPEAK NO EVIL ein Horrorfilm werden sollte. Anders lässt sich wohl nicht erklären, warum in Momenten der Angst Dialoge mit einem verschmitzten Grinsen in die Kamera gequasselt werden.
 
 
 


 
 
 

SPEAK NO EVIL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein schockierendes Horror-Spektakel, was uns da Drehbuchautor, Regisseur und Produzent ROZE mit SPEAK NO EVIL auftischt, denn in diesem Horror-Schocker werden Kinder von einer höheren Macht gesteuert und gegen die Erwachsenen des Films aufgehetzt. Regisseur ROZE geizt nicht mit blutigen Details und macht den Zuschauer zum unfreiwilligen Zeugen eines äußerst kontroversen Schlachtspektakels, das sogar noch mit einem äußerst makabren Abschlusstwist aufwartet. Für knapp 150.000 Dollar hat Macher ROZE einen ganz passablen Indie-Trip gebastelt, der jedoch wie so oft bei unabhängigen B-Filmen mit so einigen Schwächen zu kämpfen hat. Zwar passt die Gruselstimmung; die schauspielerischen Leistungen der erwachsenen Protagonisten wirken jedoch im Gegensatz zu ihren kindlichen Schauspielkollegen oftmals sehr unbeholfen. Außerdem leidet das Drehbuch unter der teils sehr konfusen Geschichte, die mehr Fragen aufwirft, als Antworten zu geben. In Anbetracht des mageren Budgets sind die Defizite jedoch zu verschmerzen, denn trotz Mankos ist SPEAK NO EVIL immer noch besser, als das was sonst üblicherweise aus dem Indie-Sektor kommt. Wir meinen: SPEAK NO EVIL ist ein beunruhigender Horror-Thriller in der Machart von KINDER DES ZORNS, DAS DORF DER VERDAMMTEN und COME OUT AND PLAY. Fans ungeschliffener Indie-Grusler greifen zu; Mainstream-Gucker bleiben dagegen fern.
 
 
 


 
 
 

SPEAK NO EVIL – Zensur

 
 
 
Die Freigabe der FSK scheint im Falle von SPEAK NO EVIL willkührlich zu sein. Gerade weil hier recht grafisch Kinder vor der Linse getötet werden, hätten ähnlich gelagerte Film vor einigen Jahren noch arge Probleme bekommen. Die Gewalt wird teils roher als in COME OUT AND PLAY dargestellt. Trotzdem wurde SPEAK NO EVIL bereits für Jugendliche ab 16 Jahren freigegben. Ungeschnitten! Das verstehe wer will.
 
 
 


 
 
 

SPEAK NO EVIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Speak No Evil; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 74 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 27.02.2015

 

Speak No Evil [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SPEAK NO EVIL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Come Out and Play – Kinder des Todes (2012)
 
Dark Touch (2013)
 
Kinder des Zorns (1984)
 
Children of the Corn (2009)
 
Ein Kind zu töten (1976)
 


Kritik: „Blood Lake: Attack of the Killer Lampreys“ (2014)

Blood Lake (2014)
 
 
 

BLOOD LAKE –

ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS

Story

 
 
 
Eine amerikanische Kleinstadt wird von hungrigen Neunaugen terrorisiert, die ihren natürlichen Lebensraum verlassen müssen, weil sie nichts mehr zu fressen finden …
 
 
 


 
 
 

BLOOD LAKE – Kritik

 
 
 
THE ASYLUM ist wieder da und versucht sein Glück erneut auf dem Fischmarkt. Nach dem Überraschung-Hit SHARKNADO, über dessen Erfolg sich noch immer die Geister scheiden, ist es verdächtig ruhig um die Trash-Werkstatt geworden, obwohl das Studio rastlos damit beschäftigt ist, neue billig produzierte Mockbuster in Läden und Fernsehen zu bringen. Scheinbar haben trashige Ableger erfolgreicher Blockbuster, wie ANDROID COP (die B-Movie-Version des ROBOCOP-Remakes) oder APOCALYPSE POMPEII (ASYLUMS Billig-Antwort auf Andersons Effekteschlacht POMPEII) nicht die nötige Aufmerksamkeit erhalten, die man sich nach den fliegenden Haifischen erhofft hatte. Kurzum wurde die SHARKNADO-Erfolgsformel noch einmal aus der Schublade gekramt und leidlich unterhaltsam aufgewärmt. Seltsamerweise hat ASYLUM den Arbeitgeber gewechselt. Statt wie bisher minderwertige Filme für den amerikanischen Science-Fiction-Sender SYFY zu produzieren, arbeitet man jetzt auch für den Tierkanal ANIMAL PLANET, der eigentlich für seine eher familienfreundlichen Tierdokumentationen bekannt ist. Was dort jedoch ein Film wie BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS zu suchen hat dürften vermutlich allein die Programmdirektoren zu beantworten wissen, die wohl enach einem kräftigen Zugpferd gesucht haben, mit dem sich die Einschaltquoten nach oben treiben lassen.
 
Abfallbeseitigungsanlage THE ASYLUM holt längst verschollen geglaubte Seriendarsteller der 90er zurück aus der Versenkung. Nachdem Ex-Beverly-Hills-90210-Darsteller IAN ZIERING in SHARKNADO den Kampf gegen menschenfressende Haie mit Bravour bestanden hat, sieht sich Ex-Serienkollegin SHANNEN DOHERTY ebenfalls mit blutgeilem Getier aus dem Meer konfrontiert. Sexhungrige Neunaugen vermehren sich in BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS wie die Fliegen und haben einen eigenwilligen Appetit auf warmes Menschenblut entwickelt, der selbstverständlich im Desaster enden muss. Eine Kleinstadt am Michigan Lake wird Ziel einer blutigen Invasion aalartiger Fische, die sich mit ihrem spitzen Rundmäulern an all das festsaugen, was ihnen vor den zahnreichen Zungenkopf kommt. Doch ASYLUM wäre nicht ASYLUM, würde der ohnehin kaum Sinn ergebende Nonsens nicht noch auf die Spitze getrieben werden. Die Fische entwickeln Intelligenz, verlassen ihren natürlichen Lebensraum, erklettern Stauseemauern und gelangen durch die Trinkwasserversorgung in die Haushalte der Menschen. SHANNEN DOHERTY ist mit Sack und Pack in Gefahr und schlägt am Ende, wie hätte es auch anders sein können, die gefrässige Brut in die Flucht. Die hat ganz unbemerkt die nächste Evolutionsstufe erklommen, anders lässt sich nämlich auch nicht erklären, warum Fische neuerdings schreien können.
 
Auch nach der Sichtung von BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS konnten wir nicht in Erfahrung bringen, welch sonderbaren Stoff ASYLUMS Drehbuchautoren (u.a. DELONDRA WILLIAMS, die bereits am unsäglichen schlechten ZOMBIE NIGHT mitgetüftelt hat) konsumiert haben müssen, um derart peinlichen Schwachsinn zu Papier bringen zu können. Der Zuschauer bekommt hier erneut unterirdischen Tier-Trash geboten, der jedoch im Gegensatz zu Asylums SHARKNADO uninspiriert und ironiefrei heruntergekurbelt wurde. Auch wenn die unzähligen CGI-Effekte ganz brauchbar umgesetzt wurden mangelt es BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREY eindeutig an Spannung, denn die Geschichte wird nach dem für Tier-Horrorfilme bekanntem Schema abgespult. So müssen erst unschuldige Bewohner der Zeitliche segnen, weil der skrupellose Bürgermeister nicht handeln will. Der wird hier von einem überraschend ernsten CHRISTOPHER LLOYD (ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT, PIRANHA 2) verkörpert, der am Ende den Folgen eines Fischeinlaufes erliegt. Aufregend, gruselig oder gar unterhaltsam ist das mitnichten, denn BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS ist eines jene Werke, das seine billige TV-Herkunft nicht verleugnen kann. Dann doch lieber noch einmal SKARKNADO in den Player werfen. Denn wenn es schon sinnbefreiter Trash sein soll, dann so und nicht anders.
 
 
 


 
 
 

BLOOD LAKE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Teils nicht unblutiger Splatter-Trash vom Regisseur des kontroveren Folter-Machwerks HATE CRIME. Wenn Ex-Beverly-Hills-90210-Sternchen SHANNEN DOHERTY auf Abfallpresse THE ASYLUM trifft kann eigentlich nichts Gutes bei herumkommen. Nachdem das Trash-Studio schon jede erdenkliche Tierart für lächerlichen Schwachsinn missbraucht hat, werden nun vom Aussterben bedrohte Wasserbewohner auf ahnungslose Menschen losgelassen. Leider hat die fürs TV produzierte Invasion der Killer-Neunaugen unter einem nahezu nichtvorhandenen Spannungsbogen zu leiden, was BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS zu einer schläfrigen Angelegenheit macht. Der Streifen folgt der bekannten ASYLUM-Formel und kombiniert eine hanebüchene Geschichte mit „wegweisenden“ CGI-Effekten, die ausnahmsweise nicht ganz so grottig umgesetzt wurden, wie man es eigentlich von THE ASYLUM gewohnt ist. Neuerdings scheint die C-Movie-Kreativschmiede ein Herz für gescheiterte Serienstars zu besitzen. Nach IAN ZIERING ist die DOHERTY bereits die zweite Ex-Serien-Ikone der 90er die versucht mit unterirdischen TV-Trash zurück ins Rampenlicht zu kriechen. Wie es jedoch THE ASYLUM immer wieder gelingt namhafte Schauspieler (in diesem Fall CHRISTOPHER LLOYD) für deren hirnfreien Produktionen zu gewinnen, bleibt wohl ein gutgehütetes Geheimnis. Fazit: ASYLUM macht auch mit BLOOD LAKE – ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS das, was es am besten kann. Nämlich haarsträubenden Zelluloid-Müll, der einem nur kostbare Lebenszeit raubt. Da reichen selbst die wenigen Splatter-Momente nicht aus (ein Rasentrimmer wird hier zweckentfremdet), um BLOOD LAKE überhaupt irgendwie schönreden zu können.
 
 
 


 
 
 

BLOOD LAKE – Zensur

 
 
 
BLOOD LAKE: ATTACK OF THE KILLER LAMPREYS ist ein typischer Vertretung der Gattung Tier-Horror. Wirklich grausam wird es nicht. Immerhin darf am Ende auch mal etwas gesplattert werden. Mit Hilfe eines Rasentrimmers werden Neunaugen vor der Kamera zermatscht. Der Film ist mit dem roten „Keine Jugendfreigabe“-Flatschen in den Handel gekommen – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

BLOOD LAKE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Great Movies

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood Lake: Attack of the Killer Lampreys; USA 2014

Genre: Horror, Thriller, Trash

Ton: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray

Extras: HD-Bonusfilm, Original Trailer, Gag Reel, Making of, Trailershow, 3D-Version des Streifens

Release-Termin: 10.10.2014

 

Blood Lake – Killerfische greifen an [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BLOOD LAKE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Animal (2014)
 
Benath (2013)
 
Bait 3D (2012)
 
Sharkado (2013)
 
Big Ass Spider (2013)
 


Filmreview: „Horror Creek“ (2007)

horror-creek-dvd
 
 
 

HORROR CREEK

Story

 
 
 
Laut Rückseite der deutschen DVD: 30 Jahre nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs reagieren die Menschen, die im Süden leben, mit ängstlichem Aberglauben als ein schuhloser Mann in die Stadt kommt. Die Leute weigern sich dem Fremden zu helfen, weil sie sich an eine Legende erinnern, die davon berichtet, dass der Tod einem sicher ist, wenn man einem Menschen hilft, der barfuß daherkommt. Die Stadtbewohner werden immer verzweifelter, je mehr sich die Zeichen mehren, dass die biblische Apokalypse begonnen hat …
 
 
 


 
 
 

HORROR CREEK – Kritik

 
 
 
HORROR CREEK, welcher mit Originaltitel SUGAR CREEK heißt, ist ein 2007 entstandener Low-Budget-Film von JAMES COTTON, welcher hier nicht nur Regie führte sondern auch das Drehbuch schrieb. Cotton versuchte sich hier an einem Gerne-Mix. Sein Werk ist einerseits ein Horrorfilm der stark an Tim Burtons SLEEPY HOLLOW (1999) erinnert, gleichzeitig findet man in SUGAR CREEK aber auch einige Elemente eines Westerns, gepaart mit einer leichten Märchenatmosphäre. Zwar enthält das Drehbuch ganze nette Ideen und die Geschichte ist nicht sonderlich uninteressant, doch es ist dem Streifen von der aller ersten Sekunde an anzusehen, dass man für die Realisierung überhaupt kein Geld gehabt hat. Leider schmälert genau dies das Sehvergnügen doch ziemlich. Die Kulissen sehen äußerst billig und steril aus und die Kostüme machen den Eindruck als kämen sie direkt aus einem Geschäft für Karnevals-Verkleidung. Hinzukommt, dass fast alle Schauspieler ihren Job nicht sonderlich gut machen und sehr bemüht wirken die Figuren die sie spielen zu verkörpern. Über die deutsche Synchronisation legt man besser einen Mantel des Schweigens … Zwei Jahre später gelang JAMES COTTON mit seinem Actionfilm LA LINIA eine wesentlich bessere Arbeit, mit weitaus besseren Schauspielern (u.a. RAY LIOTTA und ANDY GARCIA).
 
 
 


 
 
 

HORROR CREEK – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
HORROR CREEK, der im Original eigentlich SUGAR CREEK heißt, ist leider ein äußerst uninteressanter und weitgehend langweiliger Film geworden, der unter seinem kaum vorhandenen Budget und dem daraus resultierenden billigen Look leidet.
 
 
 


 
 
 

HORROR CREEK – Zensur

 
 
 
SUGAR CREEK wurde hierzulande ungeschnitten in die Händlerregale gebracht. Die Kaufversion ist frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

HORROR CREEK – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Schröder Media Handels GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sugar Creek; USA 2007

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Keine

Bild: 1.77:1 (16:9)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Originaltrailer (1:43 Minuten)

Release-Termin: 10.04.2014

 
 
 

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HORROR CREEK – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sleepy Hollow (1999)


Filmreview: „The Mummy Resurrected“ (2014)

The-Mummy-Resurrected-2014
 
 
 

THE MUMMY RESURRECTED

Story

 
 
 
Einige gut gebaute Mädchen haben Lust auf eine archäologische Erkundungstour und untersuchen mit Professor Tralane eine geheimnisvolle Grabkammer, ohne zu wissen, dass sie mit ihren neugierigen Schnüffeleien den Fluch der Mumie entfachen …
 
 
 


 
 
 

THE MUMMY RESURRECTED – Kritik

 
 
 
Findet Regisseur PATRICK MACMANUS eigentlich selbst gut, was er da so fabriziert? Der Mann darf nämlich bereits den zweiten Streifen der unbedeutenden STILL NIGHT MONSTER MOVIES-Reihe des gleichnamigen Produktionshauses drehen und nervt den Zuschauer nach DRACULA REBORN – DIE LEGENDE LEBT (2012) erneut – diesmal jedoch mit Mumien. Die Trash-Hütte hat es sich zur Aufgabe gemacht die beliebten Monster-Klassiker der Universal Studios zu vergewaltigen und unterirdisch dumme Filme zu produzieren, die selbst Werke der legendären ASYLUM-Schundschmiede Oscar-verdächtig aussehen lassen. THE MUMMY RESURRECTED heißt der aktuelle Low-Budget-Gähner, der nun der zweite Beitrag einer geplanten Serie ist, die demnächst mit FRANKENSTEIN REGENERATED, WEREWOLF REBELLION und CREATURE RETURNS in Serie gehen soll. Ob man die kommenden Filme nach dem ohnehin schon miserablen Auftakt sehen muss, sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass mittlerweile mit Low-Budget-Quark viel Geld verdient werden kann, schließlich hat das THE ASYLUM mit hauseigenem Sondermüll mehrfach vorgemacht.
 
Beim zweiten Machwerk der Trash-Reihe hat man sich was ganz besonderes einfallen lassen und gleich mal für Verwirrung gesorgt. Dreist waren nämlich die Plakatpinsler, die sich für die Gestaltung des Filmposters beim prachtvoll ausgestattetem DIE MUMIE – DAS GRABMAL DES DRACHENKAISERS mit BRENDAN FRASER bedient haben und ein weiteres Sequel des Hollywood-Krachers vermuten lassen. Wer aber stets die aktuellen Kino-News verfolgt weiß, dass eine weitere Fortsetzung erst 2016 in die Lichtspielhäuser kommen soll. Demzufolge wurde für THE MUMMY RESURRECTED reichlich Etikettenschwindel betrieben und Filmfans in die Irre geführt, die nun ahnungslos die Geldbörse zücken und zu Haus das kalte Grausen bekommen, weil nicht der FRASER durch die Kamera winkt, sondern Amateurdarsteller von denen man noch nie etwas gehört hat.
 
Bram Stokers JEWEL OF THE SEVEN STAR steuerte für dieses Creature-Feature die Grundlage bei, deren trashigen Umsetzung von Regisseur PATRICK MACMANUS semiprofessionell, uncharmant und todlangweilig heruntergekurbelt wurde. Dabei glänzt der Film mit unzähligen Ungereimtheiten, vielen Logikpatzern und einer derart bierernsten Inszenierung, dass selbst Liebhabern trashiger Horrorstücke ganz schnell das Lachen vergehen dürfte. Wir sehen fünf strunzdumme Schönheitsköniginnen, die mit perfekten Zähnen, operierten Nasen und (unechten?) Rundungen vom Catwalk in eine ägyptische Wüste transferiert wurden, wo sie nun zusammen mit Professor Tralane (STUART RIGBY) das Grab einer geheimnisvollen Mumie untersuchen wollen. Auf eine archäologische Ausrüstung wird gepfiffen, stattdessen trägt man lieber knappe Höschen und 3-Wetter-Taft, schließlich soll auch im staubigen Wüstenwind das Haar immer perfekt sitzen. Die „geheime“ Hölle, in deren Eingang eine ganze Kolonne Trucks einfahren und wenden könnte, ist mit Hilfe angeheuerter Einheimischer und verschlüsselten Aufzeichnungen zügig gefunden, so dass die Ausgrabungssause endlich beginnen kann. Leider müssen die Hobby-Archäologen vor einer libysche Grenzpatrouille flüchten, die den einheimischen Wegweisern nach dem Leben trachten wollen. So wirklich Todesangst hat jedoch keines der Mädchen, denn erstmal müssen kostbare Relikte erkundet werden, die selbstverständlich am Eingang der Höhle unauffällig platziert wurden. Eine versteinerte Wand lässt sich mit Hilfe einer Tastenkombination auf einem Skarabäus öffnen und verschafft den ungebetenen Besuchern Zutritt zum Schlafgemach der modrigen Mumie. Was folgt, muss eigentlich niemand gesehen haben. Professor Tralane schert sich nicht mehr um das Wohlergehen der Mädchen, sondern flüstert wie in Trance verbotene Sprüche eines mysteriösen Rituals. Die nervigen Protagonistinnen schlendern währenddessen unvorsichtig durch ein Labyrinth angemalter Pappmaschee und werden nacheinander vom Fluch der Mumie in den Filmhimmel getrieben. Vielen Fragen bleiben ungeklärt, die Geschichte strotzt nur so vor Fehlern und wohin das Produktionsbudget von knapp einer Million Scheinchen geflossen sein sollen, vermag auch der Film nicht beantworten zu können.
 
Merkste was? Die Macher des 750 000 Dollar teuren Blödsinns waren nicht sonderlich daran interessiert den Zuschauer mit einer halbwegs kurzweiligen Geschichte unterhalten zu wollen, denn wie so oft dürfte wohl eher das schnelle Geld gelockt haben. Die notdürftig zusammengesponnene Geschichte besitzt außer ein paar adretten Hauptdarstellern und der nett gewerkelte Mumie nichts was überhaupt von Interesse wäre. Letztere schreitet dazu auch noch recht unkreativ zur Tat und ist meist damit beschäftigt die Lebensenergie der dreisten Eindringlinge auszusaugen, statt euphorisch im Gedärm ihrer Opfer zu wühlen. Das Schlachtbeil bleibt im Keller, was angesichts der vielen Defizite im Drehbuch schon als doppelt ärgerlich zu werten ist. So muss der Zuschauer am Ende mal wieder verbittert feststellen, dass er wichtige Lebenszeit in einen schlecht gespielten Horrorfilm investiert hat, der zudem noch mit ganz furchtbaren Dialogfetzen auf den Zünder geht. Daher: Bitte im Kaufhaus nicht vom ansprechenden Cover blenden lassen, denn THE MUMMY RESURRECTED ist ein Griff ins Klo – wir haben gewarnt!
 
 
 


 
 
 

THE MUMMY RESURRECTED – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Es gibt guten Trash, es gibt schlechten Trash und es gibt Trash für dessen Umsetzung man die Schöpfer des Abfalls steinigen müsste, weil sie dem Zuschauer kostbare Lebenszeit rauben. Bereits DRACULA REBORN – DIE LEGENDE LEBT (2012) war ganz furchtbarer Nonsens. Die Creature-Feature-Serie STILL NIGHT MONSTER MOVIES geht aber mit der Mumien-Schlafpille THE MUMMY RESURRECTED in die zweite Runde und hat den gleichen Regisseur im Petto, der zuvor den DRACULA REBORN vermasselt hat. Gut für die Brieftasche des Machers, schlecht für die Geduld des Filmfans, der sich mal wieder vom leckeren DVD-Cover hat blenden lassen. Bei solchen Machwerken wie THE MUMMY RESURRECTED dürfte sich BRAM STOCKER im Grabe winden, der für diesen Schmarrn ganz unfreiwillig die Vorlage JEWEL OF THE SEVEN STAR beigesteuert hat. Das Resultat ist ein todlangweiliger Film mit Pappkulisse, schlechten Darstellerleistungen, beschämenden Dialogen und viel Lärm um eigentlich nichts. Ganz besonders ärgerlich: Es gibt nicht einmal Mord und Totschlag zu sehen, der vielleicht das ein oder andere Manko hätte wieder wett machen können. So bleibt ganz furchtbarer Videomüll, der sogar noch bedeutend schlechter ist, als das was ASYLUM sonst hervorbringt. Und: Die „besten“ Szenen werden bereits für den Trailer verbraten. Von daher kann man sich die Sichtung getrost sparen.
 
 
 


 
 
 

THE MUMMY RESURRECTED – Zensur

 
 
 
THE MUMMY RESURRECTED zeigt kaum Gewalt. Ein Protagonist erbricht Steine, eine andere Heldin Blut. Ansonsten saugt die Mumie hauptsächlich ihren Opfern die Lebensenergie aus. Splatterfans schauen enttäuscht aus der Wäsche, schließlich wurde THE MUMMY RESURRECTED mit FSK16-Stempel in Deutschland veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

THE MUMMY RESURRECTED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-mummy-resurrected-bluray

(c) Starmovie / Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Mummy Resurrected; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p / @23,976 Hz)

Laufzeit: ca. 80 Minuten (uncut)

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ungeschnittene Fassung)

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 02.04.2015

 
 

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THE MUMMY RESURRECTED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
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