Filmkritik: „Panzer Chocolate“ (2013)

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PANZER CHOCOLATE

Story

 
 
 

Eine Gruppe neugieriger Archäologen wittert in den Pyrenäen einen verschollen geglaubten Nazi-Schatz. Was man aber dort entdeckt, wird den Freunden das Leben kosten.

 
 
 


 
 
 

PANZER CHOCOLATE – Kritik

 
 
 
Deutschland und die Nazis – ein finsteres Kapitel, das wohl nie abgeschlossen werden wird, vor allem nicht im Horrorfilm. Dort tauchen die meist untoten Zeitgenossen immer mal wieder gern auf, um aus ihren Gräbern zu steigen und nach der Weltherrschaft zu streben – wenn oft auch ohne die Hilfe des Führers. Der macht sich auch im spanischen PANZER CHOCOLATE rar, wo abermals gerissene Nazis im Verborgenen Pläne schmieden, damit ein neues Weltreich unter der Führung von Nationalsozialisten entstehen kann. Interessanterweise handelt es sich bei diesem Indie-Horror um ein ambitioniertes Filmprojekt, wie man es wohl bisher noch nicht zu sehen bekommen hat. Statt den Zuschauer in dreidimensionale Welten zu entführen und ihn dort zu Tode zu erschrecken, gehen die Macher mit der Zeit. Interaktivität lautet die Masche mit der Regisseur ROBERT FIGUERAS das Interesse der Kinogänger für sich beanspruchen will. Der Newcomer versucht hier Kino und Smartphone zu vereinen und hat passend zum Horrorstreifen eine App entwickeln lassen, die das Publikum mit interaktiven Inhalten versorgt. Das bedeutet, dass sich der interessierte Zuschauer vor dem Kinobesuch eine kostenlose Smartphone-App herunterladen kann, die während der gesamten Laufzeit weitere Hintergrundinformationen und alternative Szenen abspielt. Eine nette Dreingabe, die zwar etwas unausgereift wirkt, aber immerhin von der teils behäbigen Inszenierung des eigentlichen Films ablenkt. PANZER CHOCOLATE hat nämlich ein Problem und das nennt sich: langes Warten.
 
 
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In dieser spanischen Horror-Produktion bringt sich eine Gruppe junger Archäologen selbst in Gefahr. Die begeben sich auf die Suche nach seltenen Kunstwerken, die während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis gestohlen und versteckt wurden. Was sich anfangs als Nadel im Heuhaufen entpuppt, trägt bald Früchte. Aus scheinbar unlösbaren Puzzlestücken entsteht eine erste Spur. Die führt in die Pyrenäen, wo man in einem Waldstück einen geheimen Bunker entdeckt, in dem der große Schatz vermutet wird. Doch statt Nazi-Reliquien und verschollen geglaubte Kunst, findet man Kisten mit sogenannter Panzerschokolade vor, die zu Kriegszeiten an Soldaten verteilt wurde, um deren Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit zu erhöhen. Leider sorgen die mit Metamphetamin gefüllten Drogenfunde für Probleme. Kaum entdeckt und im Kofferraum verstaut, heftet sich eine bösartige Kreatur an die Fersen der unwissende Wissenschaftler. Die will die Schätze zurück und einen blutigen Denkzettel verpassen. Natürlich wird der Kampf gegen das Böse aufgenommen. Was die Freunde aber nicht wissen: Der Hüter des Bunkers ist noch das kleinere Übel.
 
 
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Willst man Geld verdienen, macht man am Besten alles in Englisch. PANZER CHOCOLATE ist Horror aus Spanien, der in erster Linie für den Weltmarkt gedreht wurde. Weil vor allem Horrorfans aus Übersee keine Untertitel lesen wollen, hat sich Regisseur und Produzent ROBERT FIGUERAS dazu entschlossen, den gesamten Film in englischer Sprache zu drehen. So lässt sich der Nazi-Grusler auch schneller ins Ausland verkaufen. Produktionstechnisch kann man nicht meckern. Die Schauspieler tun ihre Sache gut, unheilvolle Atmosphäre ist allgegenwärtig und auch einige äußerst blutige Spezialeffekte verfehlen ihre Wirkung nur selten. Was Sorgen bereitet ist der langatmige Inszenierungsstil. Macher ROBERT FIGUERAS lässt sich viel Zeit mit dem Horror. Demzufolge dauert es lang bis PANZER CHOCOLATE in die Puschen kommt, denn die meiste Zeit wird in Detektivarbeit investiert. Bis der geheimnisvolle Nazischatz gefunden wird, vergeht knapp eine Stunde. Dann wächst PANZER CHOCOLATE immerhin zu eigentlicher Größe heran. Aus behäbiger Detektivarbeit wird ein deftiger Slasher, der wegen grober Darstellung von Gewalt und dem ansprechend geschminkten Filmmonster einige WRONG TURN-Momente in Erinnerung ruft. Leider ist der Ausflug ins Backwood-Slasher-Genre nur von kurzer Dauer, denn so unerwartet wie das Schlachtfest begonnen hat, ist es auch schon wieder vorüber. Macht auch nichts, denn wegen der weitaus spannenderen Handy-App zum Film, werden die meisten Zuschauer ohnehin kaum mitbekommen, wenn der Abspann das Ende zum Nazi-Slasher einläutet.
 
 
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PANZER CHOCOLATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein deftig-blutiger Nazi-Slasher aus dem eher für subtile Gruselfilme bekannten Spanien. Der Indie-Horror PANZER CHOCOLATE besitzt ein interessantes Konzept. Hierbei handelt es sich um einen interaktiven Horrorfilm in dem das Kino mit dem Smartphone verschmilzt. Im Vorspann zum Film wird nämlich erklärt, dass Zuschauer die Möglichkeit erhalten, während des Films mit dem Handy interaktiv zu agieren. Leider ist das aber auch weitaus spannender als der Film selbst, denn PANZER CHOCOLATE besitzt enorm viel Leerlauf, was die Angelegenheit relativ langweilig macht. Immerhin trösten einige heftige Schauwerte über die Tatsache hinweg, dass hier enorm viel Potenzial verschwendet wurde. Hätte sich Regisseur ROBERT FIGUERAS weitaus früher ins Slasher-Genre verirrt, wäre aus PANZER CHOCOLATE vermutlich das geworden, was ALEXANDRE AJA in den 2000ern gelungen ist: Harte Terror-Unterhaltung made in Europe.
 
 
 


 
 
 

PANZER CHOCOLATE – Zensur

 
 
 
Nach einer Stunde Laufzeit gibt es einige Gemeinheiten zu sehen. Neben einer Ausweitung wird einer Protagonistin der Schädel eingetreten. Außerdem bohrt sich eine Wurfkette durch Köpfe und Messer werden in Körper gerammt. Hierzulande dürfte das aber problemlos die FSK passieren. Eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene ist denkbar. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

PANZER CHOCOLATE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei filmutea.com)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Frankenstein´s Army (2013)
 
Dead Snow (2009)
 
Dead Snow 2: Red vs. Dead (2014)
 
Bunker of the Dead (2015)
 
Outpost – Zum Kämpfen geboren (2007)
 
Outpost – Black Sun (2012)

Filmkritik: „The Red House“ (2013)

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THE RED HOUSE – DIESES HAUS TÖTET DICH

Story

 
 
 
Ein Haufen Twentysomethings sucht mal wieder eine unheimliche Hütte irgendwo im Wald heim und sieht sich alsbald mit der blutigen Dezimierung ihrer flotten Truppe konfrontiert.
 
 
 


 
 
 

THE RED HOUSE – Kritik

 
 
 
Die Inhaltsangabe zu „The Red House“ ist fast schon zu klischeehaft, um sie überhaupt noch zu erwähnen. Regie-Neuling Gregory Avellone, der auf die Regie-Erfahrung eines Films von 1999 sowie zweier Kurzfilme zurückgreifen kann und auch gleich das Drehbuch zu diesem überflüssigen Film aus 2014 geschrieben hat, scheitert wirklich auf ganzer Linie ob seiner mangelnden Kreativität. Shelby (Kate French) hat von Opi irgendeine Buckelbutze im Wald geerbt, die sie nun mit drei ihrer Freundinnen plus Quoten-Mann angucken geht. Doch schon bald nach ihrer Ankunft beginnen sich die flotten Fünf zu dezimieren. Als erstes verschwindet Tussi-Nervensäge Carissa (Yvette Yates), der das alles zu unkomfortabel war. Die taucht dann irgendwann in einem muffigen Keller wieder auf, in dem sie vom großen Unbekannten gefoltert wird. Derweil versuchen sich die verbliebenen Fab Four im Überleben, was logischerweise nicht allen gelingt. Dann tauchen ein paar schießwütige Hillbillys mit schlechten Zähnen auf und fordern die Twens auf, Haus und Wald zu verlassen, weil is so. Und auch der scheinbar nette Sheriff zeigt Verhaltensauffälligkeiten…
 
 
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Filme mit Teens oder Twens wahlweise an einem See / in einer Waldhütte / in einem unheimlichen Spukhaus gibt es ja wie Sand am Meer. Dass Avellone sich nun ausgerechnet dieses abgegriffene Horror-Thema für seinen zweiten Langfilm in immerhin 15 Jahren ausgesucht hat, zeugt schon mal von nicht gerade großer Kreativität. Leider durchzieht dieser Mangel an Ideen den gesamten 88minütigen Film. Darüber hinaus kommt nahezu zu keinem Zeitpunkt auch nur der Hauch von Spannung auf. Wie auch, wenn man vorrangig damit beschäftigt ist, sich ob der strunzdämlichen Dialoge und der miesen Schauspieler-Darsteller die Lachtränen aus den Augen zu wischen? Eben.
Nach über der Hälfte der Laufzeit beginnt man langsam zu realisieren, dass das mit „The Red House“ wohl nix mehr werden wird. Auch nach 52 Minuten lässt sich keinerlei Spannung ausmachen, ebenso ist von einer halbwegs schlüssigen Story weit und breit keine Spur. Schlussendlich guckt man ein paar vollpfostigen Twens dabei zu, wie sie im Haus und ums Haus herum eiern und Stuss reden. Die esoterisch veranlagte Wie-hieß-sie-noch-gleich spürt komische Schwingungen im Haus und guckt darob verstört. Der Quotenmann und -schwarze gibt ein paar sowohl testosterongetränkte als auch hohle Sprüche von sich, Carissa hat sich zum Glück schon in den Folterkeller verpieselt und Shelby und die andere da kommen gegen die vollkommene inhaltliche Leere des Films auch nicht mehr an und verlegen sich aufs recht apart aussehen und in knappen Klamotten rumlaufen.
 
 
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Glücklicherweise fehlt es dem gesamten Cast an auch nur rudimentärem Schauspieltalent, so dass sie zumindest alle gleich schlecht spielen und man sich über alle darstellerischen Leistungen gleichermaßen aufregen kann. Erstaunlich ist dieser Talentmangel allerdings schon, denn alle Hauptakteure haben umfangreiche Serien- oder Kurzfilmerfahrung, auch diverse Mini-Rollen in Kinofilmen sind dabei. Dennoch wirkt die ganze Truppe schwerst überfordert mit ihren mehr als stereotypen Rollen. Woran zugegebenermaßen auch – mal wieder – die grauenhafte deutsche Synchronisation schuld ist. Wenigstens an Bild und Ton der Scheibe gibt es nichts auszusetzen, die Qualität ist ok und auch der Ton wurde annehmbar ausgesteuert. Da man hier nur eine Handvoll Opfer zur Auswahl hat und die Morde größtenteils Offscreen stattfinden, fehlen „The Red House“ ebenfalls ein paar zünftige Splattereinlagen oder zumindest ein Hauch von Horror. Der einzige zu entdeckende Horror bleibt aber die Unfähigkeit von Darstellern und Regisseur. Deshalb gibt es natürlich auch schöne Regiefehler: Zum Beispiel sind die Zähne von Hillbilly 2 abwechselnd strahleweiß und dann wieder sumpfgrauschwarz. Wunderbar, so gibt es wenigstens irgendetwas zu entdecken in diesem hüftlahmen Film. Das Finale setzt dem Schwachsinn dann natürlich die Krone auf, entlockt dem Zuschauer aber dennoch gute Laune, da der Film somit endlich zu Ende ist.
 
 
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THE RED HOUSE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
„The Red House“ ist bedauerlicherweise ein ganz schlechter Vertreter seines Genres. Der noch unerfahrene Regisseur und Drehbuchautor Gregory Avellone zeigt in seinem zweiten Langfilm vornehmlich, was er alles nicht kann: Gute Geschichten schreiben, souverän Regie führen, fähige Darsteller auswählen, den Unterschied zwischen innovativ und total ausgelutscht erkennen usw. Der Film generiert zu keinem Zeitpunkt Spannung oder auch nur rudimentäres Interesse an den Protagonisten und ihrem Schicksal. Das liegt zum einen daran, dass sie fortwährend nur Schwachsinn von sich geben und zum anderen, weil sie nur von Schauspieler-Attrappen dargestellt werden, die nichts können. Darüber hinaus findet in diesem Horrorfilm der Horror vorwiegend Offscreen statt, so dass man sich noch nicht einmal richtig freuen kann, wenn mal wieder einer der Nervensägen der Garaus gemacht wird. „The Red House“ ist ein billiger, schlecht bespielter und in Genreklischees erstarrender Horror-Murks, der das Ansehen keinesfalls wert ist. Fürs lustige Regiefehler zählen und zumindest teilweises Amüsement ob der hirnhautlösend dämlichen Dialoge gerade mal noch drei von zehn roten Häusern, um die man einen großen Bogen machen sollte.
 
 
 


 
 
 

THE RED HOUSE – Zensur

 
 
 
„The Red House – Dieses Haus tötet dich“ wurde von der FSK erst für Erwachsene freigegeben. Die in Deutschland erhältliche Filmfassung ist ungeschnitten und trägt das rote Freigabesiegel: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE RED HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Savoy Film (Horror Extreme Collection)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Red House; USA 2013

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer

Veröffentlichung: 16.05.2014

 
 
 

The Red House – Dieses Haus tötet dich [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE RED HOUSE – Weitere Veröffentlichungen

 
 
 
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(c) Edel Germany GmbH

 
 
Neben der Einzelveröffentlichung von „The Red House – Dieses Haus tötet dich“ gibt es den Streifen in einer Horrorsammlung, die als „Horror Extreme Collection – Volume 2“ in den Handel gebracht wurde und neben besagten Horrorfilm auch die Streifen „Darkroom – Das Folterzimmer“ und „Paranoia – Der Killer in Dir“ beinhaltet. Leider gibt es dieses Horror-Sammlung nur auf DVD. Der Rechteinhaber hat auf eine parallele Vermarktung auf Blu-ray verzichtet. Immerhin sind alle Filme in der Box (Veröffentlichungstermin: 5. Februar 2016) ungeschnitten.
 
 
 

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THE RED HOUSE – Trailer

 
 


 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei Edel Germany GmbH | MIG Film GmbH | Savoy Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 6: Last Resort (2014)

Bela Kiss: Prologue (2013)

Cabin Massacre (2008)

Sawney – Menschenfleisch (2012)

Filmreview: „Bela Kiss: Prologue“ (2013)

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BELA KISS: PROLOGUE

Story

 
 
 
Fünf Jugendliche geraten nach einem Bankraub ins Visier des sagenumwobenen Serienkillers Béla Kiss, der zu Beginn des letzten Jahrhunderts mehrere Frauen ermordet hat, aber nie gefasst wurde. Bisher blieb sein Verbleib ungeklärt, doch aus irgendeinem Grund weilt er auch über 100 Jahre später immer noch unter den Lebenden …
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Kritik

 
 
 
Wenn Horror aus Deutschland auf dem Programm steht, bekommen viele Filmfans das kalte Grausen. Verwunderlich ist das natürlich nicht, gehört doch das Horrorgenre in der Bundesrepublik zu einer bedrohten Filmspezies und findet, wenn überhaupt, nur im Amateursektor (ITTENBACH, WALZ und Co. lassen grüßen) Erwähnung. Dennoch werden neben anstrengenden Arthouse-Gurken und schmalzigen Tragikomödien auch ab und an ungeförderte Schauerwerke produziert, die dann still und leise in die Videotheken wandern, damit das Kinopublikum nicht merkt, wie desaströs angestaubt und zwanghaft sozialkritisch der deutsche Film ist. Dass das aber auch anders geht, haben einige wenige nationale Produktionen bewiesen. Filme, wie ANATOMIE und ZIMMER 205 – TRAUST DU DICH REIN (wir berichteten) haben sich von den biederen Konventionen des deutschen Spielfilms verabschiedet und sich stattdessen ein Beispiel am internationalen Treiben genommen. So kam es, dass im Jahr 2010 der vom ZDF mitfinanzierte RAMMBOCK nicht nur ausreichend Lob und Preise abstauben konnte; Deutschlands Antwort auf die beliebte Zombieproblematik wurde sogar gewinnbringend ins Ausland verkauft und dort mit natürlich weitaus reißerischem Namen in den Handel gebracht. Auch BELA KISS: PROLOGUE ist einer jener ambitionierten Streifen, der vermutlich im Ausland mehr Aufmerksamkeit erhaschen wird, als es im eigenen Land der Fall sein dürfte. Hierzulande wurde das Debütwerk bisher etwas sehr stiefmütterlich behandelt, erhielt aber Anfang 2013 immerhin einen limitierten Leinwandausflug. Mitbekommen haben das vermutlich nur die wenigsten Horrorfans, so dass jetzt ein Jahr später die Heimkinofassung ins Haus steht, damit sich Liebhaber des grausigen Meuchelns von der beachtlichen Qualität dieses Schauermärchens überzeugen können. Hinter dem Gruselausflug steckt das Team von MIRROR MAZE, bestehend aus den vier ehemaligen Filmstudenten LUCIEN FÖRSTNER, SYLVIA GÜNTHER, STEVEN WEBER und ERIC KAZAK. Die hatten die Idee aus der Biografie des berüchtigten Serienmörders BELA KISS ein Diplomprojekt zu machen. Viel Geld war nicht vorhanden und eine Förderung nicht möglich, da die Macher zum Zeitpunkt des Projektstarts noch Studenten waren, was eine Filmförderung ausschließt. So wurde viel improvisiert und hauptsächlich selbst finanziert, was dem fertigen Streifen aber zu keinem Zeitpunkt anzusehen ist.
 
BELA KISS: PROLOGUE handelt vom mysteriösen Treiben des geheimnisumrankten ungarischen Serienmörders Béla Kiss, der um die Zeit des Ersten Weltkriegs mindestens 23 jungen Frauen ermordet und deren Leichen (darunter auch seine Frau) in großen Metallbehältern auf seinem Grundstück gebunkert haben soll. Gefasst wurde er nie und dass, obwohl er im Verlauf seines Lebens an verschieden Plätzen rund um den Globus gesichtet wurde. In BELA KISS: PROLOGUE wird der Mythos des geisteskranken Mörders fiktiv weitergesponnen und aus dem berüchtigten Irren ein blutgeiler Schlächter gemacht, der sich durch den Lebenssaft seiner Opfer am Leben erhält. Seine treusorgende Sippschaft führt im 21. Jahrhundert irgendwo in einem Wald nahe Budapest (wo auch sonst) ein verstecktes Stundenhotel. Dorthin flüchten ein paar Kleinkriminelle, die nach einem Bankraub einen sicheren Unterschlupf für sich suchen. Fast angekommen, vermiest ihnen ein besorgter Jäger die Freude am schnellen Geld. Der wird jedoch kurzerhand in die ewigen Jagdgründe befördert, und die Stimmung der Gruppe ist im Keller. Kaum im Hotel eingecheckt, geht der Streit erst richtig los. Die Freunde beginnen, einander zu misstrauen und Konflikte werden geschürt. Da verschwindet plötzlich einer nach dem anderen auf mysteriöse Weise und wird im Keller seines Lebenssaftes beraubt.
 
Wie bereits der Titel erahnen lässt, möchten die Macher des Films, dass deren neu kreiertes Franchise in Serie gehen soll. Ob das jedoch gelingen wird, bleibt abzuwarten, wünschenswert wäre es zumindest, gab es nach ANATOMIE (2000) und ANATOMIE 2 (2003) keine deutsche Horror-Reihe mehr im Kino zu sehen, die Lust auf mehr gemacht hätte. Den Anfang macht aber nun erst einmal BELA KISS: PROLOGUE, der für ein günstig gedrehtes Debütstück erstaunlich hochwertig anzuschauen ist und sich offensichtlich an den Regeln des amerikanischen Hochglanz-Horrorkinos orientiert. Für den Fan deutscher Filme eine etwas gewöhnungsbedürftige Angelegenheit, schaut BELA KISS: PROLOGUE nicht im Geringsten nach dem aus, was dem Gebührenzahler sonst so im Öffentlich Rechtlichen TV angedreht wird. Der Zuschauer erlebt verspielte Kamerafahrten, die fast schon künstlerisch um die Protagonisten schweben und ein detailverliebtes Ausstattung, bei der man stets spürt, dass hier enorm Herzblut investiert wurde (das Team hat bereits ein Jahr vor Drehbeginn Möbel aus Haushaltsauflösungen gesammelt, um Geld zu sparen). Zudem erfreut eine permanent unheimliche Atmosphäre, die anfänglich nicht so wirklich ahnen lässt, worauf der Film nun eigentlich hinauslaufen soll. Natürlich steht die titelgebende Hauptfigur im Mittelpunkt, die am Ende nach Haus zurückkehrt, um ihr krankes Hobby fortführen zu können: hübschen Frauen aufzulauern, um sie anschließend kaltblütig zu töten. Ungewöhnlicherweise fällt BELA KISS: PROLOGUE nicht mit der Tür ins Haus, denn der Antagonist findet hier nur in kurzen Rückblenden Erwähnung, in denen noch einmal die Etappen seines bisherigen Daseins beleuchtet werden. Der Film selbst konzentriert sich in erster Linie um KISS‘ Komplizen, die sich in einem Hotel niedergelassen haben und nun sehnsüchtig auf die Ankunft des „Meisters“ warten. Damit ihnen ohne dessen Anwesenheit nicht allzu langweilig wird, kommen ihnen einige neugierige Gäste gerade recht. Die stellen viele komische Fragen, spionieren auf dem Anwesen umher und finden sogar jene Metallbehälter, in denen KISS‘ seine ermordeten Opfer versteckt hält. Dass soviel unverfrorene Schnüffelei bestraft werden muss, merken die fünf Bankräuber recht schnell. Denn noch bevor die Freunde hinter das Geheimnis des gruseligen Hotels kommen, finden sie sich bereits im Keller wieder, wo sie kopfüber zum Ausbluten über Schüsseln aufgehangen werden. Auch wenn man sich bis dahin etwas sehr viel Zeit lässt, gefällt, wie rabiat es für deutsche Verhältnisse zur Sache geht. Das Team rund um LUCIEN FÖRSTNER hat die Hausaufgaben perfekt erledigt und BELA KISS: PROLOGUE entwickelt sich souverän zu einer blutigen Mixtur aus Vampirfilm, MICHAEL BAY’S TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) und ELI ROTHS kontroversem HOSTEL (2005).
 
Ob BELA KISS: PROLOGUE fortgeführt wird, wird sich zeigen. Der Film wurde auf Englisch gedreht, was es erleichtert, den Streifen auch im Ausland zu verkaufen. Da kann man nur hoffen, dass man dort auf den Geschmack deutscher Blutwurst kommt und möglichst schnell ein Sequel gedreht wird. Bleibt die Produktion auf ähnlich technischem Niveau und hält an derartig schroffer Bildsprache fest, könnte deutscher Horror nach Frankreich und Spanien ebenso international Kasse machen.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Lecker Blutwurst aus Deutschland. Ungewohnt blutig und rabiat geht es für deutsche Verhältnisse in BELA KISS: PROLOGUE zu. Wer Filme wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE und HOSTEL mag, sollte definitiv einen Blick riskieren und die Scheibe kaufen, damit möglichst schnell eine Fortsetzung nachgeschoben wird.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Zensur

 
 
 
BELA KISS: PROLOGUE ist auf Blu-ray und DVD ungeschnitten zu haben. Zu Beginn und am Ende kommt das Special Effect-Make up reichlich oft zum Einsatz und verfehlt seine Wirkung nicht. Daher hat es bei der FSK auch für eine KJ-Freigabe gereicht.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bela Kiss: Prologue; Deutschland 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 2 Making Ofs, 2 Audiokommentare, B-Roll, Deleted Scenes, Special zur Deutschlandpremiere, Original 35mm-Aufnahmen, Bildergalerie, Storyboard-Vergleich, 2 Trailer

 
 
 
BELA KISS: PROLOGUE ist nun auf Blu-ray erschienen und glänzt mit einer prunkvollen Ausstattung und einem phänomenal hochwertigen Bild. Das kann für ein deutsches Indie-Projekt fast schon als Glanzstück betiteln werden, wenn man bedenkt, dass BELA KISS von unerfahrenen Filmstudenten umgesetzt wurde. Die Schärfe ist beachtlich und der Kontrast unglaublich satt. Hier lassen sich sogar Falten und Poren auf Händen und Gesichter erkennen; selbst die Tannennadeln der Bäume des Waldes lassen sich zählen, insofern man sich die Arbeit machen möchte. Leider gab es zu Beginn auch einen Bildfehler, der vermutlich so nicht gewollt gewesen ist. Während einer Flugszene über den Wald (00:13:15) werden die Bilder einige Sekunden lang verzehrt und unscharf dargestellt. Das verschandelt zwar die hübsche Naturaufnahme, ist aber zu verschmerzen. Auch beim Ton überzeugt der Streifen. Der Score ist kraftvoll und lässt die Boxen arbeiten, die Stimmen sind stets gut zu verstehen und eine dezent eingesetzte Geräuschkulisse bewirkt eine angenehme und stimmige Räumlichkeit. Wer sich nach dem Film noch über BELA KISS: PROLOGUE informieren möchte, kann in einer umfangreichen Auswahl an Bonusmaterial stöbern. Da es sich hier um einen deutschen Genrefilm handelt, sind demzufolge auch die meisten Extras in deutscher Sprache vorzufinden. Es gibt zwei Audiokommentare der Macher (in deutscher Sprache), ein Making of in Deutsch (14 Minuten, HD) und eins in Englisch (ca. 23 Minuten, HD, feste dt. Untertitel) sowie ein dreiminütiges Special zur Deutschlandpremiere des Streifens (in deutscher Sprache, HD). Weiter geht’s mit gelöschten Szenen, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben (rund 8 Minuten, unbearbeitet Filmmaterial ohne Musik) und interessante Storyboard-Vergleiche (rund 8 Minuten) in denen man zwei Szenen parallel in Skizzen betrachten darf. Hinter dem Menüpunkt „B-Roll“ verstecken sich Filmaufnahmen vom Set, die von den Machern per Voice-over kommentiert werden (in deutscher Sprache, rund 15 Minuten). Außerdem haben es noch einige Original 35-mm-Aufnahmen auf die Scheibe geschafft, die das Leben von BELA KISS in Rückblenden schildern (rund 3 Minuten) sowie eine animierte Bildergalerie mit Fotos aus dem Film (rund 2 Minuten, mit Musik unterlegt). Der Trailer in deutscher und englischer Sprache darf natürlich nicht fehlen.
 
Die Blu-ray von BELA KISS: PROLOGUE ist ein Traum. Nicht nur das die Technik stimmt; ein derart dickes Bonuspaket hat man auf einer Horror-Blu-ray eines deutschen Horrorfilms vermutlich noch nie gesehen. Wir können diese Veröffentlichung nur empfehlen, denn hier stimmt das Preis/Leistungsverhältnis, auch wenn es leider keine deutsche Untertitlung für den Hauptfilm gibt.
 
 

BELA KISS: Prologue [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)

Wrong Turn 5 (2012)

Filmreview: „Cabin Massacre“ (2008)

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CABIN MASSACRE

(FARM HOUSE MASSACRE)

Story

 
 
 
Chad und Scarlet wollen nach dem Tod ihres Kindes ein neues Leben beginnen, geraten jedoch an ein schrecklich heimtückisches Winzer-Pärchen, dass eine unbeschreibliche Leidenschaft für die grausamen Seiten des Lebens hegt. …
 
 
 


 
 
 

CABIN MASSACRE – Kritik

 
 
 
Es ist jedesmal ärgerlich, wenn ein Cover mit einem „Massacre“ lockt und das blutrote Matschfest dann leider auf sich warten lässt. Für kleine Labels wie SCHRÖDER MEDIA, EDEL FILM, SAVOY und Co. scheint es in letzter Zeit zu einer – lukrativen natürlich – Selbstverständlichkeit geworden zu sein, kleine unbedeutende Filme mit brutalstmöglich plakativen Titeln neu zu veröffentlichen. Die klingen nicht selten nach berüchtigten Klassikern aus den 80ern oder erfolgreichen Horrorserien der Neuzeit und führen den Filmfan ganz schön unverschämt hinters Licht. Da wird aus dem interessanten Western-Wurm-Flick THE BORROWERS kackendreist DAWN OF THE UNDEAD und der finnische DARK FLOORS erhält mit DEMONIC POSSESSION einen weitaus reißerischen Namen. Auch der Titel des hier besprochenen Terrorfilms FARMHOUSE war Rechteinhaber SAVOY FILM scheinbar etwas zu lasch, so dass einmal mehr die unkreative Titelmaschinerie angekurbelt und FARMHOUSE kurzum in CABIN MASSACRE umbenannt wurde. Für den Käufer eine erheblich irreführende Prozedur, verbirgt sich hinter dem gekauften Film nicht selten das, was er so eigentlich gar nicht sehen wollte. CABIN MASSACRE macht da natürlich keine Ausnahme, steckt doch in diesem Film soviel CABIN und MASSACRE wie Essig oder Kochschinken in Schokolade. Der Leidtragende ist natürlich der ahnungslose Kunde, der durch diese krumm wirtschaftlich motivierten Neuschöpfungen hinterlistig um sein hart verdientes Geld gebracht und sich zukünftig genauer über die Veröffentlichungen jener Labels informieren wird. Auch wenn Horrorjüngern eine derart unverfrorene Veröffentlichungspolitik irgendwann die Lust am Sammeln von Filmen verderben dürfte, sei an dieser Stelle versichert, dass CABIN MASSACRE trotz irreführende Titel-Eigenkreation kein wirklich schlechtes Kino ist. Der Streifen wurde bereits 2008 von GEORGE BESSUDO abgedreht, der ein Jahr zuvor mit dem eher bescheidenen LAKE DEAD einen Beitrag zum berüchtigten AFTER DARK HORRORFILMFEST beisteuern durfte, aber damit ungnädig untergegangen ist. Umso erfreulicher, dass BESSUDO mit der darauffolgenden (und seiner bisher letzten) Regiearbeit beweisen konnte, dass es sich bei seinem Erstling einfach nur um einen Ausrutscher gehandelt hat und er auch gute Filme drehen kann. Merklich vom Erfolg des in Genre-Kreisen lobgepriesenen STORM WARNING (2007) inspiriert, fühlt sich CABIN MASSACRE auch so an, als würde dem Zuschauer hier die Light-Variante des australischen Backwood-Slashers geboten.
 
 
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Die Geschichte dreht sich um die von Schmerz gezeichneten Eltern Scarlet (JAMIE ANNE ALLMAN) und Chad (WILLIAM LEE SCOTT), die ihr altes Leben nach dem tragischen Tod ihres neugeborenen Sohnes hinter sich lassen und nun in Seattle einen Neuanfang wagen wollen. Doch die Reise dorthin ist nicht frei vor Gefahren. Nicht nur dass Chad nach achtstündiger Autofahrt am Steuer einschläft und den Wagen sprichwörtlich in den Sand setzt; auch ein naheliegendes Weingut, in welchem das Paar auf Hilfe hofft, entpuppt sich praktisch als Vorhof zur Hölle. Dort haust Winzer Samael (STEVEN WEBER) und seine liebreizende Gattin Lilith (KELLY HU), die die beiden Leidtragenden herzlich zum Abendbrot einladen. Doch hinter dem gastfreundlichen Pärchen versteckt sich das abgrundtiefe Böse. Kaum bricht die Nacht herein, werden Chad und Scarlet von den Gastgebern überwältigt und im ersten Stock ihres Hauses zu Folteropfern.
 
 
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Mit fünf Jahren Verspätung trudelt CABIN MASSACRE nun auch in Deutschland ein. Wobei sich dieser Torture Flick perfekt in die Reihe der weitaus härteren Genrevertreter einzureihen versteht. Hier wird eine Käsereibe zweckentfremdet und Augen mit einem scharfen Küchenmesser ausgestochen. Die gemeinen Gewaltexzesse sind zwar rar gesät, verfehlen die übertragene Schmerzwirkung beim Zuschauer keineswegs. Lobenswerterweise ist CABIN MASSACRE dennoch keiner dieser unerträglichen Gewaltpornos geworden, die sich einzig darum bemüht sehen, möglichst ganz viele Ekelszenen aneinander zu reihen, um die Nerven der Horrorfans zu strapazieren. BESSUDO findet den Spagat zwischen stimmiger Inszenierung und wohldosierten Grausamkeiten, die CABIN MASSACRE zu einer kurzweiligen und vor allem spannenden Angelegenheit machen. Hier steht vor allem das Schicksal der gebeutelten Hauptdarsteller im Mittelpunkt, die mit ihrer tragischen Vergangenheit gehörig zu kämpfen haben. Allen voran der labile Chad, der etwas arg fragil von WILLIAM LEE SCOTT verkörpert wird. Der ist zwar mit Herz und Seele dabei seinem Charakter so etwas wie Glaubwürdigkeit einzuverleiben; die Rolle des von Gewissensbissen geplagten Ehemanns nimmt man ihm jedoch zu keiner Minute ab. Geschickter beim Agieren sind da die beiden Bösewichte des Films, die herrlich zynisch von STEVEN WEBER und KELLY HU verkörpert werden. Gerade Erstgenannter glänzte ja bereits in der King-TV-Verfilung THE SININING als psychotischer Familienvater und schafft es auch in CABIN MASSACRE einen herrlich abgedrehten, dennoch zutiefst bösen Schlitzer zu mimen. Dass das Aufeinandertreffen der beiden Familien nicht von ungefähr kommt, hebt CABIN MASSACRE vom üblichen Foltersud ab. Denn der Zuschauer erfährt durch eingestreute Rückblenden, dass Scarlet und Chad eine Menge dummes Zeug veranstaltet haben, um letztendlich aus gutem Grund von Winzer Samuel und dessen Frau gerichtet zu werden. Während die teils wirren Flashbacks anfänglich noch kaum Sinn ergeben wollen, tritt die überraschende Auflösung am Ende den Zuschauer in die Magengegend. Was bleibt ist ein stimmig und düster erzählter Horrorfilm, dem es trotz bekannter Versatzstücke gelingt, eine merklich unangenehme Atmosphäre zu erzeugen, die 90 Minuten gut unterhält und den Filmfreund schnell vergessen lässt, dass er Filme wie CABIN MASSACRE eigentlich schon unzählige Male auf der Mattscheibe hatte.
 
 
 


 
 
 

CABIN MASSACRE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Zwar nicht neu, dafür aber geschickt inszeniert: Kleiner, düsterer Terror-Slasher mit Foltereinlagen, die es ganz schön in sich haben. Trotz B-Movie-Charakter ist Regisseur GEORGE BESSUDO das Kunststück gelungen, einen durchweg spannenden Schocker zu produzieren, der sich nicht bloß mit dem Abhandeln der obligatorischen Ekligkeiten beschäftigt.
 
 
 


 
 
 

CABIN MASSACRE – Zensur

 
 
 
CABIN MASSACRE ist in Deutschland vollkommen ungeschnitten erschienen. Die DVD und Blu-ray ist mit der KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung ab sofort im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

CABIN MASSACRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
cabin massacre blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Farmhouse; USA 2008

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: ohne Bonusmaterial

 
 
 

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CABIN MASSACRE – WEITERE VERÖFFENTLICHUNGEN

 
 
 
Neben der herkömmlichen Blu-ray erschien der Film auch als Teil eines umfangreichen Horrorfilm-Pakets mit sechs Filmen auf 2 DVDs. Auf diesem Heimkinomedium, das als PAIN & TORTURE 6 MOVIE PACK in den Handel gebracht wurde, ist der Streifen ebenso ungeschnitten enthalten, wie auf der bereits erhältlichen Einzel-Blu-ray.
 
 
 
Pain & Torture Collection

(c) Schröder Media Handels GmbH

 
 
 

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Weiterhin wurde der Film unter dem alternativen Filmtitel FARM HOUSE MASSACRE im Jahr 2017 noch einmal auf DVD von WGF / SCHRÖDER MEDIA veröffentlicht. Auch dieser Release ist komplett ungeschnitten. Das veränderte Cover und der alternative Titel suggerieren einen anderen Film. Dem ist aber nicht so. Auch in dieser DVD-Hülle schlummert der Horrorthriller CABIN MASSACRE von 2008.
 
 
farm-house-massacre-dvd

(c) WGF | Schröder Media Handels GmbH

 
 

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CABIN MASSACRE – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Storm Warning (2007)

Wrath (2011)

The Bates Haunting (2012)

Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens (2011)

Silent Night (2012)

ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)

Urban Explorer (2011)

Filmreview: „Sawney – Menschenfleisch“ (2012)

lord of darkness 2012
 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH

Story

 
 
 
Sawney Bean ist Abkömmling einer berüchtigten Kannibalensippe, die um 1500 in Schottland ihr Unwesen trieb. Nun lebt er mit seiner degenerierten Familie unentdeckt irgendwo in den Bergen und fängt des Nachts Tramperinnen, um sich an deren Fleisch zu laben. Das mysteriöse Verschwinden mehrerer Frauen erweckt das Interesse des Kriminaljournalisten Hamish MacDonald (Samuel Feeney). Weil er fest davon überzeugt ist, dass die Polizei unfähig scheint, die Fälle aufzuklären macht er sich selbst daran, eigene Ermittlungen anzustellen. Bei seinen Recherchen stößt er bald auf das geheime Versteck der Kannibalenbrut – mit unvorhersehbaren Folgen …
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Kritik

 
 
 
Gruselige Lagerfeuergeschichten sind seit jeher die beste Möglichkeit, zartbesaiteten Gemütern die wohlverdiente Nachtruhe zu verderben. Gerade dann, wenn es sich bei jenen Erzählungen um Legenden mit angeblich wahren Backgrounds handelt, findet der als Erholung geplante Campingausflug bei phantasiebegabteren Angsthasen rasch ein Ende. Die Legende des Kannibalen SAWNEY BEAN ist derartiger Garn, der sich seit Jahrhunderten hartnäckig in den Köpfen der englischen Bevölkerung festgesetzt hat. Folklore geworden, bot das zweifelhafte Treiben des schottischen Hannibal Lecter vor allem ambitionierten Filmemachern immer wieder ausreichend Inspirationsgrundlage für ihre mehr oder weniger brauchbaren Filme. Zu einem der wohl bekanntesten gehört THE HILLS HAVE EYES von Altmeister WES CRAVEN, der das blutige Handwerk von SAWNEY BEAN bereits 1977 verbraten konnte – in leicht abgewandelter Form versteht sich natürlich.
 
Die Geschichte des Serienkillers ALEXANDER SAWNEY BEAN beginnt im Schottland des 15. Jahrhundert, wo der verschlagene Psychopath in East Lothian geboren wurde, eine wenig ehrbare Frau kennen lernte und beschloss mit ihr eine eigene Familie zu gründen. Beide wurden jedoch aus der Stadt vertrieben und fanden wenig später in der Nähe von Galloway Conty eine versteckte Höhle, die ihnen als Stützpunkt für ruchlosen Lebenswandel dienen sollte. Das Paar begann, unachtsame Reisende zu ermorden und bereicherte sich an deren Besitz. Doch bald sollten die erbeuteten Habseligkeiten nicht mehr ausreichen, um die unzähligen Nachkommen ernähren zu können. Das Fleisch ihrer Opfer füllte bald die leeren Mägen der Kinder. Glaubt man den Erzählungen, soll die Brut bis zu 1000 Menschen verspeist haben. Dennoch konnte eines der Opfer entkommen, worauf König James IV persönlich eine Treibjagd ins Leben rief und die gesamte Familie hinrichten ließ. Bis heute ist nicht genau geklärt, ob es sich bei jenen Geschehnissen um Aberglauben oder historische Fakten handelt. Fakt ist, dass unzählbare Details der Geschichte durch die englische Klatschpresse hinzugedichtet wurden. Dazu heißt es, schwere Hungersnöte sollen viele Schotten im 15. Jahrhundert getrieben haben, Menschenfleisch zu verzehren. Daher ist die Existenz eines SAWNEY BEAN nicht unwahrscheinlich. In welcher Form? Diese Frage wird vermutlich ewig unbeantwortet bleiben.
 
Der Backwood-Slasher SAWNEY – MENSCHENFLEISCH (im Original: LORD OF DARKNESS) ist ein Horrorfilm, der sich jenem rätselhaftem Mythos widmet. Dabei erklärt Autor, Produzent und Regisseur RICK WOODS die unbelegten Fakten kurzum zu Fakten und verlagert die Erzählungen rund um den Menschenfleisch fressenden Irren in die Gegenwart, wo SAWNEY BEAN als Taxifahrer getarnt in die naheliegende Großstadt düst, um unwissende Frauen in seinen Unterschlupf zu verschleppen. SAWNEY BEAN (herrlich widerlich von DAVID HAYMAN verkörpert) ist einer der wenigen Nachkommen, des Sawney-Clans und hat nun seine eigene Familie in den schottischen Bergen gegründet. Im Keller haust ein groteskes Wesen mit Namen Mama, das mit Fleisch versorgt werden will und nur mit Radiomusik zufriedengestellt werden kann. Die entstellten Söhne dienen dem Vater als Handlanger und sorgen sich um das „Wohlergehen“ der hilflosen Opfer und natürlich auch um Mama. Originell bösartig geht es in SAWNEY – MENSCHENFLEISCH zu. Anfänglich noch als SAWNEY: FLESH OF MEN betitelt, hat es RICK WOODS geschafft einen vollkommen überzogenen Freak-Schocker zu realisieren, der die volle Aufmerksamkeit hungriger Gorehounds für sich gewinnen dürfte. Da wird in Eimern von Fleisch gewühlt, Innereien zerhackt und zähflüssiges Blut geschlürft – ganz zum Leidwesen manch ungeübten Filmfans, der sich aufgrund derartiger Zeigefreudigkeit rasch angewidert fühlen dürfte. Überhaupt fühlt sich SAWNEY – MENSCHENFLEISCH wie der neuste Ausflug ins TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Universum an. Bis auf den tüchtigen Junggesellen LEATHERFACE gibt es hier alles, was die Serie seit jeher so beliebt gemacht hat. In SAWNEY – MENSCHENFLEISCH steht altmodischer Splatter ohne Kettensäge auf dem Speiseplan. Es wird enthauptet, vergewaltigt und geschlitzt, was das F/X-Arsenal hergibt. Für ein günstig produziertes Debüt-Werk durchaus bemerkenswert. Die vielen bösen Szenen erreichen einen unglaublich professionellen Standard, an dem sich viele Mainstreamfilmchen ein Beispiel nehmen sollten. Grund genug, einmal mehr zu loben, dass handgemachter Splatter bei weitem effektiver ist, als Pixelgekröse aus dem Computer.
 
Auch wenn die Prämisse dieses rauen Erstlingswerks nicht gerade vor Innovationen strotzt, so schafft es Regisseur WOODS trotz aller Klischees und Stereotypen, eine merklich beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Die Kulisse der schottischen Berglandschaft pendelt dabei grandios zwischen traumhafter Melancholie und nebeligem Unbehagen. Gerade wenn sich SAWNEY BEAN auf den Weg in die Großstadt begibt, um Opfer für sein Menschengulasch zu suchen, erinnern die wenigen Szenen in ihren grausig-farblosen Bildern an altmodisches Edgar-Wallace-Kino der 60er Jahre und dürften das Filmherz jedes Nostalgikers schnell schlagen lassen. SAWNEY – MENSCHENFLEISCH erfindet das Backwood-Genre nicht neu und lässt am Ende viele Fragen unbeantwortet. Dennoch erlebt der Zuschauer hier handfesten Splatter der alten Schule. Hier wird nicht geklotzt, sondern hier wird gekleckert. Berge von Menschenfleisch werden durch den Fleischwolf gejagt, was der FSK so rein gar nicht schmecken dürfte. Zwar verhält sich SAWNEY – MENSCHENFLEISCH bei den Morden eher kurz und knackig; das Schlachterhandwerk beherrscht Kannibale SAWNEY BEAN dafür umso kreativer. Wer immer noch nicht genug von primitiven Hinterwäldlern hat, die triebhaft durch Büsche und Sträucher huschen, um ahnungslosen Wanderern aufzulauern, ist bei SAWNEY – MENSCHENFLEISCH genau richtig. Da darf man nur hoffen, dass Debütant RICK WOODS genug Erfolg mit seinem Werk einheimsen kann, auf dass schnell eine Fortsetzung in Produktion geht – verdient hätte es dieser raue, kleine Horrorschocker allemal.
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) nur ohne LEATHERFACE – ja das gibt es! Der vorliegende SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ist Quasi die Light-Version des berüchtigten Terrorfilms von TOBE HOOPER, was dem Film aber nicht negativ angekreidet werden soll. Horror der alten Schule: brutal, kompromisslos und herrlich abartig. Ein Fest für Horrorfilmfans, mit einer Leidenschaft für das Wesentliche!
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Zensur

 
 
 
Hier wird in Fleisch gewühlt und zähflüssiges Blut getrunken. Auch wenn es hier nur wenigen Morde gibt (diese sind dafür umso heftiger) war der düstere Ton in SAWNEY – MENSCHENFLEISCH der hiesigen FSK die höchste Altersfreigabe wert. SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ist in Deutschland ungeschnitten nur für Erwachsene geeignet. Die hiesige DVD und Blu-ray trägt die KJ-Kennzeichnung.
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Sawney-Menschenfleisch-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sawney: Flesh of Man; Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Internationaler Trailer, Interview, Deleted Scenes, Outtakes, Audiokommentar

 
 
 
Lobenswerterweise hat es Anbieter MARITIM PICTURES geschafft den durchaus gelungenen SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ungeschnitten durch die FSK zu boxen. Etwas erstaunlich, haben es meist weitaus seichtere Streifen nicht so einfach ungeschoren durch die strenge Zensurinstanz zu kommen. Horrorfans dürfen sich freuen, denn die Blu-ray des Labels ist solide umgesetzt und überzeugt vor allem beim Bonusmaterial. Das ist für einen so kleinen Film überraschend vielfältig ausgefallen. Neben einem Audiokommentar gibt es ein Interview mit Hauptdarsteller DAVID HAYMAN (ca. 3 Minuten, sehr gutes HD), der munter über die Dreharbeiten und die Legende des Titelhelden plaudert. Weiter geht es mit einigen Patzern vom Dreh (ca. 7 Minuten, HD) und einigen gelöschten Szenen (ca. 11 Minuten, HD). Der Trailer in der Originalsprache (ca. 2 Minuten) rundet das Bonuspaket ab. Das I-Tüpfelchen wäre ein komplettes Making-of gewesen; das sucht man aber leider vergebens. Dennoch hat auch eine so gute Ausstattung einen Wehrmutstropfen. Untertitel gibt es nämlich keine. So sind leider die diversen Extras für den nicht englisch sprechenden Zuschauer nutzlos. Zudem schauen auch hörlose Filmfans sprichwörtlich in die Röhre. Denn eine deutsche Untertitelspur für den Hauptfilm hat es ebenso nicht auf den HD-Rohling geschafft. Bild- und Ton sind erreichen zwar zu keiner Zeit Referenzklasse, bewegen sich aber immer noch im grünen Bereich, wobei die deutsche Übersetzung einmal mehr arg gewöhnungsbedürftig aus den Heimkinoboxen schallt. Hier ist wieder einmal ersichtlich, dass die Synchronisation nicht viel kosten durfte, so dass unerfahrene Sprecher engagiert werden mussten. Das ist etwas schade, zerstört die etwas unbeholfene Übersetzung einen Teil der hervorragenden Gruselstimmung und erinnert nicht selten an hölzerne Trashstreifen aus den 80ern. Immerhin bekommt man ein schlichtes, aber stimmig animiertes Hauptmenü und ein Wendecover ohne FSK-Flatschen geboten. Wer ein Faible für düstere Slasher a la WRONG TURN besitzt sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren, zumal die Blu-ray zu SAWNEY – MENSCHENFLEISCH recht erschwinglich zu haben ist.
 
 
 

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SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (1977)

The Hills have Eyes (2006)

Wrong Turn (2003)

Wrong Turn 2: Dead End (2007)

Wrong Turn 3: Left For Dead (2009)

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

Filmreview: „Hatchet 3“ (2013)

Hatchet-3-2013
 
 
 

HATCHET 3

Story

 
 
 
Nachdem Marybeth (Danielle Harris) den Geist Victor Crowleys (Kane Hodder) zur Strecke gebracht hat, wird sie in eine naheliegende Polizeistation gebracht, wo der Verdacht bezüglich der grausamen Morde direkt auf sie fällt. Niemand möchte ihr Glauben schenken, dass in den Wäldern eine unberechenbare Killermaschine haust, die für die Bluttaten zur Rechenschaft gezogen werden muss. Um ihre Unschuld zu beteuern, willigt sie ein, zusammen mit der Journalistin Amanda (Caroline Williams) die Asche von Crowleys Vater zu finden, die dem Spuk endlich ein Ende bereiten soll. Währenddessen werden die leblosen Überreste des Sumpfkillers von einem SWAT-Team in Sicherheit gebracht. Keiner der Anwesenden scheint zu ahnen, dass die Kreatur wieder von den Toten auferstehen und ihr blutiges Treiben erneut fortsetzen wird. Kann Marybeth dem rastlosen Mörder noch rechtzeitig das Handwerk legen?
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Kritik

 
 
 
Alle guten Dinge sind drei dachte sich vermutlich HATCHET-Macher ADAM GREEN (FROZEN – EISKALTER ABGRUND) und kurbelte in Windeseile den abschließenden, dritten und – planmäßig – letzten Teil der beliebten HATCHET-Serie herunter. Diesmal hat der Filmemacher das Regiezepter an BJ MCDONNELL weitergereicht, der für die beiden vorherigen Teile als Kameramann verantwortlich zeichnete und nun mit dem Abschluss der Trilogie seinen Einstand als Chef am Set gibt. Wirklich förderlich ist dieser konsequente Wechsel dem jüngsten Sequel nicht wirklich, denn HATCHET III ist leider nicht das geworden, was man von einem derart beliebten Franchise erwartet hätte. Während Kollege MCDONNELL vehement versucht, des wilden Treibens auf der Mattscheibe Herr zu werden, fungiert Erfinder ADAM GREEN diesmal nur als Produzent und Drehbuchautor. Aufgrund der Erwartungshaltung der Fanbase erschien der Druck enorm, so dass GREEN krampfhaft versucht haben muss, der Geschichte des mordgierigen Sumpfgeists ein würdiges Ende zu bereiten.
 
Herausgekommen ist eines, der vermutlich überflüssigsten Sequels der Filmgeschichte. Nicht einmal drei Jahre nach Fertigstellung des zweiten Teils kommt es in die Heimkinos der Welt. Ein Umstand, der dem Film keinen Gefallen tut. Die Geschehnisse wirken an den Haaren herbeigezerrt, die kaum vorhandene Geschichte zwanghaft auf Spielfilmlänge aufgeblasen. HATCHET-Erfinder GREEN scheinen die Ideen für einen würdigen Abschluss ausgegangen zu sein, so dass der dritte Aufguss förmlich wie ein Best Of der witzigsten Szenen der Vorgänger wirkt. Dabei schließt die Handlung direkt an die Geschehnisse des zweiten Teils an. Heldin MARYBETH schwingt die Kettensäge und macht Sumpf-Legende VICTOR CROWLEY mittels Schrotgewehr einen Kopf kürzer. Der irre Axtkiller scheint besiegt, wäre da nicht der Fluch, auf den Gebeinen der Kreatur der sie Nacht für Nacht unbeschadet von den Toten auferstehen lässt. Während die Geschichte konsequent weitergesponnen wird und sich MARYBETH zusammen mit Journalistin AMANDA und Sheriff FOWLER (ZACH GALLIGAN – war mal fast ein Star mit GREMLINS) auf die Mission begibt, der Wiederauferstehung des Bösen zu ein Ende zu machen, spielt sich eine Parallelhandlung ab. Ein wenig informiertes SWAT Team erkundet den Sumpf nach den Überresten der Opfer und stößt am darauffolgenden Abend natürlich auf den filetierten VICTOR CROWLEY, der sich wieder bester Gesundheit erfreut. Was folgt ist der obligatorische Blutzoll, den Fans der Reihe vermutlich auch erwartet haben.
 
Köpfe werden gespalten, Hirne fliegen vor die Linse und Gliedmaßen werden abgetrennt, ganz so wie man es seit jeher von HATCHET gewohnt ist. Ernstzunehmen ist das blutige Gorefest zu keiner Minute, dazu sind die Effekte zu überladen, zu überdreht und zu unausgegoren, was mit Sicherheit auf das beschränkte Budget zurückzuführen ist, das der Produktion zur Verfügung gestanden hat. Während sich der Film in der zweiten Hälfte in ein regelrechtes Effekt-Feuerwerk verwandelt, bleibt dem Zuschauer dennoch nicht verwehrt, dass das alles zwar ganz nett anzuschauen ist, aber nicht wirklich Substanz besitzt. Das einfallslose Finale ist weder spannend noch sonderlich innovativ. Die Szenenabfolge wiederholt sich bis zum Erbrechen, so dass spätestens nach der zehnten Enthauptung merklich Langeweile eintritt. Wie im Slasherfilm üblich- braucht der Filmfreund auch rein gar nicht über das oft sonderbare Handeln der Anwesenden zu grübeln. Die verhalten sich natürlich durch die Bank weg sinnbefreit und finden entsprechend schnell einen möglichst blutigen Tod – etwas anderes würde den Horrorfilmfan auch wundern. Während es der Original-HATCHET herrlich selbstironisch verstand, sich von der Masse hölzerner Backwood-Slasher abzuheben, ist der aktueller Beitrag weder Fisch noch Fleisch. Zwar ist das Geschehen auch weiterhin mit einem Augenzwinkern abgelichtet; die Geschichte aber so trivial und unwichtig, dass man nicht verstehen möchte, warum man sich dafür entschieden hat, einen weiteren Teil zu drehen. Die Handlung hätte genauso gut in HATCHET II eingearbeitet werden können. So ist HATCHET III zwar ganz nettes Splatterkino mit großartigen Cameo-Auftritten bekannter Stars der Horrorfilmwelt, ein würdiges Finale erlebt das HATCHET-Universum aber nicht!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Splatterkino zu wie es sein soll: kompromisslos, hart und blutig. Abgesehen vom durchaus blutroten Treiben ist HATCHET 3 leider nicht das Finale geworden, was man sich bei einem derart beliebten Franchise gewünscht hätte, denn wirklich frisch und ideenreich kommt der neuste Aufguss nicht daher. Stattdessen werden dem Zuschauer hier die bekannten Zutaten der Serie noch einmal lauwarm serviert. Schade drum!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Zensur

 
 
 
Der Splatteranteil in HATCHET 3 ist erstaunlich hoch und durchaus seigefreudiger als im Vorgänger. Die netten, handgemachten Effekte sind trotz der ironischen Umsetzung dennoch erstaunlich hart, so dass HATCHET 3 hierzulande das gleiche Schicksal ereilen dürfte, wie bereits HATCHET 2: Freigabenverweigerung seitens der FSK!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

Rites of Spring (2011)

Nobody gets out alive (2013)

No One Lives (2012)