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Beiträge mit Schlagwort “Backwood-Slasher 2018

Filmkritik: „The Farm“ (2018)

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THE FARM

Story

 
 
 

Der etwas andere Backwood-Slasher: Ein junges Paar gerät in die Fänge einer ominösen Sekte, die Verzehr und Handel mit Menschenfleisch betreibt.

 
 
 


 
 
 

THE FARM – Kritik

 
 
 
Bei einem Horrorfilm, der sich THE FARM schimpft, dürfte der Titel Programm sein. Der werden schnell mal Filme wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder WRONG TURN ins Gedächtnis gebracht, in denen ungepflegte Hinterwäldler auf einer Farm Menschen abschlachten und anschließend verspeisen. Wer demzufolge meint, dass der hier vorgestellte THE FARM eine ähnliche Richtung einschlagen wird, liegt nicht unbedingt falsch. Dennoch steckt diesmal mehr dahinter. Newcomer HANS STJERNSWÄRD will eine Botschaft vermitteln und die dürfte nicht jedem Horrorfan schmecken. Statt unerträglichem Splatter-Rausch hat der Regisseur im Spielfilmdebüt Kritik verbaut. Angesichts der Tatsache, dass es sich bei THE FARM um einen Backwood-Slasher handelt ein sonderbares Vorgehen. Dennoch funktioniert’s. Selbst sonst nicht so aufmerksame Zuschauer werden den Tadel an unserer Gesellschaft vernehmen. Irgendwie verrückt!
 
 
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THE FARM beginnt eigentlich wie jeder Hinterwäldler-Slasher neueren Datums. Ein junges Paar aus der großen Stadt düst mit dem Auto durch scheinbar verlassene Ortschaften. Dabei trifft man auf unfreundliche Provinzmenschen, die gar nicht gut auf Städter zu sprechen sind. Die Warnungen in einem Restaurant nimmt man nicht ernst und so kommt, was kommen muss. Als Nora und Alec in einer ländlichen Jugendherberge absteigen, um Kraft für den Rest der Reise zu tanken, werden Sie von Einheimischen überwältigt auf eine Farm verschleppt und in Käfige gesperrt. Was folgt, ist für die Durchreisenden ein Martyrium, aus dem es offenbar kein Entkommen mehr gibt.
 
 
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Okay, jetzt wird’s abgedreht. Auf dieser Farm wird verkehrte Welt gespielt. Die entpuppt sich nämlich schnell als skurriler Landwirtschaftsbetrieb in dem die Angestellten Tiermasken tragen und mit der Ware Mensch Geld verdienen. Letztere werden hier wie Tiere gehalten, gemästet und sogar gemolken. Hat man für die Gefangenen keine Verwendung mehr, werden sie geschlachtet und zu Fleisch verarbeitet. Klar, mag man meinen, das hat man schon in einigen Backwood-Slashern gesehen. Diesmal herrscht aber ein kritischer Unterton. Die Protagonisten werden hier sprichwörtlich gehalten wie Tiere. Empathie oder Mitgefühl gibt es nicht. Die Stimmung bleibt nüchtern und kühl, die Morde wenig reißerisch – eher routiniert und abgeklärt. Offenbar will Regisseur HANS STJERNSWÄRD Vergleiche aufstellen. Der tauscht einfach Tiere einer Masthaltung gegen Menschen aus und will damit zeigen, wie sich Tiere in gleicher Situation fühlen müssen. Eine interessante Prämisse, die THE FARM eher zu einem filmischen Experiment macht. Leider dürfte das aber nicht bei allen Fans des düsteren Genres gut ankommen. HANS STJERNSWÄRD verzichtet nämlich weitestgehend auf Charakterentwicklung, Dialoge und Hintergründe. Der Streifen fühlt sich eher an, wie eine auf Horror getrimmte Dokumentation. Die Opfer sind beliebig, verhalten sich ziemlich dämlich und auch deren Mörder bleiben im wahrsten Sinne des Wortes gesichtslos und anonym. Alles passiert einfach – nüchtern und distanziert, eben so wie es sich auch in jeder Tier-Mastanlage tagtäglich abspielt. Dass da kein Platz für Gewissensbisse ist, transferiert THE FARM ganz passend. So verhalten sich die Mörder im Film nicht wie Killer, sondern eben wie Menschen, die Töten müssen, um den eigenen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Angesichts dessen gehört THE FARM mit zu den kontroversesten Titeln des Jahres 2018. Wer mal über den Tellerrand schauen möchte und nicht unbedingt einen klassischen Backwood-Horrorstreifen erwartet, ist mit THE FARM gut bedient – auch wenn die metapherreiche Kritik an der Fleischindustrie und dem beinahe schon übertriebenen Verzehr von Fleisch vermutlich bei den meisten Zuschauern nur wenig Aufmerksamkeit finden wird.
 
 
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THE FARM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kontrovers und grausam: Definitiv der richtige Horrorthriller für Veganer. THE FARM könnte als Werbung der Tierschutzorganisation PETA durchgehen, die mittels Film Kritik an der gewissenlosen Fleischindustrie ausüben und zum bedachteren Genuss von Fleisch appellieren möchte. THE FARM ist zwar im Genre des Backwood-Slashers zuhause, aber kein typischer Vertreter dieser Gattung Film. Der Horror-Anteil hält sich in Grenzen, denn offenbar will hier jemand wachrütteln. Zwar wird blutig geschlachtet. Bei genauerer Betrachtung fällt aber auf, dass in THE FARM keine Kühe in der Wurstmaschine landen, sondern einfach Menschen gegen Tiere ausgetauscht wurden. Offensichtlich will man mit dem ungewöhnlichen Rollentausch deutlicher hervorheben, wie gering der Wert eines Tierlebens ist. So erleben Kühe, Schweine und Schafe tagtäglich Höllenängste und Qualen, bis sie irgendwann den erlösenden Gnadenschuss vom Metzger erhalten, um die Gier nach Billigfleisch befriedigen zu können. Genauso ergeht es in THE FARM nun der menschlichen Mastware. Regisseur HANS STJERNSWÄRD begleitet seine Protagonisten durch die diversen Etappen einer Masthaltung. Da werden Frauen geschwängert, damit man deren Milch abpumpen und vermarkten kann. Für deren Babys findet man keine Verwendung mehr, weshalb sie kurzerhand auf den Boden geworfen werden. Ist die menschliche Ware für nichts mehr zu gebrauchen, wird sie geschlachtet und landet auf dem Teller. Ganz so eben, wie wir es tagtäglich mit unseren Nutztieren machen. Die harsche Kritik hinterlässt – vor allem der unemotionalen, distanzierten und ungeschönten Inszenierung wegen – einen üblen Beigeschmack. Ein Grund mehr diesen Film mal genauer unter die Lupe zu nehmen und über den eigenen Fleischkonsum nachzudenken. Vielleicht gelingt es THE FARM zumindest einige Zuschauer ins Grübeln zu bringen. Wäre das der Fall, hat der kontroverse THE FARM seinen Zweck erfüllt.
 
 
 


 
 
 

THE FARM – Zensur

 
 
 
THE FARM hat nicht sehr viele Gewaltmomente zu bieten. Mit einem Hammer wird auf Köpfe geschlagen, ein Kopf wird mit einem Stein eingeschlagen und einer Filmfigur wird mit einem Messer ein Loch in den Hals geschnitten, damit diese ausbluten kann. Weiterhin wird ein Baby auf den Boden geworfen und eine Figur ausgeweidet. Klingt nicht nach sonderlich viel Gewalt. Dennoch darf man von einer Erwachsenenfreigabe mit rotem FSK-Sticker ausgehen.
 
 
 


 
 
 

THE FARM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Red Hound Films | Hans Stjernswärd Film Production)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hotel zur Hölle (1980)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Idylle (2015)
 

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Filmkritik: „What the Waters Left Behind“ (2017)

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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND

(LOS OLVIDADOS)

Story

 
 
 

Eine stylischer und kruder Terrorfilm im amerikanischen Stil: Ein Kamerateam gerät in einer verlassenen Stadt an eine ominöse Sippe, die abartigen Neigungen frönt. Dass die Filmleute da bald um Ihr Leben fürchten müssen, dürfte alteingesessenen Horrorfilmkennern klar sein.

 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Kritik

 
 
 
Wenn junge Menschen zu heruntergekommenen Orten reisen, an denen selbst Tankstellenbesitzer nicht mehr das sind, was sie mal waren, dürfte schnell klar sein, wo der Frosch die Locken hat. Hier wird es gewalttätig und unbequem, wie uns bereits TOBE HOOPER in seinem TEXAS CHAINSAW MASSACRE zu verstehen gab. Der drehte im Jahr 1974 einen schmuddeligen Horrorfilm und sorgte damit für Kontroversen. Gleichzeitig verhalf er dem Terrorfilm zu zweifelhaftem Ruhm. Mittlerweile ist nicht mehr ausschließlich Amerika darum bestrebt die Nachfrage an harten Backwood- und Terrorfilmen zu befriedigen. Horror ist schon lange auch ein internationales Phänomen, das ebenso andere Länder dazu bewegt blutige und gewalttätige Schocker zu drehen, die nicht minder kompromisslos sind. Genau jene Reihe Filme wird nun auch um einen argentinischen Beitrag erweitert. WHAT THE WATERS LEFT BEHIND schimpft sich ein weiterer Vertreter dieser Gattung Film, der von Hinterwäldlern erzählt, die Menschen fangen, quälen und anschließend verspeisen. Offenbar gibt es die nicht nur in amerikanischen Horrorfilmen. Auch in Argentinien hausen zwielichtige Gestalten.
 
 
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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND erzählt die Geschichte eines ambitionierten Filmteams, das eine Katastrophe näher untersuchen will. Im Jahr 1985 versankt die argentinische Stadt Epecuén nach einem Unwetter. Der Wasserspiegel stieg an und Lehmdämme konnten der Wasserflut nicht mehr standhalten. Binnen Stunden verschwand die Stadt in den Fluten und musste aufgegeben werden. Erst seit 2009 zieht sich das Wasser langsam zurück und gibt Reste der Stadt frei. Ein gefundenes Fressen für unsere Filmleute. Die machen sich mit einer Augenzeugin auf, um eine Dokumentation über das Atlantis Argentiniens zu drehen. Leider werden die Dreharbeiten schnell unnötig erschwert. Ein Teammitglied nach dem anderen verschwindet unter mysteriösen Umständen. Natürlich wird die Antwort darauf gelüftet. Die verlassene Stadt ist nämlich nicht unbewohnt. Hier leben seltsame Zeitgenossen, die es mit neugierigen Touristen gar nicht gut meinen. Statt ihnen die Stadt zu zeigen, sind die Bewohner am Fleisch der Durchreisenden interessiert. Eine Erkenntnis, die dem Filmteam leider sehr spät kommt.
 
 
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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND ist TEXAS CHAINSAW MASSACRE nur ohne Leatherface. Der Film mit dem poetischen Titel aus der Feder der Regisseure LUCIANO und NICOLÁS ONETTI ist bei genauerer Betrachtung nichts anderes, als eine dreiste Kopie genannten Kettensägenmassakers – nur ohne den Kettensägen schwingenden Bösewicht dieses Kultfilms. Die Verläufe sind identisch und auch für den düsteren Look hat man sich vor allem bei der Neuauflage besagten Terror-Hits bedient. Das bedeutet: dreckige Optik, unbequeme Terrorstimmung, kontrastreiche Bilder und makellose Hochglanzoptik. Mit diesen Erfolgszutaten konnte bereits Produzent und Regisseur MICHAEL BAY Eindruck hinterlassen. Der interpretierte 2003 das TEXAS CHAINSAW MASSACRE neu und deklarierte den kruden Horror der 1970er gleich noch zum Mainstream. Offenbar kam das bei den beiden Onetti-Gebrüdern gut an. Anders lässt sich nicht erklären, warum ihr WHAT THE WATERS LEFT BEHIND dann doch mehr nach Bay ausschaut und eine eigene Handschrift missen lässt.
 
 
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Immerhin scheinen LUCIANO und NICOLÁS ONETTI im Kopieren talentiert zu sein. Zuletzt begaben sie sich mit dem Neo-Giallo FRANCESCA auf die Spuren von einflussreichen Gerne-Filmgrößen Italiens. Ihre Antwort auf den populären Giallo der 1970er Jahre bediente sich Stilmitteln großer Meister dieses Faches. Darunter italienische Filmemacher wie DARIO ARGENTO oder SERGIO MARTINO. Was man mit FRANCESCA ganz brauchbar auf Zelluloid gebannt hat, hinterlässt im Falle von WHAT THE WATERS LEFT BEHIND einen faden Nachgeschmack. Hier hat man wirklich zu viel stibitzt. Weil die argentinischen Filmemacher bekannte Wege scheuen, sind die Verläufe vorhersehbar. Das wirkt sich natürlich negativ auf den Spannungsbogen aus. Zu viele Déjà-vu-Gefühle machen den Streifen zu einer faden Gewaltorgie, die erst im Finale wegen einiger Spezialeffekte etwas interessant wird. Leider bleibt aber auch hier das große Massaker aus. Für einen Film dieses Subgenres sind die Gewaltmomente überschaubar und nicht sonderlich schockierend. Von daher ist WHAT THE WATERS LEFT BEHIND zwar eine lieb gemeinte Hommage an das berüchtigte Kettensägenmassaker von TOBE HOOPER und dem gleichnamigen Remake aus der Mache des MICHAEL BAY. Die Klasse beider Filme erreicht dieser argentinische Beitrag leider zu keinem Zeitpunkt.
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die argentinische Antwort auf TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Frisches Setting, ansprechende Schmuddelästhetik, aber zu vertraute Abläufe. WHAT THE WATERS LEFT BEHIND ist wie eine Lieblingsspeise, die man zu oft auf dem Teller hatte und irgendwann nicht mehr sehen kann. Die optische Aufbereitung ist ein Leckerbissen, die wenig originelle Handlung verursacht dagegen Magengrummeln. Die argentinischen Onetti-Brüder präsentieren dem Zuschauer einen Mix aus TEXTAS CHAINSAW MASSACRE und HILLS HAVES EYES, der rein gar nichts Neues bieten will. Da rollen sich bei alteingesessenen Horrorfilmkennern die Zehennägel. Die Liste an Backwood-Klischees ist lang und wird fleißig abgearbeitet. Nahezu jeder Handlungsverlauf wurde in die rudimentäre Handlung gepresst, den man aus Filmen dieses Subgenre her kennt. Eine ermüdende Prämisse, die kaum Spannung aufkommen lässt, weil Vorhersehbarkeiten nicht ausbleiben werden. Während in der ersten Stunde ausschließlich geredet und gelaufen wird, geht es zumindest in den letzten dreißig Minuten zur Sache. Da werden Beine abgesägt und die für harte Horrorfilme obligatorisch gewordene Vergewaltigung fehlt ebenso wenig. Ob das aber ausreicht, um für diesen Horrorfilm eine Empfehlung auszusprechen, möchten wir bezweifeln. Man sollte sich daher nicht vom ansprechend zusammengeschnittenen Trailer blenden lassen. Wir meinen: Nette Verpackung, lahmer Inhalt – auch wenn der Film interessanterweise an Originalschauplätzen gedreht wurde, die eine tragische Geschichte erzählen.
 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Zensur

 
 
 
In WHAT THE WATERS LEFT BEHIND gibt es einige Gewaltmomente zu sehen. Ein Bein wird mit einer Säge abgetrennt. Ein Bauch wird aufgeschlitzt und Därme fallen auf dem Boden. Eine Vergewaltigung rundet den Gewaltcocktail ab. Der Streifen hat von der FSK eine ungeschnittene Erwachsenenfreigabe erhalten. Angesichts der kruden Thematik schon verwunderlich.
 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Los Olvidados; Argentinien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Trailer, Q&A mit Darsteller Agustín Pardella auf dem Obscura Festival

Release-Termin: 16.11.2018

 

What the Waters Left Behind (Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen: Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Leatherface – The Source of Evil (2017)
 
Drifter (2016)
 


Filmkritik: „Scarecrows“ (2017)

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SCARECROWS

Story

 
 
 

Vier Freunde laufen beim Badeausflug dem personifizierten Bösen in die Arme.

 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Kritik

 
 
 
Was erwartet man eigentlich von einem Film mit dem Titel SCARECROWS? Vermutlich in erste Linie ein Creature-Feature, in denen boshafte Vogelscheuchen nach dem Leben ahnungsloser Menschen trachten. Manchmal kann aber so ein vielversprechender Titel auch ein gemeiner Blender sein, wie der vorliegende Film beweist. Der von STUART STONE inszenierte Streifen hat nämlich mit garstigen Strohpuppen, die im Horrorfilm meist nach Blut lechzend durch Maisfelder streifen, so rein gar nichts am Hut. Stattdessen verbirgt sich hinter dieser Produktion ein beliebiger Backwood-Slasher mit Folterelementen, der – zumindest in der deutschen Fassung – wegen seiner semiprofessionellen Synchronisation schwer zu ertragen ist. Fans von so echtem Vogelscheuchen-Horror wie DIE NACHT DER VOGELSCHEUCHE oder SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE dürften da enttäuscht aus der Wäsche schauen. Denen sei aber versichert, dass genannte Filme weitaus besser sind, als dieser schnell für den Videomarkt produzierte aus Kanada.
 
 
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Alles fängt wie immer an und endet auch wie gehabt: Vier junge Leute, die nicht sonderlich helle sind, wollen an einem See knutschen und fummeln. Doch so einfach ist das Gewässer nicht zu finden. Ein Maisfeld versperrt den Weg. Darin befinden sich unheimliche Vogelscheuchen, die das Blut in den Adern gefrieren lassen. Beinahe will man da meinen, die Puppen wären lebendig. Ganz Unrecht hat man da nicht. Unter den Sackmasken der Strohmänner verbergen sich ahnungslose Durchreisende, die vom Besitzer des Maisfelds entführt, gefoltert und anschließend als Vogelscheuche verkleidet ans Kreuz genagelt wurden. Genau jenes Schicksal ereilt nun auch unseren vier intelligenzfreien Hauptdarstellern. Die werden nacheinander in Vogelscheuchen umfunktioniert und machen in ihrer neuen Verkleidung gar keine so üble Figur.
 
 
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Technisch okay, aber das wars dann auch. SCARECROWS ist nicht gerade das, was man sich unter einem gelungenen Horrorfilm vorstellt. Die Figuren sind nervig und verhalten sich unklug, die Geschichte verläuft nach Schema F und auch hinsichtlich gezeigter Brutalität ist SCARECROWS nicht gerade das Gelbe vom Ei. Gewalt wird nämlich kaum eingesetzt, was angesichts der Tatsache unbefriedigend ist, weil SCARECROWS dem Backwood-Horror-Fach zuzuordnen ist. Das hat sich vor allem wegen zeigefreudiger Boshaftigkeiten in den letzten Jahrzehnten einen Namen machen können und mit so Filmen wie WRONG TURN, TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder WOLF CREEK Erfolge gefeiert. Genannten Filmen kann diese kanadische Produktion freilich nicht das Wasser reichen. Dem Film fehlt das gewisse Etwas, um im Gedächtnis bleiben zu können. Regisseur STUART STONE spult seinen zweiten Spielfilm nach konventionellem Ablauf ab und lässt so kaum Überraschungen zu. Da macht sich bei erfahrenen Zuschauern schnell Langeweile breit, weil SCARECROWS so vorhersehbar ist, dass man bereits zu Beginn weiß, wie es ausgehen wird. Filmemacher STUART STONE liefert mit diesem Horrorthriller sein Zweitwerk ab. Der ist eigentlich erfahrener Schauspieler und tingelt seit knapp 40 Jahren als Darsteller durch die TV-Landschaft. Offenbar wollte er mal die Seiten wechseln. Die ersten Gehversuche als Regisseur waren – man muss es wirklich mal sagen – bisher eher bescheiden.
 
 
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SCARECROWS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Beliebiger 08/15-Teen-Horror ohne Überraschungen. Ein paar Anleihen an TEXAS CHAINSAW MASSACRE hier, etwas dreckiger HOSTEL-Look da. SCARECROWS besteht aus Versatzstücken diverser Horrorfilme und entpuppt sich als beliebiger Backwood-Horrorfilm, der mit seinem Titel in der Irre führt. Hier gibt es keine mordenden Vogelscheuchen zu bestaunen. Der Killer im Film ist menschlicher Natur und hat es mal wieder auf Teenager abgesehen. Slasher-Fans kommen da auf ihre Kosten, sollten aber kein kaltschnäuziges Gewaltfeuerwerk erwarten. Wer sich von den rauen Szenenbildern blenden lässt, wird enttäuscht werden. SCARECROWS hat – bis auf ein paar zugenähte Münder – kaum Gewalt zu bieten. Ein fataler Fehler, hätte dieser Film zumindest mit derben Schauwerten aus der Masse hervorstechen können. Weil die Geschichte mit ihren mehr als dämlichen Figuren vollkommen austauschbar und vorhersehbar ist, werden die meisten Zuschauer schnell abgeschalten haben. Die semiprofessionelle Synchronisation tut da ihr Übriges.
 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Zensur

 
 
 
Die gute Nachricht: SCARECROWS ist ungeschnitten. Das ist aber auch kein Kunststück, denn im Film wird kaum Gewalt gezeigt. Es gibt einige zugenähte Münder zu sehen. Weiterhin werden als Vogelscheuche missbrauchte Menschen von Raben angeknabbert. Zudem schockieren abgeschnittene Finger und ein Protagonist reißt sich das Bein an einem Stacheldraht auf. Da fragt man sich doch glatt, was die FSK geritten und diesen Backwood-Slasher erst für Erwachsene freigegeben hat. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scarecrows; Kanada 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.04.2018

 

Scarecrows [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON New Media GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Inner Demon (2014)
 
Scathing (2016)
 
Killbillies (2015)
 


Filmkritik: „Escape from Cannibal Farm“ (2017)

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ESCAPE FROM CANNIBAL FARM

Story

 
 
 
ESCAPE FROM CANNIBAL FARM fängt passabel an, wird aber schnell unfreiwillig albern. Eine Familie gerät an eine Sippe, die auf einer Farm Menschen mit der Kettensäge in kleine Wurstscheiben schneidet.

 
 
 


 
 
 

ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Kritik

 
 
 
Es war einmal ein kleiner Junge, der hat sich während seiner Jugend Horrorfilme im Überfluss angeschaut. Irgendwann kam ihn ein krasses Stück Genre-Kino vor die Funzel, das ihn derart beeindruckt hat, weshalb er später auch mal einen ähnlichen Schocker drehen wollte. So oder so ähnlich dürfte es zur Entstehung des folgenden Streifens gekommen sein, der bereits Dank plakativ gewähltem Titel mit der Tür ins Haus fällt und sich nicht um Subtilität oder Geheimniskrämerei kümmert. Bei ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ist die Titelkreation Programm. Die klärt auf, dass es wohl etwas blutiger zugehen wird. Und in der Tat. Der Trailer erfreut durch härtere Gangart und zeigt, wo der Splatter-Frosch die Locken hat. Leider der einzig nennenswerte Bonus in diesem sonst eher stumpfsinnigen Plagiat eines umjubelten Horrorfilmklassikers. ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ist eine blutige Schlachtplatte eines noch unerfahrenen Regisseurs, der sich erst noch im Genre ausprobieren und finden muss. Hier ist der Blutzoll zwar hoch, aber das Drehbuch hätte dringend einen Lektor benötigt. Offenbar war es dem (Horrorfilm-begeisterten) Regisseur wichtiger einen Film mit viel Rot zu inszenieren, der bei Gleichgesinnten gut ankommt. Nun ja, das Resultat ist – sagen wir mal so – zweckmäßig.
 
 
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Von nervenden und unsympathischen Figuren, die (Gott sei Dank) Bekanntschaft mit der Kettensäge machen. Ein Wochenendtrip mit Familie und Wohnwagen. Das wollen Mutter und Stiefvater Harver. Die sammeln die drei Kinder ein und nehmen auch gleich noch den Fast-Schwiegersohn in spe mit auf die Reise ins britische Hinterland. Das kommt natürlich bei den Kids gar nicht gut an. Die müssen Handys und Laptop abgeben und sollen das Wochenende ohne Elektrosmog überstehen. Eine unglückliche Entscheidung, denn auf Elektrogeräte wird man bald angewiesen sein. So brennt während der Nachtruhe plötzlich das Zelt der Eltern lichterloh. Dumm nur, dass die Mutter darin geschlafen hat und schlimmste Verbrennungen erleidet. Wie kann das sein? Handelt es sich hier um Brandstiftung? Aber selbstverständlich. In dieser Gegend haust eine seltsame Sippe, die es nicht gut mit Durchreisenden meint. Auf einer Farm werden die zu Gulasch verarbeitet und das Fleisch an gut zahlende Kunden verkauft. Ganz ähnliches Schicksal müssen nun auch unsere Wohnwagen-Camper befürchten. Die werden zu besagter Farm verschleppt und in Käfige gesperrt. Ein Teenager mit Menschenhaut-Maske und Kettensäge hält Wache. Das kommt einen doch irgendwie bekannt vor.
 
 
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Was für ein Blödsinn. ESCAPE FROM CANNIBAL FARM macht in visueller Hinsicht eine hervorragende Figur. Das Szenario ist atmosphärisch, düster und dreckig. Zumindest hier erinnert der Streifen gut und gerne mal an jenen Film, von dem sich ESCAPE FROM CANNIBAL FARM offensichtlich hat inspirieren lassen: dem TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Was aber bitter aufstößt ist das haarsträubende Drehbuch mit dem sich dieser Backwood-Slasher mehr schlecht als recht über die Runden schlägt. Der Film übertrumpft sich förmlich selbst mit unerwarteten Wendungen, die aber so konstruiert wirken, dass sich einem beinahe schon die Zehennägel kräuseln. So wird hier unter fadenscheinigen Gründen nicht nur Menschenfleisch zubereitet. Ein abstruser Streit zwischen Familien lässt vor allem Feingeister die Haare zu Berge stehen. Der Zank muss – wie hätte es anders auch sein sollen – im Blutrausch ausgetragen werden, damit Gorehounds etwas zu sehen bekommen. Doch nicht nur die einfältige Handlung hinterlässt Magengrummeln. Auch seltsames Schauspiel macht den Horrorthriller zum Geduldsspiel. Hier sind zwar talentierte Darsteller am Winseln. Dennoch spielen die Akteure derart überzogen, dass man meinen könnte, hier eine Parodie auf das legendäre Meisterwerk aus der Mache des 2017 verstorbenen TOBE HOOPER zu sehen. Auch wenn ESCAPE FROM CANNIBAL FARM einige zynische Momente zu bieten hat, ist der Streifen weit weg von lustig. Man meint Gezeigtes im wahrsten Sinne des Wortes ernst, was vor allem mit Hilfe von deftigen Gewaltmomenten unterstrichen wird. Demzufolge bleibt schleierhaft, was sich Regisseur, Drehbuchautor und Produzent CHARLIE STEED mit seinem unausgereiften Plagiat zum berüchtigten TEXAS CHAINSAW MASSACRE gedacht hat. Was soll der Quatsch und warum eine so aufgeblähte Handlung, wenn alles ohnehin nur auf ein Blut- und Eingeweidefest hinausläuft? Fans heftiger Gewaltmomente wie WRONG TURN, INBRED und dem Remake zu THE HILLS HAVE EYES wird’s vermutlich weniger stören. Die bekommen als Entschädigung für Sondermüll gut getrickste Spezialeffekte vor die Linse und ein paar knackige Szenen in denen die Motorsäge knattert. ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ist nur für Hardcore-Backwood-Horror-Fans geeignet. Für alle anderen dürfte diese britische Blutsauerei zur Farce werden.
 
 
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ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
The British Chainsaw Massacre. Es hätte so schön werden können: Eine Familie gerät an Hinterwäldler und muss sich mit spitzem Werkzeug zur Wehr setzen, um dem Schicksal entkommen zu können. Leider schießt sich ESCAPE FROM CANNIBAL FARM mit üblen Nebensträngen und schwachsinnigen Wendungen selbst ins Aus. Die Erklärungsversuche für das im Film zelebrierte Massaker sind nicht nur unglaubhaft. Das Splatterfest wirkt dilettantisch und konstruiert. Hier wird eine simple Ausgangssituation mit komischen Nebenhandlungen aufgebläht, die ohnehin darauf hinauslaufen wird, möglichst viele blutige Szenen zu zeigen. Wozu der ganze überflüssige Schnickschnack? Die Frage darauf dürfte wohl nur Regisseur CHARLIE STEED beantworten können. Fakt ist, dass das unnötige Füllmaterial ESCAPE FROM CANNIBAL FARM zu lang macht und das Treiben zu schwerfällig gestaltet. Manchmal funktioniert gradlinig und simpel gestrickt besser – vor allem dann, wenn man sich in einem Subgenre bewegt, das ohnehin nur auf die niederen Instinkte des Zuschauers abzielt.
 
 
 


 
 
 

ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Zensur

 
 
 
ESCAPE FROM CANNIBAL FARM hat schon fiese Szenen zu bieten. Hinsichtlich Spezialeffekte fährt der Backwood-Slasher groß auf und gibt sich äußerst zeigefreudig. Es werden Hände abgerissen, nachdem ein Protagonist einen Käfig angefasst hat, der unter Starkstrom steht. Weiterhin verbrennt eine Filmfigur in einem Ofen. Eine andere kann gerade noch so aus einem brennenden Zelt gezogen werden, sieht danach aber nicht mehr ganz so frisch aus. Da im Film eine Kettensäge rattert, muss diese natürlich auch zum Einsatz kommen. Diese wird zweckentfremdet und für das Abschneiden von Gesichtshaut benötigt. Hierzulande bleibt fraglich ob ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ungeschnitten erscheinen wird. Einige der Szenen sind hart anzuschauen und kommen allein deshalb zum Einsatz, um zu schockieren. Sollte die FSK einen guten Tag haben, könnte es gut sein, dass der Kannibalen-Kracher vollständig mit einer Erwachsenenfreigabe passieren wird. Wir rechnen aber eher mit dem Schlimmsten.
 
 
 


 
 
 

ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Temple Motion Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn (2003)
 
Inbred (2011)
 
Killbillies (2015)
 
The Horde (2016)
 
The Hills Have Eyes (2006)
 
The Texas Chainsaw Massacre (1974)