Filmreview: „100 Bloody Acres“ (2012)

100BloodyAcres
 
 
 

100 BLOODY ACRES

Story

 
 
 
Die beiden Brüder Lindsay (Angus Sampson) und Reggie Morgan (Damon Herriman) haben eine grandiose Geschäftsidee. Sie fahren die Straßen nach tödlich verunglückten Unfallopfern ab und verarbeiten die Reste zu potentem Pflanzendünger. Währenddessen sind die drei Freunde Sophie (Anna McGahan), James (Oliver Ackland) und Wes (Jamie Kristian) auf dem Weg zu einem Musik-Festival. Die fröhliche Sause findet allerdings ein frühes Ende, als das Auto zum Erliegen kommt und der Hinterwäldler Reggie den Städtern Hilfe anbietet. Die finden sich jedoch bald gefesselt und geknebelt im Schuppen Reggies und seiner Brüder wieder und sind so rein gar nicht erfreut darüber, die Bekanntschaft mit einer in der heimischen Werkstatt gebauten Dünger-Verarbeitungsmaschine zu machen …
 
 
 


 
 
 

100 BLOODY ACRES – Kritik

 
 
 
An 100 BLOODY ACRES kann sich der Zuschauer erneut davon überzeugen, dass es doch noch Filme innerhalb des Horror-Genres gibt, die es schaffen, ein Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Vor nunmehr fast zwei Jahrzehnten brachte WES CRAVEN mit seiner legendären SCREAM-Trilogie (1996-2000) frischen Wind in die angestaubte Horrorfilmwelt und bewies eindrucksvoll, dass Horror nicht immer zwangsläufig ernst sein muss, sondern sich auch gut und gern mal auf die Schippe nehmen darf. Im Zuge der neuen ironischen Slasher-Welle Mitte der 90er Jahre, folgten mit der beliebten SCARY MOVIE Reihe mehr oder weniger gelungene Horror-Parodien, die zuletzt mit GHOST MOVIE ihren kläglichen Höhepunkt fanden. Der vorliegende 100 BLOODY ACRES erweist sich jetzt als Glücksgriff für die Geschwister CAMERON und COLIN CAIRNES, die die Muse fanden, einen herrlich bösartigen Schenkelklopfer zu schaffen. Das fertige Filmdebüt steht groß-budgetierten Produktionen, wie der herrlich abgedrehten Zombie-Komödie SHAUN OF THE DEAD (2004), in nichts nach. Wer sich noch an den kanadischen TUCKER AND DALE VS. EVIL (2010) erinnern kann, dürfte vermutlich vor Freunde im Kreis springen, wenn er liest, dass 100 BLOODY ACRES quasi die australische Antwort auf den selbstironischen Backwood-Slasher ist.
 
Hier heißen die beiden Brüder jedoch nicht Tucker und Dale, sondern Lindsay (ANGUS SAMPSON) und Reggie Morgan (DAMON HERRIMAN), die ein kleines Unternehmen betreiben, das sich auf die Herstellung von Dünger aus menschlichen Überresten spezialisiert hat. Die Geschwister streifen die Landstraßen nach Roadkill ab und werfen ihre Funde wenig später in den Fleischwolf ihrer Werkstatt, der aus den verwesenden Überresten einen durchaus potenten Wundersaft zaubert. Natürlich treffen die beiden Landeier auf drei ziemlich abgedrehte Stadtmenschen und die Rezeptur ihre Geheimzutat droht aufzufliegen, was natürlich verhindert werden muss. Was folgt ist eine wunderbar schwarzhumorige Low-Budget-Komödie, deren Geschichte eigentlich total bescheuert ist, aber den Zuschauer ungemein unterhält.
 
100 BLOODY ACRES funktioniert deshalb so gut, weil es dem Film immer wieder gelingt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers zu jonglieren. An Filme wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) angelehnt, werden hier die Klischees und Stereotypen des berüchtigten Terrorfilms Backwoods-Horror wunderbar auf die Schippe genommen; die Geschichte findet immer wieder ideenreiche Wendungen um die Gegebenheiten kreativ weiterzuspinnen, ohne dabei zu langweilen. Wie bereits in TUCKER AND DALE VS. EVIL finden hier unzählige Einfälle ihren Weg in den Film, die vor allerhand Situationskomik strotzen und unzählige Lacher garantieren. Während die geschäftstüchtigen Geschwister zu Beginn noch als gutmütige Helden deklariert werden, die meinen mit ihrer Arbeit gemeinnützig zu handeln, so wird im Verlauf der Story ein Keil zwischen die Brüder getrieben. Bruder Lindsay, ein bärtiger Koloss, findest bald Gefallen daran auch noch lebende Menschen für seinen Spezialdünger zu opfern, während der zurückhaltende Reggie schnell an der Zurechnungsfähigkeit seines Bruders zweifelt und sich stattdessen von Opfer Sophie (ANNA MCGAHAN) umnebeln lässt. Die ist natürlich mit allen Wassern gewaschen und nicht einmal annähernd so unschuldig, wie sie zu Beginn des Film scheint. CAMERON und COLIN CAIRNES schaffen es innerhalb ihres Films, die Sympathiepunkte neu zu verteilen, so dass sich Reggie am Ende sogar zum Antihelden entwickelt und sich mit Leichtigkeit in die Herzen der Zuschauer spielt. Auch wenn es vermutlich nicht zum neuen Kultfilm reichen wird, ist die Inszenierung über weite Strecken derart abgedreht, dass sich der australischen Comedy-Thriller mit all den unglückliche Todesfällen (die natürlich gar nicht so gewollt waren) immerhin wohlwollend vom pubertären Fakälwitz eines amerikanischen SCARY MOVIE abzuheben versteht. Plumper Fäkalhumor war gestern, in 100 BLOODY ACRES geht es mit viel Wortwitz reichlich intelligent zur Sache, was aber nicht bedeuten soll, dass hier nicht auch der Lebenssaft fließt. Hier wird Over-The-Top-gesplattert, dass das Herz eines jeden Gorehounds schneller zu schlagen beginnt. Trotzdem sollten die diversen „bösen“ Szenen mit einem gewissen Augenzwinkern genossen werden, denn wirklich hart anzusehen sind die natürlich nicht.
 
 
 


 
 
 

100 BLOODY ACRES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wer meint Australier hätten keinen Humor, der hat 100 BLOODY ACRES nocht nicht gesehen. Reichlich rabenschwarzer Schabernack für Freunde selbstironischer Horrorstreifen. 100 BLOODY ACRES steht Horror-Komödien wie SHAUN OF THE DEAD oder TUCKER AND DALE VS. EVIL in nichts nach! Anschauen lohnt!
 
 
 


 
 
 

100 BLOODY ACRES – Zensur

 
 
 
100 BLOODY ACRES ist nicht besonders brutal. Zwar handelt es sich hier um eine Splatter-Komödie; die dargestellten Grausamkeiten sind jedoch derart überspitzt und ironisch dargestellt, dass das natürlich nicht wirklich hart wirkt. Von daher wurde 100 BLOODY ACRES hierzulande frei ab 18 Jahren veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

100 BLOODY ACRES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
100-bloody-acres-blu-ray

(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 100 Bloody Acres; Australien 2012

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK18 – Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Kinotrailer, Trailershow

Release-Termin: 22.05.2014

 
 
 

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100 BLOODY ACRES – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mega Monster Movie (2009)

A Little Bit Zombie (2012)

Chillerama (2011)

Tucker and Dale vs. Evil (2010)

Scary Movie (2000)

Scary Movie 2 (2001)

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Filmreview: „Sawney – Menschenfleisch“ (2012)

lord of darkness 2012
 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH

Story

 
 
 
Sawney Bean ist Abkömmling einer berüchtigten Kannibalensippe, die um 1500 in Schottland ihr Unwesen trieb. Nun lebt er mit seiner degenerierten Familie unentdeckt irgendwo in den Bergen und fängt des Nachts Tramperinnen, um sich an deren Fleisch zu laben. Das mysteriöse Verschwinden mehrerer Frauen erweckt das Interesse des Kriminaljournalisten Hamish MacDonald (Samuel Feeney). Weil er fest davon überzeugt ist, dass die Polizei unfähig scheint, die Fälle aufzuklären macht er sich selbst daran, eigene Ermittlungen anzustellen. Bei seinen Recherchen stößt er bald auf das geheime Versteck der Kannibalenbrut – mit unvorhersehbaren Folgen …
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Kritik

 
 
 
Gruselige Lagerfeuergeschichten sind seit jeher die beste Möglichkeit, zartbesaiteten Gemütern die wohlverdiente Nachtruhe zu verderben. Gerade dann, wenn es sich bei jenen Erzählungen um Legenden mit angeblich wahren Backgrounds handelt, findet der als Erholung geplante Campingausflug bei phantasiebegabteren Angsthasen rasch ein Ende. Die Legende des Kannibalen SAWNEY BEAN ist derartiger Garn, der sich seit Jahrhunderten hartnäckig in den Köpfen der englischen Bevölkerung festgesetzt hat. Folklore geworden, bot das zweifelhafte Treiben des schottischen Hannibal Lecter vor allem ambitionierten Filmemachern immer wieder ausreichend Inspirationsgrundlage für ihre mehr oder weniger brauchbaren Filme. Zu einem der wohl bekanntesten gehört THE HILLS HAVE EYES von Altmeister WES CRAVEN, der das blutige Handwerk von SAWNEY BEAN bereits 1977 verbraten konnte – in leicht abgewandelter Form versteht sich natürlich.
 
Die Geschichte des Serienkillers ALEXANDER SAWNEY BEAN beginnt im Schottland des 15. Jahrhundert, wo der verschlagene Psychopath in East Lothian geboren wurde, eine wenig ehrbare Frau kennen lernte und beschloss mit ihr eine eigene Familie zu gründen. Beide wurden jedoch aus der Stadt vertrieben und fanden wenig später in der Nähe von Galloway Conty eine versteckte Höhle, die ihnen als Stützpunkt für ruchlosen Lebenswandel dienen sollte. Das Paar begann, unachtsame Reisende zu ermorden und bereicherte sich an deren Besitz. Doch bald sollten die erbeuteten Habseligkeiten nicht mehr ausreichen, um die unzähligen Nachkommen ernähren zu können. Das Fleisch ihrer Opfer füllte bald die leeren Mägen der Kinder. Glaubt man den Erzählungen, soll die Brut bis zu 1000 Menschen verspeist haben. Dennoch konnte eines der Opfer entkommen, worauf König James IV persönlich eine Treibjagd ins Leben rief und die gesamte Familie hinrichten ließ. Bis heute ist nicht genau geklärt, ob es sich bei jenen Geschehnissen um Aberglauben oder historische Fakten handelt. Fakt ist, dass unzählbare Details der Geschichte durch die englische Klatschpresse hinzugedichtet wurden. Dazu heißt es, schwere Hungersnöte sollen viele Schotten im 15. Jahrhundert getrieben haben, Menschenfleisch zu verzehren. Daher ist die Existenz eines SAWNEY BEAN nicht unwahrscheinlich. In welcher Form? Diese Frage wird vermutlich ewig unbeantwortet bleiben.
 
Der Backwood-Slasher SAWNEY – MENSCHENFLEISCH (im Original: LORD OF DARKNESS) ist ein Horrorfilm, der sich jenem rätselhaftem Mythos widmet. Dabei erklärt Autor, Produzent und Regisseur RICK WOODS die unbelegten Fakten kurzum zu Fakten und verlagert die Erzählungen rund um den Menschenfleisch fressenden Irren in die Gegenwart, wo SAWNEY BEAN als Taxifahrer getarnt in die naheliegende Großstadt düst, um unwissende Frauen in seinen Unterschlupf zu verschleppen. SAWNEY BEAN (herrlich widerlich von DAVID HAYMAN verkörpert) ist einer der wenigen Nachkommen, des Sawney-Clans und hat nun seine eigene Familie in den schottischen Bergen gegründet. Im Keller haust ein groteskes Wesen mit Namen Mama, das mit Fleisch versorgt werden will und nur mit Radiomusik zufriedengestellt werden kann. Die entstellten Söhne dienen dem Vater als Handlanger und sorgen sich um das „Wohlergehen“ der hilflosen Opfer und natürlich auch um Mama. Originell bösartig geht es in SAWNEY – MENSCHENFLEISCH zu. Anfänglich noch als SAWNEY: FLESH OF MEN betitelt, hat es RICK WOODS geschafft einen vollkommen überzogenen Freak-Schocker zu realisieren, der die volle Aufmerksamkeit hungriger Gorehounds für sich gewinnen dürfte. Da wird in Eimern von Fleisch gewühlt, Innereien zerhackt und zähflüssiges Blut geschlürft – ganz zum Leidwesen manch ungeübten Filmfans, der sich aufgrund derartiger Zeigefreudigkeit rasch angewidert fühlen dürfte. Überhaupt fühlt sich SAWNEY – MENSCHENFLEISCH wie der neuste Ausflug ins TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Universum an. Bis auf den tüchtigen Junggesellen LEATHERFACE gibt es hier alles, was die Serie seit jeher so beliebt gemacht hat. In SAWNEY – MENSCHENFLEISCH steht altmodischer Splatter ohne Kettensäge auf dem Speiseplan. Es wird enthauptet, vergewaltigt und geschlitzt, was das F/X-Arsenal hergibt. Für ein günstig produziertes Debüt-Werk durchaus bemerkenswert. Die vielen bösen Szenen erreichen einen unglaublich professionellen Standard, an dem sich viele Mainstreamfilmchen ein Beispiel nehmen sollten. Grund genug, einmal mehr zu loben, dass handgemachter Splatter bei weitem effektiver ist, als Pixelgekröse aus dem Computer.
 
Auch wenn die Prämisse dieses rauen Erstlingswerks nicht gerade vor Innovationen strotzt, so schafft es Regisseur WOODS trotz aller Klischees und Stereotypen, eine merklich beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Die Kulisse der schottischen Berglandschaft pendelt dabei grandios zwischen traumhafter Melancholie und nebeligem Unbehagen. Gerade wenn sich SAWNEY BEAN auf den Weg in die Großstadt begibt, um Opfer für sein Menschengulasch zu suchen, erinnern die wenigen Szenen in ihren grausig-farblosen Bildern an altmodisches Edgar-Wallace-Kino der 60er Jahre und dürften das Filmherz jedes Nostalgikers schnell schlagen lassen. SAWNEY – MENSCHENFLEISCH erfindet das Backwood-Genre nicht neu und lässt am Ende viele Fragen unbeantwortet. Dennoch erlebt der Zuschauer hier handfesten Splatter der alten Schule. Hier wird nicht geklotzt, sondern hier wird gekleckert. Berge von Menschenfleisch werden durch den Fleischwolf gejagt, was der FSK so rein gar nicht schmecken dürfte. Zwar verhält sich SAWNEY – MENSCHENFLEISCH bei den Morden eher kurz und knackig; das Schlachterhandwerk beherrscht Kannibale SAWNEY BEAN dafür umso kreativer. Wer immer noch nicht genug von primitiven Hinterwäldlern hat, die triebhaft durch Büsche und Sträucher huschen, um ahnungslosen Wanderern aufzulauern, ist bei SAWNEY – MENSCHENFLEISCH genau richtig. Da darf man nur hoffen, dass Debütant RICK WOODS genug Erfolg mit seinem Werk einheimsen kann, auf dass schnell eine Fortsetzung in Produktion geht – verdient hätte es dieser raue, kleine Horrorschocker allemal.
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) nur ohne LEATHERFACE – ja das gibt es! Der vorliegende SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ist Quasi die Light-Version des berüchtigten Terrorfilms von TOBE HOOPER, was dem Film aber nicht negativ angekreidet werden soll. Horror der alten Schule: brutal, kompromisslos und herrlich abartig. Ein Fest für Horrorfilmfans, mit einer Leidenschaft für das Wesentliche!
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Zensur

 
 
 
Hier wird in Fleisch gewühlt und zähflüssiges Blut getrunken. Auch wenn es hier nur wenigen Morde gibt (diese sind dafür umso heftiger) war der düstere Ton in SAWNEY – MENSCHENFLEISCH der hiesigen FSK die höchste Altersfreigabe wert. SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ist in Deutschland ungeschnitten nur für Erwachsene geeignet. Die hiesige DVD und Blu-ray trägt die KJ-Kennzeichnung.
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Sawney-Menschenfleisch-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sawney: Flesh of Man; Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Internationaler Trailer, Interview, Deleted Scenes, Outtakes, Audiokommentar

 
 
 
Lobenswerterweise hat es Anbieter MARITIM PICTURES geschafft den durchaus gelungenen SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ungeschnitten durch die FSK zu boxen. Etwas erstaunlich, haben es meist weitaus seichtere Streifen nicht so einfach ungeschoren durch die strenge Zensurinstanz zu kommen. Horrorfans dürfen sich freuen, denn die Blu-ray des Labels ist solide umgesetzt und überzeugt vor allem beim Bonusmaterial. Das ist für einen so kleinen Film überraschend vielfältig ausgefallen. Neben einem Audiokommentar gibt es ein Interview mit Hauptdarsteller DAVID HAYMAN (ca. 3 Minuten, sehr gutes HD), der munter über die Dreharbeiten und die Legende des Titelhelden plaudert. Weiter geht es mit einigen Patzern vom Dreh (ca. 7 Minuten, HD) und einigen gelöschten Szenen (ca. 11 Minuten, HD). Der Trailer in der Originalsprache (ca. 2 Minuten) rundet das Bonuspaket ab. Das I-Tüpfelchen wäre ein komplettes Making-of gewesen; das sucht man aber leider vergebens. Dennoch hat auch eine so gute Ausstattung einen Wehrmutstropfen. Untertitel gibt es nämlich keine. So sind leider die diversen Extras für den nicht englisch sprechenden Zuschauer nutzlos. Zudem schauen auch hörlose Filmfans sprichwörtlich in die Röhre. Denn eine deutsche Untertitelspur für den Hauptfilm hat es ebenso nicht auf den HD-Rohling geschafft. Bild- und Ton sind erreichen zwar zu keiner Zeit Referenzklasse, bewegen sich aber immer noch im grünen Bereich, wobei die deutsche Übersetzung einmal mehr arg gewöhnungsbedürftig aus den Heimkinoboxen schallt. Hier ist wieder einmal ersichtlich, dass die Synchronisation nicht viel kosten durfte, so dass unerfahrene Sprecher engagiert werden mussten. Das ist etwas schade, zerstört die etwas unbeholfene Übersetzung einen Teil der hervorragenden Gruselstimmung und erinnert nicht selten an hölzerne Trashstreifen aus den 80ern. Immerhin bekommt man ein schlichtes, aber stimmig animiertes Hauptmenü und ein Wendecover ohne FSK-Flatschen geboten. Wer ein Faible für düstere Slasher a la WRONG TURN besitzt sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren, zumal die Blu-ray zu SAWNEY – MENSCHENFLEISCH recht erschwinglich zu haben ist.
 
 
 

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SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (1977)

The Hills have Eyes (2006)

Wrong Turn (2003)

Wrong Turn 2: Dead End (2007)

Wrong Turn 3: Left For Dead (2009)

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

Filmreview: „Hatchet 3“ (2013)

Hatchet-3-2013
 
 
 

HATCHET 3

Story

 
 
 
Nachdem Marybeth (Danielle Harris) den Geist Victor Crowleys (Kane Hodder) zur Strecke gebracht hat, wird sie in eine naheliegende Polizeistation gebracht, wo der Verdacht bezüglich der grausamen Morde direkt auf sie fällt. Niemand möchte ihr Glauben schenken, dass in den Wäldern eine unberechenbare Killermaschine haust, die für die Bluttaten zur Rechenschaft gezogen werden muss. Um ihre Unschuld zu beteuern, willigt sie ein, zusammen mit der Journalistin Amanda (Caroline Williams) die Asche von Crowleys Vater zu finden, die dem Spuk endlich ein Ende bereiten soll. Währenddessen werden die leblosen Überreste des Sumpfkillers von einem SWAT-Team in Sicherheit gebracht. Keiner der Anwesenden scheint zu ahnen, dass die Kreatur wieder von den Toten auferstehen und ihr blutiges Treiben erneut fortsetzen wird. Kann Marybeth dem rastlosen Mörder noch rechtzeitig das Handwerk legen?
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Kritik

 
 
 
Alle guten Dinge sind drei dachte sich vermutlich HATCHET-Macher ADAM GREEN (FROZEN – EISKALTER ABGRUND) und kurbelte in Windeseile den abschließenden, dritten und – planmäßig – letzten Teil der beliebten HATCHET-Serie herunter. Diesmal hat der Filmemacher das Regiezepter an BJ MCDONNELL weitergereicht, der für die beiden vorherigen Teile als Kameramann verantwortlich zeichnete und nun mit dem Abschluss der Trilogie seinen Einstand als Chef am Set gibt. Wirklich förderlich ist dieser konsequente Wechsel dem jüngsten Sequel nicht wirklich, denn HATCHET III ist leider nicht das geworden, was man von einem derart beliebten Franchise erwartet hätte. Während Kollege MCDONNELL vehement versucht, des wilden Treibens auf der Mattscheibe Herr zu werden, fungiert Erfinder ADAM GREEN diesmal nur als Produzent und Drehbuchautor. Aufgrund der Erwartungshaltung der Fanbase erschien der Druck enorm, so dass GREEN krampfhaft versucht haben muss, der Geschichte des mordgierigen Sumpfgeists ein würdiges Ende zu bereiten.
 
Herausgekommen ist eines, der vermutlich überflüssigsten Sequels der Filmgeschichte. Nicht einmal drei Jahre nach Fertigstellung des zweiten Teils kommt es in die Heimkinos der Welt. Ein Umstand, der dem Film keinen Gefallen tut. Die Geschehnisse wirken an den Haaren herbeigezerrt, die kaum vorhandene Geschichte zwanghaft auf Spielfilmlänge aufgeblasen. HATCHET-Erfinder GREEN scheinen die Ideen für einen würdigen Abschluss ausgegangen zu sein, so dass der dritte Aufguss förmlich wie ein Best Of der witzigsten Szenen der Vorgänger wirkt. Dabei schließt die Handlung direkt an die Geschehnisse des zweiten Teils an. Heldin MARYBETH schwingt die Kettensäge und macht Sumpf-Legende VICTOR CROWLEY mittels Schrotgewehr einen Kopf kürzer. Der irre Axtkiller scheint besiegt, wäre da nicht der Fluch, auf den Gebeinen der Kreatur der sie Nacht für Nacht unbeschadet von den Toten auferstehen lässt. Während die Geschichte konsequent weitergesponnen wird und sich MARYBETH zusammen mit Journalistin AMANDA und Sheriff FOWLER (ZACH GALLIGAN – war mal fast ein Star mit GREMLINS) auf die Mission begibt, der Wiederauferstehung des Bösen zu ein Ende zu machen, spielt sich eine Parallelhandlung ab. Ein wenig informiertes SWAT Team erkundet den Sumpf nach den Überresten der Opfer und stößt am darauffolgenden Abend natürlich auf den filetierten VICTOR CROWLEY, der sich wieder bester Gesundheit erfreut. Was folgt ist der obligatorische Blutzoll, den Fans der Reihe vermutlich auch erwartet haben.
 
Köpfe werden gespalten, Hirne fliegen vor die Linse und Gliedmaßen werden abgetrennt, ganz so wie man es seit jeher von HATCHET gewohnt ist. Ernstzunehmen ist das blutige Gorefest zu keiner Minute, dazu sind die Effekte zu überladen, zu überdreht und zu unausgegoren, was mit Sicherheit auf das beschränkte Budget zurückzuführen ist, das der Produktion zur Verfügung gestanden hat. Während sich der Film in der zweiten Hälfte in ein regelrechtes Effekt-Feuerwerk verwandelt, bleibt dem Zuschauer dennoch nicht verwehrt, dass das alles zwar ganz nett anzuschauen ist, aber nicht wirklich Substanz besitzt. Das einfallslose Finale ist weder spannend noch sonderlich innovativ. Die Szenenabfolge wiederholt sich bis zum Erbrechen, so dass spätestens nach der zehnten Enthauptung merklich Langeweile eintritt. Wie im Slasherfilm üblich- braucht der Filmfreund auch rein gar nicht über das oft sonderbare Handeln der Anwesenden zu grübeln. Die verhalten sich natürlich durch die Bank weg sinnbefreit und finden entsprechend schnell einen möglichst blutigen Tod – etwas anderes würde den Horrorfilmfan auch wundern. Während es der Original-HATCHET herrlich selbstironisch verstand, sich von der Masse hölzerner Backwood-Slasher abzuheben, ist der aktueller Beitrag weder Fisch noch Fleisch. Zwar ist das Geschehen auch weiterhin mit einem Augenzwinkern abgelichtet; die Geschichte aber so trivial und unwichtig, dass man nicht verstehen möchte, warum man sich dafür entschieden hat, einen weiteren Teil zu drehen. Die Handlung hätte genauso gut in HATCHET II eingearbeitet werden können. So ist HATCHET III zwar ganz nettes Splatterkino mit großartigen Cameo-Auftritten bekannter Stars der Horrorfilmwelt, ein würdiges Finale erlebt das HATCHET-Universum aber nicht!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Splatterkino zu wie es sein soll: kompromisslos, hart und blutig. Abgesehen vom durchaus blutroten Treiben ist HATCHET 3 leider nicht das Finale geworden, was man sich bei einem derart beliebten Franchise gewünscht hätte, denn wirklich frisch und ideenreich kommt der neuste Aufguss nicht daher. Stattdessen werden dem Zuschauer hier die bekannten Zutaten der Serie noch einmal lauwarm serviert. Schade drum!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Zensur

 
 
 
Der Splatteranteil in HATCHET 3 ist erstaunlich hoch und durchaus seigefreudiger als im Vorgänger. Die netten, handgemachten Effekte sind trotz der ironischen Umsetzung dennoch erstaunlich hart, so dass HATCHET 3 hierzulande das gleiche Schicksal ereilen dürfte, wie bereits HATCHET 2: Freigabenverweigerung seitens der FSK!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

Rites of Spring (2011)

Nobody gets out alive (2013)

No One Lives (2012)

Filmreview: „Timber Falls“ (2007)

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TIMBER FALLS

Story

 
 
 
Mike und Sheryl wollten nur einen entspannten Wochenendausflug in die Wälder West Virginias machen, um in der Ruhe der Natur Kraft für den kräftezehrenden Alltag zu tanken. Sie fühlen sich für Ihr Wochenende perfekt gerüstet. Als sich die beiden jedoch vom rechten Weg abbringen lassen, nimmt das Grauen seinen Lauf. In den Fängen eines gottesfürchtigen Ehepaares gelandet, versuchen sich Mike und Sheryl dessen teuflisch anmutenden Plans zu erwehren …
 
 
 


 
 
 

TIMBER FALLS – Kritik

 
 
 
In einer Zeit in der das gefühlt hundertste WRONG TURN-Plagiat mit der immer gleichen Story über den Bildschirm flimmert, in einer Zeit, in der sich Grauen nur noch durch billige Effekthascherei darstellen lässt und sich Horrorfilme mit meist billigsten CGI-Effekten zu übertrumpfen versuchen, genau in dieser Zeit fühlt sich ein alter Vertreter des Backwoodhorrors in Form seines kürzlich erschienenen Blu-ray-Releases stimmig, neu und irgendwie anders an. TIMBER FALLS erschien im Fahrwasser des großen Vorbildes WRONG TURN bereits im Jahr 2008. Mit erfrischenden Ideen und realistischem Szenario weiß dieses kleine Terrorfilmchen auch heute noch zu gefallen. Vor allem ist dies dem Umstand geschuldet, das in TIMBER FALLS keine degenerierten, atomar-verseuchten Höllenkreaturen auf die beiden Hauptdarsteller losgelassen werden, sondern nur halbwegs normale Menschen mit einer etwas alttestamentarischen Weltanschauung auf die Protagonisten warten. Frei nach dem Motto: Die Realität ist grausamer als jede Fiktion.
 
Positive Umstände, die man diesem Vertreter des Backwood-Horrors zugute halten sollte, sind zum einen die Charaktere und zum anderen der bereits angesprochene Realismus. Aber ganz im Ernst, ein Film über einen romantischen Pärchenausflug in einen großen Nationalpark in West Virginia fühlt sich einfach glaubhaft an. Zumindest mehr, als ein weiterer Ausflug partysüchtiger Kiddies in bekannte Kannibalenwälder oder atomare Bergstollen. Die beiden hübsch anzusehenden Hauptdarsteller machen auf Ihrer Reise relativ schnell Bekanntschaft mit verschieden Filmfiguren die ihnen mal mehr, mal weniger wohlgesonnen, stets aber wichtig für den Fortgang der Geschichte sind. Die gute Charaktereinführung ist wirklich eine positive Erwähnung wert, der dadurch entstehende Realismus überträgt sich dank glaubhafter und guter Darstellerleistung auf den gesamten Film. Erfreulich ist auch die gute deutsche Synchronisation. Leider ist diese schon lange nicht mehr selbstverständlich!
 
Dümmliche, nicht nachvollziehbare Aktionen und Handlungen sowie dämliche Aussagen sind in diesem Backwoods-Vertreter seltener anzutreffen, als das billige, reißerische Blu-ray-Cover vielleicht vermuten lässt. Mit einfachen Tricks lässt es Regisseur TONY GIGLIO nämlich gar nicht zu Situationen kommen, in denen man einfach nur augenrollend vor dem Bildschirm sitzt (Stichwort: Handy oder Handfeuerwaffe). Die religöse Absicht des Terror-Trios ist zuweilen trotzdem weit hergeholt. Kenner der Kategorie Backwoods-Horror werden auch bei TIMBER FALLS kaum etwas Neues zu Gesicht bekommen. Dem Regisseur gelingt es leider zu keiner Zeit, dem Genre neue Facetten abzugewinnen. Die im Film vorkommenden Gore-Effekte dienen niemals dem Selbstzweck. Leider sind diese Effekte nicht vollkommen frei von CGI. Die Haupteffekte sind jedoch stets handgemachte Gore-FX, die zudem konsequent saftig inszeniert sind. Billige und störende CGI-Blutfontänen sucht man hier vergebens. Trotz alledem gewinnt Timber Falls natürlich keinen Innovationspreis. Vieles wurde schon dutzende Male gesehen. Einen finalen Twist sucht man ebenfalls vergebens und der Spannungsbogen wird zu keiner Zeit überspannt. Zumal die religiösen Absichten der Hinterwäldler einfach nicht konsequent genug umgesetzt werden.
 
 
 


 
 
 

TIMBER FALLS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Der geneigte Filmfan bekommt mit TIMBER FALLS einen kompakten, mehr als soliden Vertreter der Backwood-Horrorfilme geboten, der durch seine guten Darsteller (samt guter dt. Synchronisation) sowie vernünftige Effekte überzeugen kann. Wenngleich letztere doch gerne hätten etwas deutlicher ausfallen können.
 
 
 


 
 
 

TIMBER FALLS – Zensur

 
 
 
Die deutsche FSK-Fassung ist mit dem KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck vollkommen ungeschnitten. Filmfreunde mit einem Faible für Backwood-Horror können demnach bedenkenlos zur deutschen Kaufhaus-Fassung greifen.
 
 
 


 
 
 

TIMBER FALLS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Timber Falls; USA 2007

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1920x1080i)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: KJ (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interview mit Sascha Rosemann („Diakon“ James Foster) (10:12 Min), Making of (30:22 Min), Originaltrailer (02:09 Min), Deutscher Trailer (02:09 Min), Trailershow

 
 
 
TIMBER FALLS weißt jedoch sogut wie keine Längen auf und überzeugt in seiner Spieldauer von 101 Minuten. Die Bildqualität der, günstig zu erwerbenden, ungeschnittenen deutschen Bluray-Disc ist vorbildlich. Das Bild liegt jedoch leider nur in 1080i vor. Die HD-Tonspur überzeugte im Heimkinostudio jedoch vollends. Auch wenn der Film hier nur in 1080i vorliegt darf sich der Horrorfan über die Neuauflage auf dem HD-Medium freuen. Nach drei Werbetrailer aus dem Programm von ASCOT startet der Hauptfilm. Will man sich nach der Sichtung von TIMBER FALLS über die Hintergründe der Produktion informieren hat der Zuschauer die Auswahl zwischen dem Originaltrailer in Deutsch und Englisch, einem umfangreichen Making of und einem Interview mit einem der Darsteller. Der Hauptfilm und alle Extras sind löglicherweise deutsch untertitelt. Lobenswert! Zudem lässt sich auf der Scheibe eine Trailershow finden und die Blu-ray wurde sogar mit einem Wendecover ausgestattet. Was will man mehr?
 
 

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TIMBER FALLS – Trailer

 
 
 


 
 

Baldorolossa

 
 
Ähnliche Filme:

Nobody gets out alive (2013)

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Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

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Filmreview: „Inbred“ (2011)

inbred
 
 
 

Inbred

Story

 
 
 
Zusammen mit zwei Sozialarbeitern machen sich einige „Problem“-Kids auf den Weg in ein kleines britisches Dörflein, um dort allerlei nützliche Arbeiten zum Wohle der Allgemeinheit zu verrichten. Kaum dort angekommen, stoßen die Städter auf eine Schar schlechtgelaunter Hinterwäldler, die sich merklich in ihrer Ruhe gestört zu fühlen scheinen. Nach anfänglicher Skepsis auf beiden Seiten kommt es wenig später zur ersten Konfrontation zwischen den Parteien, mit unverhofftem Ausgang für alle Beteiligten.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Kritik

 
 
 
Um die volle Aufmerksamkeit der weltweiten Horrorfilmfans zu ernten, bedarf es nicht immer kreativ-ersponnener und intellektuell-einzigartiger Filmkost. Oftmals reicht es einfach nur aus, einen werbewirksamen und vollkommen sinnfreien Trailer ins Internet zu stellen, der mit blutigen Detail-Aufnahmen nicht geizt. Der kommende Indie-Reißer „Inbred“ ist ein derartiger Vertreter. Noch bevor überhaupt ein Fan sich von den eigentlichen filmischen Qualitäten dieses Horror-Knallers überzeugen konnte, schwirten Monate vor der eigentlichen Veröffentlichungen zusammenhanglose Clips durch die einschlägigen Videoportale, die dem ausgehungerten Filmfreund Lust auf mehr machen sollten. Zu Recht, denn nach ansprechend zusammengewerkelten Clips und der Auswertung auf internationalen Filmfestivals erscheint „Inbred“ nun ohne Umwege direkt auf Blu-ray und DVD.
 
Alex Chandon„, Regisseur dieses teilweise arg grenzwertigen Horrorspaßes, scheint in der Filmszene kein Unbekannter zu sein und versteht sein blutig makaberes Handwerk so gut wie kein anderer Independent-Regisseur zuvor. Bereits in seinen Frühwerken „Bad Karma“ und „Cradle of Fear“ wußte er gekonnt, gewalttätige Filmstoffe optisch-kontrovers auf Zelluloid zu bannen. Auch sein aktueller Beitrag „Inbred“ macht da keine Ausnahme und steht in seiner blutigen Zeigefreudigkeit anderen aktuellen Genre-Filmen in nichts nach. Direkt nach Beginn fällt sofort ins Gewicht, dass sich „Alex Chandon“ technisch enorm weiterentwickelt hat. Vergleicht man die filmischen Stilmittel und die erzählerische Herangehensweisen eines „Inbred“ mit der etwas holprigen Naivität seiner Anfangswerke so erstaunt der Quantensprung zwischen den Werken enorm. Vom Charme eines Amateur-Films ist hier kaum noch etwas zu spüren. „Inbred“ schaut mit seinen opulent düsteren Bildern fast schon wie ein Mainstream-Werk aus und die arg konventionelle Erzählstruktur zieht sich wie ein homogener blutiger Pfaden durch die Szenarie.
 
Das schmuddelig-britische Dorf-Idylle wurde in teilweise unheimlich-düsteren Farben getaucht, sodass man als Zuschauer vorab bereits erahnen dürfte, was der Handvoll Stadt-Menschen vermutlich widerfahren könnte. Die unheimliche Bedrohung ist zu Beginn derart verstörend und offensichtlich, dass man als Filmfreund mit mulmigen Gefühl vor der heimischen Glotze sitzt und nägelkauend auf den ersten Kill wartet. Soweit, so gut. Bis knapp zur Film-Hälfte macht Regisseur „Alex Chandon“ wirklich alles richtig. Die unzureichend intelligente Hinterwäldler-Brut hält sich dezent im Hintergrund und erinnert in ihrer dreckig-kompromisslosen Morallosigkeit an Backwood-Slasher wie „Texas Chainsaw Massacre“ und „Wrong Turn„. Nach der ersten zugespitzten Konfrontation zwischen Stadt- und Landmensch und dem unweigerlich befremdlichen Ableben eines der Stadtmenschen mutiert „Inbred“ zu einer arg geschmacklosen Nummernrevue, die an perversen Ideen ihresgleichen suchen dürfte. Die Hinterwäldler verhalten sich klischeebeladen so, wie es sich für einen derartigen Film seines Kalibers gehört: primitiv und abartig. Garniert wird der perfide Einheitsbrei mit teilweise derart drastischen Spezialeffekten, dass empfindsameren Gemütern das Lachen vermutlich im Halse stecken bleiben dürfte. Die recht makaberen und schwarz-humorigen Passagen verfehlen aufgrund der schonungslosen Zeigefreudigkeit der Brutalitäten an Relevanz und wirken teilweise total fehl am Platz, zumal sie anstatt lustig zu wirken, eher widerwärtige Abscheu verursachen. Hauptaugenmerk für gierige Splatter-Freunde dürfte vermutlich die grafisch krude Enthauptungsszene des Sozialbetreuers darstellen, die in ihrem Realismus selten zuvor in einem Horrorfilm erlebt werden durfte. Schon allein dessen, dürfte eine ungeschnittene deutsche Filmfassung ausgeschlossen werden.
 
Freunde des derben Horrorfilm-Geschmacks dürften in „Inbred“ vermutlich einen neuen Kultfilm gefunden haben. Selten zuvor bot ein Genre-Film derart viele Geschmacklosigkeiten in gerade einmal 90 Minuten Filmlaufzeit.Die zurückgebliebenen Dörfler verhalten sich einmal mehr niveaulos und unzivilisiert und natürlich scheint auch den Stadtmenschen der Bezug zur Realität vollkommen fremd. Noch bevor der Film so richtig in die Gänge gerät, sind die bedrohlichen Elemente des Films offensichtlich. Für die handvoll Städter gestalten sich die mysteriösen Gegebenheiten scheinbar derart normal, dass diese die Arbeit an der frischen Landluft wohlgelaunt fortführen und letztendlich für ihre unvergleichbar penetrante Dummheit bestraft werden müssen. Das etwas hanebüchene Ende und die unlogischen Denkstrukturen der Überlebenden verursachen Ratlosigkeit beim Zuschauer, denn gerade das Filmende strotzt nur so vor unklaren Verhaltensmustern und nicht nachvollziehbarer Logik. Hauptaugenmerk von „Inbred“ ist jedoch nicht die klischeebeladene, löchrige Handlung, sondern vielmehr der zeigefreudige Realismus der arg kruden Splatter-Effekte, die vor allem Gorehounds entzücken lassen dürften. Die Bilderflut an optischen Grausamkeiten ist enorm und deuten in ihrer Professionalität kaum noch davon, dass es sich eigentlich bei „Inbred“ um ein kleines Indie-Filmchen handelt, dass gerade einmal eine Million Pfund gekostet haben soll. Ein Fortsetzung ist bereits jetzt offensichtlich und dürfte demnach nicht lange auf sich warten lassen.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Hostel“ und „Wrong Turn“ meet „“2001 Maniacs“ – Derber und geschmackloser Edel-Splatter-Streifen, der aufgrund der exzellent umgesetzten F/X´s vermutlich einzig ausgehungerten Gorehounds munden dürfte.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Zensur

 
 
 
Aufgrund der arg zeigefreudigen F/X und der Tatsache, dass Konflikte einzig und allein nur durch Töten bewältigt werden, ist der Film hierzulanden ungeschnitten nicht durch die FSK gekommen. Der hiesige Vertrieb „Mad Dimension“ hat demnach Schnitte vornehmen müssen um eine „keine Jugendfreigabe„-Kennzeichnung erhalten zu können. Während ein Mediabook mit der ungeschnittenen Fassung über Österreich vertrieben wurde, hat es der Rechteinhaber noch einmal wissen wollen und den Streifen ein weiteres Mal ungeschnitten der FSK vorgelegt. Diesmal mit Erfolg – „Inbred“ wurde in der unzensierten Fassung mit dem roten 18er-Flatschen versehen und darf nun regulär und komplett in deutschen Super- und Fachmärkten ausliegen.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Deutsche Blu-ray

(Deutsche Erstauflage – geschnitten)

 
 
 
inbred blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Inbred; Großbritannien 2011

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1080p, 2,35:1 (16:9)

Laufzeit: 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe – geschnitten!

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Making of ohne deutsche Untertitel (50 min)

Release: 12.04.2013

 
 
 
Die Blu-ray aus dem Hause „Mad Dimension“ ist technisch tadellos, wären da nicht die diversen Schnitte, die diese Veröffentlichung im Grunde genommen vollkommen nutzlos machen. Neben einem etwas sehr unkreativ gestalteten Hauptmenü, gibt es auf der vorliegenden Scheibe auch ein umfangreiches 50-minütiges Making of zu bewundern, dem aber leider keine Untertitel spendiert wurden. Außerdem kommt die geschnittene Heimkinofassung, wie aktuell üblich bei Produkten von „Mad Dimension„, mit einem flatschenfreien Wendecover und einer edlen, schwarzen Amaray-Hülle daher. Ob man sich jedoch diese Veröffentlichung unbedingt in das Regal stellen möchte, sollte jeder Filmfreund für sich selbst entscheiden. Bleibt zu erwähnen, dass neben der regulären DVD und Blu-ray, auch eine konvertierte 3D-Blu-ray des Films (ebenso cut) im Handel erhältlich ist. Im übrigen handelt es sich bei der vorliegenden Scheibe um eine vollkommen untertitelfreie Veröffentlichung. Nicht einmal dem Hauptfilm besitzt eine deutsche Untertitelspur – ein absolutes NoGo!
 
 
 

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Inbred – Deutsche Blu-ray

(Deutsche Zweitauflage – ungeschnitten)

 
 
 
Inbred-uncut-Blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Inbred; Großbritannien 2011

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p, 2,35:1 (16:9)

Laufzeit: 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten!

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release: 31.10.2014

 
 
 
Über ein Jahr nach der Veröffentlichung der Erstauflage hat sich der Rechteinhaber dazu entschlossen eine ungeschnittene Version des Streifens für den deutschen Handel zu veröffentlichen. Die FSK hatte dem Streifen in der ersten Instanz eine ungeschnittene Freigabe verweigert. Das Label legte den Film ein weiteres Mal der FSK zur Kontrolle vor und erhielt überraschenderweise das Go für eine ungeschnittene Veröffentlichung. Die Ausstattung ist bei der Zweitauflage im Grunde genommen identisch – nur die Extras fehlen. Wer das ganze Paket an Bonusmaterial sein Eigen nennen möchte, muss den Umweg über Österreich in Kauf nehmen. Dort wurde der Film ebenfalls ungeschnitten und in deutscher Sprache im Mediabook veröffentlicht. Massig Bonus inklusive.
 
 
 

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Inbred – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 

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Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

Filmreview: „Wrong Turn 5 – Bloodlines“ (2012)

wrong turn 5 bloodline filmreview filmplakat filmkritik
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines

Story

 
 
 
Es ist Halloween und in einer kleinen Stadt in West Virginia finden sich kostümierte Menschen zusammen um das sagenumwobene „Mountain Man“-Musikfestival zu feiern. Auch eine Gruppe feierfreudiger Jugendlicher macht sich auf den Weg in das kleine idyllische Örtchen.Doch als sie auf dem Weg zu jener Feierlichkeit einen einsamen Landstreicher mit dem Fahrzeug streifen, ahnen sie noch nicht, wen sie da versehentlich versucht haben in Jenseits zu befördern. Der ominöse Fremde (Doug Bradley) scheint das Familienoberhaupt einer äußerst gefährlichen Inzucht-Bande zu sein, die sich die Zeit damit vertreibt, ahnungslosen Touristen in den Tod zu meucheln, um sich an deren Fleisch zu bedienen.
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Kritik

 
 
 
Nachdem Filmfreunde aus aller Welt vor einiger Zeit in einschlägigen Diskussions-Foren von der gelüstgen Kunde einer weiteren Fortsetzung des „Wrong Turn“-Franchise lesen durften, haben sich vermutlich Millionen Fans des düster-gebeutelten Genre-Film gefragt, warum Filmstudio 20th Century Fox der Allgemeinheit einen weiteren Teil dieses cineastischen Abfalls zumuten möchte. Die Antwort auf diese Frage scheint vollkommen offensichtlich, denn vermutlich müssen einfach zu viele „Volltrottel“ den desaströsen Vorgänger gekauft haben, sodass es für Fox lukrativ schien mit „Wrong Turn 5. – Bloodlines“ einen weiteren Ableger dieser vollkommen totgefilmten Scheiße (Entschuldigung, aber ich finde keine nett umschreibenden Gesten mehr für diese unterbelichtete Film-Reihe) in Produktion geben zu müssen. Dem Filmstudio kam dabei eine relativ „verrückte“ Idee in den Sinn, mit welcher Regisseur Declan O’Brien („Wrong Turn 4„) es nun letztendlich gelingen könnte, den bisherigen Gegebenheiten dieser Horror-Serie frischen Wind einzuverleiben. Statt die Geschichte rund um die ominöse Kannibalen-Sippschafft weiterzuspinnen, wurden die bisherigen Geschehnisse einfach aus dem Gedächtnis der Produzenten gestrichen und das Grundgerüst der Story zu einem billigen Remakes zusammengezimmert.
 
Die fünfte Reise in die Hölle der niveaulosen Absurditäten erzählt von einer neuen geistig umnebelten Familie, die ebenso wie ihre Vorgänger, nichts anderes im Sinn zu haben scheint, als den Zuschauer an den Rande des Wahnsinns zu langweilen und empfindsame Gemüter zur Öffnung des Toilettenbeckens zu treiben. Der Zuschauer darf dem unglaublich sadistischen Treiben der Sippe beiwohnen und dabei zuschauen, wie die robuste Bande einem ausgehungerten Mädchen die eigenen Gedärme in den hungrigen Schlund stopft, wie die Kreaturen mit Hilfe einer Ackerpflug-Maschine einem jungen College-Burschen den Kopf kürzer scheren und wie einem hormongesteuertem Muskelprotz die Knie dank Amboss-Hammer-Massage pflegeleicht weich „geklopft“ werden. Gorehounds werden vermutlich ihre helle Freude an diesem zeitweise enorm derben Splatter-Quark haben, denn hier geht es, wie bereits in „Wrong Turn 4 – Bloody Beginning“, heftig ungeniert brutal vonstatten. Der Blutzoll ist streckenweise derart zeigefreudig und der Sadismus wird derart nervig-ausgewalzt zelebriert, dass bereits jetzt schon eine ungeschnittene deutsche Freigabe zurecht ausgeschlossen werden darf. Aufgrund der bisher miesen CGI-Effekte in den Teilen 2-4 und der begründeten Kritik seitens der Horror-Fans, darf es dem interessierten Filmfreund eventuell freuen, dass dem Gewimmer der Fanbase Gehör geschenkt wurde, und im aktuellen Streifen vorwiegend hausgemachter Splatter über die Mattscheibe trieft.
 
Immerhin scheint Regisseur Declan O’Brien aus den Vergehen seines unsagbar schlechten, vierten Teils dazugelernt zu haben. „Wrong Turn 5 – Bloodlines“ ist nicht ganz so derber Müll geworden wie anfänglich gedacht. Im Vergleich zu den bisherigen Fortsetzung darf man getrost sagen, dass „Wrong Turn 5“ sogar einen positiven Floh-Sprung nach vorn gemacht hat. Sollten sich die Qualitäten der bald folgenden Sequels (das Ende des aktuellen Sequels ist „überraschenderweise“ offen) ebenso halbwegs positiv fortsetzen, kann man vermutlich davon ausgehen, dass die „Wrong Turn“-Reihe spätestens bei Teil 30 die nennenswerten Qualitäten des Original-Films erneut erreicht haben dürfte.
 
Vermutlich mag die positive Kehrtwende der Horror-Reihe in der Besetzung des Vaters der drei Freak-Hohlbirnen liegen. Denn die Rolle dieses abgebrühten Filmbösewichts übernahm keinem geringerer als Doug Bradley („Hellraiser“), der zwar in der Horrorfilmszene bereits zum alten Eisen gehört, sich aber durch die Darstellung des „Pinheads“ in der Clive Barker Verfilmungen „Hellraiser“ und dessen mehr oder weniger sehenswerten Fortsetzungen, weltweit einen Namen gemacht hat. Nachdem Doug Bradley als bisheriger „Hellraiser“-Darsteller für das Filmstudio „Dimension“ keinen lukrativen Nutzen mehr darstellte und er in die ewigen Jagdgründe befördert wurde, schien Bradley nach einem neuen Standbein Ausschau gehalten und seine Bestimmung in der ungenießbaren „Wrong Turn“-Reihe gefunden zu haben. Die Rolle des widerlichen, charismatischen und unberechenbaren Familienoberhaupts steht ihm ersichtlich gut. Tut aber dennoch keinen Abbruch, dass dem Horrorfilmfreund die Seele bluten dürfte, wenn er darüber nachdenkt, dass eine sollche Kult-Größe sich in einem derart miesen C-Movie verbraten lässt. Dass er sich neben den teilweise unzureichend talentierten und beliebig austauschbaren Jungdarstellern reichlich unterfordert fühlt, sieht man Bradley im Verlauf der Handlung des öfteren offensichtlich an. Immerhin sollte man Regisseur Declan O’Brien zugute kommen lassen, dass er diesmal zumindest auf eine halbwegs vorzeigbare Schauspieler-Riege zurückgreifen kann. Die handvoll Nachwuchsschauspieler sind nicht ganz so unfähig, wie zuletzt im Teil davor. Dennoch scheint O´Brain mit seinem bekannten Zugpferd „Bradley“ und vermutlich dessen horrender Gage auch finanziell katastrophal aus den Vollen geschöpft zu haben, sodass für essenzielle Dinge demnach kaum noch Produktionsbudget zur Verfügung gestanden haben muss. Das wird vor allem im Make-up Design der Kreaturen und dem faden Setting deutlich. Das Masken-Design der Flachpfeifen von Mutanten gestaltet sich bei genaueren Betrachten als Marke „in der Grundschule selbstgebastelt“ und teilweise schauen die Freaks eher so aus, als hätten sie mit halbseitiger Gesichtslähmung zu kämpfen. Hinzu kommt, dass man sogar aufgrund der schlechten Masken nur selten als Zuschauer verstehen kann, was die Missgeburten da überhaupt in ihrer eigenwilligen Sprache in den nichtvorhandenen Bart murmeln.
 
Mit „Wrong Turn 5 – Bloodline“ hat es Regisseur Declan O’Brien nicht ansatzweise geschafft überhaupt etwas Neues zu erzählen. Die ewig gleiche Geschichte, spielt sich auf ewig gleiche Weise ab. Da nützt es Declan O’Brien leider auch nicht, mit Doug Bradley eine der beliebtesten Horror-Ikonen zur Cast-Riege zählen zu dürfen. Immerhin macht gerade der Auftritt Bradleys den aktuellen „Neuanfang“ halbwegs erträglich. Wie schon als „Pinhead“ in „Hellraiser“ schafft er es eine geheimnisvolle bösartige Aura um die von ihm besetzte Figur zu weben. Dass aufgrund Bradleys Gage vermutlich kaum noch „Dollars“ für das Wesentliche vorhanden gewesen sein müssen, sieht man dem trostlosen Setting bereits nach nur wenigen Film-Minuten an. Der Ort des Geschehens schaut überaus monoton und unwirklich aus, was auch daran liegen mag, dass die Straßenzüge und Häuser der fiktiven Stadt den Anschein von gewöhnlich bemalter Pappe haben. Splatter-Freunde werden einmal mehr Gefallen an den teilweise recht schmerzvollen F/X finden, die zudem fast ausschliesslich „Old-School“ daherkommt.
 
Im übrigen am Rande, um das Niveau des aktuellen Films bildlich widerzuspiegeln:
 
 
Eine Protagonistin im Film werden aufgrund ihrer naiven Achtlosigkeit die Augen ausgestochen. Fortan wimmert sie vor sich her und bekundet immer wieder von Neuem, wie DUMM sie doch wäre. Wo sie Recht hat, da hat sie Recht!
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Kennste Einen – Kennste Alle. Trotz Neuanfang der gleiche nervige Hirn-Schiss wie eh und je! Nur für Hardcore-Fans zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Zensur

 
 
Aufgrund der sadistischen Härte und der minutiös zelebrierten Gewaltspitzen, hat es auch dieser 5. Teil nicht ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Der Film wurde hierzulande um einige Szenen erleichtert, sodass er mit dem „Keine Jugendfreigabe„-Stempel leider nur geschnitten erhältlich ist.
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Wrong Turn 5 - Bloodlines Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wrong Turn 5 – Bloodlines; USA 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe (geschnitten)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Hinterwäldler-Morde (ca. 6 Min.), Ein Tag im Tod (ca. 5 Min.), Videotagebuch des Regisseurs (ca. 8 Min.), Trailer „Wrong Turn 5“

 
 
 
Den Beginn macht der Trailer zum kommenden Action-Thriller „PARKER“; danach geht geradezu ins nicht animierte Hauptmenü, wo der Filmfreund neben dem Hauptfilm in erstaunlich hochwertiger Qualität, auch zwischen einigen Extras wählen kann. Diese wurden löblicherweise Deutsch untertitelt. Zudem gibt es den Trailer zum Film in deutscher Sprache zu begutachten. Vier weitere Trailer aus dem Programm von CONSTANTIN FILM runden das Bonus-Paket ab. Qualitativ kommt diese Trash-Gurke erstaunlich hochwertig daher, wobei die miese deutsche Synchronisation das Niveau des Films perfekt zu unterstreichen weiß. Trotzdem kann man über Bild- und Tonqualität nicht meckern. Ob man für einen hierzulande geschnittenen WRONG TURN 5 dennoch ein Wechselcover benötigt, dürfte fraglich sein. Dieses wird zwar zusammen mit einem Kapitelindex-Einleger ausgeliefert, aber ist vermutlich ebenso wie diese Fortsetzung vollkommen überflüssig.
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines [Blu-ray]

 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Trailer

 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
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Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

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Filmreview: „Rites of Spring“ (2011)

"Rites of Spring" (2011) - Filmplakat, Filmcover
 
 
 

Rites of Spring

Story

 
 
 
Auf dem Weg nach Hause werden Rachel und ihre beste Freundin von einem unbekannten älteren Mann überwältigt und in eine abgelegene Scheune irgendwo am Rande der Stadt verschleppt, wo sie unfreiwilliger Weise Opfer eines seltsamen Rituals werden. Zeitgleich am anderen Ende der Stadt: Ben und seine Freunde planen den ganz großen Coup. Sie wollen die Tochter eines wohlhabenden Industrie-Hais entführen und für selbige ein ordentliches Lösegeld kassieren. Doch das Vorhaben misslingt und die 5 Freunde stoßen bei der erhofften Lösegeld-Übergabe auf die verstörte Rachel, die sich zwar aus den Fängen ihres Peinigers befreien konnte, dafür aber von einer beängstigenden Wesen verfolgt wird, das nur ein Ziel kennt: töten!
 
 
 


 
 
 

Rites of Spring – Kritik

 
 
 
Schon einmal Raufbold „Jason“ aus dem Kult-Klassiker „Freitag der 13.“ im Filmuniversum eines „Texas Chainsaw Massacre“ gesichtet, der aufgrund von „Kinder des Zorns“-ähnlichen Beweihräucherungen zurück ins Lebens gerufen wird und so sein Töten im Stil eines „Jeepers Creepers“ fortführt ? Wenn nicht, dann sollten sich findige Filmfreunde einmal den Horrorthriller „Rites of Spring“ zu Gemüte führen, denn dieser Schocker schaut wahrlich so aus, als hätte man zig bekannte Horrorfilme in einen Topf geworfen, aufgekocht und als köstlich aufgewärmtes Mahl noch einmal neu aufgetischt. Was sich eigentlich vollkommen bescheuert und überaus grotesk liest, wirkt dennoch in der Umsetzung erstaunlich homogen und überraschenderweise wie aus einem Guss. „Rites of Spring“ beginnt wie jeder typische 08/15 Backwood-Horrorfilm, der den Zuschauer versucht mit ekligen Folterquark bei Laune zu halten, doch schnell wird klar, dass Regie-Neuling Padraig Reynolds weit mehr auf den Kasten zu haben scheint, als NUR altbekannte Genre-Regeln und Horror-Klischees uninspiriert und gedankenlos neu zu recyclen.
 
„Rites of Spring“ entpuppt sich als traditionelles Monsterkino wie es im Buche steht. Schnörkellos, konsequent und erfreulicherweise richtig spannend. Das Tempo ist straff, die Kills deftig und das düster-dreckige Setting überzeugend. Trotzdem, hier ist nicht die Art und Weise Programm, mit der das mysteriöse Wesen zur Tat schreitet, sondern die Vorgehensweise mit welcher Regisseur Padraig Reynolds sein Geschichte schildert. Die Erzählweise seines „Rites of Spring“ lässt sich schon als arg seltsam betiteln, denn Reynolds lässt quasi zwei scheinbar vollkommen unterschiedliche Story-Zweige unabhängig voneinander parallel Revue passieren und knüpft diese gegen Ende hin virtuos zusammen. Während zu Beginn altbekannter Backwood-Horror die Geschehnisse prägen, mutiert „Rites of Spring“ gegen Filmmitte zu einen schweißtreibenden Entführungsthriller, der sich am Ende als knüppelharter Slasher-Flick-Flack entlädt. Unterhaltsam ist das allemal, gerade weil Reynolds es immer wieder schafft, gänzlich entgegen der Erwartungen des Zuschauers vollkommen falsche Fährten zu legen, die den Film immer wieder in eine ganz andere Richtung drängen. Auch fügen sich die Übergänge so unverhofft stimmig ineinander, dass man als Horrorfilmfreund wohlwollend die Arme ineinander verschränken und genüsslich dem munteren Treiben auf der Mattscheibe beiwohnen darf. Auch wenn Reynolds Film für ein Debüt-Werk beachtlich sehenswert ausgefallen ist, so kann er dennoch nicht vertuschen, dass der Zuschauer im Verlauf der Gegebenheiten mit einer Menge mysteriöser Zufälle konfrontiert und am Ende mit einer Menge Fragen allein zurückgelassen wird. Der Film bricht nach dem letzten Fight mit dem geheimnisvollen Wesen abrupt ab und liebäugelt als offenes Ende getarnt, vermutlich mit einer anschließenden Fortsetzung, die aufgrund der hervorragenden Machart von „Rites of Spring“ auf jeden Fall wünschenswert wäre!
 
Was will der Horrorfilmfreund denn mehr? „Rites of Spring“ ist spannend, blutig und gut durchdacht. Auch wenn einige Umstände schon etwas arg aufgezwungen-konstruiert wirken, kann man Nachwuchregisseur „Padraig Reynolds“ nicht vorhalten, einen x-beliebigen Horrorfilm gedreht zu haben, der sich wie so oft zu uninspiriert diverser Klassikern seines Genres bedient und den Zuschauer damit zu Tode langweilt. Sicher erkennen Filmfreunde sofort diversen Parallelen und Gegebenheiten aus bekannten anderen Filmen seiner Art. Dennoch, anstatt Filmfans erneut wieder nur mit belanglosen und klischeebeladenen Folter-, Backwood- oder Slasherfilm zu quälen, stibitzt Reynolds einfach die besten Zutaten aus besagten Subgenres und kreiert sie zu etwas ganz eigenem. Selten hat ein derart haarsträubender Cocktail aus diversen Subgenres und Horrorelementen zu gut harmoniert wie in „Rites of Spring“. Kein Wunder, munkelt man in der Filmszene, dass „Jeepers Creepers“-Erfinder „Victor Salva“ an dieser kleinen souveränen Indie-Produktion mit beteiligt gewesen sein soll. Und so verwundert es letztendlich auch kaum einen Horrorfilmfan, dass das seltsame Wesen in „Rites of Spring“ mit all seinen grotesken Abartigkeiten sehr an das Wesen aus Salvas „Jeepers Creepers“ erinnert.
 
 
 


 
 
 

Rites of Spring – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Man nehme etwas „Freitag der 13.“ kombiniere es mit „Jeepers Creepers“, würze es mit „Children of the Corn“ und garniere es zu „Texas Chainsaw Massacre“ – Klingt zwar geschmacklos, ist aber wirklich sehr sehr lecker!
 
 
 


 
 
 

Rites of Spring – Zensur

 
 
 
Sicherlich werden in „Rites of Spring“ Köpfe gespalten und Gliedmaßen abgetrennt, dennoch die optischen Grausamkeiten halten sich ersichtlich in Grenzen und der Film zelebriert auch kein Gorefest der Sonderklasse. Die optischen Leckereien sind rar gesät und haben dafür gesorgt, dass dieses Filmchen unbeschadet die FSK mit einer ungeschnittenen „Keine Jugendfreigabe“ passieren durfte.
 
 
 


 
 
 

Rites of Spring – Trailer

 
 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
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Filmreview: „The Watermen“ (2011)

The Watermen (2011) Filmreview auf Filmcheck dem Horrorfilm Blog
 
 
 

THE WATERMEN

Story

 
 
 
Einige Teens genießen den letzten Boottrip ihres Lebens. Denn die lustige Feiersause findet ein frühes Ende, als die Freunde an einige arg grimmige Fischer geraten, die eine Vorliebe für Menschenfleisch frönen, dass ihnen maximale Fischerträge liefern soll …
 
 
 


 
 
 

THE WATERMEN – Kritik

 
 
 
Lust auf richtig guten Horror? Auf einen Film mit klasse Schockmomente, intelligent konstruierter Story und sexy Mädels, die wissen wie sie sich kreativ zur Wehr setzen müssen? Ja? Dann sollte der Filmfreund den aktuellen Backwood-Slasher THE WATERMEN meiden, denn hier gibt es nichts zu sehen, was überhaupt von Interesse wäre. Die Story hat man in dieser Form schon bis zum Erbrechen gesehen und man mag als Zuschauer nicht verstehen wollen, welche Intentionen und Ziele manche Regisseure und die dahinterstehenden Produktionslabel mit ihrem aufgewärmten Kaffee eigentlich verfolgen wollen? Gewinnträchtigen Umsatz dürfte bisher für diesen Quark mit Sicherheit kaum geflossen sein. Wohl eher sollte der interessierte Filmfan nach Sichtung Geld für diesen uninspirierende Käse „einklagen“, weil THE WATERMEN dem Zuschauer fast 90 Minuten an kostbarer Lebenszeit raubt, ohne überhaupt ein Fünkchen Unterhaltungswert zu bieten.Die Geschichte, insofern man das Storygeflecht überhaupt „Geschichte“ nennen kann, liest sich demnach auch recht bescheiden und vorhersehbar:
 
Eine kleine Gruppe Jugendlicher, bestehend aus drei potenten Proleten und drei paarungswilligen Bordsteinschwalben, unternimmt einen hübsch idyllischen Segelausflug hinaus aufs Meer. Doch der vielversprechende Segeltörn findet ein frühes Ende, als das Boot einen Motorschaden erleidet und die sechs Hohlbirnen nicht mehr wissen, wie sie wieder an Land kommen sollen. Der interessierte Filmfreund dürfte bei derart Thematik flink an taffe Survival-Schocker der Marke OPEN WATER erinnert werden. Doch THE WATERMEN schlägt alsbald ein anderes Niveau ein – das des ideenlosen Backwood-Horrors. Als die Freunde aus der Ferne ein Fischerboot sichten, scheint die Misere ein frühes Ende gefunden zu haben. Kaum wägen sich die Teens in Sicherheit, ahnen sie noch nicht, dass ihr vermeintlich friedlicher Ferienausflug bald ein tödliches Ende finden wird. Denn die Fischer sind nicht so wohlgesonnen wie anfänglich gedacht. Es sind Jäger, die sich auf das Fischen mit Menschenfleisch spezialisiert haben und der Meinung sind: was für Haie gut verdaulich ist, dürfte wohl auch den kleineren Fischen und Muscheln munden.
 
Was jetzt förmlich nach ordentlich Folter- und Splatter schreit, entpuppt sich in der Umsetzung als erbärmliche Enttäuschung. Als Zuschauer mag man sich hier nicht nur einmal fragen, wer eigentlich auf die glorreiche Idee gekommen ist, einen Film über Fischer zu drehen, die sich maximale Fangerträge durch Menschenfleisch erhoffen. Anstatt sich die Arbeit zu machen und nach Ködern in der Erde zu wühlen, schreiten jene Seemänner in THE WATERMEN mit Macheten zur Tat, um ahnungslose Teenager vom Meer wegzufangen, in kleine Teile zu schneiden und an die Fische zu verfüttern. Wer jetzt dennoch meint die hanebüchenen Gegebenheiten könnten nicht getopt werden, der hat vermutlich noch nicht das Ende der Geschichte gesehen. Denn hier werden nicht nur Kids zugunsten perfider Angeltechniken gemeuchelt, sondern deren Fleisch zudem noch auf dem Schwarzmarkt anderen Interessenten zur Verfügung gestellt. Polizisten oder Gesetzeshüter sucht man stattdessen vergeblich. Denn das unerklärliche Massenverschwinden unendlich vieler Touristen und Teens scheint in der Welt von THE WATERMEN vollkommen plausibel und normal!
 
Nach nachvollziehbarer Logik, ernstzunehmender Glaubwürdigkeit und vor allem tieferen Sinn sucht man in dieser Gurke vergebens. Nach ausufernder Splatter- und Folterunterhaltung ebenfalls. Bis auf eine recht unangenehme Entfernung eines Brustimplantates und eine kurze Häutungsszene, die durchaus an den um Längen besseren THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE – THE BEGINNING erinnert, gibt es in diesem seelenloser Folteraufguss kaum irgendetwas was erwähnt werden sollte. THE WATERMEN entpuppt sich als ein Sammelsurium der unterschiedlichsten und vor allem vorhersehbarsten Horrorklischees, die man schon lange nicht mehr in so trivialer und niveauloser Form in einem Slasher begutachten konnte. Eigenständige und vor allem frische Ideen sind hier Mangelware. Das macht sich vor allem am Spannungspegel bemerkbar. Wirklich kurzweilig ist der Film zu keiner Minute. Die Gegebenheiten ziehen sich wie Kaugummi; die unerträgliche Vorhersehbarkeit der Geschehnisse sind dem Film in keinster Weise förderlich. Horrorfans, die alles mitnehmen was das Genre hervorbringt, können gern einen Blick riskieren, sollten diesen Film aber erwartungsfrei goutieren. Alle anderen Zuschauer gehen Bitte weiter, denn hier gibt es nichts zu sehen.
 
 
 


 
 
 

THE WATERMEN – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Dieser überaus dumme Film macht eindeutig KEINEN Spaß. Alle Wörter mit der Vorsilbe “un” sind für diesen Film geradezu prädestiniert – Was für ein wahrhaft unglaublich, unschöner und uninteressanter Film.
 
 
 


 
 
 

THE WATERMEN – Zensur

 
 
 
Der Film ist hierzulande nur in der SPIO/JK-Variante ungeschnitten erhältlich. Interessierte Filmfreunde sollten demnach Ausschau nach der flatschenfreien Filmversion halten, denn nur die beinhaltet die komplette Fassung!
 
 
 


 
 
 

THE WATERMEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
watermen Blu-ray cut
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Watermen; USA 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080i), laut Cover jedoch in 1080p (!)

Laufzeit: ca. 95 Min

FSK: KJ (geschnittene Fassung) / SPIO JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray ohne Wendecover

Extras: Trailershow

 
 
 
Die Blu-ray zu THE WATERMEN kommt in zwei Ausführungen in die Kaufhäuser. Die leicht gekürzte Filmfassung ziert die KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung und kann im stationären Handel erworben werden. Wer jedoch die ungeschnitten SPIO/JK-Fassung im Regal stehen haben möchte, sollte hierfür in den einschlägigen Online-Shops oder in der Videothek seines Vertrauens nach THE WATERMEN in der Uncut-Fassung Ausschau halten. Wirklich Referenz stellt die Heimkino-Veröffentlichung des Films leider nicht dar. Das Bewegtmenü unddDie Qualität des Hauptfilms ist zwar ganz brauchbar, nur Extras sucht man auf der Scheibe vergebens. Bis auf eine Trailershow mit drei Filmen aus dem Programm des Labels lässt sich auf dieser Blu-ray nichts finden. Zudem wird auf ein Wechselcover verzichtet, Untertitel sind nicht vorhanden.
 
 

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THE WATERMEN – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Wrong Turn 4 (2011)

Wrong Turn 5 (2012)

Filmreview: „Bitter Feast – Blutiges Kochduell“ (2010)

 

Der Fernsehkoch Peter Grey bangt um die Zukunft seiner TV Kochshow, denn aufgrund schlechter Quoten soll diese abgesetzt werden. Die vernichtende Kritik des Internet-Bloggers JT Franks, dessen Lebenshauptaufgabe vermutlich darin besteht, durch  Falschaussagen die Leben anerkannter Gourmetköche durcheinander zu bringen, kommt Peters Karriere rein gar nicht förderlich.

Prompt verliert er nicht nur seinen Job als Koch in einem Nobelrestaurant, auch die Kochshow, in die er bisher enorm Herzblut investiert hatte wird letztendlich von der Sendeanstalt abgesetzt.

Perspektivlos schmiedet der, nun arbeitslose Koch einen teuflischen Plan: er entführt Franks und verschleppt ihn in seine abgelegene Ferienwohnung, wo er Franks kulinarischen Koch-Qualitäten auf die Probe stellen möchte.

 

 

Vorliegende Inhaltsangabe liest sich eigentlich schon einmal recht ansprechend, oder?

Die Story über einen Koch, der auf Rachefeldzug aus ist, hat das Genrekino bisher noch nicht bis zum Erbrechen ausgewalzt und todgefilmt. Die Idee klingt frisch und hat eigentlich enorm Potenzial für ordentlich perverses Gekrösel und Gekrümel und bietet Spielraum für allerlei ekelerregende und splattrig-schöne Gourmetattacken. Aber wie es nun einmal allzu oft der Fall ist, verbirgt sich hinter hübsch makaberen Blu-ray Coverdesigns und leckeren Inhaltsangaben ganz oft mehr Schein als Sein. Auch „Bitter Feast“ macht da keine Ausnahme und bietet ein recht zähes und ausgegorenes „Kochduell“, dem die gewissen Priese Salz und ein gehörig würziger Schuss Pfeffer fehlt.

Immerhin war Regisseur und Autor Joe Maggio bemüht, dem Zuschauer ein überaus zynisches und sarkastisches Stelldichein zwischen dem recht „engagierten“ Internetautoren Franks und dem zutiefst gekränkten Ex-Koch „Grey“ zu präsentieren, das zwar halbwegs funktioniert, aber das mangels Interaktionsmöglichkeiten Franks nicht wirklich an Fahrt gewinnt.

Denn, der zu Beginn zutiefst böse und unsympathisch beschriebene Franks verliert im Verlauf der Handlung scheinbar seine „böse“ Ader und lässt jede Demütigung Greys schön hübsch und artig über sich ergehen. Inhaltlich hätte ich mir da mehr würzigen Dialogpower zwischen dem akkuraten Fernsehkoch Greys und dem miesen Charakterschwein Franks gewünscht, denn das Schauspiel zwischen den beiden Protagonisten untereinander ist eindeutig etwas zu langatmig ausgefallen. Außerdem fällt auf, dass auch  „Bitter Feast“ gehörig vom allseits bekannten Klischee-Arsenal Gebrauch macht. So scheitert natürlich, wie könnte es auch anders sein, Franks erste Flucht durch den Wald aufgrund eines Stolperanfalls und einem verstauchten Knöchleins. Wie süß!

Auch die genreüblichen dezent gesetzten Gewaltexzesse (Keine Jugendfreigabe-Kennzeichung geht vollkommen in Ordnung) reißen den Thriller, der unpassender Weise gegen Ende zu einem lupenreinen Backwood-Slasher mutiert, nicht über Standartmittelmaß hinweg.

Bitter Feast“ beginnt und endet so, wie man es aus unendlich vielen ähnlichen Backwood-Slasherfilmen/Thrillern bereits schon zig mal (besser) gesehen hat

Der miserabel aufdringliche Billig-Digital-Look und die unglaubhaft billig produzierte deutsche Synchronisation des Sternekochs Grey unterstreichen dabei noch einmal die recht durchwachsene Qualität dieser aktuellen Genre-Produktion.

Trotzdem, meine Kritik liest sich scheinbar schlechter als der Film letztendlich ist.

Ich habe schon schlechteres gesehen. Anhand der (vermute ich mal) beschränkten finanziellen Möglichkeiten ist „Bitter Feast“ dennoch genießbar. Kein Gourmetmenü, eher ein Snack für Zwischendurch.

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Ein durchschnittlicher Horror-Gourmetbeitrag, der noch einige Minuten länger braten hätte müssen. Als Zwischensnack geeignet!

 

Hellraiser80

Filmreview: „Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings“ (2011)

 

So und nun der, zumindest meiner Meinung nach, bisher schlechteste Genre-Beitrag 2011.

 

Kenja und ihre Clique werden bei ihren winterlichen Ausflügen mit den Schneemobilien von einem Schneesturm überrascht und flüchten in ein naheliegendes leerstehendes Sanatorium.

Leider ist das Lager nicht so sicher wie gedacht, denn 3 entstellte, ehemalige Insassen haben es sich’s dort gemütlich gemacht und haben eine Leidenschaft für frisches Menschenfleisch.

 

Wir erinnern uns: das bereits totgesagte Backwood-Slasher-Subgenre, dass seine Blüte in den 70er Jahren erleben durfte, wurde im Jahre 2003 im Zuge der Reanimation des Slasher-Films („Scream“, „Düstere Legenden“, „Ich weiss was du letzten Sommer getan hast“) mit dem recht fiesen und überraschenderweise sehr effektiven „Wrong Turn“ wiederbelebt.

Nun 8 Jahre später erscheint mit „Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings“ die bereits 3 Fortsetzung, des einst so makaberen und erfolgreichen Horrorfranchise, das von einer handvoll missgebildeter Kannibalen-Hinterwäldler handelt, deren Hauptaufgabe es ist, Menschen zu jagen, die sich fernab der Zivilisation im Dickicht des Waldes verlaufen haben.

Neben dem recht hübsch gefilmten Original “Wrong Turn„, wurden die weitern Teile der Reihe direkt für den Heimkinomarkt produziert, was sich ersichtlich in der lieblosen Inszenierung der Filme widerspiegelte. Da das hauchdünne Story-Grundgerüst bereits mit Teil 1 an seine Grenzen stieß, bemühte sich das Studio bei den Fortsetzungen erst gar nicht, die Geschichte innovativ weiterzuspinnen. Vielmehr erschien mir der Gedanke, dass man schnell noch die Kuh melken wolle, bevor das Franchise in Vergessenheit geraten würde. Daher konzentrierten sich die Produktionen weniger auf Charakterentwicklung, stimmigen Storyaufbau etc. pp. ,als  vielmehr auf das „kreative“ Töten, fernab jeglicher Logik und wirklich schlechten CGI-Effekten, um die Horror-Fanbase halbwegs zufrieden stellen zu können.

Bedingt hat das ersichtlich funktioniert, denn sonst würden wir jetzt nicht einen weiteren Teil sichten „dürfen“.

Wrong Turn 4“ hat wirklich alles was einen wirklich miesen Film ausmacht.

Leute, ich habe derart dumme Scheisse (entschuldigt, aber derart Filme haben nichts mehr mit Freude zum Genre gemein) schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Die beiden Teile zuvor waren schon derart schrecklich, aber das aktuelle Sequel bringt das Fass zum kochen. Da die „untalentierten“ Schauspieler ihr unausweichliches Ableben, es gibt im Film übrigens KEINEN wirklich produktiven Dialog, so unfreiwillig komisch spielen, konnte ich diese Produktion absolut nicht einordnen. Ist „Wrong Turn 4“ eine Komödie, oder soll dieses „Meisterwerk“ ernstzunehmenden Horror darstellen?

Ich deute mal letzteres. Zumindest dürfte der routinierte Filmkenner Freude daran haben die unzähligen Filmfehler im Machwerk zu zählen.

Apropos Darsteller: schon mal einen Film gesehen, in denen die Protagonisten Angst und Leiden spielen sollen, und ihre panischen Dialoge mit einem leicht unsicheren Grinsen von sich trällern. Spätestens hier war für mich dann der Spaßofen aus. Bei aller Liebe zum Trash, aber im Vergleich zu „Wrong Turn 4“ ist das gefakte Nachmittags-Randgruppen-Fernsehen auf RTL absolut oscarverdächtig.

Was ist denn eigentlich überhaupt nennenswert an diesem 4. Teil der Reihe.

Nix, Nada, Nischewo! Die überaus selbstzweckhaft eingesetzten Ekel- und Goreeffekte bieten, aufgrund der extrem schlechten CGI- Umsetzung, nicht mal annähernd Schauwert.

Warum man für eine derart unwichtige und kleine Horrorproduktion überhaupt CGI einsetzen musste, entzieht sich mit jeglicher Logik.

Da die Goreeffekte minutiös penetrant zelebriert werden, dürfte eine Uncut-Veröffentlichung in Deutschland unwahrscheinlich sein.

Schon allein die Szene, in der die Sippe einem Protagonisten bei lebendigen Leib Stücke aus seiner Haut schneiden und diese genüsslich in heißem Öl wälzen und verspeisen, dürfte bereits für die FSK Anlass genug sein, die Freigabe zu verweigern.

Hätte der Major-Studio „20th Century Fox“  mehr Drehbudget investiert, ein sorgfältig und stimmiges Drehbuch an Land gezerrt und vernünftige Darsteller engagiert, hätte „Wrong Turn 4“ das werden können, was man sich eigentlich nach Teil 1 gewünscht hätte: einen ultra-harten und im Gedächtnis haftenden Ultra-Hardcore-Schocker.

Aber das was man nun mit „Wrong Turn 4“ angeboten bekommen, ist in Worten gar nicht auszudrücken. 100%-iger, unglaublicher Abschaum!

So kann man auch eine eigentlich gute Idee (Teil 1) richtig schön totprügeln.

 

 

Fazit 1,5 / 10 Punkte

 

Schlechter gehts nimmer. Für mich endet mit diesem Teil die „Wrong Turn“ Ära.

Einen weiteren Teil erspar ich mir.

 

FSK-Prognose: 100%ige Freigabeverweigerung

Hellraiser80