Filmkritik: „Die Farbe aus dem All“ (2019)

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DIE FARBE AUS DEM ALL

(THE COLOUR OUT OF SPACE)

Story

 
 
 

Für Familie Gardner wird das idyllische Landleben zum Albtraum, als ein Meteorit in ihrem Garten einschlägt, der sämtliches Leben in näherer Umgebung beeinflusst.

 
 
 


 
 
 

DIE FARBE AUS DEM ALL – Kritik

 
 
 
Stoffe von H. P. Lovecraft zu verfilmen, wird sicher nie aus der Mode kommen, denn dafür sind seine Geschichten einfach zu gut. „Die Farbe aus dem All“ ist eine seiner Kurzgeschichten, die mittlerweile schon desöfteren verfilmt wurde und mit dem gleichnamigen Film nun eine weitere Umsetzung erfahren darf. Mit Richard Stanley als Regisseur, Nicolas Cage als Hauptdarsteller und Elijah Wood als Produzenten schien dabei nicht viel schiefgehen zu können. Und in der Tat ist hier ein eindrucksvoller Horrorfilm entstanden, bei dem man lange Zeit nicht genau wissen kann, was man denn nun erwarten soll.
 
 
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Familie Gardner hat sich auf eine Farm zurückgezogen, um der Hektik des Lebens etwas zu entkommen. Scheinbar funktioniert das nicht für jedes Familienmitglied, aber alle Sorgen sind sowieso vergessen, als eines Nachts ein Meteorit im Garten der Familie einschlägt. Anfangs halten das alle nur für einen kuriosen Zufall, aber nach für nach ist es nicht mehr von der Hand zu weisen, dass sich in der Gegend etwas verändert. Eine seltsame Farbe dominiert die Landschaft und das Verhalten aller Lebewesen wird auch immer abstrakter. Kennt man die literarische Vorlage, wird man ungefähr wissen, wie die Story verlaufen wird, aber selbst wenn dem so ist, kann man nie genau wissen, in welcher Art und Weise das hier umgesetzt wird. Die Geschichte von Lovecraft ist herrlich simpel, aber gleichzeitig einfach faszinierend und der Film kann davon nur profitieren. Da braucht man keine großen Wendungen oder Innovationen im Drehbuch, sondern kann dem Chaos einfach freien Lauf lassen. Dass man den Aufbau dabei sehr langsam angeht und den Zuschauer nicht zu schnell mit Kuriositäten berieselt, ist dabei nur löblich, denn so baut sich nebenbei auch eine ungemein fesselnde Atmosphäre auf.
 
 
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Der Beginn ist noch locker, harmlos und macht am ehesten Spaß. Horror-Elemente gesellen sich zwar schon bald mit zum Geschehen hinzu, aber zu diesem Zeitpunkt gibt es immer noch genügend lockere Momente, wie z.B. den Einfall mit den Alpakas. Langsam aber sicher spitzt sich die Lage zu und macht die Protagonisten hier immer wahnsinniger, weshalb es auch gar nicht mehr so leicht fällt, den Bezug zu ihnen zu behalten. Mitleid kennt „Die Farbe aus dem All“ mit seinen Charakteren jedenfalls nicht. In der zweiten Hälfte schraubt man immer mehr am Faktor Wahnsinn, bis alles in einem psychedelisch-surrealen Finale gipfelt. Dabei ist der Horror-Anteil echt nicht gering. Manche Szenen wirken albtraumhaft. Und trotzdem gibt es da immer wieder Momente, die absurd wirken und einen fast zum Lachen animieren. Man ist sich am Ende selbst kaum noch sicher, ob das nun eine Komik besitzt oder eben purer Wahnsinn ist. Diese eigenartige Atmosphäre, die neben Science-Fiction-Elementen auch noch leichte Motive vom Body-Horror besitzt, zieht einen auf jeden Fall in ihren Bann und macht dann am Ende doch am ehesten sehr viel Spaß.
 
 
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Das liegt auch am ordentlichen Cast. Seitdem Nicolas Cage in „Mandy“ so überzeugen konnte, scheint seine Tendenz wieder mehr in Richtung „brauchbarer Film“ zu gehen. Er hält sich anfangs enorm zurück, darf in der zweiten Hälfte aber wieder genügend Overacting betreiben. Allerdings ist das hier absolut passend und Cage macht das einfach toll. Joely Richardson ist souverän und Brendan Meyer erfüllt seinen Zweck ebenfalls vollkommen. Elliot Knight besitzt Charisma und Madeleine Arthur hat auch das gewisse Etwas, um in Erinnerung bleiben zu können. Absolut klasse ist es, dass man Tommy Chong zu sehen bekommt und seine Rolle könnte wohl kaum passender sein. Reichlich schade ist nur, dass sich seine Auftritte auf wenige Minuten begrenzen. Insgesamt sind die Schauspieler aber auf jeden Fall gut bis sehr gut und die Figurenzeichnung erfüllt ihren Zweck. Sie ist später sowieso nicht mehr von Belang, weil dann ganz andere Dinge zählen.
 
 
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Dazu gehört natürlich die visuelle Umsetzung. Die Farbe, die an eine Mischung aus Pink, Violett und Purpur erinnert, ist stets präsent, meistens jedoch überraschend subtil. Wenn man auf Kleinigkeiten achtet, sieht man sie jedoch stetig. Geht es dann brachialer zur Sache erstrahlt nahezu der gesamte Bildschirm in dieser Farbe und da wurden schon ein paar Schauwerte erschaffen, die begeistern können. Regisseur Richard Stanley, der einst als Horror-Hoffnung galt, hat mit „Die Farbe aus dem All“ seit über 20 Jahren zum ersten Mal wieder einen Film inszeniert. Er zeigt hier aber eindrucksvoll, dass er seinen Beruf keineswegs verlernt hat. Lobenswert sind in diesem Punkt auch die Effekte, die überwiegend kaum künstlich aussehen. Bei einem Budget von angeblich 12 Millionen Dollar ist das keine Selbstverständlichkeit. Manches stammt aus dem Computer, aber vieles wurde auch von Hand gemacht. Dem Auge wird jedenfalls reichlich geboten und handwerklich ist das stark gemacht.
 
 


 
 
 

DIE FARBE AUS DEM ALL – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Die Farbe aus dem All“ ist ein eigenwilliger Horrorfilm, der zwar von der Story her äußerst simpel bleibt, aber nebenbei dermaßen viele verschiedene Elemente besitzt und so herrlich mysteriös bleibt, dass er mit seinem Szenario einfach fesseln kann. Die Darsteller sind ordentlich, Cage ist voll in seinem Element und an der handwerklichen Umsetzung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Am besten gelungen ist jedoch der Aufbau, weil man den Wahnsinn hier kontinuierlich steigern kann. Da gibt es zwar immer wieder amüsante Momente, doch im Endeffekt ist der Horror nahezu albtraumhaft und phasenweise kommt das Geschehen auch einem Trip gleich. Die Effekte sehen faszinierend aus, nur auf Splatter sollte man sich nicht einstellen. Etwas mehr davon und noch etwas mehr Tommy Chong hätten sicher nicht geschadet, aber auch so bekommt man einen spannenden, sehr kurzweiligen Horrorfilm geboten, der Freude macht und nebenbei noch reichlich eigenwillig daherkommt!
 
 
 


 
 
 

DIE FARBE AUS DEM ALL – Zensur

 
 
 
„Die Farbe aus dem All“ hat einiges an Body-Horror zu bieten. Man bekommt miteinander verschmolzene Körper vor die Linse, wie man sie aus Carpenters „Thge Thing“ sowie dem Remake her kennt. Hierzulande hat es von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren gegeben. „Die Farbe aus dem All“ ist trotz niedriger Freigabe komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DIE FARBE AUS DEM ALL – Deutsche Blu-ray-Veröffentllichungen

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im Keepcase)

Extras:
– Entfallene Szenen (ca. 13 Min.)
– Bildergalerie
– Original Kinotrailer

Die Farbe aus dem All [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 


 

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(c) Koch Films (UHD + 2 Blu-ray im Mediabook – Cover A)

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(c) Koch Films (UHD + 2 Blu-ray im Mediabook – Cover B)

Extras:
12-seitiges Booklet mit Texten von Christoph Huber und Stefan Jung
Disc 1 Blu-ray Die Farbe aus dem All 4K UHD (HD, ca. 110 Min.):
Entfallene Szenen (ca. 13 Min.)
Bildergalerie
Original Kinotrailer
Disc 2 Die Farbe aus dem All Blu-ray (HD, ca. 110 Min.):
Entfallene Szenen (ca. 13 Min.)
Bildergalerie
Original Kinotrailer
Disc 3 Blu-ray Bonus Blu-ray:
Color out of Space Featurette (ca. 20 Min.)
Weltpremiere in Toronto (ca. 21 Min.)
Interviews mit Cast & Crew (ca. 13 Min.)
Richard Stanley – The Movies that Made me (Trailers from Hell Audiopodcast) (ca. 66 Min.)
„Lost in Landshut“ – Interview mit Richard Stanley (ca. 49 Min.)
„The Colour out of Space“ & „The Garden“ – Kurzfilme von Patrick Müller (ca. 11 Min.)
„Rites of passage“ – Kurzfilm von Richard Stanley (ca. 10 Min.)
„Incidents of an expanding universe“ – Kurzfilm von Richard Stanley (ca. 45 Min.)
„Voice of the moon“ – Dokumentation von Richard Stanley (ca. 33 Min.)
„The sea of perdition“ – Kurzfilm von Richard Stanley (ca. 9 Min.)
 

Die Farbe aus dem All [UHD + 2 Blu-ray im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Farbe aus dem All [UHD + 2 Blu-ray im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 


 
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(c) Koch Films (UHD + 5 Blu-rays + CD im Digipack)

Extras:
104-seitiger Original Nachdruck des „Amazing Stories“-Magazins, welches die H.P. Lovecraft Geschichte erstmals veröffentlichte
12-seitiges Booklet mit Texten von Christoph Huber und Stefan Jung
Zwei DIN-A1-Kinoplakate
6 Retro-Aushangphotos
Disc 1 Blu-ray Die Farbe aus dem All – Color Out of Space 4K UHD (HD, ca. 110 Min.):
Entfallene Szenen (ca. 13 Min.)
Bildergalerie
Original Kinotrailer
Disc 2 Die Farbe aus dem All – Color Out of Space Blu-ray (HD, ca. 110 Min.):
Entfallene Szenen (ca. 13 Min.)
Bildergalerie
Original Kinotrailer
Disc 3 Blu-ray Bonus Blu-ray:
Color out of Space Featurette (ca. 20 Min.)
Weltpremiere in Toronto (ca. 21 Min.)
Interviews mit Cast & Crew (ca. 13 Min.)
Richard Stanley – The Movies that Made me (Trailers from Hell Audiopodcast) (ca. 66 Min.)
„Lost in Landshut“ – Interview mit Richard Stanley (ca. 49 Min.)
„The Colour out of Space“ & „The Garden“ – Kurzfilme von Patrick Müller (ca. 11 Min.)
„Rites of passage“ – Kurzfilm von Richard Stanley (ca. 10 Min.)
„Incidents of an expanding universe“ – Kurzfilm von Richard Stanley (ca. 45 Min.)
„Voice of the moon“ – Dokumentation von Richard Stanley (ca. 33 Min.)
„The sea of perdition“ – Kurzfilm von Richard Stanley (ca. 9 Min.)
Disc 4 Blu-ray Bonusfilm Das Grauen auf Schloss Witley (HD, ca. 80 Min.):
Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen & Dr. Gerd Naumann
Deutsche Nostalgie-Fassung (4:3)
Deutsche Titelsequenz
Umfangreiche Bildergalerie
Trailer
Disc 5 Blu-ray Bonusfilm The Curse (1987) (HD, ca. 92 Min.):
Audiokommentar mit Dr. Gerd Naumann & Matthias Künnecke und Christopher Klaese
Originaltrailer
Bildergalerie
Disc 6 Blu-ray Bonusfilm Die Farbe (2010) (HD, ca. 86 Min.):
Teaser (0:41 Min.)
Trailer (1:49 Min.)
Verlorene Szene (3:10 Min.)
Making Of (22:22 Min.)
Effekte und Konzepte (6:36 Min.)
Disc 7 CD Soundtrack CD mit Musik von Colin Stetson (ca. 45 Min.):
Ohne Bonusmaterial
 

Die Farbe aus dem All [Ultimate Edition – UHD + 5 Blu-rays + CD im Digipack] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DIE FARBE AUS DEM ALL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei KOCH FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
The Thing (2011)
 
Harbinger Down – Es gibt kein zurück (2015)
 

Filmkritik: „Rambo: Last Blood“ (2019)

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RAMBO: LAST BLOOD

(RAMBO 5)

Story

 
 
 

Bereits zum fünften Mal muss John Rambo seine kämpferischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, doch nie zuvor wurde es für ihn so persönlich, wie in „Last Blood“.

 
 
 


 
 
 

RAMBO: LAST BLOOD – Kritik

 
 
 
Dass Sylvester Stallone mit „John Rambo“ ein grandios, brachiales Comeback gelang, liegt nun auch schon über zehn Jahre zurück. Immer wieder gab es Meldungen zu einem letzten Teil von „Rambo“. Zwar dauerte es seine Zeit, doch letztes Jahr war es dann soweit. „Rambo: Last Blood“ scheint es dabei ernst zu nehmen mit dem letzten Teil und spielt auch vom Titel her gelungen darauf an. Bei all den unterschiedlichen Kritiken konnte man sich überhaupt nicht sicher sein, was einen nun erwartet und am Ende kommt es doch ganz positiv. „Rambo: Last Blood“ ist ein durchaus plumper Film geworden, aber unterhaltsam ist er dennoch!
 
 
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John Rambo lebt mittlerweile zurückgezogen auf der Farm seiner verstorbenen Eltern. Mit der Haushälterin Maria und ihrer Enkelin Gabrielle hat er jedoch eine neue Familie gefunden und führt ein inniges Verhältnis zu ihnen. Als Gabrielle eines Tages ihren Vater in Mexiko ausfindig machen kann, resultiert daraus eine Katastrophe. Plötzlich gerät sie in die Fänge von Menschenhändlern und natürlich macht sich John sofort bereit, sie zu retten. Dabei legt er sich mit dem organisierten Verbrechen an, doch wer Rambo kennt, der weiß auch: Was sich dieser Mann in den Kopf gesetzt hat, setzt er auch durch. Das Drehbuch macht es sich ganz schön einfach. Man hätte die Figur von Rambo unter vielen Wegen fortsetzen und beenden können. Positiv ist, dass man dem Ende des letzten Teils treu blieb, John nun auf die Farm versetzt und er sich dort einen ganz angenehmen Ruhestand machen darf. Was dann geschieht, ist allerdings reichlich plump und sollte nicht mit der größten Logik betrachtet werden. Natürlich ist zufällig eine Journalistin zur Stelle, die helfen kann und natürlich muss es nach einer Rettungsaktion noch das große Opfer geben. Viele Dinge wirken etwas unbeholfen und man hätte sie definitiv besser schreiben können, doch wenn es darum geht, dass man Rambo wieder in Aktion sehen darf, dürfte eigentlich niemand enttäuscht sein.
 
 
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Der Aufbau fällt dabei nicht unüblich aus, erinnert jedoch kaum an andere Teile der Reihe. Es gibt einen unnötig actionlastigen Prolog (der jedoch in der US-Fassung gar nicht vorhanden war) und dann dominiert erst mal Ruhe das Geschehen. Immerhin wird hier ganz glaubwürdig verkauft, was Gabrielle für John bedeutet und das ist doch ganz wichtig, damit die Rache hinterher funktioniert. Nach ungefähr einer halben Stunde ist das Szenario eingeleitet, doch wer sich jetzt schon nach großer Action sehnt, muss weiterhin Geduld haben. Es gibt ein paar brutale Momente, aber „Rambo: Last Blood“ übt sich auch hier weiterhin eher im ruhigen Gefilde. Alles steuert auf das große Finale zu und hier macht der Schauplatz dann auch echt etwas her. Die Sache mit den ganzen Fallen ist maßlos übertrieben, macht aber einfach Spaß. Allerdings geht alles viel zu schnell! Nach knapp zehn Minuten ist der Bodycount ins nahezu Unermessliche gestiegen, doch als Zuschauer bekommt man davon gar nicht so viel mit. Es wird gesplattert, was das Zeug hält. Auch „Rambo: Last Blood“ ist ungemein brutal, aber weil alles so schnell geht, wird hier niemals die Intensität von „John Rambo“ erreicht. Dass viele Effekte aus dem Computer stammen, fällt bei der Geschwindigkeit wenigstens kaum negativ auf.
 
 
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Sylvester Stallone macht als Rambo weiterhin eine gute Figur, auch wenn er hier von allen Teilen weder charakterlich, noch optisch besonders markant ausgefallen ist. Trotzdem ist der Mann noch fit und man kauft es ihm einfach ab, wenn er gegen eine überlegene Anzahl an Männern gewinnt. Vom echten Schauspiel ist das meistens weit entfernt, aber das braucht man bei dieser Reihe auch gar nicht. Die restlichen Darsteller erfüllen einen Standard, der okay ist. Schade ist nur, dass man es nicht hinbekommen hat markante Gegenspieler zu entwerfen. Sergio Peris-Mencheta ist als letzter Gegner ja dermaßen langweilig, dass man schon ein wenig traurig sein darf. Hinzu gesellen sich Dialoge, die dem Action-Genre gerecht werden, manchmal aber selbst dafür schon zu wenig Niveau besitzen. Die Figurenzeichnung ist jedenfalls nicht gerade eine Stärke von „Rambo: Last Blood“ und echte Gefühle werden hier nahezu gar nicht vermittelt.
 
 
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Dafür muss man aber sagen, dass der Film gut unterhalten kann. Selbst wenn er gar nicht so viel Action parat hält, fühlt man sich als Zuschauer niemals gelangweilt. Man wartet gespannt auf dieses Finale und es fällt so brachial aus, dass man gar nicht davon enttäuscht sein kann. Nur wäre es eben schön gewesen, wenn man es etwas langsamer gestaltet hätte. Über die handwerkliche Arbeit kann man auch nicht gerade meckern. „Rambo: Last Blood“ sieht optisch gut aus, besitzt genügend Abwechslung was Kulissen betrifft und wurde gut inszeniert. Das Finale ist zu hektisch geschnitten, aber ansonsten hat Regisseur Adrian Grünberg seine Sache solide gemacht. Interessant wäre es sicherlich trotzdem gewesen, wie das Resultat ausgesehen hätte, wenn Stallone selbst Regie geführt hätte. Nach rund 90 Minuten (ohne Abspann – aber auch nur in der internationalen Version) ist dann schon wieder Schluss. Die Laufzeit ist angemessen und die kürzere US-Fassung wäre dann sogar noch plumper gewesen.

 
 


 
 
 

RAMBO: LAST BLOOD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Rambo: Last Blood“ macht es auf keinen Fall verkehrt. Man bekommt einen überwiegend recht ruhigen Actionfilm, der trotzdem nicht an Tempo vermissen lässt und sowieso von Anfang an nur auf dieses brachiale Finale zusteuert. Hier wird niemand enttäuscht, aber es ist schade, dass es so schnell wieder vorbei ist. Intensive Gewalt kann dabei kaum entstehen, aber eine mächtige Schlachtplatte ist auch dieser Teil wieder geworden. Stallone tut, was man von ihm erwartet, die anderen Darsteller sind austauschbar, aber die Inszenierung ist solide und wenn Rambo wieder mal zum Berserker wird, dann wird das Actionherz bedient. Als anspruchsloser, brutaler Actionfilm ist das vollkommen überzeugend, als Abschluss der „Rambo“-Reihe aber vielleicht ein wenig unbefriedigend!
 
 
 


 
 
 

RAMBO: LAST BLOOD – Zensur

 
 
 
„Rambo: Last Blood“ erhielt von der FSK überraschend eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnittener Form. Wie bereits im Kino hat auch die Heimkinofassung den roten FSK-Flatschen erhalten und ist ungeschnitten. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

RAMBO: LAST BLOOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film | Tobis Home Entertainment (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rambo: Last Blood; Bulgarien | Spanien | USA 2019

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Atmos), Englisch (Dolby Atmos)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: 101 Minuten (ungeschnittene Fassung)

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Drawing Last Blood, From First note to last Blood

Veröffentlichung: KeepCase: 31.01.2020

 
 

Rambo: Last Blood [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

RAMBO: LAST BLOOD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei UNIVERSUM FILM | Tobis Home Entertainment)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Death Wish (2018)
 
John Wick: Kapitel 3 – Parabellum (2019)
 
John Rambo (2008)
 
Rambo Trilogie (1982 – 1988)
 

Filmkritik: „Killerman“ (2019)

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KILLERMAN

Story

 
 
 
Nachdem bei einem Drogengeschäft alles schief lief und Geldwäscher Moe sein Gedächtnis verliert, hat er plötzlich korrupte Cops am Hals.

 
 
 


 
 
 

KILLERMAN – Kritik

 
 
Man bekommt so viele Actionfilme angepriesen, die dann eigentlich gar keine sind. Zu der langen Liste darf sich nun auch „Killerman“ gesellen, der zwar mit einem reißerischen Titel dienen kann, aber ansonsten kaum etwas von der versprochenen Action bietet. Das muss natürlich längst nicht bedeuten, dass man es mit einem schlechten Film zu tun hat. Tatsächlich entwickelt „Killerman“ im Laufe der Zeit seine Qualitäten, aber das ist zu wenig, um nachhaltig beeindrucken zu können.
 
 
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Moe ist ein Geldwäscher und er will durch den Onkel seines Kumpels Skunk ins noch dickere Geschäft einsteigen. Doch als plötzlich alle Deals abgesagt werden, will Skunk seine eigene Chance nutzen. Die Geschichte endet in einem Fiasko, bei dem Moe sein Gedächtnis verliert. Plötzlich befindet er sich in einer Welt voll mit Kriminellen, bei der er nicht weiß, ob er dazu gehört. Doch die echte Gefahr liegt in ein paar korrupten Cops, die gerne ihre Drogen zurückhaben würden und dafür auch über Leichen gehen.
Die Story braucht etwas, um an Fahrt aufzunehmen, ist im Prinzip aber gar nicht mal wenig reizvoll. Die Sache mit der Amnesie hätte man auf jeden Fall interessant nutzen können, doch leider geht man nicht wirklich in die Tiefe und lässt alles nur nebenbei stattfinden, so dass das Szenario selten richtig glaubwürdig wirken kann. Hinterher gibt es dann noch einen großen Twist, den man als Zuschauer nicht unbedingt vorhersehen kann. Auch dieser ist von der Idee her nicht schlecht, wird jedoch so dargeboten, dass es am Ende kaum einen Unterschied macht, ob es ihn gab oder nicht. Auch hier wurde leider das vorhandene Potenzial zu wenig genutzt.
 
 
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Am ehesten wird „Killerman“ mit Liam Hemsworth, dem jüngsten der Hemsworth-Brüder-Schauspieler, beworben. Er macht seine Sache sicherlich nicht schlecht, mogelt sich aber nahezu mit einem einzigen Gesichtsausdruck durch den gesamten Film. Mit seiner Figur steht und fällt dann eigentlich auch der ganze Film. Dieser Moe wird dem Zuschauer überhaupt nicht näher gebracht. Man kennt ihn nicht, weiß nichts über ihn und deshalb lässt es einen auch ziemlich kalt, was ihm da so widerfährt. Bis zu einem gewissen Grad musste man das sicherlich so gestalten, aber trotzdem ist die Figurenzeichnung hier zu kalt geraten, denn ein Mitfiebern ergibt sich so schlichtweg nicht. Da liegt einem Emory Cohen als Skunk tatsächlich noch eher am Herzen, was sicherlich mit daran liegt, dass Cohen seine Sache doch ziemlich überzeugend macht. Ansonsten gibt’s noch einen bösen Boss dort und ein paar korrupte Cops da. Alles wird zweckdienlich und solide gespielt und trotzdem will keine Leistung in Erinnerung bleiben, weil die Charaktere dafür auch einfach viel zu eindimensional gestaltet wurden.
 
 
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Regisseur Malik Bader, der sich selbst auch für das Drehbuch verantwortlich zeigte, macht seine Sache dabei doch ganz passabel. „Killerman“ wirkt nicht billig, wurde gut gefilmt und besitzt seine handwerklichen Qualitäten. Es geht meistens relativ ruhig zur Sache und die Szenen wurden gut eingefangen, über fehlende Abwechslung an Schauplätzen kann man sich ebenfalls nicht beklagen. Insgesamt lässt sich Bader aber doch etwas zu viel Zeit. Alleine die Einleitung dauert ungefähr eine halbe Stunde und danach gibt es weiterhin Szenen, die nicht von größter Interesse sind. „Killerman“ ist ein Film, der von Minute zu Minute besser wird, aber um richtig gut zu werden, fehlt ihm dann die Laufzeit. Diese ist mit knapp zwei Stunden jedoch keineswegs kurz ausgefallen. Man lässt sich nur zu viel Zeit, um konsequenter zu werden, weil man wohl nicht wusste, wie man die Minuten zuvor sonst füllen soll.
 
 
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Der Atmosphäre ergeht es ganz ähnlich. Anfangs ist diese erst mal ziemlich nichtssagend, weil nicht viel passiert, was den Zuschauer in irgendeine Stimmung versetzen könnte. Das wirkt zunächst wie ein kleiner, belangloser Drogen-Krimi, wird dann aber im Verlauf doch noch deutlich düsterer und teilweise auch recht rabiat. Die Freigabe ab 18 Jahren ist zwar übertrieben und fast sämtliche Gewalt spielt sich im Off ab, aber immerhin hat es „Killerman“ nicht so sehr mit der Moral und wirkt in ein paar Szenen äußerst kalt. Nur mit Action sollte man absolut nicht rechnen, denn bis auf eine kleine Verfolgungsjagd und ein paar Schüsse, gibt es hier nichts, was an Action denken ließe. Das ist ein reiner Thriller, der sich auch lediglich darauf konzentriert. Keine Drama-Einschübe, kein Humor – Eine recht trockene Angelegenheit, der es am Ende schlichtweg an Intensität fehlt. Der Score ist allerdings ordentlich geworden und begleitet das Treiben sehr passend.
 
 


 
 
 

KILLERMAN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„Killerman“ macht es auf keinen Fall falsch, aber leider auch nicht wirklich richtig. Das Drehbuch besitzt eine interessante Grundidee, der Twist hätte reizvoll sein können, aber alles wird zu oberflächlich dargeboten, um jemals das Potenzial auszureizen. Die Darsteller sind vollkommen in Ordnung, nur die Figurenzeichnung nimmt sich zu sehr ein Vorbild an der Story und bleibt nicht lange im Gedächtnis. Dabei kann man sich aus handwerklicher Sicht absolut nicht beklagen und die Atmosphäre ist in ihrer Kälte auch nicht schlecht gelungen. Leider ist das alles zu selten richtig unterhaltsam, es mangelt komplett an Action und Spannung sucht man überwiegend auch vergebens. Zwar wird das mit zunehmender Laufzeit immer besser, aber wenn der Film dann zu Ende ist, ist man nicht böse darum. Schade, denn hier wäre durchaus mehr drin gewesen!
 
 
 


 
 
 

KILLERMAN – Zensur

 
 
 
„Killerman“ hat von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Die Fassung ist ungeschnitten, darf aber nur von Volljährigen gekauft oder gesehen werden.
 
 
 


 
 
 

KILLERMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Killerman; USA 2019

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 112 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 13.12.2019

 

Killerman [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

KILLERMAN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Capelight Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
John Wick (2014)
 
John Wick 2 (2017)
 
John Wick 3 (2019)
 
Crank (2006)
 
Crank 2: High Voltage (2009)
 

Filmkritik: „Donnybrook – Below the Belt“ (2018)

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DONNYBROOK – BELOW THE BELT

(DONNYBROOK)

Story

 
 
 
Für den Ex-Marine Earl und seine Familie scheint der einzige Ausweg aus der Perspektivlosigkeit ein illegales Kampfturnier und der Geldgewinn für den Sieger zu sein.

 
 
 


 
 
 

DONNYBROOK – Kritik

 
 
Irgendwie muss man eine Handlung beschreiben – so viel ist klar – und wenn am Ende ein Faustkampf-Turnier steht, dann sollte das erwähnt werden. „Donnybrook“ wird aber trotzdem für viele enttäuschte Gesichter sorgen, weil er von der Story her einfach etwas anderes zu sein scheint, als man im Endeffekt vor sich hat. Nur wer sich darauf einlassen kann, wird mit einem soliden Film belohnt, der Rest wird sich eher ärgern.
 
 
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Der Ex-Marine Earl lebt in ärmlichen Verhältnissen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern. Er würde alles für seine Familie tun und deshalb will er an dem illegalen Faustkampf-Turnier „Donnybrook“ teilnehmen, welches jährlich stattfindet. Dabei gilt, dass er nur gewinnen oder sterben kann. Das liest sich nach einem reißerischen B-Actioner, doch der Kampf steht höchstens in den letzten fünf Minuten im Fokus. Zuvor begleitet man noch den eiskalten Verbrecher Angus, der ein seltsames Ding mit seiner Schwester am laufen hat und ansonsten geht es viel mehr um den Weg zum Austragungsort des Turniers. Das Drehbuch, welches auf dem gleichnamigen Roman von Frank Bill basiert, gibt sich höchst unaufgeregt, still und beobachtend. Es geht um den Wunsch nach einem Neuanfang und um die Erkenntnis, dass man wohl nie aus seiner Haut kann. Das wird authentisch und ohne Übertreibungen eingefangen und besitzt dann eben am Ende noch den Käfigkampf, aber wer sich davon viel erhofft, kann nur enttäuscht sein.
 
 
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„Donnybrook“ mag ein wenig Drogenfilm sein, er mag vielleicht sogar ein ganz bisschen ein Thriller sein, aber vor allen Dingen stellt er ein Sozialdrama dar und auf gar keinen Fall einen Actionfilm. Die Action kommt so marginal vor, dass man sie kaum bemerkt. Nicht mal im ganz kurzen Finale lässt man es hier krachen, weil es der Film darauf einfach nicht anlegt. Viel mehr beobachtet er sein Milieu und zeigt an ein paar Charakteren eine gewisse Hoffnungslosigkeit. Wärme sollte man in diesem Werk nicht suchen, denn sie kommt nur an ganz wenigen Stellen vor. Die Atmosphäre ist düster und pessimistisch. Wer da einen launigen Actionreißer erwartet, schaut in die Röhre und könnte sich aufgrund der Schwere überfordert fühlen. „Donnybrook“ macht nämlich echt keinen Spaß, was hier nicht negativ verstanden werden soll. Diese trostlose Stimmung erzeugt nämlich schon einen gewissen Bann, dem man sich nicht entziehen kann.
 
 
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Trotzdem macht es einem der Unterhaltungswert nicht immer leicht, weil der Film wirklich enorm ruhig gestaltet ist. Nicht mal ein Score wurde oft verwendet. Meistens dominiert Stille das Geschehen, manche Dinge werden nicht mal gezeigt und finden nur im Kopf des Zuschauers statt. Das ist besonders in der ersten Hälfte reichlich trocken, weil da die Zusammenhänge noch nicht komplett geklärt wurden. Der Nebenstrang um Deputy Whalen fällt sogar etwas belanglos aus. Dennoch gewinnt das mit zunehmender Laufzeit immer mehr an Reiz. Man gewöhnt sich an das Tempo und in der zweiten Hälfte wird es deutlich unterhaltsamer. Die kurzen Kampfeinlagen am Ende hätten dann gar nicht mehr zwingend sein müssen, bringen aber natürlich noch etwas Abwechslung mit sich.
 
 
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Über die Darsteller kann man sich nicht beklagen. Jamie Bell spielt seine Rolle äußerst zurückhaltend, was hier angebracht ist. Frank Grillo ist als eiskalter Killer wirklich verachtenswert, macht das aber gut und Margaret Qualley besitzt auch irgendwie das gewisse Etwas. Die Figurenzeichnung gestaltet sich teilweise als recht ambivalent, weil es in „Donnybrook“ eigentlich keinen echten „Guten“ gibt. Mit Sympathien hält man sich stark zurück, doch gerade diese Ecken und Kanten machen dann die Menschlichkeit aus. Das ist dermaßen unaufgeregt, dass es schon fast dadurch wieder markant wird, weil man hier eben nicht danach schreit möglichst auffallend zu sein. Letztendlich hat auch Regisseur Tim Sutton seine Sache solide gemacht. Der Film wurde sehr ruhig inszeniert und die Bilder werden so gut wie niemals hektisch. Eine gewisse Melancholie schwebt auch in der Machart, wird jedoch selten richtig greifbar. Zusätzlich gibt es eine Prise Gewalt. Zwar ist die Freigabe ab 18 Jahren vielleicht etwas übertrieben, aber andererseits wird die Gewalt so beiläufig und selbstverständlich gezeigt, dass sie schon eine rohe Wirkung besitzt.
 
 


 
 
 

DONNYBROOK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Donnybrook“ ist nichts für Actionfans! Das sollte jedem zuvor klar sein. Man bekommt ein reines Drama geboten, welches mit Action absolut nichts zu tun hat. Die Handlung ist simpel, funktioniert aber, weil sie ihre Personen so gut beobachtet. Passend dazu ist die Figurenzeichnung wunderbar unauffällig und authentisch. Die Inszenierung weiß zu überzeugen und die Atmosphäre besitzt eine kühle Schwere, die keinerlei gute Laune aufkommen lässt. Der Unterhaltungswert ist allerdings durchwachsen, denn bei der Langsamkeit kommen zwangsläufig Längen auf. Zwar ist das Schauspiel durchweg brauchbar, aber Highlights gibt es eigentlich keine und wer sich nicht auf ein sehr langsames Drama einlassen möchte, lässt von „Donnybrook“ besser die Finger. Alle anderen können ruhig einen Blick riskieren!
 
 
 


 
 
 

DONNYBROOK – Zensur

 
 
 
„Donnybrook – Below the Belt“ hat von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Die Fassung ist ungeschnitten, darf aber nur von Volljährigen gekauft oder gesehen werden.
 
 
 


 
 
 

DONNYBROOK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Donnybrook; USA 2018

Genre: Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 28.11.2019

 

Donnybrook – Below the Belt [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DONNYBROOK – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Red, White & Blue (2010)
 

Filmkritik: „The Silence“ (2019)

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THE SILENCE

Story

 
 
 
In „The Silence“ wird die Menschheit von einer unbekannten Parasitenart überfallen, die ein enorm gutes Gehör besitzt. Es gilt also: Nur, wer sich absolut still verhalten kann, hat auch Chancen zu überleben.

 
 
 


 
 
 

THE SILENCE – Kritik

 
 
Die Story von „The Silence“ mag denen, die „A Quiet Place“ gesehen haben ziemlich bekannt vorkommen. Da dieser 2018 einer der größten Überraschungs-Hits war, liegt der Verdacht nahe, dass man es hier mit einer Kopie zu tun hat, weil andere auch etwas vom Kuchen abhaben wollten. Das wäre jedoch unfair, weil die Dreharbeiten zu „The Silence“ bereits 2017 begannen, außerdem basiert das Ganze auch noch auf einem Roman. Trotzdem sind Vergleiche natürlich nicht zu verhindern, da sich die Szenarien sehr ähneln. Man hat aus der Geschichte jedoch eine sehr eigenständige Variante gemacht, die äußerst kurzweilig daherkommt.
 
 
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In einem Höhlensystem wird eine bislang unbekannte Parasitenart entdeckt, die sich rasch verbreitet und schon bald ganz oben in der Nahrungskette steht. Diese Spezies, welches „Wespe“ genannt wird, ist blind, kann aber äußerst gut hören. Deshalb muss sich jeder enorm still verhalten, wenn er überleben möchte. Nun bekommt der Zuschauer den Überlebenskampf vom Familie Andrews zu sehen, die schon bald nach der Nachricht, was in der Welt vor sich geht, aufbricht, um irgendwie irgendwo bestehen zu können. Wie auch bei „A Quiet Place“ ist ein taubes Familienmitglied vorhanden, Gebärdensprache kommt vor, dominiert das Geschehen jedoch nicht so stark und geflüstert wird ebenfalls reichlich. Viele Elemente sind gleich, doch kopiert wirkt das dennoch niemals, denn dafür sind die Herangehensweisen zu unterschiedlich. Die Parasiten, welche die Prämisse erst möglich machen, sind nicht gerade ein kreativer Höhepunkt, dienen aber sowieso nur als Mittel zum Zweck. Im letzten Drittel schlägt man nämlich überraschend einen doch noch ganz anderen Weg ein. Gerade hier distanziert man sich sehr von „A Quiet Place“. Genügend Eigenständigkeit ist also vorhanden und somit weiß das Drehbuch zu überzeugen.
 
 
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Anfangs gibt es noch ganz normale Dialoge zu hören, denn da ist die Welt noch in Ordnung. Es dauert nicht lange, bis die Wesen angreifen und mit fortschreitender Laufzeit wird immer weniger gesprochen. Hinterher wird oftmals geflüstert oder man verständigt sich über Gebärdensprache. Man muss als Zuschauer also schon mal desöfteren Untertitel lesen, doch allgemein sind die Dialoge, ob nun gesprochen oder in Textform, gar nicht so interessant. Viel packender ist es immer dann, wenn absolute Stille das Treiben beherrscht und man versuchen muss, diese aufrecht zu erhalten. Hieraus schöpft „The Silence“ ein paar spannende Momente, die zwar leider meistens recht flott wieder gelöst werden, aber dennoch für Kurzweil sorgen. Die 90 Minuten Laufzeit sind wirklich zügig vorbei und besitzen keinerlei Längen. Das offene Ende ist fast etwas zu happy geraten, doch allgemein ist die Atmosphäre schön düster und ein wenig postapokalyptisches Feeling kommt mit simplen Mitteln ebenfalls zustande. Das wurde handwerklich schon souverän gestaltet. Die Schauplätze wechseln einige Male und das Tempo ist sehr hoch. Zeitgleich werden viele Szenen aber von dieser Ruhe beherrscht – Ein schöner Gegensatz, der das Geschehen nur noch unterhaltsamer macht. Über die Effekte kann man sich ebenfalls nicht beklagen. Zwar sieht man, dass die Parasiten aus dem Computer stammen und ihr Aussehen ist nicht höchst originell, aber solide ist das durchaus. Zudem gibt es ein paar recht brutale Szenen, die schon weh tun können.
 
 
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Die Darsteller wissen zu überzeugen. Allen voran ist Stanley Tucci absolut souverän in seiner Rolle. Er strahlt eine tolle Ruhe aus, aber auch Kiernan Shipka ist als seine taube Filmtochter gut und die Beiden geben auf jeden Fall die eindringlichsten Leistungen von sich. Vom Rest wird weniger verlangt, doch enttäuscht wird man hier ebenfalls nicht. So viele Darsteller gibt es übrigens gar nicht zu sehen, was im Falle von „The Silence“ gut so ist. Die Figurenzeichnung ist ziemlich normal und zweckdienlich. Viel erfährt man über die Charaktere nicht und wirklich viel erzählen, dürfen sie ja auch gar nicht. Trotzdem sind genügend Sympathien vorhanden, um mit Familie Andrews mitfiebern zu können. Schön ist nebenbei, dass das Verhalten der Protagonisten recht logisch ist und nebenbei bekommt man noch einen unaufdringlichen Score zu hören, der die Atmosphäre gut unterstützt.
 
 
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THE SILENCE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mit „The Silence“ bekommt der Sinnes-Horror einen weiteren, gelungenen Beitrag spendiert. Der Film erinnert zwar schon sehr an „A Quiet Place“, stellt jedoch keine reine Kopie dar und macht einige Dinge sogar besser. Auf jeden Fall ist er dynamischer und kurzweiliger. Aus der simplen Grundprämisse hat man mit guten Ideen eine ganze Menge gemacht und selbst wenn die Logik manchmal minimal schwächelt, ist das Szenario authentisch umgesetzt. Außerdem gibt es gute Darsteller zu sehen, die handwerkliche Arbeit überzeugt und manche Szenen besitzen eine ordentliche Portion Spannung. Leider kommt das Ende ziemlich abrupt und manche Momente hätten noch deutlich mehr Potenzial gehabt, aber Fans von „A Quiet Place“ sollten sich diese Variante keineswegs entgehen lassen. Unterhaltsam!
 
 
 


 
 
 

THE SILENCE – Zensur

 
 
 
„The Silence“ hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE SILENCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Silence; Deutschland | USA 2019

Genre: Thriller, Horror, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 07.11.2019

 

The Silence [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE SILENCE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Constantin Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Quiet Place (2018)
 
Bird Box – Schließe deine Augen (2018)
 

Filmkritik: „Bullets of Justice“ (2019)

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BULLETS OF JUSTICE

Story

 
 
 

In der Zukunft regiert eine Kreuzung aus Mensch und Schwein die Welt. Nur noch wenige Menschen sind übrig, um sich gegen diese Wesen zur Wehr zu setzen.

 
 
 


 
 
 

BULLETS OF JUSTICE – Kritik

 
 
 
Trash kann eine schöne Sache sein – Einfach abschalten und sich von Schwachsinn berieseln lassen. Das funktioniert aber leider nicht immer. Wenn Trash dermaßen doof ist, dass er eher peinlich wirkt, als amüsant, dann wird es schwer mit dem Genuss. Und leider gehört „Bullets of Justice“ genau zu dieser Marke, dem peinlichen Trash.
 
 
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Im dritten Weltkrieg wurden Schweine mit Menschen gekreuzt, um daraus den Supersoldaten zu erschaffen. Dies ist gelungen, doch viele Jahre später hat diese Rasse namens „Muzzles“ die komplette Kontrolle übernommen. Der Mensch steht auf ihrem Speiseplan und es ist nicht mehr viel übrig von der Menschheit. Eine Gruppe Überlebender hält sich in einem Atombunker versteckt. Unter ihnen befindet sich auch Rob Justice, ein Kopfgeldjäger und scheinbar die letzte Hoffnung für die Menschheit. Er soll das Mutterschwein finden und damit alle retten.
 
 
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Die Ausgangssituation klingt schon mal wahnsinnig bekloppt, doch daraus hätte man echt etwas machen können. Hier und da lässt sich auch mal eine kleine Idee finden, die recht kreativ wirkt, doch ein Großteil des Drehbuches ist wirklich einfach nur dumm. Die Einfälle wirken so doof, dass sie ihren Zweck verfehlen. Ein Mädel mit einem Schnäuzer, seltsame Visionen mit einem männlichen Model, Kreaturen, die ihren Arsch am Kopf haben und dann passenderweise „Asshole“ heißen. Solche Ideen machen keinen Spaß, weil sie gänzlich willkürlich eingebaut wurden und überhaupt keinen Zweck verfolgen. Guter Trash lässt sich nicht einfach so erschaffen – Da muss schon Herzblut erkennbar sein. „Bullets of Justice“ lässt solches spürbar vermissen und bietet am Ende noch einen Twist, der dermaßen an den Haaren herbeigezogen ist, dass es weh tun möchte. Allgemein gelingt es dem Werk nicht ansatzweise eine einigermaßen funktionierende Dramaturgie aufzubauen. Hier will einfach nichts funktionieren.
 
 
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Dass mit Danny Trejo geworben wird, sollte klar machen, wie verzweifelt man versuchen musste, irgendwelche Interessenten zu finden, denn Trejo ist eine echte Mogelpackung. Er hat vielleicht zwei Minuten Screen-Time und diese dann auch noch in einer völlig belanglosen Rolle. Abgeschossen wird der Vogel aber erst durch Timur Turisbekov in der Hauptrolle. Er stellt eine Totalkatastrophe dar, besitzt null Charisma und leiert seine Rolle dermaßen lustlos herunter, dass einem als Zuschauer jegliche Freude vergeht. Doch auch alle anderen Darsteller sind überhaupt nicht gut. Lediglich Doroteya Toleva als Frau mit Schnäuzer ist noch einigermaßen erträglich. Hinzu gesellt sich die Tatsache, dass „Bullets of Justice“ nicht mal im O-Ton gut anhörbar ist, weil hier oftmals ein doch recht schlechtes Englisch gesprochen wird. An eine Figurenzeichnung ist übrigens nicht zu denken. Die Charaktere sind qualvoll belanglos und bleiben stets langweilig. Zwar hat man hier versucht eine Art der Coolness zu entwickeln, doch dieser Versuch ist grandios gescheitert.
 
 
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Wenn man nun gute Punkte an „Bullets of Justice“ finden möchte, dann wird man am ehesten in der handwerklichen Umsetzung fündig, was noch lange nicht heißt, dass der Film gut gemacht wurde. Regisseurin Valeri Milev kennt man vielleicht durch „Wrong Turn 6“, aber ansonsten wohl auch eher nicht. Es gibt tatsächlich ein paar ganz schicke Kamerafahrten und sogar ein paar Schauwerte, mit denen so nicht unbedingt zu rechnen war. Außerdem sind die Masken nicht gerade schlecht. Die Effekte gehen von unterirdisch bis solide und wenn mal gesplattert wird, stammt sogar nicht alles Blut aus dem Computer. Die Optik ist soweit ebenfalls in Ordnung und die apokalyptische Welt wurde gar nicht mal so schlecht dargestellt. Ein wenig Qualität versteckt sich hinter der Umsetzung also tatsächlich und trotzdem bringt dem Film das kaum etwas. Dafür ist das Treiben nämlich einfach zu öde. Die Actionszenen sind meist schnell vorbei, Spannung entsteht sowieso keine und wenn es Humor gibt, dann ist dieser einfach nur geschmacklos. Die letzten 20 Minuten setzen der Peinlichkeit die Krone auf und obwohl „Bullets of Justice“ nur 75 Minuten Laufzeit besitzt, zieht er sich in die Länge. Auf jeden Fall ist man froh, wenn dieses Treiben ein Ende gefunden hat.
 
 
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BULLETS OF JUSTICE – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Bullets of Justice“ ist nicht mal aus Trash-Sicht empfehlenswert. Es wird vielleicht ein paar Zuschauer geben, die an den peinlichen Ideen ihre Freude haben, aber selbst unter dieser Prämisse bietet der Streifen nicht genug. Es gibt im Endeffekt nicht mal wirklich viel Splatter, selbst wenn der Film nicht harmlos ist. Zusätzlich sollte man sich nicht auf Trejo freuen, denn der ist vernichtend wenig mit dabei und die restlichen Darsteller geben eine ziemlich unterirdische Darbietung von sich. Die Grundprämisse der Story mag noch schön doof klingen, doch man hat daraus kaum etwas gemacht. So schaut man 75 Minuten gänzlich unsympathischen Charakteren zu, die man sofort nach dem Schauen wieder vergessen hat. Zum Glück bleibt auch die Frage nach dem Sinn nicht lange im Gedächtnis, denn dafür ist „Bullets of Justice“ einfach zu belanglos. Nur weil das handwerklich teilweise eine gewisse Qualität besitzt, bleibt die Totalkatastrophe aus, aber viel hat zu dieser nun wirklich nicht gefehlt!
 
 
 


 
 
 

BULLETS OF JUSTICE – Zensur

 
 
 
„Bullets of Justice“ lief bereits im Oktober 2019 auf dem Obscura Film Festival in Berlin. Der Film hat einige sehr krude Szenen zu bieten. Man darf mit einer ungeschnittenen Erwachsenenfreigabe rechnen – sollte der Film hierzulande veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

BULLETS OF JUSTICE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Mandala)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Operation Overlord (2018)
 
Turbo Kid (2015)
 
Drifter – Live in Fear (2016)
 

Filmkritik: „Rabid“ (2019)

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RABID

Story

 
 
 
Im Remake zu Cronenbergs „Rabid“ wird die Heilung nach einem schrecklichen Unfall für Rose ganz plötzlich zum echten Albtraum.

 
 
 


 
 
 

RABID – Kritik

 
 
Wohl kaum jemand hat den Body Horror so stark geprägt, wie David Cronenberg. Bereits in seinen früheren Werken widmete er sich Mutationen am menschlichen Körper. Sein 1977 entstandener „Rabid“ bot darüber hinaus ganz klar zu erkennende Gesellschaftskritik und wurde zum Klassiker. Über 40 Jahre später nahmen sich jetzt Jen und Sylvia Joska, die den Spitznamen die Twisted Twins erhalten haben, einem Remake an und was für Erwartungen man da haben sollte, war wirklich nicht leicht zu sagen. In Endeffekt haben die Schwestern ihre Sache aber sehr ordentlich gemacht, was auch gerade daran liegt, dass „Rabid“ kein stumpfes Remake darstellt.
 
 
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Rose arbeitet bei einem Modeschöpfer und wünscht sich nichts mehr, als ebenfalls eine Designerin zu werden. Doch dafür ist sie viel zu schüchtern. Sowieso gerät ihr Leben aus den Fugen, als sie eines Abends einen schweren Verkehrsunfall hat. Rose trägt schlimme Wunden davon, aber am grauenvollsten trifft es ihren Kiefer, so dass sie entstellt aussieht. Doch zum Glück wird ihr eine Klinik empfohlen, die mit Stammzellen experimentiert und die Behandlung umsonst anbieten. Rose ist erst skeptisch, nimmt dann aber an und plötzlich läuft ihr Leben wieder wunderbar. Doch das Glück hat auch eine Kehrseite.
 
 
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Bis auf die Ausgangssituation und die Sache mit der Epidemie, sind gar nicht mehr so viele Ideen von Cronenbergs Version übrig geblieben. „Rabid“ kopiert nicht einfach nur, sondern überträgt die Geschichte in die heutige Zeit und stellt somit ein angebrachtes Update dar. Etwas schade ist, dass die Gesellschaftskritik darunter leidet, denn man hat die Sache mit den Stammzellen dann doch eher nur dafür genutzt, um eben einen Horrorfilm zu realisieren. Auch das Thema Sexualität wird längst nicht so effektiv genutzt, wie in der Version von 1977. Stattdessen wird hier mehr Fokus auf eine Figurenzeichnung gelegt und hinterher beschäftigt man sich auch noch recht ausführlich mit der Epidemie. Ein bisschen glattgebügelter, als das Original, ist „Rabid“ anno 2019 somit zwar schon, gut funktionieren tut das Drehbuch jedoch trotzdem.
 
 
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Das liegt eben auch an der ganz anderen Herangehensweise. Langweilig wird es deshalb schon mal nicht, weil man nicht weiß, was noch so geschehen wird. Dafür braucht man allerdings erst mal etwas Geduld, denn die Twisted Twins lassen sich Zeit. Was bei Cronenberg bereits in den ersten zehn Minuten abgehandelt war, dauert hier eine gute halbe Stunde. Die Figurenzeichnung kann dadurch nur gewinnen und mit Rose gibt es eine gute Identifikationsfigur für den Zuschauer. Laura Vandervoort spielt das auch ordentlich und facettenreich. Nur bei den Nebenfiguren sieht es etwas schwächer aus, denn hier will niemand so richtig in Erinnerung bleiben. Allerdings hatte schon das Original mit diesem Problem zu kämpfen und da hier wenigstens die Hauptfigur besser gestaltet wurde, hat das Remake hier sogar die Nase vorn. Die restlichen Darsteller spielen allesamt zweckdienlich und enttäuschen nicht, sind aber eben von der Zeichnung her wenig markant ausgefallen und fallen deshalb auch kaum auf.
 
 
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In der zweiten Hälfte steigern die Twisted Twins dann so langsam die Splatter-Szenen und im Finale gibt es dann auch noch etwas mehr vom Body Horror zu sehen. Hier geht das Remake deutlich weiter, als das Original, was für manche vielleicht etwas zu übertrieben sein wird, aber optisch dennoch viel her macht. Sowieso ist die Inszenierung gut geworden und es gibt ein paar starke Schauwerte. Ob eine Operation ganz in rot, ein Albtraum wie aus einem Marilyn-Manson-Musikvideo oder eben das übertriebene Finale – Handwerklich wurde das völlig souverän gestaltet. Schön ist auch die Tatsache, dass die Effekte von Hand gemacht wurden. Zwar ist „Rabid“ jetzt keine echte Schlachtplatte, aber es gibt ein paar durchaus heftige Einlagen, die jeden Gorehound befriedigen sollten und eben auch gut getrickst wurden. Wirklich spannend ist das zwar eher selten und wenn dann auch eher in der letzten halben Stunde, doch wenn man nichts gegen die ein oder andere ruhige Szene hat, wird man trotzdem durchgehend gut unterhalten. Außerdem hält das Drehbuch zum Ende hin noch ein paar kleinere Wendungen parat, die ganz in Ordnung sind.
 
 
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RABID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Es ist im Endeffekt gar nicht klar zu sagen, welche Version von „Rabid“ denn nun besser ist und somit kann hier von einem rundum gelungenen Remake die Rede sein. Das Original war etwas kühler, besaß mehr treffende Gesellschaftskritik und mehr Sex, aber dafür bietet das Remake eine bessere Hauptfigur, mehr Splatter und im Endeffekt auch mehr Horror. Dass die Story doch reichlich anders gestaltet wurde, ist auf jeden Fall erfreulich und von einer solchen Herangehensweise könnten sich manch andere Regisseure ruhig eine Scheibe abschneiden. Mit den Twisted Twins ist somit jedenfalls in Zukunft noch immer zu rechnen, denn sie erledigen ihre Arbeit handwerklich gut und schreiben solide Drehbücher. Zusätzlich wird „Rabid“ gut gespielt und bietet ein paar schön getrickste Splatterszenen. Um ein paar kleine Längen kommt man nicht herum, doch im Endeffekt ist dieser Film Horrorfans auf jeden Fall zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

RABID – Zensur

 
 
 
Der rote FSK-Flatschen auf dem Cover ist ein Blender. „Rabid“ wurde von der FSK in ungeschnittener Form bereits ab 16 Jahren freigegeben. Die Freigabe der Blu-ray wurde angehoben wegen dem Bonusmaterial auf der Scheibe. Darauf enthalten: Trailer zu weiteren Titeln von Splendid Film.
 
 
 


 
 
 

RABID – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rabid; Kanada 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 107 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung)| Blu-ray wegen Bonus: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.10.2019

 

Rabid [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

RABID – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rabid – Der brüllende Tod (1977)
 
Parasiten-Mörder (1975)
 
Patient Zero (2018)
 
Bite (2015)
 
Eat (2013)
 

Filmkritik: „A Score to Settle“ (2019)

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A SCORE TO SETTLE

Story

 
 
 
Nachdem Frank 19 Jahre unschuldig hinter Gittern verbracht hat, kommt er aufgrund einer unheilbaren Krankheit früher aus dem Knast und nun steht Rache auf seinem Programm.

 
 
 


 
 
 

A SCORE TO SETTLE – Kritik

 
 
Über Nicolas Cage und seine nicht besonders tolle Rollenwahl im letzten Jahrzehnt, braucht man wohl nicht mehr viele Worte zu verlieren. In letzter Zeit durfte jedoch wieder Hoffnung entstehen, was auch am tollen „Mandy“ lag und selbst wenn viele Filme mit Cage schlecht waren: Er gab sich eigentlich immer Mühe. Dies trifft auch auf „A Score to Settle“ zu, der am ehesten durch Cage sehenswert wird, letztendlich aber an einem zu schwachen Drehbuch scheitert.
 
 
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19 Jahre befand sich Frank in Haft für einen Mord, den er nicht begangen hat. Doch seine kriminellen Umkreise gaben ihm Geld dafür, dass er die Schuld auf sich nimmt. Dummerweise ging Frank viel länger in den Knast, als erwartet und nur weil bei ihm eine unheilbare, tödliche Krankheit festgestellt wird, kommt er früher raus. Alles, was er nun will, ist die Beziehung zu seinem mittlerweile erwachsenen Sohn erneut aufbauen, doch seine Vergangenheit lässt ihn nicht los und Frank will Rache an den Schuldigen von damals nehmen. Was nach einer typischen Rachegeschichte klingt, setzt den Fokus allerdings stark auf ein Schuld-und-Sühne-Drama. Die gesamte Aufmachung lässt den Zuschauer einen Rache-Thriller erwarten und letztendlich gibt es davon viel zu wenig. Wenn dieser Aspekt plötzlich doch noch etwas mehr Raum spendiert bekommt, wirkt es meistens unpassend. Mit Erwartungshaltungen sollte man also schon mal vorsichtig sein, doch selbst wenn man sich auf dieses Drama einstellt, wird man nicht gerade mit einem guten Drehbuch belohnt. Dafür macht es sich „A Score to Settle“ an vielen Stellen deutlich zu leicht. Wenn es dann im letzten Drittel zu gleich zwei großen Wendungen kommt, dann kann man sich sogar etwas ärgern, weil die Twists vom Prinzip her gar nicht mal so schlecht sind, nur absolut nicht gut vorbereitet wurden und so im Endeffekt viel zu unglaubwürdig erscheinen.
 
 
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Mangelnde Glaubwürdigkeit dominiert auch die Figurenzeichnung, was dem Film auch am ehesten ein Bein stellt. Als Beispiel sei hier die gesamte Vater-Sohn-Beziehung genannt, die „A Score to Settle“ lange behandelt. Anfangs ist das ja noch solide und etwas nachvollziehbar, doch dann verhalten sich sowohl Vater, wie auch Sohn dermaßen unglaubwürdig, dass der Kitsch aus allen Poren trieft. Obendrauf gibt es dann noch einen kleinen Nebenstrang mit einer Prostituierten, wo man sich für die Herangehensweise ebenfalls schämen möchte. Psychologisch ist das alles absolut nicht wertvoll gestaltet und gerade deshalb fällt es auch so schwer mit diesen Charakteren mitzufühlen. Das ist auch deshalb ziemlich schade, weil die Darsteller gut sind. Nicolas Cage glänzt hier mal nicht mit seinem gewohnten Overacting, sondern gibt sich, seiner Rolle entsprechend, eher ruhig und verleiht diesem Frank somit immerhin noch etwas Menschlichkeit, welche die Figurenzeichnung eher verhindert. Noah Le Gros ist ebenfalls nicht schlecht und Benjamin Pratt ist in seinen wenigen Momenten auch gut anschaubar. Es liegt also überhaupt nicht an den Darstellern, dass der Film nicht funktioniert.
 
 
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Ebenfalls kann man der Regie dafür nicht die Schuld in die Schuhe schieben. Regisseur Shawn Ku hatte mit seinem Debüt „Beautiful Boy“ vor einigen Jahren mal sehr positive Aufmerksamkeit erregen können, versank dann aber irgendwo in der Bedeutungslosigkeit und meldet sich erst mit „A Score to Settle“ zurück. Inszenieren kann der Mann, was man deutlich sehen kann. Besonders die ruhigen Momente sind schön eingefangen und hinterlassen eine gewisse Melancholie. Sowieso ist die Stimmung gar nicht übel, denn wenn man sich auf dieses Drama einlassen kann, bekommt man meistens eine dichte Atmosphäre, die keine gute Laune aufkommen lässt, was hier jedoch positiv gemeint ist. Wären da nicht immer wieder die unangenehm kitschig-naiven Szenen, dann wäre das Drama gelungen und rein handwerklich wurde das alles souverän umgesetzt. Der Rache-Anteil gerät da schon deutlich plumper und überzeugt kaum. Allerdings wiegt das im Endeffekt nicht so schwer, weil es sowieso kaum Rache und somit auch nahezu keine Action zu sehen gibt. Die Freigabe ab 18 Jahren täuscht zudem auch noch, weil der eigentliche Film bereits ab 16 Jahren freigegeben wurde. Man braucht sich also auf keine große Gewalt einzustellen. Wäre die Mischung ausgewogener gewesen, hätten die gut 100 Minuten Laufzeit auch bestimmt mehr Kurzweil gehabt, aber so kommt es schon mal zu gewissen Längen.
 
 
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A SCORE TO SETTLE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„A Score to Settle“ bietet einen gut aufgelegten Nicolas Cage, der seine Sache ernst nimmt und das dementsprechend spielt. Auch die handwerkliche Arbeit ist alles andere als verkehrt. Nur leider gibt es da das Drehbuch, welches eine höhere Wertung einfach verhindert. Zunächst ist die Figurenzeichnung viel zu plump, um funktionieren zu können und dann gibt es da auch noch zwei große Twists, die ihre Wirkung nicht entfalten können, eben weil sie so naiv dargeboten werden. Außerdem wird schon alleine die Aufmachung als Rache-Thriller für viele enttäuschte Zuschauer sorgen, weil man es bei „A Score to Settle“ viel mehr mit einem ruhigen Drama zu tun hat und es deshalb so gut wie keine Action gibt. Das besitzt genügend solide Momente, um nicht durchgehend zu langweilen, wird im Endeffekt aber nicht lange in Erinnerung verweilen und stellt somit einen durchgehend durchschnittlichen Film dar!
 
 
 


 
 
 

A SCORE TO SETTLE – Zensur

 
 
 
Der rote FSK-Flatschen auf dem Cover ist ein Blender. „A Score to Settle“ wurde von der FSK in ungeschnittener Form bereits ab 16 Jahren freigegeben. Die Freigabe der Blu-ray wurde angehoben wegen dem Bonusmaterial auf der Scheibe. Darauf enthalten: Trailer zu weiteren Titeln von Splendid Film.
 
 
 


 
 
 

A SCORE TO SETTLE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Score to Settle; Kanada | USA 2019

Genre: Thriller, Action, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung)| Blu-ray wegen Bonus: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 25.10.2019

 

A Score to Settle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

A SCORE TO SETTLE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tokarev – Die Vergangenheit stirbt niemals (2014)
 
A History of Violence (2005)
 

Filmkritik: „Escape Plan 3: The Extractors“ (2019)

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ESCAPE PLAN 3: THE EXTRACTORS

Story

 
 
 
Ray Breslin ist zurück mit seinem Team und dieses Mal wird ein Auftrag für ihn persönlicher, als es ihm lieb sein kann.

 
 
 


 
 
 

ESCAPE PLAN 3 – Kritik

 
 
Während „Escape Plan“ davon lebte, dass die zwei Actionikonen Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone zum ersten Mal Hauptrollen im selben Film übernahmen, brachte die ziemlich billige Fortsetzung auch schon gleich wieder Ernüchterung mit sich. Schwarzenegger war nicht mehr vorhanden, selbst Stallone übernahm nur eine Nebenrolle. Er gab selbst zu, dass er sich mit diesem Film nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat und versprach für den dritten Teil „The Extractors“ Besserung. Wirklich einhalten, konnte er dieses Versprechen jedoch kaum. Auch „Escape Plan 3: The Extractors“ besitzt nur den simplen Zweck schnelles Geld einzuspielen und Qualität wird dem Actionfan weiterhin kaum geboten.
 
 
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Gleich am Anfang gibt es eine Entführung einer chinesischen Tochter eines reichen Industriellen zu sehen. Ziemlich schnell wird Ray Breslin mit seiner Firma auf den Fall aufmerksam, doch es kommt noch viel schlimmer. Seine Freundin Abigail wird vom selben Entführer gekidnappt und es gibt persönliche Motive dafür. Ray war nämlich einst verantwortlich dafür, dass der Vater von Lester Clark Jr. verstarb und dafür sinnt ihm nach Rache. Das Drehbuch versucht gleich mehr aus der Sache zu machen, als eigentlich daran ist. Dies gelingt mit zwei Handlungssträngen, die bald zusammengeführt werden, sogar noch einigermaßen gut. Ebenfalls positiv ist, dass es eine gewisse Kontinuität innerhalb der Reihe gibt und es schon von Vorteil ist, wenn man die vorherigen Teile gesehen hat. Viel mehr Positives gibt es über die Story jedoch nicht zu berichten. Um der Reihe treu zu bleiben und den Titel überhaupt zu rechtfertigen, muss natürlich wieder eine Art Knast mit an Bord sein, doch das wirkt gänzlich beliebig und besitzt keinerlei Reiz mehr. Einfach alles an dieser Geschichte wirkt absolut konstruiert und das will niemals so richtig funktionieren. Als Beispiel sei hier gleich mal die Beziehung zwischen Ray und Abigail genannt, die der Zuschauer einfach zu keinem Zeitpunkt spüren kann. So lässt ihn die Rache im Endeffekt genauso kalt, wie sie vorgetragen wird. Wenn man mit starker Action entschädigt werden würde, wäre diese Story jedoch völlig zweckdienlich, nur leider wird man eben nicht mit solcher belohnt.
 
 
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Sylvester Stallone bleibt der alte Actionstar und scheint sich seinen Ruhestand noch mehr absichern zu wollen. Dass er mittlerweile nicht mehr von Thomas Danneberg synchronisiert wird, sollte kein Geheimnis mehr sein und es ist echt schade, weil Danneberg einfach „die“ Stimme für ihn war. Doch selbst die beste Stimme der Welt hätte Stallones Leistung hier nicht viel engagierter erscheinen lassen. Er tut, was nötig ist, aber auch niemals mehr. Dabei ist seine Rolle zwar größer ausgefallen, als im zweiten Teil und er ist allgemein mehr mit in die Handlung involviert, trotzdem fühlt sich sein Auftreten stets wie eine Nebenrolle an. Dafür darf Dave Bautista, mit dem ja schon im zweiten Teil fleißig geworben wurde, nun etwas mehr heran. Ganz im Hintergrund sind auch 50 Cent und Jaime King wieder mit an Bord, ohne dabei jemals besonders aufzufallen. Ein Neuzugang wird von Jin Zhang bekleidet, der seine Sache ganz solide macht, aber nicht ansatzweise sein körperliches Können präsentieren darf. Am ehesten gefällt von den ganzen Darstellern noch Devon Sawa als durchaus fieser Bösewicht. Er besitzt den Elan, welchen die anderen ruhig auch hätten zeigen dürfen.
 
 
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Doch Stallone hat erneut kein Geheimnis darum gemacht, dass „Escape Plan 3: The Extractors“ unter Zeitdruck entstand, was den Eindruck nur noch verstärkt, dass hier eben schnell ein wenig Geld umgesetzt werden soll. Mit John Herzfeld konnte ein erfahrener Regisseur gewonnen werden, der aber auch nicht viel aus dem Szenario herausholen kann. Den futuristischen Knast hat man nun weg gelassen, dafür gibt es aber keinen guten Ersatz. Allgemein wirken die Schauplätze langweilig und lustlos. Dabei ist die handwerkliche Arbeit durchaus in Ordnung und es gibt auch ein bisschen knallende Action, die gut konsumierbar ist. Zwar ist das Blut manchmal zu künstlich, aber hart ist der Film schon und die recht überschaubaren Choreographien sind solide, selbst wenn sie niemanden vom Hocker hauen werden. Nur ist das für die Laufzeit von rund 90 Minuten einfach zu wenig. In der ersten Hälfte wird alles vorbereitet und trotz eines einigermaßen hohen Tempos kommt es bereits hier zu Längen. Hinterher läuft alles nur noch auf das Finale hinaus, welches dann auch schnell beendet wurde. Das ist nie komplett langweilig, aber eben auch nie besonders unterhaltsam und so ist man als Zuschauer nicht böse darum, wenn der Abspann erscheint.
 
 
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ESCAPE PLAN 3 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
„Escape Plan 3: The Extractors“ stellt genauso einen Schnellschuss dar, wie schon der zweite Teil. Beide Teile hatten ihre kleinen Vorteile. Hier sind es am ehesten Devon Sawa und Jin Zhang, die ihre Sache gut machen. Stallone selbst ist zwar wieder etwas mehr zu sehen, gibt sich jedoch keine besonders große Mühe. Das Resultat ist ein routiniert gemachter Actionfilm mit einigen netten Gewaltspitzen und einem teilweise annehmbaren Unterhaltungswert, aber leider komplett ohne Spannung und ohne jegliche Highlights. Die Story interessiert schon bald nicht mehr, die Charaktere wirken lustlos ausgedacht und Schauwerte bekommt man ebenfalls kaum welche geboten. Das Versprechen wurde also nicht eingehalten und jetzt darf mit dieser Reihe dann auch gerne Schluss sein!
 
 
 


 
 
 

ESCAPE PLAN 3 – Zensur

 
 
 
„Escape Plan 3: The Extractors“ hat von der FSK wegen einiger blutigen Szenen eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Diese Filmfassung ist ungeschnitten und wurde auch auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. In der FSK-Datenbank wurde aber auch eine gekürzte Filmversion hinterlegt. Diese erhielt eine Freigabe ab 16 Jahren und ist um knapp 3 Minuten geschnitten. Ob diese auch noch auf den Heimkinomarkt gebracht wird, ist noch unklar.
 
 
 


 
 
 

ESCAPE PLAN 3 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NewKSM Cinema (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Escape Plan: The Extractors; USA 2019

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Making of Escape Plan: The Extractors, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 07.11.2019

 

Escape Plan – The Extractors [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

ESCAPE PLAN 3 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei NewKSM Cinema)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape Plan (2013)
 
Escape Plan 2: Hades (2017)
 

Filmkritik: „The Cannibal Club“ (2018)

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THE CANNIBAL CLUB

(O CLUBE DOS CANIBAIS)

Story

 
 
 
In „The Cannibal Club“ dient das Verspeisen von Menschen einem höheren Zweck, was ein Ehepaar trotzdem nicht daran hindert, sexuelle Lust daran zu verspüren.

 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Kritik

 
 
Dass Brasilien unter anderem ein großes Problem mit der Armut hat, sollte kein Geheimnis sein. Solche Missstände können Filmemacher gut nutzen, um Gesellschaftskritik in ihre Werke einzubauen und genau daran versucht sich auch „The Cannibal Club“. Dass der Film dabei jedoch zu wenig von dem bietet, was er ankündigt, wird mit der Zeit zu einem Problem und wird sicherlich nicht jedem Zuschauer schmecken.
 
 
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Otavio ist mit Gilda verheiratet und ein erfolgreicher Geschäftsmann. Außerdem ist Otavio Mitglied in einem ominösen Club, dessen Hintergründe jedoch eher schleierhaft bleiben. Auf jeden Fall geht es um Kannibalen, doch auch zu Hause, in ihrer Villa, weit abgelegen auf dem Land, betreiben Otavio und Gilda Gourmetspaß etwas anderer Art. Als Gilda eines Tages auf einer Feier etwas sieht, was nicht für ihre Augen bestimmt war, kommt es allerdings plötzlich zur Bedrohung.
Man kommt nicht drumherum den Kannibalen-Aspekt in die Handlung zu stecken, doch dabei entsteht sofort das Risiko falscher Erwartungen, denn um Kannibalen dreht es sich höchstens am Rande. Wirklich wichtig ist dieser Aspekt für die Story gar nicht, selbst wenn er die Grundprämisse vorgibt. Viel mehr geht es Regisseur und Drehbuchautor Guto Parente um Gesellschaftskritik und Brasilien bekommt schon sein Fett weg. Doch geschieht selbst dies eher auf subtiler Ebene und so fragt man sich als Zuschauer manchmal schon, was das ganze Szenario denn eigentlich bezweckt. Gute Ideen sind sicherlich vorhanden und selbst wenn „The Cannibal Club“ das Rad überhaupt nicht neu erfindet, wird er schon alleine durch seine andere Erzählweise einzigartig. Leider verliert Parente jedoch zu oft den Fokus und etwas geradliniger hätte das Drehbuch ruhig sein dürfen.
 
 
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Der Anfang wird den Erwartungen noch gerecht. Da gibt es gleich eine recht derbe Mischung aus Sex und Gewalt, die Lust auf mehr macht. Doch um Kannibalen dreht es sich danach kaum noch. Die Gewaltausbrüche kann man an einer Hand abzählen und die reichlich freizügigen Sexszenen ebenfalls. Beide Aspekte sind vorhanden, geben dem Horrorfan aber nicht das, was anfangs versprochen wird. Wobei man sowieso kaum von einem Horrorfilm sprechen kann. Im letzten Drittel fühlt man sich schon fast mehr wie in einer Art Thriller und dazwischen gibt es immer mal ein wenig Komödie. Wenn man Humor sucht, findet man diesen jedoch nur auf pechschwarzer Ebene. Die Mischung ist interessant, allerdings nicht ausgewogen. Es hat seinen Reiz, dass man als Zuschauer nie weiß, worauf man sich einstellen kann, doch mit der Zeit wirkt dieses Spiel etwas ermüdend. Obwohl die Laufzeit mit rund 80 Minuten (mit Abspann) sowieso schon ziemlich kurz ausgefallen ist, ergeben sich ein paar Längen, weil „The Cannibal Club“ einfach kein Tempo besitzt. Das ist zwar meistens immer noch erstaunlich unterhaltsam, besitzt jedoch kaum einen Mehrwert. Gerade weil die bissige Gesellschaftskritik eigentlich recht treffsicher ist, ist dies schade, denn hätte man mehr von ihr mitbekommen, würde der Film sicherlich länger im Gedächtnis verweilen.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht gibt es an „The Cannibal Club“ nichts auszusetzen. Zwar fällt der Inszenierung nichts Besonderes ein und die Kamera-Arbeit bleibt etwas einfallslos, doch die hübschen Kulissen wissen zu überzeugen und selbst wenn alles etwas minimalistischer ausgefallen ist, so wirkt der Film stets hochwertig. Dazu gesellen sich gute Darstellerleistungen. Tavinho Teixeira spielt den harten Hund überzeugend und Ana Luiza Rios ist als seine Film-Ehefrau ebenfalls gut. Von diesen beiden Leistungen lebt der Film, denn alle anderen Rollen sind eher klein und nicht so wichtig. Doch auch hier enttäuscht niemand, selbst wenn manchmal ein wenig Overacting mit im Spiel ist. Dazu gibt es eine deutsche Synchronisation, die man sich zum Glück ganz gut anhören kann. Über mangelnde Abwechslung kann man sich auch eigentlich gar nicht beklagen, weil die Story immer wieder in eine andere Richtung geht. Zusätzlich gibt es dann eine kleine Schlusspointe, die vorhersehbar, aber im bösen Sinne ganz witzig ist. Dass man als Zuschauer trotzdem nie begeistert ist, liegt eben daran, dass man das gesamte Szenario noch viel bissiger, derber und krasser gestalten hätte können.
 
 
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THE CANNIBAL CLUB – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„The Cannibal Club“ ist ein eigenwilliger Film, der am ehesten Gesellschaftskritik äußern möchte und dafür Sex und Gewalt in Aussicht stellt, davon im Endeffekt aber nicht genügend bietet, um den Zuschauer über die gesamte Laufzeit bei der Stange zu halten. Das Ergebnis ist nicht frei von Längen, aber immerhin einigermaßen kurzweilig, doch wenn der Abspann erscheint, fragt man sich schon ein wenig, was das alles denn nun sollte. Dank einer soliden Inszenierung, ein paar netten Schauwerten und guten Darstellern ist das auf jeden Fall sehenswert. Außerdem sind ein paar Ideen treffsicher und ein paar Szenen recht intensiv ausgefallen. Von einem Reinfall kann hier also absolut nicht die Rede sein, aber wenn man auch nur den Hauch falscher Erwartungen hat, kann eine Enttäuschung nicht ausgeschlossen werden!
 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Zensur

 
 
 
„The Cannibal Club“ hat von der FSK wegen einiger blutigen Szenen eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Diese Filmfassung ist wie bei der Deutschlandpremiere auf dem Fantasy Filmfest im Jahr 2018 vollkommen ungeschnitten. Fans gesellschaftskritischer Horrorschocker können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: O Clube dos Canibais; Brasilien 2018

Genre: Horror, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Portugiesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Trailer

Release-Termin: 27.09.2019

 

The Cannibal Club [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei DONAU FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Society (1989)
 
We Are What We Are (2013)
 
Wir sind was wir sind (2010)