Filmkritik: „Girl in Woods“ (2016)

girl-in-woods-2016-poster
 
 
 

GIRL IN WOODS

Story

 
 
 

Die attraktive Grace (JULIET REEVES LONDON – huschte übrigens mal kurz in TEXAS CHAINSAW 3D als Statist durch die Kamera) verirrt sich beim Wandern in den Wäldern und verliert ihren Verstand.

 
 
 


 
 
 

GIRL IN WOODS – Kritik

 
 
 
Seit der Horrorfilmmarkt boomt und man sogar mit miesen Ideen kleines Geld verdienen kann, finden immer häufiger Filme in die Wohnzimmer, die man am liebsten in Grund und Boden verteufeln möchte. Zu einem dieser fiesen Übeltäter gehört GIRL IN WOODS, der auf den ersten Blick eigentlich keinen üblen Eindruck hinterlässt. Der Trailer überzeugt und auch auf technischer Ebene ist GIRL IN WOODS vielen günstig gedrehten Low-Budget-Produktionen um Längen voraus. Leider trügt der Schein, denn dieser Streifen versucht den Zuschauer heimtückisch zu blenden. Inhaltlich wird nämlich haarsträubendes Zeug geboten das gerade deshalb wütend macht, weil der Film auf Zwang versucht zu verschleiern, was bereits nach wenigen Minuten offensichtlich ist. Regisseur JEREMY BENSON geht es psychologisch an. Er rückt keine Monster oder Bösewichte in den Fokus, sondern erforscht den kranken Geist seiner psychisch gestörten Hauptprotagonistin. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass man aus so einem kontroversen Stoff durchaus beunruhigende Filme machen kann. Leider trifft das nicht auf GIRL IN WOODS zu, denn der Survival-Thriller wird zur Tortur für den Zuschauer, weil hier eine Figur in den Mittelpunkt gerückt wird, der man wegen dummen Verhaltens einen schnellen Tod wünscht. Leider lässt der vergebens auf sich warten. Zum Leidwesen des Publikums, das nach 90 Minuten feststellen muss, für einen nicht sonderlich klugen Genreausflug Lebenszeit verschwendet zu haben.
 
 
girl-in-woods-2016-bild-3
 
 
Eigentlich hätte viel verhindert werden können, wenn die Filmheldin etwas aufmerksamer gewesen wäre. Die will mit Freund Jim (JEREMY LONDON aus B-Movies wie BUDDY HUTCHINS und THE DEVIL’S DOZEN) in den Wäldern ein schönes Wochenende verbringen und die Natur erkunden. Doch nach einem traumhaften Heiratsantrag mausert sich ein idyllischer Wandertrip zum Albtraum. Weil der Verlobte das Gewehr nicht ordnungsgemäß gesichert hat, jagt er sich versehentlich eine Kugel durch den Kopf und stirbt noch an der Unfallstelle. Tragisch für Freundin Grace (JULIET REEVES LONDON), die auf den Liebsten vertraut und sich nicht die bisherige Wanderroute gemerkt hat. Nach dem ersten Schock folgt der Zweite. Die junge Frau irrt orientierungslos durch Dickicht und bekommt es mit der Angst zu tun. Unheimliche Schatten kreuzen ihren Weg und schreckliche Visionen machen zu schaffen. Schnell ist klar: man hat sich verlaufen. Das Handy hat keinen Empfang und auch das GPS für die Navigations-App funktioniert nicht richtig. Nun ist guter Rat teuer, denn bald plagen Hunger und Durst. Ein reißender Bach sorgt für erste Linderung. Doch die Verirrte folgt nicht dem Gewässer bis zur nächsten Siedlung, sondern geht stattdessen tiefer in den Wald hinein. Keine guten Voraussetzungen zu überleben, denn bald macht auch die Psyche zu schaffen. Die Leidgeplagte hat nämlich ihre Pillen nicht dabei, die regelmäßig eingenommen werden müssen, um den Ausbruch von Schizophrenie zu verhindern. Doch alles halb so tragisch, denn Grace ist bald nicht mehr allein. Zwei Alter-Egos geben wertvolle Tipps, um in menschenleerer Wildnis bestehen zu können. Leider verschwimmen bald Fiktion und Wirklichkeit, was nicht nur die Filmheldin vor unüberwindbare Herausforderungen stellt. Auch der Zuschauer stößt bald an seine Grenzen, denn der permanente Wechsel zwischen Psyche und Wirklichkeit strapaziert Geduld und Nerven.
 
 
girl-in-woods-2016-bild-1
 
 
Warum nur hat man den Filmfiguren nicht Pillen und Wegbeschreibung in den Rucksack gepackt? Dann wäre wohl viel Elend und Dummheit erspart geblieben? GIRL IN WOODS ist psychologischer Überlebens-Horror, der ein großes Geheimnis um Ereignisse macht, die der Hauptprotagonistin Grace in jungen Jahren passiert sind. Auf ihrer Suche nach einem Weg raus aus den Wäldern wird sie mit inneren Dämonen konfrontiert, die zu bizarren Taten anstiften. Lang im Unterbewusstsein verborgene Erlebnisse stiften Verwirrung und versuchen den Zuschauer zu manipulieren. Weil dem aber schon recht früh einleuchtet, dass die Protagonistin neben der Spur steht, entwickeln sich die falschen Fährten zur Farce. GIRL IN WOODS ist ein gutes Beispiel dafür, wie man einen Film versemmeln kann, wobei die Idee hinter dem Psychothriller eigentlich nicht uninteressant ist. Leider fällt Regisseur JEREMY BENSON mit der Tür ins Haus und verrät so ziemlich früh, welche Richtung der Streifen einschlagen wird. Das ist – wie der Film selbst – nicht sonderlich clever, denn sobald der Überlebenstrip eigentliche Intentionen verrät, geht’s mit der Spannung abwärts. Vergessene Pillen sind Schuld, dass hier eine Handlung ins Absurdum geführt wird. So verliert eine Frau wegen nicht eingenommener Medikamente das psychische Gleichgewicht und verwandelt sich vom Mensch zum Tier, um überleben zu können. Das ist haarsträubend – in erster Linie auch deshalb, weil das Gezeigte nicht sonderlich glaubwürdig ist. Filmfigur Grace verhält sich nämlich nicht gerade helle und bringt den Zuschauer mit planlosem Verhalten schnell auf die Palme. Schauspielerin JULIET REEVES LONDON ist am Desaster nicht ganz unschuldig. Die verkörpert zwar mit voller Inbrunst eine psychisch kranke Frau; für ein eher psychologisches Psychodrama sind die Leistungen aber nicht ausreichend – dazu wirken viele Emotionsausbrüche zu hölzern und unfreiwillig komisch. Wir empfehlen keine Zeit zu verschwenden und weitaus bessere Horrorthriller zu schauen, in denen Hauptfiguren unter einer kranken Psyche zu leiden haben. Gute Alternativen gibt es zahlreich. Darunter: LAST GIRL STANDING, THE BABADOOK oder WHERE THE DEVIL DWELLS – um nur einige zu nennen.
 
 
girl-in-woods-2016-bild-2
 
 


 
 
 

GIRL IN WOODS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Deprimierendes Psychodrama trifft auf ausweglosen Survival-Schocker. In GIRL IN WOODS wird eine Frau in den Wahnsinn getrieben. Die hat nicht nur mit schrecklichen Kindheitserinnerungen zu kämpfen, sondern halluziniert zudem zusätzlich wegen Hunger und Durst, weil sie sich im Wald verlaufen hat. Was hier interessant klingt, ist chaotisch zusammengeschusterter Psycho-Horror, für den man selbst gute Nerven benötigt. Das liegt aber nicht in erster Linie an unbequemer Bilderflut. Vielmehr nerven Filmheldin Grace und die teils konfusen Rückblenden, Halluzinationen und Visionen, die das seelische Ungleichgewicht der orientierungslosen Frau versinnbildlichen sollen. Wenn die Hauptdarstellerin auf den Zünder geht, hat ein Film keine Chance. Das trifft ebenso auf GIRL IN WOODS zu, denn JULIET REEVES LONDON verkörpert reichlich hölzern eine schizophrene Figur, die nicht von der hellsten Sorte ist. Die handelt teils nicht sonderlich klug und mutiert vom desorientierten Opfer zur kaltblütigen Mörderin. Bei solch haarsträubender Verwandlung dürfte Kopfschütteln nicht ausbleiben – gerade auch deshalb, weil eine psychische Krankheit dafür missbraucht wird, um am Ende reißerische Kannibalismus-Thematik anreißen zu können. Was für ein Blödsinn! Immerhin gibt’s ein Wiedersehen mit verschollen geglaubter Schauspielerin. CHARISMA LEE CARPENTER ist in einer Nebenrolle zu sehen. Die war in den 1990ern bei Teenagern beliebt und wurde durch die Rolle der Cordelia in Serien-Hits wie BUFFY oder dem Spin-off ANGEL bekannt.
 
 
 


 
 
 

GIRL IN WOODS – Zensur

 
 
 
GIRL IN WOODS schaut zwar anfangs aus wie knüppelharter Survival-Horror, schlägt aber eine andere, weitaus psychologische Richtung ein. Es werden mehrere Köpfe grafisch mit einer Waffe weggeschossen. Zudem wird eine Hand „verarztet“ nach dem sich ein Gegenstand hindurchgebohrt hat. Weiterhin wird an Leichen geknabbert und am Ende etwas gemordet. Das klingt alles sehr hart – ist es aber nicht. Hierzulande gibt es vermutlich für GIRL IN WOODS eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

GIRL IN WOODS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Where the Devil Dwells (2014)

Decay (2015)

Darling (2015)

Enter the Dangerous Mind (2013)

Hemorrhage (2012)

Simon Killer (2012)

Magic Magic (2013)

The Babadook (2014)

Psych:9 (2010)

Filmreview: „Autumn Blood – Zeit der Rache“ (2013)

autumn-blood-2013
 
 
 

AUTUMN BLOOD – ZEIT DER RACHE

Story

 
 
 
Ein 16-jähriges Mädchen (SOPHIA LOWE) lebt mit der Mutter und dem kleinen Bruder zurückgezogen auf einem kleinen Hof in den Tiroler Bergen. Als die Mutter nach schwerer Krankheit stirbt, durchleben die Kinder die Hölle. Erst wird die Tochter mehrfach vom Sohn des Bürgermeisters vergewaltigt; als eine Sozialarbeiterin nach dem Rechten sehen will und die Misshandlungen aufzufliegen drohen, sollen die verstörten Kids sterben damit sie nichts ausplaudern können. Es beginnt eine erbarmungslose Hetzjagd auf die Geschwister, die keinen anderen Ausweg wissen und in die gefährliche Bergwelt der Tiroler Alpen flüchten …
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Kritik

 
 
 
Nachbarland Österreich mischt nun ganz souverän mit auf dem internationalen Filmmarkt und scheint erkannt zu haben, dass deutschsprachige Horrorfilme auch gern im Ausland gesehen werden. Zuletzt hat MARVIN KREN mit seinem kritischen Öko-Schocker BLUTGLETSCHER (2013) von der internationalen Presse viel Lob erhalten und MICHAEL HANEKE schaffte es mit der kontroversen Terror-Satire FUNNY GAMES (1997) sogar bis nach Hollywood, wo er zehn Jahre später seinen eigenen Spielfilm neu drehen und auf Hochglanz poliert in die Kinos bringen durfte. Beim nächsten Glücksgriff handelt es sich um den Tiroler Werbefilmer MARKUS BLUNDER. Der gebürtige Kufsteiner hat sich sein filmisches Handwerk in München und Los Angeles angeeignet und bisher zahlreiche Musikvideos und Werbefilme gedreht. Nun hat er seinen ersten Langfilm inszeniert und damit schon auf einschlägigen Filmfestivals Zuspruch erhalten. Dass der Regisseur mit seinem Debüt aber ganz unfreiwillig ins Horror-Genre geschlittert ist, dürfte der Österreicher vermutlich gar nicht so geplant haben. Der Filmneuling bezeichnet seinen Streifen nämlich selbst als „alpinen Western“. Die für dieses Genre typischen Cowboys, Saloons und taffen Sprüche sucht man hier jedoch vergebens, denn eigentlich ist sein AUTUMN BLOOD eine Mischung aus Heimatfilm, Überlebenstrip und Rape-and-Revenge-Thriller, bei der aber der Racheplot aus dem Drehbuch gestrichen wurde. Gedreht wurde im Ötztal und im Lechtal sowie in der Zugspitzregion, was dem Thriller eine ganz individuelle Note verleiht, weil man derart Filmstoff bisher noch nie vor solch beeindruckender Kulisse erleben durfte. Die Protagonisten hetzen durch bildgewaltige Landschaften, bewegen sich über schwindelerregende Schluchten und durchqueren märchenhaft anmutende Wälder. Die wunderbare Kameraarbeit tut da ihr Übriges und lässt des Öfteren die wenigen Protagonisten vergessen, die äußerst wortkarg durch die dünne Handlung stolpern. Gesprochen wird in AUTUMN BLOOD übrigens kaum, stattdessen glänzen die erfahrenen Schauspieler mit ausdrucksstarkem Schauspiel. Die Prämisse ist zwar anfänglich recht gewöhnungsbedürftig; hat man sich erst einmal an die ungewöhnliche Dialogarmut gewöhnt, fesselt AUTUMN BLOOD trotz hanebüchener Handlung durch anständigem Thrill und schweißtreibende Atmosphäre.
 
Regisseur MARKUS BLUNDER bringt die überwältigende Macht der Bilder zurück in die Kinos. In AUTUMN BLOOD fungiert nicht das magere Drehbuch als Geschichtenerzähler, sondern der stimmige Soundtrack in Kombination mit den geheimnisvollen Landschaften der Tiroler Bergwelt. Demzufolge sei dem Leser geraten, sich diesen Geheimtipp möglichst auf der großen Leinwand anzuschauen, denn nur hier dürfte der Streifen seine ganze Wirkung entfalten können. BLUNDER hat mit seinem Erstling einen einzigartigen Thriller gedreht, der Lust auf mehr von dem macht, was der talentierte Filmneuling in Zukunft auf Zelluloid bannen wird. Auch wenn sein HEIDI meets BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE so seine Logikpatzer besitzt (seit wann kommuniziert man im ländlichen Tirol ausschließlich in Englisch) gehört der beklemmende Survivaltrip zweifelsohne zum Besten, was das europäisches Genrekino hervorgebracht hat. Auf Filme wie AUTUMN BLOOD können die Österreicher zu Recht stolz sein und es würde nicht wundern, wenn BLUNDER als nächster Österreicher demnächst in Hollywood außergewöhnliche Filme drehen darf. Für so wunderschön gefilmtes Grauen bekommt BLUNDERS Debüt vom FILMCHECKER-Team verständlicherweise eine seltene Bewertung von acht Filmklappen und das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
HEIDI meets BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE – Grausamer Überlebenstrip vor der traumhaften Bergkulisse Tirols. AUTUMN BLOOD entpuppt sich als schwindelerregende Hetzjagd durch malerische Landschaft, die statt Dialoge zu nutzen lieber Bilder sprechen lässt. Zwar ist die Geschichte vom Mädchen, das vergewaltigt wird und vor ihren Peinigern in die Wälder flüchtet nicht neu; die etwas gewöhnungsbedürftige Symbiose aus Heimatfilm, Terror- und Rape’n Revenge-Thiller funktioniert jedoch erstaunlich gut und dürfte sogar das Interesse von Expoitationfans auf den Plan rufen, die hier jedoch kein ultra-derbes Gewaltmachwerk erwarten sollten. AUTUMN BLOOD ist österreichische Thriller-Unterhaltung auf hohem Niveau, was vor allem an der bildgewaltigen Machart liegt, wie Regisseur MARKUS BLUNDER hier das Grauen auf Film bannt, denn bei so ansprechend gefilmter Bergkletterei wird dem Zuschauer allein schon beim Zusehen schwindelig. Wer die Chance hat diesen österreichischen I SPIT ON YOU GRAVE-Ableger (freilich ohne Rachepart) auf der großen Leinwand zu sehen, sollte sie nutzen. Denn nur hier dürfte die packende Bilderflut und der spannende Überlebenskampf erst richtig wirken.
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Zensur

 
 
 
Für einen Rape’n Revenge-Thriller ist das Gezeigte ziemlich harmlos. Es gibt eine Vergewaltigung zu sehen, die aber im Off stattfindet. Ein paar Einschüsse haben die FSK dennoch dazu veranlasst, den Film hierzulande erst für Volljährige freizugeben. Dafür aber ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
autumn-blood-bluray

(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Autumn Blood; Österreich, USA 2013

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 | @24 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deleted Scenes

Release-Termin: 19.06.2015

 

Autumn Blood – Zeit der Rache [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mooring (2012)
 
Eden Lake (2008)
 
I SPIT ON YOU GRAVE 2 (2013)
 

Filmreview: „A Lonely Place to Die“ (2010)

 

Und wieder erreicht uns, leicht verspätet, ein weiterer sehr sehenswerter Wettbewerbsbeitrag des Fantasy Filmfestes 2011.

Hochspannung sei definitiv garantiert, versprochen!

 

Fünf Hobbybergsteiger wollen einen gemütlichen Klettertrip in den Schottischen Highlands unternehmen. Kaum in den Kurzurlaub gestartet, vernehmen die Freunde seltsame Hilferufe inmitten der Berge.

Als sie feststellen, dass die Stimme aus einem Luftrohr im Waldboden schallt und sie ein kleines Mädchen in einem unterirdischen Gefängnis vorfinden, ahnen sie nicht, dass ihnen ab nun an, ein hinterhältiges Killer-Duo zu Leibe rückt, das ihre „Beute“ zurückfordert.

Ein Kampf um Leben und Tod beginnt für die fünf Freunde.

 

Was sich hier wie der zigste Abklatsch von „King of the Hill (2007), Beim Sterben ist jeder der Erste“ (1972) oder High Lane“ (2009) liest entpuppt sich beim Anschauen als schwindelerregender Psychoschocker, der den Zuschauer selten Verschnaufpausen bietet. Schon die adrenalinverursachende Einführungssequenz von „A Lonely Place to Die“ lässt grob erahnen, in welche Richtung dieser Thriller den Zuschauer führen möchte. Dabei hätte Julian Gilbeys aktuelle Regiearbeit definitiv auch ohne die gesamte Killerschiene funktioniert. Die klaustrophobische und schweißtreibende Bergkulisse und ihre unerwarteten Gefahren hätte Potenzial für zig weiter abendfüllende Fortsetzungen gehabt und hätte allein gereicht 90 Minuten spannend zu unterhalten.

Ähnliches Phänomen hatte ich bereits bei dem Britischen Horrorthriller „The Descent“ aus dem Jahre 2005, der trotz klaustrophobischer Höhlenkletterei mit völlig überflüssigen Monstern im Höhleninneren aufwartet. Auch dort hätte die beängstigende Höhlenhatz und die Panikattacken der Protagonisten im engen Tunnelsystem der Höhlen völlig ausgereicht um den Film die gesamte Spielzeit tragen zu können – die Monster wirkten definitiv fehl am Platz.

Trotzdem, Gilbey macht dennoch mit seinem „A Lonely Place to Die“ fast alles richtig.

Ein Horrorfilm sollte spannend unterhalten, und das tut seine aktuelle Regiearbeit definitiv ausgiebig. Die Story ist unvorhersehbar, die Killer sind unmenschlich grausam skizziert und die 5 Freunde bei ihre Flucht recht erfinderisch – ihr Handeln stehts nachvollziehbar.

Leider kann der Thriller die Spannungsschraube nicht bis zum Ende hin konstant halten.

Einiges wirkt gerade gegen Ende nicht rein zufällig, zu arg konstruiert und unglaubwürdig.

Im Endfight, kann die Heldin mit ihrem Horrorklischeeartigen Handeln nicht wirklich überzeugen, weiss sich aber dennoch genrebedingt kreativ zur Wehr zu setzen.

A Lonely Place to Die“ ist trotz minimaler Kritik, ein überaus bemerkenswerter Genrefilm, der aufgrund seines unverbrauchten Settings noch Potenzial nach oben gehabt hätte.

Aufgrund der derzeitigen Masse an schlechter Genreproduktionen bietet „A Lonely Place to Die“ neben all den unerträglich dummen No-Buget Horrorstreifen endlich mal wieder erfrischende Abwechslung.

 

 

Fazit 7,5 / 10 Punkte

 

Filmliebhaber mit schwachen Nerven und einem leichtem Hang zur Akrophobie sei von diesem schwindelerregenden Horrorthriller dringend abgeraten. Für alle anderen Filmfans gilt:  zwingend empfehlenswert!

(Deutsche Fassung ist ungeschnitten)

 

Hellraiser80