Filmkritik: „Demonic“ (2015)

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DEMONIC

(HOUSE OF HORROR)

Story

 
 
 
Sechs Studenten (darunter SCOTT MECHLOWICZ aus UNDOCUMENTED) wollen in einem leerstehenden Haus mit Geistern Kontakt aufnehmen und lenken die Aufmerksamkeit einer bösen Macht auf sich, die nicht zu Scherzen aufgelegt ist..
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Kritik

 
 
 
JAMES WAN lässt mal wieder gruseln. Seit der Regisseur dem todgeweihten Geister-Genre mit INSIDIOUS und THE CONJURING neues Leben einverleibt hat, birgt der Name Wan für Qualität und wohldosierte Gänsehautschauer im Horror-Kino. Dass sich der Australier vor Aufträgen kaum noch retten kann, ist nach den Erfolgen genannter Horrortitel nicht verwunderlich. Umso logischer die Konsequenz mit seinem bekannten Namen zusätzlich Kasse zu machen. Seit dem Folter-Hit SAW produziert Wan nämlich auch Horrorfilme und fungierte neben ANNABELLE auch als Geldgeber für den vorliegenden DEMONIC der – wie hätte es auch anders sein sollen – ebenso im Geister-Genre beheimatet ist. Leider sollte man dieses cineastische Schauerwerk mit Vorsicht genießen, denn mittlerweile ist nicht mehr jeder Film auch gleichzeitig sehenswert, der mit WAN auf dem Cover wirbt oder von ihm produziert wird.
 
 
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Willkommen zur Light-Version von THE CONJURING. Zumindest versucht Regisseur WILL CANON in die großen Fußstapfen seines Produzenten zu treten, ohne jedoch nur ansatzweise dessen Sinn für atmosphärische Dichte zu erreichen. Für DEMONIC versucht Canon Geistergrusel, Found-Footage-Gewackel, Besessenheits-Schocker und Verhör-Thriller miteinander zu kombinieren. Zwar ist das technisch gut gelöst (mit Wan im Hintergrund hätte man auch nichts anderes erwartet); dem Film mangelt es jedoch an neuen Ideen, um aus der Masse hervorzustechen zu können. Was hier geboten wird strotzt nicht gerade vor Einfallsreichtum, auch wenn DEMONIC zweifelsohne die visuelle Handschrift Wans ziert.
 
 
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Es sind mal wieder neugierige Studenten, die in ein leerstehendes Haus in Louisiana einsteigen, um paranormale Ereignisse zu untersuchen. Vor 25 Jahren starben hier fünf Menschen auf grausame und rätselhafte Weise nachdem sie Kontakt mit der Welt der Toten aufgenommen hatten. Ein tragischer Vorfall, den die jungen Geisterjäger mit neumodischer Technik untersuchen wollen. Das Haus wird mit Kameras gepickt und eine Seance soll anwesende Geister zum Plaudern anregen. Doch alles kommt anders. Eine böse Macht schlüpft in einen der Freunde und befördert die unwillkommenen Gäste ins Jenseits. Stunden später entdeckt die Polizei das Blutbad und findet auf der Suche nach Anhaltspunkte einen Überlebenden (DUSTIN MILLIGAN aus SHARK NIGHT 3D). Der wird in die Obhut von Polizeipsychologin Dr. Elizabeth Klein (MARIA BELLO aus A HISTORY OF VIOLENCE) gegeben und soll berichten, was sich Schreckliches im Haus zugetragen hat.
 
 
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Eigentlich sollte der französische Terror-Macher XAVIER GENS (FRONTIER(S) und THE DEVIDE) die Regie übernehmen. Der verlies die Produktion aber noch in der Planungsphase – vermutlich weil ihm das Drehbuch zu trivial gewesen ist. Gut für den bis dato noch unbekannten Canon, der mit HOUSE OF HORROR (so der anfängliche Arbeitstitel von DEMONIC) den großen Durchbruch witterte. Dass DEMONIC eigentlich bereits 2014 in die amerikanischen Kinos kommen sollte und dann aber auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, dürfte erfahrene Zuschauer aufschrecken lassen, schließlich bedeuten verschobene Filmstarts in den meisten Fällen nichts Gutes. Und in der Tat, DEMONIC ist weniger dämonisch als der Titel reißerisch verspricht. Regisseur WILL CANON hakt die Geschehnisse lustlos nach dem für Geister- und Spukfilme bekannten Schreckkatalog ab und macht sich damit keine Freunde. Lang braucht DEMONIC bis er überhaupt an Fahrt gewinnt. Fast eine Stunde vergeudet der Film mit langen Verhören und tempofreien Rückblenden, in denen das rekonstruiert wird, was sich Stunden zuvor zugetragen hat. Sonderlich aufregend ist das nicht, denn neben plötzlich vorbeihuschenden Schatten und laut zuschlagenden Türen darf selbstverständlich auch eine missglückte Kontaktaufnahme mit dem Jenseits nicht fehlen, die immerhin einer unerwarteten Filmwendung den Weg ebnet.
 
 
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Vorhersehbarer Klischeebrei mit Found-Footage verfeinert: Zwar wird DEMONIC aus der gewohnten Filmsicht erzählt; hin und wieder werden aber gefundenen Aufzeichnungen aus den Videokameras der ermordeten Studenten in die Handlung eingebaut, die von der Polizei am Tatort gefunden wurden. Wie in den meisten Found-Footage-Filmen gerät die ruhige Kameraführung in diesen Momenten sprichwörtlich aus dem Ruder, so dass sich vor Wackelei oft gar nichts erkennen lässt, was den Geisterjägern vor die Linse saust. Gott sei Dank kommt das kontroverse Stilmittel nur sehr selten zum Einsatz, so dass sich Gegner dieser Gattung Kino beruhigt in ihren Filmsessel lehnen und von den wenigen Schockmomenten erschrecken lassen können. Letztendlich klärt ein Film wie DEMONIC auf, dass zwei Arten Horrorfilme in der Schmiede des erfolgreichen JAMES WAN entstehen: die, die der Angstmacher selbst dreht und jene, die der Regisseur nur produziert. Bei Letzteren scheint wohl weniger Herzblut investiert zu werden. Untersucht man nämlich die ausschließlich von Wan produzierten Filme genauer fällt auf, dass für diese Horrorstreifen das recycelt wurde, was in Wans selbstgedrehten Streifen zu recht keinen Platz gefunden hat. Daher sollte man für die Sichtung von DEMONIC die Erwartungen weit herabschrauben, denn sonderlich gelungen ist dieser geistlose Spukquatsch nämlich nicht.
 
 


 
 
 

DEMONIC – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Düsterer und wendungsreicher Dämonen-Thriller aus der Angstschmiede von JAMES WAN. DEMONIC ist ein weiterer, beliebiger Geisterfilm der Sorte „schon tausendmal gesehen“. Hier wird versucht mit dem immer noch sehr lukrativen Spuk- und Geistertrend zügig Kasse zu machen. Dass da mit THE COUNJURING und INSIDIOUS-Macher JAMES WAN auf dem Cover geworben wird, ist einfältiges Marketinggequassel, das im Falle von DEMONIC auch dringend benötigt wird, damit sich der Film überhaupt verkaufen lässt. Auch wenn Wan selbst als Geldgeber fungiert hat; qualitativ schwimmt der übernatürliche Mix aus Found-Footage-Gewackel, Besessenheits-Schocker, Geisterfilm und Verhör-Thriller auf einer ganz anderen Welle. Gute und neue Ideen sind hier Mangelware. Erfahrene Zuschauer dürften sich demnach schnell gelangweilt fühlen, weil man die meisten der Schlüsselszenen bereits in weitaus besseren Spukstreifen zu sehen bekommen hat. Dass sich bei der immerhin visuell soliden Aneinanderreihung austauschbarer Geisterklischees Langeweile breit macht, dürfte verständlich sein. DEMONIC vergeudet zu viel Zeit mit Nebensächlichkeiten. Nach sechzig ereignislosen Minuten kommt der Film endlich auf den Punkt. Viel Zeit für ausufernden Spuk bleibt jedoch nicht, denn kaum mit dem Erschrecken begonnen, ist der Film auch schon wieder zu Ende. Immerhin überzeugt ein überraschender Twist. Weil aber unerwartende Wendungen im Horrorfilm mittlerweile keine Seltenheit mehr sind, reißt der Aha-Moment in DEMONIC leider auch nicht vom Hocker. DEMONIC ist handwerklich solider Spuk ohne nennenswerte Höhepunkte. Ein Film zum Einlegen, Ansehen und wieder vergessen.
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Zensur

 
 
 
DEMONIC ist ein eher harmloser Vertreter des Geister-Genres. Bis auf einen Selbstmord durch erhängen werden die meisten Grausamkeiten nur angedeutet oder im Off zelebriert. Demzufolge hat der Film von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahre erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) Tiberius Film (limitiertes Blu-ray-Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Demonic; Großbritannien | USA 2015

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 05.11.2015 (KeepCase und Steelbook)

 

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DEMONIC – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei TIBERIUS FILM GMBH

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gallows Hill (2013)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 
Dark Summer (2015)
 
The Midnight Game (2013)
 

Filmkritik: „ExitUs – Play it Backwards“ (2015)

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EXITUS

(THE ASYLUM / BACKMASK / EXETER)

Story

 
 
 
Einige Kids werden in einer heruntergekommenen Psychiatrie – wie hätte es auch anders sein sollen – mit dem Bösen konfrontiert und müssen um ihr Leben bangen.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Kritik

 
 
 
Herr Nispel ist wieder am Start. Der deutsche Regisseur konnte sich in Hollywood mit Remakes bekannter Action- und Horrorfilme einen Namen machen. Leider blieb die letzte Regiearbeit weit hinter den Erwartungen zurück. Seine Neuinterpretation von CONAN DER BARBAR fand nach niederschmetternden Kritiken auch bei Zuschauern wenig Anklang. Der Film floppte und konnte seine Produktionskosten von 90 Millionen Dollar nicht wieder einspielen. Vermutlich einer der vielen Gründe, weshalb MARCUS NISPEL nun wieder kleine Brötchen bäckt und versucht mit günstigem Horrorquatsch an die einstigen Kassenerfolge anzuknüpfen. Weil ihm Horror bisher das meiste Lob eingebracht hat, ist die aktuelle Arbeit natürlich auch wieder im Genre angesiedelt und nennt sich vielversprechend EXITUS – PLAY IT BACKWARDS (in Amerika auch unter EXETER bekannt). Ein gute Entscheidung, konnte doch Nispel mit seiner gelungenen Neuauflage zu THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE unter Beweis stellen, dass er weit mehr kann, als nur ansprechende Musikvideos für bekannte Künstler zu drehen.
 
 
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BACKMASK – so wie EXITUS – PLAY IT BACKWARDS anfangs noch heißen sollte – rückt mal wieder unartige Kids in den Mittelpunkt, die in einer leerstehenden Psychiatrie die Party ihres Lebens feiern wollen. In dem Gebäude fanden einst beunruhigende Dinge statt. Patienten wurden darin wie Gefangene behandelt und mussten fragwürdige Experimente über sich ergehen lassen. Ein großes Feuer machte dem unmenschlichen Treiben ein Ende und die Einrichtung zur Ruine. Jahre nach den Vorfällen will Gemeindepfarrer Conway (STEPHEN LANG aus A GOOD MARRIAGE) die Anstalt wiedereröffnen und sucht Hilfe für sein Vorhaben bei Investoren und Gemeindemitgliedern. Teenager Patrick (KELLY BLATZ) stellt sich für den Wiederaufbau zur Verfügung und nutzt die Gelegenheit, um die ehemalige Klinik zum Feiertempel umfunktionieren. Bei Drogen und Alkohol wird Musik rückwärts abgespielt, weil darin satanische Botschaften zu hören sein sollen. Letztendlich keine gute Idee, wird durch die Naivität der Halbstarken das Böse freigesetzt. Plötzlich sind Ausgänge verschlossen und Freunde verwandeln sich in aggressiven Furien, weil sie von einer fremden Macht kontrolliert werden, die kein Erbarmen mit neunmalklugen Kids besitzt.
 
 
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Da macht Herr Nispel nun schon etwas Eigenes und versemmelt es auch noch. Statt bereits Dagewesenes erneut aufzuwärmen, zeichnet er diesmal selbst fürs Drehbuch verantwortlich und kann das Kopieren trotzdem nicht lassen. Bei genauerem Hinsehen ist EXITUS – PLAY IT BACKWARDS nämlich nichts anderes, als eine hektisch geschnittene Aneinanderreihung bekannter Szenen aus beliebten Horrorklassikern, denen die unverkennbare Handschrift des Regisseurs aufgedrückt wurde. Schaut man sich die bisherigen Werke Nispels an bedeutet das mal wieder „Style over Substance“, denn statt sich mit Figuren und Geschichte zu beschäftigen, gibt es durchgestylte Bilder am Fließband zu sehen, die in ihrer Hochglanzästhetik dann doch mehr an aktuelle Musikclips erinnern. Bei einem so ausgeprägten Gespür fürs Visuelle kommen Story und Charaktere leider zu kurz. Letztere geben sich derart arrogant, nervtötend und unzugänglich, dass man ihnen ein schnelles Ablebend wünscht, damit die Nerven des Zuschauers geschont werden.
 
 
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Wenn aus besessenen Freunden lechzende Monster werden, die man sich nur durch möglichst kreatives Töten vom Hals halten kann, ist EVIL DEAD nicht weit. Raimis EVIL DEAD und Friedkins DER EXORZIST mussten wie so oft im Horrorfilm Pate stehen. MARCUS NISPEL vermischt Exorzismus- mit Besessenheitsthematik und bereichert EXITUS – PLAY IT BACKWARDS um Splatter-Exzesse, durch die bereits der erste EVIL DEAD Anfang der 1980er zu Bekanntheit gekommen ist. Vor allem für Gorefans eine gute Nachricht, bekommen die hier ein paar deftige Filmtode zu sehen, die makaber und unerwartet ihren Lauf nehmen. Leider ist das aber auch das Einzige, was zu erwähnen wäre, denn sonderlich gehaltreich ist Nispels neuer Streich leider nicht. Zwar gefallen einige Zitate aus genannten Filmen (es gibt den bekannten Spiderwalk aus dem EXORZIST zu sehen); dem Streifen mangelt es aber an Einzigartigkeit, um im Gedächtnis bleiben zu können. Bleibt zu erwähnen, dass die Pechsträhne Nispels auch mit EXITUS fortgeführt wird. Da kann man dem Regisseur nur nahelegen, dass er sich endlich mal dazu durchringen sollte, nicht immer Remakes und Plagiate bereits erfolgreicher Hits zu fabrizieren. In einer Zeit in der Horrorfans immer kritischer die filmischen Vergewaltigung liebgewonnener Klassiker beobachten, sollte man sich dreimal überlegen, ob man sich die Fanmeute zum Feind machen möchte – schließlich sind das die, die letztendlich die Filme kaufen sollen.
 
 
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EXITUS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
EVIL DEAD meets THE EXORZIST – Eine visuell beeindruckende und rasant inszenierte Splatter-Geisterbahn mit deftigem Blutzoll. Dennoch gilt im Falle von EXITUS – PLAY IT BACKWARDS die Devise: außen hui, inner pfui. Statt wahllos alte Kultfilme neu aufzulegen, macht der Frankfurter Regisseur MARCUS NISPEL was Neues. Er nimmt sich einfach zwei bekannter Horrorklassiker, beraubt ihnen der besten Szenen und macht daraus ein Machwerk, in dem EVIL DEAD den EXORZISTEN trifft. Kopieren und nacheifern scheint Nispels Leidenschaft zu sein, was ihm so langsam leider nicht mehr so recht gelingen möchte. Nach dem CONAN-Remake-Flop ist THE ASYULM nämlich der nächste Streifen aus der Mache des für Musikvideos bekannten Regisseurs, an den sich in zehn Jahren keiner mehr erinnern wird. Nach einem starken Einstieg wird es eintönig und der Film konzentriert sich ausschließlich auf das Ausradieren seiner stereotypen und unsympathischen Figuren. Fans fürs grobe Handwerk dürfte das vermutlich kaum stören, dürften die mit den abwechslungsreichen Todesszenen ihre Freude haben. Klammert man jedoch die makabren Gewaltmomente aus, bleibt nur noch Hochglanzästhetik und sonderbarer Humor, der zu keiner Minute zünden möchte. Demzufolge sollte man nach der gelungenen Neuverfilmung des Terrorklassikers THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) die Erwartungen herabschrauben. Auch wenn EXITUS visuell an den Terrorausflug erinnert; zwischen den beiden Filmen liegen Welten. Übrigens, die Titelschmiede verwirrt. EXITUS – PLAY IT BACKWARDS wird auch als BACKMASK und EXETER vermarktet. Wenn man da nicht durcheinander kommt.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Zensur

 
 
 
Ähnlich wie in EVIL DEAD werden hier aus Freunden besessene Furien, die nur eines im Sinn haben: töten. Die Kids wissen sich aber zur Wehr zu setzen und gehen nicht zimperlich gegen die besessenen Freunde vor. Es werden Zahnbürsten in Augen gerammt, ein Kronleuchter zerquetscht Körper und spitzes Mordwerkzeug kommt ebenfalls zum Einsatz. Schnell Schnitte sorgen dafür, dass sich die Effekte nicht so schnell entlarven lassen. Blutig geht es allemal zu, so dass EXITUS – PLAY IT BACKWARDS oder EXETER – so wie er in Amerika heißt – in Deutschland mit dem roten Freigabesticker in den Handel gekommen ist.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
ExitUS-bluray-cover

(c) EuroVideo Medien GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Backmask; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (@24 Hz)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Erstauflage im Steelbook

Extras: Trailer, Making-of „Behind the Blood“ (OmU)

Release-Termin: 27.08.2015

 

ExitUs – Play it Backwards – [Blu-ray Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

EXITUS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei EuroVideo Medien GmbH

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gallows Hills (2013)
 
Evil Dead (2013)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 
Speak No Evil (2013)
 
Beneath (2013)
 
The Quiet Ones (2014)
 
Here Comes the Devil (2012)
 
Evil Dead (1981)
 
Der Exorzist (1973)
 

Filmkritik: „Paranormal Resurrection“ (2014)

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PARANORMAL RESURRECTION – DIE SCHATTEN DER EX

(ECHOES)

Story

 
 
 
Eine von Albträumen geplagte Drehbuchautorin wird von einem hartnäckigen Geist verfolgt, der der Leidgeplagten auf nicht sonderlich vertrauenserweckender Weise mitteilen möchte, dass ihm zu Lebzeiten etwas Tragisches passiert ist.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL RESURRECTION – Kritik

 
 
 
Nichts ist grausamer, als die Rache einer betrogenen Ehegattin. Weitaus beängstigender ist jedoch die Rache einer betrogenen Ehefrau, die schon längst das Zeitlich gesegnet hat. Rastlose Seelen, denen es nach Vergeltung dürstet sind im Spuk- und Geistergenre längst keine Seltenheit mehr. Dabei sind der Hartnäckigkeit und dem Einfallreichtum verbitterter Geisterwesen keine Grenzen gesetzt, schließlich gehört es mittlerweile auch im Geister-Genre zum guten Ton, wenn der Besuch aus dem Jenseits kreativ und schonungslos bestraft. Klassischer Rache-Spuk von der Stange kommt mit PARANORMAL RESURRECTION (der im Original ECHOES heißt) in die Heimkinos, der von Autor und Regisseur NILS TIMM fabriziert wurde. Der ambitionierte Regieneuling inszenierte bisher nur Kurzfilme und hat nun endlich seinen ersten Langfilm gedreht, der leider ohne Umwege direkt auf Heimkinomedium ausgewertet wird. Der Grund für die gestrichene Kinoauswertung liegt auf der Hand. Was in PARANORMAL RESURRECTION gezeigt wird, hat man bereits dutzende Male gesehen, will nicht sonderlich fesselnd und dürfte vermutlich auch keinen Originalitätspreis gewinnen.
 
 
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Anna (KATE FRANZÖSISICH) ist erfolgreiche Bloggerin und angehende Drehbuchautorin. Also ihr neues Drehbuch nicht gut vom Studio angenommen wird und erneut von der Autorin umgeschrieben werden soll, schlägt Freund Paul (STEVEN BRAND) vor hinaus in sein Glashaus zu fahren, um fernab von Trubel und Hektik etwas Entspannung zu finden. Für Anna eine gute Gelegenheit etwas Abstand zu gewinnen und neue Ideen zu sammeln. Doch auch im großzügig eingerichteten Luxusanwesen irgendwo in der Wüste kommt die strebsame Schriftstellerin nicht zur Ruhe. Albträume plagen sie und eine höhere Macht scheint ihr auf Schritt und Tritt zu folgen. Als Paul zu einem Geschäftstermin muss und Anna allein in seinem Glaskasten zurücklässt, überschlagen sich die Dinge. Etwas versucht mit der verängstigten Frau Kontakt aufnehmen zu wollen und hinterlässt Botschaften, die bald ein schockierendes Ganzes ergeben.
 
 
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PARANORMAL RESURRECTION – DIE SCHATTEN DER EX bietet klassischen Geisterstoff und versucht mit falschen Fährten für Verwirrung zu stiften. So wird die Protagonistin von einer unsichtbaren Kraft attackiert, quält sich mit seltsamen Albträumen und wird Zeuge unheimlicher Ereignisse für die sie keine rationalen Erklärungen findet. Was die Heldin bis dato noch nicht weiß, ist dem Zuschauer nach einer langen Liste ähnlich gestrickter Gruselstreifen einleuchtend. Ein Geist hat sich an die Fersen von Anna geheftet und er will ihr klar machen, dass ein tragisches Ereignis für seinen Tod verantwortlich ist. Was folgt gleicht einem Detektivspiel, schließlich geben Geister in solchen Machwerken bekanntlich erst dann Ruhe, wenn die Gründe für das frühzeitige Ableben ans Tageslicht kommen. So muss die Heldin tief in der Entstehungsgeschichte des gläsernen Wohnkastens stöbern und ein Puzzle aus Hinweisen rekonstruieren, weil ein zorniger Geist mal wieder nur spuken und nicht Tacheles reden möchte.
 
 
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Für seinen ersten Geisterfilm hat sich NILS TIMM für eine eher ungewöhnliche Kulisse entschieden, die man vermutlich in erster Linie nicht mit Spuk, Rache- und Poltergeistern in Verbindung bringen würde. Bis in staubige Wüstenlandschaft verfolgt Heldin Anna das Grauen, das sogar bei Tag nichts unversucht lässt, um die Protagonistin mit Rätseln zu verwirren. Die Suche nach Antworten erfolgt dabei nach bekanntem Muster. Anfängliche Visionen, Wahnvorstellungen und nichterklärbare Ereignisse münden in Besessenheit. Der Geist schlüpft in Anna und rächt sich durch die Hand der unwissenden Autorin. Aufgrund der vorhersehbaren Handlung nicht sonderlich interessant, wagt der Film keine Experimente, sondern orientiert sich beim Gruselkonzept vornehmlich an den Regeln konventionell gestrickter Mystery-Thriller in denen übernatürliche Dinge eine wesentliche Rolle spielen. Demzufolge bietet PARANORMAL RESURRECTION nichts Neues und erinnert in der Machart an Filme wie ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT oder SCHATTEN DER WAHRHEIT. Im Gegensatz zum Erstling aus der Mache von NILS TIMM konnten genannte Horror-Thriller mit Suspense und Gänsehaut überzeugen. Zutaten, die im hier besprochenen PARANORMAL RESURRECTION schmerzlich vermisst werden.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL RESURRECTION – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Unheimliches Rätselraten mit überraschenden Wendungen. PARANORMAL RESURRECTION (Originaltitel: ECHOES) ist klassischer Geisterspuk vor außergewöhnlicher Kulisse, dem es jedoch an Phantasie mangelt. Wer schon einige Geisterfilme auf dem Bildschirm hatte, dürfte allmählich erkannt haben, dass Geister den Lebenden meist Botschaften überbringen und von ihrem plötzlichen Ableben berichten wollen. Nichts anderes erzählt die Geschichte dieses immerhin handwerklich souverän inszenierten Debüts. Der Zuschauer begleitet in PARANORMAL RESURRECTION – DIE SCHATTEN DER EX eine verwirrte Heldin, die aus diversen Puzzleteilen ein tragisches Ereignis rekonstruiert, das die Grundlage für seichten Geister-Rachestoff bietet. Kein überragendes Meisterwerk. Dafür bietet PARANORMAL RESURRECTION zumindest Mystery-Fans kurzweilige 90 Minuten Schauerunterhaltung. Leider werden all jene mit diesem teils vorhersehbaren Gruselfilm nichts anfangen können, die bisher schon einige Geisterfilme im Heimkino gesehen haben. Neue Ideen sucht man in PARANORMAL RESURRECTION vergebens, was für Kenner des Geister-Genres schnell langweilig werden könnte.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL RESURRECTION – Zensur

 
 
 
PARANORMAL RESURRECTION – DIE SCHATTEN DER EX ist subtiler Mystery-Thriller in dem nicht viele Grausamkeiten gezeigt werden. Einem Charakter werden die Augen ausgedrückt. In einer anderen Szene sehen wir wie ein schlafender Protagonist mit einem Messer von der besessenen Anna erstochen wird. Der Film hat in Deutschland ohne Probleme die FSK mit einer Freigabe ab 16 Jahren passiert.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL RESURRECTION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Kinokater | Lighthouse Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Echoes; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englischh DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 22.04.2015

 

Paranormal Resurrection – Die Schatten der Ex (Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

PARANORMAL RESURRECTION – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei Kinokater | Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jessabelle (2014)
 
Nightlight (2015)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 
Schatten der Wahrheit (2000)
 

Filmkritik: „Clown“ (2014)

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CLOWN

Story

 
 
 
Familienvater Kent schlüpft in ein altes Clownskostüm, das von ihm Besitz ergreift und schreckliche Dinge von seinem Träger fordert.

 
 
 


 
 
 

CLOWN – Kritik

 
 
Egal was ELI ROTH anpackt, es wird aus unerklärlichen Gründen zu Gold. Seit der Filmemacher mit dem unabhängig verwirklichten Horrorfilm CABIN FEVER einen Überraschungshit landete und mit HOSTEL das selbstzweckhafte Foltern im Kino salonfähig machte, sorgt er stets für Aufregung unter Fans „böser“ Filme, wenn er an neuem Horrormaterial arbeitet. Diesmal hat ROTH aber nicht selbst Regie geführt. Für den grimmigen Splatter-Horror CLOWN übergab er das Regiezepter an JON WATTS, der bisher für TV-Zeug verantwortlich zeichnete und fungierte – wie schon bei THE LAST EXORCISM – als Produzent, um im Hintergrund die Strippen zu ziehen. Auch wenn ROTH den Film nicht selbst gedreht hat; die unverkennbare Handschrift des Filmemachers zieht sich durch den gesamten Streifen, schließlich lässt sich mit Ekligkeiten, makabrem Humor und reichlich Gewalt am Besten polarisieren und Geld verdienen.
 
 
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Schluss mit lustig: seit jeher wissen Horrorfans, dass Clowns im Genre oft andere Intentionen hegen, als uns zum Lachen zu bringen. Hier steht meist blutiger Ernst statt harmloser Spaß auf der Tagesordnung, was nicht selten dazu führt, dass Psychopathen bunte Kostüme überstreifen, um mit spitzem Mordwerkzeug unschuldige Menschen zu ermorden. CLOWN macht da einiges anders, wenn auch nicht unbedingt besser. Um sich im Subgenre der mordgeilen Serienkiller ein wenig Kontur zu verpassen, bedient man sich beim Okkulten und lässt einen lustig verkleideten Familienvater zur dämonische Kreatur werden, die nur eines im Sinn hat: Kinder fressen.
 
 
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Ein teuflisches Narrenkostüm sorgt für eine schmerzhafte Metamorphose. Immobilienmakler Kent wollte dem Sohnemann zum 10. Geburtstag nur eine Überraschung bereiten und schlüpft in eine alte Clowns-Verkleidung, die er in einer Kiste im Keller einer zum Verkauf stehenden Immobilie entdeckt. Doch die modrige Kleidung führt ein seltsames Eigenleben und saugt sich am Körper ihres Trägers fest, der fortan von unbändigem Hunger nach Kinderfleisch getrieben wird. Doch es kommt noch schlimmer. Familienvater Kent beginnt sich zu verändern. Mit fortschreitendem Appetit nimmt er die Gestalt eines furchtbaren Dämons an, der fünf unschuldige Kinder fordert, um sich an ihnen laben zu können.
 
 
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Wenn aus Fake-Trailern richtige Horrorfilme werden. Seit sich ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO mit ihrem GRINDHOUSE (2007) vor den schmuddeligen B-Movies der 60er und 70er verbeugten, scheint in der Filmwelt zum Sport geworden zu sein, erst Kinotrailer zu zeigen und wenig später die zugehörigen Filme zu drehen. Im Fall des genannten GRINDHOUSE, das aus dem trashigen Double-Feature DEATH PROOF und PLANET TERROR bestand, waren es fiktive Kinoclips zu HOBO WITH A SHOTGUN und MACHETE, die zwischen den beiden Machwerken gezeigt und erst einige Jahre später umgesetzt wurden. Ähnlich verhielt es sich auch bei CLOWN. Regisseur JON WATTS brachte weit vor der eigentlichen Verfilmung im Jahr 2010 einen zweiminütigen Werbefilm zu einem fiktiven Horrorstreifen in Umlauf, der bei ROTH auf Interesse stieß. Weil dem bekannten Angstmacher die Idee dahinter so gut gefiel, beschloss er aus dem Fake-Trailer einen abendfüllenden Spielfilm zu machen und stand als Geldgeber zur Seite. Viel vom eigentlichen Spot, der durchaus beängstigend in Szene gesetzt wurde, ist letztendlich nicht mehr übrig geblieben. Statt Angst und Schrecken auf subtilem Wege in die Wohnzimmer zu bringen, wird Horror mit dem Holzhammer geboten, der sich dann doch eher an ein sehr magenstarkes Publikum richtet. Da werden Kinder vor den Augen des Zuschauers zermatscht, durchbohrt und angeknabbert – für ROTH-Fans nicht uninteressant, fühlen die sich von der stattlichen Anzahl bebilderten Grausamkeiten vermutlich bestens unterhalten.
 
 
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Auch wenn CLOWN mit eigenartigem, fast schon geschmacklosem Humor an die Werke von ELI ROTH anknüpft und sich beim Angst einjagen nicht gerade mit Ruhm bekleckert, findet der Film bei den Spezialeffekten zu eigentlicher Stärke. Die Figur des Besessenen durchlebt im Verlauf des Films eine nicht immer schmerzfreie Verwandlung vom besorgten Familienvater hin zur Marionette des Teufels. Dank hervorragender Arbeit kreativer Make-up-Künstler bekommt der Zuschauer am Ende eine deformierte Gestalt zu sehen, die endlich auch richtigen Horror auf die Mattscheibe bringt. Bis dahin verzettelt sich CLOWN im plumpen Aneinanderreihen fragwürdiger Tötungsarten von Kindern und gerät während des Mittelteils etwas ins Stolpern, weil die nicht uninteressante Thematik dann doch etwas zu wenig Material hergibt, um daraus einen 90-minütigen Horrorfilm drehen zu können. Immerhin wird im Finale geklotzt und nicht gekleckert. Da werden schon mal Erinnerungen an die abscheulichsten Metamorphosen der Kinogeschichte wach, in denen Wissenschaftler zu Fliegen mutierten (Cronenbergs DIE FLIEGE) und sich amerikanische Studenten (AMERICAN WEREWOLF) in Werwölfe verwandelten. Dennoch; so schön die Spezialeffekte in CLOWN auch sein mögen und so atmosphärisch die Dämonenhatz am Ende auch in Szene gesetzt sein mag – der aufdringliche Blutzoll ist irgendwie allgegenwärtig und erstickt jeden wohligen Schauer sofort wieder im Keim, weil ROTH als Werbemittel auf dem Cover nun mal triviales Metzelfutter und hirnloser Blutreigen bedeuten muss.
 
 


 
 
 

CLOWN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wem bereits Stephen Kings ES schlaflose Nächte bereitet hat, wird nach der Sichtung von CLOWN nur bei Licht einschlafen können. Dieser Horror-Trip ist kein Film für jene, die unter Coulrophobie leiden. Hier werden bei vielen Zuschauern Kindheitstraumata wach, denn CLOWN bringt Filme wie POLTERGEIST oder genannte King-Adaption in Erinnerung, die mit der Clown-Thematik Albträume bescherten. Leider setzt die von ELI ROTH produzierte Filmumsetzung eines Fake-Trailers weniger auf subtile Gänsehaut-Taktik. Vielmehr war man darum bestrebt eine interessante Eigeninterpretation um den Jahrhunderte alten Clown-Mythos zu weben, die letztendlich mal wieder im Splatter-Fegefeuer enden muss. Nach einem starken Einstieg, hat CLOWN im Mittelteil so seine Probleme das vorgelegte Tempo halten zu können. Erst am Ende findet der Film Dank sehenswerter Maskeneffekte zu eigentlicher Stärke. Da ist es aber dann auch schon zu spät, denn so schön grimmig das Finale auch in Szene gesetzt wurde, so zügig flimmert auch schon der Abspann über den Bildschirm. Letztendlich will man das Gefühl nicht loswerden, einen Film mit unverbrauchter Thematik gesehen zu haben, bei dem mehr möglich gewesen wäre. Die interessante Geschichte hinter der Entstehung des menschenfressenden Kostüms bleibt weitestgehend unangetastet. Zudem stößt bitter auf, dass im Film Kinder grafisch getötet werden müssen, um die Sensationsgierig des blutgeilen Publikums befriedigen zu können? Splatter-Fans und Gore-Bauern dürfte das jedoch kaum stören. Für die gilt ELI ROTH ohnehin als der Meuchelkönig des Horrorfilms.
 
 


 
 
 

CLOWN – Zensur

 
 
 
Mittlerweile geht auch die FSK lockerer mit der Bewertung von Horrorfilmen um. Was vor zehn Jahren undenkbar ungeschnitten auf die deutschen Filmzuschauer losgelassen werden konnte, schafft es heutzutage ohne Probleme mit dem roten KJ-Flatschen in die Händlerregale. Ähnlich ist das auch bei CLOWN geschehen. Hier werden zwar Kinder vor der Kamera ermordet; trotzdem wurde der Film ungeschnitten in Deutschland veröffentlicht: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

CLOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

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(c) Tiberius Film (limitiertes Steelbook mit BD & DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Clown; USA | Kanada 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Steelbook

Extras: Originaltrailer, Trailershow | Zusätzlich im Steelbook: Poster A3, Postkarten-Set (3xA6)

Veröffentlichung: 01.03.2016

 
 
 

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CLOWN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mockingbird (2014)
 
Stitches – Böser Clown! (2012)
 
100 Tears (2007)
 
Gacy (2003)
 
Stephen Kings Es (1990)
 
Clownhouse (1989)
 

Filmkritik: „Darker Than Night“ (2014)

darker-than-night-2014
 
 
 

DARKER THAN NIGHT

(MÁS NEGRO QUE LA NOCHE)

Story

 
 
 
Die junge Greta wird mit dem plötzlichen Tod ihrer Tante Ofelia konfrontiert und erbt ein Haus, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht.

 
 
 


 
 
 

DARKER THAN NIGHT – Kritik

 
 
Wer glaubt, dass nur die Amerikaner beliebte Kult-Grusler neu verfilmen, irrt. Auch in Mexiko hat man den Recyclingmarkt längst für sich entdeckt und daran Gefallen gefunden, bereits Dagewesenes für ein junges Kinopublikum vermeintlich zeitgemäß aufzubereiten. DARKER THAN NIGHT heißt die zumindest visuell ansprechend gefilmte Gruselmär, die vor fast 40 Jahren schon einmal über lokale Leinwände geisterte und als einer der wichtigsten Horrorexporte aus Mexiko gehandelt wird. Weil sich jedoch Horrorfans von heute mit alten Klassikern schwer tun, war die Konsequenz nur logisch: Eine modernisierte Neuverfilmung muss her. Im Falle von DARKER THAN NIGHT stellt sich jedoch einmal mehr die Frage, ob ein Remake unbedingt hätte sein müssen, denn der Originalstreifen mit dem Titel MÁS NEGRO QUE LA NOCHE (1975) gehört zu jenen Horrorwerken, die ohnehin nur den wenigsten Gruselfans ein Begriff sein dürften. Für Regisseur HENRY BEDWELL kein überzeugender Grund, nicht doch recycelten Filmmüll zu schreiben, den er dann auch gleich selbst gedreht hat. Der Mexikaner zeichnet verantwortlich und lies es sich dazu
auch nicht nehmen, von einem lukrativen Gimmick Gebrauch zu machen, um die Neuinterpretation als 3D-Schauerstück auf die Kinozuschauer loslassen zu können. So weit, so gut. Dennoch bleibt ungeklärt, was das zeitgemäße 3D hätte bringen sollen. DARKER THAN NIGHT ist nämlich ein ziemlicher mieser Film und ein schlechtes Remake noch dazu, das vermutlich nur deshalb als 3D-Variante in die Multiplexe gebracht wurde, um überhaupt jemanden zum Kauf eines Tickets bewegen zu können.
 
 
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Wie ein Sechser im Lotto: nach dem tragischen Tod der Tante hat Greta deren Anwesen geerbt, in dem es viel zu entdecken gilt. Doch das Erbe ist an eine Bedingung geknüpft. Die Erbin muss dafür Sorge tragen, dass es Katze „Becker“ gut geht, die Frauchen allein zurückgelassen hat. Leider nimmt Greta die Auflagen nicht ernst. Statt sich um das Wohl des Stubentigers zu kümmern, geht sie mit den aufgescheuchten Freundinnen auf Erkundungstour und entdeckt in den langen Fluren ihres neuen Heims manch mysteriöses Geheimnis. Als der Kater ertrunken aus dem Pool gefischt wird, ist leider Schluss mit lustig. Plötzlich mehren sich unheimliche Geschehnisse und Greta wird von schrecklichen Visionen und Albträumen geplagt. Alles deutet darauf hin, dass Tantchen Ofelia in die Welt der Lebenden zurückgekehrt ist und sie scheint über den plötzlichen Verlust ihres geliebten Haustieres nicht erfreut zu sein.
 
 
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Mit DARKER THAN NIGHT folgt Nachschub für all jene, die im Jahr 2014 noch nicht genug von Geister-Horror bekommen konnten. Schließlich war 2014 das wohl produktivste Jahr dieser Filme und machte das Heimkino zur Geisterbahn. Leider gab es nur selten Neues zu sehen, was viele Veröffentlichungen in völliger Bedeutungslosigkeit verschwinden ließ. Auch DARKER THAN NIGHT dürfte da keine Ausnahme bilden und gesellt sich zu jenen Kandidaten, über die morgen vermutlich kaum noch jemand sprechen wird. In dieser Grusel-Mogelpackung wird all das verbraten, was man in jedem austauschbaren Spuk- oder Gespensterfilm vor die Linse bekommt. Ob unheimliches Anwesen mit schlecht ausgeleuchteten Gängen, ein vorbeiziehender Sturm samt Blitz und Donner oder grausiges Stöhnen, flackerndes Licht und verwirrende Visionen – DARKER THAN NIGHT revolutioniert das Genre keineswegs. Ganz im Gegenteil. Regisseur HENRY BEDWELL holt sich Inspiration bei Genre-Größe GUILLERMO DEL TORO, (CRONOS, THE DEVIL’S BACKBONE), macht jedoch falsch was nur falsch zu machen geht und langweilt schnell, weil er knapp zwei Stunden für das benötigt, was andere in 20 Minuten zu erzählen haben. Den Zuschauer mit Langsamkeit quälen und Protagonisten orientierungslos durch ein riesiges Gemäuer treiben. Irgendwie scheinen die Macher nicht ganz verstanden zu haben, auf was es bei subtilen Horrorfilmen im Jahr 2015 ankommt. Mit endlos langen Kamerafahrten, bedeutungslosen Dialogen und schockarmen Streifzügen durch altmodisch eingerichtete Zimmer macht man sich keine Freunde, schließlich geht man davon aus, dass man in Geisterfilmen nicht nur erschreckt sondern auch mit Gänsehaut verwöhnt wird. Beides ist in DARKER THAN NIGHT Mangelware und ausreichend Beweis dafür, dass sich Regisseure von TV-Filmen besser mit der Umsetzung von Fernsehware beschäftigen sollten, statt sich in der Mache von Kinofilmen auszuprobieren.
 
 
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Normalerweise braucht ein Horrorfilm keine Stars, denn im Grunde genommen ist das auf Zelluloid gebannte Grauen die eigentliche Quintessenz eines jeden Horror-Schockers. Was jedoch tun, wenn die Schauspieler unbeholfen agieren und unheimliche Momente nur die Ausnahme bilden? Drehbuchschreiber und Regisseur HENRY BEDWELL nutzt Set-Design und Klangkulisse, um Schaueratmosphäre entstehen zu lassen. Die Ausgangslage könnte günstiger nicht sein, denn visuell ist DARKER THAN NIGHT über jeden Zweifel erhaben. Dennoch gelingt es BEDWELL trotz altmodischem Gruselambiente, kaum Gänsehautgefühl zu bewirken. Für einen Geisterstreifen ein fatales Unterfangen, das mal wieder auf den Schultern des Filmfreundes ausgetragen wird. Der wird nach nicht ganz zwei Stunden Filmlänge erneut feststellen müssen, dass er viel zu viel Zeit für einen überflüssigen Film vergeudet hat, der nicht das hält, was der Trailer verspricht. Auch wenn DARKER THAN NIGHT nach typisch mexikanischem Genre-Kino ausschaut und sich mit mehreren Zitaten im Film vor dem 75er Original verbeugt; qualitativ ist er mit ähnlich gelagerten Perlen wie HERE COMES THE DEVIL, JULIAS EYES oder WIR SIND WAS WIR SIND (Das Original!) nicht einmal ansatzweise vergleichbar. Prädikat: Schlaftablette mit Einschlafgarantie und hinterlistiger Zeiträuber!
 
 
 


 
 
 

DARKER THAN NIGHT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein visuell beeindruckender Gruseltrip der alten Schule. DARKER THAN NIGHT (hier ist übrigens das Fell des Katers im Film gemeint) ist technisch gesehen Top, aber inhaltlich ein absoluter Flop. Die Ausstattung und das Set-Design sind ein Fest für die (Horror)Sinne und erinnern nicht nur einmal an die mexikanischen Gruselperlen aus der Werkstatt eines GUILLERMO DEL TORO. Blickt man jedoch hinter die Fassade, bröckelt der Putz und es offenbart sich das filmische Grauen. Der mexikanische Regisseur HENRY BEDWELL hat hier eines der unsinnigsten Remakes fabriziert, das die Filmwelt bis dato gesehen hat. Seine subtile Geister-Mär überrascht zwar mit finsteren Bildern – Gruselstimmung will aber kaum aufkommen, weil DARKER THAN NIGHT im Schneckentempo über die Mattscheibe kriecht und derart langweilig, ideenfrei, überraschungsarm und unbeholfen zusammengekleistert wurde, dass sich dem Zuschauer sprichwörtlich die Nackenhaare vor Ärger sträuben. Verschwendete Zeit, Finger weg!
 
 
 


 
 
 

DARKER THAN NIGHT – Zensur

 
 
 
Die Gewalt in DARKER THAN NIGHT befindet sich auf FSK16-Niveau. Es werden Gegenstände in Augäpfel gedrückt, eine Protagonistin fällt von der Treppenbrüstung und der männliche Filmheld wird von einer Katze angefallen. Schaut alles nicht sonderlich grausam aus, was auch nicht beabsichtigt war, schließlich konzentriert sich DARKER THAN NIGHT auf subtilen Horror.
 
 
 


 
 
 

DARKER THAN NIGHT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Alle Grafiken in dieser Review stammen von der Facebookseite des Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Waisenhaus (2007)
 
The Devil’s Backbone (2001)
 
KM 31: Kilómetro 31 (2006)
 

Filmkritik: „The Atticus Institute“ (2015)

The-Atticus-Institute-2015
 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – TEUFLISCHE EXPERIMENTE

Story

 
 
 
„…Auf dieser Welt gibt es Dinge, die wir nicht erklären können und Judith Winstead ist eines dieser Dinge …“

Parapsychologen untersuchen die telekinetischen Fähigkeiten von Testobjekt Judith Winstead und entdecken, dass im Körper der Frau das Böse schlummert.

 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Kritik

 
 
 
Dass mit Dämonen und Geistern nicht gut Kirschen essen ist und es im Horrorfilm immer wieder übermütige Protagonisten geben muss, die das Böse unnötig herausfordern, scheint eine der vielen Absurditäten im Genre zu sein, die sich in nahezu jedem Film dieser Art wiederholen. Seit jeher ist der Mensch vom Unerklärlichen fasziniert, was auch der Grund dafür sein dürfte, weshalb paranormal angehauchte Gruselwerke so viel Zuspruch erhalten und nicht mehr von der Bildfläche verschwinden wollen. Paranormales geht immer. Ob als Komödie, Drama oder im längst totgefilmten Found-Footage-Stil; seit PARANORMAL ACTIVITY im Kino zum Renner wurde, haben Filme mit unerklärlichen Phänomenen Hochkonjunktur.
 
 
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Ein weiterer in der Runde dieser Unbehagen verursachenden Mystery-Grusler ist das Schauererlebnis THE ATTICUS INSTITUTE in dem drei Filmzutaten miteinander kombiniert werden, die momentan die Horrorlandschaft dominieren. Regisseur CHRIS SPARLING hat vor einigen Jahren an den Drehbüchern zu BURIED (2010) und ATM (2012) geschrieben und vereint in seiner zweiten Regiearbeit Dämonen- und Exorzismus-Genre mit der Wackelkamera-Methode, damit alles authentischer wirkt. In dem als Dokumentarfilm getarnten Gruseltrip wird die telepathisch veranlagte Judith Winstead (sehr beängstigend verkörpert von RYA KIHLSTEDT) von Wissenschaftlern in einem kleinen Forschungslabor bei Pennsylvania untersucht. Sie kann Dinge mit der Kraft ihrer Gedanken bewegen und verhält sich im Vergleich zu gleichaltrigen Geschlechtsgenossinnen nicht sonderlich normal. Es sind die späten 70er und die Erforschung paranormaler Ereignisse steckt noch in den Kinderschuhen, so dass es selbst erfahrenen Forschern nicht immer auf Anhieb gelingt Betrüger oder Scharlatane zu entlarven. Die meist abwesend und aggressiv auftretende Frau scheint da jedoch aus einem anderen Holz geschnitzt zu sein. Ihre Präsenz verursacht bei Experten Gänsehaut und in Experimenten bestätigt sich die Vermutung, dass ihre Fähigkeiten nicht menschlicher Natur sein können. Schnell wird das Militär auf die sonderbare Gabe aufmerksam und erweckt im Körper der hilflosen Frau das Böse, das von der Regierung nun gezähmt werden möchte, um es für eigene Belange nutzen zu können.
 
 
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THE ATTICUS INSTITUTE gehört zur Gattung „Mockumentary“, was ein Filmgenre bezeichnet, in dem die Geschehnisse in einen gestellten Dokumentarfilm verpackt werden. Hier bekommt der Zuschauer auf echt getrimmte Interviews mit Angehörigen und Professoren vor die Linse, die von schrecklichen Ereignissen berichten und das grausames Vorgehen des Militärs beschreiben, das in diversen Experimenten versucht, den Willen eines widerspenstigen Dämons zu brechen. Der Hauptteil der Handlung wird jedoch von Hindergrundmaterial, Aktenaufzeichnungen und Archivaufnahmen getragen, in denen unmenschliche Versuche an einer labilen Frau protokolliert werden. Die sollen dazu dienen, um das Böse heraufbeschwören zu können, das sich hartnäckig in Protagonistin Judith Winstead versteckt hält. Lang dauert es jedoch nicht, bis der dämonischen Präsenz der Geduldsfaden reißt. Ganz unerwartet verwandelt sich die anfänglich verwirrte Patientin in eine unkontrollierbare Furie und scheint sichtlich Spaß daran zu haben Zuschauer, Militär und Professoren ausgiebig in Sachen Terror zu unterrichten – Mord und Totschlag inklusive.
 
 
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In Judith schlummert das Grauen, was angesichts des reichlich spektakulär geschnittenen Trailers niemand verwundern dürfte, zeigt der nämlich die besten Szenen am Stück und nimmt dem Zuschauer die Spannung. Demzufolge raten wir von der Sichtung des Trailers ab, der mal wieder viel zu viel verrät und dem Fan solcher Streifen das Filmsehen vermiest. Immerhin bahnt sich der Schrecken langsam seinen Weg durch die finsteren Versuchsräume und garantiert zumindest in den ersten dreißig Minuten wohlig altmodisches Gänsehautfeeling, was vor allem durch die auf alt getrimmten Videobänder verstärkt wird, die immer mal wieder längst vergessene VHS-Zeiten wach werden lassen. Leider kann Schocktherapie-Macher CHRIS SPARLING das hohe Grusel-Niveau der ersten halben Stunde nicht konstant halten, denn nach einem spannenden Einstieg dümpelt der Film lustlos auf der Stelle und quält mit immer haarsträubenderen Experimenten, die nur unnötig das Tempo bremsen. Was folgen wird ist vorhersehbar, denn die Absurdität der im Film gezeigten Ereignisse lässt darauf schließen, dass der jähzornige Dämon letztendlich nur mit einem Exorzismus bekämpft und die Menschheit so gerettet werden kann. Doch die Austreibung fruchtet nur bedingt und gipfelt mal wieder im ach so überraschenden Schlussgag, mit dem sich Horror-Regisseure in letzter Zeit scheinbar gegenseitig selbst übertrumpfen möchten.
 
 
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Dass THE ATTICUS INSTITUTE trotz Found-Footage-Gewand weitestgehend nach Film ausschaut, muss man Regisseur CHRIS SPARLING hoch anrechnen. Die für diese Art von Filmen bekannten und gehassten Kameraausfälle, Wackelattacken und Bildstörungen bleiben aus, so dass THE ATTICUS INSTITUTE auch bei Gegnern von pseudodokumentarischen und auf echt getrimmten Schüttelfilmen Eindruck hinterlassen dürfte. Im Rahmen des Found-Footage-Genres gehört dieser Besessenheits-Spuk zu den besseren Vertretern jener Gattung Filme. Zumal es einige gut platzierte Schreckmomente schaffen, den Puls mutiger Filmfreunde nach oben zu treiben. Zusammen mit den gelungenen Spezialeffekten garantiert THE ATTICUS INSTITUTE auf jeden Fall kurzweilige Mystery-Unterhaltung von der man dennoch nichts Großes erwarten sollte.
 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unheimliche Schocktherapie, die den Puls des Zuschauers nach oben treiben wird. In THE ATTICUS INSTITUTE sind dämonische Kräfte am Werk, die dem Mensch mal wieder klar machen wollen, dass man das Tor zur dunklen Seite besser verschlossen halten sollte. Regisseur CHRIS SPARLING kombiniert Exorzismus-, Dämonen- sowie Found-Footage-Genre und macht daraus eine finstere Geschichte im Mockumentary-Stil, die sich am derzeit immer noch beliebten Paranormal-Trend orientiert. Das anfänglich subtile Gruselkino verwandelt sich recht zügig zum schreckintensiven Besessenheits-Thriller, der leider im späteren Verlauf eine ziemlich absurde Metamorphose durchlebt. Immerhin beweist SPARLING ein gutes Gespür für treffende Schockmomente. Trotz Vorhersehbarkeit sitzen die sicher und machen THE ATTICUS INSTITUTE zur Mutprobe unter zartbesaiteten Gemütern. Abschließend bleibt zu erwähnen, dass man sich gegen nervige Found-Footage-Klischees entschieden hat, die man vermutlich von pseudodokumentarischen Horrorflicks erwartet. THE ATTICUS INSTITUTE schaut mehr nach Film aus, weil man bewusst auf Kameraausfälle, Wackelattacken und Bildstörungen verzichtet hat. Für den als Dokumentation getarnten Mystery-Grusler eine Bereicherung, können so auch Gegner mittlerweile nicht mehr ganz so beliebter Schüttelfilme endlich mal wieder in den Genuss gut getrickster Horrorware kommen.
 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Zensur

 
 
 
THE ATTICUS INSTITUTE ist typischer Mystery-Horror ohne großes Blutvergießen. Zu sehen gibt es nicht viel Gewalttätiges. Die vermutlich blutigste Szene ist die, in der die Besessene allein mit ihrer Gedankenkraft das Herz eines aufgeschnittenen Frosches zerfetzt. Ansonsten ist der Horror hier hauptsächlich subtiler Natur. THE ATTICUS INSTITUTE hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten und ist ungeschnitten veröffentlicht worden.
 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Atticus Institute; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 01.10.2015

 

The Atticus Institute – Teuflische Experimente [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte für die verwendeten Grafiken liegen bei Universal Pictures Home Entertainment.

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Taking of Deborah Logan (2014)
 
The Dyatlov Pass Incident (2013)
 
The Vatican Exorcisms (2013)
 
The Bay (2012)
 
The Dinosaur Project (2012)

Filmkritik: „Zellblock 11“ (2014)

haunting-of-cellblock-11-2014
 
 
 

ZELLBLOCK 11

(HAUNTING OF CELLBLOCK 11)

Story

 
 
 
Das Filmteam einer Reality-Show reist zu einem verlassenen Gefängnis, um dort paranormalen Erscheinungen auf den Grund gehen zu können. Die lassen nicht lang auf sich warten, denn die Geister der hier Inhaftierten bemächtigen sich den Crew-Mitgliedern und haben nur einem Ziel: Rache.

 
 
 


 
 
 

ZELLBLOCK 11 – Kritik

 
 
 
Kommt ein Horrorfilm gut beim Publikum an, kann man davon ausgehen, dass entweder eine Fortsetzung oder zig ähnlich gestrickte Plagiate folgen werden, die sich quasi der gleichen Gewinnformel bedienen, um beim Zuschauer landen zu können. HAUNTING OF CELLBLOCK 11, der in Deutschland als ZELLBLOCK 11 vermarktet wird, ist so ein Machwerk bei dem der Zuschauer das Gefühl nicht loswerden möchte, gleichen Film bereits dutzende Male gesehen zu haben. Kein Wunder, Regisseur ANDREW P. JONES hat sich für seinen billig gewerkelten Geisterfilm scheinbar ziemlich einfallslos von der Found-Footage-Hatz GRAVE ENCOUNTERS inspirieren lassen, die im Jahr 2011 ein Überraschungshit war und seither unzählige Hobby-Geisterjäger in beachtlicher Regelmäßigkeit durch verlassene Krankenhäuser, Psychiatrien und Gefängnisse irren lässt, um paranormale Aktivitäten auf Film bannen zu können. Leider hatte JONES keine Muße, um sich selbst Gedanken über einen spannenden Plot zu machen, so dass er ganz einfältig besagte Gruselware kopiert und daraus einen vollkommen überflüssigen Film inszeniert hat, auf den die Filmwelt eigentlich verzichten kann. Ähnlich wie in GRAVE ENCOUNTERS steht auch in ZELLBLOCK 11 (der übrigens anfänglich APPARITIONAL heißen sollte) ein Filmteam im Mittelpunkt, das stets auf der Suche nach paranormalen Ereignissen ist, um daraus eine Folge der beliebten Reality-Show „Ghost Sightings“ machen zu können. Leider waren die zuletzt untersuchten Fälle nicht sonderlich spektakulär, was Produzentin Ms. Simon (Ein Wiedersehen mit Altstar DEE WALLACE) Sorgen bereitet. Sie trommelt die Crew zusammen und fordert bessere Recherchen, damit die Zuschauer der Serie reißerische Geschichten zu sehen bekommen und die Sendung nicht abgesetzt werden muss. Als ob der Zufall es wolle meldet sich sofort ein älterer Herr, der das Filmteam zu einem verlassenen Gefängnis führt, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Bevor das Gebäude geschlossen wurde, soll hier ein Arzt grausame Experimente an Inhaftierten durchgeführt haben, um deren Psyche zu heilen. Legenden, die sich bald als wahr herausstellen, denn es dauert nicht lang bis das Team auf die rastlosen Seelen jener stößt, die durch die Hand eines skrupellosen Arztes ihr Leben lassen mussten. Was folgt, ist wenig einfallsreich. Die Geister bemächtigen sich der Körper der unwissenden Geisterjäger und wollen nur eins: ihren Peiniger ausfindig machen und sich an ihm rächen.
 
Alles bleibt so wie es ist. ZELLBLOCK 11 ist ein Low-Budget-Grusler ohne nennenswerte Höhepunkte, der aber immerhin vom lästigen Found-Footage-Stilmittel Abstand hält, das seit PARANORMAL ACTIVITY vor allem in Geisterfilmen immer wieder Verwendung findet. Das ist aber auch der einzig Positive, was der Gefängnis-Spuk zu bieten hat, denn im Grunde genommen klappert JONES all jene Etappen gängiger Gruselware ab, die der Zuschauer in jedem aktuellen Geisterfilm zu sehen bekommt. Ob finsteres Gebäude mit dunklen Gängen, modernes Equipment, um Spuk orten zu können oder bedenkliche Warnungen verängstigter Einheimischer, die das Filmteam vor drohendem Unheil bewahren möchten; ZELLBLOCK 11 ist derart vorhersehbar, dass schnell die Lust am Gruseln vergeht, weil sich die Geschehnisse nach Schema F abspielen und schlichtweg kreative Gedankenblitze fehlen. Derart Ideenarmut stößt bitter auf und wirft die Frage in den Raum, warum Filmemacher eigentlich immer wieder gleiche Geschichten auf Film bannen müssen, deren Verläufe sich bereits nach Sichtung des Trailers erahnen lassen. Auch hier dürfte ein lukrativer Umsatz die Antwort liefern, schließlich entstehen derart unbrauchbare Streifen nicht aus Liebe zum Horrorfilm. Wäre das der Fall, hätte Regisseur ANDREW P. JONES vermutlich bedeutend mehr Herzblut investiert und einen halbwegs vernünftigen Grusler abgeliefert. Demzufolge sei an dieser Stelle all jenen Horrorfans vom Blindkauf abzuraten, die sich von ZELLBLOCK 11 einen unheimlichen Gruselabend versprechen, schließlich regiert in diesem Schauerstreifen schlicht und einfach die nur eins: die Langeweile.
 
 
 


 
 
 

ZELLBLOCK 11 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
„A wie austauschbar“ und „B wie billig“. In ZELLBLOCK 11 (Originaltitel: HAUNTING OF CELLBLOCK 11) mangelt es an allem. Ob ausreichend Budget, gute Ideen oder neue Geschichten – dieser Film macht dem Low-Budget-Sektor alle Ehre und raubt dem Zuschauer vor allem eins: die Geduld. Regisseur ANDREW P. JONES hat mit seinem Geisterfilm ein weiteres Plagiat des erfolgreichen GRAVE ENCOUNTERS fabriziert nur mit dem Unterschied, dass man zur Abwechslung Abstand vom allmählich überdrüssigen Found-Footage-Filmstil nimmt. Das ist dann aber auch die einzige Neuerung, die ZELLBLOCK 11 zu bieten hat. Ansonsten verläuft dieser ideenlose Einheitsbrei nach der gängigen Zutatenliste für Geister-Horror. Wer sich daran schon sattgesehen hat, dürfte sich schnell gelangweilt fühlen, weil dieser austauschbare Gefängnisspuk nichts zu bieten hat, was man nicht schon in gefühlt Tausenden dieser angeblich gruseligen Machwerke gesehen hat. Wir von FILMCHECKER meinen: verschwendete Zeit!
 
 
 


 
 
 

ZELLBLOCK 11 – Zensur

 
 
 
ZELLBLOCK 11 ist ein typischer Vertreter der Gattung subtiler Geister-Horror. Demzufolge gibt es hier kaum schaufreudige Gewaltakte zu sehen. Ein Mann jagt sich eine Gewehrkugel in den Kopf. Ein anderer Hauptdarsteller tötet sich selbst und springt von einem Geländer hinab in die Tiefe. Wo kaum Gewalt stattfindet, darf meist mit einer FSK16 gerechnet werden. So ist es auch – ZELLBLOCK 11 ist frei ab 16 Jahren. Wegen dem Bonusmaterial auf der Heimkinofassung hat die Scheibe eine Erwachsenfreigabe erhalten.
 
 
 


 
 
 

ZELLBLOCK 11 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
zellblock-1-bluray

(c) Schröder Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Apparitional; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 08.10.2015

 

Zellblock 11 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ZELLBLOCK 11 – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters (2011)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Hollows Grove (2014)
 
SX TAPE (2013)
 
House of Dust (2013)
 

Filmkritik: „The Devil’s Hand“ (2014)

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THE DEVIL’S HAND

(WHERE THE DEVIL HIDES)

Story

 
 
 
Eine schreckliche Prophezeiung belastet den Dorffrieden der kleinen Amisch-Gemeinde New Bethlehem. Die besagt, dass am sechsten Tag des sechsten Monats sechs Mädchen geboren werden, von denen eine die Auserwählte ist, in deren Körper der Teufel hineinfahren wird, wenn das Kind das 18. Lebensjahr erreicht ist. Als wirklich sechs Mädchen geboren werden und sich derren 18. Jahrestag nähert, ereignen sich im Dorf seltsame Vorkommnisse.

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S HAND – Kritik

 
 
 
Dieser Film trägt viele Namen: THE DEVIL’S HAND, WHERE THE DEVIL HIDES, THE DEVIL’S REPTURE und THE OCCULT – über die Titelgebung schien man sich anfangs nicht so recht einigen zu können, taufte das Machwerk am Ende dann doch THE DEVIL’S HAND und steckte es ins Okkultfach. Eigentlich sollte THE DEVIL’S HAND bereits im Jahr 2013 über Filmleinwände flimmern, wurde dann aber mehrfach verschoben. Letztendlich kam der Streifen Halloween 2014 im Rahmen einer limitierten Kinoveröffentlichung in amerikanische Multiplexe, um wenig später auf dem Heimkinomarkt verramscht zu werden. Ein bedauerliches Schicksal, das aber die Regel geworden ist, wenn Filmstudios nicht vom kommerziellen Erfolg ihrer Produktionen überzeugt sind. Auch wenn das ständige Verschieben von Kinostarts nicht Gutes verheißen lässt, darf an dieser Stelle Entwarnung gegeben werden. Ganz so übel wie anfänglich vermutet ist THE DEVIL’S HAND dann doch nicht geworden, was vermutlich auch an der ungewöhnlichen Kulisse liegen mag, die auch schon Filmen wie KINDER DES ZORNS, THE VILLAGE oder DEADLY BLESSING zum Horror-Hit verholfen hat.
 
 
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THE DEVIL’S HAND entführt den Zuschauer in ein kleines Amisch-Dorf namens New Bethlehem, wo sechs Mädchen am sechsten Tag des sechsten Monats auf die Welt gebracht werden. Glaubt man den Prophezeiungen des unbarmherzigen Dorf-Pfarrers Elder Beacon (COLM MEANEY), soll eines der Kinder am 18. Geburtstag im Auftrag des Leibhaftigen handeln und Unheil über die Welt bringen. Um die Menschheit vor dem Bösen beschützen zu können, handelt eine der frischgebackenen Mütter selbstlos und tötet sich und ihr Neugeborenes – die anderen fünf Kinder wachsen im Schutze der religiösen Gemeinschaft wohlbehütet heran. Achtzehn Jahre später geschehen seltsame Dinge im Dorf. Eine dunkle Gestalt treibt in New Bethlehem ihr Unwesen und will nur ein: die fünf Kinder der Prophezeiung töten, um dem Teufel das Handwerk legen zu können. Die Dorfbewohner sind besorgt, doch Pfarrer Elder Beacon will den Dorffrieden bewahren. Er greift mit harter Hand durch und macht sich damit nicht nur Freunde. Die taffe Mary (ALYCIA DEBNAM CAREY) ist mit dessen zweifelhaften Machenschaften gar nicht einverstanden. Sie beginnt schon bald die schreckliche Prophezeiung zu hinterfragen und findet heraus, dass das strenge Dorfoberhaupt mit den brutalen Morden an ihren Freundinnen in Verbindung steht.
 
 
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Wenn SCREAM von Woodsboro in die Amisch-Gemeinde New Bethlehem verlegt werden würde, dann dürfte mit Sicherheit so etwas wie THE DEVIL’S HAND entstehen. Auch wenn sich das Studio am Anfang etwas schwer mit dem Filmtitel getan hat, wird die finale Titelkreation manchem Horrorfan bitter aufstoßen, erwartet der bei solch reißerischer Namensgebung die Ankunft des Leibhaftigen in Person. Stattdessen versucht Drehbuchautor KARL MUELLER (THE DEVIDE und MR. JONES) zu verwirren und nutzt religiösen Fanatismus als Vorwand, um den Zuschauer auf falsche Fährten locken zu können. Liegt im Film wirklich eine Prophezeiung zugrunde oder sind die Geschichten vom Antichristen nur Aberglaube, um die Bewohner der Gemeinde einzuschüchtern? Für plausible Antworten lässt sich der Streifen viel Zeit und flüchtet bis zur endgültigen Auflösung ins Schlitzer-Genre, um ein paar Mädchen über die Klinge springen zu lassen. Leider kränkelt THE DEVIL’S HAND an der Unentschlossenheit, was er denn nun eigentlich sein möchte. Neben Ausflügen ins Okkulte und Gebrauch von abgedroschenen Slasher-Klischees entwickelt sich der Film auch noch zum tragischen Coming-of-Age-Drama, in dem Filmheldin Mary herausfinden muss, wohin sie eigentlich gehört. Die ist schnell von der Welt hinter den Toren der Gemeinde fasziniert und macht dort erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht. Dass ein solch unsittliches Verhalten nicht bei allen Gemeindemitgliedern auf Verständnis stößt dürfte nur logisch sein, was für die junge Frau die Verbannung als Strafe zur Folge hat.
 
 
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Man kann dem Dänen CHRISTIAN E. CHRISTIANSEN (THE ROOMMATE) für seine Rettungsaktion nur gratulieren. Der hat auf dem Regiestuhl Platz genommen und den ziemlich konfuse Okkult-Grusler halbwegs ordnen können, so dass aus der überfrachteten Geschichte am Ende doch noch ein solider Horrorfilm entstehen konnte. Zudem beweist CHRISTIANSEN ein geschicktes Gespür für Atmosphäre und Gruselfeeling. THE DEVIL’S HAND wächst vor allem dann zu eigentlicher Größe heran, wenn es Nacht wird in New Bethlehem und eine vermummte Kreatur durch Wälder und über Felder schleicht. Auch wenn alle Merkwürdigkeiten am Ende rational erklärt werden, stört mal wieder der aufgesetzt wirkende Schlusstwist, der die zuvor plausibel aufgelösten Geschehnisse zunichte macht. Eine unglückliche Entscheidung, die aber im Fortsetzungswahn Hollywoods ohnehin nicht zu vermeiden gewesen wäre. Ob jedoch eine Fortführung nach der missglückten Kinoveröffentlichung kommen wird, bleibt fraglich.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S HAND – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wendungsreicher Horror-Slasher für all jene, die vom Okkulten nicht genug bekommen können. Der dänische Regisseur CHRISTIAN E. CHRISTIANSEN erzählt in THE DEVIL’S HAND von Killern, Antichristen und religiös erzogenen Mädchen, die fernab der aufgeklärten Welt erwachsen werden und sogleich im Strudel aus Mord und Gewalt ums Überleben bangen müssen. Der überladene Mix aus Slasher-Film, Coming-of-Age-Drama und Okkult-Thriller kränkelt des Öfteren an seiner Unentschlossenheit, wo er denn nun hingehören möchte, denn in eine Genre-Schublade pressen lässt sich der Film nicht. Stattdessen wird religiöser Fanatismus als Vorwand missbraucht, um falsche Fährten legen zu können, damit der Zuschauer verwirrt wird. Ab und an gelingt dem Streifen das ganz gut, wobei aber das aufgesetzte Ende überhaupt nicht schmecken will. Das zerstört die zuvor rational erklärte Auflösung und schwenkt auf Zwang zum Übernatürlichen hinüber – absolut unnötig! Trotz unruhigem Genre-Mix ist THE DEVIL’S HAND Dank souveräner Regiearbeit CHRISTIANSENS ein dennoch brauchbarer Horror-Vertreter geworden. Kann man sich anschauen!
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S HAND – Zensur

 
 
 
In Amerika wurde der Streifen mit der Kinderfreigabe PG-13 in die Kinos gebracht, was für uns doch etwas absurd anmutet. Zwar blendet die Kamera bei den meisten Gewaltmomenten weg, trotzdem dürften einige der Morde auf Kinder doch sehr verstörend wirken. Es wird eine Protagonisten aufgespießt, eine andere Frau rammt sich ein Messer in den Hals. Zudem wird einer Jugendlichen eine Sichel in den Rücken gejagt und der Schädel eines Dorfbewohners wird von seinem Pferd zerquetscht. Der Film hat ungeschnittenen eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S HAND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Where the Devil Hides; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p/24 HD)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.02.2017 (BD KeepCase)

 

Devil’s Hand ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S HAND – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kinder des Zorns (1984)
 
Deadly Blessing (1981)
 
Das Omen (1976)

Filmkritik: „The Taking of Deborah Logan“ (2014)

The-Taking-of-Deborah-Logan-2014
 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN

Story

 
 
 
Einige Studenten wollen eine Dokumentation über Alzheimer drehen und begleiten die daran erkrankte Deborah Logan. Leider ist die betagte Frau keine gewöhnliche Alzheimer-Patientin, wie sich bald herausstellen wird. Ihr Krankheitsverlauf scheint reichlich ungewöhnlich und den Ärzten völlig fremd zu sein …

 
 
 


 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN – Kritik

 
 
 
Es mag ja immer noch Horrorfans geben, die mit dem Begriff „Found-Footage“ (auf Deutsch: gefundenes Filmmaterial) nichts anzufangen wissen. Dabei findet jene Filmmethodik seit einigen Jahren verstärkt im Horrorfilm Verwendung und hat mittlerweile vielen Fans den Spaß am Schauen von Genre-Filmen genommen, weil nahezu jede zweite Horror-Produktion im kostengünstigen Wackel-Look gedreht wird. Alles soll so authentisch wie möglich über Leinwand und Bildschirm flimmern, denn vorgeheuchelte Echtheit scheint viele Zuschauer immer noch mehr zu beunruhigen, als unkonventionelle und fantasiereiche Gruselgeschichten. Das haben auch große Filmstudios gewittert, die nach dem kommerziell erfolgreichen THE BLAIR WITCH PROJECT (1999) ähnliche Filme am Fließband produzierten, in denen Protagonisten nur mit einer Handkamera ausgerüstet auf Geister, Alien- und Monsterjagd gehen mussten. Unzählige dieser pseudo-authentischen Videodokumente sind so in den letzten 15 Jahren entstanden, von denen jedoch nur ganz wenige überhaupt dem Medium „Film“ gerecht werden konnten, weil die meisten von ihnen einfach nur billig abgedrehte Zeiträuber gewesen waren.
 
Viel Geld verdienen mit wenig Aufwand – eine wirtschaftliche Formel, die bei ausgefuchsten Produzenten auf Interesse stößt. Seit jeher ist das Wackelfilm-Genre für schnellen Geldsegen berüchtigt, lässt sich doch mit nur wenig Budget maximaler Umsatz generieren. So entstanden bereits Filme dieser Art, die allein mittels Handy gedreht wurden (HOOKED UP aus dem Jahr 2013) und trotzdem zahlungswillige Kunden zum Kauf anregen konnten. Eine groteske und beunruhigende Tatsache, verursachen doch viele dieser Werke durch hektische Schüttel-Attacken Schwindelgefühl und Augenkrebs statt Gänsehaut. Regieneuling ADAM ROBITEL mischt jetzt auch mit auf dem Wackelfilm-Markt und sorgt mit THE TAKING OF DEBORAH LOGAN für Nachschub in jenem Sub-Genre, das sich wie ein Virus durch die gesamte Filmlandschaft frisst. Vorab sollte man jedoch wissen, dass sein Debüt zu den wenigen positiven Randerscheinungen gehört, die der Found-Footage-Markt seit Bestehen hervorgebracht hat. THE TAKING OF DEBORAH LOGAN gehört nämlich zu dieser Art Schüttelfilme, in denen das Stilmittel mit Bedacht eingesetzt und für den Zuschauer somit weniger als störend empfunden wird.
 
Der unheimliche Schauerflick erzählt von einer Gruppe Medizinstudenten, die sich für ihre Diplomarbeit etwas ganz besonderes haben einfallen lassen. Sie wollen die Auswirkung von Alzheimer in Form einer Dokumentation untersuchen und haben in der betagten Deborah Logan eine Teilnehmerin gefunden, die zusammen mit der fürsorgenden Tochter in einem rustikalen Anwesen auf dem Land lebt. Weil das Mutter-Tochter-Gespann dringend Geld benötigt, um das Gebäude unterhalten zu können, folgt ihnen fortan die Kamera auf Schritt und Tritt, um die Stadien der Krankheit auf Film festhalten zu können. Doch der Verlauf führt zu ungeahnten Komplikationen, denn die Symptome weichen deutlich vom üblichen Krankheitsverlauf ab. Alles hat den Anschein, als wäre die Rentnerin von etwas Bösem besessen, das den Körper der Greisin benutzt, um dunkle Machenschaften in die Tat umsetzen zu können. Was folgt ist nichts für schwache Nerven, den Deborah handelt plötzlich wie von Sinnen und lässt sich bei ihrem dämonischen Amoklauf von Nichts und Niemanden aufhalten.
 
Selbstverständlich wird die Alzheimer-Thematik in diesem Gänsehaut-Kino nur als Vorwand benutzt, um ein unheimliches Gruselsüppchen für Horrorfans kochen zu können, das von den gängigen Regeln der Found-Footage-Filmgattung Gebrauch macht. Schnell rückt die eigentliche Krankheit der Protagonistin in den Hintergrund und aus dem körperlichen und geistigen Verfall der Titelfigur wird ein gar gruseliges Schreckensszenario, wie man es leider viel zu selten auf der Mattscheibe zu sehen bekommt. Plötzlichen Erinnerungslücken folgen schmerzliche Selbstverstümmelungsversuche und telepathische Fähigkeiten lassen natürlich erahnen, dass Deborah Logan keine gewöhnliche Alzheimer-Betroffene ist. Die quasselt plötzlich in Sprachen, die sie nie erlernt hat und entführt eine minderjährige Krebspatientin aus dem Krankenhaus, um mit ihr durch dunkle Wälder zu hetzen und in ihrer Gegenwart seltsame Rituale durchführen zu können. Regisseur ADAM ROBITEL hält sich an die Wackelcam-Erfolgsformel und erzählt das Geschehen aus der bekannten Sicht von Hand, Überwachungs- und Handykameras. Eigentlich nicht der Rede Wert, würde nicht ein merkliches Gefühl von Unbehagen durch den gesamten Film schleichen, das aus 08/15-Found-Footage-Terror ziemlich angsteinflößenden Horrorstoff macht. Einen Großteil dessen ist der fragilen Hauptdarstellerin JILL LARSON zu verdanken, die für ihre Rolle als besessene Alzheimererkrankte an ihre Grenzen geht und dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lässt. Die schreit, windet und lechzt sich prächtig durch das Szenario und durchlebt im Verlauf des Streifens eine erschreckende Metamorphose von der gesitteten Rentnerin hin zur Marionette des Bösen.
 
Apropos Metamorphose: Macher ROBITEL dürfte von der schauspielerischen Wandlungsfähigkeit seiner Hauptdarstellerin derart fasziniert gewesen sein, dass er hin und wieder vergisst von billigen Kamera-Spielereien Gebrauch zu machen, für die das Found-Footage-Genre berüchtigt ist. Sein Spielfilmdebüt kommt fast gänzlich ohne nervende Bildstörungen, verzehrtem Kamerabild und plötzlichem Totalausfall des Filmausrüstung aus, was dem Erzählfluss durchaus förderlich ist und den Streifen mehr nach Film aussehen lässt. Das macht THE TAKING OF DEBORAH LOGAN vermutlich auch bei Gegnern jener Filmgattung interessant, die hier eine in finstere Bilder getauchte Wandlung einer hilflosen Mittsiebzigerin zu sehen bekommen, deren körperliche Veränderung von sehenswerten Make-up-Künsten begleitet wird.
 
Leider vermasselt das etwas wirre und hastig gedrehte Finale den positiven Gesamteindruck. Das verliert sich nämlich mal wieder im regelrechten Schüttelrausch, was ein Folgen des Geschehen unmöglich macht. Da wird planlos durch die Dunkelheit geflitzt und der Zuschauer bekommt eine Aneinanderreihung plumper Schreckeffekte geboten, die den zuvor stetig steigenden Gruselfaktor im Nu zunichte machen – absolut bedauerlich.
 
 
 


 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kein Film, den man sich allein im Dunkeln anschauen sollte. Auch unter Found-Footage-Streifen mag es hin und wieder Filme geben, denen es trotz der bekannten Wackel-Klischees gelingt Angst einzujagen. Mit seinem Spielfilmdebüt hat ADAM ROBITEL einen sehenswerten Beitrag der Gattung „pseudodokumentarisches Found-Footage“ abgeliefert, der bei Weitem besser ist, als der Ruf des allmählich nicht mehr ganz so beliebten Schüttel-Genres. Atmosphäre und wohldosierter Schauer sind die Geheimzutaten dieses Horrorfilms, denn ROBITEL gelingt es eine merklich unangenehme Stimmung entstehen zu lassen, die sich fast bis zum Ende durch den Film zieht. THE TAKING OF DEBORAH LOGAN ist einer jener Streifen, der nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt und den Zuschauer lange im Unklaren darüber lässt, welche Richtung er letztendlich einschlagen wird. Das Unheil wird langsam heraufbeschworen, was vor allem durch die erwähnenswerte Schauspieldarbietung von JILL LARSON gelingt, die im Film eine alte Dame verkörpert und eine beunruhigende Wandlung durchlebt. Die kommt schleichend und treiben die Spannung voran, schließlich will der Zuschauer wissen, was es mit dem merkwürdigen Verhalten der fragilen Alten auf sich hat. Dass Macher ROBITEL vom berüchtigten Wackel-Chaos fast gänzlich die Finger lässt und die Handlung mit „ruhiger“ Kamera einfängt, erntet Pluspunkte. So kann sich der Zuschauer auf ein stimmiges, verstörendes und beunruhigendes Gänsehaut-Erlebnis freuen, das wieder Lust auf mehr Found-Footage-Horror macht.
 
 
 


 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN – Zensur

 
 
 
THE TAKING OF DEBORAH LOGAN ist eher subtiler Found-Footage, der sich in Sachen Gewalt an der beliebten PARANORMAL ACTIVITY-Reihe orientiert. Viel Gemetzel gibt es demnach nicht zu sehen, wobei der körperliche Verfall der Hauptdarstellerin wohl immer noch das Härteste ist, was der Film zu bieten hat. Demzufolge wird THE TAKING OF DEBORAH LOGAN in Deutschland bereits für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben werden.
 
 
 


 
 
 

THE TAKING OF DEBORAH LOGAN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raised by Wolves (2014)
 

The Possession of Michael King (2014)

 

Kritik: „Mercy – Der Teufel kennt keine Gnade“ (2014)

mercy-2014
 
 
 

MERCY

– DER TEUFEL KENNT KEINE GNADE –

Story

 
 
 
Als Oma vor den Augen der Familie am Festtagstisch zusammenbricht, ist nichts mehr so wie es mal war. Die beiden Brüder George (Chandler Riggs) und Buddy (Joel Courtney) müssen mit ansehen, wie sich der Gesundheitszustand der Großmutter rapide verschlechtert und ihr Körper von einer scheinbar fremden, bösen Macht übernommen wird …

 
 
 


 
 
 

MERCY – Kritik

 
 
 
Eine zögernde Veröffentlichungspolitik deutet meist darauf hin, dass Rechteinhaber nicht vollends von dem überzeugt sind, was sie letztendlich eingekauft oder in Produktion gegeben haben. Im Falle von MERCY vergingen knapp zwei Jahre, bis sich Horrorfans selbst von den Qualitäten der Stephen King-Verfilmung überzeugen konnten. Weltkonzern UNIVERSAL PICTURES sicherte sich die Ausstrahlungsrechte, verschob jedoch den Kinostart auf unbestimmte Zeit, was erfahrungsgemäß oft nichts Gutes zu bedeuten hat. Letztendlich erlitt MERCY das gleiche Schicksal, wie so viele Horror-Streifen zuvor, deren Kinostarts kurzerhand verschoben und am Ende gänzlich gestrichen wurden: Endstation Videomarkt.
 
Kings Kurzgeschichten scheinen immer wieder perfektes Gruselmaterial zu liefern, das sich gut fürs Multiplex aufbereiten lässt, um schreckhaften Angsthasen das Fürchten zu lehren. So lief die gerade einmal 20 Seiten umfassenden Erzählung CHILDREN OF THE CORN als eine der ersten King-Kurzgeschichten Anfang der 80er über deutsche Kinoleinwände und brachte es auf mittlerweile sieben Fortsetzungen und ein Remake. Weil sich mit knackigen King-Horror gut Geld verdienen lies, folgten weitere fürs Kino aufbereitete Kurzwerke des Autors, wobei DER WERWOLF VON TARKER MILLS (1985), RHEA M (1986) und RIDING THE BULLET (2004) zu den wohl bekanntesten Leinwandadaptionen gehören dürften, denen Kurzgeschichten des Romanschreibers zugrunde lagen. Auch Regisseur PETER CORNWELL konnte es nicht lassen und hat sich mit MERCY eine dieser knappen Angstmacher unter den Nagel gerissen, um dem Zuschauer das Einschlafen so schwierig wie möglich zu gestalten. MERCY basiert auf Kings Kurzgeschichte OMI (Originaltitel: GRAMMA), die neben anderen unheimlichen Erzählungen in der Sammlung BLUT zu finden ist und bereits im Jahr 1985 als Episode der damals beliebten TWILIGHT ZONE-Fernsehserie verfilmt wurde.
 
In CORNWELLS Version wird von den Brüdern George (CHANDLER RIGGS) und dem älteren Buddy (JOEL COURTNEY) berichtet, die sich dazu bereiterklären ihrer Mutter bei der Pflege der kranken Großmutter „Mercy“ unter die Arme zu greifen. Die ist seit geraumer Zeit nicht mehr die gleiche, denn sie grunzt und beißt wild um sich und bereitet der Familie mehr Sorgen als anfänglich vermutet. Als die Geschwister bei Ihren Streifzügen durch Omas Anwesen ein mysteriöses Buch voll mit schwarzer Magie entdecken, bringen sie ein düsteres Familiengeheimnis zu Tage, das bis dato nicht grundlos im Verborgenen bleiben sollte.
 
King-Verfilmungen sind immer so eine Sache. Entweder man liebt sie oder kann mit dem eher seichten Gruselzirkus nur wenig anfangen. Seit jeher richtet sich King mit seinen subtilen Schauergeschichten vornehmlich an eine Leserschaft, denen wohldosierte Schauer wichtiger sind, als literweise Blut und menschenverachtende Folterei. Leider ist es bisher nur wenigen Verfilmungen seiner Bücher gelungen, der guten Vorlage überhaupt gerecht werden zu können. Auch MERCY bildet da keine Ausnahme und erreicht nur selten die Qualität des morbiden Schauermärchens aus der Feder des weltbekannten Schriftstellers, was vermutlich auch einer der Gründe gewesen sein dürfte, weshalb UNIVERSAL PICTURES den angepeilten Kinostart rigoros streichen musste. An den schauspielerischen Leistungen dürfte es nicht gelegen haben, denn CHANDLER RIGGS (bekannt aus THE WALKING DEAD) spielt in MERCY beachtlich souverän einen tapferen kleinen Jungen, der am Ende einen nicht unblutigen Kampf gegen seine dämonisch besessenen Großmutter aufnehmen muss. Letztere gehört dank hervorragendem Make-up-Künsten zu den etwas anderen Filmbösewichten innerhalb des Horror-Genres, die in ihrer unberechenbaren Bösartigkeit hin und wieder sogar an die wild gewordenen Splatter-Omas in RABID GRANNIES (1988) erinnert – wenngleich sie auch weniger rabiat zur Sache geht, als ihrer gebrechlichen Rentner-Kolleginnen im belgischen Gewaltspaß.
 
Leider hat MERCY mal wieder mit diversen Längen zu kämpfen – etwas, was in King-Verfilmungen irgendwie zum Standard gehört, denn nicht wenige dieser Streifen (vor allem die fürs TV gemachten Mini-Serien) haben unter erheblichen Spannungsdefiziten zu leiden. Regisseur PETER CORNWELL hält die Tradition aufrecht, bereichert den Film aber immerhin um einige Verläufe, die so nicht in der Originalerzählung zu finden sind. Die waren auch dringend von Nöten, können aber nicht verschleiern, dass MERCY nun mal auf einer Kurzgeschichte basiert und trotz 79 Minuten Laufzeit immer noch viel zu lang geraten ist. CORNWELL versteht nicht, wie man Schrecken aufbaut. Trotz netter Gruseloptik, wollen sich keine Gänsehautmomente einstellen. Wird es dann doch einmal unheimlich, weil Oma nicht mehr in ihrem Bettchen schlummert, wird das wohlige Grauen durch plumpe Schreckmomente zunichte gemacht, damit der Regisseur geschwind zur nächsten Szene übergehen kann. Verschenktes Potenzial nennt man derart Vorgehen, denn die erfrischende und nicht unoriginale Grundlage hätte fürs Kino durchaus sehenswert aufbereitet werden können, wenn jemand am Steuer gesessen hätte, der mit King-Horror bewandert gewesen wäre. Bei einer so halbherzigen Umsetzung fragt man sich glatt, wie CORNWELL das Meisterstück gelungen ist und seinen DAS HAUS DER DÄMONEN (2009) zum Überraschungshit machen konnte.
 
 
 


 
 
 

MERCY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Verschenktes Potenzial: MERCY hätte ordentlicher King-Horror werden können, wenn jemand auf dem Regiestuhl Platz genommen hätte, der nicht so lustlos und desinteressiert das gängige ABC des Horrorfilms abklappern würde. Zwar hat MERCY nicht mehr viel mit der eigentlichen Kurzgeschichte namens OMI gemein; aufgrund der Masse austauschbarer Horror-Ware aus letzter Zeit bietet die sehr freie Interpretation von Kings Kurzwerk immer noch so viel unverbrauchte Ideen, damit der Zuschauer solide unterhalten werden kann. MERCY ist keine Genre-Referenz, dazu fehlt es dem Streifen an Spannung und dem holprigen Drehbuch an Feinschliff. Atmosphärische Momente gibt es zu Genüge. Leider nutzt Regisseur PETER CORNWELL deren Potenzial nur selten aus. Stattdessen wird plump erschreckt – Gruselfaktor: Fehlanzeige. Da kann man nur hoffen, dass sich ein anderer Regisseur finden lässt, der sich CORNWELLS halbherzig inszeniertes King-Debakel noch einmal zur Brust nimmt und neu verfilmt. Kann nur besser werden!
 
 
 


 
 
 

MERCY – Zensur

 
 
 
MERCY hat von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten. Demzufolge dürfen den Film bereits Jugendliche ab 16 Jahren sehen. Erfreulicherweise ist die deutsche Fassung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MERCY – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Universal Pictures Germany GmbH

(Der Film ist hierzulande aus nicht bekannten Gründen vorerst nur als DVD erhältlich)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mercy; USA 2014

Genre: Horror

Ton: Deutsch Digital 5.1, Englisch Digital 5.1, Französisch Digital 5.1, Spanisch Digital 5.1, Italienisch Digital 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch

Bild: 1.78:1 (16:9)

Laufzeit: ca. 76 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 09.07.2015

 

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MERCY – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rabid Grannies (1988)
 
Hexenhaus – Blut für die Zombies (1991)
 
Evil Date – Verabredung mit dem Teufel (1995)