Filmkritik: „31 – A Rob Zombie Film“ (2016)

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31 – A ROB ZOMBIE FILM

Story

 
 
 
Eine Gruppe Schausteller (darunter einige Darsteller aus früheren Filmen von ROB ZOMBIE) wird von Fremden überfallen und in eine unterirdische Arena verschleppt. Dort müssen sie ums Überleben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

31 – Kritik

 
 
 
Eigentlich wollte Zottelbart und Musiker ROB ZOMBIE nach THE LORDS OF SALEM dem Filmemachen den Rücken kehren. Der surreale Okkult-Grusler erntete mehr negative Kritiken – vor allem auch deswegen, weil Fanboys hier nicht die für Zombie bekannten Gewaltorgien zu sehen bekamen. Stattdessen kehrte der kontroverse Regisseur derben Schlachtplatten den Rücken und probierte sich im Subtilen aus. Leider war das Publikum vom optisch immerhin beeindruckenden Richtungswandel nicht sonderlich begeistert. Demzufolge erhielt ROB ZOMBIE für seinen schleichenden und teils ziellosen Schauerausflug nicht die Anerkennung, die er erhofft hatte und war beleidigt. Die Quintessenz: Erstmal Schluss mit Filmedrehen – zurück zu Comics und Musik. Offenbar war’s ihm so ohne Regieklappe in der Hand auf Dauer zu langweilig. Deshalb machten kurze Zeit nach THE LORDS OF SALEM Informationen im Internet die Runde, dass der Filmemacher an einem weiteren Horrorfilm tüfteln würde, der zu Zombies Regie-Wurzeln zurückkehren sollte. Mehr Härte und Hoffnung auf ein NC-17 (die höchste Freigabe, die Filme in den USA erhalten können) sollten Erwartungshaltungen schüren. Doch verspricht 31 auch das, was der Musiker, Comicautor und Regisseur seinen Anhängern im Vorfeld versprochen hat?
 
 
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Halloween des Jahres 1979. Eine Gruppe Schausteller reist mit einem Bus durch das Hinterland der Vereinigten Staaten. Viel scheinen die nicht im Hirn zu haben, denn gute Manieren oder eloquenter Ausdruck scheinen den Zeitgenossen fremd. Da kommt es dem Zuschauer geradezu gelegen, dass der gammeligen Sitte endlich mal der Marsch geblasen wird. Bei der Reise durchs ländliche Amerika stoßen die Freunde auf seltsame Vogelscheuchen, die jemand kurz zuvor auf der Fahrbahn platziert haben muss. Wenig später ist Land unter. Vermummte Gestalten überfallen den Bus, töten die Bande und verschleppen fünf der Kumpels in eine unterirdische Arena. Hier werden Todesspiele gespielt und Wetten abgegeben. Gut für die Initiatoren der Veranstaltung, schlecht für die unfreiwilligen Teilnehmer der Menschenhatz. Die müssen sich vor einer Horde Killer-Clowns in Sicherheit bringen, die mit unterschiedlichem Mordwerkzeug den menschlichen Zielscheiben an den Kragen wollen. Immerhin gibt es ein Ziel. Wer zwölf Stunden im Spiel 31 überlebt, kann auf Gnade hoffen. Doch ob es überhaupt einem der fünf Freunden gelingt, die Nacht heil zu überstehen? Man kann es nur hoffen.
 
 
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Einmal mehr setzt ROB ZOMBIE auf das, was seine Filme nun mal ausmachen. Das bedeutet: Verrohende Sprache, gammelige Typen und brutale Gewaltmomente. Somit orientiert sich 31 in seiner Machart an die Erstlingswerke des Schock-Rockers, der mit DAS HAUS DER 1000 Leichen und der Fortsetzung THE DEVIL’S REJECTS vor allem beim horrorerprobten Zuschauer Eindruck hinterlassen konnte. Leider dürfte die Rückkehr zum Altbewährten diesmal zwar durchaus Fans der härteren Filmart zufriedenstellen; der große Coup ist mit 31 leider nicht gelungen. Horror definiert sich nicht nur durch eine lose Aneinanderreihung von möglichst heftigen Gewaltexzessen. In Zombies 31 bleiben Figuren allesamt gesichtslos, was das Treiben relativ unnahbar gestaltet, denn Sympathieträger fehlen gänzlich. Demzufolge dürfte der Zuschauer weitestgehend unberührt vom Schicksal der Helden und Bösewichte bleiben, denen es in 31 nicht gerade zimperlich an den Kragen geht.
 
 
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Gewalt als Mittel zum Selbstzweck. Das macht 31 aus, denn der Survival-Horrorfilm besitzt außer dem möglichst zeigefreudigen Ausradieren seiner Figuren nicht viel, was Erwähnung finden könnte. Leider verpufft die teils schockierende Wirkung der meisten Gewaltakte gänzlich, denn Macher ROB ZOMBIE lässt viel mit der Kamera wackeln, anstatt mal richtig draufzuhalten. So kommen zwar Nagelkeulen und Motorsägen zum Einsatz – außer viel Geschrei und Hektik bleiben jedoch die wenigsten der groß angekündigten Brutalo-Szenen in Erinnerung. Das spricht nicht gerade für den Film, der ohnehin ein großes Problem mit seiner rudimentären Handlung hat. Die wurde offensichtlich um diverse Gewalteinlagen geschrieben, schafft aber kaum Klarheit. So bleibt unbeantwortet, warum hier Menschen weggefangen und für Todesspiele missbraucht werden. Aber auch das Mysterium um die Drahtzieher der skrupellosen Organisation wird nicht gelüftet. Vermutlich will sich Zombie da wohl Stoff für mögliche Fortsetzungen offen lassen – sollte der Film sein Publikum finden.
 
 
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Letztendlich ist auch 31 einer dieser Film aus der Mache des ROB ZOMBIE, den man entweder mag oder auch nicht. Der schonungslose Überlebenskampf bewegt sich irgendwo zwischen Filmen wie RUNNING MAN und DIE INSEL DER VERDAMMTEN, überzeugt mit dreckigem 70er-Look und punktet definitiv in Sachen Atmosphäre. Hier muss man Zombie durchaus Talent aussprechen, denn 31 dürfte der wohl düsterste Streifen sein, den der zottelige Regisseur bisher auf die Leinwand gebracht hat. Leider hat auch 31 – wie die übrigen Filme des ROB ZOMBIE – ein großes Problem mit der Wortgewandtheit seiner Figuren. Vulgäres Miteinander steht hier an der Tagesordnung, was den Streifen nicht unbedingt besser macht. Das unterstreicht zwar den exploitationhaften Charakter des Horrortrips, geht aber irgendwann so ziemlich auf den Wecker. Wer darüber wegsehen kann und kein Problem mit Filmen hat, die kaum Handlung besitzen und sich von einem Gewaltmoment zum nächsten hangeln, könnte kurzweilig unterhalten werden. Große Horrorfilmkunst ist 31 definitiv nicht. Da hat man schon besseres von Herrn Zombie gesehen.
 
 
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31 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Exploitation á la carte – Ein ROB ZOMBIE-Schocker wie er im Buche steht. Mit 31 kehrt der kontroverse Macher deftiger Filmalbträume wieder zu seinen Wurzeln zurück. Der durch Crowdfunding finanzierte Schocker hat vor allem eines zu bieten: Gewalt – und davon nicht wenig. Leider dürften die Schlachtorgien nicht jedermanns Sache sein. Das liegt nicht in erster Linie an der Grausamkeit der zelebrierten Morde, sondern eher an der unruhigen Kameraführung, die Schwindelgefühle auslöst. Zombie siebter Ausflug ins Regiefach glänzt durch düstere Optik, die beunruhigt – aber auch durch nahezu kaum vorhandene Handlung. Im Mittelpunkt steht ausschließlich der Gedanke, wie man Opfer möglichst reißerisch bebildert um die Ecke bringen kann. Das kann 31 ganz gut. Zu mehr taugt der Film leider nicht, dazu ist der Streifen einzig darauf aus, die niederen Instinkte des Zuschauers zu befriedigen.
 
 
 


 
 
 

31 – Zensur

 
 
 
31 hatte es nicht leicht mit der US-Freigabebehörde MPAA. Die wollte dem Streifen in der Urfassung das kommerziell tödliche NC-17 aufdrücken. Demzufolge musste der Streifen vom Regisseur geschnitten werden (angeblich nur 4 Sekunen), um ein R-Rating erhalten zu können. Auf dieser Version beruht nun auch die deutsche DVD und Blu-ray. Diese beinhaltet demzufolge die amerikanische Kinofassung. Immerhin ist die aber komplett. Angesichts der ruppigen Vorgehensweisen im Film ist die ungeschnittene Freigabe schon sehr verwunderlich.
 
 
 


 
 
 

31 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

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(c) Tiberius Film (limitiertes Steelbook mit DVD & Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 31; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.03.2017 (BD KeepCase)

 

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31 – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Running Man (1987)
 
Insel der Verdammten (1982)
 
Carnage Park (2016)
 
Hostel (2005)
 

Filmkritik: „Dealer – Trip in die Hölle“ (2014)

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DEALER – TRIP IN DIE HÖLLE

Story

 
 
 
Irgendwo in Paris: Nach vielen Jahren als Drogenhändler, Zuhälter und unangenehmer Zeitgenosse hat der blonde Dealer Dan (Dan Bronchinson) langsam keine Lust mehr auf das rohe Leben. Nur noch ein paar Tausend Euro fehlen ihm, um endlich seinen Traum zu verwirklichen. Er möchte mit seiner Tochter nach Australien zu fliegen und dem krummen Business ein für alle Mal den Rücken zu kehren. Die ungewöhnliche Anfrage seines besten Kunden kommt wie gerufen und scheint ein guter Weg zu sein schnell Geld verdienen zu können. Um das heikle Gut zu beschaffen, muss er sich in den gefährlichen Kreis von Kollege Delo (Bruno Henry) begeben. Doch Dans Tag gerät plötzlich aus den Fugen, als das prall gefüllte Kokainpaket verschwindet. Es folgen Stunden, die selbst den hartgesottenen Dealer vor große Herausforderungen stellen werden.

 
 
 


 
 
 

DEALER – Kritik

 
 
 
Wie auch bei menschlichen Begegnungen kommt es beim Film oft auf den ersten Eindruck an. Im Fall von Jean Luc Herbulots „Dealer“ reißt dieser erste Eindruck nicht nur die Aufmerksamkeit des Zuschauers mit Gewalt an sich. Er gibt auch ein halsbrecherisches Tempo vor, das der Film über die gesamte Laufzeit aufrecht erhalten kann. Mit einer Lauflänge von knapp 70 Minuten beschäftigt er sein Publikum nicht sonderlich lang, dafür kitzelt er aus jeder Minute das Maximum. Eine wild gefilmte, frenetisch geschnittene Einleitung wirft den Zuschauer förmlich in den Alltag des zwar ungemütlichen, aber dennoch charismatischen Filmhelden. Komplettiert mit obszönen Dialogen im Sperrfeuer, großen Texteinblendungen und Dans Erzählerstimme, stösst „Dealer“ schon in den ersten sechs Minuten vor den Kopf und stellt klar, was Sache ist. So zieht dieser fieberhafte Trip durch die Unterwelt an jedem gnadenlos vorbei, der nur eine Minute unaufmerksam ist.
 
 
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Nachdem in den ersten Filmminuten gefühlt die komplette Drogenszene abgehandelt wurde, schaltet „Dealer“ einen Gang herunter, was sich allerdings kaum bemerkbar macht. Noch immer ist der Tag des Hauptdarstellers und dessen darauf folgende Nacht eine Abfolge von flinken Schlägen in einer Kausalitätskette, die in ihrer stetigen Abwärtsbewegung dem Zuschauer kaum Zeit zum Atmen oder Nachdenken lässt. Während man Dan als ungemütlichen Zeitgenossen kennenlernt, wächst er dem Zuschauer wider Erwarten im Verlauf des Films ans Herz. Nach und nach kommt der müde, erschöpfte Kriminelle zum Vorschein, der von seiner Umgebung nicht nur genervt, sondern sichtlich krank ist.
 
 
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Apropos Umgebung. Regisseur Jean Luc Herbulot verwandelt die Stadt der Lichter in eine sprichwörtliche Drogenhölle, in der es vor Gewalt, Sex und Drogen nur so wimmelt. Mit profanem Dialog, schmutziger und stimmiger Kameraarbeit sowie fieberhaften Schnitttempo versetzt „Dealer“ den Zuschauer in eine instabile und äußerst gefährliche Welt, in der niemand sicher ist. Spätestens wenn der erste, skrupellose Mord über den Bildschirm flimmert, bewahrheitet sich eine von Dans vielen Überlebensweisheiten: „Du bist allein.“
 
 
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DEALER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
In einem fieberhaften Tempo hat Jean Luc Herbulot einen rohen und skrupellosen Thriller inszeniert, der ebenso hektisch und chaotisch daherkommt wie das Leben seines Protagonisten. Auf der Jagd nach Freiheit und Unabhängigkeit begleiten wir den namengebenden Dealer auf einer brutalen Jagd durch den Untergrund von Paris. Ein gnadenloser, adrenalinreicher Thriller, der das Herz jedes Zuschauers schneller schlagen lässt. Zudem ist „Dealer“ nichts für schwache Nerven!
 
 
 


 
 
 

DEALER – Zensur

 
 
 
Dans Odysee punktet mit gepfefferten Gewaltspitzen. Der Bodycount ist zwar insgesamt gering, aber die wenigen Mord- und Folterszenen im Film sind ausgesprochen blutig und unangenehm inszeniert. Der Streifen hat in seiner ungeschnittenen Form keine Jugendfreigabe erhalten und besitzt den roten FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

DEALER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (limitiertes Blu-ray Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dealer; Frankreich 2014

Genre: Action, Drama, Krimi

Ton: Deutsch DTS HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Interview mit Jean Luc Herbulot und Dan Bronchinson, Kurzfilme

Release-Termin: 06.11.2015

 

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DEALER – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei PIERROT LE FOU

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Crank (2006)
 
Crank: High Voltage (2009)
 
Colt 45 (2014)
 

Filmkritik: „ExitUs – Play it Backwards“ (2015)

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EXITUS

(THE ASYLUM / BACKMASK / EXETER)

Story

 
 
 
Einige Kids werden in einer heruntergekommenen Psychiatrie – wie hätte es auch anders sein sollen – mit dem Bösen konfrontiert und müssen um ihr Leben bangen.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Kritik

 
 
 
Herr Nispel ist wieder am Start. Der deutsche Regisseur konnte sich in Hollywood mit Remakes bekannter Action- und Horrorfilme einen Namen machen. Leider blieb die letzte Regiearbeit weit hinter den Erwartungen zurück. Seine Neuinterpretation von CONAN DER BARBAR fand nach niederschmetternden Kritiken auch bei Zuschauern wenig Anklang. Der Film floppte und konnte seine Produktionskosten von 90 Millionen Dollar nicht wieder einspielen. Vermutlich einer der vielen Gründe, weshalb MARCUS NISPEL nun wieder kleine Brötchen bäckt und versucht mit günstigem Horrorquatsch an die einstigen Kassenerfolge anzuknüpfen. Weil ihm Horror bisher das meiste Lob eingebracht hat, ist die aktuelle Arbeit natürlich auch wieder im Genre angesiedelt und nennt sich vielversprechend EXITUS – PLAY IT BACKWARDS (in Amerika auch unter EXETER bekannt). Ein gute Entscheidung, konnte doch Nispel mit seiner gelungenen Neuauflage zu THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE unter Beweis stellen, dass er weit mehr kann, als nur ansprechende Musikvideos für bekannte Künstler zu drehen.
 
 
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BACKMASK – so wie EXITUS – PLAY IT BACKWARDS anfangs noch heißen sollte – rückt mal wieder unartige Kids in den Mittelpunkt, die in einer leerstehenden Psychiatrie die Party ihres Lebens feiern wollen. In dem Gebäude fanden einst beunruhigende Dinge statt. Patienten wurden darin wie Gefangene behandelt und mussten fragwürdige Experimente über sich ergehen lassen. Ein großes Feuer machte dem unmenschlichen Treiben ein Ende und die Einrichtung zur Ruine. Jahre nach den Vorfällen will Gemeindepfarrer Conway (STEPHEN LANG aus A GOOD MARRIAGE) die Anstalt wiedereröffnen und sucht Hilfe für sein Vorhaben bei Investoren und Gemeindemitgliedern. Teenager Patrick (KELLY BLATZ) stellt sich für den Wiederaufbau zur Verfügung und nutzt die Gelegenheit, um die ehemalige Klinik zum Feiertempel umfunktionieren. Bei Drogen und Alkohol wird Musik rückwärts abgespielt, weil darin satanische Botschaften zu hören sein sollen. Letztendlich keine gute Idee, wird durch die Naivität der Halbstarken das Böse freigesetzt. Plötzlich sind Ausgänge verschlossen und Freunde verwandeln sich in aggressiven Furien, weil sie von einer fremden Macht kontrolliert werden, die kein Erbarmen mit neunmalklugen Kids besitzt.
 
 
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Da macht Herr Nispel nun schon etwas Eigenes und versemmelt es auch noch. Statt bereits Dagewesenes erneut aufzuwärmen, zeichnet er diesmal selbst fürs Drehbuch verantwortlich und kann das Kopieren trotzdem nicht lassen. Bei genauerem Hinsehen ist EXITUS – PLAY IT BACKWARDS nämlich nichts anderes, als eine hektisch geschnittene Aneinanderreihung bekannter Szenen aus beliebten Horrorklassikern, denen die unverkennbare Handschrift des Regisseurs aufgedrückt wurde. Schaut man sich die bisherigen Werke Nispels an bedeutet das mal wieder „Style over Substance“, denn statt sich mit Figuren und Geschichte zu beschäftigen, gibt es durchgestylte Bilder am Fließband zu sehen, die in ihrer Hochglanzästhetik dann doch mehr an aktuelle Musikclips erinnern. Bei einem so ausgeprägten Gespür fürs Visuelle kommen Story und Charaktere leider zu kurz. Letztere geben sich derart arrogant, nervtötend und unzugänglich, dass man ihnen ein schnelles Ablebend wünscht, damit die Nerven des Zuschauers geschont werden.
 
 
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Wenn aus besessenen Freunden lechzende Monster werden, die man sich nur durch möglichst kreatives Töten vom Hals halten kann, ist EVIL DEAD nicht weit. Raimis EVIL DEAD und Friedkins DER EXORZIST mussten wie so oft im Horrorfilm Pate stehen. MARCUS NISPEL vermischt Exorzismus- mit Besessenheitsthematik und bereichert EXITUS – PLAY IT BACKWARDS um Splatter-Exzesse, durch die bereits der erste EVIL DEAD Anfang der 1980er zu Bekanntheit gekommen ist. Vor allem für Gorefans eine gute Nachricht, bekommen die hier ein paar deftige Filmtode zu sehen, die makaber und unerwartet ihren Lauf nehmen. Leider ist das aber auch das Einzige, was zu erwähnen wäre, denn sonderlich gehaltreich ist Nispels neuer Streich leider nicht. Zwar gefallen einige Zitate aus genannten Filmen (es gibt den bekannten Spiderwalk aus dem EXORZIST zu sehen); dem Streifen mangelt es aber an Einzigartigkeit, um im Gedächtnis bleiben zu können. Bleibt zu erwähnen, dass die Pechsträhne Nispels auch mit EXITUS fortgeführt wird. Da kann man dem Regisseur nur nahelegen, dass er sich endlich mal dazu durchringen sollte, nicht immer Remakes und Plagiate bereits erfolgreicher Hits zu fabrizieren. In einer Zeit in der Horrorfans immer kritischer die filmischen Vergewaltigung liebgewonnener Klassiker beobachten, sollte man sich dreimal überlegen, ob man sich die Fanmeute zum Feind machen möchte – schließlich sind das die, die letztendlich die Filme kaufen sollen.
 
 
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EXITUS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
EVIL DEAD meets THE EXORZIST – Eine visuell beeindruckende und rasant inszenierte Splatter-Geisterbahn mit deftigem Blutzoll. Dennoch gilt im Falle von EXITUS – PLAY IT BACKWARDS die Devise: außen hui, inner pfui. Statt wahllos alte Kultfilme neu aufzulegen, macht der Frankfurter Regisseur MARCUS NISPEL was Neues. Er nimmt sich einfach zwei bekannter Horrorklassiker, beraubt ihnen der besten Szenen und macht daraus ein Machwerk, in dem EVIL DEAD den EXORZISTEN trifft. Kopieren und nacheifern scheint Nispels Leidenschaft zu sein, was ihm so langsam leider nicht mehr so recht gelingen möchte. Nach dem CONAN-Remake-Flop ist THE ASYULM nämlich der nächste Streifen aus der Mache des für Musikvideos bekannten Regisseurs, an den sich in zehn Jahren keiner mehr erinnern wird. Nach einem starken Einstieg wird es eintönig und der Film konzentriert sich ausschließlich auf das Ausradieren seiner stereotypen und unsympathischen Figuren. Fans fürs grobe Handwerk dürfte das vermutlich kaum stören, dürften die mit den abwechslungsreichen Todesszenen ihre Freude haben. Klammert man jedoch die makabren Gewaltmomente aus, bleibt nur noch Hochglanzästhetik und sonderbarer Humor, der zu keiner Minute zünden möchte. Demzufolge sollte man nach der gelungenen Neuverfilmung des Terrorklassikers THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) die Erwartungen herabschrauben. Auch wenn EXITUS visuell an den Terrorausflug erinnert; zwischen den beiden Filmen liegen Welten. Übrigens, die Titelschmiede verwirrt. EXITUS – PLAY IT BACKWARDS wird auch als BACKMASK und EXETER vermarktet. Wenn man da nicht durcheinander kommt.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Zensur

 
 
 
Ähnlich wie in EVIL DEAD werden hier aus Freunden besessene Furien, die nur eines im Sinn haben: töten. Die Kids wissen sich aber zur Wehr zu setzen und gehen nicht zimperlich gegen die besessenen Freunde vor. Es werden Zahnbürsten in Augen gerammt, ein Kronleuchter zerquetscht Körper und spitzes Mordwerkzeug kommt ebenfalls zum Einsatz. Schnell Schnitte sorgen dafür, dass sich die Effekte nicht so schnell entlarven lassen. Blutig geht es allemal zu, so dass EXITUS – PLAY IT BACKWARDS oder EXETER – so wie er in Amerika heißt – in Deutschland mit dem roten Freigabesticker in den Handel gekommen ist.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) EuroVideo Medien GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Backmask; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (@24 Hz)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Erstauflage im Steelbook

Extras: Trailer, Making-of „Behind the Blood“ (OmU)

Release-Termin: 27.08.2015

 

ExitUs – Play it Backwards – [Blu-ray Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

EXITUS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei EuroVideo Medien GmbH

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gallows Hills (2013)
 
Evil Dead (2013)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 
Speak No Evil (2013)
 
Beneath (2013)
 
The Quiet Ones (2014)
 
Here Comes the Devil (2012)
 
Evil Dead (1981)
 
Der Exorzist (1973)
 

Filmkritik: „Clown“ (2014)

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CLOWN

Story

 
 
 
Familienvater Kent schlüpft in ein altes Clownskostüm, das von ihm Besitz ergreift und schreckliche Dinge von seinem Träger fordert.

 
 
 


 
 
 

CLOWN – Kritik

 
 
Egal was ELI ROTH anpackt, es wird aus unerklärlichen Gründen zu Gold. Seit der Filmemacher mit dem unabhängig verwirklichten Horrorfilm CABIN FEVER einen Überraschungshit landete und mit HOSTEL das selbstzweckhafte Foltern im Kino salonfähig machte, sorgt er stets für Aufregung unter Fans „böser“ Filme, wenn er an neuem Horrormaterial arbeitet. Diesmal hat ROTH aber nicht selbst Regie geführt. Für den grimmigen Splatter-Horror CLOWN übergab er das Regiezepter an JON WATTS, der bisher für TV-Zeug verantwortlich zeichnete und fungierte – wie schon bei THE LAST EXORCISM – als Produzent, um im Hintergrund die Strippen zu ziehen. Auch wenn ROTH den Film nicht selbst gedreht hat; die unverkennbare Handschrift des Filmemachers zieht sich durch den gesamten Streifen, schließlich lässt sich mit Ekligkeiten, makabrem Humor und reichlich Gewalt am Besten polarisieren und Geld verdienen.
 
 
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Schluss mit lustig: seit jeher wissen Horrorfans, dass Clowns im Genre oft andere Intentionen hegen, als uns zum Lachen zu bringen. Hier steht meist blutiger Ernst statt harmloser Spaß auf der Tagesordnung, was nicht selten dazu führt, dass Psychopathen bunte Kostüme überstreifen, um mit spitzem Mordwerkzeug unschuldige Menschen zu ermorden. CLOWN macht da einiges anders, wenn auch nicht unbedingt besser. Um sich im Subgenre der mordgeilen Serienkiller ein wenig Kontur zu verpassen, bedient man sich beim Okkulten und lässt einen lustig verkleideten Familienvater zur dämonische Kreatur werden, die nur eines im Sinn hat: Kinder fressen.
 
 
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Ein teuflisches Narrenkostüm sorgt für eine schmerzhafte Metamorphose. Immobilienmakler Kent wollte dem Sohnemann zum 10. Geburtstag nur eine Überraschung bereiten und schlüpft in eine alte Clowns-Verkleidung, die er in einer Kiste im Keller einer zum Verkauf stehenden Immobilie entdeckt. Doch die modrige Kleidung führt ein seltsames Eigenleben und saugt sich am Körper ihres Trägers fest, der fortan von unbändigem Hunger nach Kinderfleisch getrieben wird. Doch es kommt noch schlimmer. Familienvater Kent beginnt sich zu verändern. Mit fortschreitendem Appetit nimmt er die Gestalt eines furchtbaren Dämons an, der fünf unschuldige Kinder fordert, um sich an ihnen laben zu können.
 
 
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Wenn aus Fake-Trailern richtige Horrorfilme werden. Seit sich ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO mit ihrem GRINDHOUSE (2007) vor den schmuddeligen B-Movies der 60er und 70er verbeugten, scheint in der Filmwelt zum Sport geworden zu sein, erst Kinotrailer zu zeigen und wenig später die zugehörigen Filme zu drehen. Im Fall des genannten GRINDHOUSE, das aus dem trashigen Double-Feature DEATH PROOF und PLANET TERROR bestand, waren es fiktive Kinoclips zu HOBO WITH A SHOTGUN und MACHETE, die zwischen den beiden Machwerken gezeigt und erst einige Jahre später umgesetzt wurden. Ähnlich verhielt es sich auch bei CLOWN. Regisseur JON WATTS brachte weit vor der eigentlichen Verfilmung im Jahr 2010 einen zweiminütigen Werbefilm zu einem fiktiven Horrorstreifen in Umlauf, der bei ROTH auf Interesse stieß. Weil dem bekannten Angstmacher die Idee dahinter so gut gefiel, beschloss er aus dem Fake-Trailer einen abendfüllenden Spielfilm zu machen und stand als Geldgeber zur Seite. Viel vom eigentlichen Spot, der durchaus beängstigend in Szene gesetzt wurde, ist letztendlich nicht mehr übrig geblieben. Statt Angst und Schrecken auf subtilem Wege in die Wohnzimmer zu bringen, wird Horror mit dem Holzhammer geboten, der sich dann doch eher an ein sehr magenstarkes Publikum richtet. Da werden Kinder vor den Augen des Zuschauers zermatscht, durchbohrt und angeknabbert – für ROTH-Fans nicht uninteressant, fühlen die sich von der stattlichen Anzahl bebilderten Grausamkeiten vermutlich bestens unterhalten.
 
 
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Auch wenn CLOWN mit eigenartigem, fast schon geschmacklosem Humor an die Werke von ELI ROTH anknüpft und sich beim Angst einjagen nicht gerade mit Ruhm bekleckert, findet der Film bei den Spezialeffekten zu eigentlicher Stärke. Die Figur des Besessenen durchlebt im Verlauf des Films eine nicht immer schmerzfreie Verwandlung vom besorgten Familienvater hin zur Marionette des Teufels. Dank hervorragender Arbeit kreativer Make-up-Künstler bekommt der Zuschauer am Ende eine deformierte Gestalt zu sehen, die endlich auch richtigen Horror auf die Mattscheibe bringt. Bis dahin verzettelt sich CLOWN im plumpen Aneinanderreihen fragwürdiger Tötungsarten von Kindern und gerät während des Mittelteils etwas ins Stolpern, weil die nicht uninteressante Thematik dann doch etwas zu wenig Material hergibt, um daraus einen 90-minütigen Horrorfilm drehen zu können. Immerhin wird im Finale geklotzt und nicht gekleckert. Da werden schon mal Erinnerungen an die abscheulichsten Metamorphosen der Kinogeschichte wach, in denen Wissenschaftler zu Fliegen mutierten (Cronenbergs DIE FLIEGE) und sich amerikanische Studenten (AMERICAN WEREWOLF) in Werwölfe verwandelten. Dennoch; so schön die Spezialeffekte in CLOWN auch sein mögen und so atmosphärisch die Dämonenhatz am Ende auch in Szene gesetzt sein mag – der aufdringliche Blutzoll ist irgendwie allgegenwärtig und erstickt jeden wohligen Schauer sofort wieder im Keim, weil ROTH als Werbemittel auf dem Cover nun mal triviales Metzelfutter und hirnloser Blutreigen bedeuten muss.
 
 


 
 
 

CLOWN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wem bereits Stephen Kings ES schlaflose Nächte bereitet hat, wird nach der Sichtung von CLOWN nur bei Licht einschlafen können. Dieser Horror-Trip ist kein Film für jene, die unter Coulrophobie leiden. Hier werden bei vielen Zuschauern Kindheitstraumata wach, denn CLOWN bringt Filme wie POLTERGEIST oder genannte King-Adaption in Erinnerung, die mit der Clown-Thematik Albträume bescherten. Leider setzt die von ELI ROTH produzierte Filmumsetzung eines Fake-Trailers weniger auf subtile Gänsehaut-Taktik. Vielmehr war man darum bestrebt eine interessante Eigeninterpretation um den Jahrhunderte alten Clown-Mythos zu weben, die letztendlich mal wieder im Splatter-Fegefeuer enden muss. Nach einem starken Einstieg, hat CLOWN im Mittelteil so seine Probleme das vorgelegte Tempo halten zu können. Erst am Ende findet der Film Dank sehenswerter Maskeneffekte zu eigentlicher Stärke. Da ist es aber dann auch schon zu spät, denn so schön grimmig das Finale auch in Szene gesetzt wurde, so zügig flimmert auch schon der Abspann über den Bildschirm. Letztendlich will man das Gefühl nicht loswerden, einen Film mit unverbrauchter Thematik gesehen zu haben, bei dem mehr möglich gewesen wäre. Die interessante Geschichte hinter der Entstehung des menschenfressenden Kostüms bleibt weitestgehend unangetastet. Zudem stößt bitter auf, dass im Film Kinder grafisch getötet werden müssen, um die Sensationsgierig des blutgeilen Publikums befriedigen zu können? Splatter-Fans und Gore-Bauern dürfte das jedoch kaum stören. Für die gilt ELI ROTH ohnehin als der Meuchelkönig des Horrorfilms.
 
 


 
 
 

CLOWN – Zensur

 
 
 
Mittlerweile geht auch die FSK lockerer mit der Bewertung von Horrorfilmen um. Was vor zehn Jahren undenkbar ungeschnitten auf die deutschen Filmzuschauer losgelassen werden konnte, schafft es heutzutage ohne Probleme mit dem roten KJ-Flatschen in die Händlerregale. Ähnlich ist das auch bei CLOWN geschehen. Hier werden zwar Kinder vor der Kamera ermordet; trotzdem wurde der Film ungeschnitten in Deutschland veröffentlicht: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

CLOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

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(c) Tiberius Film (limitiertes Steelbook mit BD & DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Clown; USA | Kanada 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Steelbook

Extras: Originaltrailer, Trailershow | Zusätzlich im Steelbook: Poster A3, Postkarten-Set (3xA6)

Veröffentlichung: 01.03.2016

 
 
 

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CLOWN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mockingbird (2014)
 
Stitches – Böser Clown! (2012)
 
100 Tears (2007)
 
Gacy (2003)
 
Stephen Kings Es (1990)
 
Clownhouse (1989)
 

Filmreview: „We Are What We Are“ (2013)

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WE ARE WHAT WE ARE

Story

 
 
 
Familienoberhaupt Frank (Bill Sage) und seine drei Kinder leben abgeschottet in einem Haus weit auf dem Land. Als die Mutter stirbt, droht ihr Geheimnis aufzufliegen, denn was niemand der Nachbarn ahnt: man gehört zu einer Sippe Kannibalen, die nach einem strengen Ritus lebt, der schon seit der Siedlerzeit in der Familie weitergegeben wird …
 
 
 


 
 
 

WE ARE WHAT WE ARE – Kritik

 
 
 
Die Wege der amerikanischen Traumfabrik sind oftmals unergründlich, vor allem dann wenn Filme neu verfilmt werden, die erst jüngst das Licht des Zelluloids erblickt haben. So erging es auch der 2010 erschienenen mexikanisches Horror-Groteske WIR SIND WAS WIR SIND (OT: SOMOS LO QUE HAY), in der Regisseur JORGE MICHEL GRAU von einer Familie im sozialen Brennpunkt Mexikos erzählt, die sich mit Menschenfleisch die Mägen füllen muss, um über die Runden zu kommen. Doch Hollywood wäre nicht Hollywood, würde man nicht versuchen, jeden halbwegs gescheiten Erfolgsstoff aus dem Ausland bis auf den letzten Tropfen zu melken, schließlich füllen die kreativen Ideen anderer die Konten der Studiobosse einfacher als so eine eigene raffiniert zusammengesponnene Schöpfung. Weshalb es jedoch der eher unbekannte und vorwiegend subtil geschilderte WIR SIND WAS WIR SIND sein musste, wird wohl nie in Erfahrung gebracht werden können, gibt es doch im Ausland unendlich viele Horrorfilme, deren Neuverfilmung weitaus interessanter gewesen wäre, als die ohnehin durchwachsene Vorlage des Mexikaners. Viel geändert hat sich dagegen im Remake nicht, außer das mit Regisseur JIM MICKLE ein Mann seines Fachs am Steuer sitzt. Der hat 2006 in MULBERRY STREET Menschenfleisch fressende Ratten auf die Horrorgemeinde losgelassen und danach schon etwas Erfahrung mit Blut gierenden Genossen in VAMPIRE NATION (2010) sammeln können. Um das Grundnahrungsmittel Mensch geht es auch in seinem neusten Streifen, wobei er sich im Remake mit einer zurückgezogenen Kannibalensippschaft beschäftigt, die sich aufgrund einer Jahrhunderte alten Tradition von Menschenfleisch ernähren muss und dabei alles andere als einen gesunden Eindruck hinterlässt. Damit sich der (amerikanische) Kinogänger nicht allzu sehr mit scharfer Gesellschaftskritik auseinandersetzen muss, wurde der kritische Unterton des Originals kurzum vom Tisch gefegt und die Geschehnisse von den Brennpunkten der Stadt hinaus aufs Land verlagert, wo am Rande einer amerikanischen Kleinstadt ein Vater mit seinen drei Kindern haust und Leute aus dem Ort wegfängt, damit die Familie nicht am Hungertod verenden muss.
 
Taktisch klug ist sein Vorhaben (und das der Drehbuchautoren) natürlich nicht, verliert sich die Geschichte doch in diversen Ungereimtheiten. Während sich die Familie im mexikanischen Original aufgrund des anonymisierten und hektischen Treibens der Großstadt noch in Sicherheit wähnen konnte, dürfte klar sein, dass das rätselhafte Massenverschwinden in MICKLES Neuverfilmung die Aufmerksamkeit der Einheimischen auf sich ziehen dürfte; schließlich kennt in so einem kleinen Städtchen jeder Jeden. Als dann jedoch noch ein Sturm aufzieht, scheint das düstere Geheimnis der Familie Parker endgültig aufzufliegen. Mutter Emma (KASSIE DEPAIVA) erliegt nach einem Unfall ihren Verletzungen und das geordnete Leben der kleinen Familie gerät vollkommen aus den Fugen. Seit Generationen ist es die Aufgabe der ältesten Frau in der Familie, das menschliche Schlachtgut zu zerlegen und aufzubereiten. Nun, da Mutter Parker nicht mehr unter den Lebenden weilt, ist es an der Zeit, dass die älteste Tochter Iris (AMBYR CHILDERS) ihren Pflichten nachkommt. Ihr erstes Opfer wird nach langem Zögern zur Strecke gebracht und auf dem Küchentisch serviert. Vater Frank (BILL SAGE) ist stolz auf seine Große, macht aber im Garten eine erschreckende Entdeckung: der anhaltende Regen hat den Boden aufgeschwemmt, die abgenagten Knochen der Opfer freigelegt und in den Fluss gespült. Eines der Fundstücke gerät Doc Barrow (MICHAEL PARKS) in die Hände. Dessen Tochter gilt seit Jahren als vermisst, so dass er eigene Ermittlungen anstellt und bald auf die Spur der Kannibalensippe kommt.
 
Was denn nun – Horror oder Drama? Ganz so schlüssig ist sich Regisseur JIM MICKLE mit seiner Entscheidung nämlich nicht. Die äußerst ruhig und dramenlastig inszenierte Geschichte schwankt zwischen depressivem Familiendrama und ungemütlichen Gemetzel und will sich nie wirklich entscheiden, welches Publikum eigentlich mit WE ARE WHAT WE ARE angesprochen werden soll. Für Horrorfans ist das zähe Treiben schlichtweg zu ermüdend und lasch; Dramen- und Arthauszuschauer dürften sich am Ende von den etwas zu voyeuristisch und überzogen bebilderten Fressszenen angewidert fühlen. Immerhin ist MICKLE bestrebt, sein Werk künstlerisch anspruchsvoll aussehen zu lassen. Anfänglich gelingt ihm das auch gut. Die unbequeme, fast schon kränkliche Atmosphäre und das trost- und farblose Setting untermalen gekonnt die Richtung, die WE ARE WHAT YOU ARE in den nächsten knapp 100 Minuten einschlagen wird. Gesprochen wird nicht viel; die verhärmt dreinschauenden Gesichter der kindlichen Protagonisten sprechen dagegen Bände und verdeutlichen, dass die Töchter Iris und Rose (JULIA GARNER) einzig aus Liebe dem Vater zugegen versuchen die Tradition fortzuführen, obwohl sie eigentlich lieber das tun würden, was andere in ihrem Alter tun: ein ganz normales Leben führen. Leider gehen viele der guten Ansätze im nicht vorhandenen Spannungsbogen verloren. Die Geschehnisse kriechen förmlich über die Mattscheibe und driften spätestens ab Filmmitte in die obligatorischen Vorhersehbarkeiten des Horrorkinos ab. Die Erklärungen des Familienrituals werden in überflüssigen Rückblenden geschildert, was mehr Fragen aufwirft, als klärende Antworten zu liefern. Hier hielt sich zumindest das 2010er Original dezent zurück, was einmal mehr verdeutlicht, dass im Falle von WE ARE WHAT WE ARE die Vorlage bei Weitem besser ist, als dieser glattgebügelte, amerikanische Reboot. Umso enttäuschender, dass die hervorragenden schauspielerischen Leistungen von AMBYR CHILDERS (GANGSTERS SQUAD) und JULIA GARNER (DER LETZTE EXORISMUS 2) für dieses etwas unnahbare und überflüssige Machwerk verschwendet wurden. Für das Remake zu WIR SIND WAS WIR SIND gilt daher einmal mehr: lieber zum Original greifen, denn nur Original ist legal!
 
 
 


 
 
 

WE ARE WHAT WE ARE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Finsteres Horrordrama mit unheilvoller Ausstattung und sehr guten schauspielerischen Leistungen. Leider fehlt diesem Neuaufguss der richtige Biss, um überhaupt in die Puschen zu kommen. Das Treiben ist zäh wie altes Schuhleder und stolpert spätestens ab Filmmitte über die typischen Ungereimtheiten und Vorhersehbarkeiten des gängigen Horrorkinos. Bei diesem Remake zu WIR SIND WAS WIR SIND darf man sich einmal mehr die Frage nach dem „Warum“ stellen, denn überflüssig ist dieser Reboot allemal!
 
 
 


 
 
 

WE ARE WHAT WE ARE – Zensur

 
 
 
Das Remake zu WIR SIND WAS WIR SIND verhält sich in Sachen Gewalt eher sehr züchtig. Hier hat es der Horrorfilmfreund mit einem eher ruhig erzählten Drama zu tun, so dass sich die obligatorischen Schauwerte eher in Grenzen halten. Bis auf eine kurze Kannibalen-Fressszene am Ende gibt es für den Splatterfan im Remake nix zu sehen, was ür ihn von Interesse wäre. WE ARE WHAT WE ARE ist mit FSK16-Freigabe ungeschnitten im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

WE ARE WHAT WE ARE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: We are what we are; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: BD-Steelbook, BD-Special-Edition (Amaray im Schuber) mit dem Originalfilm: WIR SIND WAS WIR SIND

Extras: Trailer zum Film, diverse Features (12 Minuten)

Release-Termin: 24.01.2014

 
 
 

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WE ARE WHAT WE ARE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

Butcher Boys (2012)

Wir sind was wir sind (2010)

Ravenous – Friss oder stirb (1999)

Cannibal (2006)

Überleben (1993)

Hannibal (2001)

Filmreview: „Red State“ (2011)

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Red State – Story

 
 
 
Jared, Billy Ray und Travis wohnen in einem “Red State”, also in einem recht konservativen Staat, wo republikanischer Wähler der Mehrheit haben. Und gerade in diesem Staat, in dem all das verboten ist, was Spaß macht, verabreden sich die drei für einen flotten Dreier. Die Auserwählte wird schnell per Internetchat ausfindig gemacht und füllt die drei Freunde alsbald mit gehörig Alkohol und Schlafmittel ab. Wieder zur Besinnung gekommen, müssen die erschreckt feststellen, dass sie in die Fänge einer fanatischen Sekte geraten sind, deren Hauptaufgabe es ist, die Welt von allem Schlechten und Verdorbenen zu reinigen.
 
 
 


 
 
 

Red State – Kritik

 
 
 
Olá, was haben wir denn da?
 
Endlich weht ein zur Abwechslung wieder frischer Wind in dem doch schon derzeit arg geschundenen Genre des bösartigen Horrorfilms. Diesmal gibt es keine mordgeilen Mutanten, keine schizophrenen und maskierten Serienkiller, keine Aliens aus dem All und auch keine japanischen Geisterwesen zu sichten. Denn diesmal bekommt der Filmfan keinen schlechten Film vorgesetzt, sondern eine wirklich gehaltvolle Schlachteplatte serviert!
 
Regisseur Kevin Smith, der durch doppelbödige und unkommerzielle Komödien wie Clerks  oder „Zack and Miri make a Porno und die gesellschaftskritische Satire  Dogma bekannt wurde, hat mit „Red State“ aalglatte Genreunterhaltung abgeliefert, die mit ordentlich schwarzen Humor punkten kann und mit viel Zynismus und Sarkasmus gewürzt wurde. Demnach sollte der interessierte Filmfan „Red State“, trotz aller Härte mit einem gehörigen Augenzwinkern genießen.
 
Mit seinem gering-budgetierten Kracher „Red State“ stellt sich Smith gegen das kommerzorientierte Hollywood, das mit seinen ausufernden Film-Werbekampagnen Millionen verschleudert und wenn überhaupt, es mit nur wenigen Filmen der letzten Jahre geschafft hat, das Investitionsbudget wieder einzuspielen. Stattdessen hat sich Smith mit seinem tiefschwarzen Horrorthriller wieder auf Independent-Pfade begeben und hat es, meiner Meinung nach, auf jeden Fall geschafft, ohne großartiges Werbegetöse einen guten und in der Horror-Szene bereits einschlägig bekannten (Kult)Film zu produzieren.
 
Was uns Smith mit seiner aktuellen Produktion mitteilen wollte, lässt sich in viellerlei Hinsicht interpretieren und dürfte dem Zuschauer nach Sichtung gehörig Diskussionsstoff bieten, denn Smith´s Film hält ordentlich Zündstoff parat. Sei es Kritik an dem amerikanischen konservativ-versnobten und prüden Kleinbürgertum oder an dem immer noch stark auf dem Land verbreitenten Prediger- und Kirchenwahn Amerikas (sorry, für mich als Atheist, ist die Bibel ein einziges Märchen, und definitiv nicht mehr zeitgemäß). Das Land und seine Menschen bekommen in „Red State“ einmal mehr deftig den Spiegel vorgehalten, wobei Smith ausgibig Gesellschaftskritik austeilt und diverse Missstände im eigenen Lande anprangert. Dabei scheut Regisseur Kevin Smith auch nicht davor, dem Zuschauer kaum Identifikationsfiguren zu bieten, denn wer will sich schon mit derart unfortschrittlichen und dogmatisch-moralischen Pack identifizieren?
 
Und gerade dann, wenn etwas Menschlichkeit durch die Charaktere durchzusickern scheint, werden diese alsbald in der nächsten Szene abgebrüht über den Jordan geschickt. Dabei dürften vor allem empfindliche Gemüter verstört vor dem heimischen Fernsehapparat hocken und ihnen das Lachen im Halse stecken bleiben. Ganz ehrlich, richtig so – endlich mal ein Horrorfilm, der nicht dem stereotypischen Regeln eines Horrorfilms folgt. In „Red State“ ist nichts, wie man es aus genreüblichen Filmen kennt und vor allem, es ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint. Obwohl genrebedingt in jedem Horrorfilm das Gute gegen das Böse kämpft und vermeintlich gewinnt, so schlägt „Red State“ ein gänzlich neues Kapitel auf und erzählt nichts „Gutes“ von eigentlich „bösen“ Menschen. Dieses kleine Juwel bietet keinerlei Sympathieträger, sondern erzählt von Menschen, die zwar ausgibig über Ethik und Moral philosophieren, aber meilenweit entfernt davon sind, sich moralisch anständig und ethisch umgänglich zu verhalten.
 
 
 


 
 
 

Red State – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Vollkommen politisch unkorrektes Filmchen. Böse, zynisch, makaber und sarkastisch. Es ist eine Wonne, der erschreckend gealterten Comedylegende John Goodmann im Kampf gegen skrupellose Sektenmitglieder beizuwohnen. Bitte mehr derart kreativ-unartiger Filme!
 
 
 


 
 
 

Red State – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist mit der „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung vollkommen ungeschnitten. Es existiert neben der Standart-Ausführung auf DVD und BLu-ray ohne Bonusmaterial, ebenso eine limitierte Auflage im Blu-ray-Steelbook mit massig Extras.
 
 
 


 
 
 

Red State – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
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Christopher Roth – Der Killer in Dir (2010)