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Filmkritik: „Peelers“ (2016)

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PEELERS

Story

 
 
 

Von zeigefreudigen Stripperinnen und genitalgesteuerten Macho-Kerlen. In einem Strip-Schuppen verwandeln sich mexikanische Minenarbeiter plötzlich in mordgierige Killermaschinen.

 
 
 


 
 
 

PEELERS – Kritik

 
 
 
Was macht müde Horror-Fans eigentlich munter? Natürlich Titten und Blut. Das war bereits zu Hochzeiten der Slasher-Filme so und ist auch heute noch der Fall, schließlich geht Jahrzehnte nach HALLOWEEN, FREITAG DER 13. und Konsorten im Horrorfilm ohne Exploitation offenbar nur selten was – zumindest, wenn man erfolgreich sein will. Wie essentiell diese Grundzutaten für einen Horrorfilm sein können, zeigt auch PEELERS – eine Splatter-Komödie, welche viel Zuspruch von Zuschauern erhalten hat, die den Streifen auf einschlägigen Festivals gesehen haben. Der ausufernde Lobgesang ist nicht unbegründet, besitzt PEELERS nämlich genau das, was man von einem Schocker neueren Datums erwartet. Der hat statt Grusel und geistreichen Dialogen ausreichend Sex und Gewalt zu bieten – und das nicht gerade wenig. Da schaltet man doch gern den Kopf aus und lässt sich berieseln, schließlich nimmt sich PEELERS zu keiner Minute ernst und sorgt mit schwarzem Humor für Lacher – meist unter der Gürtellinie. Regisseur SEVÉ SCHELENZ hat den günstig produzierten Splatter-Blödsinn inszeniert und versucht mit einem sexy Mix aus FROM DUSK TILL DAWN und ZOMBIE STRIPPERS Eindruck zu hinterlassen. Das dürfte auch ohne Probleme gelingen, denn als würden blutig zelebrierte Morde allein nicht schon ausreichen, kümmert sich der Filmemacher auch gleich noch um das visuelle Wohl männlicher Zuschauer. So sorgen im Film knapp bekleideten Schauspielerinnen mit lasziven Stangentänzen nicht nur für optische Reize, sondern sind auch dazu da, um nicht nur die Netzhaut des Publikums zu befeuchten. Sex verkauft sich eben gut.
 
 
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Ein Horrorfilm ohne Gewalt und Sex ist kein richtiger Horrorfilm. PEELERS erzählt die Geschichte von Stripclubbesitzerin Blue Jean (WREN WALKER), die ihre Tanzbar aufgeben will. Die frühere Basketball-Spielerin möchte die Stadt verlassen und hat die Tanzbar an einen zahlungswilligen Unternehmer verkauft. Doch am letzten Abend vor der Übergabe soll noch einmal kräftig gefeiert werden. Leider kommt – man glaubt es kaum – wie immer alles anders. Vier ahnungslose Minenarbeiter aus Mexiko treffen ein und haben etwas mitgebracht. Das stammt aus einem Bergwerk nebenan und wird zur tödlichen Bedrohung. Was die Gäste des Lokals nämlich nicht wissen: Die Männer sind bei der Arbeit in den Minen auf Erdöl gestoßen. Leider verwandelt sie der gewinnbringende Fund in aggressiven Killermaschinen, die nur das Töten kennen. Für die Club-Inhaberin ein großes Problem, sterben nämlich plötzlich Gäste und Freunde wie Fliegen. Gut, dass es in solchen Filmen immer hilfreiche Gegenstände gibt, die ganz zufällig auf dem Boden liegen. So wird sich mit Baseballschläger und Kettensäge zur Wehr gesetzt, um die Nacht heil überstehen zu können. Mal sehen wer am Ende noch übrig bleiben wird.
 
 
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Nach dem Low-Budget-Underground-Hit SKEW, der zu einer Zeit entstand in der sich Found-Footage-Streifen großer Beliebtheit erfreut haben, versucht Regisseur SEVÉ SCHELENZ mit dem Splatter-Spass PEELERS – der übrigens ohne Wackelkamera auskommt – an das erfolgreiche Regiedebüt von 2011 anzuknüpfen. Gelungen ist das Vorhaben definitiv, denn auch wenn abermals wenig Geld zur Verfügung stand, verursacht PEELERS beim Fan fürs Grobe gute Laune. Da will man nicht so hart ins Gericht gehen, wenn es auf der Mattscheibe und im Drehbuch etwas chaotisch zugeht. So wird der Zuschauer gleich zu Beginn um Konzentration gebeten. Weil derart viele Figuren durch das Bild flitzen, leidet der Überblick. Doch die hohe Anzahl an Protagonisten hat einen Grund, müssen die vielen Figuren später als Kanonenfutter herhalten, damit es Horrorfans nicht langweilig wird. Überhaupt ist in diesem Film immer etwas los. Eine Tatsache die verschleiert, dass es im Grunde genommen gar keinen Spannungsbogen gibt. Splatter-Freaks und Gorehounds dürften sich daran aber weniger stören, denn ist die Hütte erst einmal voll wird gesplattert, als gäbe es keinen Morgen mehr. Da werden schwangere Frauen zerfleischt und Köpfe abgesäbelt. Wer’s ne Runde deftiger mag darf sich an Kettensägen-Manschereien erfreuen. Die gehören bei dieser Art Film zum guten Ton. Bon appétit.
 
 
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Apropos Effekte. Hier kommt sowohl Handgemachtes, als auch CGI auf den Tisch. Beides kann sich für so kleines Budget sehen lassen und verfehlt den Zweck zu keinem Zeitpunkt. Dennoch sollte man Gebotenes nicht hinterfragen. Was in PEELERS passiert ist unterm Strich völliger Blödsinn. Niemand flieht, obwohl Türen offen stehen. Stattdessen ergeben sich die Figuren ihrem vordiktierten Schicksal und springen ganz angstbefreit über die Klinge. In Interviews mit der Presse erklärte Regisseur SEVÉ SCHELENZ, dass er eigentlich eine Schwäche für psychologischen Horror besitzt und es besonders spannend findet etwas zu kreieren, dass die Leute tatsächlich erschreckt. So tauchte er mit dem Erstling SKEW in eigene Ängste ein um auszuloten, ob das Publikum diese mit ihm teilt. Weil das Debütwerk gut ankam, erhielt der Filmemacher weitere Anfragen für Horrorfilme. Schelenz sagte zu und nahm Bedingungen in Kauf. So wurden mehr Blut und Brüste gefordert, um international besser verkaufen zu können. Für den Regisseur eine problematische Angelegenheit, wollte der sich nicht auf das krampfhafte Abfilmen weiblichen Brüsten versteifen. Deshalb suchte er nach plausiblen Gründen, um diese auch zeigen zu können. Unterstützung erhielt er dabei von Drehbuchautorin LISA DEVITA. Zusammen kamen beide auf die Idee, das Geschehen in ein Striplokal zu verlegen. Gesagt, getan. Entstanden ist mit PEELERS ein Fun-Splatter, der es Streifen wie RITTER DER DÄMONEN oder BRAINDEAD gleich macht. Auch dort brachte man schwer unterhaltsamen Schwachsinn auf die Leinwand, der weder Sinn noch Verstand hatte. Geschadet hat’s nicht, denn erwähnte Filme sind heute Kult. Ob jedoch PEELERS gleiches Erbe antreten wird, bleibt abzuwarten. Potenzial ist definitiv vorhanden.
 
 


 
 
 

PEELERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
FROM DUSK TILL DAWN trifft auf ZOMBIE STRIPPERS. Schwer unterhaltsamer Fun-Splatter mit erotischer Note, der eine übertriebene Gewaltorgie zeigt, die man zu keiner Minute ernst nehmen kann. Hier wird nahezu minütlich geschlitzt, geschlagen und filetiert, was vor allem jenen gefallen dürfte, die ein Herz für detailgenaue Schlachtorgien besitzen. Schenkt man Regisseur SEVÉ SCHELENZ Glauben wurde PEELERS von wahren Begebenheiten inspiriert, die Drehbuchautorin LISA DEVITA in einem Stripclub erlebt haben soll, als sie mal in Las Vegas zu Gast gewesen ist. Was ihr dort widerfahren ist, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Fakt ist, dass es wohl so Eindruck hinterlassen haben muss, dass daraus ein Horrorfilm gemacht werden musste. Schelenz – der sich übrigens als großer Tarantino-Fan outete – verriet zudem, dass Horrorstoff wie EVIL DEAD und FROM DUSK TILL DAWN für den zweiten Spielfilm Pate standen. Hat man PEELERS gesehen, wird man auch verstehen was gemeint ist. Der Film zitiert fleißig genannte Kultstreifen. Da verzeiht man doch gern, dass PEELERS trotz ausuferndem Blutbad mit 95 Minuten dann doch ein bisschen lang geraten ist. Blut und Gore – Irgendwann ist eben auch mal genug.
 
 
 


 
 
 

PEELERS – Zensur

 
 
 
In PEELERS geht es nicht gerade unblutig zu. Da spritzen übertriebene Blutfontänen aus Wunden und Gegenstände werden beinahe minütlich durch Körper gejagt. Hier wird Gewalt überzogen zelebriert, was diesem Splatter-Quatsch einen fast schon comichaften Charakter verleiht. Das dürfte auch einer der Gründe für eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene sein, die PEELERS erhalten wird – insofern man den Streifen in Deutschland veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

PEELERS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Uncork’d Entertainment | Pounds (LBS) Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of Something Strange (2016)
 
From Dusk till Dawn (1996)
 
Ritter der Dämonen (1995)
 
Bad Taste (1987)
 
The Funhouse Massacre (2015)
 
Condemned (2015)
 

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Filmkritik: „Scathing“ (2016)

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SCATHING

Story

 
 
 
Zwei Frischverliebte geraten in die Fänge eines skrupellosen Kannibalen.
 
 
 


 
 
 

SCATHING – Kritik

 
 
 
Wie sich Zeiten ändern. Vor zwanzig Jahren noch haben leidenschaftliche Filmliebhaber mit Videokamera und Freunden in der Garage ihre eigenen Horrorfilme gedreht. In den meisten Fällen war der hervorgebrachte Blödsinn wegen mangelnder Professionalität, fehlendem Budget und unzureichendem Equipment kaum zu ertragen. Dank Wegbereiter modernen Amateur-Horrors wie JÖRG BUTTGEREIT oder OLAF ITTENBACH konnte sich dennoch ein kleiner Nischenmarkt etablieren, der auch heute noch im Untergrund lauert und durchaus seine Fans hat. Mittlerweile hat sich das Blatt aber gewendet. Amateur-Horror lässt sich in einer hochmodernen Zeit wie der heutigen nicht mehr so einfach als solcher identifizieren. Dazu hat vor allem die allgegenwärtige Digitalisierung beigetragen, die ästhetische Videoschnipsel auf heimische TV-Geräte manövriert, die man zuvor mit dem Handy oder Urlaubskamera aufgenommen hat. Jeder kann Horrorfilme drehen. Ein Smartphone und zugehörige Handyprogramme reichen aus, um HD-Schocker zu inszenieren. Schnittsoftware und Farbfilter gibt’s im Internet als Downloads zuhauf. So kann man den Horrorfilm Marke Eigenbau mit individueller Handschrift versehen. Ein Grund mehr, warum Amateur-Schocker von heute so aussehen, wie Hollywood-Filme von vor 30 Jahren. Eine beunruhigende Entwicklung, die schon so einigen Horrorfilmfans Lebenszeit geraubt hat, weil sich hinter hochauflösender Grusel-Ästhetik nicht selten grauenhafte Amateur-Drehbücher und untalentierte Laiendarsteller versteckt haben.
 
 
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Auch für den Horrorfilm SCATHING trifft das zu. Der Film wurde mit 4K-Kameras gedreht und schaut dementsprechend auch fabelhaft aus. Leider dürfte schnell die Freude am visuellen Gaumenschmaus vergehen, wenn man genauer unter die Lupe nimmt, was überhaupt geboten wird. Viel ist das leider nicht, denn die Handlung ist erschreckend rudimentär und orientiert sich beim Aufbau am Slasher-Einerlei der letzten gefühlt 100 Jahre. Im Langfilmdebüt von Regisseur JOSEPH MAZZAFERRO will Teenager Amanda (ALLIE SPARKS) nicht auf die Eltern hören. Die darf nicht außer Haus, springt aber trotzdem ins Auto von Boyfriend Adam (MICHAEL FRASCINO), der Lust auf Fummeln und Anfassen hat. Der Flitzer wird auf menschenleerem Gelände geparkt, damit man ungestört knutschen kann. Doch Ungehorsam muss bestraft werden. So springt am nächsten Morgen der Motor nicht an. Freunde eilen zur Hilfe und geraten ins Visier eines gewissenlosen Kannibalen, der in seiner Hütte Menschen zerlegt und verspeist. Keine guten Voraussetzungen für Amanda und Adam. Die können sich noch rechtzeitig im Auto verschanzen, während die Freunde auf grausame Weise ihr Leben lassen müssen. Was folgt, hat man schon so oft gesehen. Der Killer spielt mit seinen Opfern perfide Spiele und sorgt damit für unerträgliches Opfergeschrei. Immerhin spritzt dabei reichlich Blut, sodass zumindest Gorehounds zufriedengestellt werden können. Alle übrigen Zuschauer dürften wegen stümperhafter Schnitte, schlechter Ausleuchtung und fiesem Schauspiel schon nach wenigen Minuten das Weite suchen.
 
 
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Willkommen zur Slasher-Version des King’schen Roman-Albtraums CUJO. So zumindest lässt sich am besten beschreiben, was dem Zuschauer in SCATHING zugemutet wird. Hier flüchten zwei nicht sonderlich kluge Teenager in ein Auto, das wenig später von einem langhaarigen Psychopathen belagert wird. Letzterer trägt aus nicht näher erläuterten Gründen einen Schweißerhelm und erinnert wegen seiner hünenhaften Erscheinung an Killer in Filmen wie BIKINI GIRLS ON ICE und HAZARD JACK. Weil der Filmbösewicht nicht gerade zimperlich zur Sache geht und gern mal an Menschenherzen oder Babys knabbert, wird ein gesunder Magen vorausgesetzt. Der ist vor allem deshalb wichtig, weil einige der billigen Effekte wegen ihrer schmuddeligen Inszenierung dann doch recht hart anzusehen sind. Da werden Opfer ausgeweidet und zerstückelt. Ganz zur Freude der Splatter-Fraktion, die an den kruden Ekelmomenten ihre Freude haben wird. Leider ist der technisch solide in Szene gesetzte Amateur-Backwood-Slasher trotzdem kein Hit. Die Gewaltmomente sind nämlich das einzige, was in Erinnerung bleibt. Der Rest ist unzumutbar, wobei vor allem das unerträgliche Schauspiel zu nennen wäre. Hier hat man wohl Leute von der Straße aufgelesen, die sich für eine Packung Chips vor der Kamera zum Apfel machen wollten. Gott sei Dank mussten die untalentierten Jungdarsteller nur wenig Text lernen, denn außer Schreien, Winseln und schließlich Sterben wird den Leutchen nicht viel abverlangt. Umso verwunderlicher, was Regisseur JOSEPH MAZZAFERRO in der Kickstarter-Kampagne zu SCATHING schrieb. Leicht selbstüberschätzt erklärte er spendablen Fans dort, was er sich vom ersten Langfilm erhofft: I aim to make the critics say this is the best horror film of it’s kind since Friday the 13th.
 
 
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SCATHING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
BIKINI GIRLS ON ICE meets HAZARD JACK. SCATHING ist ein Amateur-Slasher der neuen Generation, der dank 4K-Kameras ziemlich gut ausschaut und zumindest visuell gesehen vielen Meuchelfilmen aus den 1980ern um Längen voraus ist. Inhaltlich wird hier aber auf Sparflamme geköchelt. Zwei Teenager werden von einem Psychopathen tyrannisiert, der Lust auf Katz- und Mausspiele hat. Die Atmosphäre mit ihrer dreckigen Optik und der Ablauf der Handlung erinnert an das TEXAS CHAINSAW MASSACRE aus der Mache des MICHAEL BAY. Trotzdem sollte man erst gar nicht versuchen, irgendwelche Vergleiche zu ziehen. SCATHING ist eine ganz andere Hausnummer und wurde vermutlich mit einem Minimum an Dollars umgesetzt. Das wird vor allem beim rudimentären Drehbuch und an den mehr als schlechten Schauspielern deutlich. Zumindest gewalttechnisch tischt SCATHING groß auf. Wer sich damit zufrieden gibt und sich dessen bewusst ist, dass es sich hier immer noch um Amateurware handelt, kann gern mal einen Blick wagen – sollte aber nicht zuviel erwarten.
 
 
 


 
 
 

SCATHING – Zensur

 
 
 
In SCATHING geht es nicht gerade zimperlich zu. Von Ausweidungen über Zerstückelung von Menschen gibt es einiges zu sehen. Zudem knabbert der Filmkiller gern mal an menschlichen Herzen oder brät sich ein Baby. Wegen des schlecht ausgeleuchteten Amateurlooks sehen die simpel getricksten Spezialeffekte doch recht heftig aus. Weil es in der Vergangenheit schon ähnliche Filme gegeben hat (u.a. SLASHER IN THE WOODS) dürfte SCATHING wohl nur geschnitten in Deutschland erscheinen – insofern der Film hier überhaupt ausgewertet werden sollte.
 
 
 


 
 
 

SCATHING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Midnight Releasing)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Pinup Dolls on Ice (2013)
 
Girlhouse – Töte, was du nicht kriegen kannst (2014)
 
Hazard Jack (2014)


Filmkritik: „All Through the House“ (2015)

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ALL THROUGH THE HOUSE

(A NIGHTMARE CHRISTMAS | SANTA’S KNOCKING)

Story

 
 
 
Ein Mörder im Weihnachtsmannkostüm hält eine amerikanische Kleinstadt auf Trab. Der rüstet sich mit Heckenschere und Machete aus und hinterlässt eine blutige Spur der Verwüstung.

 
 
 


 
 
 

ALL THROUGH THE HOUSE – Kritik

 
 
 
Was zeichnet gute Slasher eigentlich aus? Brutale Effekte und kaltblütige Killer? Wenn es danach ginge, wäre wohl der folgende US-amerikanische-Horrorthriller ganz vorn mit dabei, denn gemeuchelt wird hier nicht selten blutig und kreativ. Dennoch erfindet der Film mit dem eigensinnigen Titel keineswegs das Slasher-Rad neu. Ganz im Gegenteil. ALL THROUGH THE HOUSE (der in England als A NIGHTMARE CHRISTMAS vermarktet wird) hakt all das ab, was seit den ersten Slasherfilmen in den 1970er bereits über Kinoleinwände geflimmert ist und bekleckert sich damit nicht gerade mit Ruhm. Newcomer TODD NUNES macht es Regisseur CHARLES E. SELLIER, JR. gleich und lässt Santa Claus schlitzen. Letztgenannter Filmemacher brachte während der Slasher-Welle in den 1980ern mit SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT einen der wohl bekanntesten Weihnachtshorrorfilme in die Kinos, dem später vier (schlechtere) Fortsetzungen und ein Remake folgten. Von genau jenem Horrorhit lies sich ALL THROUGH THE HOUSE inspirieren. Auch hier läuft ein Fremder – diesmal mit einer Vorliebe für Kastrationen – im Weihnachtsmannkostüm durchs Drehbuch und schlachtet wahllos sexhungrige Teenager ab, die ihm vor Heckenschere oder Machete kommen. Im Unterschied zum genannten Horrorklassiker von 1984 geht das aber relativ lustlos und spannungsarm über die Bühne, was das Folgen dieser Metzelorgie nicht gerade einfach gestaltet. So wird der Zuschauer von einem Mord zum nächsten getrieben. Dazwischen wird irgendwie auf Biegen und Brechen eine Geschichte erzählt, die ziemlich früh erahnen lässt, wer hier nicht alle Latten am Zaun hat und deshalb Menschen tötet.
 
 
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Im Mittelpunkt des blutigen Treibens steht die attraktive Rachel (ASHLEY MARY NUNES aus HEADHUNT). Die besucht wegen dem Weihnachtsfest die Heimatstadt und wird dort gleich wieder mit schlechten Erinnerungen aus der Vergangenheit konfrontiert. Der Empfang ist nämlich alles andere als einladend. So nervt mal wider die spitzzüngige Großmutter mit ihren dreisten Sprüchen und die durchgeknallte Nachbarin sorgt einmal mehr mit eigensinniger Art für Gänsehaut. Doch die nicht sonderlich warmherzige Begrüßung ist das kleinere Übel. Mit Rachels Ankunft beginnt das Sterben. Ein kaltblütiger Killer (LITO VALASCO, der übrigens die Filmmusik zum Horrorthriller FOUND beigesteuert hat) im Weihnachtsmannkostüm geht auf Beutejagd und ermordet Menschen – bevorzugt die, die Sex haben. Der trifft bald auch auf die Heimkehrende und bittet zum blutigen Duell. Hat man so leider schon ganz oft gesehen und verursacht weitestgehend Langeweile. Warum denken sich die Macher solcher Filme nicht langsam mal etwas Neues aus?
 
 
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Bereits 2011 versuchte sich Nachwuchsregisseur TODD NUNES im Angstmachen vor weihnachtlicher Kulisse aus. Der Kurzfilm HERE COMES SANTA erzählt nämlich eine ähnliche Geschichte wie ALL THROUGH THE HOUSE und präsentierte bereits einen ersten Vorgeschmack auf das, was er dem Zuschauer nun mit ALL THROUGH THE HOUSE zumuten möchte. Der Weihnachts-Slasher entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als typisches Videofutter mit schmalem Budget, das wohl in erster Linie in die Effekte geflossen ist. Der Rest ist unterirdisch. Schlechtes Schauspiel macht den Film unerträglich und abrupte Schnitte und Szenenübergänge mit plötzlich endender Musik erwecken den Anschein, als wenn hier Filmmaterial im Nachhinein beschnitten wurde. Ob die Schnitten aus Zensurgründen vorgenommen werden mussten, darf bezweifelt werden. Vielmehr dürfte sich hier ein Cutter mit wenig Berufserfahrung am Schnittpult ausgetobt haben, der seine Arbeit unprofessionell gemacht hat. Unprofessionalität ist demzufolge die passende Umschreibung für den gesamten Film, der nicht einmal annähernd versucht aus der grauen Masse an mittlerweile nicht mehr zählbaren Slasher-Werken hervorzustechen. Was hier gezeigt wird, hat man alles schon weitaus besser gesehen. Demzufolge kann man bei so liebloser Machart auch nicht mehr vom gut gemeinten Zitieren sprechen, wenn Regisseur TODD NUNES die Morde aus Slasher-Klassikern wie THE BURNING oder FREITAG DER 13. kopiert. Angesichts der unzureichenden Qualitäten von ALL THROUGH THE HOUSE ist das nicht mehr als Hommage zu bezeichnen, sondern als dreister Diebstahl. Dieser Film ist ein hinterlistiger Zeiträuber ohne Charme, Originalität und Spannung bei dem man sich fragt, wie er auf einigen Horrorfestivals Preise abstauben konnte. Vermutlich saßen wohl Bekannte und Freunde des Regisseurs in der Jury. Kann man daher getrost liegenlassen.
 
 
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ALL THROUGH THE HOUSE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Heißer Sex und harte Kills vor weihnachtlicher Kulisse. Dieser Film ist nicht für jedermann, sondern nur Hardcore-Slasherfans zu empfehlen. ALL THROUGH THE HOUSE (deutscher Titel: SANTA’S KNOCKING) ist kein guter Horrorthriller, weil ihm einfach jegliche Spannung fehlt. Die Schauspieler sind schlecht und das (vom Regisseur selbst geschriebene) Drehbuch überraschungsarm. Zudem schleppt sich der Film träge von Mord zu Mord, was ALL THROUGH THE HOUSE zum Geduldsspiel macht. Immerhin wurden die diversen Kills ordentlich umgesetzt. So darf man sich über handgemachte Manschereien freuen, für die sich Regisseur TODD NUNES offensichtlich von diversen Slasher-Klassikern hat inspirieren lassen. Leider machen blutige Morde allein noch keinen guten Horrorfilm. Im Vergleich zu vielen Klassikern, die Regisseur TODD NUNES zitiert, fehlen ALL THROUGH THE HOUSE nämlich nicht nur Spannung und Substanz – auch Alleinstellungsmerkmale und neue Ideen sucht man in diesem Schnarcher vergebens. Wer demzufolge schon einige Slasher gesehen hat, dürfte schnell das Gähnen bekommen und frustriert abschalten. Besser meiden und sich nicht vom Filmplakat blenden lassen.
 
 
 


 
 
 

ALL THROUGH THE HOUSE – Zensur

 
 
 
In ALL THROUGH THE HOUSE (der in Österreich, Deutschland und der Schweiz unter dem Titel SANTA’S KNOCKING zu haben ist) gibt es viele Morde zu sehen, die recht grafisch zelebriert werden. Da werden Heckenscheren und Macheten in vielen erdenklichen Varianten in Köpfe und Körper gerammt. Zudem werden relativ häufig Penisse abgetrennt. In den 1980ern wäre das definitiv aus dieser Art von Filmen entfernt worden. Heute ist die FSK da schon etwas offener. Dennoch dürfte bezweifelt werden, dass es ALL THROUGH THE HOUSE hierzulande ungeschnitten in den Handel schaffen wird. Um die deutschen Zensurproblematik umgehen zu können, hat ihn das Label EXTREME ungeprüft im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht. So kann der Film dort als Mediabook mit dem Titelschriftzug SANTA’S KNOCKING gekauft werden. Ob dieser schlechte Film eine so besondere Verpackung überhaupt verdient hat, sollte aber jeder für sich entscheiden. Die knapp 33 Euro sind es definitiv nicht wert.
 
 
 


 
 
 

ALL THROUGH THE HOUSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Grafiken stammen von der Webseite zum Film: allthroughthehousemovie.com)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Silent Night, Deadly Night (1984)
 
Silent Night – Leise rieselt das Blut (2012)
 
Saint (2010)
 
Böse Weihnacht (1980)
 
Fröhliche Weihnacht (1984)
 


Filmkritik: „The Funhouse Massacre“ (2015)

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THE FUNHOUSE MASSACRE

Story

 
 
 

Sechs der meistberüchtigten Serienkiller übernehmen eine dieser Spukattraktionen, die sich während der Halloween-Saison in Amerika großer Beliebtheit erfreuen und richten dort ein Massaker an. Das wird ein blutiger Spaß.

 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Kritik

 
 
 
Nach all den ultraharten Folterfilmen, konsequent-kaltschnäuzig durchgezogenen Rachestreifen und kaum noch zu ertragenden Found-Footage-Schnarchern ist es schön zu sehen, dass man sich um Horrorfans sorgt und sie ab und an mit leichter Kost versorgt, für die das Hirnkästchen mal eine Runde ausgeschaltet bleiben kann. Zu einer dieser Kandidaten gehört der Spass-Horror THE FUNHOUSE MASSACRE, der keinen Hehl daraus macht, dass er nur gedreht wurde, um den Genreliebhaber zu unterhalten. Rasanter Splatter-Trash mit hohem Unterhaltungswert wird hier geboten, der sich zu keiner Minute ernst nimmt und somit auf gleicher Welle schwimmt, wie bereits das von TIM SULLIVAN im Jahr 2005 inszenierte Remake des Horrorklassikers TWO THOUSAND MANIACS. Unter dem Titel 2001 MANIACS kam die Neuverfilmung vor allem wegen der ironisch-übertriebenen Zurschaustellung von Gewalt bei horrorbegeisterten Zuschauern gut an und natürlich, weil Genre-Ikone ROBERT ENGLUND in einer weiteren Paraderolle zu sehen war – Jahre nachdem er das letzte Mal als Meuchelmörder FREDDY KRUEGER auf der Leinwand Bewohner der Elm Street mit fiesen Sprüchen und scharfen Handschuh-Klauen um den Schlaf brachte. Zwar keinesfalls böse, aber dennoch humorvoll darf der mittlerweile nicht mehr ganz so frische Altstar auch in THE FUNHOUSE MASSACRE auftreten. In dieser Horror-Comedy wechselt er ausnahmsweise die Fronten und ist diesmal einer von den Guten. Englund-Fans dürfte das Wiedersehen feuchte Höschen bescheren. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn der beliebte Schauspieler hat leider nur einen kurzen Gastauftritt im Film. Nach gerade mal zehn Minuten muss er auf unsanfte Weise das Zeitliche segnen. Da stellt sich prompt die Frage, ob es eine gute Entscheidung gewesen ist, den Kultstar zu früh von der Bühne zu nehmen. Im Falle von THE FUNHOUSE MASSACRE kann Entwarnung gegeben werden, denn auch wenn Englund nicht lang zu sehen ist, hat der Streifen jede Menge Überraschungen zu bieten – und darauf kommt’s doch letztendlich an, oder?
 
 
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Eigentlich sollte es nur eine Reportage über sechs der meistgefürchteten Verbrecher unseres Planeten werden. Doch die Reporterin hat anderes im Sinn. Statt den Leiter einer Haftanstalt (ROBERT ENGLUND) zu interviewen und Bilder von den Häftlingen zu schießen, gibt sie sich als Tochter einer der Inhaftierten zu erkennen und tötet alles und jeden. Ihr Ziel: die Bösewichte aus ihren Käfigen lassen, damit sie in Freiheit weiteres Unheil anrichten können. Selbstverständlich können die Fieslinge entkommen und flüchten zu einer dieser leicht kitschigen Spukattraktionen, die in Amerika Hochkonjunktur haben, wenn Halloween ist. So werden die Angestellten besagten Horrorhauses um die Ecke gebracht, damit die Psychopathen deren Plätze einnehmen können. Was folgt, kann sich der Zuschauer ausmalen. Ein blutiges Exempel wird statuiert. Die Besucher werden blutig ermordet und als Requisiten missbraucht. Doch eine Gruppe Freunde weiß sich zu wehren. Sie nehmen den Kampf gegen das Böse auf, um den Verbrechern ein Denkzettel zu verpassen. Liebhaber grober Schlachtszenarien wird’s freuen
 
 
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Nichts ist schlimmer als langweilige Horrorfilme, die Zeit und Nerven rauben. Wühlt man sich durch den ganzen Low-Budget-Kram, der tagtäglich in den Handel gebracht wird, muss man sich der erschreckenden Erkenntnis hingeben, dass wohl den meisten Genre-Regisseuren nicht bewusst ist, was Horrorfans eigentlich wollen. Nach guter und unterhaltsamer Abendunterhaltung dürstet es den Meisten, welche man schon lange nicht mehr von Produktionen neueren Datums erwarten kann. Dort findet eher die Formel schnellen Geldes Verwendung. Nach straffem Zeitplan und mit überschaubaren Budget werden dilettantische Drehbücher verfilmt, die von lustlosen und unerfahrenen Autoren geschrieben werden. Das Nachsehen hat oft der Zuschauer, dem langsam der Spaß am Schauen von Genrefilmen vergeht, weil Quantität vor Qualität geht. Weg vom schlechten No-Budget-Müll, hin zu erwähnenswerten Horrorfilmen, die Spaß bereiten. THE FUNHOUSE MASSACRE ist so ein Fall, dessen Handlung so schwachsinnig ist, dass man den Film allein schon deshalb nur mögen kann. Regisseur ANDY PALMER nimmt sich eines Themas an, an dem sich vor einiger Zeit der Found-Footage-Thriller HOUSES OF TERROR die Zähne ausgebissen hat: Serienmörder und Geisterbahnen. Anders als im bierernsten Wackelchaos von 2014 versucht es Palmer mit selbstironischem Humor. In THE FUNHOUSE MASSACRE haben Spaßbremsen und Moralapostel Sendepause. Hier verhalten sich alle Beteiligten derart schräg, dass kein Auge trocken bleibt. In einer Geisterbahn treten sechs skurrile Gestalten gegen grünschnäblige Jungdarsteller an, die selbstverständlich alles dafür tun, möglichst schnell über die Klinge zu springen. Im Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip geht’s voran – selbstverständlich blutig und abwechslungsreich. Nacheinander müssen alle Hauptfiguren kreativ sterben. Von zerquetschten Köpfen bis hin zur grotesken Zahnoperation gibt es allerhand absurdes Zeug zu sehen, das jedoch so überzogen zelebriert wird, dass die Lacher dem Ekel den Rang ablaufen. Höhepunkt ist das im Titel angedeutete Massaker in dem wahllos Gäste der Horrorattraktion irgendwie um die Ecke gebracht werden. Die Kamera hält drauf, der Zuschauer ist glücklich. Weil abwechslungs- und temporeich geschlitzt, gehackt und gesäbelt wird, kommen kaum Längen auf. Ein gewisser Unterhaltungswert lässt sich da nicht streitig machen – vor allem auch deshalb, weil die Grenzen zur Slasher-Persiflage fließend sind. Manchmal tut leichte Kost Not. THE FUNHOUSE MASSACRE ist ein gutes Beispiel dafür, dass doof nicht gleichzeitig schlecht bedeuten muss. Dieser Film ist zwar nicht sonderlich helle, dafür handwerklich gelungen und rasant inszeniert. Der hohe Splatterfaktor tut sein Übriges. Dieser ist übrigens ROBERT KURTZMAN und dessen kreativem Team zu verdanken. Die haben schon einige Blutbäder in bekannten Horrorfilmen angerichtet. Darunter: FROM DUSK TILL DAWN, TEXAS CHAINSAW 3D und TANZ DER TEUFEL 2 um nur einige zu nennen. Zurück zum Massaker – Fortsetzung erwünscht!
 
 
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THE FUNHOUSE MASSACRE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Disneyland für Erwachsene. Kunterbuntes Splatterfeuerwerk mit hohem Fun-Faktor, das sich zu keiner Minute ernst nimmt. Wer Filme wie 2001 MANIACS, HATCHET oder das Remake zu NIGHT OF THE DEMONS mochte, wird diesen Film garantiert ins Herz schließen. THE FUNHOUSE MASSACRE punktet mit jeder Menge hirnfreiem Charme, trashigen Splattereffekten und einem absurdem Szenario, dass am Ende so ziemlich ins Nirwana der Absurdität vorstößt. Sechs unaufhaltsame Psychopathen – darunter ein Zahnarzt, ein Kannibale, ein Sektenguru, ein Leichenfledderer, ein Clown und eine Lolita – metzeln sich durch eine Geisterbahn und richten dabei ein lupenreines Massaker an. Mit handgemachten Splatterexzessen, Prothesen und Blutkonserven hat man nicht gegeizt. Das Interesse ausgehungerter Gore-Freunden wird damit geweckt, die sich am blutroten Metzelreigen kaum satt sehen können. Trotz hohem Blutzoll besticht THE FUNHOUSE MASSACRE durch enormen Unterhaltungswert. Hier ist immer was los und viel gequasselt wird nicht. Im Fokus stehen möglichst abgefahrene Todesarten. Darin ist der Film Weltmeister. Löblicherweise lässt sich FEDDY KRUEGER-Darsteller ROBERT ENGLUND kurz blicken und schaut nach dem Rechten. Der hatte zuletzt immer Pech bei der Auswahl seiner Rollen in drittklassigen Horrorfilmen. THE FUNHOUSE MASSACRE macht da eine Ausnahme. Der bereitet nämlich jede Menge Laune – auch wenn Englund zeitig sein Leben lassen muss. Als Partyfilm mit Bier und Freunden macht diese Splatter-Comedy definitiv eine gute Figur. Daher Hirn abschalten und genießen.
 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Zensur

 
 
 
THE FUNHOUSE MASSACRE zelebriert – wie es bereits der Titel vermuten lässt – Gewalt zum Selbstzweck. Hier gibt es allerhand krudes Zeug zu sehen, dass aber durch den humoristischen Unterton nicht so hart wirkt, wie man es vermuten würde. Es werden Köpfe abgeschlagen, Zähne herausgerissen und Kehlen durchgeschnitten. Das ist aber noch längst nicht alles. Es würde wohl den Rahmen sprengen, wenn hier jede Todesart genannt werden würde. Vergleicht man THE FUNHOUSE MASSACRE mit Filmen wie HATCHET kann man sich in etwa ein Bild machen, wohin die Reise gehen wird. Mit viel Glück gibt es für den Streifen eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene (keine Jugendfreigabe). Aber die Wege der FSK sind auch heute noch unergründlich.
 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet 2 (2010)
 
Hatchet 3 (2013)
 
2001 Maniacs (2005)
 
2001 Maniacs 2 – Es ist angerichtet (2010)
 


Filmkritik: „Baskin“ (2015)

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BASKIN

Story

 
 
 
Fünf Polizisten in der türkischen Provinz freuen sich auf eine ruhige Nachtschicht, doch der Hilferuf einiger Kollegen verheißt nichts Gutes. Etwas später stehen die Fünf vor der verlassenen Ruine eines ehemaligen Polizeireviers. Auf der Suche nach ihren Kollegen begeben sie sich immer tiefer in das Kellergewölbe eines schaurigen Gebäudes. Raum für Raum entdecken sie grausame und blutige Rituale. Schon bald ist klar, dass sich die Polizisten in der buchstäblichen Hölle verlaufen haben. Ein Karussell aus grotesker, widerwärtiger Szenerie setzt sich in Bewegung und ein unerbittlicher Überlebenskampf der fünf Gesetzeshüter beginnt.

 
 
 


 
 
 

BASKIN – Kritik

 
 
 
In diesen Tagen stammen die großen Filme des Horrorgenres vor allem aus den USA, England, Spanien oder dem asiatischen Raum. Insofern ist BASKIN vom türkischen Regisseur Can Evrenol ein echter Exot. Das Filmland Türkei hat sich in der Vergangenheit quasi nur selten auf der internationalen Horror-Bühne gezeigt. Macher Evrenol korrigiert diesen Missstand und rückt direkt einen der grausamsten Spielorte seit Menschengedenken in den Mittelpunkt seines Schauerwerks: die Hölle. Doch es handelt sich bei BASKIN nicht ausschließlich um einen visuell beachtlichen, brutalen Ritt durchs Inferno.
 
 
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Zunächst nimmt sich der Film (übrigens ein Regiedebüt) genügend Zeit, um seine Charaktere vorzustellen. Der Haufen aus fünf Polizisten ist eine heterogene und authentische Gruppe aus Männern, die je nach Einstellung des Zuschauers mehr oder weniger sympathisch wirkt. Anders als in populären Horrorfilmen neueren Datums handelt es sich hier nicht um dumme Teenager, knapp bekleidete Frauen oder stereotype Charaktere, die durch ein Blutbad geschickt werden. Diese Reife schlägt sich auch im Ton des Films nieder. BASKIN verzichtet auf unnötigen Humor, Seitenhiebe oder metaphysische Kommentare über das Genre. Er ist von der ersten bis zur letzten Sekunde ein abgrundtief ernster und böser Film, der keine Gefangenen nimmt.
 
 
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Ein weiteres, sehr positives Herausstellungsmerkmal ist die Machart des Films, die weit über dem Standard westlicher Horror-Produktionen liegt. Mit einem sicheren Blick für Farben, Licht und ansprechende Bildgestaltung zeigt BASKIN direkt zu Beginn die Kompetenz, die hinter der Kamera Platz genommen hat. Die Ankunft der fünf Protagonisten im verlassenen Höllenhaus stellt einen Gangwechsel des Films dar, von hier an begibt sich der Film in eine stete Abwärtsspirale aus Wahnsinn, Blut und Gewalt. So bleibt eine spannende Sequenz in Erinnerung, in der die Polizisten vorsichtig in den Keller besagtem Hauses vordringen. Erfahrene Zuschauer dürften sich hierbei sofort an den spanischen Zombie-Hit [REC] zurückerinnert fühlen, in dem sich ein Kamerateam durch ähnliches Szenario bewegte und zusammen mit einer Spezialeinheit ein Hochhaus untersuchte, in dem ein tödlicher Virus die Runde machte. Was folgt ist ein bizarres Ritual, an dem die übrig gebliebenen Gesetzeshüter teilnehmen müssen. Hier hat man vollständig auf digitale Effekte verzichtet und dank liebevoller Handarbeit eine schleimige, dreckige und fast greifbare Atmosphäre geschaffen, die im Genre Ihresgleichen suchen dürfte. So lässt die exzellente Arbeit von Masken- und Szenenbildnern BASKIN zu einer der besten beklemmenden Höllenvision werden, die man in jüngerer Vergangenheit im Horrorkino zu sehen bekommen hat.
 
 
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Leider hat auch BASKIN mit einigen Problemchen zu kämpfen. Zu den wenigen Wermutstropfen des Films gehört ein Subplot, in dem einer der Protagonisten näher vorgestellt wird. Es ist offensichtlich, dass dieser Charakter und seine Umstände der Schlüssel für die Geschehnisse des Streifens ist. Leider bleiben die exakten Hintergründe etwas schwammig und nur schwer nachvollziehbar – bedauerlich!
 
 
 


 
 
 

BASKIN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
BASKIN ist handgemachter Horror der besten Sorte. Er ist ein blutiges, schmutziges und widerwärtiges Horrorstück aus einem Land, das man in erster Linie nicht mit Horrorfilmen in Verbindung bringen würde. Der türkische Genrebeitrag beeindruckt mit starker Inszenierung und kompetenter Machart, die vielen westlichen Filmemachern klarmacht, worauf es beim Drehen von Horrorfilmen eigentlich ankommt. Ohne nennenswerte Schwächen befindet sich BASKIN auf dem besten Wege zum zukünftigen Kultklassiker, schließlich gelingt es Regisseur Can Evrenol mit Leichtigkeit das Publikum mit unbequemer Atmosphäre zu schockieren. Empfehlenswert.
 
 
 


 
 
 

BASKIN – Zensur

 
 
 
Seine inoffiziele Deutschland-Premiere feierte der Film im Rahmen des 1. SHIVERS-Festivals in Konstanz und wurde dort vom Publikum positiv aufgenommen. Gewalttechnisch gibt es Einiges zu sehen. In der zweiten Hälfte geht es ordentlich zur Sache und Regisseur Can Evrenol spart nicht mit starken Gewaltspitzen, die sich sogar mit sexuellen Aspekten vermischen. Da es sich nicht um eine Horrorkomödie, sondern um einen waschechten Horrorthriller handelt, hat die fragwürdige Vermischung von Sex und Gewalt von der FSK eine Erwachsenenfreigabe erhalten. „Baskin“ ist in Deutschland mit rotem KJ-Flatschen in den Handel gekommen.
 
 
 


 
 
 

BASKIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures (normale Blu-ray im Keepcase)

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(c) Capelight Pictures (Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Baskin; Türkei | USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Türkisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover und Schuber | Mediabook

Extras: Making of, Der Kurzfilm „Baskin“ (2013), Trailer | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet

Release-Termin: 29.04.2016

 

Baskin (Blu-Ray im KeepCase) auf AMAZON bestellen

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BASKIN – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei Capelight Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bone Tomahawk (2015)
 
Hellbound: Hellraiser 2 (1988)


Filmkritik: „Hightway 37 – Tödlicher Notruf“ (2015)

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HIGHWAY 37 – TÖDLICHER NOTRUF

(OLD 37)

Story

 
 
 
Fehlgeleitete Kinder werden vom Vater zu Killermaschinen herangezogen, die später als Sanitäter getarnt sinnlos Menschen abschlachten
 
 
 


 
 
 

HIGHWAY 37 – Kritik

 
 
 
Dass es im Horrorfilm nicht immer mit Logik zugeht, dürfte jedem Liebhaber dieser Filme verständlich sein. Dennoch stechen innerhalb des Genres immer mal wieder Streifen hervor, die es dann doch etwas zu gut mit dem Erzählen abstruser Geschichten meinen und damit nicht immer auf Zuspruch stoßen. HIGHWAY 37 (Originaltitel: OLD 37) ist einer dieser Filme in denen die Nerven des Zuschauers überstrapaziert werden, weil sich hier nicht nur alle Figuren seltsam verhalten. Auch dem Drehbuch mangelt es an Glaubwürdigkeit und erzählt wirren Horrorquatsch, der dann doch eher Kopfschütteln verursacht, statt Gänsehaut und Schauer. Eigentlich hat HIGHWAY 37 alles, was Horrorfilme neueren Datums mitbringen sollten. So überzeugte der Horror-Thriller mit atmosphärischen Bildern, blutigen Spezialeffekten und versierter Kameraführung. Was den Film aber kaum erträglich macht, ist nicht nur das haarsträubende Skript. Es sind vor allem die jungen und untalentierten Schauspieler, die offensichtlich noch nie eine Schauspielschule von Innen gesehen haben und teils unpassend agieren, so dass dem Streifen die Ernsthaftigkeit geraubt wird.
 
 
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Gestern noch als VICTOR CROWLEY und JASON VOORHEES unterwegs, ist Horror-Ikone KANE HODDER (aus ALMOST MERCY, UNTER FREUNDEN und HATCHET 3) mal wieder im Genre unterwegs und verkörpert – wie hätte es auch anders sein sollen – das ultimative Böse. Zusammen mit dem in Horrorkreisen ebenfalls geschätzten BILL MOSELEY düst er mit einem Krankenwagen über verlassene Landstraßen, um als Rettungssanitäter getarnt Notrufe abzufangen und Verletzte einzusammeln. Die werden aber nicht fachmännisch verarztet, sondern bei lebendigem Leibe verbrannt, durchbohrt oder zerstückelt. Früh wurde das Brüderpaar vom Vater zum Töten von Menschen ausgebildet – warum auch immer. Das wird für einige Teenager zum Verhängnis, die in das Visier der blutgeilen Geschwister geraten und bald ums Überleben winseln müssen.
 
 
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Ja, klar – die 80er sind zurück. Mittlerweile hält der Retro-Trend auch im Horrorfilm Einzug. So verbeugen sich immer häufiger ambitionierte Filmemacher ehrfürchtig vor jener Dekade, die sie oftmals selbst nie erlebt haben, sondern nur aus Filmen kennen. Das ist auch in HIGHWAY 37 nicht anders, der sich als blutiger Slasher getarnt vor jenem Jahrzehnt verbeugt, in dem maskierte Serienkiller Lichtspielhäuser und Videotheken heimgesucht haben. Umso mehr erfreut es zu sehen, dass es sich auch KANE HODDER nicht nehmen lassen hat, einmal mehr als Schurke das Bluthandwerk zu lehren. Der hangelt sich seit seinem Dauer-Abo als JASON VOORHEES in FREITAG DER 13. von Horrorfilm zu Horrorfilm und gehört mittlerweile zur Grundausstattung jedes günstig gedrehten Schauerstreifens. Leider garantiert der Auftritt des bekannten Horrorsternchens nicht immer Qualität, denn oftmals steht dessen Name nur deshalb werbewirksam auf dem Cover, damit vom katastrophalen Filmmüll abgelenkt werden kann. Auch HIGHWAY 37 gehört zu einer dieser Low-Budget-Gurken, die man eher aus dem Hause THE ASYLUM erwarten würde, weil der Film äußerst sinnbefreit erzählt wird. Hier schlitzen fehlgeleitete Psychopathen Menschen im tiefsten Hinterland ab und keiner will’s geahnt haben. Das macht dahingegen kaum Sinn, weil sich im Film offenbar niemand darüber wundert, wenn nach getätigten Notrufen am Unfallort keine Verletzten gefunden werden. Zudem scheint es in HIGHWAY 37 keine Menschenseele zu beunruhigen, dass die Bewohner einer Kleinstadt nahezu scharenweise vom Erdboden verschwinden. Logikfanatiker werden da vermutlich die Krise bekommen.
 
 
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Die miese Inszenierung des Streifens kommt nicht von ungefähr. Nicht nur beim Schreiben des Drehbuchs waren Neulinge am Werk. Auch Regisseur CHRISTIAN WINTERS schien die Kontrolle über diesen Horrorfilm verloren zu haben, weshalb er kurzerhand seinen Namen aus dem Abspann streichen und durch das Pseudonym ALAN SMITHEE ersetzten lies. Eine Prämisse, die zu verstehen gibt, dass der Macher selbst nicht mit der Arbeit zufrieden gewesen ist, findet doch das Pseudonym ALAN SMITHEE stets dann Verwendung, wenn Regisseure mit fertigen Filmen nicht mehr in Verbindung gebracht werden möchten. Umso bedauerlicher für das Schurken-Duo KANE HODDER und BILL MOSELEY (aus TEXAS CHAINSAW 3D, HAUS DER 1000 LEICHEN und DEAD SOULS), die allein versuchen müssen HIGHWAY 37 vor der Bruchlandung zu retten. Denen gelingt es im Wirrwarr nur mühsam für Höhepunkte zu sorgen. So sind es ihre Figuren und deren Hintergrundgeschichten selbst, die zumindest etwas Unbehagen bescheren können. Kurze Rückblenden berichten von einer grausamen Kindheit. Unter dem harten Regime des Vaters wird nicht sonderlich tiefgründig erörtert, wie Kinder ins Reich des Bösen überwechseln und nacheifern, was ihnen das Familienoberhaupt vorgelebt hat. Das Gezeigte wirkt haarsträubend und lächerlich, weil sich die psychologische Entwicklung der Kinder den Genreregeln unterwerfen muss, damit viel blutiger Nonsens gezeigt werden kann. Horrorfans ohne Anspruch wird das aber wohl kaum stören, schließlich gibt es in den letzten Filmminuten ein paar gemeine Spezialeffekte zu sehen, die das löchrig und unüberlegt geschriebene Drehbuch kurzzeitig vergessen lassen.
 
 
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Letztendlich wurmt es in dieser Crowdfunding-Produktion gewaltig, obwohl das Konzept hinter dem Film – trotz Logikbarrieren – noch relativ unverbraucht ist. HIGHWAY 37 basiert auf einen Albtraum von Co-Autor PAUL TRAVERS, der mit dem Vertrauen schwer verletzter Unfallopfer ein makabres Spiel treibt und statt sie ins Krankenhaus zu schicken lieber durch die Hölle jagt. Das mag durchaus makaber sein und für Fans des Genres interessante Ansätze besitzen. Furchterregend oder gar verstörend wurde diese perfide Idee jedoch nicht umgesetzt, dazu mangelt es HIGHWAY 37 an Hirn und allen Beteiligten an Talent. HIGHWAY 37 ist ein trügerischer Horror-Reinfall, wie er im Buche steht. Auch wenn der Slasher auf visueller Ebene mit jedem Hochglanz-Schocker problemlos mithalten kann, sollte man um diesen Blödsinn einen großen Bogen machen.
 
 
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HIGHWAY 37 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Eine blutige und makabere Verbeugung vor den fiesen Slasher-Streifen der 80er Jahre. Wie auch zu Hochzeiten der Meuchelfilme darf ein maskierter KANE HODDER nicht fehlen, der sich nach Herzenslust durch die Körper ahnungsloser Teenager schneiden, bohren und hämmern kann. Visuell punktet HIGHWAY 37 (im Original: OLD 37) mit atmosphärischer Optik, die es durchaus mit aktuellen Leinwandschockern aufnehmen kann. Inhaltlich herrscht jedoch das kalte Grausen, denn sowohl das Drehbuch als auch die Darsteller sind nicht von dieser Welt. HIGHWAY 37 ist einer der dümmsten Horrorfilme, die man in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat. Hinzukommt, dass der Streifen mit den wohl dümmsten und unbegabtesten Schauspielern besetzt wurde, die man in Amerika finden konnte. Von peinlich berührt bis unfreiwillig komisch – Zuschauer, die auch von Horrorfilmen zumindest etwas Anspruch erwarten, werden hier vom zu häufigen Kopfschütteln plötzlich Migräne bekommen. Von der minderen Qualität seines Streifens war auch Regisseur CHRISTIAN WINTERS überzeugt. Der wollte nach den Dreharbeiten aus Scham nichts mehr mit dem Film zu tun haben. Wer HIGHWAY 37 gesehen hat, dürfte dessen Entscheidung verstehen und den Filmemacher einfach nur tröstend in den Arm nehmen wollen.
 
 


 
 
 

HIGHWAY 37 – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen Slasher der alten Schule gehört, gibt es in erster Linie handgemachte Sauereien zu sehen. Sägenblätter schneiden sich ins Fleisch, Menschen werden ans Kreuz genagelt und ausgeweidet. Außerdem wird eine besonders unsympathische Protagonistin mit Benzin übergossen und angezündet. Das hört sich alles sehr hart an. Offenbar hat das aber nicht für eine ungeschnittene Erwachsenenfreigabe gereicht. Die deutsche Fassung ist trotz rotem FSK-Flatschen geschnitten.
 
 
 


 
 
 

HIGHWAY 37 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Old 37; USA 2015

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 03.08.2017

 

Highway 37 – Tödlicher Notruf [Blu-Ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HIGHWAY 37 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dämonisch (2001)
 
Bereavement – In den Händen des Bösen (2010)
 
The Boy (2015)


Filmkritik: „Re-Kill“ (2015)

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RE-KILL

Story

 
 
 
RE-KILL schaut einem SWAT-TEAM bei der täglichen Arbeit über die Schultern. Die Aufgabe der Spezialeinheit ist es, möglichst viele Zombies zu vernichten, damit sich amerikanische Einwohner sicher fühlen können. Dabei werden die Kämpfer von den Kameramännern des TV-Formats „R-Division, Frontline“ begleitet, die die Zuschauer der Sendung über teils beunruhigende Einsätze in den zombieverseuchten Randgebieten bewohnter Städte informieren wollen.
 
 
 


 
 
 

RE-KILL – Kritik

 
 
 
Fast zehn Jahren ist es nun bereits her, seit die Spanier JAUME BALAGUERÓ und PACO PLAZA mit dem sehenswerten Horrortrip [REC] ein Glanzstück in puncto Grauen ins Kino brachten, in dem Zombie- und Found-Footage-Genre auf bis dato noch nie dagewesene Weise vermischt wurde. Mittlerweile sind mehrer Ableger und genug ähnliche gestrickte Streifen erschienen, von denen aber nur die wenigsten überzeugen konnten. Die Festivalbetreiber von AFTER DARK wissen, was Horrorfans wollen und produzieren nach dem erfolgreichen AFTER DARK HORRORFEST unter dem Banner AFTER DARK ORIGINALS seit einigen Jahren selbst Schocker am Fließband (u.a. DARK CIRCLES, RITUAL und CHILDREN OF SORROW). RE-KILL schimpft sich ein weiterer Streifen aus dem reichhaltigen Fundus kurzweiliger Gruselware der AFTER DARK-Horrorexperten. Der sollte bereits 2010 veröffentlicht werden, kam aber erst fünf Jahre später in die Gunst einer Kinoauswertung. Die lange Entstehungszeit tut der Tatsache aber keinen Abbruch, dass RE-KILL gar nicht so übel ist, wie die meisten Zombiefilme neueren Datums. Für diesen Actioner wurde kurzerhand das [REC]-Prinzip noch einmal aufgriffen, um daraus eine fiktive Reality-TV-Show zu machen – blutige Kills und Patronengewitter inklusive.
 
 
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Fünf Jahre ist es nun bereits her, seit eine Katastrophe knapp 85% der Menschheit in geifernde Kreaturen namens Re-Ans verwandelt hat, die unentwegt durch Dörfer und Städte hetzen, um sich am Fleisch Nichtinfizierter zu laben. Die meisten Großstädte sind immer noch unbewohnbar. Dennoch existieren Überlebende, die sich in kleinen Städten zusammengerafft haben, um weiterhin einem geregelten Leben nachgehen zu können. Um deren Sicherheit zu gewährleisten wurde die sogenannte R-Division gegründet. Dabei handelt es sich um ein speziell geschultes SWAT-Team (darunter Kampfkünstler SCOTT ADKINS), das Zombies in menschenleere Zonen drängen soll, um sie dort von ihren Qualen erlösen zu können. Leider ist der Einsatz für die Mitglieder der Spezialeinheit nicht frei von Gefahren. Etwas, das viele der mutigen Kämpfer unterschätzen und deshalb mit ihrem Leben bezahlen müssen.
 
 
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Der komplett in Bulgarien gedrehte Film gleicht reißerisch inszenierten Reality-Dokus aus Amerika (wie COPS) in denen Polizisten bei der Verbrecherjagd von einem Kamerateam begleitet werden. In RE-KILL werden jedoch keinen Bösewichte hinter schwedische Gardinen gebracht; hier nimmt man den Kampf gegen eine ernstzunehmende Plage auf: Zombies. Die werden mit schwerem Geschütz in den Filmhimmel befördert und knabbern hin und wieder an den Mitgliedern eines SWAT-Teams, die bei gefährlichen Einsätzen etwas zu unachtsam durch das Schlachtfeld stolpern. Das dürfte vermutlich ganz im Sinne des Zuschauers sein. Der wird nicht nur Zeuge schießwütiger Kampfeinsätze, sondern darf sich auch an so manch explodierendem Zombieschädel und genug blutigen Einschusswunden erfreuen.
 
 
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Hektik und grausames Auslöschen soll in RE-KILL Unterhaltungswert beschweren. In diesem Streifen läuft alles in rasender Geschwindigkeit ab. Die Kamera kommt dabei nie zur Ruhe, weil sie nahezu überall sein möchte, damit der Zuschauer das Gefühl bekommt, Teil einer unaufhaltsamen Hetzjagd auf infizierte Bürger zu sein. Das bewirkt zwar anfangs ein hohes Maß an Realität und Tempo, verursacht aber so ziemlich schnell Schwindelgefühl, weil das Geschehen ausschließlich mit Hilfe von verwackelten Bildern vorangetrieben wird. Für kurze Verschnaufpausen sorgen fiktive und zynische Werbefilmchen, wie man sie auch schon in der SciFi-Actionern ROBOCOP oder STARSHIP TROOPERS zu sehen bekommen hat. Die sollen der Bevölkerung im Ausnahmezustand die schönen Dinge des Lebens vor Augen führen. Ein gefundenes Fressen für habgierige Unternehmer, die selbst noch während der Katastrophe möglichst viel Geld mit dem Ängste der Menschen verdienen wollen.
 
 
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Hinter dem etwas anderen Zombiefilm steckt der Bulgare VALERI MILEY. Dessen Arbeiten lesen sich bisher noch sehr übersichtlich. So konnte er immerhin Regie in einem Sequel der bekannten (und nicht gerade sehenswerten) Hinterwäldler-Reihe führen: WRONG TURN 6. Von den inhaltlichen Schwächen des fünften Ablegers jener Kannibalen-Hatz ist RE-KILL weit entfernt. Der Film richtet sich an all jene, denen es im Kino nicht rasant genug zugehen kann. Hier werden nicht nur minütlich hunderte von Patronen zur Vernichtung von Zombies abgefeuert; RE-KILL scheut sogar nicht mit satirischen Seitenhieben gegen das entfesselte kapitalistische System sowie unterschwelliger Kritik an die immer sensationshungrigeren Medien. In diesem Falle hat sich die lange Wartezeit gelohnt, denn der hektische Action-Mix ist wirklich nicht übel!
 
 


 
 
 

RE-KILL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schnell, schneller, RE-KILL. Rasantes Action-Zombie-Werk, das so hektisch und temporeich inszeniert wurde, dass man nach dem Abspann erstmal nach Luft ringen muss. Der Bulgare VALERI MILEY hat hier eine Art Reality-Show des spanischen [REC] zusammengeschnippelt, die durchaus Unterhaltungswert besitzt. So mixt er Found-Footage-Elemente mit im wahrsten Sinne des Wortes schwindelerregenden Zombie-Vernichtungseinsätzen, während denen man sich fragt, wie viel Munition so ein Maschinengewehr eigentlich abfeuern kann. Damit das pausenlose Auslöschen von infizierten Menschenfressern nicht zu eintönig wird, bringt RE-KILL unterschwellige Gesellschaftskritik an den Zuschauer. Die wird bissig und satirisch verpackt – ROBOCOP und STARSHIP TROOPERS lassen grüßen.
 
 


 
 
 

RE-KILL – Zensur

 
 
 
Wie es sich für Zombie-Action gehört, werden vor allem die Untoten hingerichtet und Kämpfer angefressen. Die meisten Gewaltmomente reduzieren sich auf Kopfschüsse und Einschusswunden. Weil RE-KILL derart hektisch zusammengeschnitten wurde, bekommt man viele der Spezialeffekte nur kurz zu sehen. Hierzulande reicht das für eine ungeschnittene Freigabe mit rotem FSK-Sticker: Keine Jugendfreigabe.
 
 


 
 
 

RE-KILL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
[REC] (2007)
 
RoboCop (1987)
 
Starship Troopers (1997)
 


Filmkritik: „Some Kind of Hate“ (2015)

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SOME KIND OF HATE: VON HASS ERFÜLLT

Story

 
 
 
Mobbingopfer erhält in einem Camp für gewaltbereite Jugendliche Unterstützung von einem rachsüchtigen Geist, der beim Denkzettel verpassen behilflich sein möchte.
 
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Kritik

 
 
 
Seit SISSY SPACEK im unkontrollierte Wutrausch die Schule abfackelte und so unzählige Mitschüler in der Romanverfilmung CARRIE tötete, gilt im Horrorfilm: wer Mitschüler hänselt, muss dafür bestraft werden – schonungslos und blutig. Auch 40 Jahre nach der gelungenen Leinwandadaption des gleichnamigen Stephen King-Buches gehört Mobbing an Schulen zum heißen Eisen. So hat sich das unmenschliche Peinigen von Klassenkameraden an vielen Schulen mittlerweile zu einem ernstzunehmenden Problem entwickelt, das in Zeiten von Cyber-Mobbing und Cyber-Stalking erschreckende Ausmaße erreicht hat. Dem Mobbing von Außenseitern und dem dadurch verursachten Hass widmet sich auch Regieneuling ADAM EGYPT MORTIMER. Der hat mit SOME KIND OF HATE brisanter Stoff verfilmt, dem es an nötiger Ernsthaftigkeit mangelt, die man von solch sensibler Thematik erwarten würde. Blutiges Rächen ist hier Programm, mit dem sich der Film über Wasser halten möchte. Das ist aber leider auch das einzige was der Film gut kann, denn zwischen den wenigen Todesszenen herrscht gähnende Langeweile.
 
 
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Außenseiter und Metal-Fan Lincoln Taggert (RONEN RUBINSTEIN) hat es nicht leicht an der Schule. Nicht nur, dass er von den beliebtesten Schülern wie Dreck behandelt wird; auch zu Hause treffen regelmäßige Demütigungen vom alkoholisierten Vater tief, so dass der Teenager nach einer Schlägerei an der High School in ein Erziehungscamp gesteckt wird. Dort soll der Schüler lernen mit seinen Aggressionen umzugehen. Leider holt ihn auch hier die Vergangenheit ein. Er wird erneut schikaniert und beschwört versehentlich den Geist eines toten Mädchens, das sich hier im Erziehungslager das Leben genommen hat, weil es die Demütigungen der übrigen Teilnehmer nicht mehr ertragen konnte. Mit vereinten Kräften sollen Denkzettel verteilt werden, doch Geist Moira hat andere Vorstellungen vom Bestrafen, als der verbündete Lincoln.
 
 
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Unsympathische Abziehbilder und unzugängliche Helden sowie kaum Identifikationsmöglichkeiten. SOME KIND OF HATE ist nicht gerade das, was man sich unter einem gelungenen Horrorfilm vorstellt. Im Drehbuch wurmt es gewaltig. Das hat so seine Probleme mit dem Erzählen einer vernünftigen Horrorgeschichte und reiht demzufolge Klischee an Klischee damit SOME KIND OF HATE überhaupt etwas zu erzählen hat. Doch damit nicht genug. Untalentierte Jungdarsteller (u.a. NOAH SEGAN aus STARRY EYES) machen es dem Zuschauer nicht leicht. Denen fehlt es an Erfahrung, um auch glaubwürdig agieren zu können. Viel zu tun haben sie jedoch nicht, denn bis auf schreien, rächen und sterben wird nicht viel von ihnen gefordert. Das macht sich auch im Spannungsaufbau bemerkbar, der nahezu kaum vorhanden ist. Immerhin stimmt der Blutgehalt, denn im Finale wird kräftig ausgeteilt. Wenn sich Geist Moira selbst Schmerzen zufügt und so gleichzeitig den Gegner quält, kommen zumindest jene Zuschauer auf ihrer Kosten, denen es im Horrorfilm nicht blutig genug zugehen kann. So färben Kunstblutfontänen Mattscheiben rot und theatralische Chorgesänge suggerieren dem Publikum, dass eine Lesung in der Kirche vermutlich spannender gewesen wäre, als knapp 90 Minuten für SOME KIND OF HATE zu verschwenden.
 
 
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SOME KIND OF HATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Fieses Killer-Konzept mit deftigem Blut- und Härtegrad. Dennoch gilt: Hauptsache blutig – Wenn alle Stricke reißen, rettet der Härtegrad, was zu retten ist. Vielleicht hätte Newcomer ADAM EGYPT MORTIMER weniger auf Optik und mehr auf das Können seiner Hauptdarsteller geachtet, dann wäre dem Zuschauer manch Peinlichkeit erspart geblieben. SOME KIND OF HATE ist kein nennenswerter Horrorfilm. In diesem Rachestreifen will – mal abgesehen vom Blutgehalt – kaum etwas funktionieren. Die darstellerischen Leistungen sind ungenügend, das Drehbuch lahmt und die Figuren entpuppen sich als austauschbare Stereotypen. Der Mix aus Slasher und Geisterfilm erwacht erst am Ende aus seinem Dornröschenschlaf. Leider dürfte das nur beim gewalterprobten Publikum gut ankommen. Wer so seine Probleme mit Rasierklingen besitzt, die durch menschliches Fleisch schneiden, dürfte mit SOME KIND OF HATE trotz zeigefreudigen Gewaltexzessen kaum etwas anfangen können.
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Zensur

 
 
 
In SOME KIND OF HATE geht es nicht zimperlich zu. In den letzten 15 Minuten geht die Post ab. Dort gerät der Geist eines Mobbingopfers außer Kontrolle und fügt sich Verwundungen zu, die auch dem Gegner zugefügt werden. Das passiert mit einer Rasierklinge. So werden Hälse durchgeschnitten und Menschen mit Benzin übergossen. Aufgrund der zeigefreudigen Gewaltexzesse, ist SOME KIND OF HATE nur mit rotem FSK-Sticker in den Handel gekommen. Dafür aber ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Some Kind of Hate; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentare, Trailer, Deleted Scenes

Release-Termin: 01.09.2016 (BD KeepCase)

 

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SOME KIND OF HATE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Found (2012)

Dark Summer (2015)

Mirror Mirror (1990)

Carrie (2013)

Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)

The Final – Nächste Stunde: Rache! (2010)


Filmkritik: „Turbo Kid“ (2015)

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TURBO KID

Story

 
 
 
Für die meisten von uns war 1997 das Jahr, in dem die Spice Girls Radio sowie Musiksender bevölkerten und auf erstaunlich robusten Mobiltelefonen Snake gespielt wurde. Für den jungen Comic-Fan, der nur als „The Kid“ (Munro Chambers) bekannt ist, besteht 1997 hauptsächlich aus Fahrradtouren durch eine Welt, die von nuklearem Krieg verwüstet wurde. Zusammen mit der merkwürdigen Apple (Laurence Leboeuf) und dem Cowboy Frederic (Aaron Jeffery) durchstreift er die Weiten der zerstörten Gegend auf der Suche nach Schrott, Spielzeugen, Waffen und anderem illustrem Gut. Der apokalyptische Alltag wird unterbrochen, als die Gruppe ihren Weg mit dem von Zeus (Michael Ironside) kreuzt, der als despotischer Herrscher Gladiatorenkämpfe veranstaltet und allerlei fiese Verbrechen begeht. Selbstverständlich muss Zeus gestoppt werden. Mit dem Superhelden-Kostüm, das das zukünftige „Turbo Kid“ in einem abgestürzten Flugzeug entdeckt, sollte das Duell sogar zu gewinnen sein.
 
 
 


 
 
 

TURBO KID – Kritik

 
 
 
Schon während des Vorspanns fliegt dem geneigten Zuschauer eine große Menge an Nostalgie entgegen. Mit einem stimmigen Soundtrack aus Synthesizer-Sounds und feinstem Power-Rock flitzt Turbo Kid auf seinem BMX durch die nukleare Wüste, so dass man sich sofort in die Popkultur der 80er und 90er Jahre zurückversetzt fühlt. Natürlich dürfen auch Referenzen an beliebte Filme der Ära (beispielsweise „Armee der Finsternis“) nicht fehlen. Abgerundet wird die spaßige Hommage an vergangene Zeiten mit dem Auftritt von Michael Ironside, der durch Auftritte in „Total Recall“ oder „Starship Troopers“ zu einem der denkwürdigsten Retro-Leinwandschurken avanciert ist. In der knallbunten Ausstattung des Films spiegelt sich der nostalgische Geist von „Turbo Kid“ ebenso gut wie in der passenden musikalischen Untermalung wieder.
 
 
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Angereichert wird der Ritt durch die 80er und 90er von einem Festival aus kreativem Splatter und Gore, das nicht zuletzt von Zeus Handlanger Skeletron verursacht wird. Wenn Turbo Kid mit seinem Turbo-Handschuh reihenweise Schurken zum Explodieren bringt und Heldin Apple mit ihrem Gnome-Stick (ein Waffe bestehend aus einem Stock und einem Gartenzwerg) Köpfe einschlägt, verdient sich „Turbo Kid“ herzhaftes Jubeln und lautes Gelächter. Bei einem solchem Spaß verlassen sich die Autoren des Films nicht nur auf Referenzen an vergangene Publikumshits, sondern liefern auch eigene Ideen, wie zum Beispiel das etwas andere Geheimnis, das Turbo Kids Gefährtin Apple verbirgt.
 
 
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Etwas ärgerlich ist die Tatsache, dass der Protagonist des Films zwischen den Nebencharakteren verblasst. Die exzentrisch-freundliche Apple, der Endzeit-Cowboy Frederic und natürlich der große Bösewicht Zeus sind allesamt interessanter und passen besser in das schräge Universum des Films als der eher dröge und langweilige Junge, der das Ziel der altmodischen Rache verfolgt.
 
 
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TURBO KID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Blutiges und witziges Retro-Spektakel mit abgefahrenen Ideen und deftigen Schauwerten, die das Herz jedes Horrorfans schneller schlagen lassen. „Turbo Kid“ ist eine liebevolle Hommage an die Action- und Splatterfilme der B-Kategorie, von der die 80er und 90er so zahlreiche Beispiele hervorgebracht haben. Mit kreativen, handgemachten und vor allem lustigen Splattereffekten und einem stimmigen Soundtrack sorgt der etwas andere postapokalyptische Film für jede Menge kurzweiligen Spaß und ist gleichermaßen ein Tipp für Fans von Comics als auch Splatterfreunde.
 
 


 
 
 

TURBO KID – Zensur

 
 
 
Der Film punktet mit großzügigem Einsatz von Kunstblut, Prothesen und brutalen Spitzen. Zu jeder Zeit schwingt jedoch eine Menge Humor mit, so dass „Turbo Kid“ sogar von der FSK bereits für Sechsehnjährige freigegeben wurde. Alle Heimkino-Medien des Films sind ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

TURBO KID – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) LFG (KeepCase)

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(c) LFG (Mediabook Cover A – limitiert auf 3000 Stück)

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(c) LFG (Mediabook Cover B – limitiert auf 500 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Turbo Kid; Kanada / Neuseeland 2015

Genre: Komödie, Horror, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Stereo 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Amaray: Bildergalerie, Trailer | Mediabook: zusätzlich 20-seitiges Booklet mit Texten von Dr. Marcus Stiglegger, Making Of, Bonusfilm: „T is for Turbo“ (englisch), RKSS (Road Kill Superstars) Kurzfilme (englisch), RKSS Faketrailer

Release-Termin: Amaray: 13.11.2015 | Mediabook: 13.11.2015

 

Turbo Kid [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Turbo Kid Mediabook Cover A (Blu-Ray+2DVD) ungeschnitten bei Cyper-Pirates kaufen

Turbo Kid Mediabook Cover B (Blu-Ray+2DVD) ungeschnitten bei Cyper-Pirates kaufen

 
 
 


 
 
 

TURBO KID – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Ledick Filmhandel

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deathgasm (2015)
 
Army of Darkness – Armee der Finsternis (1992)
 
Bad Taste (1987)
 


Filmkritik: „Deathgasm“ (2015)

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DEATHGASM

Story

 
 
 
Die Möglichkeiten für den jungen Metalhead Brodie (Milo Cawthorne) sind begrenzt. Der nerdige, ruhige Außenseiter lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter im abgelegenen Neuseeland und durchläuft die üblichen Prüfungen und Strafen der Jugend. Als seine Mutter nach einem unrühmlichen Zwischenfall in die Geschlossene eingewiesen wird, kommt es noch dicker. Er muss mit seinem strikt religiösen Onkel Albert, dessen Frau Mary und deren unsäglich prolligem Sohn zusammenleben. Als ob das nicht schlimm genug wäre, buhlt dieser um die Gunst der blonden Schönheit Medina (Kimberley Crossman), auf die Brodie ebenfalls ein Auge geworfen hat. Erst das Zusammentreffen mit dem Rebellen Zakk (James Blake) lässt Hoffnung aufkommen. Mit zwei strebsamen Schulkollegen bilden sie die Metalband DEATHGASM und hauen in ihrer Freizeit brutale Riffs raus. Die Situation im ruhigen Städtchen gerät endgültig aus den Fugen, als Brodie und Zakk auf einen Satz mysteriöser Notenblätter stoßen und die sogenannte „Schwarze Hymne“ spielen. Dass sie damit ihre Nachbarn in blutrünstige Dämonen verwandeln ist nur eine der vielen Nebenwirkungen gespielter Noten. Ganz nebenbei öffnen sie ein Höllenportal und müssen sich binnen weniger Stunden auf die Ankunft des Chef-Dämons Aloth vorbereiten.
 
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Kritik

 
 
 
Nach „Housebound“ aus dem Jahr 2014 ist „Deathgasm“ der neueste Splatter-Export vom anderen Ende der Welt. Darin tobt der offensichtliche Metal-Fan und Effekt-Spezialist Jason Lei Howden (der unter Anderem an der „Hobbit“-Trilogie oder den „Avengers“ mitwirkte) sich gehörig aus und zelebriert eine bis dato ungesehene Variante der filmischen Auseinandersetzung mit schwermetallener Musik. Mit sehr deutlichen Anleihen an die Kultklassiker der „Evil Dead“-Reihe („Tanz der Teufel“) gibt er die Jagd auf besessene Nachbarn frei und beschert seinem Publikum ein amüsantes, blutiges Splatter-Fest.
 
 
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Sam Raimis beliebte und großartige Horror-Saga um den tollpatschigen Jedermann Ashley Williams hat in den letzten drei Jahrzehnten unzählige Horror-Regisseure inspiriert und gilt bis heute als eine der ikonischen Filmreihen, die vor allem in späteren Kapiteln gekonnt Humor mit jeder Menge Gematsche kombiniert. Als jüngster gedanklicher Nachfolger muss „Deathgasm“ sich dem Vergleich mit seinem offensichtlichen Vorbild „Evil Dead“ stellen. Leider entkommt der neuseeländische Debütfilm von Jason Lei Howden diesem Vergleich nicht ohne Blessuren. Howden verkompliziert seinen Film unnötig und reichert ihn mit einigen Subplots an, die vom eigentlichen Fokus des Splatter-Festes ablenken und obendrein ein leichtes Ziel für Logiklöcher und Ungereimtheiten aller Art bilden. Der romantische Plot beispielsweise, der sich zwischen Brodie und Medina entwickelt, basiert auf einem sehr dürftig geschriebenen weiblichen Charakter und bremst den Film eher aus, als dass er ihn bereichert.
 
 
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Der Stil des Films, der zum Anfang mit vielfältigen visuellen Reizen, schnellen Schnitten, Schwenks und sonstigem Kamera-Gespiele überzeugt, ist im weiteren Verlauf leider sehr inkonsistent. Dies führt dazu, dass zwischen der flinken Einleitung des Films und dem eigentlichen Beginn der blutigen Action eine Leere entstehen lässt, die man beinahe als langweilig bezeichnen könnte. Was das Design der Dämonen angeht, kann „Deathgasm“ einige Punkte sammeln, hier macht sich die vorherige Erfahrung des Regisseurs deutlich bemerkbar, auch wenn das Axtfutter und ihre Inszenierung gelegentlich etwas zu stark an die Vorbilder aus „Evil Dead“ erinnern. Auch die Make-Up-Effekte sind gut gelungen und schmeicheln dem Auge durch eine fast ausschließlich handgemachte Qualität. Endlich gibt es wieder einen Film zu sehen, in dem das Kunstblut buchstäblich an der Kameralinse herunterläuft.
 
 
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DEATHGASM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Halsbrecherische Dämonenjagd mit viel (Herz)Blut und Metal. Jason Lei Howdens Debüt „Deathgasm“ ist ein unbeschreiblich amüsanter Splatterfilm von Metalheads für Metalheads, durchsetzt mit donnernden Riffs, einem derben Soundtrack und großzügigen Portionen Monster-Schnetzelei. Den gleichen Kultstatus wie sein Vorbild „Evil Dead“ wird der Film wegen einem dünnen, unnötig komplizierten Drehbuch und fehlendem Charme vermutlich nicht erreichen, trotzdem ist es ein gelungener Einstand eines sympathischen Regisseurs und ein ordentlicher Beitrag zum modernen Splatter-Genre.
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Zensur

 
 
 
Kettensägen, Äxte und natürlich Dildos kommen beim Nahkampf mit der dämonischen Brut zum Einsatz und verursachen einen gesunden Blutfluss. Da sich die Gewalt gegen (nichtbesessene) Menschen in Grenzen hält und der Film durchgängig von einem leicht, humoristischen Ton dominiert wird, ist eine Jugendgefährdung hier nicht wirklich gegeben. DEATHGASM hat eine ungeschnittene Freigabe ab 18 erhalten. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

deathgasm-Mediabook

(c) Tiberius Film (limitiertes Mediabook mit 1 BD & 2 DVDs)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathgasm; Neuseeland 2015

Genre: Horror, Komödie, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: rote Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Audiokommentar, Intro vom Regisseur | zusätzlich im mediabook: The Birth of Deathgasm, Brotherhood of Steel, Demon Seed, Gorgasm, Musikvideo der Metal Band „Bulletbelt“ mit dem Song „Deathgasm“, 24-seitiger Buchteil

Veröffentlichung: 04.02.2016

 
 
 

Deathgasm [Blu-ray KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Deathgasm – Limitiertes Mediabook ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DEATHGASM – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Tiberius Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Housebound (2014)
 
Tanz der Teufel (1981)
 
Evil Dead (2013)
 
Demons (1985)