Filmkritik: „Reborn“ (2018)

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REBORN

Story

 
 
 
In „Reborn“ erfahren wir was passiert, wenn eine Totgeburt von einem Psychopathen aufgezogen wird und an ihrem sechzehnten Geburtstag mehr über ihre Vergangenheit wissen will.

 
 
 


 
 
 

REBORN – Kritik

 
 
Paranormale Fähigkeiten haben es natürlich besonders dem Horrorbereich schon immer sehr angetan. Einer der größten Klassiker in diesem Bereich kam wohl 1976 heraus, nämlich die Romanverfilmung von „Carrie“. Seitdem versuchen sich immer mal wieder Filmchen an Figuren, die eine übernatürliche Begabung haben. So auch „Reborn“, dem allerdings kaum etwas einfällt, was ihm eine Daseinsberechtigung verschaffen würde.
 
 
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Tess landet als Totgeburt im Leichenschauhaus. Hier arbeitet ein Psychopath mit Vorliebe für Leichen. Als plötzlich ein mächtiges Gewitter anbricht, wird die kleine Tess wie durch Zauberhand wieder lebendig. Der Irre nimmt sie daraufhin mit nach Hause und zieht sie auf. Sechzehn Jahre später hat Tess Fragen über ihre Herkunft und sie muss bald feststellen, dass sie auch im Besitz einiger Fähigkeiten ist. Aber ob sie diese für den guten Zweck einsetzt auf der Suche nach ihrer Mutter, ist eher fraglich. Dass die Story nicht besonders viel zu erzählen hat und keineswegs originell erscheint, lässt sich noch am ehesten verzeihen, denn gut geklaut ist manchmal eben doch besser, als schlecht selber ausgedacht. Leider wirkt das Drehbuch in „Reborn“ aber enorm konstruiert und ziemlich hölzern. Man kauft dem Werk seine Geschichte einfach nicht richtig ab. Außerdem ist das Szenario arg vorhersehbar, so dass der Zuschauer sich stets denken kann, was als nächstes geschieht und damit auch immer Recht behält.
 
 
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Das raubt vor allen Dingen Spannung. Obwohl „Reborn“ nur 77 Minuten (mit Abspann) lang ist, zieht er sich spätestens in der zweiten Hälfte ganz schön in die Länge. Hier ist aber auch wirklich kaum etwas los. Die flotte Einleitung geht dabei noch in Ordnung und danach kann man kurz die Hoffnung haben, dass man die Fähigkeiten von Tess für Action nutzen wird, aber der Bodycount bleibt erschreckend gering und mehr als sich von einem lahmen Mord zum nächsten zu hangeln, geschieht hier nicht. Abgesehen davon, dass Tess nur Dinge mit Strom steuern kann, ist ihre Begabung nun auch nichts Neues, aber es wird sowieso viel zu selten Gebrauch davon gemacht. Scheinbar versteht sich das Ganze auch fast mehr als Drama und so kommt es zu vielen ruhigen Szenen, in denen es um die Mutter geht. Wäre das nicht alles so platt und unglaubwürdig, hätte es funktionieren können, aber die Drama-Anteile sind eher misslungen, weil man überhaupt keinen Draht zu den Charakteren erhält. Die Figurenzeichnung ist einfach nur konstruiert und wirkt als Mittel zum Zweck, was sie ja nun mal auch ist. Das Finale hält ebenfalls keine Highlights parat und so muss man sich überwiegend langweilen. Wer es gerne etwas blutiger hat, wird enttäuscht sein, denn die Morde sind sehr harmlos und besitzen leider keine so guten Effekte.
 
 
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Nun hat man es trotzdem nicht mit einer Totalkatastrophe zu tun, denn „Reborn“ besitzt tatsächlich ein paar Qualitäten. So überzeugt schon mal die Optik und aus handwerklicher Sicht ist das Produkt sogar ganz gut zu gebrauchen. Man sieht zwar, dass nicht so viel Geld zur Verfügung stand, aber die Inszenierung von Julian Richards ist an manchen Stellen ambitioniert und allgemein sieht der Film ganz schick aus. Außerdem sind die Darsteller in Ordnung. Scream Queen Barbara Crampton übernimmt eine überraschend große Rolle, gibt sich nicht zu viel Mühe, agiert aber auf einem passablen Niveau. Auch über Kayleigh Gilbert kann man nicht so viel meckern, denn eine solche Rolle kann man wesentlich mieser spielen. Mit Michael Paré ist noch ein bekannter Name mit dabei, aber er hat hier nur die Rolle des unnötigen Polizisten erhalten und kann daraus nun wirklich nichts machen. Die restliche Anzahl der Darsteller ist sehr überschaubar und hier wird sonst nicht viel verlangt.
 
 


 
 
 

REBORN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Reborn“ wäre solide gewesen, wenn er nicht so ereignislos daher käme. Die Story ist zwar ausgelutscht und das Drehbuch nicht gut geschrieben, doch gerade weil die Inszenierung passabel ist und die Darsteller (samt anhörbarer, deutscher Synchronisation) nicht zu negativ auffallen, hätte man daraus etwas machen können. Es passiert nur leider fast nichts, das Drama ist unglaubwürdig und die paar Morde machen kaum einen Horrorfilm daraus. Etwas mehr Action, mehr Gewalt und allgemein höhere Schauwerte wären nicht verkehrt gewesen. So bekommt man einen ziemlich lustlosen Versuch „Carrie“ mit „Der Feuerteufel“ zu paaren, der zwar noch deutlich schlechter hätte ausfallen können, für den man aber leider auch keine Empfehlung aussprechen kann.
 
 


 
 
 

REBORN – Zensur

 
 
 
„Reborn“ erschien in Deutschland ungeprüft auf Blu-ray und DVD im Mediabook. Sollte dennoch irgendwann mal eine FSK-geprüfte Filmveröffentlichung erscheinen, dürfte „Reborn“ ohne Probleme eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

REBORN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover A – auf 222 Stück limitiert)

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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover B- auf 222 Stück limitiert)

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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Reborn; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Making-of Synchro, Trailer, Slideshow, Film auf DVD und 24-seitiges Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach

Release-Termin: Mediabook: 04.12.2020

 

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REBORN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Der Feuerteufel (1984)
 
Stephanie – Das Böse in ihr (2017)
 
Dark Touch (2013)
 

Filmkritik: „Carnage Park“ (2016)

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CARNAGE PARK – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE

Story

 
 
 

Ein schießwütiger Heckenschütze (PAT HEALY aus STARRY EYES, COMPLIANCE und THE INNKEEPERS) schießt im staubigen Kalifornien aus der Ferne auf Menschen. Beim neusten Opfer hat er sich ein besonders zähes Ziel ausgesucht. Das lässt sich nämlich nichts gefallen.

 
 
 


 
 
 

CARNAGE PARK – Kritik

 
 
 
Regisseur MICKEY KEATING goes Exploitation. Wer regelmäßig die Filmvorstellungen auf FILMCHECKER liest und sich auch mit den Filmen auseinandersetzt, die er sich angeschaut hat, wird mittlerweile erkannt haben, dass der noch nicht einmal dreißig Jahre alte Filmemacher und seine Werke zu den ganz großen Geheimtipps im Genre zählen. Sie fallen durch Experimentierfreudigkeit und Einfallsreichtum auf. Keating lässt sich nicht reinreden, bei dem was er tut. Er dreht, worauf er Lust hat und schreibt sogar seine Drehbücher selbst. Warum das so vonstatten geht, verriet er erst kürzlich in einem Interview. So erklärte er, dass er sich nicht vorstellen könne, ein fremdes Skript zu verfilmen, weil er seinem Schaffen gern eine individuelle Note verpassen möchte. Deshalb geht bei ihm – vom Schreiben des Drehbuchs bis hin zum Führen der Regie – stets alles Hand in Hand, um beim Filmemachern alle Zügel selbst halten zu können. Keating bleibt seiner Richtung treu und probiert sich weiter aus. Nach dem Okkultismus-Horror RITUAL, der Sci-Fi-Mystery POD und dem minimalistischen Psycho-Geister-Drama DARLING wird es mit CARNAGE PARK reißerischer. Das Grindhouse-Kino der späten 1970er und frühen 1980er lässt grüßen. CARNAGE PARK besucht eine Zeit, in der es im Kino nicht gerade zimperlich zu ging.
 
 
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CARNAGE PARK beruht angeblich auf wahren Begebenheiten – zumindest wird das im Vorspann zum Film erklärt. Im Film folgt der Zuschauer einem Diebes-Duo, das irgendwo im wüstenartigen Hinterland Kaliforniens vor der Polizei flüchtet, weil es zuvor eine Bank überfallen hat. Doch das letzte Stündlein hat geschlagen. Schüsse fallen und bringen die Kleinganoven zur Strecke. Zurück bleibt eine Geisel (ASHLEY BELL aus THE LAST EXORCISM 2), die bald selbst ums Überleben bangen muss. Ein Vietnamveteran scheint von Sinnen zu sein und schießt auf alles und jeden, der sich auf sein Privatgrundstück verirrt hat. Dumm nur, dass die gekidnappte Bankangestellte Vivian unfreiwillig zum nächsten Ziel wird, weil sie im Kofferraum des Fluchtfahrzeuges eingesperrt war. Leider kennt der durchgeknallte Scharfschütze kein Erbarmen – auch nicht mit Unschuldigen. Er beginnt eine gnadenlose Jagd auf sein verängstigtes Opfer, das dem schießwütigen Militär hilflos ausgeliefert ist. Zartbesaitete Zuschauer halten da lieber Abstand – dieser Überlebenskampf setzt starke Nerven voraus.
 
 
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Als Hommage an die Crime- und Survival-Filme der 1970er beschreibt Regisseur MICKEY KEATING selbst seinen unbequemen Terrorstreifen CARNAGE PARK für den er sich von Werken alteingesessener Filmemacher wie SAM PECKINPAH, PETER WATKINS und angeblich sogar ROBERT ALTMAN hat inspirieren lassen. So erklärte Keating, dass er schon immer mal einen Film im Stile eines GRAF ZAROFF – GENIE DES BÖSEN machen wollte und sich nun endlich mit CARANAGE PARK die Möglichkeit ergeben hat, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen. Selbstverständlich ist sein Ausflug ins Terrorfach nichts im Vergleich zu wegweisenden Klassikern wie BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder DIEBE WIE WIR, die den kanadischen Filmemacher beim Schreiben des Drehbuchs beeinflusst haben sollen. Statt Nervenkitzel zu zelebrieren, liegt der Fokus auf schnellen Schocks und ein paar unappetitlichen Szenen. So wird der Zuschauer in erster Linie durch ein absurdes Szenario gejagt, das dann doch mehr an so ruppige Horrorstreifen wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder THE HILLS HAVE EYES erinnert, die ebenfalls in den 1970ern entstanden sind. Visuell zumindest sind Vergleiche zu genannten Low-Budget-Schockern nicht von der Hand zu weisen, denn auch in CARNAGE PARK dominiert die vor Hitze flirrende Einöde des ländlichen Amerikas, in der die Schreie der verzweifelten Protagonisten ungehört bleiben.
 
 
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Auch wenn das Resultat ambitionierten Vorhabens dann doch mehr plakatives Zur Schau Stellen von Gewalt ist, muss man Macher MICKEY KEATING zu Gute halten, dass er den Terror souverän einfängt. Die Filmheldin wird nahezu unentwegt durch die trostlose Landschaft getrieben und entdeckt auf ihrem Irrweg weitere Opfer, die ganz unerwartet im Kugelhagel ihr Leben lassen müssen. Auf dem mit Leichen gepflasterten Grundstück des Bösewichts wird am Ende in einer verlassenen Mine der Showdown aufgetragen, der das willenstarke Opfer über sich hinauswachsen lässt. Gegen diese rastlose Überlebenshatz voller adrenalinreicher Momente ist eine Geisterbahn ein Scheißdreck. Trotz Lobesgesang auf die harten Überlebensthriller der 1970er gab es in der Vergangenheit schon Besseres zu sehen. Die Idee, von einem scheinbar unsichtbaren menschlichen Gegner attackiert zu werden, haben schon andere Filmemacher effektiv auf Zelluloid gebannt. Einer dieser zu Unrecht kaum beachteten Streifen ist der spanische KING OF THE HILL. Darin wird ebenso auf Unschuldige gefeuert – dort jedoch in den spanischen Bergen und mit einer Prise Gesellschaftskritik. Letztere sucht man in CARNAGE PARK leider vergebens. Logik übrigens auch – manchmal.
 
 
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CARNAGE PARK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn aus einem Crime-Thriller ein adrenalinreicher Terrorstreifen wird. Ruppiger Terrorfilm, vor dem ungeübte Zuschauer besser einen Bogen machen sollten. CARNAGE PARK lebt von der ungemütlichen Idee, einem scheinbar unsichtbaren Gegner ausgeliefert zu sein und treibt eine ahnungslose Frau rastlos durch staubige Wildnis, die von einem psychopathischen Sniper beschossen wird. Der unfaire Überlebenskampf scheint das Opfer nicht nur an den Rand mentaler Kräfte zu treiben; auch psychisch meint es Regisseur MICKEY KEATING nicht sonderlich gut mit seiner Heldin, die aus Angst beinahe den Verstand verliert, sich aber immerhin stets zu wehren weiß. CARNAGE PARK ist psychologisch nicht sonderlich raffiniert und auch die Beweggründe des Täters, sowie dessen übermenschliche Cleverness haben kaum Hand und Fuß. Das scheint aber auch nicht die eigentliche Intension des kanadischen Filmemachers gewesen zu sein. Der probiert sich in Exploitation aus und versucht mit Terror zu schockieren. Gelungen ist Keating das allemal, denn CARNAGE PARK ist allein schon wegen der bizarren Thematik und dem teils unerwarteten Munitionshagel im Film nichts für Zartbesaitete.
 
 
 


 
 
 

CARNAGE PARK – Zensur

 
 
 
CARNAGE PARK ist nicht einfach zu verdauen. Der Fokus liegt auf Terror. Die Heldin wird ununterbrochen durch den Film gehetzt. Dabei sieht sie übel zugerichtete Leichen und wird selbst von einer Kugel gestreift. Bereits am Boden liegende Opfer werden – insofern sie noch leben – noch einmal mit einem Schuss aus der Ferne in die ewigen Jagdgründe befördert. Weiterhin gibt es eine unappetitliche Szene mit einer Bärenfalle zu sehen. Grafische Kopfschüsse sind hier Standard. Demzufolge wurde der Film hierzulande erst für Erwachsene freigegeben mit „keine Jugendfreigabe“.
 
 
 


 
 
 

CARNAGE PARK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Carnage Park; USA 2016

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.01.2017 (BD KeepCase)

 
 
 


 
 
 

CARNAGE PARK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Poster liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
King of the Hill (2007)

Outback – Tödliche Jagd (2011)

Tower Block (2012)

Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)