Filmreview: „Home Invasion – 4Closed“ (2013)

4closed 2013
 
 
 

HOME INVASION – DIESES HAUS GEHÖRT MIR

Story

 
 
 
Die neuen Besitzer eines traumhaften Anwesens werden vom ehemaligen Eigentümer bedroht, beobachtet und gegeneinander ausgespielt. Der will nämlich sein Elternhaus zurück. Koste es was es wolle …
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Kritik

 
 
 
Es gibt Filmemacher, die produzieren am laufenden Band Dreck und wollen partout nicht begreifen, dass sie mit ihren hölzernen Machwerken dem Zuschauer eher den Nerv rauben, statt ihn grausig zu unterhalten. Dann gibt es noch nervigere Filmstudios aus Übersee, die jene Regisseure und ihre haarsträubenden Visionen auch noch finanziell unterstützen und die fertigen Produktionen für teuer Geld auf den Videomarkt schmeißen. Zu einer dieser zweifelhaften Filmschmieden gehört die Trashwerkstatt THE ASYLUM, die sich seit jeher der Aufgabe angenommen hat, cineastischen Stuhlgang in Gold zu verwandeln. Lang wurde das Produktionshaus belächelt, belehrte aber internationale Filmfans und Kritiker stets eines Besseren. Verkauft wurde der hervorgebrachte Abfall reichlich, so dass die lukrative Produktionsmaschinerie richtig angekurbelt und der Handel von einer regelrechten Plage an ASYLUM-Produktionen überschwemmt werden konnte. 2013 feierte man mit dem Tierhorror SHARKNADO endlich den Erfolg, nach dem sich die Macher vermutlich seit Firmengründung 1997 gesehnt haben. Der vollkommen abstruse Haifisch-Trash wurde so einem hochgelobten Überraschungserfolg, wobei man mit Sicherheit nicht zwingend nach dem Grund suchen sollte, hebt sich SHARKNADO nicht wesentlich von den übrigen dummen Streifen des Hauses ab. Immerhin muss man trotz aller Vorbehalte sagen, dass sich im Vergleich zu früheren ASYLUM-Streifen, wie KRIEG DER WELTEN 3 (2005) oder TRANSMORPHERS (2007) viel getan hat. Ganz so mies wie einige vergangene Werke sind die aktuellen Filme leider nicht mehr, zumal die Macher längst nicht mehr nur darauf versteift sind, unbrauchbare Duplikate erfolgreicher Blockbuster zu drehen. Viele neuere Produktionen überzeugen durch einen erstaunlich hohen technischen Standard, wobei es THE ASYLUM im Jahre 2013 sogar geschafft hat, ernstzunehmenden Genrestoff in die Heimkinos zu bringen. Zu einem jener Beiträge gehört zweifelsohne HOME INVASION – ein Thriller, der sich mal wieder mit der Tatsache brüstet, auf tatsächlichen Gegebenheiten zu beruhen. Ob das wirklich stimmt, dürfte auch im Falle von HOME INVASION nie ergründet werden.
 
HOME INVASION (im Original übrigens als 4CLOSED betitelt, was so viel heißt wie „zwangsvollstreckt“) handelt von einer kleinen Familie, die sich in ein adrettes Haus irgendwo am Rande der Stadt verliebt hat. Daddy Jake Turner (JAMES DENTON) hatte in letzter Zeit so seine Problemchen mit dem Alkohol, bekam aber gerade noch so einmal die Kurve – der Familienfrieden blieb gewahrt. Lange währt die Idylle jedoch nicht, denn der ehemalige Hausbesitzer ist mit der Zwangsvollstreckung und dem Neubezug des elterlichen Anwesens gar nicht einverstanden. Er vermiest den neuen Eigentümern die Freude am neuen Heim, wird aber wenig später von der Polizei unter Knastandrohung des Ortes verwiesen. Das scheint dem etwas verwirrten Zeitgenossen jedoch nicht davon abzuhalten, schärfere Geschütze aufzufahren. Er verschanzt sich in einem geheimen Bunker innerhalb des Hauses und beginnt die Familie via Überwachungskamera auszuspionieren. Schnell sind erste Intrigen gesponnen und die Familienmitglieder gegeneinander aufgehetzt. Die Ehe scheint kurz vor dem Aus, da begeht der Eindringling einen folgenschweren Fehler.
 
Es geht endlich nach oben im ASYLUM. Zwar handelt es sich bei HOME INVASION um einen fürs amerikanische Fernsehen produzierten Film (TV-Alternativtitel: FORECLOSED). Dennoch muss man an dieser Stelle mal erwähnen, dass das Ding bei weitem besser ist, als der gesamte Schund, den die Verantwortlichen der C-Movie-Fabrik in den letzten Jahren auf Zelluloid gebannt haben. Diesmal bekommen wir sogar richtige Schauspieler vor die Linse, die dazu sogar wissen wie sie glaubhaft vor der Kamera agieren müssen. Allen voran JAMIE KENNEDY, der zuletzt als Horrornerd Randy Meeks in SCREAM brillierte und die Regeln des Slasherfilms zusammengefasst hat. Während er dort noch auf der Seite der Guten war und leider Gottes viel zu früh das Zeitliche segnen musste, hat er für HOME INVASION die Fronten gewechselt und glänzt mit einer für TV-Verhältnisse erstaunlich guten Performance. Für den eher seichten Fernsehthriller übernahm er kurzum die Rolle des psychopathischen Hausbesetzers und macht das eher unscheinbare Filmchen so zur halbwegs annehmbaren Suspense-Unterhaltung. Viel zu erwarten hat der Zuschauer jedoch nicht, denn das Drehbuch strotzt nur so vor Ungereimtheiten und will nicht so recht in die Gänge kommen. Die Geschehnisse plätschern genüsslich vor sich hin und der fast schon gezwungen zurückhaltende Härtegrad lässt schnell erahnen, dass man hier zugunsten des TV-Ausstrahlung etwas jugendkonformer vorgehen musste. So werden allzu neugierige Protagonisten von Haustyrann Forest Hayes mittels Elektroschocker bei Seite geschafft, verschwinden aber auf unerklärliche Weise von der Bildoberfläche und werden nie wieder gesehen. Die Logiklöcher sind in HOME INVASION allgegenwärtig. So wirken die Aktionen des Bösewichts wenig schlüssig. Anfänglich darauf bedacht, das elterliche Heim für sich zurückzugewinnen, scheint er gegen Ende das Interesse am Haus zugunsten seiner unbefriedigten Rachegelüste verloren zu haben und sprengt die hübsche Hütte samt Vorgarten in die Luft. Wirklich plausibel ist das nicht gerade und bekräftigen einmal mehr, dass bei ASYLUM noch etwas am Feinschliff der Drehbücher gearbeitet werden muss. Die neue Richtung zumindest stimmt schon einmal, auch wenn man mit Haus-Regisseur NICK LYON zwar einen im Horror erprobten Filmemacher am Start hat (ZOMBIE APOCALYPSE, RISE OF THE ZOMBIES, SPECIES IV), der aber bisher nur schlimmsten Low-Budget-Mist verbrochen und sich in seinem Schaffen bisher nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Bleibt abzuwarten was demnächst von THE ASYLUM kommen wird – es kann nur besser werden.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Im Verlgeich zu den übrigen Werken von ASYLUM der bisher vielleicht beste Streifen aus der Trash-Filmwerkstatt, auch wenn noch enorm Potenzial nach oben vorhanden ist. Solider Psychothriller mit hervorragender Besetzung und leichtem Thrill. Mit der Logik hapert´s zwar des Öfteren; Fans der Trashschmiede dürfte das aber mit Sicherheit nicht weiter stören.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Zensur

 
 
 
Blut oder gemeine Gewalt gibt´s in HOME INVASION rein gar nicht zu sehen. Das meiste wird nur angedeutet; hin und wieder kommt ein Elektroschocker zum Einatz. HOME INVASION sieht man seine TV-Herkunft an. Grausam wird es hier rein gar nicht, so dass er in Deutschland bedenkenlos für bereits 16-jährige freigegeben wurde.
 
 
 


 
 
 

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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 4Closed; USA 2013

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray ohne Wendecover

Extras: Originaltrailer, Making Of, Gag Reel, Trailershowr, ASYLUM-Bonusfilm in HD: KÖNIG EINER VERGESSENEN WELT (2005)

Release-Termin: 28.02.2014

 
 
 

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HOME INVASION – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rosewood Lane (2011)

Das Kindermädchen (1990)

Review: „U-Bahn – Nächster Halt: Terror“ (2013)

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U-BAHN – NÄCHSTER HALT:TERROR

Story

 
 
 
Mitten in Los Angeles kommt es zu einer gewaltigen Explosion im U-Bahn-System, die die Wagons einer U-Bahn unter Unmengen von Gestein begräbt. Einige Reisende sind sofort tot; die wenigen Überlebenden versuchen sich einen Ausweg aus der misslichen Lage zu bahnen. Leider kommt ein Unglück nur selten allein und so befindet sich unter den Fahrgästen ein Terrorist, der für die Taten verantwortlich zeichnet und bereits die nächste Bombe platziert hat. Noch wissen die Anwesenden nicht, dass ihr Leben in Gefahr ist …
 
 
 


 
 
 

U-BAHN – NÄCHSTER HALT:TERROR – Kritik

 
 
 
Vor kurzem hatten wir den sehenswerten, britischen Independent-Thriller THE LAST PASSENGER (2013) auf dem Schirm, in dem ein Zug von einem unbekannten Irren in Beschlag genommen wurde und samt Besatzung in den Tod rast. Dort konnten die Fahrgäste jedoch mit viel Geschick ihrem Schicksal entkommen und sich in letzter Sekunde in Sicherheit bringen. Die Passagiere im vorliegenden U-BAHN – NÄCHSTER HALT:TERROR sehen sich mit einer ähnlichen Situation konfrontiert, haben aber nicht annähernd soviel Glück wie die Reisenden im erwähnten Hochspannungs-Thriller von OMID NOOSHIN. Hier rumpelt es zu Beginn gewaltig und eine U-Bahn wird im Herzen von L.A. durch eine verursachte Explosion in einem Tunnel unter Massen von Schutt und Geröll vergraben. Der Grund hierfür ist rasch erörtert. Ein Terrorist befindet sich unter den Überlebenden, der seinen hinterhältigen Selbstmordplan, koste es was es wolle, heimtückisch beenden möchte. Während schon das nächste Unheil auf die Reisenden wartet und sich ein Erste-Hilfe-Koffer als raffiniert zusammengetüftelte Sprengstofffalle entpuppt, beginnt unter den Anwesenden ein makabres Ratespiel in dem ergründet wird, wer für die Tat verantwortlich gemacht werden kann. Ein Übeltäter ist schnell gefunden. Fahrgast Al (KUNAL SHARMA) wird aufgrund seiner exotischen Nationalität schnell als vermeintlicher Täter herausgedeutet. Doch U-BAHN – NÄCHSTER HALT:TERROR wäre kein guter Überlebens-Thriller, würde er nicht mit geschickt platzierten Wendungen überraschen. Das schweißtreibende Rätselraten geht Regisseur und Drehbuchautor ROBERT KIRBYSON (SNOWMEAN; TV-Serie: CTRL) derart locker von der Hand, dass es dem Zuschauer kaum auffallen dürfte, dass hier mit wenig finanziellen Aufwand eine durchweg spannende Suspense-Granate verwirklicht wurde. Vor allem den glaubhaften Schauspielern ist es zu verdanken, dass RED LINE (so wie U-BAHN NÄCHSTER HALT:TERROR im Original heißt) spannend bis zur letzten Minute bleibt. Die verhalten sich zu Beginn verständlicherweise etwas sehr verängstigt, wachsen aber im Verlauf der Handlung über sich hinaus und erstaunen durch Zusammenhalt. Glücklicherweise gelingt es KIRBYSON selbstsicher, sich von genretypischen Klischees fernzuhalten. Die Protagonisten sind keine nervenden Stereotypen, wie man sie in jedem zweiten dieser Filme zu sehen bekommt. Stattdessen kann sich der Zuschauer vermutlich kaum entscheiden, welchen der im Film agierenden Helden er zuerst die Daumen drücken möchte.
 
Großer Pluspunkt gilt allerdings der finsteren Kulisse. Der verschüttete Bahnwagon bietet nicht selten klaustrophobische Momente. Die Überlebenden beginnen sich in ihrer panischen Angst durch schmale Gänge zu zwängen oder sich unter der Bahn in kleinen Spalten vor dem Terroristen zu verstecken. Zuletzt hat man derart schweißtreibende Geduldsmomente in der britischen Höhlenerkundung THE DESCENT (2005) erdulden müssen, wo sich eine Gruppe von Hobby-Höhlenerforscherinnen auf ihrer Flucht vor seltsamen Kreaturen durch Schächte und Felsspalten quälte. Auch in U-BAHN – NÄCHSTER HALT:TERROR sorgen derartige Momente für ennerviertes Nägelkauen, was den Thriller zu einer kurzweiligen Angelegenheit macht. Das Ende ist zügig erreicht und kommt schnörkellos zum Punkt, wobei der doch arg moralisch aufgesetzte Schlussakt etwas dick aufgetragen wirkt. Macht nichts, U-BAHN – NÄCHSTER HALT:TERROR ist ein recht sehenswerter Suspense-Thriller, der mit spartanischer Kulisse effektives Grausen verursacht. Wer seine regelmäßige Ration Pulsschlagerhöhung benötigt, sollte sich diesen Schocker definitiv vormerken!
 
 
 


 
 
 

U-BAHN – NÄCHSTER HALT:TERROR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kurzweilig, schweißtreibend und gnadenlos spannend – U-BAHN – NÄCHSTER HALT:TERROR ist ein Suspense-Thriller, der für einen erhöhten Pulsschlag sorgen wird.
 
 
 


 
 
 

U-BAHN – NÄCHSTER HALT:TERROR – Zensur

 
 
 
In U-BAHN – NÄCHSTER HALT:TERROR wird es nicht blutig. Wir sehen zu Beginn einige verunglückte Fahrgäste – das wars. Von daher hat der Film problemlos eine Jugendfreigabe seitens der FSK erhalten und ist mit blauem FSK16-Flatschen in den Handel gekommen.
 
 
 


 
 
 

U-BAHN – NÄCHSTER HALT:TERROR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
U-Bahn - Nächster Halt Terror Blu-ray

(c) TIBERIUS FILM / SUNFILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Red Line; USA 2013

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 06.02.2014

 
 
 

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U-BAHN – NÄCHSTER HALT:TERROR – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
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Last Passenger (2013)