FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Brad Peyton

Kritik: “ Incarnate – Teuflische Besessenheit“ (2016)

incarnare-2016-poster
 
 
 

INCARNATE – TEUFLISCHE BESESSENHEIT

(INCARNATE)

Story

 
 
 
Dr. Seth Ember (AARON ECKART) muss sich in INCARNATE seinen eigenen Dämonen stellen. Als Exorzist im Einsatz muss er erkennen, dass der neuste Patient einen Dämon beherbergt, der ihm kein Unbekannter ist.

 
 
 


 
 
 

INCARNATE – Kritik

 
 
 
Über 40 Jahre ist es nun bereits her, seit WILLIAM FRIEDKIN mit dem Okkult-Horror DER EXORZIST Millionen Kinogänger schockierte und damit nicht nur einen der größten Filmerfolge der frühen 1970er Jahre schuf. Die tricktechnisch beeindruckende Teufelsaustreibung gehört auch heute noch zu jenen verstörenden Filmen, die vor allem eines gut können: Angst beim Zuschauer verursachen. Deshalb nehmen sich auch vier Jahrzehnte später immer noch Filmemacher den Klassiker zum Vorbild, um mit ihren Filmen gleichen Schrecken bewirken zu können. Leider gelingt das nur den wenigsten von ihnen, weil eher plump kopiert wird, statt sich einen eigenen Kopf zu machen. Auch Regisseur BRAD PEYTON versucht mit seinem Horrorfilm INCARNATE auf der beliebten Exorzmus-Welle zu reiten. Der hat schon einschlägige Erfahrung mit Kino-Hits gemacht und zeichnet für Filme wie SAN ANDREAS oder CATS & DOGS 2 verantwortlich. Nach lautem Action-Blockbustern für Groß und Klein, folgt nun Erwachsenenunterhaltung. Dafür bedient sich Peyton ähnlichen Erfolgsmechanismen, die bereits das Kultwerk von WILLIAM FRIEDKIN so berüchtigt gemacht haben. Ob das aufgrund der meisterhaften Vorlage überhaupt gut gehen kann?
 
 
incarnate-2016-bild-4
 
 
Dr. Seth Ember (AARON ECKART aus dem Kinoflop I, FRANKENSTEIN) ist ein gebrochener Mann. Er hat bei einem Autounfall Frau und Kind verloren. Seither quälen ihn Selbstzweifel und Gewissensbisse, die den Alltag zur Hölle machen. Doch statt in Selbstmitleid zu verfallen, flüchtet sich der depressive Familienvater in die Arbeit. Er ist als Exorzist zum Wohle der Menschheit im Einsatz. Doch statt mit Bibel und Weihwasser Dämonen auszutreiben, kommen unkonventionelle Methoden zum Einsatz. Dämonenaustreiber Dr. Ember besitzt die Gabe in das Unterbewusstsein der Leidgeplagten vorzudringen. Einmal dort angekommen, bekämpft er finstere Mächte von innen heraus. Doch nicht jeder Dämonenparasit lässt sich so einfach in die Schranken weisen. So hat sich ein ganz heimtückischer Fiesling im Kopf des 11-jährigen Cameron (DAVID MAZOUZ aus THE DARKNESS und SANITARIUM) eingenistet, der bei genauer Betrachtung kein Unbekannter ist. Die ersten Austreibungsversuche verlaufen nicht nach Plan, denn dieser Dämon beherrscht die Gabe der Manipulation. Schnell wird klar, dass hier schärfere Geschütze ausgefahren werden müssen, denn das Wesen im Kopf des Jungen ist mit Kräften ausgestattet, die alles bisher Gesehene in den Schatten stellen.
 
 
incarnate-2016-bild-2
 
 
Hinter INCARNARE steckt eine leicht abgeänderte Version des Horrorklassikers DER EXORZIST. Die wurde mal wieder vom nicht gerade unbekannten Herrn Jason Blum mitproduziert, der schon allerhand kommerziellen Unfug (wie MARTYRS oder PLAY) für Hollywood fabriziert hat, um nimmersatte Mainstream-Zuschauer das Fürchten lehren zu können. Sonderlich furchteinflößend ist der hektisch zusammengeschnittene und konsequent durchgestylte INCARNATE jedoch nicht. Gänsehaut wird hier in erster Linie durch laute Schockmomente bewirkt, die in kommerziellen Horrorfilmen nun mal zum guten Ton gehören. Schlecht macht das diesen Horrorfilm aber nicht. Auch wenn INCARNATE weit weg ist von der Kreativität manch cleverer Indie-Produktionen, gehört dieser Okkult-Horror zu den besseren seiner Art. Drehbuchautor RONNIE CHRISTENSEN hat hier nicht nur wahllos Exorzisten-Klischees aneinandergereiht, um möglichst spektakuläre Spezialeffekte zeigen zu können. In dieser düsteren Dämonenaustreibung steckt weit mehr Hirn, als man es von Filmen der BLUMHOUSE PRODUCTIONS erwartet hätte. Der Film geht es überraschend psychologisch an, denn die Dämonen in diesem Horrorthriller verstecken sich hinter den Ängsten ihrer Opfer, die weit im Unterbewusstsein schlummern. Demzufolge fungiert Filmfigur Dr. Ember nicht nur als Exorzist und Dämonenaustreiber, sondern ist gleichzeitig auch Therapeut und Trostspender, der seine Patienten vom seelischen Ballast befreit. Der begibt sich in INCARNATE auf eine psychologische Reise durch den Geist eines kleinen Jungen, forscht nach Ursachen der Besessenheit und findet heraus, dass sein tapferer Patient unter der Trennung der Eltern zu leiden hat. Für den dämonischen Parasiten ein gefundenes Opfer. Der haust im Kopf des angeschlagenen Jungen, labt sich am Schmerz seines Wirtes und treibt ihn damit nur noch weiter in den Abgrund. Eine beunruhigende Diagnose.
 
 
incarnate-2016-bild-3
 
 
INCARNATE bläst frischen Wind in die Okkult-Ecke. Wer hier auf vom Teufel besessene Protagonisten hofft, die an Betten gefesselt werden und dabei vulgäres Zeug faseln, wartet vermutlich vergebens. INCARNATE macht vieles anders und vermutlich auch besser. Der etwas andere und erfrischende Umgang mit dem Thema Exorzismus verleiht dem längst eingerosteten Exorzismus-Genre neue Facetten und treibt den Spannungsaufbau voran, weil wegen der originellen Herangehensweise nervende Vorhersehbarkeiten ausbleiben. Bei einer so unkonventionellen Dämonenaustreibung schaut man doch gern über manch reißerische Effekthascherei hinweg, die vor allem im Finale etwas sehr aufdringlich zelebriert wird. Umso mehr sollte man Vorurteile ablegen und INCARNATE eine Chance geben. Auch wenn hinter dem Film eher kommerzielle Filmbuden wie BLUMHOUSE PRODUCTIONS und WWE STUDIOS stecken, hält der Thriller Abstand von hirnlose Stereotypen und Horror nach Schema F. Ungewöhnlich, clever und deshalb empfehlenswert.
 
 
incarnate-2016-bild-1
 
 


 
 
 

INCARNATE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
DER EXORZIST meets INCEPTION. Die etwas andere Psychotherapie. INCARNATE wurde bereits 2013 gedreht. Erst drei Jahre später erfolgte die amerikanische Kinoauswertung, was in den meisten Fällen nicht unbedingt Gutes bedeutet. Bei diesem Okkult-Horror kann aber Entwarnung gegeben werden. INCARNATE macht nämlich vieles richtig, wobei vor allem der interessante Umgang mit dem Thema Exorzismus Erwähnung finden sollte. Die üblichen Exorzisten-Klischees haben Sendepause. Es gibt hier weder Erbsenbrei spuckende Besessene zu sehen, noch werden mit Bibelversen und Weihwasser fiese Dämonen ausgetrieben. Das Böse wird mittels kurioser Psychotherapie in die Schranken gewiesen, was im Falle von INCARNATE originell umgesetzt wurde. Spannung ist da, Schocks fehlen nicht und blutige Schauwerte hat dieser Horrorthriller ebenfalls zu bieten. Was will das Horrorfilmherz mehr?
 
 
 


 
 
 

INCARNATE – Zensur

 
 
 
INCARNATE hat nicht viele Gewaltmomente zu bieten. Ein Arm wird auf unangenehme Weise gebrochen, ein Protagonist springt aus dem Fenster und landet unsanft auf dem Asphalt. Außerdem werden Gedärme aus einem Körper gezogen. Die erhältliche Heimkinofassung ist frei ab 16 Jahren und ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

INCARNATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
incarnate-bluray

(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Incarnate; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deutscher Kinotrailer, Original-Kinotrailer

Release-Termin: 06.04.2017

 

Incarnate – Teuflische Besessenheit [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

INCARNATE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Packshot und Grafiken liegen bei Concorde Filmverleih GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Exorzist (1973)
 
Exorzist II – Der Ketzer (1977)
 
Der Exorzismus von Emily Rose (2005)
 
Erlöse uns von dem Bösen (2014)
 
Besessen – Der Teufel in mir (2012)
 
Worry Dolls (2016)
 
The Cloth – Kampf mit dem Teufel (2013)