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Filmkritik: „Dead Awake“ (2016)

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DEAD AWAKE – WENN DU EINSCHLÄFST BIST DU TOT

(DEAD AWAKE)

Story

 
 
 

Was tun, wenn man in einer Art Wachzustand gefangen ist, sich nicht bewegen kann und den Attacken eines Geistes ausgesetzt ist. DEAD AWAKE erklärt, was zu tun ist.

 
 
 


 
 
 

DEAD AWAKE – Kritik

 
 
 
Manchmal sollte man Geschwister auch ernst nehmen – vor allem dann, wenn sie von mysteriösen Erscheinungen im Schlaf sprechen. Mit Letzteren macht auch die attraktive Beth Erfahrung, die während sogenannter Schlaflähmung mit einer eigensinnigen Kreatur Bekanntschaft macht. Leider will der verzweifelten Frau niemand Glauben schenken, was auch gleichzeitig ihr Todesurteil bedeutet. Kaum eingeschlafen befindet sich Beth wieder im Zustand der Schlafparalyse und muss tatenlos mit ansehen, wie sie von einem Geisterwesen erwürgt wird. Der rätselhafte Tod der lebenslustigen Mittdreißigerin wirft Fragen auf, die vor allem Schwester Kate ins Grübeln bringen. Die glaubt nicht an einen natürlichen Tod, weil auch sie seit Tagen unter Schlaflähmung leidet und von einer unheimlichen Präsenz heimgesucht wird. Doch es kommt noch schlimmer. Auch im Freundeskreis geht plötzlich der Sensenmann um, was Kate dazu veranlasst, nach den Ursachen zu forschen. Sie findet heraus, dass eine bösartige Kreatur den regungslosen Zustand der Schlafparalyse ausnutzt, um Menschen zu töten. Scheinbar erscheint sie nur denen, die auch an sie glauben. So beginnt für Kate ein Wettlauf gegen Zeit und Müdigkeit, schließlich könnte jeder Schlaf für sie der Letzte sein.
 
 
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Der Schöpfer von so Teen-Horror, wie FINAL DESTINATION und TAMARA meldet sich zurück, um schreckerprobten Horrorfilmfans mit solidem Gruselnachschub zu versorgen. JEFFREY REDDICK nennt sich der Genre-Experte, der offenbar am Niederkritzeln von Schauergeschichten einen Narren gefressen hat. Schon früh erprobte sich der Horrorfan im Schreiben von Filmdrehbüchern. So verfasste er mit gerade einmal 14 Jahren ein zehnseitiges Prequel zum Kultstreifen A NIGHTMARE ON ELM STREET und sendete es an das damals noch kleine Filmstudio NEW LINE CINEMA. Das war nicht interessiert und sendete das Skript ungelesen zurück. Doch Reddick ließ nicht locker und forderte Erklärungen für die Absage. Die Hartnäckigkeit machte sich bezahlt und das Studio bot dem Filmfan ein Praktikum an, während dem er die Drehbücher zu FINAL DESTINATION und dessen Fortsetzung verfasste. Nachdem damit Erfolge an den Kinokassen eingefahren werden konnte, verließ JEFFREY REDDICK das Studio nach elf Jahren, um sich auf eigene Projekte konzentrieren zu können. Eine gute Entscheidung, denn sonst hätte man den erfolgreichen Geschichtenschreiber vermutlich noch zu zwanzig weiteren Drehbuchfortsetzungen des beliebten FINAL DESTINATION-Franchise verpflichtet.
 
 
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Statt dem Sensenmann erfinderisch von der Schippe zu springen, kommt der Tod jetzt im Schlaf. DEAD WAKE schimpft sich ein weiterer Coup des talentierten Drehbuchautors, der sich – ähnlich wie die Gruseldokumentation THE NIGHTMARE – dem rätselhaften Phänomen der Schlafparalyse widmet, unter dem Millionen Menschen auf der ganzen Welt leiden. Hierbei befinden sich Betroffene bereits in der Aufwachphase, sind aber körperlich und mental immer noch in einem traumähnlichen Zustand, der ein Bewegen oder Sprechen unmöglich macht. Das ist passender Stoff aus dem Albträume gewebt werden können, denn nichts scheint furchteinflößender zu sein, als die Tatsache im Schlaf vom Bösen heimgesucht zu werden. Was aus Ärztesicht jedoch harmlos ist, wird im Falle von DEAD WAKE auf die Spitze getrieben. Hier wird die Hilflosigkeit von schlafenden Menschen ins Absurdum getrieben, die sich wegen genannter Schlaflähmung nicht bewegen können. Entstanden ist ein simpler Mysterythriller, der seine Heldin auf eine gefährliche Reise voller Gefahren schickt, während der vor allem eines zum größten Problem wird: die Müdigkeit. Sind Protagonisten im Film nämlich einmal dem Schlaf verfallen, wachen sie nicht mehr auf. Eine makabrer Einfall, der unweigerlich Reddicks Liebe zum Kultklassiker A NIGHTMARE ON ELM STREET aufleben lässt. Darin ermordete ein Traumdämon ebenso hinterlistig Teenager im Schlaf, die Wege finden mussten, um das Böse aus ihren Träumen verbannen zu können. Was dort clever, kreativ und nahezu comicgleich fürs Publikum aufbereitet wurde, erinnert in DEAD AWAKE eher an einen weiteren Ableger der japanischen Horror-Reihe RING. Statt einem Rasiermesserkiller bekommen es die Protagonisten nämlich hier mit einem geisterartigen Wesen zu tun, das bewegungsunfähigen Opfern an die Gurgel springt.
 
 
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Dank markerschütternder Klangteppich und gutem Monster-Design sind die Erscheinungen der Geisterfrau nicht ohne. DEAD AWAKE hat nämlich ein kleines Problem mit dem Tempo, was Dank regelmäßig eingestreuter Geister-Attacken und gut platzierter Schockmomente nicht sonderlich ins Gewicht fällt. Leider bleibt das Mysterium weitestgehend ungeklärt. Der Zuschauer erfährt wenig über die Gründe der Angriffe – vermutlich, um dem Geisterwesen nicht seinen Schrecken zu nehmen. Ein Vorgehen, das zumindest im Falle von DEAD AWAKE Sinn macht, hat doch die Vergangenheit gezeigt, dass es nicht immer förderlich ist, wenn man in Horrorfilmen übernatürliche Bösewichte demaskiert. So erntete Rüpel-Rocker ROB ZOMBIE mit seinem Remake zum Kultklassiker HALLOWEEN Kritik, weil er zu akribisch versucht hatte, denn Mythos um Horror-Ikone MICHAEL MEYERS zu ergründen. Gleichen Fehler versucht man in DEAD AWAKE zu umgehen. Der Mysterythriller bleibt mysteriös und wirft mit unbeantworteten Fragen das Kopfkino des Zuschauers an. Weil die Thematik von der Schlafparalyse weitestgehend unverbraucht ist und ein offenes Ende auf eine Fortsetzung schließen lässt, dürfte auch dieser Horror-Titel aus der Feder von JEFFREY REDDICK in Serie gehen. Insofern man nicht wiederholt, sondern weiterspinnt, könnte DEAD AWAKE zu einem neuen Horror-Franchise mit Suchtpotenzial werden.
 
 
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DEAD AWAKE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
A NIGHTMARE ON ELM STREET nur ohne FREDDY KRUEGER. Eine beunruhigende Grusel-Symbiose aus NIGHTMARE IN ELM STREET und RING. Was, wenn man wach ist, sich aber nicht bewegen kann und tatenlos mit ansehen muss, wie man gerade umgebracht wird. Genannter Einfall ist makaber, wird aber im Falle von DEAD AWAKE effektiv genutzt, um maximales Unbehagen entstehen zu lassen. Drehbuchautor JEFFREY REDDICK zitiert und verbeugt sich ehrfürchtig vor dem 2015 verstorbenen Altmeister WES CRAVEN und hat sein Drehbuch zu DEAD AWAKE von Regisseur PHILLIP GUZMAN verfilmen lassen, der daraus einen handwerklich soliden Thriller mit übernatürlichen Touch gemacht hat. Aufgrund der unverbrauchten Thematik über Schlaflähmung bleibt der Streifen – trotz konventionellem Ablauf – über weite Strecken spannend. Ein großer Teil dessen ist dem mysteriösen Filmmonster zu verdanken. Wenn sich das Böse nämlich in seiner fiesen Pracht auf der Mattscheibe zeigt, wächst DEAD AWAKE zu eigentlicher Größe heran. Auch wenn Gebotenes mancherorts etwas sehr an den japanischen Geister-Reißer RING erinnert, macht DEAD AWAKE wegen äußerst fieser Einfälle Lust auf mehr. Weil FINAL DESTINATION-Schöper und Drehbuchautor JEFFREY REDDICK Erfahrungen mit Fortsetzungen hat, dürfte es nicht verwundern, wenn auch dessen Schlafparalyse-Grusler weitergeführt wird.
 
 
 


 
 
 

DEAD AWAKE – Zensur

 
 
 
In DEAD AWAKE – WENN DU EINSCHLÄFST BIST DU TOT gibt es kein Blut zu sehen. Die wenigen Gewaltmomente reduzieren sich auf Attacken eines Geistes, der seine Opfer während des Schlafes erwürgt. Hierzulande hat DEAD AWAKE eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEAD AWAKE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) EUROVIDEO MEDIEN (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dead Awake; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.00:1 | @23,976 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 25.07.2017

 

Dead Awake [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DEAD AWAKE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Nightmare on Elm Street (1984)
 
A Nightmare on Elm Street (2010)
 
Dream Demon (1988)
 
The Drownsman (2014)
 
The Nightmare (2015)
 
Ring (2002)
 


Filmkritik: „Beyond the Gates“ (2016)

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BEYOND THE GATES

Story

 
 
 
Ein mysteriöses Video-Brettspiel wird für zwei sich entfremdete Brüder zu Herausforderung. Wer es einmal begonnen hat, muss es zu Ende spielen. Anderenfalls ist der Tod bereits vorprogrammiert.
 
 
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Kritik

 
 
 
Wir begeben uns jetzt zurück in eine Zeit, wo man sich als Fan noch von der Couch erheben musste, um neue Filme sehen zu können. Die hat man bis vor einigen Jahren noch ganz unkompliziert in der Videothek leihen können, wo selbst ausgefallene Nischenfilme ihre Daseinsberechtigung fanden. Was aber mit der Einführung der Videokassette Anfang der 1980er zu einem regelrechten Heimkino-Boom führte, ist im Zeitalter der Digitalisierung Schnee von gestern. Die Videotheken erleben seit Jahren ein Massensterben, weil die Kinohits dank schnellem Breitbandanschluss aus dem Internet in die Wohnzimmer kommen. Dass in solch fortschrittlichen Filmzeiten kaum noch jemand in müffelnden Videotheken stöbern oder auf bereits verliehene Streifen warten möchte, dürfte eine bittere Konsequenz sein mit der sich einige Filmemacher nicht so recht anfreunden möchten. Die lassen längst vergessene Zeiten in ihren Streifen erneut aufleben und versuchen einer neuen Generation an Filmfans nahe zu bringen, wie noch die Eltern in der Jugend Film geschaut haben.
 
 
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Nicht zurück in die Zukunft, dafür zurück in die 1980ern geht es mit dem Indie-Horror BEYOND THE GATES, der sich ehrfürchtig vor längst vergessene VHS-Zeiten verbeugt. Darin müssen sich die beiden Brüder Gordon (GRAHAM SKIPPER aus THE MIND’S EYE und ALMOST HUMAN) und John (CHASE WILLIAMSON aus SIREN) durch das Vermächtnis des Vaters arbeiten. Von dem ist seit geraumer Zeit weit und breit keine Spur, weshalb sich die entfremdeten Geschwister aufmachen, um die Videothek des verschollenen Familienoberhauptes auszuräumen. Bei der Entrümpelung stoßen sie auf ein merkwürdiges Video-Brettspiel, das wohl der Vater zuletzt benutzt haben muss. Weil man noch einmal kurz die schmuddelige Videotheken-Ära aufleben lassen und in Erinnerungen schwelgen möchte, beginnt man das mysteriöse Game mit dem eigensinnigen Titel „Beyond the Gates“ zu spielen. Was daraufhin folgt, lässt den Brüdern das Blut in den Adern gefrieren. Die Moderatorin auf der Videokassette zum Spiel scheint ein schauriges Eigenleben zu führen. Deren Kommentare passen aus unerklärbaren Gründen immer zum Spielablauf, was den Geschwistern Sorgen bereitet. Die ist auch berechtigt, denn bald passieren weitaus mysteriösere Dinge. Erst sind es furchterregende Albträume, die die Männer um den Schlaf bringen. Später ist es eine allgegenwärtige Aura des Bösen, die das Verhältnis der Geschwister auf die Probe stellt. Natürlich ist der Ursprung allen Übels im Brettspiel zu suchen. Leider lässt sich „Beyond the Gates“ nicht ohne Weiteres beenden. Wer das Spiel einmal begonnen hat zu spielen, muss es auch zu Ende bringen. Tut man es nicht, wartet der Tod. Tja, manchmal ist es eben besser, wenn man Gebrauchsanleitungen studiert.
 
 
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Willkommen zur Erwachsenen-Version von JUMANJI. So lässt sich BEYOND THE GATES nämlich am besten beschreiben, bei dem es sich mal wieder um einen ungeschliffenen Horror-Indie handelt, der sich was traut. Regisseur JACKSON STEWART versucht hier gegen den Strom zu schwimmen und scheut Konventionen. Das bedeutet, dass der Handlungsverlauf vor allem auch wegen der teils surrealen Einfälle nicht einfach zu durchschauen ist. In BEYOND THE GATES kommen nicht nur zarte Synthesizerklänge aus den 1980ern zum Einsatz, bei denen man schwören könnte, dass man die schon in anderen Horrorfilmen jener Zeit zu hören bekommen hat. Hier wird sich zudem vor Genre-Regisseuren genannter Dekade verbeugt, die dieses Jahrzehnt vor allem bei Zensurwächtern so berüchtigt gemacht haben. Da erinnert Filmemacher und Newcomer JACKSON STEWART mit befremdlichen Farbspielereien an die Werke des mittlerweile eingerosteten DARIO ARGENTO. Handgemachte Splatter- und Matschorgien lassen Revue passieren, wie kreativ man mit Glibber, Gips, Kunstblut und Latex in der Blütezeit des Horrorfilms noch experimentiert hat. Zwar braucht BEYOND THE GATES ein wenig um in Fahrt zu kommen. Hat er endlich seine Richtung gefunden, dürfte der mutige Brettspiel-Horror vor allem Nostalgiker in Verzückung setzen. Wir meinen: Leidenschaftlicher Retro-Horror von einem ambitionierten Horrorfan, der mit Sicherheit die halbe Jugend in den Gruselabteilungen verschiedener Videotheken verbracht hat. Alte Horrorfilmkenner wird die extravagante Hommage Freudentränen bescheren. Wer’s makellos und glatt poliert braucht, ist hier an der falschen Adresse.
 
 
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BEYOND THE GATES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn ein mysteriöses Brettspiel das Tor in eine andere Dimension öffnet. BEYOND THE GATES ist nichts fürs Massenpublikum. Dieser Streifen entpuppt sich als cineastische Herzensangelegenheit und richtet sich in erster Linie an jene, die in den 1980ern aufgewachsen sind. Dieses interessante Regie-Debüt vereint eine clevere Geschichte mit handgemachten Spezialeffekten und reichlich Retro-Feeling, das Nostalgiker ein Grinsen bescheren wird. Regisseur JACKSON STEWART, der sich selbst als großer Horrorfan bezeichnet und schon als Assistent für STUART GORDON tätig war, konnte für seinen ersten Spielfilm sogar eine namhafte Größe des Horrorgenres gewinnen. So war BARBARA CRAMPTON anfangs nur als Produzentin angedacht, ließ sich dann aber überreden in BEYOND THE GATES auch noch eine kleine Rolle als unheimliche Spielmoderatorin zu übernehmen. Die erfahrene Kult-Schauspielerin scheint nach Auftritten in Splatter-Granaten wie RE-ANIMATOR und FROM BEYOND offenbar Gefallen am Angstkino gefunden zu haben, weshalb man die beliebte Genre-Ikone immer mal wieder in solchen Streifen zu sehen bekommt. Zuletzt war das in YOU’RE NEXT und WE ARE STILL HERE der Fall. Dahinter verbarg sich gelungene Horrorunterhaltung neueren Datums, die man durchaus empfehlen kann. Gleiches gilt auch für BEYOND THE GATES, der wirklich gelungen ist – insofern man etwas mit den Horrorfilmen aus den 1980er und deren Machart anfangen kann. Atmosphärisch bewegt sich der Streifen irgendwo zwischen Euro-Horror aus der Mache des LUCIO FULCI und DARIO ARGENTO, was aber keinesfalls negativ zu bewerten ist. Ganz im Gegenteil. Hinter BEYOND THE GATES steckt ein leidenschaftliches und ehrgeiziges Filmprojekt mit viel Liebe zum Detail und jeder Menge Herzblut. Wer das zu schätzen weiß, wird gut unterhalten werden.
 
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Zensur

 
 
 
Auch wenn es der Film auf den ersten Blick nicht vermuten lässt – in einigen Szenen geht ordentlich die Post ab. Der wird die Splatter-Keule geschwungen und Köpfe zermatscht oder Därme aus Körpern gezogen. Hierzulande dürfte es für diese Zeigefreudigkeit vermutlich eine Erwachsenenfreigabe geben. Aber immerhin angeschnitten. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen und Trailer liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jumanji (1995)
 
Zathura – Ein Abenteuer im Weltraum (2005)
 
Stay Alive (2006)
 


Filmkritik: „The Devil’s Dolls“ (2016)

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THE DEVIL’S DOLLS

(WORRY DOLLS)

Story

 
 
 

Schwarze Magie und gruselige Talismane führen selten zu etwas Gutem. Auch hier nicht. Ihre Besitzer scheinen von Sinnen und töten alles und jeden. Ob es einen Weg geben wird, diese tickenden Zeitbomben zu vernichten?

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOLLS – Kritik

 
 
 
2012 war ein großes Jahr für Regisseur PADRAIG REYNOLDS. Er erntete mit seinem Horror-Debüt RITES OF SPRING viel Aufmerksamkeit und konnte genug Interessenten für die internationale Vermarktung finden. Mittlerweile ist es etwas ruhiger um den auf Festivals gefeierten Filmemacher geworden. Offensichtlich hat er sich ausreichend Zeit genommen, den nächsten Streich vorzubereiten. Der ist nun fertig, heißt THE DEVIL’S DOLLS und kombiniert ebenso wie der Vorgängerstreifen diverse Subgenres miteinander – auch wenn diesmal das Resultat weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Da kann man nur hoffen, dass der Backwoods-Slasher RITES OF SPRING keine Eintagsfliege gewesen ist. THE DEVIL’S DOLLS hat weitaus mehr gekostet – inhaltlich herrscht jedoch das reinste Durcheinander. Hier mangelt es an allem – vor allem aber an Spannung. Demzufolge ist der neue Film nur was für Ausgeschlafene, denn der Regisseur macht es dem Horrorfan nicht leicht, seinem zähen Flickwerk zu folgen.
 
 
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Böse Puppen, gute Puppen. In THE DEVIL’S DOLLS (der im Ausland auch als WORRY DOLLS vertrieben wird) sind es die Erstgenannten, die zu Handlanger des Teufels umfunktioniert werden. Voodoo-Puppen sorgen in diesem Horrorfilm für Tod und Verderben, weil auf den geflochtenen Anhängern ein böser Fluch lastet. Eine Spur der Verwüstung ist die Folge. Im Mittelpunkt steht Polizist Matt (CHRISTOPHER WIEHL). Der bringt den kaltblütigen Serienkiller Henry Leonard Bale (MATTY FERRARO aus RED CLOVER) zur Strecke, der zuvor mit Voodoo-Puppen gespielt hat. Die hat er akkurat in eine Kiste verstaut und läuft anschließend dem Gesetzeshüter versehentlich vors Schießeisen. Leider scheint man es in THE DEVIL’S DOLLS nicht sonderlich ernst mit Beweismitteln zu nehmen. Die geheimnisvolle Kiste mit all den darin enthaltenen Puppen findet einen neuen Besitzer. Der, beziehungsweise die ist acht Jahre alt und die Tochter jenes Polizisten, der das Böse wenige Tage zuvor in die Schranken gewiesen hat. Leider geht es der neuen Eigentümerin bald gar nicht mehr gut. Sie verschönert die erhaltenen Anhänger mit Perlen und Strass, um sie anschließend an höchstbietende Interessenten zu verkaufen. Doch der Fluch der Puppen nimmt bald Besitz von jedem, der eine davon sein Eigen nennt. Die Besessenen verwandeln sich in unaufhaltsame Killermaschinen und ermorden kaltblütig Menschen, die ihnen nahe standen. Wird Cop Matt den Fluch stoppen und die kleine Tochter retten können?
 
 
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Manchmal kann es zum Nachteil sein, wenn man zu eifrig mit Genres experimentiert. Im Falle des Horrorthrillers THE DEVIL’S DOLLS sorgt die Flut an unterschiedlichen Filmrichtungen für Chaos. Der kunterbunte Schubladen-Mix möchte irgendwie nicht funktionieren. Regisseur PADRAIG REYNOLDS war wohl um Einzigartigkeit bemüht und warf Voodoo-Horror, Besessenheits-Grusel, Slasher-Film und Cop-Thriller in einen Topf. Entstanden ist trotz einer stattlichen Anzahl an Ideen eine regelrechte Schlaftablette, die ihre Potenziale nicht ausschöpft, weil der Macher nichts mit den Stilrichtungen anzufangen wusste. Dabei werden bereits im Prolog große Töne gespuckt. Hier erlebt der Streifen bereits seinen Höhepunkt, wenn der Serienkiller blutig zur Tat schreitet. Mit einem Abbruchhammer durchbohrt er den Schädel seines Opfers. Die Kamera hält drauf und ersäuft die Szene in Blut – Gorehounds wird’s freuen. Leider kann THE DEVIL’S DOLLS diese Schockwirkung nicht wiederholen. Nach dem zugegebenermaßen derben Beginn verliert der Film seinen roten Faden. Zu wenig Kills, dabei unwichtige Szenen und belanglose Dialoge, die den Zuseher quälen bis zum Abspann. Dazwischen konfuse Handlungsstränge, allerhand Unlogisches und einen der wohl lahmarschigsten Polizisten der Filmgeschichte. Der verpasst um Haaresbreite jeden Mord und hätte mit weitaus mehr Elan manches Verbrechen im Film verhindern können.
 
 
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Immerhin gibt sich Regisseur PADRAIG REYNOLDS als waschechter Slasher-Fan zu erkennen. In einer Filmszene wird eine Frau mit einer Heckenschere bearbeitet. Während dieser Szene gibt es eine Einstellung zu sehen, die dem Poster des 80er Kult-Slashers THE BURNING nachempfunden wurde. Die gut gemeinte Hommage freut zwar das Horrorfanherz, ändert aber nichts an der Tatsache, dass THE DEVIL’S DOLLS trotz Liebe zum Horrorfilm eine einzige Enttäuschung ist. Tempo wird schmerzlich vermisst und die Geschehnisse dümpeln zwischen den wenigen Morden vor sich hin. Demzufolge sollte man trotz des reißerisch zusammengeschnippelten Trailers nicht zu viel erwarten. Der ist bei weitem besser, als der eigentliche Film. Aus einer Mücke ’nen Elefanten machen – zumindest marketingtechnisch ist THE DEVIL’S DOLLS Königsklasse.
 
 
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THE DEVIL’S DOLLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Viel Theater um eigentlich nichts. THE DEVIL’S DOLLS (der im Original übrigens WORRY DOLLS heißt) ist ein blutiger Genre-Mix, der sein ganzes Pulver in den ersten zehn Minuten verschießt und danach eine katastrophale Talfahrt hinlegt. Hier herrscht größtenteils Langeweile, weil der Slasher-Fan PADRAIG REYNOLDS viel Neues erzählen wollte, aber mit dem Mix der Horror-Subgenres überfordert ist. Selbstverständlich klingt die Idee Voodoo-, Slasher- und Besessenheits-Thematik miteinander zu vereinen, interessant; die Umsetzung gestaltet sich unterm Strich jedoch alles andere als prächtig. Der Grund: spannende Momente bleiben aus und die blutige Richtung, die zu Beginn eingeschlagen wird, kann leider nicht die gesamte Filmlänge über gehalten werden. Das frustriert, weil der Filmtrailer mehr versprochen hat. Wer sich demzufolge viel Zeit sparen möchte und dennoch mitreden will, sollte es demnach bei diesem Trailer belassen. Der fasst die besten Szenen zusammen und ist gerade einmal zwei Minuten lang. Eine richtige Enttäuschung.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOLLS – Zensur

 
 
 
Hart beginnt THE DEVIL’S DOLLS (OT: WORRY DOLLS) tatsächlich, denn hier wird ein Bohrer in den Kopf einer Frau gerammt und die Kamera hält reißerisch drauf. Die (wenigen) übrigen Morde sind zwar nicht von schlechten Eltern, aber nur halb so hart anzuschauen, wie der Kill in den ersten 10 Minuten. Ungewöhnlicherweise hat die ungeschnittene Fassung des Streifens in Deutschland eine FSK16 erhalten. Das wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Wichtig zu wissen: Die nun erhältlichen Heimkinofassung besitzt einen roten FSK-Faltschen. Der Grund hierfür liegt im Bonusmaterial. Das besitzt eine höhere Freigabe wie der Film. Deshalb ist die erhältliche Blu-ray und DVD erst für Erwachsene geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOLLS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media | Splendid Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Worry Dolls; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Film: FSK16 | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 28.04.2017

 

The Devil’s Dolls [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOLLS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei I-ON New Media | Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Venom – Biss der Teufelsschlangen (2005)

Possession – Das Dunkle in dir (2012)

Needle – Deinem Schicksal entkommst du nicht (2010)


Filmreview: „Detour – Gefährliche Umleitung“ (2013)

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DETOUR – GEFÄHRLICHE UMLEITUNG

Story

 
 
 
JACKSON ALDER (hervorragend gespielt von NEIL HOPKINS) ist schön und erfolgsverwöhnt. Auf dem Weg zu einem wichtigen Geschäftstermin wird sein Auto irgendwo im Niemandsland von einer riesigen Schlammlawine erfasst und begraben. Als er wieder zu sich kommt, scheint er jegliche Erinnerung an den Vorfall verloren zu haben. Nach anfänglicher Panik versucht er, einen Ausweg aus der Misere zu finden. Kontakt zur Außenwelt scheint unmöglich, Rettung nicht in Sicht, der Handyempfang nicht mehr vorhanden. Da bemerkt JACKSON, dass sich auch Wasser und Sauerstoff allmählich dem Ende entgegenneigen und das Glas des Auto-Schiebedachs droht durch das Gewicht des darauf liegenden Schlamms zu zersplittern …
 
 
 


 
 
 

DETOUR – Kritik

 
 
 
Es muss nicht immer Horror mit dem Holzhammer sein. Manchmal wissen auch die kleinen Filme zu fesseln. In den letzten Jahren hat sich gerade im Thriller- und Horrorbereich so einiges getan. Neue Subgenres haben sich entwickelt, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Eines dieser Minigenres ist der klaustrophobische Überlebens-Thriller, in dem sich oftmals nichtsahnende Protagonisten in verzweifelten Situationen wiederfinden und versuchen müssen, aus verzwickten Situation zu entkommen. Ob nun lebendig begraben (BURIED), in einem riesigen Würfellabyrinth gefangen (CUBE) oder in einer Sauna eingesperrt (HOT 247°F); der Erfindungsreichtum ambitionierter Filmemacher ist fast grenzenlos. Auch der Überlebens-Schocker DETOUR (zu Deutsch: Umweg) ist eines dieser kleinen markerschütternden Werke, in denen sich der Held der Geschichte in einer ziemlich misslichen Situation wiederfindet und mit allerhand Improvisationstalent versuchen muss, der Lage Herr zu werden. Diesmal jedoch scheint die Ausgangssituation nicht nur erschütternd, sondern völlig ausweglos zu sein.
 
Regie-Debütant WILLIAM DICKERSON, der zuletzt für verschiedene Kurzfilme verantwortlich zeichnete, gibt mit diesem klaustrophobischen Überlebensfilmchen seinen Langfilmeinstand. Vieler Erklärungen bedarf der Film vorerst nicht. Der Zuschauer begleitet JACKSONS anscheinend ausweglosen Kampf, aus dem dunklen und feuchten Gefängnis zu entkommen. Realismus wird im minimalistischen Thriller DETOUR großgeschrieben. Denn die Figur JACKSON ALDER handelt nachvollziehbar. Regisseur DICKERSON konfrontiert den Zuschauer immer wieder mit der Frage, wie jeder selbst in dieser Situation handeln würde. So wirken die Aktionen der Hauptfigur auch entsprechend glaubhaft. Das Auto wird nach Werkzeug durchforstet und eine Lösung gefunden wie die Sauerstoff- und Wasserversorgung gesichert werden kann, um das Überleben weitere Tage hinauszuzögern. Zwar wirken die zündenden Ideen oft so, als wären sie aus einer angestaubten McGyver-Folge entsprungen; in Anbetracht der Umstände und der Panik des Filmhelden sind seine Handlungen dennoch stets authentisch geschildert.
 
Da die Szenerie auf gerade einmal 2m² beschränkt ist und von einem Protagonisten allein getragen werden muss, zieht WILLIAM DICKERSON alle Register intelligenter Filmkunst, um den Zuschauer bei Laune halten zu können und die Gegebenheiten zu spannend wie möglich zu skizzieren. So wird das Leben des Hauptdarstellers in kurzen Rückblenden vorgestellt. Die Liebe zu seiner Frau und die bevorstehende Geburt des ersten Kindes treiben den Helden immer wieder aufs Neue an, kluge Entscheidungen zu fällen, um einen Ausweg finden zu können. Zudem erfahren wir mittels loser Flashbacks, wie es letztendlich zum Vorfall gekommen ist. Um die Aufmerksamkeit und das Interesse der Zuschauer konsequent aufrecht zu erhalten, geschehen passend in Momenten möglichen Leerlaufs adrenalinfördernde Dinge, die nicht nur dafür sorgen, dass der Protagonist über sich hinauswächst. Auch der Filmfreund dürfte in jenen Szenen gehörig mitfiebern und hoffen, dass JACKSON doch noch irgendwie seinem matschigen Grab entfliehen kann.
 
Mit DETOUR erlebt der Filmfan ein erschütterndes Ein-Mann-Drama, das an die Nieren geht. Ausufernde Spezialeffekte, reißerische Nacktszenen und hektisches Action-Geballer gibt es hier nicht zu sehen. Stattdessen konzentriert sich der Film auf das Schicksal eines einzigen Protagonisten, der zu keiner Minute daran denkt, sich selbst aufzugeben. Der dünne Handlungsbogen wird mit allerlei intelligenten Ideen gespickt, so dass kein Leerlauf entsteht und die rund 90 Minuten Laufzeit vergehen wie im Flug. Wer es gern klaustrophobisch mag, ist mit DETOUR optimal beraten. Für ein Erstlingswerk eine durchaus beachtliche Leistung!
 
 
 


 
 
 

DETOUR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Beängstigend klaustrophobischer Überlebens-Thriller für Filmfans mit starken Nerven. Toll gespielt, super gefilmt und bis zur letzten Minute gnadenlos spannend!
 
 
 


 
 
 

DETOUR – Zensur

 
 
 
DETOUR ist kein Horrorfilm. Der Film wirkt authentisch und protokolliert den Überlebenskampf eines verschütteten Mannes. Blut fließt, bis auf eine Wunde an der Stirn des Opfers keines. Demnach wurde der Film mit einer ungeschnittenen FSK16-Freigabe in den Handel gebracht.
 
 
 


 
 
 

DETOUR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Castle View Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Detour; USA 2013

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1, (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Keine Extras

Release-Termin: 12.12.2014

 

Detour – Gefährliche Umleitung [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DETOUR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrecked (2010)

Buried – Lebend begraben (2010)

Cube (1997)

Panic Room (2002)