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Beiträge mit Schlagwort “britische Horrorfilme

Filmkritik: „Caught“ (2017)

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CAUGHT

Story

 
 
 

England im Jahr 1972: Eine Familie bekommt es mit der Angst zu tun. Die erhält Besuch von zwei Fremden, die sich im Haus einnisten und offenbar nicht wieder gehen wollen. Was wollen die, warum sind sie gekommen und weshalb verschlechtert sich deren Gesundheitszustand beinahe minütlich? Sind das Außerirdische oder Kreaturen, die von einer höheren Macht gesteuert werden? CAUGHT ist voll mit Rätseln, die es zu ergründen gilt.

 
 
 


 
 
 

CAUGHT – Kritik

 
 
 
Es müssen nicht immer die Horrorfilme mit ausufernden Effekten, reißerischen Todesszenen und hektischen Schnitten sein. Manchmal ist weniger mehr, wie der folgende Film beweist. CAUGHT nennt sich ein etwas anderer Home-Invasion-Thriller, der versucht andere Wege zu gehen und sich so von der grauen Masse an Filmen abheben will, in denen Hausbewohner von boshaften Einbrechern erniedrigt, misshandelt und getötet werden. Frischer Wind ist somit garantiert, denn der Brite JAMIE PATTERSON hat sich für die erste Regie-Arbeit eine kleine Geschichte ausgesucht, die ohne viel Tamtam Horror entstehen lässt und schnell eine Aura permanenter Bedrohung heraufbeschwört. Dabei macht er von alter Schule Gebrauch und konzentriert sich ausschließlich auf das Zusammenspiel seiner wenigen Figuren, die den Zuschauer zurück in eine Zeit schicken, in der Horror noch Kopfarbeit war und auch vornehmlich darin stattfand.
 
 
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Ein verheiratetes Journalisten-Paar bekommt Besuch der etwas anderen Art. Julie und Andrew leben in einem netten Häuschen irgendwo im britischen Hinterland. Hier ist es friedlich, hier lebt man gern. Doch die beiden Journalisten entdecken eines Tages seltsame militärische Aktionen in der Gegend und wittern darin die Story ihres Lebens. Leider kommt bald alles anders. Zwei Fremde stehen plötzlich vor der Tür und haben einen Fragenkatalog im Gepäck. Sind das etwa religiöse Missionare, die den Journalisten von ihrem Glauben berichten wollen? Natürlich nicht, denn die altbacken gekleideten Besucher zeigen bald ihres wahres Gesicht. Das scheint nicht von dieser Welt zu sein, denn die Fremden quasseln wirres Zeug und benehmen sich alles andere als normal. Hat man es hier etwa mit gehirngewaschenen Psychopathen zu tun, die den Hauseigentümern das Leben zu Hölle machen wollen? Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, denn CAUGHT ist so rätselhaft, wie die allmählich selbst zerfallenden Bösewichte dieses doch sehr skurrilen Horrorerlebnisses.
 
 
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Seelenlose Roboter in Menschengestalt, Aliens oder Naturgeister? Die Idee dieses Home-Invasion-Horrors ist nicht übel. Zwei Fremde verschaffen sich zum Haus einer jungen Familie Zutritt und haben Forderungen. Diese gilt es zu ergründen, was im Falle von CAUGHT zu einem spannenden Gruseltrip avanciert, weil mit einfachen Mitteln versucht wird, Absichten zu verschleiern. Regisseur JAMIE PATTERSON – der sich laut Interviews für den ersten Spielfilm von Horrorfilmen der 1970er inspirieren ließ – webt nämlich ein Geheimnis um den mysteriösen Besuch der beiden Fremden, die in Rätseln faseln und keine Antworten geben wollen. Hinzukommt seltsames Verhalten, was die Frage aufwirft, ob die Besucher überhaupt menschlicher Natur sind oder doch nur fremdgesteuerte Marionetten einer höheren Macht. Leider nimmt man es mit fortschreitender Laufzeit zu genau mit der Geheimniskrämerei. Statt Geschehnisse am Ende aufzulösen, ist man eher darum bestrebt weiter des Zuschauers Kopfkino zu strapazieren. Offenbar will man die Interpretationsfähigkeit des Publikums herausfordern und hält sich auch nach dem Abspann mit Antworten bedeckt. Das verursacht ein unbefriedigendes Gefühl, weil man dann doch gern gewusst hätte, was die Fremden mit ihrem Besuch bezwecken wollten und woher sie tatsächlich stammen. Demzufolge ist dieses doch sehr rätselhaft Kammerspiel nur jenen zu empfehlen, die genügend Fantasie besitzen, um sich Antworten selbst zusammenzureimen. Wer diese auf dem Silbertablett serviert haben möchte, dürfte diesen doch beinahe schon surrealen Horrorfilm als Unsinn abstempeln. Wir von FILMCHECKER zumindest sind hin- und hergerissen, sprechen aber dennoch eine Empfehlung aus, denn so ungewöhnliche Filme wie CAUGHT hat man zweifelsohne nicht jeden Tag vor der Linse.
 
 
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CAUGHT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Rätselhafter Gruseltrip mit den wohl unheimlichsten Besuchern, die man je in einem Horrorfilm zu sehen bekommen hat. CAUGHT ist nichts für Zuschauer, die alles plausibel erklärt haben wollen. Der Film ist nämlich ein einziges Rätsel und will offenbar die grauen Zellen seines Publikums aktivieren. Fragen über Fragen, aber kaum Antworten. Das ist so gewollt und ermöglicht viele Interpretationsansätze. Handwerklich ist CAUGHT über jeden Zweifel erhaben. Trotz minimalistischer Kulisse und wenigen Figuren entwickelt man schnell ein ungutes Bauchgefühl, was wohl daran liegt, dass der ungewöhnliche Besuch unberechenbar scheint und Verhalten an den Tag legt, welches alles andere als menschlich ist. Da ist schnell eine rätselhafte und zugleich beunruhigende Atmosphäre aufgebaut, die den Zuschauer in ihren Bann zieht und erst mit Einblendung des Abspanns wieder loslässt. CAUGHT ist ein kleiner Indie-Geheimtipp und richtet sich mit seiner ungewöhnlichen Machart an Leute, denen es nach Neuerungen im Genre dürstet. Wer daher ein Herz für subtilen Schauer besitzt und eine Leidenschaft für Horrorfilme hegt, die aus der Reihe tanzen, sollte unbedingt einen Blick riskieren. CAUGHT macht nämlich Horror mit Hirn und nicht mit der Blutkeule. Das ist in Zeiten, in denen alles rasanter, hektischer und brutaler sein muss, mittlerweile eine Seltenheit geworden. Übrigens sollte man den Trailer nicht für bare Münze nehmen. Der weckt falsche Erwartungen und lässt einen Zombiestreifen vermuten. Mit Zombies hat CAUGHT aber – Gott sei Dank – nur wenig am Hut.
 
 
 


 
 
 

CAUGHT – Zensur

 
 
 
CAUGHT hat kaum Gewalteffekte zu bieten. Einem Postmann wird mit einem Stein der Schädel eingeschlagen. Ansonsten spucken die unheimlichen Bewohner seltsamen Schleim, was vermutlich eine FSK16 rechtfertigen dürfte.
 
 
 


 
 
 

CAUGHT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Körperfresser kommen (1978)
 
Das Dorf der Verdammten (1995)
 
Body Snatchers – Angriff der Körperfresser (1933)
 

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Filmkritik: „Tank 432“ (2015)

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TANK 432

(BELLY OF THE BULLDOG)

Story

 
 
 

In einem verlassenden Panzer treffen flüchtende Soldaten auf unsichtbare Feinde. Die nennen sich Stress und Paranoia und machen aus Verbündeten Feinde.

 
 
 


 
 
 

TANK 432 – Kritik

 
 
 
Krieg hinterlässt Spuren – nicht nur bei Zivilisten. Auch Soldaten und Friedenskämpfer bleiben vom hässlichen Gesicht des Krieges nicht unverschont und sind während ihrer Einsätze psychischem Stress ausgesetzt, der erst nach dem Krieg zum eigentlichen Problem wird. Studien belegen, dass immer mehr Soldaten schwer traumatisiert von der Front heimkehren und sich später in psychologische Behandlung begeben müssen, damit sie Erlebtes verarbeiten können. Leider gelingt vielen die Rückkehr ins normale Leben nicht, denn mittlerweile sterben immer mehr Veteranen durch Selbstmord, als bei Einsätzen in Kriegsgebieten. Was Krieg mit Soldaten macht, versucht auch Regisseur NICK GILLESPIE auf die Leinwand zu bringen. Der britische Filmemacher hat sich bisher eher als Fachmann hinter der Kamera einen Namen gemacht und versuchte sich als Regisseur von Kurzfilmen. TANK 432 gehört nun zu einem der ersten Langfilme bei denen der ambitionierte Brite die Regie übernommen hat. Als Produzent stand Kumpel BEN WHEATLEY (SIGHTSEERS und KILL LIST) zur Seite für den NICK GILLESPIE bisher immer mal wieder als Kameramann zur Verfügung stand. Was der Regie-Newcomer aber hier unter dem Banner Spielfilm fabriziert hat, wird in Filmkreisen oft als Rohrkrepierer bezeichnet. Der günstig produzierte BELLY OF THE BULLDOG (so der Alternativtitel) ist nämlich trotz brisanter Thematik reichlich konfus und zäh. Etwas, mit dem man bei Horrorfans gewöhnlicherweise keinen Eindruck hinterlässt.
 
 
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Das selbst geschriebene Drehbuch erzählt die Geschichte von einer Gruppe britischer Soldaten, die sich auf eine geheime Mission begeben. Mit zwei Gefangenen im Schlepptau sollen Kriegsgebiete erkundet werden, damit die Umgebung wieder sicher gemacht werden kann. So entdeckt man bei Streifzügen durch das Land auf einem verlassenen Bauernhof einen Container. Darin haust eine verwirrte Frau, die erst einmal mit Medikamenten ruhiggestellt und anschließend mitgenommen wird. Leider kommt die Gruppe nicht weit. Auf der Flucht vor vermeintlichen Feinden verschanzt man sich in einem Bulldog-Panzer und wähnt sich in Sicherheit. Doch die Unterschlupf entpuppt sich als fiese Falle, denn die Tür nach draußen lässt sich nicht mehr öffnen. So verharrt man bangend im Panzer und hofft auf Rettung. Was die Soldaten aber unterschätzen ist der psychische Stress. Mit steigendem Druck und auf engstem Raum wächst die Paranoia jedes Teammitglieds. Was folgt ist kein Kindergarten, denn aus vermeintlich Verbündeten werden plötzlich unerbittliche Feinde. Fragt sich nur wer in einer solchen verzwickten Situation einen kühlen Kopf bewahren kann.
 
 
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DOG SOLDIERS trifft auf JACOB’S LADDER. Das Konzept hinter TANK 432 ist eigentlich gar nicht mal so dumm. So haben schon viele Regisseure menschliches Verhalten in Extremsituationen studiert und damit für unangenehme Filmminuten gesorgt. Leider ist die von Regisseur NICK GILLESPIE auf Zelluloid gebannte psychologische Studie von Menschen unter Druck keine nennenswerte Angelegenheit, denn zwischen Paranoia und Klaustrophobie entsteht hier leider nur eines: Grenzenlose Langeweile. Dass NICK GILLESPIE durchaus Geschick im Umgang mit der Kamera besitzt will man dem ambitionierten Filmemacher sicher nicht streitig machen. Talent für Spannungsbogen und Erzählaufbau besitzt er leider nicht, denn TANK 432 ist so wirr, langatmig und nervig inszeniert, des dem Zuschauer spätestens bei den Szenen im Panzer die Lust am Weiterverfolgen der Handlung vergeht. Die Figuren sind unnahbar und unsympathisch. Ihre Streitereien rauben den letzten Nerv. Zudem wirkt ein Überraschungstwist aufgesetzt und erzwungen. Gut, dass der Horrorfan die Macht über die Fernbedienung besitzt. Die ermöglicht das Abschalten – wann immer man es will. Wir raten so früh wie möglich abzuschalten, denn man verpasst nichts, wenn man TANK 432 nicht gesehen hat. Das vermeidet nicht nur Enttäuschungen, sondern spart auch Zeit, Geld und Nerven.
 
 
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TANK 432 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Wer TANK 432 gesehen hat, wird im wahrsten Sinne des Wortes paranoid vor Wut, denn dieser Film gehört zur jener Gattung Kinoschund, für den man am liebsten sein Geld zurück haben möchte. Die psychologische Studie über Stress und seine Folgen ist nicht nur langweilig; sie schafft es nicht einmal in den Bann zu ziehen und irgendwie emotional zu bewegen. Schuld sind die unsympathischen Figuren, deren Leid nicht einmal die Bohne interessiert. Angesichts der kontroversen Thematik über Folgen von Kriegseinsätzen ist die Anteilslosigkeit des Zuschauers schon irgendwie als grotesk zu betiteln. Vielleicht wäre es demnach in Zukunft für Regisseur NICK GILLESPIE besser, wenn er sich wieder auf das konzentriert, was er auch wirklich kann. Drehbücher schreiben und Regie führen scheint nicht sein Ding zu sein – hinter der Kamera stehen schon eher.
 
 
 


 
 
 

TANK 432 – Zensur

 
 
 
TANK 432 ist eher psychologischer Natur und hält sich mit Schauwerten zurück. Einige kurze Gewaltmomente gibt es dennoch zu sehen. So wird ein Protagonist von einem Panzer überrollt, andere erschossen oder mit spitzen Gegenständen verwundet. Hierzulande dürfe der Paranoia-Horror eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

TANK 432 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Belstone Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beneath (2013)
 
POD (2015)
 
Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits (1990)
 
The Noonday Witch (2016)
 


Filmkritik: „The Forgotten“ (2014)

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THE FORGOTTEN

Story

 
 
 

In britischen Sozialwohnungen passieren seltsame Dinge. Dem 14jährigen Tommy bereiten unheimliche Geräusche aus der Nachbarswohnung Angst. Der will in THE FORGOTTEN herausfinden, ob das Gepolter rational erklärbare Ursprünge besitzt oder ob da vielleicht doch höhere Mächte am Werk sind.

 
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Kritik

 
 
 
Es müssen nicht immer düstere Friedhöfe, alte Burgen oder englische Herrenhäuser sein, in denen Kreaturen aus dem Jenseits Unruhe stiften. Auch in den Ghettos britischer Großstädte fühlen sich Geister neuerdings heimisch und treiben Besetzer verlassener Sozialwohnungen in den Wahnsinn. Erfahrene Zuschauer wissen natürlich, dass Spuk in den meisten Fällen nicht grundlos stattfindet. Meist wollen Geister den Lebenden Botschaften überbringen oder den eigenen verfrühten Tod rächen, der durch die Hand skrupelloser Zeitgenossen herbeigeführt wurde. In den meisten Fällen löst das unerwartete Kettenreaktionen aus. Ob das auch in THE FORGOTTEN der Fall ist? Hinter dem sensibel orchestrierten Gruselstreifen stecken zwei, die zumindest in England nicht unbekannt sind. OLIVER FRAMTON und JAMES HALL zeichneten für Arbeiten an der langjährigen Polizeiserie THE BILL verantwortlich, die zwischen 1984–2010 eine feste Größe im britischen TV war und unter dem Titel DIE WACHE sogar für Deutschland adaptiert wurde. Für die britische Version steuerten die beiden Autoren Geschichten bei, die dann regelmäßig über die Mattscheibe flimmerten. Mit THE FORGOTTEN hat man zusammen an etwas Eigenem gearbeitet – fernab von Trivialität und Massengeschmack. Ein riskanter Versuch, der sich sehen lassen kann. Über einige wenige Logiklücken sieht man da gern hinweg.
 
 
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Teenager Tommy hat es nicht leicht. Seine Eltern leben getrennt und der Junge hat keine Freunde, weshalb er sich zurückzieht und Bilder malt. Als die Mutter einen Nervenzusammenbruch erleidet, soll der Jugendliche beim Vater wohnen. Der entpuppt sich als Hausbesetzer und plündert abrissreife Gebäude, um sich mit dem Verkauf von Kupferrohren über Wasser halten zu können. Leider ist der Vormund kein unbeschriebenes Blatt, was den Jungen stutzig macht, weil der Vater eigenartiges Verhalten an den Tag legt. Als der von Zuhältern zusammengeschlagen wird und im Krankenhaus landet, ist Tommy auf sich allein gestellt. Nun ist guter Rat teuer. Im neuen Zuhause scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Seltsames Poltern ist im Apartment nebenan zu hören. Leider wohnt dort schon seit Jahren niemand mehr. Das verursacht natürlich Unbehagen. Doch das Leben schlägt manchmal sonderbare Wege ein. Beim Zeichnen auf einer Parkbank lernt er die geheimnisvolle Carmen kennen. Schnell entsteht zwischen den Jugendlichen eine innige Freundschaft, die keine Grenzen kennt. Zusammen versucht man das Geheimnis der unheimlichen Geräusche zu ergründen, die Tommy Nacht für Nacht den Schlaf rauben. Leider ist die Auflösung alles andere als erbaulich.
 
 
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Grusel mit Anspruch. THE FORGOTTEN setzt Köpfchen voraus, was aufgrund der hohen Anzahl an trivial gedrehter Spuk- und Geisterfilme der letzten Jahre schon als Glanzleistung betitelt werden kann. Viele davon machen nämlich das Hirn des Zuschauers zu Brei, wenn mit schlechten Geschichten versucht wird, Unterhaltung vorzugaukeln. Im Grunde besteht das Ergebnis dann aber doch nur aus einer Aneinanderreihung von Klischees. Der englische Regisseur OLIVER FRAMTON macht da einiges anders. Hinter dem Schauerdebüt von der Insel verbirgt sich nämlich ein berührender und zugleich deprimierend-trauriger Geisterfilm, der vor allem durch hervorragend besetzte Jungdarsteller überzeugen kann. Wie im schwedischen SO FINSTER DIE NACHT entsteht hier eine Freundschaft zwischen zwei Jugendlichen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der 14jährige Tommy (CLEM TIBBER) als Einzelgänger durchs Leben geht und zurückgezogen in einer ganz eigenen Welt lebt, verschanzt sich die unnahbare Carmen (ELARIA JOHNSON aus AFTERDEATH) hinter dicken Mauern und lässt kaum Schwäche zu. Trotz ihrer Gegensätze erkennen die pubertierenden Protagonisten schnell, dass sie mehr Gemeinsamkeiten besitzen als anfangs vermutet. So machen sich die beiden auf, ein Rätsel zu lösen, das den Zuschauer durch seine unbefriedigende und unerwartete Auflösung leider vor dem Kopf stößt, den Zuschauer aber gleichzeitig da packt, wo es weh tut. Kino kann manchmal ein richtiges Arschloch sein.
 
 
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THE FORGOTTEN ist nichts für Arthouse-Hasser. Dieser Genrestreifen gehört zu jener Gattung Film, die man eigentlich gern im Programmkino sehen würde. Statt plakative Grusel- und Schockeffekte abzuhandeln, waren Drehbuchautor JAMES HALL die Hauptdarsteller wichtig. Demzufolge liegt der Fokus mehr auf Charakterentwicklung und Drama, statt auf Spuk und Erschrecken. Weil es der Film ruhig angeht und so Unheil gemächlich aufgebaut wird, ist THE FORGOTTEN garantiert kein Film für Gegner des langsamen Erzählens. Die sollten besser nach kommerziellem Spukkino Ausschau halten. Der nächste Blödsinn aus Hollywood lässt mit Sicherheit nicht lange auf sich warten. Da sind wir uns sicher.
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Authentisch gespieltes Schauerstück vor ungewöhnlicher Gruselkulisse. THE FORGOTTEN beweist, dass es nicht nur in alten Herrenhäusern oder modrigen Kellergewölben spuken kann. Auch in heruntergekommenen Neubaublöcken Großbritanniens finden es Geister gemütlich. Triste Wohnviertel in sozialen Brennpunkten laden ein zu Spuk auf hohem Niveau. THE FORGOTTEN ist keiner dieser konventionell zusammengekleisterten Gruselfilme. Hier nimmt man sich Zeit für Charakter und Emotionen, so dass Spuk und Budenzauber beinahe zu kurz kommen. Ein gute Entscheidung: THE FORGOTTEN berührt – vor allem wegen der Antihelden, die von talentierten Jungdarstellern verkörpert werden. Mehr Drama statt Horror steht auf dem Programm, was den Beitrag aus der Masse hervorstechen lässt. Wer mit dem schwedischen SO FINSTER DIE NACHT was anfangen konnte, wird sich hier gut aufgehoben fühlen. THE FORGOTTEN ist nämlich mehr oder weniger vom gleichen Kaliber. Ungewöhnlich, ergreifend und sehenswert.
 
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Zensur

 
 
 
In THE FORGOTTEN gibt es weder Gewalt noch Blut zu sehen. Hierbei handelt es sich um ein Gruseldrama, das eher von seiner unheilvollen Stimmung lebt, als die Geschehnisse in Blut zu ertränken. Weil es doch hin und wieder etwas unheimlich wird, bekommt der Streifen in Deutschland vermutliche eine FSK16. Insofern sich überhaupt ein Label finden lässt, das den Film hierzulande veröffentlichen möchte. THE FORGOTTEN ist nämlich sehr speziell und richtet sich eher an ein Arthaus-erprobtes Publikum. Übrigens: das Filmplakat ist vollkommen irreführend. Hier wird reißerischer Geisterspuk vorgegaukelt. Der Film ist aber ein ganz anderes Kaliber.
 
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
So finster die Nacht (2008)
 
Let Me In (2010)
 
Citadel – Wo das Böse wohnt (2012)
 


Filmkritik: „Nächte des Grauens“ (1966)

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NÄCHTE DES GRAUENS

Story

 
 
 
Der Film versetzt uns in die schroffe Landschaft Cornwalls, Mitte der Achtzehnhunderter. In einem Dörfchen nahe einer Mine dezimiert eine medizinisch nicht bestimmbare Krankheit die Einwohnerschaft. Der ansässige Arzt ist mit seinem Latein am Ende und bestellt seinen alten Kollegen Sir James Forbes aufs Land, sich die Sache einmal mit dem Blick des erfahrenen Wissenschaftlers anzusehen. Beim Versuch, kürzlich verstorbene Dorfbewohner zum Zwecke der Obduktion auf den Operationstisch zu bekommen, stellt man fest, dass die Särge leer sind. Nicht nur das: Die eigentlich zur Ruhe gebetteten schleichen des Nächtens im Umfeld der eingangs erwähnten Mine herum.
 
 
 


 
 
 

NÄCHTE DES GRAUENS – Kritik

 
 
 
Die Filme der englischen Hammer Film Productions verteidigen den ihnen entgegengebrachten Status kultischer Verehrung nicht umsonst seit eh und je mit Bravour. In der schönen und auf eine durchaus romantische Art altmodischen Finsterwelt der angelsächsischen Horrorkinokunst führt schlicht kein Weg am reichhaltigen Katalogprogramm der Londoner Produktionsgesellschaft vorbei. Für viele Fans rund um den Globus sind die bevorzugt im Gothic Horror angesiedelten Klassiker gar das Synonym für Gruselfilm made in Britain. Neben dem jahrzehntelangen Beackern der cineastischen Haupteinnamefelder, namentlich Dracula und Frankenstein, versuchte sich das Studio auch immer wieder an Verfilmungen weiterer Genrestandards. Da gab es einen Werwolf, Hexen, Satanisten und sogar Außerirdische. Mit NÄCHTE DES GRAUENS unternahm Hammer unter der Regie des schon mehrfach angeheuerten John Gilling 1966 einen Ausflug in die schaurigen Sphären des Zombiegenres. Hier konnte man heimisch-gotischen Spukfilm mit Voodoo-Exotik aus den entfernten Kolonien vermischen. Ein Rezept, das gerade im englischen Kulturkreis hervorragend funktioniert. NÄCHTE DES GRAUENS ist hammertypisches Atmosphärik-Kusthandwerk.
 
 
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Schauspieler, dem Stammzuseher bekannt wie die Angehörigen einer Theatergruppe, üppige Ausstattung und Kostüme, kräftige Bilder in strahlendem Technicolor und die richtige Mixtur aus Stimmung und knackiger Make-Up und Effektarbeit. Sicherlich nichts für Anhänger der nervigen Hektik moderner Horrorfilmschablonen oder tumbe Blutmatschfetischisten, sind Filme dieser Machart eine willkommene Möglichkeit, einen Blick in die europäische Kinovergangenheit und die Wurzeln des Genres zu erhaschen. Sieht man sich etwa die horrorlastigeren Märchenstreifen eines prominenten Bewunderers wie Tim Burton an, ist der Einfluss der Hammer Productions nicht zu verkennen. Das zeigt sich nicht nur am regelmäßigen Einsetzen des alten Haudegens Sir Christopher Lee, der seit CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK zum festen Ensemble des Amerikaners gehört
 
 
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NÄCHTE DES GRAUENS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Hammers einziger Beitrag zum Subgenre des Zombiefilms ist nicht weniger als ein weiterer Klassiker aus dem Wohlfühluniversum des britischen Horror Cinema. Zwar kommt NÄCHTE DES GRAUENS ohne die großen Stars der Firma wie FRANKENSTEIN Peter Cushing oder DRACULA Sir Christopher Lee aus, unterhält den Freund europäischer Horrorklassiker aber trotzdem ganz fantastisch. Auch für Gelegenheitsgucker von Hammer oder vergangener Horrorzeiten empfohlen, da sich der Film nicht hinter bekannteren Aufgüssen, etwa des Vampirfürsten, verstecken muss.
 
 
 


 
 
 

NÄCHTE DES GRAUENS – Zensur

 
 
 
Der Film lief erstmals 1966 in den Kinos der Bundesrepublik und wurde von der Freiwilligen Selbstkontrolle bereis für 16-Jährige freigegeben. Das hat sich auch knapp 50 Jahre nach der deutschen Erstaustrahlung nicht geändert. Die DVD sowie die Blu-ray Disc sind ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

NÄCHTE DES GRAUENS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Anolis Entertainment (Blu-ray im Keep-Case)

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(c) Anolis Entertainment (Mediabook Cover A)

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(c) Anolis Entertainment (Mediabook Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Plague Of The Zombies; Großbritannien 1966

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,66:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabooks in zwei verschiedenen Cover-Motiven

Extras: Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad – deutsch, Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad – englisch, „Raising Dead“: Making of Plague of the Zombies (35:21 Min.), Best of British: André Morell-Featurette (19:13 Min.), Interview mit James Bernard, geführt von Stephen Laws [Manchester 1994] (20:31 Min.), Internationale Titelsequenz (3:45 Min.), Britischer Trailer (1:54 Min.), Internationaler Trailer (2:19 Min.), Amerikanischer Double Feature Trailer (3:07 Min.), Deutscher Trailer (2:10 Min.), Super 8-Fassung – englisch (25:08 Min.), Comic-Adaption – englisch (17:49 Min.), Deutsches Filmprogramm (1:46 Min.), Deutscher Werberatschlag (3:20 Min.), Deutsches Presseheft (2:35 Min.), Bildergalerie (6:08 Min.), 32-seitigem Booklet geschrieben von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad (nur im Mediabook enthalten)

Release-Termin: 30.04.2015

 

Nächte des Grauens (Mediabook) – Cover B auf AMAZON kaufen

 

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Nächte des Grauens [Blu-ray] – Amaray / Keep-Case auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

NÄCHTE DES GRAUENS – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei Anolis Entertainment

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of the living Dead (1968)


Filmkritik: „Hungerford“ (2014)

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HUNGERFORD

Story

 
 
 
Die kleine Stadt Hungerford bekommt überraschend Besuch aus dem All und der ist nicht friedlich gestimmt. Kleine gemeine Alienkäfer kriechen in die Körper der Bewohner und funktionieren sie zu aggressiven Killermaschinen um. Zum Glück hat Cowen Rosewell soeben ein Uni-Bewerbungsprojekt gestartet und hält die nächsten sieben Tage auf Film fest. Er nimmt auf, was sich in den Strassen und Gassen der Stadt ereignet. Zusammen mit seinen Freunden sucht er nach der Ursache allen Übels und weiß sich mit Ungezieferspray gegen ungebetenen Besuchern zur Wehr zu setzen.
 
 
 


 
 
 

HUNGERFORD – Kritik

 
 
 
Eigentlich ist HUNGERFORD ein weiter Found-Footage unter so vielen, wäre da nicht die Tatsache, dass Co-Autor, Hauptdarsteller und Regisseur DREW CASSON gerade einmal 19 Jahre alt ist. Während Gleichaltrige gerade die Schule abzuschließen und versuchen ihren Weg zu finden, hat der Engländer bereits ein souveränen inszeniertes Horrordebüt abgeliefert, das die Möglichkeiten des nicht mehr ganz so frischen Found-Footage-Genres aufzeigt. CASSON hat verstanden wie es geht. Der Found-Footage-Stil ist hier nur Beiwerk. Vielmehr konzentriert er sich auf Geschichte und Figuren, statt die für das Genre beliebten Klischees abzuarbeiten. HUNGERFORD ist zur Abwechslung keine dieser vorhersehbaren Zeiträuber, die bereits erahnen lassen, was passieren wird. Der Film lässt sich Zeit und versorgt den Zuschauer immer nur häppchenweise mit Informationen. Da gibt es zu Beginn eine Explosion zu sehen, die die Menschen in Aufruhr bringt. Später legen Bewohner seltsames Verhalten an den Tag, das auf eine Zombieinvasion schließen lässt. Doch nachdem man seltsame Wundmale im Nacken vermeintlich Infizierter entdecken und daraus riesige Parasiten krabbeln ist klar: die Ursache hierfür ist nicht durch Menschenhand gemacht.
 
 
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Verwirrende Fährten und unerwartete Wendungen. HUNGERFORD zollt Filmen wie DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN und INVASION VOM MARS Tribut. Findige Zuschauer dürften schnell die vielen Anspielungen an diverse Science-Fiction-Klassiker entdecken. Die wurden mit reichlich Sinn für Ironie in die Handlung integriert, was HUNGERFORD positiv aus der Masse an beliebigen Schüttelfilmen hervorstechen lässt. Für einen Low-Budget-Film agieren zudem die Darsteller äußerst authentisch und erfahren, scheinen sogar des Öfteren zu improvisieren – und das ausnahmsweise richtig gut. Anders als in den meisten amerikanischen Horrorfilmen entsprechen die keinen Stereotypen, sondern benehmen sich nachvollziehbar und sympathisch. Leider hat HUNGERFORD wie so viele ambitionierte Indie-Produktionen ein großes Problem mit dem Kapital. Knapp 20.000 Britische Pfund soll der Streifen gekostet haben. Geld, das wohl nur für einen kleinen Teil der vielen Ideen ausgereicht haben muss. Immer wieder zwängt sich der Gedanke auf, dass mehr möglich gewesen wäre, wenn mehr Budget zur Verfügung gestanden hätte. So mussten viele Spezialeffekte aus dem Boden gestampft werden – gut erkennbar an den Kokons in den Endszenen des Films. Die haben nämlich eine gewisse Ähnlichkeit mit Kunst-Spinnennetzen aus dem Halloween-Shop und rauben dem Film die Illusionen.
 
 
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Trotzdem, HUNGERFORD ist ein spannendes Science-Fiction-Spektakel mit wenig Geld, das sich wegen seines knappen Budgets nicht in die Schranken weisen lässt. Das ehrgeizige Projekt ist zwar nicht perfekt besitzt aber das, was vielen Found-Footage-Filmen neueren Datums fehlt: Charme und Unterhaltungswert. Da sieht man gern über einige holprig umgesetzte Spezialeffekte hinweg.
 
 


 
 
 

HUNGERFORD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der kleine Bruder von COLVERFIELD – Schweißtreibender Found-Footage-Wahnsinn der besseren Sorte. Man nehme eine Priese CLOVERFIELD, mische etwas INVASION OF THE BODY SNATCHERS dazu, würze das Ganze mit THE CRAZIES nach und schmecke mit Found-Footage ab. Fertig ist HUNGERFORD – ein weiterer Nachzügler der lukrativen Schüttelfilme, die seit BLAIR WITCH PROJECT und PARANORMAL ACTIVITY nahezu wöchentlich in die Händlerregale gebracht werden. Im Unterschied zu den meisten desaströsen Schundproduktionen dieser Art ist HUNGERFORD eine seltene Randerscheinung, die ausnahmsweise wirklich sehenswert ist. Regisseur DREW CASSON verrät nämlich nicht zu viel und lässt den Zuschauer im Dunkeln tappen. Der weiß nie mehr als die Protagonisten und folgt den Helden sprichwörtlich auf Schritt und Tritt. Dass der nervende Wackelstil diesmal nicht plakativ zum Einsatz kommt gefällt. Der unliebsame Schüttelgimmick wird dezent eingesetzt und kommt nur sehr selten zum Einsatz, schließlich richtet CASSON das Hauptaugenmerk auf Charaktere und Geschichte, statt HUNGERFORD in Found-Footage-Klischees zu ertränken. Das macht sich bezahlt, denn HUNGERFORD ist einer der wenigen Filme jener Gattung, die so geschickt zusammengeschnippelt wurden, dass man unbedingt wissen will wie es ausgeht. Das Spiel mit der Spannungsschraube beherrscht der erst 19-jährige Regisseur sicher. Da kann man gespannt darauf sein, was der Britte in Zukunft drehen wird, schließlich gehört HUNGERFORD in die Kategorie: Horror-Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

HUNGERFORD – Zensur

 
 
 
Für einen Found-Footage-Streifen geht es doch recht blutig zu, wobei gerade gegen Ende einige Köpfe weggeschossen werden – CGI sei Dank. Man darf davon ausgehen, dass HUNGERFORD hierzulande erst für Volljährige geeignet sein wird: keine Jugendfreigabe.
 
 


 
 
 

HUNGERFORD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cloverfield (2008)
 
Starship Troopers (1997)
 
Invasion vom Mars (1986)
 
Invasion of the Body Snatchers (1978)
 


Filmkritik: „The Hybrid“ (2014)

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THE HYBRID

Story

 
 
 
Söldner Jim Powell (JOHN LYNCH) kommt unerwartet aus dem Gefängnis frei und muss als Gegenleistung einen ganz besonderen Auftrag ausführen. Mit einem sechsköpfigen Team soll er in die ehemalige Sowjetunion reisen und in einen stark bewachten Forschungsbunker eindringen, um dort eine Wissenschaftlerin samt Arbeiten zu bergen. Doch der Einsatz ist nicht ungefährlich, denn hier unten haust eine von Menschenhand geschaffene Bedrohung, die sich bald nicht mehr bändigen lässt.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Kritik

 
 
 
Eine unterirdische Forschungsbasis irgendwo im russischen Hinterland. Darin eine strebsame Wissenschaftlerin, die geheimnisvolle Experimente mit menschlicher DNA durchführt und damit für Chaos sorgt, weil die Testobjekte nicht nach ihrer Pfeife tanzen wollen. THE HYBRID liefert Horrorstoff aus dem Albträume sind und das sogar fernab jeglicher Todesbakterien oder Killerviren, die nicht selten für apokalyptische Zombieszenarien verantwortlich gemacht werden, wenn Experimente mal wieder aus dem Ruder laufen. Überraschend aufgeräumt und geradlinig geht es im britischen THE HYBRID zu, der zwar eine knappe Geschichte erzählt, aber nicht minder unterhaltsam ist. Der Brite BILLY O’BRIAN hat diesen kurzweiligen Science-Fiction-Horror gedreht. Für ihn sind missglückte Forschungen kein Neuland.
 
 
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Bereits 2005 beschäftigte er sich mit gescheiterten Experimenten und nahm für den Indie-Grusler ISOLATION das erste Mal auf dem Regiestuhl Platz. Seither ist es verdächtig ruhig um den talentierten Newcomer geworden, der wohl jetzt einen neuen Versuch wagt, um im Genre ernstgenommen zu werden. Ziemlich viele Autoren haben an Drehbuch zu THE HYBRID gepinselt, der anfangs eigentlich SCINTILLA bzw. THE SCINTILLA PROJECT heißen sollte. In den meisten Fallen kein gutes Omen, schließlich bewahrheitet sich immer öfter das Sprichwort vom verdorbenen Brei, an dem zu viele Köche gearbeitet haben. THE HYBRID tanzt aus da aus der Reihe und fällt positiv auf. Grund hierfür: die minimalistische Inszenierung, die sich nur auf das Wesentliche konzentriert, nicht viel Zeit mit Nebensächlichkeiten vergeudet und dennoch stets packend bleibt. Die eigentliche Handlung kommt zügig auf den Punkt und führt ein sechsköpfiges Team um Söldner Jim Powell (John Lynch) zu einer gut bewachten Rebellenbasis, in der abgeschottet von der Außenwelt mit außerirdischem Material gearbeitet wird.
 
 
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Mehr von der ohnehin überschaubaren Geschichte zu erzählen wäre fatal, spielt doch THE HYBRID mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, der hier mal wieder davon ausgeht, dass im Inneren der Forschungsräume deformierte Kreaturen ihr Unwesen treiben und grausam Schlachten. Natürlich ist die Verahnung nicht unbegründet, denn die Bedrohung kommt auf leisen Sohlen und getötet wird hier selbstverständlich auch. Dennoch ist die Auflösung reichlich unspektakulärer als vermutet, was aber nicht negativ gewertet werden sollte. Regisseur BILLY O’BRIAN hat ein Händchen für die Platzierung tiefsitzender Schocks, weil er langsam aufbaut und ganz unvorbereitet zuschlägt. Dank solider aber passender Spezialeffekte lässt er am Ende die Katze aus dem Sack und überzeugt mit böser Wendung. Dass da auch ein wenig gesplattert werden darf ist zeitgemäß und freut den Horrorfan. Wir raten trotzdem von der Sichtung des Trailers ab, gehört THE HYBRID zu jener Art von Filmen, über die man im Vorfeld so wenig wie möglich wissen sollte, um sich nicht die Spannung nehmen zu lassen. Endlich mal wieder ein sehenswerter Beitrag, auf den man sich freuen kann. Wir wünschen gute Unterhaltung!
 
 
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THE HYBRID – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsamer, schnörkelfreier Sci-Fi-Horror mit überraschend bluttriefenden Momenten. THE HYBRID oder SCINTILLA – so wie er anfangs heißen sollte – ist kein tiefgründiger Science-Fiction-Schocker mit intelligenter Story. Vermutlich will er das auch gar nicht sein. Vielmehr wollte der britische Regisseur BILLY O’BRIAN (ISOLATION) kurzweilig unterhalten und das tut er mit seinem kleinen Streifen definitiv. Die Charaktere sind nur oberflächlich ausgearbeitet, die Geschichte strotzt nicht gerade vor Innovation und dennoch gelingt es dem Filmemacher einen knackig inszenierten Film an den Mann zu bringen, bei dem der Zuschauer durch die Etappen des Filmes getrieben wird – bis zum wendungsreichen Finale. Dass dort sogar auch etwas Gewalt zelebriert wird erweist sich als I-Tüpfelchen und macht aus THE HYBRID packende Genre-Unterhaltung, die bis zum Ende spannend bleibt, weil man sich ausschließlich auf das Wesentliche konzentriert. Wer übrigens diverse Fragen beantwortet haben möchte, schaut dumm aus der Wäsche. THE HYBRID liefert die nur zum Teil und kurbelt stattdessen die Phantasie des Zuschauers an. Wer daher jede Fragen bis ins Detail geklärt haben möchte, sollte lieber auf die Fortsetzung warten. Schenkt man dem offenen Ende glauben, könnte die wirklich fies werden.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Zensur

 
 
 
Am Ende gibt es einiges zu sehen. Es explodieren Köpfe, Knochen werden gebrochen und ein Protagonist wird mit einer Machete in zwei Teile geschnitten. Sollte THE HYBRID hierzulande veröffentlicht werden (was nicht unwahrscheinlich ist) kommt er mit rotem „Keine Jugendfreigabe“-Flatschen in den Handel.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Species (1995)
 
Species II (1998)
 
Xtro II – Die zweite Begegnung (1990)
 


Filmreview: „Warhouse – Kriegszustand“ (2013)

Armistice-2013
 
 
 

WARHOUSE – KRIEGSZUSTAND

Story

 
 
 
AJ Budd (Joseph Morgan) erwacht in einem Haus aus dem es kein Entkommen gibt und muss gleichen Tag immer wieder aufs Neue erleben …
 
 
 


 
 
 

WARHOUSE – Kritik

 
 
 
Was ist eigentlich mit ARGENTO, CARPENTER & Co. passiert – jenen Schauer-Maestros, die den Zuschauer über Jahrzehnte mit spannendem Horrorfutter versorgt haben? In letzter Zeit haben die sich recht rar in der Filmlandschaft gemacht und überlassen stattdessen das Gruselhandwerk jungen Nachwuchsregisseuren, die mit überraschend sehenswerten Debütfilmen überzeugen können. Der legendäre EVIL DEAD aus der Mache eines gewissen SAM RAIMI hat den Briten LUKE MASSEY zum Horrorfilm gebracht. Das Multitalent war schon immer vom Filmemachen fasziniert und kam ganz nebenbei mit Gruselstreifen wie dem besagten TANZ DER TEUFEL, THE WICKER MAN und ROSEMARIES BABY in Kontakt. Eine folgenschwere Begegnung, haben doch die Kultwerke MASSEY derart geprägt, dass er schon immer von der Idee besessen war irgendwann selbst einen Horrorfilm zu drehen. Nach Mitarbeit an diversen Kurzfilmen setze er sich mit Co-Autor BENJAMIN READ an einen Tisch und kam auf die Idee, das Beste aus den Lieblingsfilmen GLADIATOR, CASTAWAY und UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER zu nehmen, um daraus etwas ganz Eigenes zu kreieren. WARHOUSE – KRIEGSZUSTAND nennt sich das Endresultat, das mit kleinen Budget umgesetzt wurde und die ungewöhnliche Geschichte von AJ Budd (JOSEPH MORGAN) erzählt, der eines Tages in einem ihm fremden Haus erwacht, aus dem es kein Entkommen gibt. Die Türen sind verriegelt und Fenster lassen sich nicht öffnen. Während der Gefangene krampfhaft nach einem Ausweg sucht, schleicht eine groteske Gestalt durch die Flure, die scheinbar darauf trainiert wurde das Leben des Eingesperrten zu beenden. Rasch bohrt sich ein Messer in den Körper des Monsters und grünes Blut fließt aus der Wunde. Leider ist die Freude über den Sieg nur von kurzer Dauer, denn das Wesen wartet auch am nächsten Tag unversehrt in der Küche. Als wäre es ein Leichtes bringt AJ Budd auch diesmal die Kreatur zu Strecke, nur um am nächsten Tag abermals feststellen zu müssen, dass der Kämpf vermutlich nie ein Ende nehmen wird. Er beginnt im Keller zu graben und findet Aufzeichnungen eines gewissen Edward Sterling (MATT RYAN), der sich zuvor in ähnlich verzwickter Situation befand und den Kummer zu Papier gebracht hat. Große Hoffnungen liefern die Tagebücher jedoch nicht, schließlich schildert Sterling, dass ihm selbst der Freitod keine Lösung brachte. Wenn immer er sich selbst das Leben nahm, begann der ewig gleiche Ablauf am nächsten Morgen von neuem. So gehen die Jahre ins Land, bis AJ Budd zu einer folgendschweren Erkenntnis kommt.
 
ARMISTICE (so der OT – was soviel heißt wie Waffenstillstand) ist schon sehr außergewöhnliches Kino, das man vermutlich zweimal sehen muss, um es überhaupt verstehen zu können. Regisseur LUKE MASSEY lag die Thematik von Isolation, Einsamkeit und Verzweiflung am Herzen, die er hier mit ganz einfacher Machart umzusetzen verstand. Die wenigen Räume sind eng und spartanisch eingerichtet, die Monologe knapp und auf den Punkt gebracht. Zudem wird von einer überschaubaren Farbpalette Gebrauch gemacht, damit die Ausweglosigkeit und das kränkelnde Seelenheil des Filmhelden besser veranschaulicht werden kann. Der entwickelt sich im ewig gleichen Alltagstrott und ohne soziales Umfeld über die Jahre zu ähnlich primitiver Kreatur, gegen die er bisher jeden Morgen kämpfen musste. Natürlich finden die Qualen nach knapp 70 Minuten ein erlösendes Ende, wobei die Aussage des Films viel Interpretationsspielraum zulässt. Unüberhörbar bleibt jedoch MASSEYS Botschaft vom Leben, das mit einem kontinuierlichen Kampf gleichzusetzen ist, mit dem ein jeder von uns tagtäglich auf Neue konfrontiert wird. WARHOUSE dürfte mit Sicherheit nicht jedem Filmliebhaber schmecken, denn der Low-Budget-Indie ist ziemlich unkonventionell gestrickter Dramen-Mystery und hat mit Horror nur bedingt etwas am Hut. Zudem dürften sich die meisten Zuschauer am trägen Erzählrhythmus stoßen, der sich des Öfteren in einer stagnierenden Ereignislosigkeit verfängt. Wer jedoch das Außergewöhnliche sucht, das auch etwas Tiefgang besitzt, sollte sich WARHOUSE – KRIEGSZUSTAND auf jeden Fall vormerken, schließlich gehört WARHOUSE zu den besseren Filmen innerhalb des Phantastischen Films.
 
 
 


 
 
 

WARHOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WARHOUSE ist ein Ausnahmefilm, mit ernüchtender Botschaft und gutem Hauptdarsteller, dem es gelingt nahezu den gesamten Film allein zu tragen. Die Geschichte ist erfrischend unkonventionell gestrickt, beklemmend inszeniert und bleibt bis zum Ende so ziemlich unvorhersehbar. Dem Briten LUKE MASSEY ist mit dem 250 000 Pfund teuren Erstling ein durchweg sehenswertes Filmchen fernab des ideenlosen Mainstreams gelungen, dass Tiefgang besitzt und anderen Horrorschaffenden zeigt, dass man auch ohne Stereotypen und Klischees sehenswerte Film drehen kann – insofern man das überhaupt möchte.
 
 
 


 
 
 

WARHOUSE – Zensur

 
 
 
WARHOUSE oder ARMISTICE (so wie der Film im Original heißt) hat kaum böse Momente zu bieten. Die grausamen Momente bestehen aus dem Erdolchen der Kreaturen, denen grünes Blut aus den Wunden tropft. Für einen Horrorfilm ist das Gezeigte sehr harmlos anzuschauen. Trotzdem wurde die hiesige Heimkinofassung des Films in Deutschland erst ab 18 Jahren freigegeben. Das liegt jedoch nicht am Hauptfilm, sondern am Bonusmaterial. WARHOUSE – KRIEGSZUSTAND ist bereits für 16-jährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

WARHOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Armistice; Großbritannien 2013

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Film selbst: FSK16 – auf Grund von Bonusmaterial erhielt die Scheibe: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 27.06.2014

 
 
 

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WARHOUSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Und taglich grüsst das Murmeltier (1993)
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Timecrimes – Mord ist nur eine Frage der Zeit (2007)