Filmreview: „13 Sins – Spiel des Todes“ (2014)

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13 SINS – SPIEL DES TODES

Story

 
 
 
Elliot wird Teilnehmer einer makabren Spielshow am Telefon. Um einen Batzen Geld gewinnen zu können, soll er 13 Aufgaben erfüllen. Leider ahnt der Kandidat schnell, dass er hier in keiner gewöhnlichen Gewinnshow gelandet ist. Bald soll Elliot nämlich über Leichen gehen, um das Preisgeld einstreichen zu können …
 
 
 


 
 
 

13 SINS – Kritik

 
 
 
In Amerika hat man es wieder getan und die Recycling-Maschine angeworfen, um bereits Dagewesenes aus dem Ausland wiederverwerten zu können. Diesmal hat es den thailändischen 13 BELOVED (auch bekannt als 13: GAME OF DEATH) erwischt, der eigentlich vor knapp sieben Jahren vom damaligen Rechteinhaber E-M-S auf Heimkinomedium veröffentlicht werden sollte. Weil das Dortmunder Label aber rote Zahlen schrieb und Insolvenz anmelden musste, wurde die Veröffentlichung des asiatischen Horror-Hits kurzfristig gestrichen. Seitdem warten Filmfans in Deutschland immer noch sehnsüchtig auf eine deutsche Auswertung des thailändischen Geheimtipps, der bereits nach Erscheinen im Jahr 2006 bei Horror-Fans auf der ganzen Welt für feuchte Höschen gesorgt hat. Immerhin dürfte die hiesige Veröffentlichung des Remakes weniger lang auf sich warten lassen, wie die des Originals. Regisseur DANIEL STAMM hat nämlich saubere Arbeit abgeliefert und an einen Neuaufguss getüftelt, wie man ihn nun schon seit Beginn der Horror-Remake-Welle vor über zehn Jahren serviert bekommt: Glattpoliert, durchgestylt und überdreht blutig. Den verwöhnten Mainstream-Zuschauer dürfte das mit Sicherheit freuen, schließlich ist 13 SINS (so der Titel der Neuverfilmung) rasantes Horror-Popcornkino in Reinform, für das man den Grips ausschalten darf, um sich an überzogener Splatter-Pampe erfreuen zu können.
 
DER LETZTE EXORZISMUS-Macher DANIEL STAMM hält sich mit seinem 13 SINS (übersetzt: 13 Sünden) weitestgehend an die morbide Vorlage aus Thailand und erzählt die Geschichte vom hoch verschuldeten Verkäufer Elliot, der eines Tages seinen Job und den Mut verliert, die schwangere Freundin zu heiraten. Da klingelt unverhofft das Telefon und die Geldsorgen scheinen ein Ende zu haben. Eine unbekannte Stimme will ein Spiel spielen, macht den Verlierer zum Gewinner und verspricht ihm sechs Millionen Dollar, wenn er nur 13 Herausforderungen bewältigt. Die ersten Aufgaben sind schnell abgehakt. So muss eine Fliege erschlagen und verspeist werden, um das leere Bankkonto klingeln zu lassen. Später soll er Feuer legen und ein Kind zum Weinen bringen. Leider werden die Aufgaben des perversen Showmasters mit jedem Anruf schwieriger und bringen den dollargierigen Helden in Teufels Küche. Der überschreitet aus Liebe zum Geld und aus Angst vor sozialem Abstieg bald Moral und Gesetz und wird zur ferngesteuerten Marionette eines perfiden Spiels. Auch wenn Elliot schon bald über Leichen geht und die Gesetzeshüter dicht auf den Fersen sind, so hat die Teilnahme an der Show einen kleinen Haken: Das Spiel muss zu Ende gespielt werden, um das gewonnene Geld behalten zu können.
 
Seit SAW im Jahr 2004 die Kinolandschaft heimgesucht hat, weht im Horrorfilm ein rauer Wind. Der deutsche DANIEL STAMM hat die diversen Tortur-Streifen der letzten Jahre studiert und in 13 SINS ziemlich viel Splatter untergebracht. Im Unterschied zum Original hält die Kamera nämlich drauf, wenn Arme abgesägt oder Köpfe abgetrennt werden. Bei soviel kommerzieller Gewalt verliert STAMM manchmal die gesellschaftskritische Botschaft des Films aus den Augen. Denn im Strudel selbstzweckhaftem Blutgemansche verliert die eigentlich diskussionswürdige Thematik des Streifens an Gewichtung. Charakter Elliot durchlebt im Film eine Verwandlung. Aus dem unscheinbaren Verlierer wird rasch ein gewissenloser Gesetzesbrecher, der getrieben von der Gier des Geldes mit moralischen Entscheidungen konfrontiert und allein aufgrund seiner sozialen Situation gezwungen wird am Spiel teilnehmen zu müssen. Aus Angst vor dem sozialen Abstieg hinterfragt Elliot schon bald nicht mehr die Handlungsanweisung des Telefon-Moderators und beginnt allmählich den Bezug zur Realität zu verlieren.
 
Statt sich ernsthaft mit den Folgen der rechtswidrigen Taten seines Protagonisten auseinanderzusetzen ersäuft Macher DANIEL STAMM sein Horror-Flick im Blut und das zugegeben erheiternd schwarzhumorig. Neben den teils abwechslungsreichen und äußerst makabren Aufgaben wird das erstaunlich temporeich inszenierte Filmchen im Gegensatz zum Original um reichlich Zynismus bereichert. So wird Antiheld Elliot zum Kaffeeplausch mit einer modrigen Leiche aufgefordert und in einer anderen Szene ganz unfreiwillig zum tollpatschigen Feuerteufel. Seltsamerweise hat es jene kontroverse Szene aus der thailändischen Vorlage nicht in die Neuverfilmung geschafft, in der dem Hauptprotagonisten ein Teller Exkremente serviert wird, die verspeist werden sollen. Ein etwas seltsam anmutender Entschluss des Regisseurs die Szene aus dem Remake zu streichen, sind die Amis doch sonst so gierig darin, reißerische Momente für ihre glattgebügelten Hochglanzfilmchen wiederverwenden zu können. Auch wenn 13 SINS eigentlich ein unnötiger Aufguss eines bereits sehenswerten Filmes ist und die Frage nach dem Sinn der Wiederverwurstung weitestgehend unschlüssig bleibt, unterhält STAMM mit seinem Reboot ungemein. Trotz oberflächlich thematisierter Gesellschaftskritik und deftigem Blutzoll entpuppt sich die SAW-Light-Version als packende Action-Achterbahn, die ihren Reiz aus den abwechslungsreichen Handlungsanweisungen des ominösen Spielmoderators zieht. Bei so schnörkelloser Umsetzung mag man eigentlich gar nicht so recht glauben wollen, dass 13 SINS eigentlich ein waschechter Indie sein soll, der mit gerade einmal fünf Millionen Dollar Produktionskosten auskommen musste. DANIEL STAMM kitzelt das Maximum aus dem mageren Budget heraus und hat einen schwer unterhaltsamen Horror-Thriller auf die Beine gestellt, der trotz Indie-Status mehr dem Mainstream munden dürfte, als Fans unkommerzieller Filme.
 
 
 


 
 
 

13 SINS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
SAW meets THE MOST DANGEROUS GAME. STAMMS Neuverfilmung des thailändischen 13: GAME OF DEATH ist eine durchgestylte Splatter-Achterbahn mit einer erheiternden Priese schwarzem Humor. Auch wenn es sich beim Remake mit dem Titel 13 SINS um waschechten Indie-Horror handelt, so lässt hier kaum noch etwas darauf schließen, dass nur wenig Geld zu Verfügung gestanden hat. Der Streifen befindet sich auf einem technisch hohen Standard und die souveräne Inszenierung des Regisseurs lässt kaum Zeit zum Verschnaufen. Anders wie in der asiatischen Vorlage fließt reichlich Blut, um gierige Gorehounds zufriedenstellen zu können. Das euphorische Splatter-Gemetzel ist hier das Salz in der Suppe, wird doch die Schlachterplatte mit allerlei makabren Beilagen aufgetischt. Unterm Strich bleibt eine schwer unterhaltsame Horror-Hatz nach dem großen Geld, die ohne Längen auskommt und spannend bis zum Schluss bleibt – auch wenn mal wieder der überraschende Storytwist nicht fehlen darf. Zwar war uns der Sinn dieser Neuverfilmung nicht einleuchtend; dennoch muss das FILMCHECKER-Team gestehen, dass wir uns während der Sichtung des überraschend kurzweiligen 13 SINS gut unterhalten gefühlt haben. Wer nicht auf die tägliche Dosis Gewalt verzichten kann, ist daher mit dem zynischen 13 SINS optimal beraten. Ein sehenswerter Horrorfilm!
 
 
 


 
 
 

13 SINS – Zensur

 
 
 
Zimperlich geht es in 13 SINS nicht gerade zu. Im späteren Verlauf des Streifens werden Köpfe mit einer Drahtschnur abgetrennt, die über eine Strasse verlegt wurde. Außerdem muss Antiheld Elliot einem anderen Filmprotagonisten einen Arm absägen. Blut fließt reichlich und Gewalt wird ziemlich oft eingesetzt. In Deutschland hat 13 SINS – SPIEL DES TODES trotzdem überraschenderweise eine FSK 16 erhalten – warum auch immer.
 
 
 


 
 
 

13 SINS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 13 Sins; USA 2014

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080P Full HD)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar mit Regisseur und Darstellern, Making of, Alternatives Ende, Entfallene Szene, Anatomy of a Meltdown

Release-Termin: 09.10.2014

 
 
 

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13 SINS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Saw (2004)
 
Saw II (2005)
 
Saw III (2006)
 
Saw IV (2007)
 
Saw V (2008)
 
Saw VI (2009)
 
Saw 3D – Vollendung (2010)

Filmreview: „Hell Baby“ (2013)

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HELL BABY

Story

 
 
 
Vanessa (Leslie Bibb) ist mit Zwillingen schwanger. Grund genug für ihren Gatten Jack (Rob Corddry), in einem der schlechteren Viertel von New Orleans ein heruntergekommenes Haus für günstiges Geld zu erwerben, um der kleinen Familie eine Grundlage bieten zu können. Doch so friedlich wie anfänglich gedacht scheint das Gebäude gar nicht zu sein. Der etwas seltsam anmutende Nachbar F’Resnel (Keegan Michael Key) klärt das Paar auf und berichtet, dass das von den Einheimischen genannte „House of Blood“ eine finstere Vergangenheit beherbergt und seither als verflucht gilt. Es dauert nicht lang bis allerhand mysteriöse Dinge in den neuen vier Wänden geschehen und Vanessa beginnt, sich merklich zu verändern …
 
 
 


 
 
 

HELL BABY – Kritik

 
 
 
Seit SCARY MOVIE im Jahr 2000 damit begonnen hat, aktuelle Horrorfilme möglichst plump zu parodieren, hat es eine ganze Menge mißratener Komödien gegeben, die aber nur selten Erfolge wie die der berüchtigten Comedyreihe verbuchen konnten. Mit Teil fünf flimmerte sogar zuletzt ein weiterer Ableger über die weltweiten Kinoleinwände, der jedoch nicht einmal annähernd an den ersten Film der Horror-Verarsche heranreichen konnte. Für das Filmduo ROBERT BEN GARANT und THOMAS LENNON Grund genug, an ihrer ganz eigenen, schlüpfrigen SCARY MOVIE Parodie zu arbeiten, die nun unter dem Titel HELL BABY in die heimischen Wohnzimmer kommt. Die beiden sind keine Unbekannten, wenn es darum geht mit viel Wortwitz und satten Budget möglichst gewinnträchtige Mainstream-Komödien für die ganze Familie ins Kino zu bringen. Neben DER BABYNATOR (2005), NACHTS IM MUSEUM (2006) und NACHTS IM MUSEUM 2 (2009) geht auch die Serie RENO 911 (2003) auf das Konto des dynamischen Duos. Letzgenannte haben sie nicht nur mitkonzipiert, sondern darin auch selbst die Hauptrollen gespielt.
 
 
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Diesmal haben sich die GARANT und LENNON für die Umsetzung einer weniger kindgerechten Komödie entschieden und stattdessen an einem herzlich niveaulosen Spaß für Erwachsene gebastelt, der vor allem das Interesse der Splatterfans auf den Plan rufen dürfte, denn zimperlich geht es in HELL BABY nicht vonstatten. Wir erleben die Geschichte von Vanessa (LESLIE BIBB), die zusammen mit Partner Jack (ROB CORDDRY) eine modrige Behausung bezieht, von der die Einheimischen berichten, dass es darin nicht mit rechten Dingen zugehen soll. So ganz Unrecht scheinen die Nachbarn nicht gehabt zu haben, denn die schwangere Vanessa verhält sich alsbald ziemlich daneben. Sie beginnt rohes Fleisch zu futtern, Lack und Wein zu trinken und entwickelt eine Leidenschaft für das grobschlächtige Handwerk, in dem sie ihren Frauenarzt gewissenlos an die Wand tackert und gierig ausweidet. Das seltsame Verhalten der bevorstehenden Mutter lässt Ehemann Jack verzweifeln, so dass er zwei nikotinabhängige Priester rufen lässt, die der Gattin den Teufel austreiben sollen.
 
 
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Gehen dir die anspruchsvollen Sketche aus, dann füll´ den Film doch einfach mit allerhand ekelerregender Schlüpfrigkeiten. Nach dieser Devise geht es in HELL BABY her. Hier bekommt der Zuschauer all das zu sehen, an dem sich manch pubertierender Teenager durchaus erfreuen kann. Es wird gefurzt, gekotzt und natürlich auch gekifft bis sich die Balken biegen, was vor allem Spaßbremsen und Moralapostel bitter aufstoßen dürfte. Ja, in KILL BABY geht’s mächtig freizügig und platt vonstatten. Wir sehen eine verwahrloste 90-jährige, die vermutlich zwischen den Wänden des Hauses lebt und sich als Nymphomanin entpuppt. Ganz zum Leidwesen von Jack, dem die zig weiblichen Protagonisten des Films und deren Anmachversuche gehörig auf den Zünder gehen. Zudem sorgt Nachbar F’Resnel (KEEGAN MICHAEL KEY) nicht selten für einige wohldosierte Schreckmomente. Er taucht nicht nur unerwartet in den ungünstigsten Momenten auf; er scheint auch nicht ganz dicht zu sein. Ganz allein ist er damit allerdings nicht: HELL BABY beherbergt vermutlich die obskursten Gestalten des Kinojahres 2013. Ob nun Priester, Polizist oder werdende Mutter – in diesem Film ist keiner der Anwesenden geistig auf der Höhe, was durchaus für einige herzliche Lacher sorgen dürfte. ROBERT BEN GARANT und THOMAS LENNON sind vehement darum bemüht, möglichst schön anspruchslos zu sein. Es wird (vor allem am Ende) herumgeblödelt als gebe es kein Morgen mehr, ganz zum Leidwesen der schemenhaften Handlung, die ohnehin nur schmückendes Beiwerk ist und kaum Beachtung findet. Immerhin finden, trotz der vielen seichten Witze, viele nette Anspielungen bekannter Horrorfilme den Weg in den Film. So macht der Zuschauer Bekanntschaft mit dem Hund aus DAS OMEN (1976) und die schwangere Vanessa gebärt am Ende wie in ROSEMARYS BABY (1968) den Teufel höchstpersönlich. Was bleibt ist eine nette, anspruchslose Horrorkomödie, mit vielen Witzen südlich der Gürtellinie, diversen Zitaten und einigen schön derben Bluteinlagen, die das Herz eines jeden Horrorfans schneller schlagen lassen.
 
 
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HELL BABY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Herrlich gagreicher Horrorspaß im Stil der SCARY MOVIE-Filme. Hier wird platt gewitzelt und blutig gehandwerkelt; wer sein Hirn ausschaltet wird dennoch gut unterhalten werden.
 
 
 


 
 
 

HELL BABY – Zensur

 
 
 
HELL BABY ist zwar eine Komödie, trotzdem geht es hier gerade gegen Ende hin ordentlich zur Sache und der rote Lebenssaft darf ein wenig spritzen. Eigentlich müsste HELL BABY aufgrund des komödiantischen Untertons ab 16 Jahren freigegeben werden. Da der Film aber auch einige optische Gemeinheiten zu bieten hat, hat er in der ungeschnittenen Fassung eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

HELL BABY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film | I-on New Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hell Baby; USA 2013

Genre: Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Keine Extras

Release-Termin: 26.02.2016

 

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HELL BABY – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

(Rechte für Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Splendid Film | I-on New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Monster Brawl (2011)

Chillerama (2011)

Mega Monster Movie (2009)

Shaun of the Dead (2004)

Zombieland (2009)

Fido (2006)

Tucker and Dale vs. Evil (2010)

Scary Movie (2000)

Scary Movie (2001)

Rosemarys Baby (1968)

Das Omen (1976)

Filmreview: „Terror Z – Der Tag danach“ (2013)

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TERROR Z – DER TAG DANACH

Story

 
 
 
Für ein paar Freunde wird der gemütliche Wochenendausflug zum ultimativen Horror. Während sich die Bande den schönen Dingen des Lebens widmet, kommt es wenige Kilometer weiter zu einer Katastrophe. Ein Terrorangriff mit Raketen hat für eine amerikanische Kleinstadt schwerwiegenden Folgen – die Bewohner verwandeln sich in aggressive Killermaschinen und fallen geifernd durch die Gassen. Nachdem die Kids im Radio von einer Heli-Rettungsmission wenige Häuser weiter erfahren, beginnt für sie ein Kampf gegen Horden von Infizierten …
 
 
 


 
 
 

TERROR Z – Kritik

 
 
 
Wenn ein Label einen neuen Horrorfilm in den Handel wirft, kann ein reißerisch gestaltetes DVD-Cover manchmal Gold wert sein und somit gute Verkäufe sicherstellen. Auch die fies lechzende Fratze auf dem Filmplakat des vorliegenden THE DEMENTED dürfte so manches Liebhaberherz schneller schlagen lassen. Dumm nur, dass sich im Film keine dieser mutierten Kreaturen blicken lässt. Dem Filmfreund geht das natürlich gegen den Strich und lässt unweigerlich an ähnlich irreführende VHS-Cover-Praktiken der 80er Jahre erinnern. Da war das Artwork nicht selten sehenswerter als der eigentliche Film. Nichtsdestotrotz ist THE DEMENTED keiner dieser Totalausfälle, die versuchen, die inhaltlichen Schwächen durch ein hübsch gestaltetes Filmposter zu vertuschen. Hier schippert sogar der einst beliebte ANCHOR BAY-Kahn durch den Vorspann, Zeichen jenes Labels von Kultregisseur BILL LUSTIG, das in der Frühzeit des Mediums für detailverliebte DVD-Auswertungen oftmals vergessener Horrorperlen verantwortlich zeichnete und unter Filmfans noch immer einen hervorragenden Ruf genießt.
 
So groß die Vorfreude, so ernüchternd die Tatsache, dass es sich bei TERROR Z – DER TAG DANACH (so heißt der ursprünglich betitelte THE DEMNTED nämlich in Deutschland) um einen weiteren dieser ideenlosen Filme handelt, in denen eine Katastrophe dafür verantwortlich gemacht wird, dass Menschen sich kurzum in tollwütige Bestien verwandeln. Im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen diesmal einige Kids, die natürlich vollkommen überraschend mit einem terroristischen Raketenangriff konfrontiert werden und vor einer ganzen Kleinstadt flüchten müssen, deren Bewohner sich in Wilde verwandelt haben. Die wandeln nun planlos durch die Gassen und stürzen sich tollwütig auf alles, was sich noch halbwegs menschlich verhält. Zombie-Vater GEORGE A. ROMERO hätte sich vermutlich nicht im Traum vorstellen können, was er mit seinem NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968) ins Rollen bringen würde. Unzählbare Nachzügler, Plagiate und Nachahmer hat das Zombie-Genre bisher erlebt; nur die wenigsten von ihnen konnten es nachhaltig prägen. Auch TERROR Z ist kein Film, der dem Zuschauer lange in Erinnerung haften bleiben dürfte. Die Figuren sind austauschbar und bleiben weitestgehend gesichtslos. Die Geschichte entpuppt sich als Sammelsurium unterschiedlichster Zombie-Klischees und die schon fast aufdringliche Vorhersehbarkeit nervt! Trotzdem sah Produzent STEVEN R. MONROE (Regisseur des Remakes von I SPIT ON YOU GRAVE) genug Potenzial in TERROR Z, dass er nicht nur als Geldgeber fungierte, sondern auch I SPIT-Darstellerin SARAH BUTLER überreden konnte, in seinem Zombie-Flick mitzuwirken. Tatsächlich hat sie das unglückliche, schauspielerisch aber interessanteste Los der unsympathischsten Rolle des Films gezogen. BUTLER erfährt vom Techtelmechtel zwischen ihrem Lover und der besten Freundin, so dass sie fortan als rachsüchtige Zicke auftritt. Dieser Nebenplot besitzt kaum Relevanz und wirkt sogar eher deplaziert, zumal BUTLERS Handlungen kaum nachvollziehbar sind.
 
Mit TERROR Z – DER TAG DANACH gibt CHRISTOPHER ROOSEVELT sein Regie-Debüt. Trotz aller Klischees und Ungereimtheiten schafft er, ein enorm straffes Tempo an den Tag zu legen. Die mittelprächtige Geschichte ergeht sich – bis auf den erwähnten Zickenkrieg-Handlungsstrang – nur selten in Nebensächlichkeiten und konzentriert sich aufs Wesentliche. Es wird gerannt, geschlagen, gewimmert und geschrieen – ganz so wie man es von einem Zombiefilm nun einmal gewohnt ist. Leerlauf entsteht dabei kaum, denn immer wenn die Kids kurz davor sind ein Päuschen einlegen zu wollen, tritt ROOSEVELT auf den Turbo und lässt Untote durchs Bild rasen. TERROR Z ist vollgestopft mit gelungenen Anspielungen auf bekannte Filme des Genres. So findet sogar ein nettes Zitat aus dem beliebten SILENT HILL-Universum seinen Weg in den Film. Zwar sind die Kreaturen allgegenwärtig; den Helden des Filmes scheint es dennoch nicht unmöglich, Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Die schleichen nämlich nicht wie gewöhnliche Untote durch die Kleinstadt, sondern verharren regungslos an Ort und Stelle. Durch laute Geräusche wird in ihnen der Jagdinstinkt geweckt, was eben an die blutgeilen Krankenschwestern aus SILENT HILL erinnert. Leider wird dieser recht erfrischende Einfall nicht wirklich effektiv genutzt. Zu oft vergessen die Freunde zu Schleichen und poltern stattdessen lautstark durchs Szenario. Auch wenn es sich bei TERROR Z nicht um typische ROMERO-Zombies (die Menschen sind immer noch Menschen) handelt und der Film nicht sonderlich blutig ist, sei er all jenen Fans empfohlen, die sich auch noch am zigsten Zombie-Aufguss erfreuen können. Als kleiner Lückenfüller ist TERROR Z definitiv eine Sichtung wert!
 
 
 


 
 
 

TERROR Z – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein rasanter Zombiestreifen für Horrorfilmfans, die von THE WALKING DEAD nicht genug bekommen können. TERROR Z – DER TAG DANACH ist temporeich und nicht langweilig inszeniert. Zwar vermisst der Zuschauer hier, die für das Genre wichtigen Blut- und Fressorgien; als kleiner Happen, um beim Gastronomischen zu bleiben, für zwischendurch eignet sich TERROR Z aber definitiv.
 
 
 


 
 
 

TERROR Z – Zensur

 
 
 
Auch wenn es sich bei TERROR Z um einen Zombiestreifen handelt, wird hier erstanlich wenig gesplattert. Die Grausamkeiten spielen sich im überschaubaren Rahmen ab, so dass TERROR Z hierzulande mit FSK18-Flatschen in den Handel gekommen ist.
 
 
 


 
 
 

TERROR Z – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Demented; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920×1080)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer in Deutsch und Englisch, Hinter-den-Kulissen-Feature (16 Minuten, HD, keine UT), Trailershow mit sechs weiteren Streifen des Anbieters

 
 
 
Kaum die Blu-ray in den Player gelegt, geht der Film auch schon los. Hier überrascht der Indie-Schocker durch ein wirklich hervorragendes Bild. Das ist unglaublich kontrastreich, scharf und plastisch, so dass es wirklich Spaß bereitet TERROR Z auf dem heimischen TV-Apparat zu schauen. Gerade in den Naheinstellungen erkennt man viele Details – lobenswert, dass die Qualität konstant beibehalten wird. Zudem erfreut, dass SUNFILM / TIBERIUS FILM an deutsche Untertitel für den Hauptfilm gedacht hat. Tonal müssen einige Abstriche gemacht werden. Die Synchronisation ist diesmal eher mittelmäßig ausgefallen, ist aber immer noch bedeutend besser, als das was dem Zuschauer so manch unabhängiges Billiglabel unterjubeln möchte. Leider sind die Stimmen im Gegensatz zum O-Ton etwas sehr leise abgemischt. Außerdem fehlen hin und wieder begleitende Toninformationen, so dass einige Ereignisse auf der Mattscheibe ohne Geräusche stattfinden. Dennoch lassen sich im weiteren Verlauf der Handlung viele kleine Geräusche aus den Boxen orten, so dass eine angenehme Räumlichkeit entsteht. Nach Ende des Streifens geht es direkt in ein Hauptmenü, das aus einer Aneinanderreihung von Naturaufnahmen besteht. Hier findet man auch eine kleine Auswahl an Extras. Ein Behind-the-Scenes-Feature beleuchtet in knapp 16 Minuten die Hintergründe der Entstehung von TERROR Z. Das liegt hochauflösend vor, wurde aber mal wieder nicht untertitelt. Den Trailer in Deutsch und Englisch gibt es zudem auch. Mit sechs Werbefilmchen aus dem Katalog des Publishers wird die Neugier auf weitere Horrorfilme des Anbieters geweckt. Wer den FSK-Flatschen nicht mehr sehen kann, hat die Wahl zwischen einem Cover mit und ohne Freigabezeichen.
 
 
 

Terror Z – Der Tag danach (Uncut) [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

TERROR Z – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
World War Z (2013)

Zombie Driller Killer (2010)

State of Emergency (2011)

Battle of the Damned (2013)

28 Days Later (2002)

28 Weeks Later (2007)

Crazies (1973)

The Crazies (2010)