Filmkritik: „Bait“ (2014)

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BAIT

(THE TAKING)

Story

 
 
 
Zwei strebsame Frauen, geraten in die Fänge eines gewissenlosen Kredithais, der mit den Damen ein krankes Spiel treibt. Doch die Freundinnen wissen sich zu wehren.
 
 
 


 
 
 

BAIT – Kritik

 
 
 
Unterschätze nie den Zorn wütender Frauen, denn der kann unberechenbar und tödlich sein. Im Horrorfilm scheint jene Weisheit für männliche Bösewichte auch Jahre nach I SPIT ON YOUR GRAVE und LAST HOUSE ON THE LEFT fremd zu sein, denn oftmals kommt denen die Einsicht zu spät, dass man Frauen weder betrügt, missbraucht oder hintergeht. Auch Regisseur DOMINIC BRUNT beschäftigt sich in seinem Rachethriller BAIT mit blutigem Geschlechterkampf und erzählt von Frauen, denen der Geduldsfaden reißt. Das passiert zur Freude des Zuschauers blutig und detailreich, steckt doch hinter BAIT nicht nur ein Regisseur, der Horrorfilme macht. In Interviews mit der Fachpresse erklärte Macher DOMINIC BRUNT, dass er eine unbeschreibliche Liebe zum Genre hegt. Die kam bereits im Backwood-Slasher INBRED zum Tragen, wo er kurzerhand in die Rolle eines Hinterwäldlers schlüpfte und Teenager abschlachtete. Mittlerweile steht Brunt jedoch nicht mehr nur als Schauspieler vor der Kamera (u.a. in der britischen Erfolgsserie EMMERSDALE). Seit einiger Zeit produziert und dreht er selbst. So stellte er mit dem Zombiestreifen BEFORE DAWN sein Regiedebüt auf die Beine, das von Fans und Presse leider nur durchwachsene Kritiken erntete. Ob BAIT gleiches Schicksal ereilen wird?
 
 
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Ähnlich wie im Erstling BEFORE DAWN erzählt auch Brunts zweiter Spielfilm von Monstern. Die entspringen diesmal jedoch nicht der Welt der Mythen, Märchen und Legenden, sondern sind irdischen Ursprungs. So regiert in einer von Arbeitslosigkeit geplagten englischen Kleinstadt der Terror. Ein schmieriger Kredithai namens Jeremy (unberechenbar widerlich: JONATHAN SLINGER) verbreitet im Ort Angst und Schrecken. Der führt Anwohner hinters Licht und bietet scheinbar lukrative Kredite an, fordert sie jedoch binnen weniger Tage zurück. Wer seine Rechnungen nicht zahlen kann hat ein Problem, denn der bekommt die Faust eines glatzköpfigen Handlangers zu spüren. Auch die Freundinnen Bex (VICTORIA SMURFIT) und Dawn (JOANNE MITCHELL aus WHITE SETTLERS) tappen in die Darlehnfalle. Die träumen von einem eigenen Tee- und Kuchengeschäft, bekommen jedoch kein Geld von der Bank. Kurzum leihen sie sich Geld bei Halsabschneider Jeremy, der bald sein wahres Gesicht zeigt. Er beginnt die Frauen zu terrorisieren, stellt unmenschliche Forderungen und demütigt seine Opfer. Doch die Freundinnen wissen sich zu wehren. Sie locken ihren Peiniger zu sich nach Haus und erteilen dem hinterlistigen Geldgeber eine Lektion.
 
 
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Ein Film mit wahrem Hintergrund: BAIT wurde von kontroversen Artikeln aus der internationalen Presse inspiriert in denen von unseriösen Kreditgeber berichtet wurde, die mit der finanziellen Not ahnungsloser Menschen grausames Schindluder getrieben haben. Doch die bittere Botschaft des Films lässt sich nicht ausschließlich auf ausgewählte Zeitungsberichte übertragen, sondern ist aktueller denn je. In einer Zeit in der Englands Bürger mit den Folgen der Inflation zu kämpfen haben, fällt es Millionen Briten immer schwerer, ihren gewohnten Lebensstandard zu halten. So frisst sich die drastisch gestiegene Inflationsrate und die Anhebung der Mehrwertsteuer besonders in die Einkommen der Geringverdiener. Viele Bürger, die einen Vollzeitjob suchen, finden nur Teilzeitstellen, weil nach schwerer Rezession die Wirtschaftserholung in Großbritannien weitgehend ausgeblieben ist. Zudem werden Haushalte durch hohe Schulden für Hauskauf und Konsum belastet, die sich in den fetten Jahren vor der Krise angesammelt haben. Die Folgen sind fatal, denn Wirtschaftsflaute und Bankenbeben haben einer Nischenbranche die Türen geöffnet, weil Banken keine Kredite mehr gewähren möchten. So bringt das blühende Geschäft mit den Geldproblemen immer neue Anbieter auf dem britischen Markt hervor, die für Darlehn horrende Zinsen fordern – darunter viele schwarze Schafe.
 
 
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THE TAKING – so wir THE BAIT anfangs eigentlich heißen sollte – treibt das Thema Finanzkrise auf die Spitze und taucht die Problematik in sattes Rot. Regisseur DOMINIC BRUNT stößt seine zwei Hauptcharaktere immer weiter in die Verzweiflung und lässt sie in einem unerbittlichen Showdown Amok laufen, der verstörend und brutal zugleich ist. Kompliment gilt dabei Schauspieler JONATHAN SLINGER, der den Bösewicht in Perfektion verkörpert. Der ist zwar anfangs vertrauenserweckend und freundlich, offenbart sich dem Publikum aber schon bald als das Böse in Menschengestalt. BAIT ist eine Geschichte über die Schrecken des modernen Kapitalismus und lässt keinesfalls kalt. Aufgrund der äußerst brutalen Inszenierung richtet sich der Streifen aber dann doch an jene, die mit reißerisch dargestellten Gewaltszenen keine Probleme besitzen. Übrigens: Knet-Splatter gibt es nach dem Abspann zu sehen. Der für seine Claymation-Kurzfilme bekannte LEE HARDCASTLE spinnt den Film durch Einsatz witziger Todesszenen weiter. Fans des kreativen Knet-Künstlers wird das freuen, denn dessen morbider Humor sorgt für einige Lacher.
 
 


 
 
 

BAIT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unangenehm, brutal und verstörend: BAIT ist eine schockierende Geschichte über die Schrecken des modernen Kapitalismus, wie sie brisanter nicht sein könnte. Erneut rückt Regisseur DOMINIC BRUNT unberechenbare Monster in den Mittelpunkt – diesmal sind es jedoch keine Zombies, sondern das personifizierte Böse in Menschengestalt. Aufgrund des zermürbenden und bedrohlichen Erzählstils gehört BAIT zu jenen Filmen, die man nicht nebenbei sieht. Dieser Streifen ist harter Tobak, der sich vor allem an ein Publikum richtet, das mit Gewalt im Kino keine Probleme besitzt. Gerade weil Macher DOMINIC BRUNT Gesellschaftskritik mit harten, zweifelhaften Gewalteskapaden vermischt, liegt BAIT äußerst schwer im Magen. Dennoch meinen wir: sehenswert!
 
 


 
 
 

BAIT – Zensur

 
 
 
In BAIT geht es nicht zimperlich zu. Menschen werden gedemütigt und zusammengeschlagen. Im Finale wird ein Kopf mit einem Waschbecken zertrümmert und Gegenstände in Körper gebohrt. Hierzulande dürfte der Film vermutlich mit einer Freigabe für Erwachsene erscheinen. Da auf sehr grafische Weise Selbstjustiz ausgeübt wird, könnte es aber auch sein, dass BAIT keine Freigabe von der FSK erhalten wird.
 
 


 
 
 

BAIT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bound to Vengeance (2015)
 
Evangeline (2013)
 
Girls against Boys (2012)
 
Big Driver (2014)
 
Autumn Blood – Zeit der Rache (2013)
 

Filmkritik: „Headless“ (2015)

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HEADLESS

Story

 
 
 
Ein Spin-Off des erfolgreichen Indie-Horrorfilms FOUND: Ein Serienkiller macht Jagd auf junge Frauen, um sie zu köpfen und ihre abgetrennte Schädel zu penetrieren.
 
 
 


 
 
 

HEADLESS – Kritik

 
 
 
Jeder alteingesessene Horrorfan weiß, dass Fortsetzungen spätestens dann folgen müssen, wenn Horrorfilme mehr einspielen, als sie in der Herstellung gekostet haben. Gleiches Schicksal ereilt nun auch den Überraschungshit FOUND, der nicht nur von Kritikern gelobt und auf Filmfestivals ausgezeichnet wurde. Reichlich Aufmerksamkeit erhielt der Streifen vor allem wegen seiner drastischen Zurschaustellung von Gewalt, die in einigen Ländern dafür sorgte, dass FOUND nur geschnitten oder erst gar nicht veröffentlicht wurde. HEADLESS heißt nun der Nachfolger, der gleichen Erfolg verbuchen soll und vermutlich weitaus mehr Zensurprobleme nach sich ziehen wird, als der von SCOTT SCHIRMER inszenierte Low-Budget-Indiefilm aus dem Jahr 2012. Letzterer überließ die Regie seinem Kollegen ARTHUR CULLIPHER, der für die diversen Gore-Effekte in FOUND verantwortlich zeichnete und in HEADLESS seinem Fach alle Ehre macht. Was hier mit einfachen Mitteln an Perversion auf Zelluloid gebracht wird, stellt die in FOUND zelebrierten Gewaltmomente deutlich in den Schatten. Treu dem Fortsetzungscredo „mehr Gewalt, mehr Blut, mehr Tote“ wird in HEADLESS ein Gorefest der Extraklasse verbraten, das dem eher unerfahrenen Teil des Publikums tüchtig auf den Magen schlagen dürfte.
 
 
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HEADLESS ist keine Fortsetzung im herkömmlichen Sinne. Regisseur ARTHUR CULLIPHER hat hier jenen Streifen in Spielfilmlänge gedreht, den sich der kleine Marty mit seinem Klassenkameraden im Horrorfilm FOUND angesehen hat. Das Film-in-Film-Konzept ist nicht neu. Bereits das von den Regisseuren Robert Rodriguez und Quentin Tarantino umgesetzte GRINDHOUSE-Double-Feature bestehend aus DEATH PROOF und PLANET TERROR wurde um Werbeclips fiktiver Horrorfilme bereichert, die erst Jahre später zu abendfüllender Horrorware gemacht wurden nachdem sich ein regelrechter Hype um die erfundenen Filmtrailer entwickelt hatte. Innerhalb des immer noch beliebten Grindhouse-Stils macht es sich auch HEADLESS-Regisseur ARTHUR CULLIPHER bequem. Der hat nicht nur aus einem in Wirklichkeit nicht existenten VHS-Video ein Splatter-Erlebnis geschaffen; er gaukelt dem Zuschauer zudem vor einen Film aus dem Jahr 1978 zu sehen in dem Gewalt und Sex eine wesentliche Rolle spielen. Neben nackter Haut und genügend Splatter hat HEADLESS aber auch eine Geschichte zu erzählen. Die handelt von einem namenlosen Serienmörder, der es auf junge Frauen abgesehen hat. Mit Skelettmaske vermummt folgt er einem imaginären Alter-Ego, das ihn zu schrecklichen Taten anstiftet. So werden Frauen geköpft, ihre Augen verspeist und die abgetrennten Köpfe penetriert. Die Ursachen sind – wie meistens – in der Kindheit zu suchen. Unter dem harten Regime einer dominanten Mutter wurde der Killer als Kind in einen Käfig gesperrt und von Mutter aber auch Schwester schikaniert und gedemütigt. Jahre später wird er von einem unbändigern Hass auf Frauen getrieben, den auch bald die Mitarbeiterinnen einer Rollschuhbahn zu spüren bekommen. Die sehen sich bald im ungemütlichen Heim des Mörders wieder, der in seinem Wohnzimmerregal eine stattliche Sammlung enthaupteter Frauenschädel ausgestellt hat.
 
 
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HEADLESS ist kein Film für kommerzverwöhnte Mainstream-Zuschauer, denn die Produktion befindet sich auf gehobenem Amateur-Niveau und hatte kaum Budget zur Verfügung. Das kam teils per Crowdfunding zusammen und ließ wenig Spielraum für Experimente zu. Vor allem bei den schauspielerischen Leistungen fällt das magere Kapital negativ ins Gewicht. Das laienhafte Schauspiel sorgt nicht selten für unfreiwillige Komik, denn die Akteure kreischen und winseln derart übertrieben und situationsfremd, dass es sogar zur Übersteuerung der Heimkinoboxen kommt. HEADLESS-Drehbuchautor NATHAN ERDEL erklärte in Interviews mit der Genre-Presse, dass er sich beim Schreiben von Filmen wie THE LAST HOUSE ON DEAD END STREET und THE HEADLESS EYES inspirieren lies – schmuddlige Werke, die in jenem Jahrzehnt entstanden, in dem auch HEADLESS spielen soll. So ist es demnach keine Wunder, dass der Film auch so ausschaut, als wäre er in jener Zeit entstanden, erinnert er in seiner schonungslosen Gewaltverliebtheit an ruppigen B-Horror der späten 1970er und den frühen 1980er. Dennoch, trotz aller Liebe zur Old School besitzt HEADLESS nur wenig Substanz. Der Film fokussiert sich all zu krampfhaft auf das Zeigen von Gewalt. Dabei war man offensichtlich bestrebt, die Gewaltschraube stetig fester zu ziehen, so dass der Film fast ausschließlich aus einer Aneinanderreihung drastischer Bilder besteht. Dass dem erfahrenen Zuschauer aufgrund mangelnder Abwechslung schnell die Augen schwer werden, ist da nur die logische Konsequenz. Schnell hat man sich an den immer gleichen Szenenabläufen sattgesehen.
 
 
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Auch wenn sich Macher ARTHUR CULLIPHER hinsichtlich der Splatter-Einlagen richtig austoben konnte, enttäuscht HEADLESS im direkten Vergleich zum Vorgängerfilm FOUND auf ganzer Linie. Der dreckige Retro-Mix aus MANIAC und TEXAS CHAINSAM MASSACRE macht nur bedingt Spaß, denn der Streifen wirkt lieblos und erzwungen. Fast schon möchte man meinen, dass man nach dem Überraschungserfolg von FOUND schnell noch die besten Szenen des Indies wiederverwerten und daraus krampfhaft einen Film machen musste, um erneut die Kassen klingeln zu lassen. HEADLESS bietet gerade einmal Stoff für einen Kurzfilm. Warum man auf Heller und Pfennig was fürs Abendprogramm drehen musste, dürfte in der Profitgeilheit gewinnorientierter Produzenten zu suchen sein. So darf man davon ausgehen, dass auch in Zukunft mehr aus dem erfolgreichen FOUND-Universum kommen wird und das Franchise so lang mit Fortsetzungen und Prequels vorangetrieben wird, bis keiner mehr den Killer mit der blutigen Totenkopfmaske sehen möchte. Wer von FOUND begeistert war und demnach einen ähnlich guten Film erwartet, sei an dieser Stelle vorgewarnt, denn HEADLESS ist alles andere als herausragende Horrorunterhaltung. Ein enttäuschendes Spin-Off und wie der Titel es hätte besser nicht umschreiben können: kopflos!
 
 
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HEADLESS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein dreckiger, tabuloser, schonungsloser und rabiat-blutiger Mix aus MANIAC und TEXAS CHAINSAW MASSACRE, der in Sachen Gewalt Fanherzen schneller schlagen lässt. HEADLESS erinnert in seiner Machart an reißerische Horrorstreifen, die Ende der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre in den berüchtigten Grindhouse-Kinos liefen und vor allem durch das Zeigen drastischer Gewalt in Kombination mit schlechten Schauspielern und reichlich Sex zu beachtlicher Popularität kamen. Auf gleicher Welle schwimmt auch HEADLESS, der viele böse Szenen aneinanderreiht, damit pubertierende Jugendliche auf dem Schulhof was zu erzählen haben. Sieht man jedoch von den wirklich fragwürdigen Mordszenen ab, bleibt nicht mehr viel übrig, womit HEADLESS überzeugen kann. Die technische Standart ist bescheiden und das Schauspiel eine Katastrophe. Dafür sind die handgemachten Gore- und Splatter-Effekte für Indie-Verhältnisse durchaus sehenswert. Leider besitzt HEADLESS kaum Substanz, so dass man sich schnell an den bösen Momenten satt gesehen hat, die sich ständig wiederholen damit man Spielfilmlänge ereicht. Mehr als Stoff für einen Kurzfilm bietet die rudimentäre und wortkarge Handlung nämlich nicht, die zudem weder Identifikationsfiguren, noch einen Spannungsaufbau besitzt. Wer demzufolge nach dem Ausnahmefilmchen FOUND ähnlich Großes erwartet, sollte mit dem Schlimmsten rechnen. Kein Wunder, ist HEADLESS weit davon entfernt ein guter Horrorfilm zu sein und das obwohl er doch vielversprechend von den Machern als „lost slasher film from 1978“ beworben wird.
 
 


 
 
 

HEADLESS – Zensur

 
 
 
HEADLESS ist in Sachen Gewalt weitaus zeigefreudiger als der Vorgängerfilm FOUND – MEIN BRUDER IST EIN SERIENKILLER. Es werden Kehlen durchgeschnitten, Beine und Köpfe mit einer Machete abgeschlagen und Augäpfel aus Augenhöhlen gerissen, damit sie verspeist werden können. Weitaus derber sind die äußerst langen Penetrationsszenen in denen der Serienkiller die abgetrennten Schädel seiner Opfer penetriert. Die Effekte sind zwar simpel aber ziemlich hart anzusehen. Offenbar ein Grund, warum sich das österreichische Label ILLUSIONS UNLTD. die Rechte gesichert und den Streifen ungeprüft im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht hat. HEADLESS kann synchronisiert und im Mediabook in drei limitierten Cover-Ausführungen über Österreich bezogen werden. Die Fassung im Mediabook ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HEADLESS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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Mediabook Cover A – auf 666 Stück limitiert (c) ILLUSIONS UNLIMITED

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Mediabook Cover B – auf 555 Stück limitiert (c) ILLUSIONS UNLIMITED

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Mediabook Cover C – auf 333 Stück limitiert (c) ILLUSIONS UNLIMITED

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Headless; USA 2015

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: nicht geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook in drei verschiedenen Ausführungen

Extras: 20-seitiges Booklet, Audiokommentar mit Regisseur & Drehbuchautor, Audiokommentar mit den Schauspielern, Making Of, Arthur Cullipher Exposed, Gag Reel, Raw Takes, Outtakes (aus FOUND), Kickstarter Spot (Blu-ray exkusiv), Kickstarter „Thank-you-Clips“ (Blu-ray exklusiv), Trailer

Release-Termin: Mediabook: 18.04.2019

 

Headless [Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Headless [Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Headless [Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HEADLESS – Mediabook

 
 
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HEADLESS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen liegen bei Illusions Unltd.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller (2012)
 
Alexandre Aja´s Maniac (2012)
 
The Orphan Killer (2011)
 
Carl (2012)
 
Maniac (1980)
 

Filmkritik: „Rache – Bound to Vengeance“ (2015)

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RACHE: BOUND TO VENGEANCE

Story

 
 
 
Die junge Eve kann sich aus den Fängen eines Menschenhändlers befreien und versucht alle jene Mädchen zu retten, die dieses Schicksal mit ihr teilen.
 
 
 


 
 
 

RACHE: BOUND TO VENGEANCE – Kritik

 
 
 
Auch Jahrzehnte nach den Anfängen schmuddeligen Exploitationkinos erfreut sich diese Spezies aus dem Reich der Filme enormer Beliebtheit. Nach der Genre-Blütezeit, irgendwann in den 1970ern und 80ern hat die exploitative Darstellung von Gewaltszenarien allerdings in der Gegenwart ein neues Level erreicht. Was noch vor 40 Jahren schockieren konnte, entlockt Filmfans jüngeren Semesters nur noch ein müdes Lächeln. Für eine neue Generation ambitionierter Regisseure Grund genug den Begriff Exploitation neu zu definieren und ihre Werke mit Grausamkeiten auszustatten, die sich mittlerweile kaum noch in Worte fassen lassen. Zu den besonders abscheulichen Varianten des Exploitationfilms gehört zweifelsohne das Rape-and-Revenge-Genre. Das erlebt seit Filmen wie dem Remake zu THE LAST HOUSE ON THE LEFT oder I’LL NEVER DIE ALONE ein kleines Comeback und macht mit jedem weiteren Vertreter gelangweilte Horror-Zuschauer munter. Auch der gebürtige Mexikaner JOSÉ MANUEL CRAVIOTO mischt mit seinem RACHE – BOUND TO VENGEANCE kräftig im Bereich der Frauen-Rachefilme mit. Zwar wird die Gewaltschraube etwas langsamer gedreht, was aber nicht heißen soll, dass dieser Film Abstand von reißerisch gefilmten Hinrichtungsmethoden hält. Ganz im Gegenteil, RACHE – BOUND TO VENGEANCE ist ebenso hart anzusehen – wenn auch auf eine andere Weise.
 
 
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Quälende sechs Monate wurde die 21-jährige Eve (TINA IVLEV) in einem Keller als Sexsklavin gehalten und missbraucht. Bis sich die verstörte Frau aus den Fängen ihres Entführers (RICHARD TYSON) befreien kann und entkommt. Auf ihrer Flucht entdeckt sie im Haus des Täters mysteriöse Aufzeichnungen und Fotos verzweifelter Frauen, die unwissendlich einem Menschenhändler in die Arme gelaufen sind. Mit vorgehaltener Waffe stellt sie ihren schwerverletzten Schänder zur Rede. Der geht mit seinem Opfer eine Abmachung ein und verspricht die geheimen Aufenthaltsorte aller festgehaltenen Frauen zu nennen, insofern er ärztliche Versorgung erhält. Eve willigt ein und begibt sich auf eine entsetzliche Reise voller Gefahren – nur mit einem Ziel vor Augen: die entführten Frauen zu retten.
 
 
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In der Masse an immer wieder gleichen Rape-and-Revenge-Streifen nimmt RACHE – BOUND TO VENGEANCE eine Sonderstellung ein. Der Film setzt da an, wo Exploitation-Heuler wie I SPIT ON YOUR GRAVE oder zuletzt SAVAGED mittels kontroverser Gewalteinlagen Hobbysadisten Freudentränen beschert haben. Statt brutale Vergewaltigungen zu zelebrieren, abartiges Frauenschänden zu zeigen oder sich detailliert mit schonungslosen Rachedarstellungen zu beschäftigen, findet Regisseur JOSÉ MANUEL CRAVIOTO andere Wege, menschliche Abgründe zu portraitieren. Was wäre, wenn es dem Opfer nach Monaten schrecklicher Qualen gelingen würde, die Kontrolle über seinen Peiniger zu erlangen? Filmheldin Eve dürstet nicht nach blutiger Vergeltung. Sie wird zur Retterin und nutzt die Hilflosigkeit ihres Schänders aus, sein Leben zu zerstören und das Anderer zu retten. Dass bei einem derart selbstlosen Vorhaben nicht alles nach Plan läuft, ist im Horrorfilm nichts Ungewöhnliches mehr. Macher JOSÉ MANUEL CRAVIOTO verteilt während der temporeichen Rettungsaktion die klassischen Rollen von Gut und Böse neu. So wird das Opfer zum Täter und der Täter am Ende selbst zum Opfer ohne das der für seine grausamen Taten mit dem Tod bestraft werden muss.
 
 
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RACHE – BOUND TO VENGEANCE ist einer der wenigen Rachefilme, in denen die Handlung weitestgehend unvorhersehbar bleibt. Cravioto spickt sein Horrorfilmdebüt mit vielen Wendungen, die selbst Protagonistin Eve im Rettungsrausch nicht kommen sieht. Gänzlich unfreiwillig wird sie selbst zur Killerin und treibt jene in den Tod, die sich eigentlich retten wollte. Mehr über die schweißtreibend inszenierte Handlung zu verraten wäre fatal, sticht RACHE – BOUND TO VENGEANCE gerade deswegen hervor, weil der Film doch etwas anders verläuft, als man es von Streifen dieses zweifelhaften Sub-Genres erwarten würde. Trotz Blick für finstere Bildsprache und dauerhaft unwohliger Atmosphäre beweist Cravioto ein deutlich ausgeprägtes Gespür für schwarzen Humor. In einem Film mit ohnehin schon diskussionswürdiger Thematik eine gewagte Haltung. Dennoch gelingt es JOSÉ MANUEL CRAVIOTO – vielleicht auch gerade deshalb – den Zuschauer da zu packen, wo es am meisten wehtut – ganz ohne lang ausgewalzte Todes- und Quälmethoden. Rache – BOUND TO VENGEANCE ist ein Film über den man mit Sicherheit noch lange sprechen wird. Zurecht!
 
 


 
 
 

RACHE: BOUND TO VENGEANCE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Hart, dreckig, schonungslos und makaber. Dieser Film bleibt zurecht im Gedächtnis und ist Pflichtprogramm für Horrorfans, die es nach packenden und originellen Schockern dürstet! Umso verwunderlicher, dass hinter diesem schroffen Stück Zelluloid mal wieder ein Neuling steckt, der in gerade einmal 20 Tagen einen Film abgedreht hat, über den man noch lange sprechen wird. RACHE – BOUND TO VENGEANCE erinnert in seiner bildgewaltigen Ungemütlichkeit an das französische Terrorkino, das vor gut zehn Jahren Aufsehen erregte und dessen bis dato letzter erfolgreicher Film MARTYRS hieß. Die Parallelen kommen nicht von ungefähr. In einem Interview erklärte Regisseur JOSÉ MANUEL CRAVIOTO, dass er sich ausgiebig von jener Reihe derber Horrorfilme aus Frankreich inspirieren ließ. Sein Ziel war es amerikanische Exploitationer der 70er mit dem grenzüberschreitenden französischen Terrorkino zu vereinen und daraus einen schockierenden Streifen zu machen, der dem Publikum im Gedächtnis bleibt. Gelungen ist ihm das definitiv. RACHE – BOUND TO VENGEANCE wirkt nach, denn das düstere Szenario des Films hält viele Überraschungen parat, die der Zuschauer so nicht wird kommen sehen. Trotz Rachefilm haben obligatorische Vergewaltigungen und perverse Rachepraktiken Sendepause. Vielmehr wird die Geschichte einer verstörten und unnahbaren Heldin in den Mittelpunkt gerückt, die lieber retten will statt nach Vergeltung zu fordern. Zimperlich geht die Rettungsaktion nicht vonstatten, denn Macher Cravioto hat Gefallen an schwarzem Humor und erfreut mit zynischem Blutzoll. Wer die tägliche Ration Nervenkitzel benötigt ist demnach hier genau richtig. Dieser Film fordert einiges vom Zuschauer ab und lässt ihm kaum Zeit zu verschnaufen. Wir meinen: So und wirklich nur so muss adrenalinförderndes Horrorkino aussehen.
 
 


 
 
 

RACHE: BOUND TO VENGEANCE – Zensur

 
 
 
RACHE – BOUND TO VENGEANCE ist garantiert nichts für zartbesaitete Zuschauer. Es gibt Kopfschüsse zu sehen, eine Protagonistin wird aufgespießt und die verstörende Atmosphäre hat dazu beitragen, dass der Film hierzulande keine Jugendfreigabe erhalten hat. Das ist etwas verwunderlich, da ähnlich gestrickte Filme in letzter Zeit ziemlich viele Probleme mit der FSK bekommen haben. Erfreulicherweise ist RACHE – BOUND TO VENGEANCE in Deutschland ungeschnitten erschienen. Wer es härter mag, kann daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

RACHE: BOUND TO VENGEANCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

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(c) Tiberius Film (limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Some Kind of Hate; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet

Release-Termin: 01.09.2016 (BD KeepCase)

 

Rache – Bound to Vengeance (Uncut) [KeepCase Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Rache – Bound to Vengeance [Limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

RACHE: BOUND TO VENGEANCE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshots liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evangeline (2013)
 
Big Driver (2014)
 
Autumn Blood – Zeit der Rache (2013)
 
Hidden in the Woods (2012)
 
Girls against Boys (2012)
 
I Spit on your Grave 2 (2013)
 

Filmkritik: „An American Terror“ (2014)

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AN AMERICAN TERROR – DER ALBTRAUM HAT GERADE ERST BEGONNEN

Story

 
 
 
Die Außenseiter Ray (Joe Abplanalp), Josh (Graham Emmons) und Sammy (Taylor Hulett) haben die Nase von den Schikanen der Mitschüler gestrichen voll. Sie wollen sich an ihren Mitschülern rächen und planen einen Amoklauf. Doch bei der Planung ihrer Tat kommt alles anders.
 
 
 


 
 
 

AN AMERICAN TERROR – Kritik

 
 
 
In Zeiten des schnellen, technischen Fortschritts wird es selbsternannten Filmemachern immer einfacher gemacht Filme zu drehen, die am Ende sogar den Weg in den Handel finden. Alles was dafür benötigt wird, lässt sich auf Händlerplattformen wie Ebay oder Amazon finden, wo HD-Kameras und Schnittprogramme zu mittlerweile erschwinglichen Kursen angeboten werden. Selbst eigene Horrorfilme zu machen stellt im Jahr 2015 keine Herausforderung mehr dar, schließlich hat sich der unabhängige Horrormarkt zu einer wahren Goldmiene entwickelt und unzähligen Hobby-Regisseuren den Sprung ins Rampenlicht ermöglicht, von denen es sogar einige bis nach Hollywood geschafft haben. Hinter dem für schmales Geld gedrehten AN AMERICAN TERROR steckt HAYLAR GARCIA. Der hat bereits mit 17 Jahren erste Alben aufgenommen und als kreativer Produzent reichlich Erfahrungen im Musikbusiness sammeln können. Vermutlich hat ihm die Musik allein nicht ausgereicht. Wie einst auch ROB ZOMBIE, der sich vor der kommerziellen Kino-Neuauflage HALLOWEEN (2009) hauptsächlich durch laute Gitarrenklänge einen Namen machen konnte, versucht sich nun auch GARCIA ein zweites Standbein aufzubauen und versucht neben der Musik auch im Filmgeschäft Fuß zu fassen. Mit AN AMERICAN TERROR hat er seinen ersten Horrorfilm inszeniert für den er auch gleich das Drehbuch schrieb, das nicht unwesentlich bei Filmen wie THE FINAL und dem Folter-Murks HOSTEL stibitzt hat. Entstanden ist ein kleiner Indie, der zwar sein mageres Kapital nicht verbergen kann und dem der Charakter von amateurhaften Garagenproduktion anhaftet; nichtsdestotrotz kommt dem Film die ungeschliffene Low-Budget-Optik gelegen, weil der kostengünstige Look zum zweifelhaften Kontext der Geschehnisse passt.
 
 
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Im Film geht es um drei Außenseiter, die es an der High School nicht leicht haben. Die Freunde werden immer wieder Opfer von Schikanen ihrer Mitschüler und beschließen die gesamte Meute während eines Schulballs in die Luft zu jagen. Um an scharfe Munition zu kommen ist man erfinderisch. Sprengkörper werden mit Hilfe von Bauanleitungen aus dem Internet selbst zusammengestellt. Nur bei Schusswaffen macht ihnen das Gesetz einen Strich durch die Rechnung. Doch die Jungs wissen sich zu helfen. Unter einem Schrottplatz entdecken sie ein geheimes Waffenlager eines äußerst zwielichtigen Zeitgenossen. Der sammelt nicht nur gefährliche Schießeisen, sondern frönt hier unten ganz speziellen Freizeitaktivitäten. Mit scharfem Folterwerkzeug quält er bevorzugt Teenager, um sich an ihrem Leid Befriedigung zu erhoffen. Keine erfreulichen Nachrichten für die wütenden Freunde, muss der geplant Racheakt auf unbestimmte Zeit verschoben werden.
 
 
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Ein Film mit kontroversem Hintergrund? In einem Interview verriet Macher HAYLAR GARCIA, dass er sich von den schrecklichen Ereignissen des Amoklaufs an der Columbine High School inspirieren lies, bei dem im Jahr 1999 zwei Schüler einen Lehrer und zwölf Schüler erschossen. Die pubertären Protagonisten in AN AMERICAN TERROR haben ähnliches vor. Dennoch verliert die heikle Thematik schnell an Gewichtung, weil GARCIA kurzum beschließt andere Wege zu gehen. Er selbst bezeichnet seinen Film als „Anti-Amoklauf“, weil sich der Film nach überraschender Wendung zum Folterstreifen entwickelt und seine anfangs akribisch geplante Tat aus den Augen verliert. Die rachsüchtigen Teenager finden sich in einer unterirdischen Todesarena wieder. Hier gilt es sich aus den Klauen eines widerwärtigen Serienmörders zu befreien, der in seiner geheimen Folterzelle Halbwüchsige zu Hackfleisch verarbeitet. Dass in Zeiten des Überlebens aus Feinde Verbündete werden, scheint die logische Konsequenz zu sein. So schließen sich die Außenseiter mit jener selbstbewussten Cheerleaderin zusammen, die sich Stunden zuvor noch über die Jungs lustig gemacht hat. Zusammen nehmen sie den Kampf gegen eine abscheuliche Kreatur in Menschengestalt auf, liegen sich am Ende sogar in den Armen und legen den geplanten Amoklauf ad acta.
 
 
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Schmerzhaftes Foltern auch ohne Budget: man sollte sich nicht vom semiprofessionellen Look abschrecken lassen, der bereits zu Beginn ins Auge springt. Trotz Low-Budget-Status und einer kleinen Anzahl unbeholfener Schnitte hat AN AMERICAN TERROR einige Überraschungen zu bieten. So gibt es nach einer plötzlichen Wendung für Fans der härteren Gangart diverse Gemeinheiten zu bestaunen, die geschickt in Szene gesetzt werden. GARCIAS blendet weg, wenn es ernst wird, lässt den Ton aber weiter laufen. Für ungeübte Zuschauer schwer verdaulich, entwickelt sich das Kopfkino geschwind zur unerträglichen Tour de Farce. Weitaus erschreckender: der Filmbösewicht. Dessen Identität bleibt bis zum Abspann im Verborgenden, seine Beweggründe ungeklärt. Mit einer Art Pestmaske scheint er immerhin Freude daran zu haben, vorlauten Teenagern Augenlider abzuschneiden oder im Säurebad sich selbst zu überlassen. Die fiesen Spezialeffekte haben es in sich und sind trotz einfacher Machart nicht so leicht zu durchschauen. Zusammen mit der morbiden Atmosphäre gelingt es AN AMERICAN TERROR so ohne weiteres, den ganz großen Schmuddelfilmen des Tortur-Genres das Wasser zu reichen.
 
 
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Dennoch ist nicht alles Gold was glänzt. Irgendwie mag man in AN AMERICAN TERROR das Gefühl nicht loswerden wollen, als habe HAYLAR GARCIA versucht zwei Geschichten in einem Film unterzubringen. Aus einem Rachefilm wird ein Folter-Schocker, der in den letzten Minuten einen Fehler macht und sein anfängliches Thema erneut aufgreift. Der Rattenschwanz wirkt überflüssig und zieht den Film nur unnötig in die Länge. Das ist bedauerlich, hätte AN AMERICAN TERROR unter erfahrener Hand und mit mehr Kapital ein richtiger Horror-Hit werden können. So bleibt ein solides Tortur-Machwerk mit fieser Stimmung, bösen Momenten und viel Luft nach oben. Wer übrigens bis nach dem Abspann wartet wird mit einem Cliffhanger belohnt. Horror-Debütant HAYLAR GARCIA liebäugelt wohl mit einer Fortsetzung. Ob und wann die kommen wird dürfte die Zukunft zeigen. Mit Sicherheit spielt da wohl der Verkauf des Heimkinomediums eine wesentliche Rolle, steuert doch in den meisten Fällen die Nachfrage das Angebot. Man darf gespannt sein!

 
 
 


 
 
 

AN AMERICAN TERROR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein unangenehmer Filmalbtraum irgendwo zwischen kontroversen Machwerken wie THE FINAL, IF… und ELEPHANT. Anders als in den beiden letztgenannten verirrt sich AN AMERICAN TERROR dann doch mehr im Horrorgenre und verstört mit perverser Folterthematik nach allen Regeln der Kunst. Trotz Low-Budget-Look sorgt Regisseur und Drehbuchautor HAYLAR GARCIA für atmosphärische Bilder. Einige schmuddelige Gewalteskapaden und der unbequeme Ton des Treibens erinnern in den besten Momenten sogar an Horror-Mainstream aus der Schmiede eines MICHAEL BAY: TEXAS CHAINSAW MASSACRE – THE BEGINNING. Trotzdem ist es nicht gelungen aus AN AMERICAN TERROR einen Hit zu machen. Anders als im glattgebügelten Prequel des Kettensägen-Remakes mangelt es dem Streifen an Professionalität. Die Schauspieler agieren solide, scheinen aber noch reichlich grün hinter den Ohren zu sein. Zudem wirken die letzten 15 Minuten überflüssig, weil die Story von AN AMERICAN TERROR unnötig weitergesponnen wird, obwohl der widerwärtige Filmbösewicht längst zur Strecke gebracht wurde. Immerhin entschädigen fiese Spezialeffekte, die zwar einfach gestrickt, aber nicht weniger schmerzhaft in Szene gesetzt wurden. Wer daher ein Herz für Horrorfilme in der Machart eines HOSTEL oder SAW 3 besitzt, wird gut unterhalten werden. The Show must go on: Schenkt man einer Szene nach dem Abspann Glauben, könnte eine Fortsetzung bald kommen.
 
 
 


 
 
 

AN AMERICAN TERROR – Zensur

 
 
 
Wer auf abgefahrenes Zeug wie abgeschnittene Augenlider oder Körperteile abfährt, wird an AN AMERICAN TERROR sicherlich Freude haben. Trotzdem; ein unerträgliches Brutalowerk im Stile eines HOSTEL ist der Mix aus Folter- und Rachethriller nicht geworden. Die meisten Gewalttaten werden im Off zelebriert, was aber nicht minder hart anzuschauen ist. Leider verstand die FSK hierzulande dennoch keinen Spaß. Der Film musste für eine Freigabe geschnitten werden. Der Film wurde in der geschnittenen Fassung ab 16 Jahren freigegeben. Wegen Bonusmaterial ist die erhältliche geschnittene Fassung aber erst für Erwachsene geeignet (keine Jugendfreigabe).
 
 
 


 
 
 

AN AMERICAN TERROR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo Distribution | Soulfood Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: An American Terror; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: Film: FSK16 (geschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.05.2016

 
 
 

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AN AMERICAN TERROR – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken / Packshot liegen bei Daredo Distribution | Soulfood Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Final (2010)
 
Elephant (2003)
 
If…. (1968)
 
Mike Mendez‘ Killers (1996)
 
Hostel (2005)
 

Filmkritik: „Clown“ (2014)

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CLOWN

Story

 
 
 
Familienvater Kent schlüpft in ein altes Clownskostüm, das von ihm Besitz ergreift und schreckliche Dinge von seinem Träger fordert.

 
 
 


 
 
 

CLOWN – Kritik

 
 
Egal was ELI ROTH anpackt, es wird aus unerklärlichen Gründen zu Gold. Seit der Filmemacher mit dem unabhängig verwirklichten Horrorfilm CABIN FEVER einen Überraschungshit landete und mit HOSTEL das selbstzweckhafte Foltern im Kino salonfähig machte, sorgt er stets für Aufregung unter Fans „böser“ Filme, wenn er an neuem Horrormaterial arbeitet. Diesmal hat ROTH aber nicht selbst Regie geführt. Für den grimmigen Splatter-Horror CLOWN übergab er das Regiezepter an JON WATTS, der bisher für TV-Zeug verantwortlich zeichnete und fungierte – wie schon bei THE LAST EXORCISM – als Produzent, um im Hintergrund die Strippen zu ziehen. Auch wenn ROTH den Film nicht selbst gedreht hat; die unverkennbare Handschrift des Filmemachers zieht sich durch den gesamten Streifen, schließlich lässt sich mit Ekligkeiten, makabrem Humor und reichlich Gewalt am Besten polarisieren und Geld verdienen.
 
 
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Schluss mit lustig: seit jeher wissen Horrorfans, dass Clowns im Genre oft andere Intentionen hegen, als uns zum Lachen zu bringen. Hier steht meist blutiger Ernst statt harmloser Spaß auf der Tagesordnung, was nicht selten dazu führt, dass Psychopathen bunte Kostüme überstreifen, um mit spitzem Mordwerkzeug unschuldige Menschen zu ermorden. CLOWN macht da einiges anders, wenn auch nicht unbedingt besser. Um sich im Subgenre der mordgeilen Serienkiller ein wenig Kontur zu verpassen, bedient man sich beim Okkulten und lässt einen lustig verkleideten Familienvater zur dämonische Kreatur werden, die nur eines im Sinn hat: Kinder fressen.
 
 
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Ein teuflisches Narrenkostüm sorgt für eine schmerzhafte Metamorphose. Immobilienmakler Kent wollte dem Sohnemann zum 10. Geburtstag nur eine Überraschung bereiten und schlüpft in eine alte Clowns-Verkleidung, die er in einer Kiste im Keller einer zum Verkauf stehenden Immobilie entdeckt. Doch die modrige Kleidung führt ein seltsames Eigenleben und saugt sich am Körper ihres Trägers fest, der fortan von unbändigem Hunger nach Kinderfleisch getrieben wird. Doch es kommt noch schlimmer. Familienvater Kent beginnt sich zu verändern. Mit fortschreitendem Appetit nimmt er die Gestalt eines furchtbaren Dämons an, der fünf unschuldige Kinder fordert, um sich an ihnen laben zu können.
 
 
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Wenn aus Fake-Trailern richtige Horrorfilme werden. Seit sich ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO mit ihrem GRINDHOUSE (2007) vor den schmuddeligen B-Movies der 60er und 70er verbeugten, scheint in der Filmwelt zum Sport geworden zu sein, erst Kinotrailer zu zeigen und wenig später die zugehörigen Filme zu drehen. Im Fall des genannten GRINDHOUSE, das aus dem trashigen Double-Feature DEATH PROOF und PLANET TERROR bestand, waren es fiktive Kinoclips zu HOBO WITH A SHOTGUN und MACHETE, die zwischen den beiden Machwerken gezeigt und erst einige Jahre später umgesetzt wurden. Ähnlich verhielt es sich auch bei CLOWN. Regisseur JON WATTS brachte weit vor der eigentlichen Verfilmung im Jahr 2010 einen zweiminütigen Werbefilm zu einem fiktiven Horrorstreifen in Umlauf, der bei ROTH auf Interesse stieß. Weil dem bekannten Angstmacher die Idee dahinter so gut gefiel, beschloss er aus dem Fake-Trailer einen abendfüllenden Spielfilm zu machen und stand als Geldgeber zur Seite. Viel vom eigentlichen Spot, der durchaus beängstigend in Szene gesetzt wurde, ist letztendlich nicht mehr übrig geblieben. Statt Angst und Schrecken auf subtilem Wege in die Wohnzimmer zu bringen, wird Horror mit dem Holzhammer geboten, der sich dann doch eher an ein sehr magenstarkes Publikum richtet. Da werden Kinder vor den Augen des Zuschauers zermatscht, durchbohrt und angeknabbert – für ROTH-Fans nicht uninteressant, fühlen die sich von der stattlichen Anzahl bebilderten Grausamkeiten vermutlich bestens unterhalten.
 
 
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Auch wenn CLOWN mit eigenartigem, fast schon geschmacklosem Humor an die Werke von ELI ROTH anknüpft und sich beim Angst einjagen nicht gerade mit Ruhm bekleckert, findet der Film bei den Spezialeffekten zu eigentlicher Stärke. Die Figur des Besessenen durchlebt im Verlauf des Films eine nicht immer schmerzfreie Verwandlung vom besorgten Familienvater hin zur Marionette des Teufels. Dank hervorragender Arbeit kreativer Make-up-Künstler bekommt der Zuschauer am Ende eine deformierte Gestalt zu sehen, die endlich auch richtigen Horror auf die Mattscheibe bringt. Bis dahin verzettelt sich CLOWN im plumpen Aneinanderreihen fragwürdiger Tötungsarten von Kindern und gerät während des Mittelteils etwas ins Stolpern, weil die nicht uninteressante Thematik dann doch etwas zu wenig Material hergibt, um daraus einen 90-minütigen Horrorfilm drehen zu können. Immerhin wird im Finale geklotzt und nicht gekleckert. Da werden schon mal Erinnerungen an die abscheulichsten Metamorphosen der Kinogeschichte wach, in denen Wissenschaftler zu Fliegen mutierten (Cronenbergs DIE FLIEGE) und sich amerikanische Studenten (AMERICAN WEREWOLF) in Werwölfe verwandelten. Dennoch; so schön die Spezialeffekte in CLOWN auch sein mögen und so atmosphärisch die Dämonenhatz am Ende auch in Szene gesetzt sein mag – der aufdringliche Blutzoll ist irgendwie allgegenwärtig und erstickt jeden wohligen Schauer sofort wieder im Keim, weil ROTH als Werbemittel auf dem Cover nun mal triviales Metzelfutter und hirnloser Blutreigen bedeuten muss.
 
 


 
 
 

CLOWN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wem bereits Stephen Kings ES schlaflose Nächte bereitet hat, wird nach der Sichtung von CLOWN nur bei Licht einschlafen können. Dieser Horror-Trip ist kein Film für jene, die unter Coulrophobie leiden. Hier werden bei vielen Zuschauern Kindheitstraumata wach, denn CLOWN bringt Filme wie POLTERGEIST oder genannte King-Adaption in Erinnerung, die mit der Clown-Thematik Albträume bescherten. Leider setzt die von ELI ROTH produzierte Filmumsetzung eines Fake-Trailers weniger auf subtile Gänsehaut-Taktik. Vielmehr war man darum bestrebt eine interessante Eigeninterpretation um den Jahrhunderte alten Clown-Mythos zu weben, die letztendlich mal wieder im Splatter-Fegefeuer enden muss. Nach einem starken Einstieg, hat CLOWN im Mittelteil so seine Probleme das vorgelegte Tempo halten zu können. Erst am Ende findet der Film Dank sehenswerter Maskeneffekte zu eigentlicher Stärke. Da ist es aber dann auch schon zu spät, denn so schön grimmig das Finale auch in Szene gesetzt wurde, so zügig flimmert auch schon der Abspann über den Bildschirm. Letztendlich will man das Gefühl nicht loswerden, einen Film mit unverbrauchter Thematik gesehen zu haben, bei dem mehr möglich gewesen wäre. Die interessante Geschichte hinter der Entstehung des menschenfressenden Kostüms bleibt weitestgehend unangetastet. Zudem stößt bitter auf, dass im Film Kinder grafisch getötet werden müssen, um die Sensationsgierig des blutgeilen Publikums befriedigen zu können? Splatter-Fans und Gore-Bauern dürfte das jedoch kaum stören. Für die gilt ELI ROTH ohnehin als der Meuchelkönig des Horrorfilms.
 
 


 
 
 

CLOWN – Zensur

 
 
 
Mittlerweile geht auch die FSK lockerer mit der Bewertung von Horrorfilmen um. Was vor zehn Jahren undenkbar ungeschnitten auf die deutschen Filmzuschauer losgelassen werden konnte, schafft es heutzutage ohne Probleme mit dem roten KJ-Flatschen in die Händlerregale. Ähnlich ist das auch bei CLOWN geschehen. Hier werden zwar Kinder vor der Kamera ermordet; trotzdem wurde der Film ungeschnitten in Deutschland veröffentlicht: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

CLOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

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(c) Tiberius Film (limitiertes Steelbook mit BD & DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Clown; USA | Kanada 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Steelbook

Extras: Originaltrailer, Trailershow | Zusätzlich im Steelbook: Poster A3, Postkarten-Set (3xA6)

Veröffentlichung: 01.03.2016

 
 
 

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CLOWN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mockingbird (2014)
 
Stitches – Böser Clown! (2012)
 
100 Tears (2007)
 
Gacy (2003)
 
Stephen Kings Es (1990)
 
Clownhouse (1989)