Filmkritik: „Der Killerclown“ (2017)

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DER KILLERCLOWN

(CLOWNTERGEIST)

Story

 
 
 

Eine Studentin wird von einem heimtückischen Killer-Clown namens Ribcage terrorisiert. Doch die weiß sich zu wehren – was anderes hätte man von dieser Gattung Film auch nicht erwartet.

 
 
 


 
 
 

DER KILLERCLOWN – Kritik

 
 
 
Solche Heuler wie DER KILLERCLOWN (im Original: CLOWNTERGEIST) werden nicht einfach zufällig gedreht. Dahinter steckt Kalkül – vor allem dann, wenn Filme mit ähnlichem Thema Kinokassen klingeln lassen. Die Neuverfilmung des Stephen King-Klassikers ES dürfte ausschlaggebender Punkt gewesen sein, warum dieser Streifen überhaupt das Licht der Welt erblicken durfte. In Fachkreisen bezeichnet man daher solche Filme wie DER KILLERCLOWN als Mockbuster, die nur deshalb entstehen, um im Fahrwasser anderer erfolgreicher Machwerke schnelles Geld verdienen zu können. Keine unkluge Entscheidung von Regisseur AARON MIRTES. Der will mit der Angst vor gemein grinsenden Spaßmachern Kasse machen und springt auf dem Clown-Horror-Trend auf, der seit dem Herbst 2017 wieder in aller Munde ist. Trotz Marketingmasche ist interessant, wie es überhaupt zum Film kam. Die Idee wurde bereits 2012 geboren. Da war der Filmemacher noch in der High School und sollte für die Theaterklasse eine Geschichte vor Publikum erzählen, die ihn bereits das ganze Leben beunruhigt. So berichtete der phantasiebegabte Schüler von einer schaurigen Legende über eine mysteriöse Clown-Statue, die ihn seit Kindertagen keine Ruhe ließ. Die Geschichte kam gut an und man sprach Mirtes Mut zu, doch den Stoff als Film auf die Leinwand zu bringen. Gesagt getan. Im selben Jahr entstand unter dem Titel THE CLOWN STATUE ein Kurzfilm des Regisseurs. Weil der Fünfminüter Lob erhielt, griff der Filmemacher die Idee mehrere Jahre später erneut auf und machte daraus einen abendfüllenden Spielfilm, denn er pünktlich zum Kinostart des Stephen King-Horror ES unter dem Titel DER KILLERCLOWN in die Händlerregale brachte. Wenn das mal kein Zufall ist.
 
 
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Von Ballons, die den Tod voraussagen und Killer-Clowns, die ganz schön nerven können. In DER KILLERCLOWN wird die taffe Emma (BRITTANY BELLAND) mit Ängsten konfrontiert. Die leidet an Coulrophobie und hat eine panische Angst vor Clowns. Nicht unbegründet, wie der Film beweist, in dem sie die erste Geige spielt. Die Studentin wird nämlich in Träumen von einem bösartigen Killer verfolgt, der auch bald im richtigen Leben alle Regeln des Terrorisierens beherrscht. So entdeckt die Heldin Ballons auf denen ihr Todesdatum vermerkt ist. Zwei Tage hat sich nun Zeit ihrem tödlichen Schicksal zu entkommen, denn die fiese Kreatur aus ihren Träumen macht nun auch im richtigen Leben jagt auf die Studierende. Gut, dass sie einige Freunde hat, die sich um das Wohl der Verfolgten sorgen machen. Die lernen auch bald den bösartigen Verfolger kennen und müssen um ihr Leben bangen. Wie sich herausstellt ist der Killer von dämonischen Kräften besessen und hat große Ziele. Von denen erfährt der Zuschauer erst am Ende von DER KILLERCLOWN. Sonderlich erbaulich sind die aber nicht, denn die Geschichte dieses seltsamen Streifens macht nicht viel Sinn.  
 
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Übel, was mittlerweile alles unter dem Begriff Horror verkauft wird. Hier stimmt einfach gar nichts. DER KILLERCLOWN ist ein Schnarcher vor dem Herrn und hat weder roten Faden noch Spannung zu bieten. In diesem Fall haben einschlägige Filmportale recht. Liest man nämlich Bewertungen auf der internationalen Filmdatenbank IMDB zum Streifen, dürfte sich manch flaues Gefühl im Bauch bewahrheiten. Das Poster zu DER KILLERCLOWN wurde nämlich verdächtig reißerisch in Szene gesetzt. Erfahrene Horror-Gucker wissen, dass das in der Regel nichts Gutes verheißt, denn sehenswerte Horrorfilm müssen nicht mit plakativen Werbebildchen um die Gunst der Horrorgemeinde buhlen. DER KILLERCLOWN ist Horror im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht, weil der Film so unvorstellbar gruselig oder brutal ist. Vielmehr ist DER KILLERCLOWN Horror pur, weil er den Zuschauer vor Langeweile lähmt und sich damit auch noch unverschämt viel Zeit lässt. Der Streifen entpuppt sich als unstimmige Abfolge von Szenen, die so gar keine Spannung aufkommen lassen wollen. Immer wieder werden hier Menschen von einem dämonisch besessenen Clown terrorisiert, der im späteren Verlauf allmählich zu nerven beginnt. Die Kreatur taucht plötzlich in allen erdenklichen Situationen verschiedener Protagonisten auf und erschreckt mit roten Luftballons und komischen Visionen. Das mag sich beim Lesen vermutlich schaurig anhören, ist aber weder gruselig noch furchteinflößend. Stattdessen pendelt DER KILLERCLOWN unentschlossen zwischen Geister-Horror und Serienkiller-Genre und lässt den Zuschauer fordernd vor der Glotze zurück. Letzter verlangt nach Erklärungen, muss sich dazu aber bis zum Finale quälen in dem dann eine haarsträubende Auflösung über die Mattscheibe flimmert. Oh man, als Horrorfan muss man schon eine dicke Haut haben, um das ertragen zu können, was unerfahrene Filmemacher einem regelmäßig zumuten.
 
 
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DER KILLERCLOWN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final

 
 
 
DER KILLERCLOWN ist undurchdachtes Horrorkino, das man am liebsten wieder aus dem Gedächtnis streichen möchte. Dabei ist das Hauptproblem dieses Clown-Horrors die Geschichte selbst, der es zu keiner Minute gelingt das Interesse des Zuschauers für sich zu beanspruchen. Der Film plätschert behäbig vor sich hin und versucht Schrecken mit plakativen Schreckmomenten zu erzeugen. Leider scheitert das Vorhaben, weil der Film einfach nicht spannend werden will und das obwohl Regisseur AARON MIRTES vehement versucht Gruselstimmung mit Neonlichtern, Synthesizer-Klängen und gelegentlichem Nebeleinsatz zu bewirken. Unterm Strich werden ausgelutschte Horrorklischees und bald nicht mehr ertragbare Wiederholungen geboten. Trotz kurzer Laufzeit von gerade einmal 80 Minuten war man schon nach eine halben Stunde ratlos, wie man die Geschichte fortführen soll. Daher werden immer gleiche Szeneverläufe nacheinander abgespult, um auf Spielfilmlänge zu kommen. So gewinnt man den Zuschauer leider nicht für sich. Die haarsträubende Auflösung tut da ihr Übriges. Finger weg von diesem Unsinn.
 
 
 


 
 
 

DER KILLERCLOWN – Zensur

 
 
 
Nicht nur der Film ist ein Schnarcher; DER KILLERCLOWN (OT: CLOWNTERGEIST) ist auch hinsichtlich gezeigter Gewalt ein Gähner. Viel gibt es davon nicht zu sehen. Die härteste Szene reduziert sich auf einen Luftballon in dem die pürierten Überreste eines Hundes gefüllt wurden. Diese soll die Filmheldin unter Zwang essen. Parallelen zu einer Szene aus NIGHTMARE ON ELM STREET 5 sind da vermutlich nur rein zufällig. Hierzulande hat DER KILLERCLOWN ohne Probleme eine FSK16 erhalten. Wegen Bonusmaterial ist aber auf dem Cover der Blu-ray ein roter FSK-Flatschen zu sehen.
 
 
 


 
 
 

DER KILLERCLOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Clowntergeist; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | wegen Bonusmaterial hat die BD: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover (alternatives Filmmotiv)

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 01.03.2018

 

Der Killerclown [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DER KILLERCLOWN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stitches – Böser Clown! ( 2012)
 
Killer Holiday (2013)
 
A Nightmare in Elm Street (1984)
 
ClownTown (2016)
 
Play: Tödliches Spiel (2014)
 
Traumdämon – Dream Demon (1988)
 
The Drownsman (2014)
 

Filmkritik: „Bastard“ (2015)

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BASTARD

Story

 
 
 
Was für ein Zufall: Ein frisch vermähltes und blutgeiles Killer-Duo (DAN CREED und ELLIS GREER) gabelt auf der Fahrt zu einem Liveauftritt ein verliebtes Tramper-Paar (darunter REBEKAH KENNEDY aus HOUSE HUNTING und THE UNDERNEATH) auf der Landstraße auf und nimmt es mit dem Auto mit. Die Anhalter outen sich später als Bruder und Schwester und landen zusammen mit den neuen mordgierigen Freunden in einer Herberge auf der Speisekarte von Kannibalen. Tja, das Leben geht manchmal seltsame Wege.
 
 
 


 
 
 

BASTARD – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Streich von AFTER DARK FILMS. Nachdem man sich mit dem AFTER DARK HORRORFEST in Fankreisen einen Namen machen konnte, produziert man seit einigen Jahren selbst Horrorfilme, um Fans der schaurigen Unterhaltung mit immer neuen Horrorprodukten bei Laune halten zu können. Dabei liegt der Fokus vor allem auf Abwechslung, damit dem Publikum nicht langweilig wird. Ob mordende Zwillinge, ausgefuchste Serienmörder, turboschnelle Zombies oder hysterische Sektengurus – unter dem Banner AFTER DARK ORIGINALS wird im Akkord Gruselzeug fürs Heimkino fabriziert, um die gierige Horrormeute mit stets unterhaltsamen Indie-Schockern fernab des Mainstreams zu versorgen. Mittlerweile gehören die hauseigenen Produktionen aus den AFTER DARK-Studios zum Must-See für Horrorfans, denn anders als Horror-Verbrechen aus den Schrottpressen ASYLUM oder SYFY ist man bei AFTER DARK FILMS immer noch um ein gewisses Maß an Qualität und Schrecken bemüht. Trotz sehenswerte Angstmacher haben es leider immer noch nicht alle AFTER DARK ORIGINALS-Filme nach Deutschland geschafft. So warten vor allem ältere Produktionen, wie CHILDREN OF SORROW, RITUAL oder DARK CIRCLES auch weiterhin auf eine deutsche Auswertung und das, obwohl Letztgenannter zu einem der besten Machwerke gehört, die die Schauerschmiede bis heute produziert hat.
 
 
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Mit dem Horror-Thriller BASTARD probieren die Experten für kurzweiligen Schauer etwas Neues aus. Der Streifen gehört nämlich so jener Art von Filmen, die sich nicht unbedingt in eine Schublade stecken lassen. So vermischen die Regisseure POWELL ROBINSON und PATRICK ROBERT YOUNG (die mit BASTARD übrigens ihr Regiedebüt feiern) zig Subgenres zu einem skurrilen Horror-Mix, der gut startet, aber im haarsträubenden Gewaltrausch vom rechten Weg abkommt. Erzwungen blutig geht es hier zu, denn was als anarchische Bonnie-und-Clyde-Kopie beginnt, wandelt ganz schnell auf Tortur, Slasher- und Kannibalenpfaden – bösem Zynismus inklusive. Was sich jedoch für den Liebhaber deftigeren Filmhandwerks als Offenbarung entpuppt, gerät beim Blick über den Tellerrand zum wirren Horrordebakel, in dem man nicht nach Logik suchen sollte. Glaubwürdigkeit scheint nämlich abhandengekommen zu sein, was BASTARD dann doch immer mal wieder unfreiwillig komisch erscheinen lässt – gewollt war das definitiv nicht. Doch damit nicht genug. Das eifrige Kombinieren unterschiedlicher Subgenres will nicht so recht funktionieren. Oftmals kann man sich dem Gefühl nicht entziehen, als habe man versucht Drehbücher zu unfertigen Filmen in irgendeiner Weise zusammenzuführen, um daraus gewaltigen Horrorquatsch zu machen. Der Verdacht kommt nicht von ungefähr. Schenkt man Interviews der Macher im Netz glauben, so sollte die Idee von einem Killer-Pärchen anfänglich in Form eines Kurzfilmes Verwendung finden, das Drehbuch hierzu war bereits in Arbeit. Letztendlich entschied man sich jedoch dazu, die mordlüsternen Liebenden zusammen mit anderen Protagonisten (aus ebenso selbst geschriebenen, unfertigen Skripten) in einem Film unterzubringen und von bösen Kannibalen schlachten zu lassen. Ob das wirklich so gut gewesen ist, wie es die Regisseure POWELL ROBINSON und PATRICK ROBERT YOUNG in euphorischen Lobgängen bekunden, mag bezweifelt werden, denn Fakt ist: in BASTARD passt irgendwie kaum etwas zusammen.
 
 
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Dabei waren die Ambitionen groß. So orientierte man sich visuell an Klassikern wie FREITAG DER 13. oder CARRIE. Inspirationen für die akustische Untermalung lieferten die Kultwerke HALLOWEEN und SUSPIRIA. BASTARD verbeugt sich als selbsternannter Retro-Slasher mit pumpenden Synthesizer-Klängen, abrupten Schnitten und heftigen Kills (die handgemachten Effekte sehen übrigens klasse aus) vor den bösen Meuchelfilmen der späten 70er und frühen 1980er, von denen viele auch heute noch ihr Dasein auf der Liste für jugendgefährdende Medien fristen. Trotz ähnlicher Machart sollte dennoch unterschieden werden. Während man heutzutage gern an viele der aktuell immer noch beschlagnahmten Filme zurückblickt, dürfte sich in dreißig Jahren wohl kaum jemand an diese AFTER DARK-Produktion erinnern können. BASTARD ist ein komisches Machwerk, über dessen Sinn und Unsinn man sich definitiv streiten kann. Umso mehr lässt der Gedanke erschauern, dass dieser Horror-Thriller in Serien gehen könnte. Über drei mögliche Fortsetzungen und einem Prequel witzeln die Regisseure mit der Fachpresse. Da kann man nur hoffen, dass es auch wirklich beim Spaß bleibt.
 
 
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BASTARD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine haarsträubende Geschichte über Inzucht, Kannibalismus und deftigen Morden. BASTARD ist ohne Zweifel ein Fest für Liebhaber der härteren Filmgattung. Leider wurden für diesen AFTER DARK-Film zu viele Subgenres miteinander kombiniert, weshalb sich der Retro-Slasher dann doch in allerhand unglaubwürdigen und konstruiert wirkenden Handlungsverläufen verfängt. Nichts will in BASTARD zusammenpassen, weil hier offensichtlich Ideen gesammelt und unbedacht zusammengeführt wurden. Für den kurzen Adrenalinschub mag das ausreichen. Klammert man jedoch die Gewaltmomente aus, bleibt nur eine löchrige Handlung übrig, die im Grunde genommen kaum Sinn ergibt. Als Horror-Thriller kann man BASTARD nicht ernst nehmen. Trotz dezentem Zynismus und viel unfreiwilliger Komik funktioniert das Machwerk auch als rabenschwarze Horrorkomödie nicht – dazu ist der Film einfach nicht lustig genug.
 
 


 
 
 

BASTARD – Zensur

 
 
 
BASTARD ist kein Film, der sich in Sachen Gewalt zurückhält. Einem Protagonisten wird die Wirbelsäule bei lebendigem Leib herausgerissen, ein Kind wird aus dem Mutterleib einer Heldin herausgeschnitten und in menschlichem Gedärm wird auch herumgewühlt. Das ist teils hart anzuschauen. Dennoch hat die FSK den Film ungeschnitten freigegeben. BASTARD steht mit rotem FSK-Sticker im Handel – keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BASTARD – Deutsche Blu-ray

 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bastard; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 20.10.2017

 

Bastard (Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BASTARD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen liegen bei Lighthouse Home Entertainment]

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Among the Living (2014)
 
GirlHouse (2014)
 
Awaiting (2015)
 
Starve (2014)
 

Filmkritik: „Starry Eyes“ (2014)

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STARRY EYES

Story

 
 
 
Ein Anruf aus der Hölle verändert das Leben der erfolglosen Schauspielerin Sarah maßgeblich. Sie wird zu einem Vorsprechen eingeladen, das ihr zwar alles abverlangt, jedoch die Möglichkeiten eröffnet in der schillernden Welt Hollywoods Fuß fassen zu können …
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder schön zu sehen, dass es da draußen immer noch Filme gibt, von denen man sich nicht viel verspricht und die letztendlich überraschen, weil sie eine unerwartete Richtung einschlagen. STARRY EYES ist so ein unentdeckter Diamant, der mit zwei gegensätzlichen Filmhälften die Gunst der Horrorgemeinde für sich gewinnen möchte und sich aber damit nicht nur Freunde macht. Hier wird Gewalt ganz groß geschrieben, was vor allem zartbesaitete Angsthasen tief in den Filmsessel rutsch lassen dürfte, schließlich werden für STARRY EYES harte Nerven und eine Vorliebe fürs Grobe vorausgesetzt. Die beiden Drehbuchautoren und Regisseure KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER machen seit geraumer Zeit gemeinsame Sache und haben in den letzten Jahren schon so einige Filmprojekte zusammen auf die Beine gestellt. Leider haben sie damit nicht den Erfolg ernten können, den sich das Duo vermutlich gewünscht hätte. Grund genug mal Tacheles zu reden und im Horrorfilm STARRY EYES mit der rücksichtslosen Geldmaschinerie Hollywoods abzurechnen, wo kreative Filmemacher und Schauspieler ihre Seele an profitgeile Produzenten verkaufen müssen, um überhaupt einen Fuß in der Traumfabrik bekommen zu können. So ähnlich ergeht es Protagonistin Sarah im Film. Sie durchlebt Dank hervorragender Spezialeffekte und einer Menge Ekel-Make-up eine groteske Metamorphose vom ehrgeizigen Traumtänzer hin zur gewissenlosen Karrierefrau, die am Ende sogar die besten Freunde für ihr Ziel unter die Erde bringt.
 
Sarah lebt in L.A., verdient sich mit einem schlecht bezahlten Kellnerjob ein paar Dollar, damit sie die Miete für eine kleine Wohnung bezahlen kann, die sie sich mit der besten Freundin teilt. Doch zufriedengeben will sie sich damit nicht. Sie bewirbt sich wahllos für Vorsprechen in unbedeutenden Filmen und hofft, irgendwie Fuß in die schillernde Traumwelt Hollywoods bekommen zu können. Für eine Rolle im Film „Silver Scream“ setzt sie alles auf eine Karte und spricht bei einem Casting vor, das ihr bisher erfolgloses Leben auf den Kopf stellen wird. Der Produzent ist von Sarahs Talent begeistert, fordert jedoch Opfer, die die ehrgeizige Frau in Kauf nimmt, um endlich auch im Rampenlicht stehen zu können.
 
HOUSE OF THE DEVIL lässt grüßen, denn STARRY EYES orientiert sich in seiner Machart an die großen B-Klassiker der 1970er- und 1980er, die bereits 2009 von TI WESTS (THE SACRAMENT) im genannten Okkult-Horror eindrucksvoll gehuldigt wurden. Ob nun preisgekröntes Poster, eingängiger Synthesizer-Soundtrack oder handgemachtes Splatter-Gematsche; STARRY EYES hat all das, was klassisches Horrorkino aus jenen Dekaden zu bieten hatte und dürfte vor allem jene Nostalgiker begeistern, deren Herz am Old-School-Horror hängt. Das Massenphänomen Crowdfunding hat dazu beigetragen, dass das Projekt überhaupt verwirklicht werden konnte. Wie bei so einigen Indie-Produktionen (u.a. AMERICAN BURGER) aus letzter Zeit musste auch STARRY EYES durch Spendengelder teilfinanziert werden, damit der Streifen überhaupt fertiggestellt werden konnte. Dass wenig Geld zur Verfügung gestanden hat, ist dem Film aber nicht anzusehen – ganz im Gegenteil, die Produktion befindet im Gegensatz zu den meisten B-Movies auf technisch beachtlichem Standard und hat sogar noch gute Schauspieler zu bieten, die zur Abwechslung auch noch Ahnung vom Schauspielen haben. Allen voran ALEX ESSOE, die mit beängstigender Intensität eine verzweifelte Jungaktrice verkörpert, die alles tut, um ihrem Traum ein Stück näher kommen zu können.
 
Man nehme 70er-Okkult-Horror, kopiere etwas Cronenbergschen Body-Horror und füge die Brutalität des neuen französischen Terrorkinos dazu. Fertig ist STARRY EYES, ein Film der gemächlich beginnt und am Ende mit reichlich Gewalt wachrüttelt. Auch wenn die eigentliche Botschaft des Streifens am Ende zugunsten blutrotem Todesreigen an Wichtigkeit verliert, dürften KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER das erreicht haben, was sie wohl erreichen wollten: über STARRY EYES wird gesprochen. Wer offen für Filmexperimente ist sollte einen Blick riskieren – aber vorsichtig: dieses Horror-Drama hat es in sich!
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Schockierend, ekelerregend und kontrovers: STARRY EYES ist kein Film den man sich auf nüchternen Magen anschauen sollte. Die beiden Regisseure KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER haben einen haarsträubenden Genre-Mix auf Zelluloid verewigt, der ganz souverän mit der amerikanischen Filmindustrie abrechnet. Zwischen düsterer Okkult-Thematik, harten Slasher-Praktiken und widerlichem Body-Horror kritisieren die Macher das knallharte Business der schillernden Traumfabrik und decken auf, was Arbeitnehmern fernab Hollywoods nicht sonderlich neu sein dürfte. Trotzdem, STARRY EYES lebt von der Prämisse, dass er ab Filmmitte unerwartet das Genre ändert, was sich vor allem bei unvorbereitete Zuschauern zu einer nervenaufreibenden Prozedur entwickeln kann. Aus einem anfänglich deprimierenden Drama wird knüppelharter Brutalo-Horror, der nicht selten an die Gewalt-Eskapaden des neuen französischen Terrorkinos erinnert. Wer damit leben kann, dürfte mit der abgrundtief bösen Abrechnung gut unterhalten werden, schließlich sorgt der unerwartete Wechsel vom Drama zum Horror dafür, dass STARRY EYES in Erinnerung bleibt – etwas, dass kaum noch neueren Horrorfilmen heutzutage gelingen will.
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Zensur

 
 
 
Rechteinhaber TURBINE MEDIEN konnte eine ungeschnittene Freigabe bewirken. Ab Filmmitte ist STARRY EYES vollgepackt mit grafischen Gewaltmomenten, die nicht ohne sind. Da wird mit einer Hantel das Gesicht einer Protagonistin eingeschlagen. Außerdem werden Körper mit einem Küchenmesser bearbeitet, was schon ziemlich grenzwertig bebildert wurde. Zudem schaut der körperliche Zersetzungsprozess von Heldin Sarah reichlich unappetitlich aus, so dass es doch ein wenig verwundert, warum STARRY EYES hierzulande von der FSK in kompletter Form freigegeben wurde. Keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Turbine Medien (Limitiertes Digipack mit DVD, Blu-ray und Soundtrack-CD)

 
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(c) Turbine Medien (Kaufhaus-Blu-ray)

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Starry Eyes; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1., Deutsch DTS 5.1., Englisch DTS-HD MA 7.1., Englisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Einfache Auflage: KeepCase mit Wendecover / Luxus-Auflage: Limitiertes Digipack

Extras: Audiokommentar mit den Regisseuren Kevin Kölsch & Dennis Widmyer und demProduzenten Travis Stevens, 10 unveröffentlichte Szenen mit deutschen Untertitel, Making of: Soundtracks, Casting-Video: Alex Essoe, Fotoshow: Hinter den Kulissen, Teaser, Trailer (USA) & (D) / Limitiertes Digipack zusätzlich mit Soundtrack-CD

Release-Termin: Kaufhaus-Fassung: 03.04.2015 / Limitiertes Digipack: 13.03.2015

 

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STARRY EYES – Trailer

 
 


 
 
 

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