Filmkritik: „The Wind“ (2018)

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THE WIND

Story

 
 
 

Ein Siedler-Paar erlebt im Westen Amerikas den blanken Horror, als man in der verlassenen Prärie versucht ein neues Leben zu beginnen.

 
 
 


 
 
 

THE WIND – Kritik

 
 
 
Frauen, die Horrorfilme drehen sind immer noch eine Randerscheinung. Aber es gibt sie. Die sind nicht weniger kreativ im Angstverursachen, wie die männlichen Filmkollegen und machen auch in Sachen Filmgewalt keine Gefangenen. So gehen Kultfilme wie FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE oder SLUMBER PARTY MASSACRE auf das Konto genau jener Regisseurinnen. Aber auch in Schockern jüngeren Datum sitzen immer häufiger Frauen auf dem Regiestuhl. Mit Erfolg. So erhielt Horror-Ware wie RAW, BRAID oder DER BABADOOK international viel Lob von Fans und Kritikern. Letztere waren mindestens genauso vom psychologischen Grauen in THE WIND angetan. Auch für diesen Film übernahm eine Frau das Ruder. Newcomerin EMMA TAMMI drehte zuvor Dokumentationen und hat nun zum ersten Mal für einen Spielfilm Regie geführt. In Anbetracht dessen, was einem sonst an Debüt-Werken im Horrorfilm-Sektor zugemutet wird, ist THE WIND eine regelrechte Offenbarung. Der Streifen schaut hochwertig aus und ist alles andere – nur kein Einheitsbrei. Wem es daher im Horror-Genre nach Anspruch dürstet, ist hier goldrichtig.
 
 
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Das ländliche Amerika irgendwann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Lizzy Macklin (CAITLIN GERARD) und Gatte Isaac (ASHLEY ZUKERMAN) lassen sich auf einem unbesiedelten Stück Land nieder, um dort den amerikanischen Traum zu leben. Doch so weit weg von der Zivilisation passieren bald seltsame Dinge. Die treusorgende Ehefrau beginnt plötzlich eine unheimliche Präsenz zu spüren, die offenbar vom Wind getragen wird. Doch der Liebste tut die Bedenken als Aberglauben ab und schenkt den Sorgen seiner Frau noch wenig Beachtung. Da bekommt das Paar Besuch. Zwei neue Nachbarn stellen sich vor und wollen in der Nähe auch ein neues Leben beginnen. Eigentlich eine schöne Sache, wären da nicht Lizzys Ängste, die die Leidgeplagte an ihre Grenzen gehen lässt. Letztere ist fest davon überzeugt, dass etwas Böses sie heimgesucht hat. Da entwickelt sich Furcht mit einem Male zu Wahn und bringt alle Beteiligten in große Gefahr.
 
 
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Ein Grusel-Western, den man mehrdeutig interpretieren kann. Sind hier wirklich dämonische Kräfte am Werk, die der Hauptdarstellerin zu schaffen machen oder macht THE WIND Einsamkeit zum Thema, welche die Filmheldin an ihre psychischen Grenzen bringt? Regisseurin EMMA TAMMI macht es so Filmen wie THE NOONDAY WITCH oder THE HOUSE ON PINE STREET gleich. Auch dort vermischte man menschliche Ängste mit übernatürlichem Hokuspokus, hielt sich aber mit Antworten zurück, um das Kopfkino des Zuschauers zu aktivieren. Ein cleverer Schachzug, der den metaphernreichen THE WIND aus dem Strudel an immer trivialer werdenden Spuk-, Dämonen- und Geisterfilmen hervorstechen lässt. So bleibt lang unklar, worauf Filmemacherin EMMA TAMMI hinauswill. Die hat sich bei ihrem Debüt-Stück für eine nicht-lineare Erzählweise entschieden, um den Zuschauer zu fordern. Was anfängt wie eine bloße Ansammlung von Momenten, entwickelt sich schnell zu einem beunruhigenden Filmalbtraum, der in den letzten 20 Minuten auf Hochtouren läuft. Dann laufen die Geschehnisse aus dem Ruder und steuern auf ein Desaster hin, das nicht unberührt lässt.
 
 
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THE WIND ist ein gutes Beispiel dafür, mit welch einfachen Mitteln sich ein unheilvolles Gefühl der Unruhe und Bedrohung auf Zelluloid bannen lässt. Der Film besitzt weder Spezialeffekte, noch reißerische Gewaltszenen. Stattdessen folgt Regisseurin EMMA TAMMI den Gruselregeln der alten Schule, lässt lieber Bilder sprechen und übergibt hervorragenden Darstellern das Zepter. Die Protagonisten haben kaum etwas zu sagen und Dialoge sind aufs Wesentliche reduziert. So kann sich der Zuschauer ganz auf die Geschehnisse konzentrieren und der hervorragenden Hauptdarstellerin folgen, die den Film fast ganz allein auf ihren Schultern tragen muss. Die verfällt in einen von Trauer getriebenen Wahnsinn und kann bald nicht mehr zwischen Gut und Böse entscheiden. Hierbei erweist sich Schauspielerin CAITLIN GERARD als perfekte Wahl. Die geht in ihrer Rolle als gequälte Lizzy derart auf, dass man sich schnell mit ihr verbunden fühlt und Verständnis für ihre Ängste entwickelt. Apropos Angst: mit Genrefilmen kennt sich die attraktive Amerikanerin aus. CAITLIN GERARD schrie sich bereits durch die Horrorstreifen THE AWAKENING, SMILEY und INSIDIOUS 4. Die Filme sind keine Glanzleistungen. THE WIND kommt dieser Bezeichnung schon ein Stück näher, weil er den Zuschauer mit Köpfchen das Fürchten lehren möchte und nicht durch den Dauereinsatz von Schockmomenten und Horrorfilm-Klischees.
 
 
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THE WIND – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Intelligenter Grusel-Western mit Arthaus-Flair und hervorragender Hauptdarstellerin. Der wortkarge THE WIND erinnert ein wenig an den gleichnamigen Stummfilm mit LILLIAN GISH aus dem Jahre 1928. Regisseurin EMMA TAMMI beteuerte in Interviews aber, dass ihr Langfilm-Regiedebüt rein gar nichts mit genanntem Klassiker zu tun hat. Ihr THE WIND ist eine nicht-lineare Erzählung über Verlust, Paranoia, Angst und Zorn, die schnell eine ganz eigene Dynamik entwickelt, sodass ein Desaster unvermeidbar bleibt. Was langsam brodelt, entwickelt sich schnell zum Psycho-Trip. Dabei werden mit Absicht Grenzen zwischen Realität und Aberglauben verwischt, um den Zuschauer – wie die Filmheldin – zu verunsichern. Was passiert in THE WIND wirklich? Folgt der Film eine psychisch labilen Frau, die im Wahn ihr eigenes Grab schaufelt? Oder sind hier wirklich paranormale Kräfte am Werk, die es mit der Hauptfigur gar nicht gut meinen. Die Antwort darauf ist mehrdeutig auslegbar.
 
 
 


 
 
 

THE WIND – Zensur

 
 
 
THE WIND hat nur wenige Gewaltmomente zu bieten. Diese werden zudem nicht selbstzweckhaft eingesetzt. Ein Säugling wird tot zur Welt gebracht, eine Protagonistin wird erschossen, ein anderer Protagonist wird erstochen. Hierzulande hat THE WIND eine FSK16 in der ungeschnittenen Fassung erhalten. Diese Freigabe ist angemessen. Dennoch befindet sich auf der erhältlichen Blu-ray in roter FSK-Flatschen. Warum das so ist, lässt sich leicht erklären. Auf der Blu-ray befinden sich neben dem Hauptfilm auch Trailer zu weiteren Filmveröffentlichungen des Labels. Diese wurden von der FSK höher eingestuft, als der Hauptfilm selbst.
 
 
 


 
 
 

THE WIND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Wind; USA 2018

Genre: Horror, Western, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonusmaterial ist Blu-ray FSK18

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, weitere Trailer

Release-Termin: 28.08.2020

 

The Wind [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE WIND – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC MIDNIGHT | I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Noonday Witch (2016)
 
Der Babadook (2014)
 
The Disappointments Room (2016)
 
The Hole in the Ground (2019)
 
Dark Circles (2013)
 

Filmreview: „Smiley“ (2012)

Smiley (2012)
 
 

SMILEY

Story

 
 
 
Die unbeholfene und zurückhaltende Ashley ist neu an der Uni und findet Halt bei ihrer Kommilitonin, Mitbewohnerin und Freundin Proxi, die ihr Unterschlupf in ihrer Villa bietet. Bei einer trinkfreudigen Party erfahren die beiden von der urbanen Legende des SMILEY. Einem ominösen Serienkiller, der durch das World Wide Web spukt und seinen Opfern in diversen Cam-Chat-Räumen auflauert. Glaubt man den mysteriösen Erzählungen, so meuchelt die ominöse Gestalt den ahnungslosen Chatpartner kaltblütig nieder, sobald man virtuell drei mal nach ihr ruft. Zuvor noch als Hirngespinst belächelt, beginnt die seltsame Legende das Interesse der beiden Freundinnen zu wecken. Schnell durchstöbern die beiden die unzähligen Chaträume des Internets um nach einem potenziellen Probanden für ihr makabres Experiment zu suchen. Der lässt nicht lange auf sich warten und so staunen die beiden Mädchen nicht schlecht, als das Gegenüber von SMILEY höchstpersönlich ins Jenseits befördert wird, nachdem die Freundinnen drei Mal den Satz „I did it for the lulz“ in das Dialogfeld ihres Laptops hämmern. Anfänglich noch für einen schlechten Scherz gehalten, ist es Ashley die nach und nach von Schuldgefühlen geplagt wird und scheinbar den Verstand zu verlieren scheint, weil sie glaubt von SMILEY verfolgt und tyrannisiert zu werden.
 
Ist der Killer wirklich real, oder entspringt er allein nur der Vorstellungskraft der labilen Ashley?
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Kritik

 
 
 
Wer kennt sich nicht, die urbane Legende der Bloody Mary, die auch heute noch Stoff für immer wieder neue Horrorfilm-Produktionen bietet. Unzählige Unwissende haben in den bisher diversen Genre-Filmen mit ihrem Leben gepokert, nachdem sie drei mal erwartungsvoll nach dem Geist der jungen Damen gerufen haben. Und auch der aktuelle Horrorbeitrag SMILEY macht keinen Hehl daraus, sich dreist dieser altbekannten Geschichte zu bedienen, um sie ins 21.Jahrhundert zu transferieren und die Erzählung rundum erneuert ins Internet zu verlegen, damit sie unweigerlich zum aktuellen Zeitgeschehen passt. Eigentlich keine schlechte Idee, wäre da nicht das unglaublich miese, unwichtige und vollkommen hirnrissige Drehbuch, dass dem Film regelrecht das Genick bricht. Denn SMILEY ist einer dieser kleinen Horrorproduktionen, die Dank eines hübsch-ansprechenden Trailers mehr versprechen, als der Film selbst überhaupt zu bieten hat. So wirklich einordnen lässt sich MICHAEL J. GALLAGHERS aktuelle Regiearbeit nämlich nicht. Denn gänzlich der Erwartungen der Fan-Base handelt es sich bei SMILEY um keinen traditionellen Teenie-Slasher, wie man es vermutlich nach Sichtung des Trailers erwarten dürfte. Vielmehr beschäftigt sich Gallagher mit dem Phänomen „Internet“, dessen Verbreitungs- und Manipulationsmöglichkeiten und dem Tabuthema des „Cyber-Mobbings“, dessen Auswirkungen meist katastrophale Auswirkungen für die Betroffenen zur Folge hat. Hierbei jongliert der Nachwuchsregisseur derart engstirnig mit der kontroversen Thematik, dass er gänzlich den Bezug zum eigenen Film zu verlieren scheint und vollkommen vergisst, dass er eigentlich einen Horrorfilm erzählen möchte. Warum er letztendlich ein derart brisantes Thema überhaupt mit einem Genre-Film verbindet vermag Regisseur MICHAEL J. GALLAGHER vermutlich selbst nur allein zu beantworten wissen, denn SMILEY kocht derart Erklärungs- und Interpretationsansätze auf Sparflamme. Filmfreunde, die hier einen bluttriefenden Slasher-Flick erwarten, dürften bedingungslos enttäuscht werden, denn von derben Morden ist (abgesehen zu Beginn und kurz gegen Ende) weit und breit keine Spur. Stattdessen konzentriert sich die Geschichte einzig und allein auf die labile Ashley, die in regelmäßigen Abständen das mysteriösen Internet-Phantom zu Gesicht bekommt, davon läuft und allmählich den Versand zu verlieren scheint, zumal ihr niemand Glauben schenken und ihr bei dem Kampf gegen den Killer beistehen möchte.
 
Dabei beginnt dieser Horror-Schnell-Schluss eigentlich recht vielversprechend. Die Einführungssequenz beweist Talent sowie handwerkliches Geschick und der obligatorische Intro-Mord sitzt mit all seinen vorhersehbaren Schocks deftig. Auch der ominöse Killer, der in seiner Darstellung eher Übernatürliches vermuten lässt, weiß mit seiner grotesken Maske zu überzeugen. Doch statt auf konventionellen Wege altbekannte Regeln und Klischees abzuhaken verliert sich SMILEY in purer Langeweile. Der gesamte Film hat damit zu kämpfen, überhaupt irgendeine halbwegs vernünftige Geschichte zu erzählen. Dabei darf der Zuschauer der jungen Ashley beiwohnen, wie sie verwirrt und planlos von einem Setting zum nächsten irrt. Die junge Protagonistin kämpft sich durch das stressigen Uni-Leben, vergnügt sich mit einem seltsamen Außenseiter und sitzt verzweifelt auf der Polizeiwache, um die Beamten von der Existenz eines Internet-Killers zu überzeugen. Wirklich spannend wird es zu keiner Zeit, ganz Geschweige davon, dass der maskierte Mörder überhaupt erwartungsgemäß zur Tat schreitet.
 
Bis kurz vor Ende bleibt ungewiss, ob der Killer real oder fiktiv ist, wobei der unerwartete Story-Twist einmal mehr beweist, wie armselig so mancher Drehbuchschreiber um sein Überleben pinseln muss, um seine unlogischen Drehbücher an den Mann bringen zu können. Die letztendliche Auflösung der Geschichte gestaltet sich derart hanebüchen und aufdringlich konstruiert, dass man sich als hungriger Horrorfilmfreund schon irgendwie hintergangen fühlt und am liebsten das Geld für das Kinoticket zurück erstreiten möchte. Mit seinen gerade einmal 24 Jahren hat Regisseur MICHAEL J. GALLAGHER einen wahrhaft souverän gedrehten Film abgeliefert – zumindest was technische Belange betrifft. Inhaltlich ist SMILEY null die Bohne wert, denn selten hat man einen Film gesehen, der soviel Potenzial verschenkt hat. Der Killer ist Bombe, dessen Maske wahrlich unheimliche und die Tatsache, dass er aus dem Internet heraus auf unnatürlichem (?) Wege seinen Blutdurst stillt, eigentlich überaus spannend. Das Endergebnis ist eine einzige Enttäuschung. Keiner der guten Ansätze wurde überhaupt genutzt und so bleibt ein überaus unwichtiger und gehaltloser Film, der absolut unspannend vor sich her plätschert und dessen durchaus konstruiert wirkendes Ende diesen bedeutungslosen Film auch nicht mehr über den Durchschnitt rettet.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Selten hat man einen Film gesehen, der trotz guter Voraussetzungen sein gesamtes Potenzial verschenkt hat. SMILEY ist trotz gutem Killer-Design ein arg öder Gruselstreifen, der des reißerischen Covers/Trailers wegen vollkommen falsche Erwartungen weckt.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Zensur

 
 
 
Aufgrund kaum vorhandener Morde ist die deutsche Fassung ungeschnitten mit FSK16 durch die Prüfstelle gekommen. Demnach kann der Horrorfan beruhigt zugreifen. Für eine Freigabe musste nämlich an SMILEY nicht geschnippelt werden.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
SMILEY Blu-ray

(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Smiley; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Deleted Scenes, Gag Reel, Trailer

Release-Termin: 25.02.2014

 
 
 

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Smiley – Trailer

 
 
 


 
 
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