Filmreview: „Comedown“ (2012)

COMEDOWN-Poster
 
 
 

COMEDOWN

Story

 
 
 
Sechs Freunde aus einem Londoner Problemviertel wollen sich ein paar Pfund dazu verdienen. Ihre Aufgabe besteht darin, eine Sender-Antenne für einen geheimen Piratensender im obersten Stockwerk eines verlassenen Hochhauses anzubringen. Keine unüberwindbare Herausforderung für die taffen Ghetto-Kids, handelt es sich doch um ein Gebäude, was ihnen durchaus vertraut ist und in dem sie als Kinder gelebt hatten. Lloyd (Jacob Anderson), gerade frisch verliebt, scheint den Auftrag nur zögernd annehmen zu wollen. Verständlich, wurde er soeben aus dem Gefängnis entlassen und möchte mit Freundin Jemma (Sophie Stuckey) einen neuen Lebensabschnitt bestreiten. Doch die Freunde können ihn überreden und so machen sich die Teens an die Arbeit, das verlassene Gebäude zu erkunden. Anfänglich guter Dinge, bemerken sie alsbald, dass in irgendeinem der Stockwerke ein mysteriöser Killer haust, der so rein gar nicht erfreut über den unangemeldeten Besuch ist! …
 
 
 


 
 
 

COMEDOWN – Kritik

 
 
 
Kids, Bedrohung, Ghetto und Horror? So gänzlich unbekannt scheint derart Kombination dem Horrorfan nicht zu sein, denn bereits im Jahre 2011 haben übermütige, sozial benachteiligte Teenager im Thriller ATTACK THE BLOCK versucht, gegen eine Bedrohung aus dem All anzukämpfen – natürlich mit Erfolg. Der erheiternde Mix aus Comedy und Sci-Fi-Horror avancierte rasch zum Publikumsliebling des 26. Fantasy Filmfest´s und stieß bei hiesigen Horrorfilms auf allgemeine Zustimmung. Der nun vorliegende COMEDOWN thematisiert einen ähnlichen kontroversen Brennpunkt und verfrachtet eine handvoll Ghetto-Kids in einen leerstehenden Wohnblock, in dem sie alsbald auf einen irren Psychopathen stoßen, der sich in seiner kuscheligen Behausung ersichtlich gestört in seiner Ruhe fühlt. Anders als im benannten ATTACK THE BLOCK gestaltet sich die hier zugrundeliegende Geschichte, weniger komödiantisch und schlägt durchweg ernstere und vor allem düstere Töne an. Zu lachen haben die hier unwissenden Teenager leider nichts, denn nachdem sie das leerstehende Gemäuer erkundet und sich dem Drogenrausch hingegeben haben, sehen sie sich mit einem reichlich gestörten Unbekannten konfrontiert, dessen Intentionen jedoch erst am Ende des Films gelüftet werden. Regisseur MENHAJ HUDA mag vermutlich eine Leidenschaft für Filme im Ghetto-Milieu zu pflegen, denn bereits seine beiden zuvor abgedrehten Filme ADULTHOOD und KIDULTHOOD bebilderten ein ähnliches, soziales Umfeld, nur mit dem Unterschied, dass es sich bei seinen Vorwerken um keine Horrorfilme handelt, sondern um eher diskussionswürdige Dramen.
 
COMEDOWN ist ein waschechter und vor allem kompromissloser Slasher, wie man ihn aktuell leider zu oft zu Gesicht bekommt. Es gibt unterbelichtete Kids, die sich einmal mehr, weder um Logik scheren und stattdessen die unglaublichsten Dinge veranstalten, um sich letztendlich doch im Netz des Killers zu verfangen, der sie wiederum für ihre unduldbare Dummheit über die Klinge springen lässt. Warum Drehbuchschreiber nicht endlich einmal damit beginnen, ihren ohnehin gesichtslosen Protagonisten halbwegs anständig Gribs in die Birne zu pflanzen, verstehe wer will. Warum muss ein Slasher im Jahre 2013 stattdessen immer wieder von den gleichen Klischees zerren, die man bereits seit Bestehen dieses Sub-Genres bis zum Erbrechen ausgereizt und unzählbar wiederholt hat? Warum können die Opfer in diesen Filme nicht halbwegs vernünftig agieren und warum dürfen die Charaktere nicht auch einmal damit beginnen logisch zu denken, bevor sie unfreiwillig komisch entscheiden? Immerhin sorgt Regisseur MENHAJ HUDA für ansprechendes Ambiente, dass es zumindest trefflich versteht, den durchaus bösen Gegebenheiten entsprechend bedrohliche Atmosphäre einzuhauchen. Düster ist es in COMEDOWN allemal. So düster, dass der Zuschauer oftmals rein gar nicht erkennen kann, was die Kids und der sagenumwobene Killer da eigentlich auf der heimischen Mattscheibe veranstalten. Das muss er eigentlich auch gar nicht, reduzieren sich die Geschehnisse einzig und allein auf lautes Schreien, hektisches Davonlaufen, ergebnisloses Suchen und bedeutungsloses Winseln – ganz so, wie es eben in einem 08/15-Teenie-Slasher seit jeher gehandhabt wird.
 
Trotzdem; im Unterschied zu den typischen Vertretern aus Übersee lässt sich in COMEDOWN, trotz aller stereotypischen Verhaltensmustern und allseits bekannter Szenen-Abfolgen, zumindest hin und wieder so etwas wie Spannung und Stimmung verzeichnen. Spätestens dann, wenn sich die Teens mit dem Killer konfrontiert sehen und versuchen müssen ihrem Tod zu entkommen, präsentiert der austauschbare Slasher seine wahren Stärken. Und die sind eben im halbwegs sadistischen Abhandeln der obligatorischen Greulszenen zu suchen. Ja, die perfiden und sadistischen Todesarten in COMEDOWN haben es in sich. Sie punkten mit einer derart schonungslosen Zeigefreudigkeit, dass hier natürlich die hiesige FSK bei der ersten Prüfung keinen Spaß verstand und COMEDOWN erst im zweiten Anlauf ungeschnitten freigab. Wie in Filmen dieser Art typisch, greift der Killer auf ein umfangreiches Arsenal an allerlei Folterwerkzeug zurück, um die Kids möglichst kreativ ins Jenseits meucheln zu können. Allen voran, sei eine formschöne Nagelpistole genannt, deren Einsatz sich womöglich aktuell in vielen Filmen der letzten Dekaden großer Beliebtheit erfreut hat. Dennoch machen ja bekanntlich viele bösartige Hinrichtungen, noch lange keinen wirklich sehenswerten Film aus. Auch wenn einige der Schock-Effekte im Film allzu zartbesaitete Filmzuschauer deftig zusammenzucken lassen dürften, lässt sich dennoch nicht leugnen, dass COMEDOWN ein Horrorfilm unter vielen ist, der mit seinen unsympathischen Figuren und der unüberschaubaren Fülle an Déjà-vu-Momenten es zu keinem Moment schafft, dem gebeutelten Slasher ansatzweise frischen Wind einzuverleiben. Somit ist COMEDOWN leider nur einer dieser vielen Filme, deren Sichtung einzig und allein Fans zu raten ist, die eine Vorliebe für kompromissloses 80er Jahre Slasher-Kino besitzen. Wer sich angenehm gruseln mag, ist hier leider an der falschen Adresse, denn hier gibt es vorwiegend grobe Hausmannskost von der Stange zu bewundern!
 
 
 


 
 
 

COMEDOWN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SAW & ATTACK THE BLOCK meet HALLOWEEN!
Düsteres Slasher-Kino mit arg sadistischem Metzel-Szenen, dennoch altbekannter Story und nur wenig erfrischenden Ideen. Leider nur Dutzendware!
 
 
 


 
 
 

COMEDOWN – Zensur

 
 
 
Der Film hat es im zweiten Anlauf durch die FSK geschafft. Während das hiesige Zensur-Kremium COMEDOWN bei der ersten Prüfung nicht ungekürzt freigeben wollte, ist dann doch noch alles gut geworden. CAPELIGHT legte den Film ein weiteres Mal vor und er COMEDOWN bekam in seiner ungeschnittenen Form von der FSK den KEINE JUGENDFREIGABE-Stempel!
 
 
 


 
 
 

COMEDOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Comedown-Blu-ray-Cover
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Comedown; Großbritannien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1 + Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Englisch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: KJ (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: – Trailer beim einlegen der Disc und im Menü: Chained (01:31 Min.), 22 Ways to Die (01:11 Min.), Making Of (22:55 Min.), Interviews: Manhaj Huda (Regie) (08:07 Min.), Jacob Anderson (Lloyd) (08:41 Min.), Adam Deacon (Jason) (05:41 Min.), Jessica Barden (Kelly) (04:59 Min.), Kinotrailer (01:35 Min.), Trailershow: The Woman (01:13 Min.), Der blutige Pfad Gottes (02:07 Min.)

 
 
 
Wenn man Blu-rays von CAPELIGHT erwirbt kann man eigentlich immer davon ausgehen, Qualität in den Händen zu halten. Auch wenn es sich bei COMEDOWN um einen beliebigen Slasher handelt und der Schocker dem Label nicht derart am Herzen gelegen haben muss, dass er im schicken Media- oder Steelbook veröffentlicht wurde, so will man nicht meckern was einem hier dennoch geboten wird. Den Anfangen machen zwei Trailer (CHAINED, THE ABC´S OF DEATH), die nach dem Einlegen automatisch starten. Dann geht’s geradezu in ein ganz hübsch animiertes Menü, das neben dem Hauptfilm auch einige Extras bereithält. Der Bonusbereich gestaltet sich zwar sehr übersichtlich; das Gebotene reicht aber für einen Film wie COMEDOWN vollkommen aus. Herzstück ist das 22-minütige Making of indem Schauspieler und Macher zu Wort kommen. Zudem wird das Feature mit diversen Interviews ergänzt, die einen interessanten Einblick in die Produktion bieten. Der Extra-Sektor wird mit dem Trailer zum Hauptfilm und vier Filmtipps abgerundet. Bild und Ton befinden sich auf einem sehr ansprechenden Niveau – wobei das Bild hin und wieder etwas arg dunkel scheint, so dass sich kaum etwas erkennen lässt. Das ist aber kein technisches Defizit der Blu-ray sondern vermutlich vom Regisseur so gewollt. Bleibt zu erwähnen, dass für Hauptfilm und Bonus an deutsche Untertitel gedacht wurde, die Scheibe in einer schwarzen Amaray daherkommt und sogar ein Wechselcover besitzt. So muss eine Blu-ray-Veröffentlichung aussehen.
 
 

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COMEDOWN – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „Girls against Boys“ (2012)

girls against boys
 
 
 

Girls against Boys

Story

 
 
 

Manche Frauen haben einfach nur Pech im Leben, so auch die junge Shea (Danielle Panabaker), die sich scheinbar immer in die falschen Männer verliebt. Nachdem sie von ihrem Partner verlassen wurde, weil dieser verheißungsvolle Zukunftspläne zusammen mit seiner Frau schmiedet, ist Shea am Boden zerstört und vertraut sich ihrer Arbeitskollegin Lu (Nicole LaLiberte) an. Kurzum flüchten die beiden auf eine angesagte Party, um sich den Frust von der Seele zu tanzen. Doch der nächste Morgen offenbart Tragisches, denn auf ihrem Heimweg wird Shea von einer flüchtigen Party-Bekanntschaft skrupellos vergewaltigt. Vollkommen verstört schleppt sich das junge Mädchen zusammen mit ihrer neuen besten Freundin Lu in eine der nächsten Polizeistationen, wo das missbrauchte Opfer jedoch auf wenig tröstende Worte stößt, als vielmehr Spott und Hohn erntet. Da beschließen die beiden Frauen, dass Gesetz selbst in die Hände zu nehmen und den Peiniger auf grausame Art und Weise zu bestrafen …
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Kritik

 
 
 
Um Gottes willen, was war denn das? Horror, Satire, Thriller oder gar gesellschaftskritisches Selbstfindungs-Drama? So wirklich einordnen lässt sich „Girls against Boys“ nämlich nicht wirklich, auch wenn der notdürftig zusammengeschusterte Plot einmal mehr expolitationhaftes Revenge-Kino der Extra-Klasse suggeriert. Zwar werden hier diverse Filmzutaten aus unterschiedlichen Genres katastrophal wirr miteinander verknüpft, dennoch kann man trotzdem nicht behaupten, dass das vorliegende Rache-Filmchen dadurch schlechter ist, als manch klassischer Rape-and-Revenge-Thriller, der sich vordergründig mit zeigefreudigem Rache-Gekröse beschäftigt. Der Film wird hierbei aus der Sicht der leidenden und durchaus naiv handelnden Shea geschildert, die erkennen muss, dass man in einer egoistischen und selbstsüchtigen Welt wie der Unseren, doch besser einen dicken Schutzwall um das eigene Seelenheil zimmert, damit man nicht derart schnell verletzt und enttäuscht werden kann, wie der Film zu Beginn erschreckend dokumentiert. Durch prägende Schicksalsschläge, welche sie im Verlauf des Filmes über sich ergehen lassen muss, wächst sie letztendlich über sich selbst hinaus und wird zur skrupellosen Rächerin, die sich von Nichts und Niemanden aufhalten lässt. Dabei dient ihr die geheimnisvolle Lu als erfahrene Lehrerin, die bereits schon früh gelernt haben muss, jedem Mann mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüberzutreten. Ihr Charakter wird durch unnahbare, unterkühlte und emotionslose Gestiken bebildert, welche vermuten lassen, dass Lu ebenso einschneidende Erfahrungen mit Männern erlebt und nun einen unstillbaren Hass gegenüber dem starken Geschlecht geschürt haben muss. Dennoch bleibt ihr Schicksal gänzlich ungeklärt, was ihre Rolle durchaus einige interessante Facetten verleiht, dennoch gleichzeitig diverse Fragen in den Raum wirft. Woher ihr Zorn und ihre Verachtung rührt, hinterfragt „Girls against Boys“ leider nicht, sodass man als Zuschauer meinen könnte, dass Lu aus reinem Genuss am Foltern, Männer skrupellos über den Jordan meuchelt.
 
Trotz eigentlich kontroverser Botschaft, reduziert sich die dramenlastige Inszenierung und das Martyrium Sheas leider nur auf den Beginn der Geschichte. Wie so oft in klassischen Rape-and-Revenge-Filmen, werden die Gegebenheiten einmal mehr auf die Spitze getrieben. Auch „Girls against Boys“ macht da keine Ausnahme. Das Opfer Shea wird schön sadistisch durch die emotionale Hölle gejagt, sodass die Frau jegliche Selbstachtung vor ihrer eignen Person verliert, damit letztendlich der Racheakt eingeleitet werden kann und die „(Folter)Spiele“ beginnen dürfen. Der gierige Horrorfilmfreund dürfte sich hierbei natürlich gierig die Hände reiben, zumal „Girls against Boys“ hier durchaus Zündstoff bietet, ein angemessenes Gorefest zu zelebrieren. Wer jedoch hier auf zeigegeiles Foltergekröse hofft, dürfte gänzlich enttäuscht werden, denn Regisseur hält sich bei der blutigen Zurschaustellung obligatorischer Gemeinheiten dezent zurück, was in diesem Falle natürlich nicht negativ gewertet werden soll. Die Kamera ist zwar auch in den „bösen“ Szenen immer aktiv am Geschehen beteiligt, hält die Linse aber hierbei immer auf die Gesichter der beiden Rächenden, die mit Sägen und Macheten schonungslos zur Tat schreiten und ihren Peinigern Löcher durch Genitalien jagen oder die Gliedmaßen von den Körpern ihrer Opfer trennen. Zwar wirken diese Szenen schonungslos hart, dennoch weiß ein unbeschwerter Sarkasmus die ansprechenden Folterszenen zu begleiten, sodass einige Gewaltakte dadurch bereits wieder weniger hart wirken. Überhaupt durchzieht die gesamte Szenarie ein merklich befremdlicher Unterton. Da laufen Popsongs im Hintergrund, die von der Schönheit des Verliebtseins berichten und davon erzählen, wie stark die Liebe von Mann zu Frau sein kann – das alles natürlich in einem Kontext, der das ganze Gegenteil symbolisiert. Auch die grotesken Wortgefechte zwischen den beiden Mädchen wirken während ihren sadistischen Racheakten durchaus erheiternd, was den Film durchaus aufzuwerten weiß und ein wenig abhebt von üblicher Revenge-Kost.
 
Dennoch, auch wenn „Girls against Boys“ am Ende doch etwas anders sein will, als die üblichen Konsorten seines Sub-Genres, so schafft es Regisseur „Austin Chick“ letztendlich dennoch nicht, seinen recht fiesen und vor allem überraschend wortkargen Schocker vor groben Schnitzern zu bewahren. Die stereotype Betrachtungsweise von Mann und Frau wirkt hier mitunter sehr eindimensional. Der Mann wird, wie so oft, als triebgesteuerter Primat skizziert, der wie so oft die Frau allein nur als Begattungsmaschine betrachtet. Die Frau wiederum wird natürlich einmal mehr als primitives Dummchen beschrieben, die zwar mit ihren Reizen zu provozieren weiß, dennoch am Ende immer das Nachsehen trägt, egal in welcher Hinsicht. Eine wirklich ernstzunehmende Auseinandersetzung mit den Geschlechterverhältnissen findet hier natürlich keineswegs statt, zumal die Sicht einzig aus der Perspektive der Frau geschildert wird. Auch verliert der eigentlich kontroverse Charakter des Films spätestens mit der Einleitung des Racheakts jegliche Glaubwürdigkeit. Shea und Lu hinterfragen ihre Schandtaten natürlich zu keiner Minute und werden natürlich weder von Polizei verfolgt, noch von sonst irgendjemanden in die Schranken gewiesen. Zudem fragt man sich als Zuschauer ohnehin, warum die missbrauchte Shea auch Tage nach ihrem körperlichen Mißbrauch immer noch mit Highheels und Minirock durch die dunklen Gassen der Großstadt stolziert.
 
Austin Chick“ ist mit seinem „Girls against Boys“ ein recht passabler Thriller geglückt, der schon irgendwie ein wenig abgefahren wirkt. Leider scheint der ziemlich erschütternde und bierernste Beginn nicht so wirklich zum vollkommen durchgeknallten und zynisch-dialogisierten zweiten Teil der Geschichte zu passen. Teilweise mag man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, als hätte Regisseur „Austin Chick“ zu Beginn selbst nicht wirklich gewusst, in welche Richtung denn nun sein „Geschlechterkampf“ abzielen sollte. Trotz der wenigen psychologisch ansprechenden Ansätze wirkt sein Film irgendwie substanzlos und eine wirklich plausible Aussage mag der Film auch nicht so recht treffen wollen. Trotzdem, auch wenn es das rabenschwarze „Thelma und Louise“-Plagiat nur selten schafft, sich auf ernsthafter Basis mit gesellschaftskritischen Themen auseinanderzusetzen, kann man Chick nicht vorwerfen einen miesen und überflüssigen Film gedreht zu haben. „Girls against Boys“ wird seine Liebhaber finden, da sind wir uns sicher, immerhin wissen die wenigen Racheakte mit einer ziemlich kompromiss- und schonungslosen Darbietung zu überzeugen. Somit dürfte „Girls against Boys“ gerade für all die Horrorfilmfans interessant sein, die bisher noch immer nicht genug von missbrauchten Frauen haben, die sich schön selbstzweckhaft und grafisch ansprechend an ihren Peinigern zu rächen wissen!
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Man sollte nie die Rache einer Frau unterschätzen – Bitterböser Geschlechterkampf mit einigen ziemlich markerschütternden Szenen.
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung dürfte ungeschnitten eine „Keine Jugendfreigabe“-Einstufung erhalten.
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „The ABC´s of Death“ (2012)

The ABCs of Death
 
 
 

The ABC´s of Death

Story

 
 
 
26 Todesarten und 26 Horror-Kurzgeschichten. Unter dem Slogan „The ABC´s of Death“ schildern 26 verschiedene Regisseure ihre ganz eigene Betrachtungsweise zum Thema Tod. Unter den anwesenden Filmemachern haben sich eine stattliche Anzahl bekannter Genre-Größen versammelt, die in der Horrorfilmszene nicht unbekannt sind:
Nacho Vigalondo“ („Timecrimes„), „Xavier Gens“ („Frontier(s)„) „Adam Wingard“ und „Simon Barrett“ („V / H / S „), „Jason Eisener“ (“ Hobo with a Shotgun „), „Ti West“ („The Innkeepers„) und „Ben Wheatley“ (“ Kill List „).
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Kritik

 
 
 
Wenn sich 26 talentierte Köche zusammentun, um an einer Suppe köcheln, so kann man laut Erfahrung oftmals davon ausgehen, dass am Ende eine ziemlich versemmelte Soße bei rauskommen dürfte. Denkste, dachten sich 26 Regisseure und begannen an einem abendfüllenden Spielfilm zu tüfteln, der die Filmwelt vom Gegenteil überzeugen sollte. Unter dem Banner „The ABC´s of Death“ bekamen 25 von Ihnen die Aufgabe mit ca. 5000 US Dollar, einen etwas 10-minütigen Filmbeitrag zu kreieren, der sich mit einer möglichst perfiden Art des Sterbens beschäftigen sollte.
Damit nicht nur alteingesessene Filmhasen die Chance ergreifen konnten, ihr künstlerischen Visionen auf die große Leinwand zu transferieren, wurden auch potenzielle Hobby- und Nachwuchsregisseure dazu aufgefordert, ihr kreatives Schaffen der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Kurzum wurde ein Youtube-Wettbewerb ins Leben gerufen, der diverse unbekannte Filmemacher dazu bewegte, eigene Kurzfilme zu drehen und sich mit selbigen für den noch fehlenden 26. Beitrag zu bewerben. Eine rege Teilnahme erfolgte, wobei sich der Brite „Lee Hardcastle“ mit seiner skurrilen Tonfiguren-Animation direkt in die Herzen der Jurymitglieder „kneten“ und sich auf diesem Wege den Buchstaben „T“ ergattern konnte.
 
Nach der Weltpremiere beim internationalen Filmfestival in Toronto wurde „The ABC´s of Death“ mit teilweise gemischten Gefühlen aufgenommen. „…Zu viele Filme, zu wenig qualitativ wertvolle Beiträge…“ ließen Kritiker verlauten und in der Tat, ein marginaler Teil der Gesamtwerks beinhaltet durchaus durchwachsene und gewöhnungsbedürftige Kost. Hierbei wären vor allem einige durchweg geschmacklose Beiträge zu nennen, die sich mit äußerst kontroversen Themen beschäftigen und sie zugleich in einen durchweg bizarre Background verfrachten. Einer dieser Beiträge ist „Ti West´s“ („House of the Devil„) „M is for Miscarriage„, in welchem eine Frau versucht ihre Fehlgeburt zu beseitigen.
West, der sich zuletzt mit zwei äußerst gelungen Spielfilmen als unkonventioneller Filmemacher behaupten konnte, hat sich mit seinem ziemlich lust- und geschmacklosen Beitrag keinen wirklichen Gefallen getan. Seine Erzählung wirkt durchweg uninspiriert, überflüssig und unwichtig, sodass man als Fan des Ausnahme-Regisseurs rein gar nicht glauben möchte, dass „West“ derart Nonsens für ein so ambitioniertes Werk, wie „The ABC´s of Death“ beigesteuert haben soll.
 
Doch nicht nur „Ti West“ allein, war der Aufgabe nicht annähernd gewachsen einen halbwegs einfallsreichen Kurzfilm zum Thema Tod beizusteuern, auch der Brite „Jason Eisener“ („Hobo with a Shotgun„) wusste mit dem ihm zugeteilten Buchstaben nichts wirklich Kreatives anzufangen. Sein Kurzfilm über einen in die Jahre gekommenen Hausmeister, der eine etwas abartige Vorliebe für die heranwachsenden Knaben einer Grundschule besitzt und mit Genuß deren Schweiß von den Sportbänken der Turnhalle schleckt und deshalb „bestraft“ wird, wirkt derb daneben und bereichert diesen Anthologie-Streifen in keinster Weise. Trotzdem, auch wenn sich in „The ABC´s of Death“ einige ziemlich misslungene Querschläger eingeschlichen haben, so sollte diese Kurzfilm-Parade von keinem Horrorfilm-Fan unbeachtet bleiben, der sich auch für Werke jenseits des Mainstreams interessiert. Die Produzenten „Tim League“ und „Ant Timpson“ haben mit ihrem „The ABC´s of Death“ ein kreativ ansprechendes Werk geschaffen, dass überwältigt und in derart umfangreichen Form seinesgleichen suchen dürfte. Ob zynisch-makaber, blutgierig-widerwärtig oder kunstvoll-experimentierfreudig; die Vielfalt der verschiedenen Segmente machen diesen außergewöhnlichen Anthologie-Streifen unglaublich abwechslungsreich und heben den Film weit über den Durchschnitt. Vor allem die unterschiedlichen Stile, mit welchen die diversen Regisseuren ihre kleinen Geschichten bereichern, sind nicht zu verkennen. Viele derer, haben das brillante Konzept zu ihrem Vorteil genutzt und kleine, kunstvolle Meisterwerke geschaffen, die es sogar schaffen, so etwas wie Anspruch in das ohnehin gebeutelte Horror-Genre zu bringen. Allen voran „Marcel Sarmiento“ („Deadgirl“), der mit seinem „D is for Dogfight“ einen unglaublich grandios gefilmten Schaukampf präsentiert, in dem sich Hund und Mensch gegenseitig in den Tod duellieren. Der, in Slow Motion abgedrehte Augenschmaus wirkt unverkennbar stimmig und derart klug ausgetüftelt, dass man diesem Segment fast schon Arthouse-lastige Züge zusprechen möchte und den Shorty zugleich auch als besten Filmbeitrag der gesamten Sammlung bezeichnen darf.
 
 
 
Wer als Horrorfilm-Freund die Nase voll hat, sich ständig mit dem immer wiederkehrenden Stereotypen und vorhersehbaren Klischees in Horrorfilmen umherschlagen zu müssen, sollte definitiv eine Auge auf den kommenden Kurzfilm-Kracher „The ABC´s of Death“ werfen. Hier schreiten zur Abwechslung einmal keine Kannibalen, Serienkiller, Geister oder Vampire schaufreudig zur Tat, sondern hier beschäftigen sich 26 ziemlich abwechslungsreiche Kurzfilme mit 26 perfiden Arten das Zeitliche zu segnen. „The ABC´s of Death“ schafft es gänzlich jeden Geschmack zu befriedigen. Aufgrund des enormen abwechslungsreichen Inszenierung dürfte hier jeder Filmfreund zumindest ein Episode finden, die seinem Geschmack perfekt zu unterstreichen weiß.
Der Gorehound bekommt mit „Xavier Gens“ („Frontier(s)„) „X for XXL“ ein derbes Splatter-Brett vor den Kopf gestoßen und auch Freunde überdreht asiatischer Skurrilitäten dürfen einmal mehr erkennen, dass die Asiaten in Bezug auf Horror und Gewalt einen vollkommen gewöhnungsbedürftigen Humor besitzen, welcher auf uns Europäern ziemlich grotesk und weltfremd wirkt. Gerade aufgrund der Vielfältigkeit der einzelnen Beiträge, sollte der Filmfreund im Laufe der zweistündigen Filmlaufzeit einige Pausen einlegen, um Gesehenes zu verarbeiten. Gerade weil die einzelnen Episoden nahtlos aneinander knüpfen und keine Rahmenhandlung existiert, die die Geschichten miteinander verbindet, dürfte dieses Kurgeschichten-Lexikon am Stück schwer zu verdauen sein. Trotzdem, die bemerkenswert internationale Vielfalt der einzelnen Beiträge beweist, dass guter Horror nicht zwangsläufig aus Amerika kommen muss, sondern eine weltweite Sprache spricht. Die Regisseure der einzelnen Geschichten stammen aus aller Herren Länder und ihre Stile bereichern das brillantes Konzept hinter „The ABC´s of Death“ ungemein. Idealerweise sollte man dieses Experiment vollkommen uneingenommen goutieren und auf sich wirken lassen – denn verdient hat es „The ABC´s of Death“ definitiv gesehen zu werden!
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
Skurril, makaber, einzigartig und uneingeschränkt sehenswert!
Eine Horrorfilmsammlung, welche man in dieser Form bisher noch nie gesehen hat.
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Zensur

 
 
 
Da es in „The ABC´s of Death“ teilweise arg rabiat zur Sache geht („X is for XXL„) und vor allem die Episode „L for Libido“ mit dem  Thema „Pädophilie“ nicht gerade zimperlich umgeht, könnte es bei der FSK-Prüfung durchaus Probleme geben. Man kann nur hoffen, dass sich die FSK gnädig stimmen lässt und sich bei diesem sehenswerten Beitrag für den „Keine Jugenfreigabe„-Stempel entscheidet, ohne dafür Schnitte zu verlangen!
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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