FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Carmen Argenziano

Filmkritik: „The Institute“ (2017)

the-institute-2017-poster
 
 
 

THE INSTITUTE

Story

 
 
 

Baltimore im 19. Jahrhundert: In einer Anstalt geht der Teufel um. Hier führt Dr. Cairn (James Franco) unethische Experimente an seinen Patienten durch, die im Keller des Rosewood Institut vielen Insassen den Tod kosten.

 
 
 


 
 
 

THE INSTITUTE – Kritik

 
 
 
ANGELINA JOLIE tut es, KEVIN COSTNER hat Spaß daran und MEL GIBSON ist darin nicht untalentiert. Wenn Schauspieler nach neuen Herausforderungen suchen, ist es mittlerweile keine Seltenheit mehr, dass sie sich zur Abwechslung gern mal hinter der Kamera austoben. Auch Tausendsassa JAMES FRANCO ist so ein Kandidat, der sich seit Jahren als Allroundtalent ausprobiert. Der ist nicht nur als Schauspieler unterwegs, sondern führt immer öfter Regie und produziert so ziemlich fleißig. Mit THE INSTITUTE zeigt er einmal mehr, das man auch mehrere Zügel in der Hand halten kann. Darin ist der extrovertierte Amerikaner nicht nur als Schauspieler unterwegs, sondern hat ebenso Regie geführt und als Geldgeber fungiert. Entstanden ist ein düsterer Psychothriller vor historischer Kulisse, der trotz JAMES FRANCO an Bord nicht die Ausnahmequalitäten besitzt, die man vom Multitalent eigentlich erwartet hätte. Letzterer spielt zwar mit, scheint aber reichlich gelangweilt gewesen zu sein. Von dessen gewohnt schauspielerischen Qualitäten ist kaum etwas zu verzeichnen. Wohlmöglich hat er bereits zu Beginn der Dreharbeiten geahnt, dass THE INSTITUTE kein guter Film werden wird.
 
 
the-institute-2017-bild-2
 
 
Ein finsterer Anstalts-Krimi, der im Amerika des letzten Jahrhunderts spielt. Darin lässt sich die gutbetuchte Isabel Porter (ALLIE GALLERIN) nach dem Tod ihrer Eltern vom Bruder in eine Nervenheilanstalt einliefern. Die junge Frau hat Schuldgefühle entwickelt und fühlt sich wegen ihrer Trauer nicht mehr im Leben sicher. Weil ihr im Rosewood Institut die Sorgen genommen werden sollen, begibt sie sich freiwillig in die Obhut von Dr. Cairn (James Franco). Leider ist der Arzt alles andere als um die Gesundheit seiner Patienten bemüht. Dieser nimmt fragwürdige Heilungsmethoden vor und verursacht dadurch bewusst den Tod seiner ahnungslosen Insassen. Auch Isabel macht bald mit der Skrupellosigkeit des ominösen Psychiaters Bekanntschaft. Der beginnt die verunsicherte Frau zu manipulieren und verpasst ihr eine Gehirnwäsche. Was aber niemand ahnt: Im Keller der Psychiatrie passieren weit schlimmere Dinge. Dort werden groteske Rituale und Opfer-Zeremonien durchgeführt, die auch bald der verängstigten Isabel Porter zum Verhängnis werden.
 
 
the-institute-2017-bild-1
 
 
Es gibt wohl kaum eine Szenerie, die besser für einen Horrorthriller geeignet wäre, als eine schlecht ausgeleuchtete Psychiatrie im 19. Jahrhundert. Diesmal wandeln aber nicht rastlos Geister durch Gänge, weil ihnen zu Lebzeiten schreckliche Dinge angetan wurden. In THE INSTITUTE ist es der Mensch selbst, der hinter dem Schleier der Medizin lieber skrupellos Menschenleben auslöscht, statt zu helfen. So werden hier junge Frauen durch fragwürdige Methoden in einen Zustand verwandelt, der sie in willenlose Sklaven umfunktioniert. Ganz zur Bespaßung einer gutbetuchten Elite, die sich regelmäßig in den Hallen der Anstalt trifft, um darin fragwürdigen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen. Was sich hier liest, wie eine Vorgeschichte zum Folterfilm HOSTEL beruht übrigens auf wahren Begebenheiten. So gibt es diese ominöse Einrichtung im amerikanischen Maryland wirklich. Mittlerweile wurde das berüchtigte ROSEWOOD CENTER aber geschlossen. Trotzdem wissen nur die wenigsten, was sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts dort abgespielt haben soll. Wohlhabende Familien aus der Gegend sorgten seinerzeit für einen Skandal. Die haben Klinikpatientinnen adoptiert, waren aber nicht an deren Wohl interessiert. Statt sie als vollwertiges Mitglied in die Familie aufzunehmen, wurden sie sexuell missbraucht, zur Prostitution gezwungen oder als Sklavinnen umfunktioniert. Ein bitteres Kapitel in der amerikanischen Geschichte, welches in THE INSTITUTE aber zu keinem Zeitpunkt die Ernsthaftigkeit erhält, die es wohl verdient hätte. Stattdessen gibt es haarsträubenden Sekten-Horror zu sehen, dessen Auflösung derart unglaubwürdig ist, dass man es gesehen haben muss, um es glauben zu können. Wer es demnach plausibel bevorzugt, sollte daher unbedingt Abstand halten, denn mit diesem Film hat sich der werte Herr Franco nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert. Ein enttäuschender Zeiträuber.
 
 


 
 
 

THE INSTITUTE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
HOSTEL im 19. Jahrhundert. THE INSTITUTE beruht auf tatsächlichen Vorfällen, die sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts in einer amerikanischen Nervenheilanstalt zugetragen haben sollen. Viel mit den wahren Hintergründen im sogenannten ROSEWOOD CENTER hat dieser Psychothriller nicht gemein. Stattdessen verkommt THE INSTITUTE zu stumpfsinniger Unterhaltung, die man nicht sonderlich ernst nehmen kann. Beinahe möge man meinen, hier eine Parodie zu sehen, denn die Handlung ist derart abstrus, dass man gar nicht glauben möchte, dass JAMES FRANCO verantwortlich zeichnet. Der macht nach THE ADERALL DIARIES und THE COLOR OF TIME das dritte Mal gemeinsame Sache mit Regisseurin PAMELA ROMANOWSKY und liefert einen düsteren Anstalts-Horror ab, der ausschließlich atmosphärisch überzeugen kann. Die Szenarie ist auf Unheil gebürstet und die bewusst schlechte Ausleuchtung tut ihr übriges. Eigentlich gute Voraussetzungen für einen sehenswerten Horrorthriller. Wenn da nur nicht das selten dämliche Drehbuch wäre, das weder Spannung, Glaubwürdigkeit oder Höhepunkte besitzt. Immerhin gibt es am Ende etwas Blut zu sehen, damit sich 90 Minuten Warterei zumindest für Hardcore-Allesseher gelohnt haben. Trotzdem gibt es weit bessere Möglichkeiten als anderthalb Stunden Lebenszeit mit Warten zu vergeuden.
 
 
 


 
 
 

THE INSTITUTE – Zensur

 
 
 
THE INSTITUTE hält sich hinsichtlich Schauwerten zurück. Erst gegen Ende gibt es einen kurzen Gewaltrausch-Rausch zu sehen. Da werden Kehlen durchgeschnitten, Menschen vergiftet und Messer während eines Rituals in Körper gerammt. Trotzdem dürfte der Film hierzulande problemlos den blauen FSK16-Flatschen erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE INSTITUTE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen liegen bei Momentum Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Raven – Prophet des Teufels (2012)
 
From Hell (2001)
 

Advertisements

Filmreview: „Das Grauen kommt um Zehn“ (1979)

when-a-stranger-calls-1979
 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN

WHEN A STRANGER CALLS

Story

 
 
 
Jill (Karol Kane) verdingt sich, so ist das im amerikanischen Unterhaltungsprogramm ja öfter, während ihrer Highschool-Zeit als Babysitterin bei wohlhabenderen Paaren. Eines Abends ruft ein unheimlicher Fremder auf der Arbeit an und lässt sich auch partout nicht vom wiederholten Wählen der Nummer abhalten. Auch nicht von Jills raschem Einschalten der Staatsgewalt. Nein, er treibt es auf die Spitze und bittet das arglose Mädchen wiederholt, doch mal gerade nach den zu betreuenden Kindern zu sehen. Jill wird langsam nervös und geht dem doch einmal nach. Die kleinen Kinder sind tot. Ein weiteres, natürlich panischeres Gespräch mit der Polizei alarmiert sie, dass der Irre vom gleichen Haus aus anruft. Jill kann sich in Sicherheit bringen, der Verbrecher wandert ein. Ein paar Jahre später neue Anrufe bei der schwer Traumatisierten. Lange keine Babysitterin mehr, hat Jill inzwischen eigene Kinder und der Mörder von damals ist frei.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Kritik

 
 
 
DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN bewegt sich 1979 irgendwo im Spannungsfeld zwischen Thriller späterer Hitchcock’scher Prägung (etwa FRENZY fiele mir hier ein) und dem US-Slasher-Untergenre, dessen große Zeit ja auch unmittelbar bevorstehen sollte. Ungewöhnlich ist die Nutzung des perfekt zurechtgeschliffenen Prologes als bereits in sich geschlossenem, kleinem Film-vorm-Film. Horrorfans bekrittelten den mittleren, analytischer vorgehenden und portraitierenden Teil des Thrillers leider oft als langatmig oder zu ambitioniert, wie mir bei meinen Publikumsrecherchen auffallen leider musste. Hier muss natürlich eingeworfen werden, dass es sich eben nicht um Freitag der 13. Teil 29 handelt und man nur popcornfressend die Zehn-Kleine-Nackigcamper-Sause abhakt, während man beim Glotzen noch drei bis fünf weiteren Aktivitäten nachgehen könnte und ob der Langweiligkeit eigentlich ja sogar müsste. Nein, Fred Waltons (DIE HORROR PARTY von 1986 sei empfohlen, möchte man sich weiter mit den Horrorausflügen des Regisseurs beschäftigen) Film gibt sich in seiner Zeichnung des Psychogramms des Mörders eine einfallsreiche aber gleichzeitig nicht an den Haaren herbeigezogene Mühe, wie man sie so erst im von Serienkillern besessenen Spannungskino der Neunziger Jahre, genauer gesagt nach Hannibal Lecter im SCHWEIGEN DER LÄMMER regelmäßig vorgesetzt bekommen sollte. Kindsmörder Duncan ist kein maskierter und durch diese Maskierung zum abstrakten Monstrum erhöhter „Boogie Man“, keine Freddy Krueger-Sagen/Comicfigur. Er ist ein krimineller Geisteskranker mit eindrucksvoll dargestellten persönlichen Unzulänglichkeiten, die ihn immer wieder Ungeheuerliches begehen lassen. WHEN A STRANGER CALLS, s der Originaltitel, nimmt sich als packender Nagelknabberfilm ernst und das ist seine größte Stärke. Perverse Anekdote: Die Idee des „Haben Sie nach den Kindern gesehen“ ist in den USA durch diesen Film zu einer Urban Legend geworden und existiert dort in zahllosen Variationen, sei es als Zitat in ernsten oder komödiantischen Filmen und TV-Shows oder gar im Programm fieser Gruselgeschichtenerzähler, die es sich mit ihren minderjährigen Schutzbefohlenen verderben wollen. Das kann nicht jeder sparsam budgetierte Spät-Siebziger-Thriller von sich behaupten, oder?
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Nervenzerfetzer aus der Umbruchszeit zwischen ausgehendem Hitchcock und frühem amerikanischem Slasherfilm mit besonderem Augenmerk auf psychologischer Dichte. Leicht vergessener Klassiker.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Zensur

 
 
 
Die im Handel erhältliche deutsche Fassung ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
das-grauen-kommt-um-zehn-blu-ray

(c) Explosive Media GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: When a Stranger Calls; USA 1979

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch PCM 2.0, Englisch PCM 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage zusätzlich im Schuber

Extras: Booklet, Trailer, Bildergalerie, Erstauflage im Schuber

Release-Termin: 20.06.2014

 
 
 

Das Grauen kommt um zehn (When a Stranger Calls) [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Trailer

 
 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Halloween – Die Nacht des Grauens (1978)
 
Unbekannter Anrufer (2006)