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Filmkritik: „Kochendes Blut“ (1970)

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KOCHENDES BLUT

(EL COLECCIONISTA DE CADÁVERES | CAULDRON OF BLOOD)

Story

 
 
 

Ganz in der Tradition bekloppter Künstler im Gruselkino steht Franz Badulesco (Boris Karloff), der, lahm und blind, aus Skeletten wahrlich horrible Installationen baut. Was der kreative Wirre nicht weiß: Derzeit verarbeitet er die Überreste der Opfer seiner mörderischen Frau, die aus dem Jenseits schon wieder wenig Gutes plant. Ein junger Schreiberling kommt der Sache auf die Spur…

 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Kritik

 
 
 
Aus der Zeit, in der die Ur-Horror-Ikone Boris Karloff, inzwischen vom Alter sichtlich gebrechlich geworden und später bemitleidenswert auf einen Rollstuhl angewiesen, das Gnadenbrot in Filmen der AIP Studios oder mexikanischen Z-Film-Klitschen erwirtschaftete, stammt auch KOCHENDES BLUT. In der Alten Welt, Spanien genauer gesagt, entstanden und erst drei Jahre nach Drehschluss als Cash-In auf den Tod des Stars aus FRANKENSTEIN und zufällig auch des Regisseurs für den internationalen Markt veröffentlicht, ist dieser Euro-Horror-Ausflug durchaus ein paar Blicke wert. Erwähntes Produktionshaus AIP und die dort gefertigten Poe-Adaptionen aus der Hand Roger Cormans sollten vom unter spanischem Pseudonym werkelnden Regisseur Edward Mann wohl auch als Inspiration dienen. Die tatsächlich recht Poe-artige Story vom durchgedrehten Kunstschaffenden und dessen Verwendung einst lebenden Rohmaterials gibt es schon immer im Genrefilm. Ob bei Cormans DAS VERMÄCHTNIS DES PROFESSOR BONDI (1959), anschließend HG Lewis‘ COLOR ME BLOOD RED und THE GRUESOME TWOSOME, bis hin zum realen Horror aus den Hirnwindungen des mittlerweile offenbar geistesabwesenden Kadaver-Präparators Gunter von Hagens und seinen doch arg unethischen KÖRPERWELTEN-Reiseausstellungen. Das Faszinosum der Störung der Totenruhe im Namen der bildenden Kunst ist in der westlichen Welt ungebrochen. Unser hier vorliegender Reißer KOCHENDES BLUT atmet den eigentümlichen und unverwechselbaren Geist spanischen Horrorkinos, wie er später immer wieder bei den REITENDEN LEICHEN oder den zahllosen Zelluloid-Knallbonbons des legendären Paul Naschy gesucht und gefunden werden würde. Der hierbei nicht bestreitbare Mangel an stringentem Erzähltempo und -fluss und das permanente lustvolle Opfern inhaltlicher Logik auf dem Altar der Filmatmosphäre verzeiht der gewogene Fan des iberischen Schauerfilms seinen Idolen nur zu gerne, gehört dieses ungewohnte Stilmittel doch zum Gesamtbild wie die bebenden Dekolletés der vom Hammer-Kino beeinflussten Damen in Not. Auch Spaniens berühmt-berüchtigster Inszenator, Jess Franco, kann hier genannt werden. Lustigerweise steht hinter dem Vertrieb des Films das legendäre CANNON-Studio, später prägend für schweinische Actionware der Achtziger.
 
 
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KOCHENDES BLUT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
William „Boris Karloff“ Pratt. Einer der ersten großen Horror-Stars in den letzten Zügen seiner jahrzehntelangen Karriere. KOCHENDES BLUT ist B-Grusel eindeutig europäischen Charmes und macht sich zweifellos schmuck in den überquellenden DVD-Gewölben des Sammlers von Welt.
 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Zensur

 
 
 
Während die bisherigen VHS-Fassungen von KOCHENDES BLUT (englischer Titel: CAULDRON OF BLOOD) noch geschnitten waren, sieht das bei der nun erhältliche DVD schon wieder ganz anders aus. Diese besitzt war auch noch das alte FSK-Zeichen, ist aber 100& ungeschnitten. Sammler gruseliger Kuriositäten können demnach bedenkenlos zugreifen und die Lücken in der Horror-Sammlung schließen.
 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Castle View Film (DVD KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: El Coleccionista de cadáveres; Großbritanien | Spanien 1970

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe | FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Deutsche Kinoversion (87:49 Min.)

Veröffentlichung: 27.01.2017

 
 

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Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Castle View Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Color Me Blood Red (1965)
 
Das Vermächtnis des Prof. Bondi (1959)
 
Die Verfluchten – Der Untergang des Hauses Usher (1960)
 
Satanas – Das Schloß der blutigen Bestie (1964)
 


Kritik: „Creep Van – Terror auf vier Rädern“ (2012)

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CREEP VAN – TERROR AUF VIER RÄDERN

Story

 
 
 
Campbell ist Mitte Zwanzig und kriegt nur miese Jobs, weil er kein Auto hat. Dann, Magic Moment, sieht er einen alten Van, der zu verkaufen ist. Was er nicht weiß: Der Van gehört einem Serienkiller, der gar nicht daran denkt, sein mörderisches Gefährt zu verkaufen. Vor allem nicht, weil sich in ihm so schön blutige Morde begehen lassen.
 
 
 


 
 
 

CREEP VAN – Kritik

 
 
 
Die Filmgeschichte hat mordende Autos („Christine“), mörderisch-übersinnliche Monster in Autos („Jeepers Creepers“) und mörderisch-dämliche Auto-Duos („Knight Rider“) hervorgebracht. Was die Dämlichkeit angeht, ist Regisseur Scott W. McKinlay mit seinem „Creep Van“ schon mal ganz vorne mit dabei. Nach 80 Minuten endet der Film sehr hübsch mit einem bösen Schlussakkord und einem mittels Autofenster filetierten Kopf, dies rechtfertigt aber bei weitem nicht die 79minütige Zeitverschwendung davor. „Creep Van“ ist ein vermutlich für drei Dollar fuffzich produzierter, wirklich schlechter Horrorfilm, der alle dafür nötigen Komponenten in sich vereint: Schauspieler-Darsteller, einen unfähigen Regisseur, ein bescheuertes Drehbuch, im Deutschen zusätzlich noch die Porno-Synchro und das Fehlen jeglicher Spannung oder auch nur der Hauch eines Sinns. Darüber können auch die Handvoll blutiger Effekte nicht hinwegtäuschen, die aber immerhin halbwegs passabel umgesetzt wurden.
 
 
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Campbell (Brian Kolodziej) hat kein Auto und muss Bus fahren. Das findet er doof, denn dadurch werden seine Jobs als Pizzalieferant oder Paketbote recht mühselig und er verliert einen Job nach dem anderen, weil er sich kein Auto leisten kann. Und da Mädchen in Amerika offensichtlich auch nur auf Typen „abfahren“, die ein Auto besitzen, kann Campbell auch an dieser Front keine Erfolge verbuchen. Zudem wohnt er bei seinem Kumpel, der immer komische Sexspielchen mit seiner Freundin veranstaltet (Stichwort: Hundehütte), das findet Campbell auch irgendwie doof. Dann aber, als er einen weiteren Spitzenjob (diesmal als Autowäscher) ergattert, lernt er dort Rezeptionistin Amy (Amy Wehrell) kennen (die zum Glück ein Auto hat). Als er dann auch noch einen alten Van entdeckt, der zum Verkauf steht, läuft es richtig rund für Campbell. Der Van-Besitzer hat allerdings eher mörderische denn monetäre Absichten, wenn er seine alte Rostlaube immer wieder zum Verkauf anbietet. Während sich die Opfer im blutigen Transporter stapeln, kommt auch Campbell langsam dahinter, dass mit Van und Fahrer irgendwas nicht stimmt.
 
 
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Bei „Creep Van“ weiß man wenigstens gleich, woran man ist und was man hier erwarten darf. Kaum sind die Opening Credits vom Bildschirm verschwunden, gibt es schon den ersten Knaller-Satz, den eine Mutter ihrem kleinen Jungen eintrichtert, als der an einem fremden Van rumschnuppert: „Nur böse Leute besitzen Vans“. Aha. Wusste man noch gar nicht. Gut, dass „Creep Van“ hier gleich eine Wissenslücke schließen konnte. Kaum hat man diese bahnbrechende Erkenntnis verarbeitet, gibt es auch schon den ersten Toten (in Minute 2:22), der zweite folgt schon 26 Sekunden später (Minute 2:48). Leider geht es nicht so fluffig weiter. Es folgt die Introduktion von Campbell und seinem autolosen Loserleben, flankiert von grauenvollen Dialogen und minder- bis gar nicht begabten Darstellern inklusive akustischer Vergewaltigung der Ohren durch deutsche Dilettanten-Synchro.
 
 
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Der Film stolpert hüftlahm zwischen verschiedenen uninteressanten Szenarien hin und her: Scott auf der Arbeit, Scott zu Hause bei seinem nerdigen Kumpel, Scott mit Amy und die Aktionen des Van-Killers natürlich. Letztere sind zumindest halbwegs unterhaltsam, da der Killer sich ein paar hübsche technische Spielereien in seine alte Rostlaube gebaut hat, mit denen er seine Opfer effektiv und sehr blutig tötet. Zumindest diese paar Szenen sorgen für leichte Erheiterung, während der Zuschauer sich ansonsten gramgebeugt durch diese wirklich schlechte Filmhandlung mäandert. Im Übrigen macht sich das offensichtlich sehr begrenzte Budget auch durch diverse Requisiten bemerkbar. Obwohl der Film 2012 gedreht wurde, rennen alle mit Klapphandys herum oder telefonieren mit riesigen Festnetz-Hörern. Wahrscheinlich steht bei Campbell zu Hause auch noch ein Kassettenrecorder herum, wundern würde es einen nicht. Mehr gibt es bedauer- oder glücklicherweise zu diesem Film wirklich nicht zu sagen.
 
 
 


 
 
 

CREEP VAN – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Creep Van“ ist ein am Reißbrett entworfener und billig runtergekurbelter Horror-Blödsinn mit Einschlafgarantie. Er wird bevölkert von einem Haufen Darsteller-Attrappen, die ziel- und sinnlos in der Gegend rumrennen und einen bösen Van suchen. Die wenigen Gore-Elemente sind durchaus blutig und erheiternd. Trotzdem sind sie genauso billig gemacht wie der Rest des Films und liefern schlussendlich kein wirkliches Anseh-Argument für diesen Murks. Für einen immerhin hübschen Schlag in die Magengrube und den besten Trash-Effekt am Ende des Films gibt es von FILMCHECKER gerade noch mal zwei von zehn Transportern, mit denen man am besten all jene überfahren sollte, die an diesem Film beteiligt gewesen sind.
 
 
 


 
 
 

CREEP VAN – Zensur

 
 
 
„Creep Van“ wurde von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Der Film ist ungeschnitten erhältlich. Weil auf der Blu-ray einige Trailer enthalten sind, die nicht jugendgrecht sind, hat die erhältliche Einzelveröffentlichung von „Creep Van“ eine Freigabe für Erwachsene erhalten.
 
 
 


 
 
 

CREEP VAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Castle View Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Creep Van; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailer

Veröffentlichung: 24.04.2015

 
 
 

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CREEP VAN – Weitere Veröffentlichungen

 
 
 
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(c) Edel Germany GmbH

 
 
Neben der Einzelveröffentlichung von „Creep Van“ gibt es den Streifen in einer Horrorsammlung, die als „Ultimate Horror Collection“ in den Handel gebracht wurde und neben besagten Horrorfilm auch die Streifen „Evil Undead„, „Hexenjagd“, „Mask Maker„, „Excision„, „Axe Giant – Die Rache des Paul Bunyan“ sowie „Creep Van – Terror auf vier Rädern“ beinhaltet. Leider gibt es dieses Horror-Sammlung nur auf DVD. Der Rechteinhaber hat auf eine parallele Vermarktung auf Blu-ray verzichtet. Immerhin sind alle Filme in der Box (Veröffentlichungstermin: 15. Januar 2016) ungeschnitten.
 
 
 

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CREEP VAN – Trailer

 
 

 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei Edel Germany GmbH | Castle View Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Christine (1983)
 
Duell (1971)
 
Der Autovampir (1982)
 
Blood Car (2007)
 
Der Teufel auf Rädern (1977)
 
Rhea M – Es begann ohne Warnung (1986)
 


Kritik: „Delta III – Wir wollen nicht zur Erde zurück“ (1979)

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DELTA 3 – WIR WOLLEN NICHT ZUR ERDE ZURÜCK

(THE SHAPE OF THINGS TO COME)

Story

 
 
 
Wie so oft. Die Menschheit hat´s endlich geschafft und sich nach einem ewig andauernden Krieg, den sie auch Roboter hat führen lassen, die gute alte Erde fritiert. Nix blaues mehr, alles verpestet. Die wenigen Übriggebliebenen haben direkt nebenan, auf dem Mond nämlich, die Glaskuppelstadt New Washington gegründet. Wir sehen: Auch auf la Luna geht die Menschheit amerikanische Wege. Die Freude über das Entkommen von der Erde ist nicht von langer Dauer. Die Strahlenschäden an den Überlebenden müssen bekämpft werden. Dafür bedarf es eines seltenen Minerals, das nur auf einem einzigen Planeten ausgebuddelt werden kann. Dieser Planet ist das Delta 3 des Titels. Blöd nur, dass den Stern nicht nur das Mineral ausmacht, sondern auch der bekloppte Erdenwissenschaftler Dr. Omus (Jack Palance). Den hat das Leben mit einer Armee ihm treu ergebener Kampf- und Dienerroboter ebenso weich im Kopf wie herrschsüchtig gemacht. Jetzt will er rüber auf den Mond und dort die Macht ergreifen. Sein Dogma: Wissenschaft über alles. Um seinen Absichten ein wenig Nachdruck zu verleihen, kündigt er erstmal an, bei Ungehorsam der letzten Menschen, eine Strahlenwaffe auf den Planeten zu richten und New Washington ins Weltall zu blasen. Eine Gruppe guter Wissenschaftler und anderer weißer Ritter wird nach Delta 3 geschickt, um dort dem irren Professor das Handwerk zu legen und sich anschließend um den Mineraltransport zu kümmern.

 
 
 


 
 
 

DELTA 3 – Kritik

 
 
 
DELTA III – WIR WOLLEN NICHT ZUR ERDE ZURÜCK sieht irgendwie nach Fernsehfilm aus. Tatsächlich können sie ja nicht zurück. Selbst wenn sie denn wollten. Erde ist ja fertiggestrahlt. Bredouille, das. Viele TV-Fratzen sind dabei und auch der einzige Star des Films, das wundervoll granitene Mongolen-Monstrum Jack Palance, war öfter beim amerikanischen Pantoffelkino angestellt. Sein Dr. Omus ist natürlich der stille Höhepunkt dieses augenscheinlich kostengünstig entstandenen Films. Stets schätzenswerter Schauspieler! Bei einem ordentlichen Bösewicht wird der Rest schnell Staffage – das weiß jeder halbwegs funktionierende Drehbuchautor. So geht´s folglich auch des bösen Doktors Gegnerschaft hier.
 
 
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Die Kritik an diesem Omus und seinesgleichen steht natürlich stellvertretend für die Kritik an einem blinden, eigentlich schon längst zur Ersatzreligion mit Wahrheitsanspruch mutierten Wissenschaftsglauben. Das ist ein beliebtes Motiv in der Science-Fiction nach den Hippie-Jahren, die oft Schreckensbilder von Dystopien statt Utopien aufzeigt. Neue Denkmodelle waren entstanden, der unbedingte Wille zum nach vorn Peitschen von Forschung und Technik hatte Gegenstimmen erhalten. Man wusste, dass am Ende der Technikentwicklung doch wieder nur tödliche Waffen stehen würden. Pierre Boulles berühmter Affenplanet lässt grüßen, wenn wir uns vor Augen halten, dass die Vernichtung der Erde von den gleichen Labor-Propheten losgetreten und vollendet worden ist, die jetzt eine neue, absolutistische Herrschaft anstreben. Hier ist das sogar noch viel griffiger, wenn Dr. Omus – nach den alles zerballernden Roboterweltkriegen – eine Armee von Robotern befehligt.
 
 
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In Kanada, seinem Herstellungsland also, lief der Film auch als THE SHAPE OF THINGS TO COME. Mit H.G. Wells bekannter Sci-Fi-Dystopie von der Welt nach dem großen Rums hat DELTA III, bis auf die postapokalyptische Zivilisation, bloß nicht wirklich viel zu tun. Für eine akkuratere Adaption jener finsteren Story muss man schon auf William Cameron Menzies durchaus passend finsteren aber leider auch recht trockenen THINGS TO COME von 1936 zurückgreifen. Schön trotzdem, mal zu sehen, dass geistesgestörte Umtitelungen auch außerhalb des deutschen Sprachraums verbrochen werden. Wir sind da ja eigentlich die Meister drin.
 
 
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DELTA 3 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Typische Seventies Science-Fiction-Dystopie. Das Schicksal der Trümmerwelt entscheidet sich zwischen den blinden Technokraten von einst und den veränderungsbereiten Jungen. DELTA III – WIR WOLLEN NICHT AUF DIE ERDE ZURÜCK (Originaltitel: THE SHAPE OF THINGS TO COME) ist kein SOYLENT GREEN und auch kein LOGAN´S RUN – zwei Klassiker, deren debile deutsche Titel mir gerade nicht auf der Zunge/den Fingern liegen – kann man sich aber problemlos nachts oder Sonntags mittags einfahren.
 
 
 


 
 
 

DELTA 3 – Zensur

 
 
 
Die mittlerweile auf DVD erschienen Filmfassung ist ebenso ungeschnitten, wie die bisherigen Veröffentlichungen von DELTA 3 auf VHS. Diese ist bereits für Zwölfjährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

DELTA 3 – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Castle View Film | Al!ve

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: The Shape of Things to Come; Kanada 1979

Genre: Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 06.11.2015

 

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DELTA 3 – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei Castle View Film | Al!ve

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Flash Gordon (1980)
 
Alarm im Weltall (1956)
 
Raumpatrouille Orion (1966)
 


Filmkritik: „Backtrack: Nazi Regression“ (2014)

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BACKTRACK: NAZI REGRESSION

Story

 
 
 
Ralph träumt vom Zweiten Weltkrieg und erfährt mittels Rückführung, dass er wohl vor 70 Jahren ein Nazi war. Er beginnt, den Schauplatz seiner Alpträume zu suchen und Nachforschungen anzustellen – mit gefährlichem Ausgang.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK: NAZI REGRESSION – Kritik

 
 
 
Liest man den Titel dieses Films, kommen einem als Erstes wohl unweigerlich Bilder eines billigen Trashfilms mit blutigen Nazi-Eskapaden in den Sinn. Erstaunlicherweise aber ist „Backtrack“ kein solcher Film. Natürlich ist das Erstlingswerk des erst 24jährigen Regisseurs Tom Sands und das ebenfalls erste Langfilm-Drehbuch seines Bruders Mick weit davon entfernt, ein guter Film zu sein, aber zumindest ist „Backtrack“ nicht der ultrabillige Schund, den man wohl aufgrund des Titels und des Covers erwarten würde. Zur Geschichte: Ralph (Mark Drake) hat wiederkehrende Alpträume, in denen er sich im Jahr 1940 befindet und offensichtlich als deutscher Nazi an gar „Schröcklichem“ beteiligt ist. Um Klarheit zu erlangen, schlägt seine Bekannte Claudia (Rosie Akerman) vor, bei ihm eine Rückführung durchzuführen. Dadurch jedoch werden die bedrückenden Ereignisse von damals nur noch deutlicher und intensiver, so dass Ralph beschließt, den Ort, den er in seinen Träumen gesehen hat, aufzusuchen und Nachforschungen anzustellen. Also Zelt, Freundin Andrea (Sophie Barker), Claudia und deren Freund Lucas (Miles Jovian) eingepackt und auf den Weg gemacht. Vor Ort angekommen, wird alles natürlich noch unheimlicher – ein Fremder verfolgt sie und Ralphs Visionen werden immer intensiver. War er nun ein Nazi oder nicht? Und welches Geheimnis birgt der kleine Ort, an dem sich die Vier aufhalten?
 
 
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Das Grundproblem bei „Backtrack“ könnte sein, dass hier sowohl vor als auch hinter der Kamera ausnahmslos Anfänger am Werk waren. Hier ist niemand mit Erfahrung dabei, der das Ruder noch hätte herumreißen können damit wenigstens durchschnittlicher Horror an den Zuschauer gebracht werden kann. So wird aus „Backtrack“ leider ein ziemlich…nun ja…unspektakulärer Film, dem man an allen Ecken und Enden anmerkt, dass hier Laien am Werk waren. Zwar hat Regisseur Tom Sands schon einige Dokumentarfilme gedreht, aber er ist auch erst 24 und hatte es vorher offensichtlich noch nicht mit dem Führen von Schauspielern zu tun. Aber auch das Drehbuch seines Bruders Mick weist viele Mängel auf. Das beginnt bei der recht dünnen Story, geht weiter über die ziemlich oberflächliche Figurenzeichnung und endet bei dem Nichtvorhandensein von Spannung und Tempo. Die 97 Minuten Laufzeit ziehen sich wie Kaugummi und leider interessiert es einen nicht im Geringsten, was dort auf den Feldern irgendwo in Irland passiert.
 
 
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Dennoch ist man erstmal froh, dass man es hier nicht mit billigstem Horrortrash zu tun hat, in dem wildgewordene Nazis blutrünstig durch die Gegend trampeln und man schlechte CGI-Effekte zu sehen bekommt. Die Erleichterung darüber reicht aber natürlich nicht aus, um „Backtrack“ schlussendlich wohlgesonnen zu sein. Dafür hapert es einfach an zu vielen Stellen. Die Charaktere sind allesamt ziemlich bescheuert. Ralph guckt vorrangig großäugig-fassungslos in der Gegend herum, während er versucht, Ordnung in sein traumchaotisches Hirn zu bringen. Claudia faselt derweil was von Rückführungen und dass sie auch etwas gespürt hat, als sie Ralph rückgeführt hätte. Derweil sind Lucas (der übrigens aussieht wie zwölf und wie ein pubertierendes Ghettokid aus Londons East End redet, obwohl er der Freund von Esoteriktante Claudia sein soll) und Andrea (bumsbirnige Freundin von Träumerle Ralph) damit beschäftigt, sich flachzulegen, ohne dass ihre jeweiligen Partner etwas davon mitbekommen. Die Strafe folgt natürlich auf dem Fuße, denn Lucas und Andrea werden von einem mysteriösen Traktorfahrer entführt. Die Protagonisten bleiben dabei so oberflächlich, uninteressant oder gar unsympathisch, dass der Zuschauer hier keine Sympathien aufbauen kann. Da hier bis auf Mark Drake totale Schauspiel-Anfänger am Werk sind, wirken die Figuren kaum glaubhaft und man sieht dem gesamten Cast an, dass er größtenteils überfordert war mit der Darstellung des jeweiligen Charakters.
 
 
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„Backtrack“ wirkt kaum wie ein Horrorfilm. Über weite Strecken wähnt man sich eher auf einem Ausflug aufs Land mit blöden Leuten. Die Sonne scheint, die Felder blühen – wie da überhaupt so etwas wie gruselige Stimmung entstehen soll, ist schleierhaft. Gepaart mit dem leider eher dilettantischen Inszenierungsstil von Tom Sands und dem inhaltlich mehr als holprigen Script seines Bruders gelingt es „Backtrack“ bis zum Finale nicht, sich als Horrorfilm zu positionieren. Spätestens dann gibt es zwar ein paar kleine Folterwunden zu sehen und eben noch den unheimlichen Fremden, dessen Geheimnis gelüftet wird; schlussendlich reicht das nicht aus, um „Backtrack“ beim Publikum interessant machen zu können. Dennoch, so richtig böse kann man den Sands-Brüdern irgendwie nicht sein. Der Film ist zwar weder ein Horrorfilm und nicht einmal ansatzweise gruselig (außer vielleicht bei den darstellerischen Leistungen), aber so richtig schlecht ist er eben auch nicht. Gut, warum jemand nachts mit Sonnenbrille Motorrad fährt, muss vielleicht nochmal erklärt werden. Zudem sind viele Szenen in der Regel deutlich zu lang geraten, der Finaltwist ist lahm und die Darsteller hoffnungslos überfordert. Trotzdem ist man einfach dankbar, dass man hier nicht mit dem Trash konfrontiert wurde, den man bei so einem Titel und der dazugehörigen Inhaltsangabe erwartet hätte. Darüber hinaus wartet „Backtrack“ mit einem wunderschön gesungenen Titelsong auf (Abi Phillips‘ „Gravity“) – Etwas, mit dem man bei diesem Crowdfunding-Projekt wohl nicht gerechnet hätte.
 
 
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BACKTRACK: NAZI REGRESSION – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
„Backtrack“ ist ein ungewöhnlicher englisch/irischer Genrebeitrag. Zwar ist er schlussendlich kein guter Film (was man bei einem Erstlingswerk eines Mittzwanzigers vielleicht auch nicht erwarten sollte) und bei Weitem kein gruseliger Horrorfilm, dennoch unterwandert er die Erwartungshaltung des Zuschauers auf ungewöhnliche Weise. Gesehen haben muss man das zwar nicht, aber ein paar kleine Bonuspunkte für diesen seltsamen Nicht-Horrorfilm sollten schon drin sein. Deshalb also drei von zehn Rückführungen, die man besser hätte sein lassen sollen.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK: NAZI REGRESSION – Zensur

 
 
 
„Backtrack: Nazi Regression“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Auf dem Cover der erhältlichen Heimkinoversion prangt daher der rote FSK-Flatschen. Immerhin ist der Film diesmal wirklich erst für Volljährige geeignet, denn oftmals werden Blu-rays und DVDs deren Filme eine 16er-Freigabe erhalten haben, künstlich durch Bonus in der Altersfreigabe nach oben getrieben. Diesmal ist das jedoch nicht der Fall.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK: NAZI REGRESSION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Castle View Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Backtrack; Großbritannien / Irland 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Making-of

Release-Termin: 28.08.2015

 

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BACKTRACK: NAZI REGRESSION – Trailer

 
 

 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei CASTLE VIEW FILM

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Warhouse – Kriegszustand (2013)


Filmkritik: „House of Last Things“ (2013)

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HOUSE OF LAST THINGS

Story

 
 
 
Das Miteinander des Ehepaars Alan (Randy Schulman) und Sarah (Diane Dalton) ist alles andere als friedlich. Nach einem gescheiterten Selbstmordversuch und einem Aufenthalt im Krankenhaus kehrt Sarah wieder zu ihrem Mann zurück, noch immer sichtlich erschüttert und im Griff der Trauer und Verzweiflung. Um die Rehabilitation seiner Frau zu unterstützen, entführt Alan sie kurzerhand auf einen Ausflug nach Italien.
 
Während die Beiden sich das europäische Kulturgut einverleiben, wird die junge Kelly (Lindsey Haun) damit beauftragt, auf das Haus des Paares aufzupassen. Zusammen mit ihrem Freund Jesse (Blake Berris) und Bruder Tim (RJ Mitte) zieht Kelly ein und beweist ihre Housesitting-Fähigkeiten. Doch auch ohne seine eigentlichen Bewohner versprüht das Haus einen eigenartigen und unheimlichen Eindruck. Schuld daran ist ein tragischer Unfall, der sich vor einiger Zeit auf dem Grundstück ereignete. Fortan müssen Kelly, Jesse und Tim sich unbekannten Kräften stellen, die genau so bedrohlich wie verführerisch sind.

 
 
 


 
 
 

HOUSE OF LAST THINGS – Kritik

 
 
 
In der Liebe und beim Horrorfilm ist alles erlaubt. Doch trotz dieser ungeschriebenen Regel hat Regisseur und Autor Michael Bartlett es 15 Jahre nach seiner letzten Bemühung mit dem Namen „Ein tödliches Verhältnis“ geschafft, ein uraltes Gesetz zu brechen. Er hat sich mit dem monumentalen, unantastbaren und definitiven Horrorfilm, auch bekannt als Stanley Kubricks „Shining“, angelegt. Ein Haus, das vorübergehend die Bewohner wechselt, eine zunächst unausgesprochene Tragödie und natürlich die Last der blutbefleckten Vergangenheit, die langsam in Richtung Gegenwart kriecht. Bartletts „House of Last Things“ benötigt allerdings nicht den Vergleich zu Kubricks Meisterstück, um seine Ineffizienz und Debilität zur Schau zu stellen. Auch ohne die deutlichen Parallelen zum offensichtlichen Vorbild wirkt der Film wie die Arbeit eines Filmstudenten, der kurz vor der Exmatrikulation steht.
 
Schon früh offenbart Michael Bartlett, dass er keines seiner Werkzeuge wirklich im Griff hat, weder das Personal, noch die visuellen oder akustischen Trümpfe, die ein Film dieses speziellen Genres ziehen muss. Es erwarten den Zuschauer gut ausgeleuchtete, farbenfrohe und ebenso langweilige Bilder, grausames und beinahe lächerliches Overacting sämtlicher Darsteller, holpriger Schnitt zwischen mehreren Ländern und Zeitebenen und ein permanenter Teppich aus Musik. Letzteres wirkt zunächst nicht so tragisch, aber sobald man merkt, dass die Filmmusik das Niveau einer öffentlichen Musikbibliothek hat, verfliegt auch der kleine Hauch an Atmosphäre, den „House of Last Things“ zu Beginn aufbauen kann.
 
Selbst wenn der Film ein Mindestmaß an Unbehagen und Gruselstimmung erzeugen könnte, würde er an seinem hanebüchenen Drehbuch scheitern. Es dürfte zu diesem Zeitpunkt keine Überraschung sein, dass die Drehvorlage ein Dschungel aus halbgaren Figuren, vollends unglaubwürdigen Charakterentwicklungen und einer ultimativ sinnlosen Geschichte ist. Das Einzige, was zumindest den Unterhaltungswert von „House of Last Things“ rettet, ist die Tatsache, dass sowohl Regisseur als auch Darsteller sich und ihr Werk so ernst nehmen, wie es nur geht. Dies sorgt zusammen mit der technischen und schauspielerischen Unfähigkeit dafür, dass es sich bei „House of Last Things“ trotz seiner Fehlzündung im Thriller-Bereich um einen unterhaltsamen Film handelt. Mit noch einem Fünkchen mehr Wahnsinn und Sinnlosigkeit hätte er vermutlich sogar Kultpotential, aber so kann man sich sicher sein, dass dieser Filmversuch schon sehr bald zu den dunklen Ereignissen der Vergangenheit gehört, die er selber thematisiert.
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF LAST THINGS – Fazit

 
 
 
1 Punkt
 
 
 
Sobald man die Erwartungen an einen atmosphärischen, spannenden Thriller komplett abstellt, sich ein paar Freunde ins Haus holt und einen gemütlichen Pegel aneignet, kann man mit „House of Last Things“ durchaus Spaß haben. Alternativ ist er wie gemacht für das Publikum, das sich an endgültiger und absoluter Unfähigkeit (à la „The Room“) erfreuen kann. Alle, die ihre Filmkost und ihre Zeit respektieren, sollten um dieses Stück jedoch einen großen Bogen machen und stattdessen „Oculus“ probieren, der den nahtlosen Wechsel zwischen Zeiten und Orten um Einiges besser meistert und sogar professionelle Schauspieler bietet.
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF LAST THINGS – Zensur

 
 
 
Der Film ist in Deutschland mit einer Freigabe ab 16 erschienen. Da er fast komplett auf gewalttätige Szenen oder Bilder verzichtet, ist dies angebracht und vielleicht sogar etwas streng.
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF LAST THINGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
house-of-last-things-bluray

(c) Castle View Film (ungeschnittene Filmfassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: House of Last Things; USA 2013

Genre: Grusel, Horror, Dama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 110 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 28.11.2014

 
 

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HOUSE OF LAST THINGS – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

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Filmreview: „Blood Widow – Tod in der Stille“ (2014)

blood-widow-2014
 
 
 

BLOOD WIDOW – TOD IN DER STILLE

Story

 
 
 
Wenn die psychopathische Nachbarin drei mal klingelt: Laurie (Danielle Lilley) und Hugh (Brandon Kyle Peters) sind ein junges Paar und haben gerade ein Haus irgendwo im Nirgendwo gekauft, wo es selbstverständlich keinen Handyempfang gibt. Als die beiden eine Einweihungsparty geben und einige Freunde zum Feiern vorbeikommen, nutzt auch die Killerin von nebenan die Gunst der Stunde, um die neuen Nachbarn kennenlernen …
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Kritik

 
 
 
In Amerika gibt es immer wieder Nachwuchs-Angstmacher, die dem Horror-Fan die Freunde am Schauen von Horror-Ware verübeln möchten. Der Low-Budget-Markt scheint dort ein beliebtes Sprungbrett für all jene zu sein, die auch ohne Berufsabschluss das Hobby zum Beruf machen wollen: Filmemachen. Leider muss man für das Drehen von Horror-Streifen nicht nur Kohle und das notwendige Equipment besitzen, sondern auch Talent und Ahnung. Voraussetzungen, die jedoch nur die Wenigsten mitbringen. Trotzdem wird auch ohne Können munter drauflos gefilmt, denn die Nachfrage nach amateurhaft zusammengeschnippelten Horrorfilmen scheint größer zu sein, als immer vermutet wird. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Billig-Grusler in amerikanische Händlerregal gebracht werden. Als wäre das nicht schon übel genug, finden sogar einige dieser Spaßbremsen den Weg nach Deutschland.
 
BLOOD WIDOW ist das Resultat eines langjährigen Fan-Traumes. Newcomer und Sci-Fi-Horrorfan JEREMIAH BUCKHALT steckt hinter der Low-Budget-Produktion, der selbst heute immer noch nicht fassen kann, dass ihm die Möglichkeit gegeben wurde einen Horrorfilm zu drehen. Ähnlich wie Vorbild JOHN CARPENTER (wenn es nach BUCKHALT geht gehört THE THING zu den besten Filmen aller Zeiten) hat der Regie-Neuling jedoch erst einmal kleine Brötchen gebacken und sich an der Umsetzung klassischen Slasher-Stoffs versucht, schließlich gehört nicht viel Grips dazu einen simplen Schlitz-Streifen zu machen. Erfolgreiche Filmtitel nennt BUCKHALT in einem Interview, von denen sich BLOOD WIDOW hat inspirieren lassen. So standen günstig gewerkelte Oldschool-Slasher Pate mit denen der Filmemacher Ende der 70er und zu Beginn der 80er aufgewachsen ist. Bei so viel euphorischer Liebe zum Genre enttäuscht dann leider doch die Tatsache, dass BLOOD WIDOW Lichtjahre von wegweisenden Metzelklassikern wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS entfernt ist. Für BLOOD WIDOW musste an allen Ecken gespart werden. So wurden Hauptrollen mit Statisten besetzt, die vermutlich noch nie eine Schauspielschule von Innen gesehen haben. Akustische Raffinessen aus dem MUSIC MAKER sorgen für ungewollte Erheiterung und die rudimentäre Handlung lässt den Zuschauer bereits kurz nach dem Prolog ermüden. Ein Pärchen ist es diesmal, das in ein neues Haus zieht und dort ums Überleben kämpfen muss. Im Keller des scheinbar verlassenen Nachbarhauses lebt eine schwarze Witwe, die nur darauf wartet, dass ihr mal ein paar neugierige Fliegen ins Netz gehen. Als sich ein paar Freunde für eine kleine Einzugssause anmelden und auf dem Grundstück gegenüber herumschnüffeln, packt die BLOOD WIDOW ihre Folterinstrumente zusammen und besucht die neuen Nachbarn um mal blutig „Hallo“ sagen zu können.
 
Wenn keine gescheite Geschichte zu Grunde liegt, dann lass Gewalt regieren. Genau jenem Credo folgt BLOOD WIDOW und konzentriert sich auf das möglichst schmuddelige Abschlachten seiner unzureichend talentierten Hauptdarsteller. Die von BUCKHALT selbst entworfene Killerin geht nicht zaghaft mit ihren Opfern um. So werden Protagonisten enthauptet, Arme abgesäbelt oder Gesichter eingeschlagen. Für Indie-Horror mit Mikro-Budget sehen die gebotenen Matsch-Effekt ganz ordentlich aus, zumal die teils unausgereifte Ausleuchtung dem Film einen dreckigen, ungeschliffenen und finsteren Look bescheren. Dennoch, Gewalt im Horrorfilm ist nicht alles, denn ein blosses Aneinanderreihen von sinnlosen Gewaltakten machen aus einem beliebigen Horrorfilm noch lange kein Kultwerk. Nichtsdestotrotz bekommt der Horror-Fan mal endlich wieder eine maskierte Killerin vor die Linse. Die steht männlichen Meuchel-Kollegen wie JASON und MICHAEL in puncto Grausamkeit in nichts nach. Im Unterschied zu genannten Ikonen des modernen Horrorfilms will die BLOOD WIDOW jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, was vor allem daran liegt, dass der Film nichts Rundes ist und überraschungsarm nach Schema F abgehandelt wird. Neue Impulse sucht man hier vergebens, dafür findet man Unmengen an Logiklöchern und Slasher-Klischees. Dass Macher JEREMIAH BUCKHALT bereits mit einer Fortsetzung liebäugelt, verursacht fix wirklich Panik – schließlich ist der Zuschauer froh, wenn er den vorliegenden Erstling wach überstanden hat.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Blutiger Nachschub für Splatter-Fans! Gewalt ist leider auch das einzige, was BLOOD WIDOW halbwegs über Wasser halten kann, denn der Streifen ist nicht nur ein überraschungsarmes, sondern auch ein langweiliges Sammelsurium nerviger Slasher-Regeln und totgefilmter Horror-Klischees. Budget war kaum vorhanden, was im Falle dieses Filmdebüts Vor- und Nachteile besitzt. Einerseits hat die teils unprofessionelle Ausleuchtung Charme und beschert BLOOD WIDOW einen düsteren und dreckigen Look, der dem Film vor allem in den Gewaltmomenten zugute kommt. Andererseits lässt das Mikro-Kapital kaum Experimente zu, so dass an allen Ecken gespart werden musste – vor allen an guten Schauspielern. Unterm Strich ist BLOOD WIDOW ein austauschbarer Slasher ohne Höhepunkte, der immerhin kurz Aufmerksamkeit in Deutschland erhaschen dürfte, weil ihn die hiesige FSK der „bösen“ Szenen wegen in der Luft zerreißen wird.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Zensur

 
 
 
Wie für einen Slasher typisch sterben auch in BLOOD WIDOW die Opfer eines grausamen Todes. Zimperlich geht es hier nicht gerade zu, was vor allem der FSK Kopfzerbrechen bereitet hat. Da BLOOD WIDOW ziemlich viel blutroten Splatter zu bieten hat, wurde er in der ungeschnittenen Freigabe erst für Volljährige freigegeben – keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
blood-widow

(c) Castle View Film

 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Blood Widow; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film

Release-Termin: 28.08.2015

 

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BLOOD WIDOW – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
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Slasher House (2012)
 
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Filmreview: „Detour – Gefährliche Umleitung“ (2013)

Detour-2013
 
 
 

DETOUR – GEFÄHRLICHE UMLEITUNG

Story

 
 
 
JACKSON ALDER (hervorragend gespielt von NEIL HOPKINS) ist schön und erfolgsverwöhnt. Auf dem Weg zu einem wichtigen Geschäftstermin wird sein Auto irgendwo im Niemandsland von einer riesigen Schlammlawine erfasst und begraben. Als er wieder zu sich kommt, scheint er jegliche Erinnerung an den Vorfall verloren zu haben. Nach anfänglicher Panik versucht er, einen Ausweg aus der Misere zu finden. Kontakt zur Außenwelt scheint unmöglich, Rettung nicht in Sicht, der Handyempfang nicht mehr vorhanden. Da bemerkt JACKSON, dass sich auch Wasser und Sauerstoff allmählich dem Ende entgegenneigen und das Glas des Auto-Schiebedachs droht durch das Gewicht des darauf liegenden Schlamms zu zersplittern …
 
 
 


 
 
 

DETOUR – Kritik

 
 
 
Es muss nicht immer Horror mit dem Holzhammer sein. Manchmal wissen auch die kleinen Filme zu fesseln. In den letzten Jahren hat sich gerade im Thriller- und Horrorbereich so einiges getan. Neue Subgenres haben sich entwickelt, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Eines dieser Minigenres ist der klaustrophobische Überlebens-Thriller, in dem sich oftmals nichtsahnende Protagonisten in verzweifelten Situationen wiederfinden und versuchen müssen, aus verzwickten Situation zu entkommen. Ob nun lebendig begraben (BURIED), in einem riesigen Würfellabyrinth gefangen (CUBE) oder in einer Sauna eingesperrt (HOT 247°F); der Erfindungsreichtum ambitionierter Filmemacher ist fast grenzenlos. Auch der Überlebens-Schocker DETOUR (zu Deutsch: Umweg) ist eines dieser kleinen markerschütternden Werke, in denen sich der Held der Geschichte in einer ziemlich misslichen Situation wiederfindet und mit allerhand Improvisationstalent versuchen muss, der Lage Herr zu werden. Diesmal jedoch scheint die Ausgangssituation nicht nur erschütternd, sondern völlig ausweglos zu sein.
 
Regie-Debütant WILLIAM DICKERSON, der zuletzt für verschiedene Kurzfilme verantwortlich zeichnete, gibt mit diesem klaustrophobischen Überlebensfilmchen seinen Langfilmeinstand. Vieler Erklärungen bedarf der Film vorerst nicht. Der Zuschauer begleitet JACKSONS anscheinend ausweglosen Kampf, aus dem dunklen und feuchten Gefängnis zu entkommen. Realismus wird im minimalistischen Thriller DETOUR großgeschrieben. Denn die Figur JACKSON ALDER handelt nachvollziehbar. Regisseur DICKERSON konfrontiert den Zuschauer immer wieder mit der Frage, wie jeder selbst in dieser Situation handeln würde. So wirken die Aktionen der Hauptfigur auch entsprechend glaubhaft. Das Auto wird nach Werkzeug durchforstet und eine Lösung gefunden wie die Sauerstoff- und Wasserversorgung gesichert werden kann, um das Überleben weitere Tage hinauszuzögern. Zwar wirken die zündenden Ideen oft so, als wären sie aus einer angestaubten McGyver-Folge entsprungen; in Anbetracht der Umstände und der Panik des Filmhelden sind seine Handlungen dennoch stets authentisch geschildert.
 
Da die Szenerie auf gerade einmal 2m² beschränkt ist und von einem Protagonisten allein getragen werden muss, zieht WILLIAM DICKERSON alle Register intelligenter Filmkunst, um den Zuschauer bei Laune halten zu können und die Gegebenheiten zu spannend wie möglich zu skizzieren. So wird das Leben des Hauptdarstellers in kurzen Rückblenden vorgestellt. Die Liebe zu seiner Frau und die bevorstehende Geburt des ersten Kindes treiben den Helden immer wieder aufs Neue an, kluge Entscheidungen zu fällen, um einen Ausweg finden zu können. Zudem erfahren wir mittels loser Flashbacks, wie es letztendlich zum Vorfall gekommen ist. Um die Aufmerksamkeit und das Interesse der Zuschauer konsequent aufrecht zu erhalten, geschehen passend in Momenten möglichen Leerlaufs adrenalinfördernde Dinge, die nicht nur dafür sorgen, dass der Protagonist über sich hinauswächst. Auch der Filmfreund dürfte in jenen Szenen gehörig mitfiebern und hoffen, dass JACKSON doch noch irgendwie seinem matschigen Grab entfliehen kann.
 
Mit DETOUR erlebt der Filmfan ein erschütterndes Ein-Mann-Drama, das an die Nieren geht. Ausufernde Spezialeffekte, reißerische Nacktszenen und hektisches Action-Geballer gibt es hier nicht zu sehen. Stattdessen konzentriert sich der Film auf das Schicksal eines einzigen Protagonisten, der zu keiner Minute daran denkt, sich selbst aufzugeben. Der dünne Handlungsbogen wird mit allerlei intelligenten Ideen gespickt, so dass kein Leerlauf entsteht und die rund 90 Minuten Laufzeit vergehen wie im Flug. Wer es gern klaustrophobisch mag, ist mit DETOUR optimal beraten. Für ein Erstlingswerk eine durchaus beachtliche Leistung!
 
 
 


 
 
 

DETOUR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Beängstigend klaustrophobischer Überlebens-Thriller für Filmfans mit starken Nerven. Toll gespielt, super gefilmt und bis zur letzten Minute gnadenlos spannend!
 
 
 


 
 
 

DETOUR – Zensur

 
 
 
DETOUR ist kein Horrorfilm. Der Film wirkt authentisch und protokolliert den Überlebenskampf eines verschütteten Mannes. Blut fließt, bis auf eine Wunde an der Stirn des Opfers keines. Demnach wurde der Film mit einer ungeschnittenen FSK16-Freigabe in den Handel gebracht.
 
 
 


 
 
 

DETOUR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Castle View Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Detour; USA 2013

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1, (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Keine Extras

Release-Termin: 12.12.2014

 

Detour – Gefährliche Umleitung [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DETOUR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrecked (2010)

Buried – Lebend begraben (2010)

Cube (1997)

Panic Room (2002)