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Beiträge mit Schlagwort “Chad Archibald

Filmkritik: „I’ll Take Your Dead“ (2018)

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I’LL TAKE YOUR DEAD

Story

 
 
 

Ein alleinerziehender Vater bekommt unerwarteten Besuch von einer skrupellosen Bande Krimineller und muss in den eigenen vier Wänden ums Überleben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

I’LL TAKE YOUR DEAD – Kritik

 
 
 
ALEXANDRE AJA, ROB ZOMBIE oder ELI ROTH – Namen bekannter Filmemacher, die den meisten Horrorfilmfans ein Begriff sein dürften. Was aber nur die wenigsten wissen: es gibt weitaus mehr Regisseure, die den Zuschauer mit schaurigen Filmen den Schlaf verderben möchten und dabei nicht unbedingt schlechter sind, als die oben genannten. Zu einem derer zählt CHAD ARCHIBALD. Der dreht am Fließband Genre-Streifen, die sogar auf einschlägigen Festivals gelobt wurden. Dennoch will sich der Name des kreativen Filmfans nicht so recht in die Köpfe einbrennen. Vielleicht gelingt das nun endlich mit I’LL TAKE YOUR DEAD. Hierbei handelt es sich um den bisher besten, ausgereiftesten und rundesten Gruselausflug des Filmemachers, der zuletzt mit so Horrorwerken wie BITE, THE HERETICS oder THE DROWNSMAN versucht hat im Horror-Genre Anschluss zu finden.
 
 
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Endstation Müllbeseitigung. Eigentlich ist William (AIDAN DEVINE) ein fürsorgender Vater. Wäre da nicht die zwielichtige Bestreitung des Lebensunterhalts mit dem er sich und seine Tochter Gloria (AVA PRESTON) über Wasser halten muss. Im Namen einer brutalen Gang beseitigt er die toten Körper jener, die mit Bandenanführer Reggie (ARI MILLEN) so ihre Probleme gehabt haben. Leider kommt bald Abwechslung in den sonst eher stupiden Arbeitsalltag. Eine Leiche der neuen Lieferung ist nämlich gar nicht so tot, wie anfangs vermutet. Eine heikle Situation für den Alleinerziehenden. Der grübelt über das weitere Vorgehen, entscheidet sich aber dann dazu die vermeintliche Tote am Leben zu lassen. Ein fataler Fehler. Weil Gangoberhaupt Reggie erfährt, dass eines seiner Opfer immer noch unter den Lebenden weilt und von seinem Leichenbeseitiger geschützt wird, bringen sich Vater William und dessen Tochter in Gefahr. Zivilcourage kann eben auch manchmal tödlich sein.
 
 
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Endlich mal wieder ein guter Thriller. Die machen sich in letzter Zeit rar. I’LL TAKE YOUR DEAD ist ein Mix aus diversen Sub-Genres. Regisseur CHAD ARCHIBALD geht Experimente ein und vermischt hier Geister-Horror mit Thriller- und Home-Invasion-Momenten. Dabei erzählt er eine erschütternde und emotionale Vater-Tochter-Geschichte, die vor allem durch eines punkten kann: ästhetische Bilder und gute Schauspieler. An dieser Stelle sollte vor allem die 14-jährige AVA PRESTON genannt werden. Die spielt wie eine Große und verkörpert eine taffe Teenagerin, die plötzlich beginnt Geister zu sehen. Während Vater William im Auftrag eines Gangsterbosses Leichen in Salzsäure verschwinden lässt, wird Tochter Gloria zum unfreiwilligen Medium. Doch die Gabe ist alles andere als willkommen. Das Mädchen wird nämlich von den Seelen jener heimgesucht, die der Vater verschwinden lassen soll. Für Gloria eine Qual, denn die Angst vor dem Unerklärlichen machen jeden neuen Tag zum Albtraum.
 
 
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Leider schneidet CHAD ARCHIBALD die Geister-Thematik nur an, denn im Mittelpunkt stehen vorrangig zwischenmenschliche Beziehungen, in der vor allem die Vater-Tochter-Beziehung besondere Gewichtung erhält. Die gerät schon bald ins Wanken, weil mit der vermeintlich toten Jackie eine weitere Person in den Fokus gerückt wird, die das Verhältnis der kleinen Familie auf eine harte Probe stellt. Tochter Gloria sieht in ihr einen Mutterersatz und schlägt sich auf die Seite des unerwarteten Gastes. Dass das dem Familienoberhaupt so gar nicht passen will, dürfte logisch sein. Konfliktreiche Geschichten ziehen auch im Genre-Kino nach wie vor.
 
 
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Dennoch dürfte I’LL TAKE YOUR DEAD aber nicht jedem Horrorfan schmecken. Viel mit Horror hat dieser Mysterythriller nämlich nicht am Hut. Das Familiendrama besitzt zwar wenige Gruselmomente, wird aber ab Filmmitte zum Bandenthriller in dem zusätzliche Home-Invasion-Rezepturen implementiert wurden. Der Spannung tut das aber keinen Abbruch. Trotz überschaubarer Handlung zeigt CHAD ARCHIBALD, dass man auch aus kleinen Geschichten packende Abendunterhaltung machen kann. Es kommt einzig darauf an, wie man Handlungen verpackt, die im Grunde genommen auf einen Bierdeckel passen. Im Zuge dessen sollten man deshalb die Karriere des kanadischen Filmemachers im Auge behalten. Betrachtet man nämlich dessen bisherige Arbeiten, ist eine konsequente Weiterentwicklung zu erkennen. Die hat nun im Falle von I’LL TAKE YOUR DEAD ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Ein sehenswertes Stück Zelluloid, das wir an dieser Stelle aufgeschlossenen Genre-Fans ans Herz legen wollen. Da darf man gespannt darauf sein, was in Zukunft von diesem talentierten und ambitionierten Regisseur kommen wird. Handwerklich saubere und atmosphärische Horrorfilme drehen kann der nämlich zweifelsohne.
 
 


 
 
 

I’LL TAKE YOUR DEAD – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Geister-Grusel trifft auf Bandenthriller und Home-Invasion-Grauen. I’LL TAKE YOUR DEAD ist gelungener Indie-Horror, der endlich mal zeigt, was Regisseur CHAD ARCHIBALD wirklich drauf hat. Der ist ein richtiges Arbeitstier und dreht und produziert am Fließband Filme, von denen man definitiv schon mindestens einen gesehen hat. Ob ANTISOCIAL, BED OF THE DEAD oder BITE – der gebürtige Kanadier baut sich so langsam einen Ruf im Genrefilm auf und hat nun mit I’LL TAKE YOUR DEAD endlich mal was Rundes gemacht. Handwerklich ist der Streifen über jeden Zweifel erhaben. Man merkt förmlich, dass der leidenschaftliche Filmemacher sicher bei dem ist, was er tut. Die Kameraarbeit ist exzellent, die Symbiose zwischen Klangteppich und Schreckmomenten hervorragend und auch atmosphärisch fährt I’LL TAKE YOUR DEAD groß auf. Hier sieht alles nach mehr aus, als es letztendlich gekostet hat. Eine Kunst für sich, die vor allem durch die guten Schauspieler verstärkt wird, weil die für Indie-Horror-Verhältnisse ungewöhnlich gut spielen. Da sind die Zeiten üblen Horror-Trash kurz vergessen, der einem sonst mit wenig Aufwand vor die Füße geworfen wird. I’LL TAKE YOUR DEAD ist weit weg von Trash und eine Empfehlung für jene, die endlich mal wieder gute und ehrliche Genre-Ware in den Player schieben wollen. Dieser Film enttäuscht keineswegs. Deshalb vergeben wir für diesen Film das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

I’LL TAKE YOUR DEAD – Zensur

 
 
 
I’LL TAKE YOUR DEAD wird nicht viel gemordet oder gesplattert. Es wird einer Leiche ein Bein abgesägt. Ebenso bekommt man mal einen abgetrennten Kopf einer Leiche zu suchen. Die meisten Gewaltmomente reduzieren sich auf das Ende. Dann gibt es einige Einschüsse zu sehen. Zudem verbrennt ein Protagonist. Das alles taugt für eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

I’LL TAKE YOUR DEAD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Fawn Films | Breakthrough Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Don’t Breathe (2016)
 
Demon Girl – Das Böse lebt in ihr (2016)
 
The Badger Game (2014)
 

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Filmkritik: „The Heretics“ (2017)

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THE HERETICS

Story

 
 
 

Eine gewissenlose Sekte erwartet die Niederkunft eines grausamen Dämons, der sich in den vergangenen Jahren an Gloria labte und nun seinen Wirt verlassen will.

 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Kritik

 
 
 
Einmal Horrorfan, immer Horrorfan. Wer fleißig die Indie-Filmszene verfolgt, dürfte bereits mitbekommen haben, dass hier gern mal Filmemacher auf dem Regiestuhl Platz nehmen, die eine ausgesprochene Leidenschaft für Angst und Schrecken besitzen. Nicht selten stecken dahinter Regisseure, die mit den Filmen namhafter Genre-Ikonen aufgewachsen sind und nun selbst versuchen in deren Fußstapfen zu treten. Auch CHAD ARCHIBALD gehört zur Gruppe derer, die sich als eingefleischte Horrorfilmfans bezeichnen und aus Liebe zum Genre Streifen für Liebhaber dieser Filmgattung drehen. So entstand unter seiner Fuchtel bisher ganz brauchbares Zeug, das wir hier schon des Öfteren auf FILMCHECKER besprochen haben. Darunter gehörten die Schocker BITE oder THE DROWNSMAN, welche auf einschlägigen Festivals sogar reichlich Lob erhielten und hierzulande bereits auf dem FANTASY FILMFEST oder im Zuge des HARD:LINE FESTIVALS gezeigt wurden. Aber der Kanadier ist nicht nur als Regisseur unterwegs. Filmemacher CHAD ARCHIBALD ist Multitalent, produziert auch fleißig und fungierte als Geldgeber für Streifen wie BED OF THE DEAD, SEPTIC MAN oder ANTISOCIAL. Wenn das mal kein Arbeitstier ist.
 
 
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Die Reihe kurzweiliger Horrorfilme aus der Mache des ambitionierten Kanadiers wird nun mit dem Okkultstreifen THE HERETICS fortgesetzt. Darin erlebt die attraktive Gloria (NINA KIRI) die Hölle auf Erden. Die wird von einer ominösen Sekte entführt und für ein geheimnisvolles Ritual missbraucht. Doch die junge Frau kann entkommen und versucht trotz Trauma ein normales Leben zu leben. Die Angst spricht sie sich in einer Selbsthilfegruppe von der Seele und findet so Schritt für Schritt den Weg in die Normalität zurück. Doch genau fünf Jahre nach den furchterregenden Vorkommnissen beginnt der Horror von Neuem. Gloria wird abermals von einer vermummten Gestalt entführt und in eine Waldhütte verschleppt. Hier wird sie an Ketten gebunden und durchlebt ein weiteres Martyrium. Offenbar reifte bisher in ihr das Böse heran. Nun will es den Körper verlassen und auf Erden weilen. Das lässt auf Body-Horror in Bestform hoffen. Nur, ob THE HERETICS auch das halten kann, was die ansprechende Inhaltsangabe verspricht? Zumindest Fans okkulten Gruselfutters dürfte gefallen, was hier fabriziert wurde.
 
 
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Die bereits siebte Regiearbeit von CHAD ARCHIBALD handelt souverän ab, was man von einem Horrorfilm neuerem Datum erwartet. Zu sehen gibt es einige gut platzierte Schreckmomente, etwas Gewalt, eine unvorhersehbare Wendung und stimmige Atmosphäre, die wohlige Schauer garantiert. Herzstück des Gruselstreifens sind aber Body-Horror-Elemente mit denen der Filmemacher bereits in BITE ausführlich experimentiert hat. Bei genauerer Betrachtung ist THE HERETICS dem genannten Ekel-Horror von 2015 nicht unähnlich. Auch dort sah sich eine attraktive Dame mit einer nicht greifbaren Bedrohung konfrontiert, die körperliche Veränderungen zur Folge hatte. Gleiches wird auch in THE HERETICS zelebriert, wo sich Filmheldin Gloria nach und nach in eine dämonische Kreatur verwandelt und am Ende nicht mehr ganz so frisch aussieht. Effekttechnisch braucht sich THE HERETICS vor Mainstream-Ware nicht verstecken und auch sonst schaut der Streifen nach deutlich mehr aus, als er wohl gekostet hat. Regisseur CHAD ARCHIBALD schafft mit der eigenen Produktionsfirma Black Fawn Films das, was man eigentlich von den meisten Horrorfilmen erwartet – aber nur den wenigsten gelingt. Er erzählt visuell ansprechend eine kleine Geschichte, die kurzweilig unterhält. Darauf kommt es doch eigentlich an, wenn man Horrorware in den Player schiebt, schließlich will sich niemand von langweiligen Horrorfilmen den Tag verderben lassen. Von langweilig ist THE HERETICS weit entfernt. Archibald beweist ausgeprägtes Gespür für unheilvolle Bilder und überzeugt mit schaurigem Klangteppich. Letzterer lässt hin und wieder zusammenzucken, wenn die Helden im Film von Visionen geplagt werden oder eine eklige Metamorphose ihren Lauf nimmt, während der sich Protagonistin Gloria in eine bemitleidenswerte Kreatur verwandelt. THE HERETICS ist ein Fanfilm und das merkt man auch. Dessen Macher variiert bekannte Horror-Muster und verbeugt sich dabei ehrwürdig vor den ganz großen Schauermaestros der Horrorfilmszene. So erinnert die Hütten-Szenarie nicht unwesentlich an den von SAM RAIMI inszenierten TANZ DER TEUFEL. Aber auch Body-Horror-Experte DAVID CRONENBERG dürfte Pate gestanden haben. Wenn Heldin Gloria im Film nicht definierbare Substanzen erbricht und ihr die Haare ausgehen, sind die kontroversen Ekelmomente aus Cronenbergs DIE FLIEGE nicht weit. Da haben die F/X-Künstler mal wieder ganze Arbeit geleistet. Für Indie-Verhältnisse beachtlich.
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
DIE FLIEGE meet TANZ DER TEUFEL und DER EXORZIST. THE HERETICS ist ein Mix aus den Ekel-Metamorphosen eines DAVID CRONENBERG und den Okkult-Albträumen des WILLIAM FRIEDKIN – visuell verfeinert mit Hütten-Grauen aus der Kreativschmiede des jungen SAM RAIMI. Regisseur CHAD ARCHIBALD dürfte als Heranwachsender viele bekannte Schocker verschlungen und ausreichend studiert haben. Der Filmemacher und Horrorfilmfan ist ein Kind der 80er und mit den meisten wegweisenden Horrorfilmen der VHS-Ära aufgewachsen. Demzufolge spürt man auch bei THE HERETICS die Liebe zum Genre, die den Kanadier seit der Kindheit verfolgt. THE HERETICS ist ein Grusler der alten Schule. Der Film besitzt handgemachte Spezialeffekte, die einfach getrickst wurden, aber keinesfalls ihre Wirkung verfehlen. Zudem überzeugt der Okkult-Streifen hinsichtlich Atmosphäre und Schocks. Die Handlung passt zwar auf einen Bierdeckel, besitzt aber dank Wendungen und ekligen Verwandlungsmomenten genug Höhepunkte, um knapp 90 Minuten bei Laune zu halten. Für Horror-Nerds genau das richtige für kühle Herbst- und Wintertage.
 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Zensur

 
 
 
THE HERETICS hat kaum Gewaltmomente zu bieten. Ein Hals wird durchgeschnitten und ein Messer in einen Körper gestoßen. Das Hauptaugenmerk liegt eher auf die Verwandlungseffekte, die dann teilweise doch schon etwas eklig anzuschauen sind. Zwar erreichen die nicht so eklige Ausmaße wie in BITE. Dennoch wurden sie professionell getrickst, so dass Zuschauer mit empfindlichen Magen besser in der zweiten Filmhälfte die Augen schließen, wenn es zu unappetitlich wird. THE HERETICS hat eine Freigabe für Erwachsene erhalten: keine Jugendfreigabe und ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Heretics; Kanada 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.05.2018

 

The Heretics [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bite (2015)
 
Die Fliege (1987)
 
Contracted (2013)
 
Contracted: Phase II (2015)
 
Starry Eyes (2014)
 
Chemical Peel (2014)
 
Thanatomorphose (2012)
 
Septic Man (2013)
 


Filmkritik: „Bite“ (2015)

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BITE

Story

 
 
 
Nachdem einen Frau aus dem Kurzurlaub zurückkehrt, durchlebt sie eine seltsame Verwandlung. Der Biss eines eigenartigen Insekts ruft sonderbare Symptome hervor, was der Leidgeplagten zu schaffen macht und aggressive Laune verursacht.

 
 
 


 
 
 

BITE – Kritik

 
 
 
CHAD ARCHIBALD ist jemand, den man in Filmkreisen als Multitalent bezeichnet. Der schreibt nicht nur Drehbücher und produziert Horrorware (SEPTIC MAN), sondern übernimmt auch schon mal die Regie in Musikvideos, TV-Serien oder Horrorfilmen (THE DROWNSMAN). Doch das ist noch längst nicht alles. Archibald probiert sich gern aus. Demzufolge hat der sympathische Kanadier auch schon einige Male hinter der Kamera Platz genommen oder sogar davor als Schauspieler (ANTISOCIAL) agiert, wenn aus Budgetgründen gespart werden musste. Im Laufe der Jahre hat sich der Filmemacher so reichlich Wissen angeeignet, von dem nun der Body-Horror BITE profitiert. Auch hier hielt Archibald die wichtigsten Zügel in der Hand, damit er absolute Kontrolle über das Filmprojekt erhalten konnte. So zeichnete er neben Story und Regie auch als Produzent verantwortlich, um möglichst ekligen Body-Horror nach eigenen Vorstellungen zu kreieren, der nicht ungeschickt nach einem der ganz großen Körper-Schocker schielt: das Remake zu DIE FLIEGE.
 
 
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Ein eigenartiger Insektenbiss führt hier zu schwerwiegenden Folgen. Kurz vor der Hochzeit treibt es drei aufgedrehte Schönheiten nach Costa Rica, wo der Jungesellinnenabschied von Casey (ELMA BEGOVIC) gefeiert werden soll. Die verfällt dem Alkohol und landet im Bett mit einem attraktiven Unbekannten, was später noch für allerhand Probleme sorgen wird. Doch die Affäre wird zum kleineren Übel. Beim ausgiebigen Bad in einem versteckten See wird sie von einem Insekt gebissen und denkt sich nichts dabei. Die Retourkutsche folgt in den eigenen vier Wänden. Kaum zurück in der Heimat klagt die Gebissene über Übelkeit und Schwindelgefühl. Ein Schwangerschaftstest bestätigt schlimmste Befürchtungen. Die Verlobte ist schwanger, obwohl sie doch dem Liebsten (JORDAN GRAY) Keuschheit bis zur Hochzeitsnacht versprochen hatte. Der bekommt bald mit, dass hier etwas im Argen liegt, denn bald schon durchlebt die Freundin eine schaurige Verwandlung zum Insekt, die sich offenbar nicht aufhalten lässt.
 
 
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Ein Apartment wird zum Nest. BITE ist definitiv kein Film für jene, die es gern sauber und ordentlich in der Wohnung haben. Was hier an Schleim, Erbrochenem und eigenartigen Kokon-Resten auf Boden und Wände verteilt wurde, lässt selbst die pedantischsten Putzfrauen verzweifeln. Macher CHAD ARCHIBALD schwingt nicht die Splatter- oder Gorekeule, um zu schockieren. Vielmehr versucht er durch Ekel Eindruck zu hinterlassen – und das nicht gerade wenig. Wie einst schon DAVID CRONENBERG mit seiner Neuverfilmung zu DIE FLIEGE versucht man in diesem Streifen mittels Körperflüssigkeiten, Insekteneiern und grotesken Verwandlungen die Aufmerksamkeit des Zuschauers für sich zu gewinnen. Das gelingt anfangs ganz gut. Weil aber die Ekelszenen ständig wiederholen werden, hat man sich schnell daran sattgesehen, so dass viele der wirklich unappetitlichen Filmmomente schnell an Reiz verlieren. So werden im Filme regelmäßig Bubble-Tea-Kügelchen zertreten oder verspeist, die dazu noch im Großformat von der Kamera eingefangen werden und die Insektenbrut darstellen sollen. Dazwischen wird erbrochen oder Eiter aus infizierten Wundmalen gedrückt. Etwas mehr Ekel-Abwechslung hätte nicht geschadet.
 
 
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Warum hilft kein Arzt? Wie meist nur im Horrorfilm üblich wird in BITE erst dann medizinischer Rat hinzugezogen, wenn es zu spät ist. Leider erscheint ein Arzt im Film nie, was dem Zuschauer aber recht sein dürfte. Der bekommen so einige ansprechend in Szene gesetzten Verwandlungsstadien zu sehen, die eine Frau langsam zum Insekt mutieren lassen. Weil BITE aber eine kleine Produktion ist, konnte nicht aus den Vollen geschöpft werden. So musste die Verwandlung auf (immerhin gute) Make-up-Effekte und wenige Prothesen reduziert werden. Eine vollständige Metamorphose zum Tier wäre wohl das I-Tüpfelchen gewesen. Leider ist in BITE der Ekel Selbstzweck, denn viel Substanz oder Tiefgang bietet der Streifen nicht. Sieht man von den vielen widerlichen Szenen ab, bleibt bis auf eine lapidare Geschichte über Vertrauensbruch und seine Folge nicht viel übrig, was Erwähnung finden könnte. Das sollte bewusst sein, wenn man sich auf den Film einlassen möchte. Zwar wird im Film Altmeister DAVID CRONENBERG dreist kopiert – die tiefgreifenden Qualitäten des sogenannten Body-Horror-Schöpfers erreicht BITE leider zu keiner Minute. Dafür ist der Streifen einfach nur darauf aus, möglichst vielen Zuschauern Übelkeit zu bescheren.
 
 
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BITE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ekel-Horror wie er im Buche steht. BITE ist kein Film für Horrorfans mit Reizmägen. Was als Found-Footage-Horror beginnt, bekommt Gott sei Dank schnell die Kurve. Nach zehn Minuten unentwegtem Kamerageschüttelt geht es in der herkömmlichen Filmansicht weiter und der Zuschauer bekommt Brechreiz erregenden Körper-Horror zu sehen, der ziemlich unverfroren bei der Neuauflage von DIE FLIEGE (1986!) stibitzt. Körperflüssigkeiten, Schleim und Verwandlungsstadien bilden in BITE das Fundament, das zwar simple zusammengestrickt wurde, aber immerhin die gewünschte Wirkung erzielt. BITE will ausschließlich Ekel hervorrufen und das gelingt dem Film ganz wunderbar. Eine Frau wird hier zum Insekt und legt im Akkord Insekteneier, die sie nach allen Regeln der Horrorkunst beschützen muss. Wer der Brut zu nahe kommt wird ausradiert. Effekttechnisch wird einiges geboten. Leider verdirbt – wie so oft in Indie-Produktionen – das begrenzte Budget den Spaß. Mangelndes Kapital sorgt dafür, dass viele der Ekelmomente wiederholt werden müssen. Schade – eine vollständige Metamorphose mit tadelloser Tricktechnik hätte BITE in eine Trash-Granate verwandelt. Auch wenn der Film hinter den Möglichkeiten zurückbleibt, kann man trotzdem einen Blick riskieren. So übel ist BODY nicht – auch wenn der Film nur auf den schnellen Ekel-Kick aus ist.
 
 
 


 
 
 

BITE – Zensur

 
 
 
Brutale Gewalt gibt es nicht zu sehen. Der Film lebt in erster Linie von den vielen Ekeleffekten, die eindrucksvoll unterstreichen, wie eine Frau zum Insekt mutiert. Im späteren Verlauf kann die Leidgeplagte Magensäure spuken und verätzt damit das Gesicht einer Protagonistin. Zudem tötet sie ihre Freundinnen mit eigenen Körpersäften oder sticht ihnen mit ihrem gewachsenen Stachel in den Hals. Hierzulande hat BITE in der ungeschnittenen Fassung eine FSK16 erhalten. Wegen Bonusmaterial hat die erhältliche DVD / Blu-ray einen roten FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

BITE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bite; Kanada 2015

Genre: Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | wegen Bonusmaterial: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.10.2017

 

Bite [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BITE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei I-ON New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Contracted (2013)
 
Contracted: Phase II (2015)
 
Starry Eyes (2014)
 
Chemical Peel (2014)
 
Thanatomorphose (2012)
 


Filmkritik: „The Drownsman“ (2014)

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THE DROWNSMAN

Story

 
 
 
Die hübsche Madison hat panische Angst vor Wasser und das nicht ohne Grund. Nach einer Nahtoderfahrung wird sie von einem Geist verfolgt, der sich Wasser zu Eigen macht, um sie und ihre Freunde zu töten.
 
 
 


 
 
 

THE DROWNSMAN – Kritik

 
 
 
Urängste haben im Horrorfilm immer wieder einen besonderen Stellenwert, denn daraus lassen sich die wohl besten Geschichten machen. Eine dieser Urängste wird im Film THE DROWNSMAN zum Thema gemacht: nämlich die vom Wasser und dem Ertrinken. Die hübsche Madison (MICHELLE MYLETT – die Heldin aus ANTISOCIAL) hat eine unbeschreibliche Furcht vor Wasser. Ob im Waschbecken, in Form einer Pfütze oder als Getränk – kaum mit dem Nass in Berührung gekommen, wird die Mittzwanzigerin von Angstattacken heimgesucht, die ihr unbeschreibliche Qualen bereiten. Doch die Phobie ist nicht unbegründet. Ein Trauma ist für die Leiden verantwortlich. Vor genau einem Jahr fiel die bis dahin lebensfrohe Frau in einen See und drohte zu ertrinken. Auf der Schwelle zum Tod begegnete sie einem unheimlichen Fremden, der sie fortan in ihren Träumen besucht. Für Madison kein einfaches Los, denn real wirkende Träume und Visionen machen ihr das Leben zur Hölle. Doch wozu hat man Freunde, wenn sie in schweren Zeiten nicht zur Seite stehen würden. Die besten Freundinnen sind zur Stelle und wollen der Traumatisierten helfen. Madison soll sich ihrer Angst stellen. Bei einer Séance inklusive Schaumbad, sollen Fragen geklärt und Leiden beseitigt werden. Was die Freundinnen leider nicht ahnen: mit dem Kontakt zu den Toten wird eine Tür geöffnet durch die das Böse aus Madisons Visionen und Träumen in unsere Welt schlüpfen kann. Was folgt ist vorprogrammiert. Die Mädchen werden vom Geist eines unaufhaltsamen Serienmörders verfolgt (RY BARRETT ebenfalls aus ANISOCIAL), der mit den naiven Protagonistinnen ein Hühnchen zu rupfen hat.
 
 
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Pitschnasse Haare, starrer Blick und ständig tropfendes Wasser. Nein, das hier ist keine weitere Fortsetzung des japanischen Kassenschlagers RINGU, in dem ein wütender Kindergeist aus Brunnen, Waschmaschinen und TV-Geräten krabbelt und tödlichen Unfug treibt. Der hier besprochene Streifen kommt aus Kanada und hat mit dem bekannten RING-Franchise nichts am Hut, obwohl der Film bei genauer Betrachtung dem genannten Gruselexport aus Japan nicht unähnlich ist. Ein toter Serienkiller sucht sich in THE DROWNSMAN einen Weg aus dem Reich der Toten in die Welt der Lebenden, um das auszuleben, was Kultkiller wie JASON VOORHEES, VICTOR CROWLEY und MICHAEL MEYERS stets von Neuem vorantreibt: Rache. Statt die Leidenschaft fürs Töten mit Machete und Küchenmesser auszuleben, geht Filmmörder Sebastian in THE DROWNSMAN wesentlich unkonventioneller vor. Er meuchelt nicht, sondern ertränkt. Das Element Wasser spielt in diesem Horrorstreifen eine wesentlich Rolle, das dem Killer als Brücke in unsere Welt dient. Ähnlich wie die Dunkelheit in DER FLUCH VON DARKNESS FALLS oder erschreckende Albträume in A NIGHTMARE ON ELM STREET kann das Böse in THE DROWNSMAN nur dann nach seinen Opfern krallen, wenn die mit Wasser in Berührung kommen. Das sorgt zwar für etwas Abwechslung und schnellen Herzschlag; neu erfunden wird das Slasher-Genre dadurch jedoch nicht.
 
 
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Eigentlich ist THE DROWNSMAN kaum der Rede wert, denn die Handlung ist derart klischeebehaften und überschaubar, dass sie auf einem Bierdeckel Platz finden würde. Die Darstellerinnen strotzen nicht gerade vor Talent und agieren reichlich unsicher, dass man meinen könne, sie ständen das erste Mal vor der Kamera. Zudem hat man ausufernde Gewaltmomente gänzlich aus dem Drehbuch radiert, damit sich der Schrecken auf subtile Weise entfalten kann. Trotz quälender Vorhersehbarkeit überrascht der Film durch eine souveräne technische Inszenierung, die THE DROWNSMAN dann doch wertiger erscheinen lässt, als er letztendlich ist. Die Kulisse ist minimalistisch aber finster, eine auf Hochglanz gebügelte Optik rückt die vielen (Er)Schreckmomente ins rechte Licht. Somit ist passable Gruselunterhaltung garantiert, die sich kurzweilig ihren Weg durch den übernatürlichen Slasher bahnt. Regisseur CHAD ARCHIBALD und Produzent von Filmen wie IF A TREE FALLS, ANTISOCIAL und SEPTIC MAN hat vorausschauend gearbeitet. Nicht nur, dass er beim Drehbuchschreiben an das offene Ende gedacht hat. Ganz nebenbei war er darum bestrebt ein neues Franchise zu kreieren, dass Potenzial haben könnte in Serie zu gehen. Mit der imposanten Figur des DROWNMAN hat er einen interessanten Mythos und gleichzeitig einen neuen unkaputtbaren Filmkiller geschaffen, der genügend Potenzial besitzt, um in mehreren Fortsetzungen sein Unwesen treiben zu können. Sichtlich von Cravens NIGHTMARE ON ELM STREET inspiriert, erinnert THE DROWNSMAN an die vielen schwarzhumorigen Abenteuer eines gewissen FREDDY KRUEGER, der in sieben Albträumen, einer TV-Serie und dem obligatorischen Remake sein Unwesen trieb. Der schlich sich in die Albträume vorlauter Teenager, um sie dort einen Kopf kürzer machen zu können. Ganz ähnlich geht es THE DROWNSMAN zu. Bösewicht Sebastian ist zwar nicht zu scharfzüngig wie sein kreativer Metzelkollege aus der Elm Street, hat es aber ebenso faustdick hinter den schmutzigen Ohren. Die dampfenden Rohre und lodernden Flammen aus Freddys Welt wurden durch speiende Wasserfontänen ersetzt, die es dem Killer ermöglichen ahnungslose Opfer aus unserer in seine feuchte Welt zu zerren. Kaum kommt eine der Figuren mit Wasser in Berührung findet sie sich im Folterkeller des Drownsman wieder und muss dort ums Überleben wimmern und schwimmen. Das passiert atmosphärisch, abwechslungsreich und tricktechnisch ganz ordentlich, so dass THE DROWNSMAN definitiv Lust auf mehr macht. In diesem Fall darf die Fortsetzung gern kommen – wir sind bereit.
 
 
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THE DROWNSMAN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
A NIGHTMARE UNDERWATER. Ein freucht-gruseliges Albtraumszenario, das sich menschliche Urängste zunutze macht, um maximales Unbehagen heraufbeschwören zu können. Auch wenn der Plot so ziemlich offensichtlich an Cravens Klassiker NIGHTMARE ON ELM STREET erinnert ist THE DROWNSMAN besser als man bei einer solch erfolgreichen Vorlage vermuten würde. Macher CHAD ARCHIBALD hat einen soliden Horrorbeitrag ohne Längen auf Zelluloid gebracht, der unbeschwert mit dem Element Wasser spielt und ganz nebenbei für ein paar fiese Schreckmomente sorgt, die trotz Vorhersehbarkeit ordentlich zusammenschrecken lassen. Die Quintessenz des Streifens ist jedoch Filmmonster Sebastian. Der wortkarge, mürrische und imposante Bösewicht hat gute Chancen in die Reihe beliebter Filmmeuchler aufgenommen zu werden. Da kann man nur hoffen, dass der Film trotz schauspielerischer Defizite und simpler Geschichte gut angenommen wird, damit eine Fortsetzung folgen kann, schließlich hat Regisseur CHAD ARCHIBALD mit seinem THE DROWNSMAN das erreicht, von dem manch anderer Filmschaffender nur träumen kann: unterhaltsames Horrorkino, das den Zuschauer packt und nicht mit Langeweile quält.
 
 
 


 
 
 

THE DROWNSMAN – Zensur

 
 
 
Blut oder Gewalt gibt es im Film nicht zu sehen. Der Filmmörder reißt seine „Beute“ unter Wasser oder sperrt sie in Behälter, die sich dann mit Wasser füllen. Demzufolge ist THE DROWNSMAN bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Wegen einiger höher eingestufter Trailer auf der Blu-ray darf diese aber erst an Erwachsene verkauft werden.
 
 
 


 
 
 

THE DROWNSMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Drownsman; Kanada 2014

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | wegen Bonus ist Blu-ray: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 29.06.2018

 

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THE DROWNSMAN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen und Packshot: I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
 
Dream Demon (1988)
 
A Nightmare on Elm Street (1984)
 
Ring – Remake (2002)


Filmreview: „Antisocial“ (2013)

Antisocial_2013
 
 
 

ANTISOCIAL – ALLES ANDERE ALS EIN NORMALER VIRUS

Story

 
 
 
Für einige Studenten endet der Neujahrsrutsch im Fiasko. Ein Virus bricht aus und verwandelt Menschen in gewalttätige Tötungsmaschinen. Um sich nicht anzustecken und Konfrontationen mit den wilden Horden zu vermeiden, verbarrikadiert man sich im Haus eines der Freunde. Doch selbst hier kann sich die Clique nicht in Sicherheit wähnen, denn der Virus scheint einen anderen Weg gefunden zu haben, sich der Körper seiner Opfer zu bemächtigen …
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Kritik

 
 
 
Seit Mitte der 90er Jahre hat sich das Internet zum Standard für die Verbreitung von Informationen jeder Art entwickelt. Das World Wide Web gilt als eine der größten Veränderungen des Informationswesens seit der Erfindung des Buchdrucks und hat seither enormen Einfluss auf das tägliche Leben genommen. Ob Kontakte knüpfen, Einkaufen gehen oder Bankgeschäfte erledigen; das Internet ist in unserer schnelllebigen Zeit unentbehrlich geworden und wird von immer mehr Menschen weltweit auf ganz unterschiedliche Weise genutzt. Wie abhängig sich die Menschheit mittlerweile von jener sich rasant entwickelten Technologie gemacht hat, zeigt CODY CALAHAN mit seinem Erstling ANTISOCIAL. Hier sind es die sozialen Netzwerke, die gleich mal auf recht bissige Weise ihr Fett abbekommen. Ganz unbegründet ist die schroffe Gesellschaftskritik natürlich nicht, scheint es doch für immer mehr User zum Lebensinhalt geworden zu sein, sich in Social Community-Plattformen wie Facebook, MySpace oder Google+ mitzuteilen oder selbst zu inszenieren.
 
Gleiches erlebt auch Sam (MICHELLE MYLETT), die quasi am letzten Tag des Jahres per Social Redroom (eine Art fiktives Facebook) vom Ende ihrer Beziehung erfährt und daraufhin die Community-App von ihrem Handy löscht. Sie macht sich zu ein paar Freunden, um mit ihnen gemeinsam das neue Jahr zu begrüßen. Leider entwickelt sich die Silvestersause zum Albtraum, denn die Menschen auf den Straßen scheinen von etwas höchst Aggressivem infiziert zu sein, das sich in Windeseile von Körper zu Körper frisst und friedliebende Zeitgenossen in bösartige Wilde verwandelt. Schnell erkennen die Freunde, dass es sich hier um einen Virus handeln muss, der durch Hautkontakt und durch Blut von bereits Infizierten übertragen wird. Doch Sam ist anderer Meinung. Sie findet heraus, dass die Krankheit eine andere Ursache besitzt bei der das Internet eine mehr als tragende Rolle spielt.
 
Not another Zombie Movie. ANTISOCIAL schwimmt selbstverständlich im lukrativen Fahrwasser der beliebten Zombieheuler, denn solange THE WALKING DEAD im TV alle Rekorde bricht, werden auch weitere Streifen dieser Art produziert werden. ANTISOCIAL ist aber immerhin einer der besseren Beiträge dieses Subgenres, wobei CALAHAN mit seinem Debüt ebenso wie einst auch Zombie-Urvater GEORGE A. ROMERO (NIGHT OF THE LIVING DEAD) versucht, den Zuschauer mit reichlich Holzhammertaktik wachzurütteln. Social Network heißt die Seuche, die sprichwörtlich User in “asoziale” Kreaturen verwandelt, die jene Internetseiten für das Kommunizieren aufsuchen. Denn ganz wie im echten Leben haben sich derlei Kommunikationskanäle zu einer regelrechten Plage entwickelt. Menschen sprechen ausschließlich virtuell miteinander; Unterhaltungen werden wenn nur noch per Facebook oder Skype getätigt. Das ist bei weitem einfacher zu bewerkstelligen und bequemer, als sich außerhalb des Netzlebens auf einen Kaffee zu treffen. Zudem schwindet in der Anonymität des Internets zunehmend der Respekt vorm Gesprächspartner. Hier verwandeln sich selbst scheue, graue Mäuschen in tapfere Krieger, die natürlich keine Skrupel davor haben, selbst per Chat oder Email die Beziehung mit der/dem Liebsten zu beenden. Da tut es letztendlich auch mal Not, wenn in der Masse an Plattformen aussortiert wird und sich die Mitglieder in mordgierige Marionetten verwandeln, die sich gegenseitig ausradieren.
 
Ähnliche Thematik griff 2008 übrigens BRUCE MCDONALD auf. In seinem klaustrophobischen Weltuntergangsszenario PONTYPOOL wurde ein Zombievirus auf ebenso ungewöhnliche Weise übertragen. Hier infizierte sich die Bevölkerung auf dem Wege der Sprache. Das Hören bestimmter Wörter hatte im Film eine Erkrankung zur Folge, die aus Menschen aggressive Furien werden ließ, was gut und gerne auch als Anspielung auf die zunehmende Degeneration der heutigen Sprache gewertet werden kann. Auch in ANTISOCIAL spielt Kommunikation eine wesentliche Rolle. CALAHAN fasst mit seinem recht ungewöhnlichen Film den neuen Trend der sozialen Netzwerke auf und kritisiert ihn auf kontroverse Weise. Herausgekommen ist ein recht bizarrer Zombiestreifen, der trotz aller berechtigter Kritik aber immer noch genug Horrorfilm bleibt, um den Fan des Genres zu unterhalten. Wie es im Zombiefilm üblich ist, wird auch hier nicht auf grobes Gemetzel verzichtet. Die Protagonisten infizieren sich der Reihe nach mit einem versehentlich freigesetzten Internetvirus und beginnen sich im Verlauf der Handlung zu töten. Da darf schon einmal eine gut geschärfte Axt nicht fehlen, mit der die Heldin am Ende ein kleines Gemetzel anrichten darf. Ansonsten ist man aber in ANTISOCIAL vordergründig damit beschäftigt, der Ursache der Epidemie auf die Schliche zu kommen. Die kommt aus dem Rechner, sorgt vorerst für Halluzinationen und lässt Nasen- wie Ohrenbluten folgen. Danach verwandelt sich der Infizierte zur Killermaschine, die es aufzuhalten gilt. Unterm Strich ist das Erstwerk des Kanadiers CODY CALAHAN kein dummes Filmchen, insofern man sich mit der Tatsache anfreunden kann, dass hier der Zombievirus auf eher unkonventionelle Weise unter die Leute kommt. ANTISOCIAL ist ein erstaunlich guter Film geworden, der handwerklich solide umgesetzt wurde und dabei trotz Indie-Status eine richtige gute Figur macht. Auch wenn die Wege der Heilung schon etwas sehr haarsträubend beschrieben werden, sollte man sich ANTISOCIAL nicht entgehen lassen, denn sehenswert ist dieser kanadische Genre-Beitrag allemal.
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
ANTISOCIAL darf mit Sicherheit als einer der diskussionswürdigsten und blutigsten kanadischen Horrorfilme gewertet werden. Der kontroverse Weckruf gegen die Sucht nach Selbstinszenierung in den sozialen Netzwerken und den Einfluss auf unsere Kommunikation durch das Internet macht einmal mehr als deutlich, welchen Stellenwert die Datenautobahn in der heutigen Zeit genießt. Ohne das World Wide Web geht schon lange nix mehr, was im Falle von ANTISOCIAL ein (zwar absurdes aber dennoch) mehr als erschreckendes Ende findet. Regisseur CODY CALAHAN schafft es, selbstsicher einen blutigen Zombiestreifen mit aktuellem Zeitgeschehen zu kombinieren. Insofern man sich nicht an der etwas ungewöhnlichen Thematik stört, dürfte sein Filmdebüt mit Sicherheit neugierig auf das machen, was der Regisseur in Zukunft aus dem Ärmel schütteln wird. ANTISOCIAL bringt endlich frischen Wind ins leicht angestaubte Zombiegenre – wer hätte das ausgerechnet von so einem kleinen Indie erwartet?
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Zensur

 
 
 
ANTISOCIAL wird gegen Ende recht blutig. Da werden auch mal Köpfe angebohrt und Gliedmaßen abgehackt. ANTISOCIAL wurde von der FSK ungeschnitten freigegeben. Der Film hat den roten KEINE JUGENDFREIGABE-Flatschen erhalten.
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Antisocial Blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Antisocial; Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 21.02.2014

 
 
 

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ANTISOCIAL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Pontypool (2008)
 
The Last Days on Mars (2013)
 
Open Graves (2013)
 
Terror Z – Der Tag danach (2013)