Filmkritik: „Hell Fest“ (2018)

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HELL FEST

Story

 
 
 

Wenn die Geisterbahn zur grausamen Realität wird: in einem Horror-Themenpark geht ein Killer um, der Gefallen daran findet junge Menschen zu töten.

 
 
 


 
 
 

HELL FEST – Kritik

 
 
 
Was nur ist mit dem Slasher passiert. Diese Unterart des Horrorfilms flimmert nun seit mehr als über 40 Jahren über die Leinwand – mit Ruhm bekleckert die sich aber seit Jahren nicht mehr. Den letzten wirklich großen Streifen dieser Gattung Film gab es 1996 mit SCREAM. Seither muss man nennenswerte Slasher-Produktionen mit der Lupe suchen. Doch man kann noch hoffen; zumindest wenn man sich den Trailer zum Meuchelstreifen HELL FEST anschaut. Der macht auf den ersten Blick eine gute Figur. Da wird mit rasanten Schnitten, glattgebügelten Bildern, panischer Musikuntermalung und einem furchterregenden Killer geworben. Leider alles heiße Luft. HELL FEST wird Erwartungen nicht gerecht, denn sonderlich spannend oder gar neu ist Gebotenes keineswegs. Ein großes Problem: Regisseur GREGORY PLOTKIN folgt zu engstirnig den Regeln, die der Slasherfilm zu seinen Anfangszeiten festgelegt hat. Wer demzufolge schon mal einen Streifen dieser Art gesehen hat, dürfte ahnen, was ihm blüht. Das hat zur Folge, dass alles absolut vorhersehbar bleibt. Spannung wird demnach zunichtegemacht. Das ist irgendwie ärgerlich.
 
 
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Rummelplatz des Grauens. Offenbar sind Horror-Themenparks, Geisterbahnen und Horror-Häuser seit einiger Zeit eine beliebte Kulisse, um dort Protagonisten an Halloween über die Klinge springen zu lassen. So haben wir zuletzt mit BLOOD FEST, THE FUNHOUSE MASSACRE oder TALON FALLS bereits ähnliche Streifen besprochen, in denen auf schaurigen Kirmes-Veranstaltungen das Böse Runden gedreht hat. In HELL FEST passiert etwas ganz ähnliches. Darin machen sich junge Menschen auf zu einer Attraktion, die Ihresgleichen sucht. Auf dem sogenannten „Hell Fest“ können sich Besucher zu Tode erschrecken lassen. Dieser riesige Themenpark hat sich dem Horror-Genre verschrien und entpuppt sich als riesige Freiluft-Geisterbahn, die dem Besucher das Blut in den Adern gefrieren lassen soll. Zumindest erhoffen sich den ultimativen Schock-Trip auch unsere fünf Helden. Die besorgen sich VIP-Bändchen und können es kaum erwarten sich von Zombies, Geistern und Serienmördern durch die Nacht hetzen zu lassen. Leider befindet sich auch unter den vielen Gästen auch einer, der nicht alle Latten am Zaun hat. Der macht nämlich aus Spaß Ernst und beginnt Besucher zu ermorden. Leider kann er auf dieser Veranstaltung ungestört töten. Die meisten der hier Anwesenden glauben nämlich, dass die Leichen zum Programm gehören. Doch Heldin Natalie (AMY FORSYTH) ist clever. Der kommt alles etwas spanisch vor und bringt sich so in große Gefahr. Der Killer will sich nämlich von ihr nicht den Spaß verderben lassen und heftet sich an ihre Fersen, um die neugierige Zeugin einen Kopf kürzer zu machen.
 
 
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Joar, ist halt ein Slasher. HELL FEST unterscheidet sich nicht unwesentlich von den üblichen Verdächtigen dieses nicht mehr ganz so frischen Subgenres des Horrorfilms. Der Streifen hakt die wichtigsten Regeln ab, die dieser Art von Filmen zugrunde liegen. Wer hier überleben wird, ist bereits zu Beginn klar. So haben wir die obligatorische Scream-Queen, die es am Ende mit dem Killer aufnehmen wird, vorher aber tatenlos zusehen muss, wie die nicht immer klugen Freunde nacheinander abgeschlachtet werden. Selbstverständlich wird dabei die Identität des Killers bewahrt. Der versteckt sich hinter einer schaurigen Maske und darf am Ende entkommen, damit HELL FEST bei Erfolg in eine zweite Runde gehen kann. Der rudimentäre Ablauf dürfte selbst alteingesessene Slasher-Fans unterfordern, denn eine richtige Handlung besitzt HELL FEST keineswegs. Vielmehr sehen wir, wie dumme junge Menschen von einer Themenpark-Attraktion zur nächsten laufen und dabei nacheinander das Zeitliche segnen. Das ist ermüdend, gerade auch deshalb, weil mehr Wert auf Kulisse gelegt wird, statt die Protagonisten und die Taten des Killers in den Mittelpunkt zu rücken. In HELL FEST ist nämlich der Ort der Geschnehnisse der eigentliche Star. Hier haben Bühnenbildern ganze Arbeit geleistet. Das Set glänzt durch Abwechslungsreichtum, die Masken der Schausteller sehen verdammt gut aus und jede Attraktion in diesem Freizeitpark besticht durch Liebe zum Detail. Das mag löblich sein, kann aber den Slasher nicht vor der Belanglosigkeit retten, weil visuelle Raffinessen allein einen Horrorfilm nicht tragen können.
 
 
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Unterm Strich bedeutet das: außen hui, innen pfui. HELL FEST kann nicht halten, was der aussichtsreiche Trailer verspricht. Der Streifen schaut zwar ziemlich gut aus, ist aber bei genauerer Betrachtung keine Spannungsgranate. Die Ereignisse passieren eben und wirkliche Höhepunkte muss man mit der Lupe suchen. Erst im Finale kommt endlich so etwas wie Herzklopfen auf. Dass zudem auch dem Gewaltpegel kaum Beachtung geschenkt wurde, dürfte vielen Slasher-Fans gar nicht gefallen. Mit beinahe schon übertriebener Zurückhaltung geht der Killer in HELL FEST zugange. Da kommen leider zu oft nur unscheinbare Stichwaffen zum Einsatz. Viel Blut fließt demzufolge nicht. Das ist dahingehend enttäuschend, weil deftige Gewalt für viele Zuschauer zum essenziellen Bestandteil in Horrorfilmen geworden ist.
 
 


 
 
 

HELL FEST – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SCREAM auf dem Rummel. HELL FEST besitzt nennenswerte Voraussetzungen für einen guten Horrorfilm. Das Set ist ungewöhnlich und glänzt durch Liebe zum Detail, Kameraarbeit und Schnitt überzeugen und auch den Schauspieler kann man Talent bescheinigen. Ein großes Problem jedoch ist die Handlung selbst. Die passt auf einen Bierdeckel und bietet garantiert nichts Neues, das man nicht schon in über 40 Jahren Slasher-Geschichte zu sehen bekommen hat. HELL FEST ist so vorhersehbar und konventionell gestrickt, dass erfahrene Slasher-Kenner müde von den immer wieder gleichen Abläufen werden. Nun gut, mag man meinen, Regisseur GREGORY PLOTKIN hat Anlaufschwierigkeiten. Der hat mit HELL FEST gerade mal seine zweite Regiearbeit für einen Langfilm abgeliefert. Zuvor saß der Filmemacher für PARANORMAL ACTIVITY: GHOST DIMENSION auf dem Regiestuhl und kümmert sich für die übrigen vier Streifen genannter Grusel-Reihe um den Schnitt. Demzufolge sollte man Erwartungen herunterschrauben. Auch, wenn der Trailer zum Film neues Slasher-Fieber entfacht – ein Slasher-Highlight ist HELL FEST definitiv nicht. Da hat man weitaus Besseres auf dem Schirm gehabt. Vieles davon entstand aber während den Slasher-Hochzeiten in den 1980ern.
 
 
 


 
 
 

HELL FEST – Zensur

 
 
 
Für einen Slasher ist HELL FEST so ziemlich zurückhaltend ausgefallen. Die härteste Szene ist die, in der einem Protagonisten ein spitzer Gegenstand durch das Auge gejagt wird. Ansonsten wird meist nur kurz mit Stichwaffen in Körper gestochen. Hierzulande hat der Film in der ungeschnittenen Fassung eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HELL FEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UNIVERSUM FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hell Fest; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Featurette, Trailer

Release-Termin: 13.09.2019

 

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HELL FEST – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei UNIVERSUM FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blood Fest (2018)
 
Bates Haunting – Das Morden geht weiter (2011)
 
The Funhouse Massacre (2015)
 
Scream Park (2013)
 
Dark Ride (2006)
 
Das Kabinett des Schreckens (1981)
 

Filmreview: „Stalled“ (2013)

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STALLED

Story

 
 
 
Hausmeister W.C. (Dan Palmer) sitzt in einer Damentoilette fest und wird unfreiwilliger Zeuge, wie sich eine vermeintlich harmlose Betriebsfeier zur blutigen Zombieapokalypse entwickelt …
 
 
 


 
 
 

STALLED – Kritik

 
 
 
Ein lautes Schnaufen macht in der Horrorszene die Runde, wenn die frohe Botschaft verkündet wird, dass es wieder ein Zombiefilm auf Blaustrahl geschafft hat. In letzter Zeit sind es vor allem die kleinen Indie-Label in Deutschland, die es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht haben, jeden erdenklich miesen Zombieheuler auf Heimkinomedium pressen zu müssen. Unbeantwortet bleibt da oft die Frage nach dem „Warum“, gleichen sich die Streifen meist in Handlung und Blutgehalt und bieten in den wenigsten Fällen wirklich Neues. Anbieter MAD DIMENSION geht da andere Wege. Der wühlt sich nämlich durch das riesige Horrorangebot und schnappt sich nur die Perlen unter den Indie-Genreschockern. So überrascht es nicht, dass das Label sich langsam zum kleinen Geheimtipp unter Anhänger des Phantastischen Films mausert und wirklich sehenswerte Filme veröffentlicht, die da international für Aufsehen erregen. So auch im Fall von STALLED, bei dem es sich zwar ebenso um Zombiehorror handelt, der aber endlich mal wieder wirklich unterhaltsam ist und sich zur Abwechslung von üblichen Filmen dieser Art abzuheben versteht. Da wird auf dem Cover frech und werbewirksam mit SHAUN OF THE DEAD (2004) geworben, einer britischen Zombiekomödie, die unter Fans des düsteren Genres Kultstatus genießt. Oft versucht ein derartiges Marketing von den unzulänglichen Qualitäten des Hauptfilms abzulenken. Wir geben aber Entwarnung, denn im Falle von STALLED darf sich der Horrorfan endlich mal wieder auf einen kleinen Zombiekracher freuen, dem es gegönnt sei sich mit den ganz Großen des Zombiefilms zu vergleichen.
 
Im Film geht es um Hausmeister W.C. (nette Wortkreation), der die Spendengelder einer Betriebsfeier stibitzt und sich in eine Kabine der Damentoilette verzogen hat, um dort seine Beute zählen zu können. Leider wird der Kleinkriminelle bei seinem Vorhaben gestört, denn zwei heiße Damen betreten das Klo und verwandeln sich nach innigen Küssen in blutdürstige Zombies. Hausmeister W.C. gerät in Panik, erfährt aber sogleich, dass er nicht allein in Gefahr schwebt. Eine Kabine weiter fürchtet auch Heather (ANTONIA BERNATH) um ihr Leben. Die hatte Stress mit ihren Kollegen und wollte sich eigentlich auf der Damentoilette ausweinen. Nach kurzem „Beschnuppern“ plant man die Flucht. Leider taumeln jedoch immer mehr Zombies Richtung Damenklo, was ein Entkommen schier unmöglich macht.
 
STALLED bringt all das mit, was man in letzter Zeit im Horrorfilm vermisst. Wir erleben ein zaghaftes Kennenlernen zweier Außenseiter, die so rein gar nicht dem bekannten Heldenideal entsprechen wollen und die in ein Abenteuer geraten, das nicht mit blutigen Raffinessen und jeder Menge Situationskomik geizt. Hier werden Büstenhalter zweckentfremdet und zusammen mit menschlichen Fingern als Schleuder umfunktioniert. Der Zuschauer wird unfreiwilliger Gast einer abgefahrene Toilettenparty zu der jede Menge treudoof glotzender Zombies in total bescheuerten Kostümen geladen sind. Die grummeln sich herrlich schwarzhumorig durch die kleine Geschichte, in der es sich Hauptprotagonist W.C. (DAN PALMER) nicht nehmen lässt, bei wohlklingender Popmusik über blutbesudelte Gestalten zu crowdsurfen. Bei so viel dummen aber durchweg sympathischen Schabernack bleibt kein Auge trocken, schafft es doch Regisseur CHRISTIAN JAMES stets den Spagat zwischen platten Albernheiten und doch überraschend witzigen Situationen zu finden. STALLED scheut nicht davor, die ganz Großen des Actionfilms durch den Kakao zu ziehen. In einer haarsträubenden Toilettenkletterei wird gleich einmal die berüchtigte Laserszene (natürlich in abgeänderter Form) aus MISSION IMPOSSIBLE (1996) auf die Schippe genommen und selbst klaustrophobische Kino-Flicks, wie der Schumacher-Thriller NICHT AUFLEGEN (2002) bekommen auf ganz charmant ironische Weise ihr Fett ab. STALLED ist typisch britischer Humor, so wie man ihn in der Blood-and-Ice-Cream-Trilogie (SHAUN OF THE DEAD, HOT FUZZ, THE WORLD’S END) lieben gelernt hat. Die Wortspiele sind bissig, trocken und nicht selten unverblümt direkt, so dass STALLED einen wohltuenden und fast schon intellektuellen Kontrast zu den sonst so peinlich beschämenden Komödie aus Amerika darstellt, die eigentlich stets nur vom Feiern, Saufen und Sex haben handeln.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
STALLED hat all das, was einen guten Film ausmachen sollte: Eine Menge Lacher, dezentes Gekröse, eine schmalzige Lovestory, geile Party-Mukke und schweißtreibende Action wie in MISSION IMPOSSIBLE. Natürlich ist das alles rein gar nicht ernst zu nehmen und auch noch vollkommen bescheuert. Aber gerade der Hang zur Absurdität und das Persiflieren schrottiger Zombiegurken ist in STALLED Programm. Insofern man zuvor mit Freunden ein Sixpack Bier hinter die Binde gekippt und es sich vor der Glotze gemütlich gemacht hat, dürfte dieser Horrorspaß doppelt Freude bereiten. Das FILMCHECKER-Team wünscht sich zumindest mehr von diesen kleinen Indie-Filmen mutiger Horrormacher, die wissen wie man ewig gleichen Brei anders würzt, damit er wieder allen mundet.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Zensur

 
 
 
In STALLED gibt es schon die ein oder ander blutige Szene zu bewundern. Hierzulande hat es der Zombiefilm ungeschnitten durch die FSK geschafft. Der Streifen ist frei ab 18 Jahren (KEINE JUGENDFREIGABE) und ab sofort im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stalled; Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 07.02.2014

 
 
 

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STALLED – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Little Bit Zombie (2012)
 
Ghost Team One (2013)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Zombieland (2009)
 
Fido (2006)