Filmkritik: „Cut and Run“ (1985)

cut-and-run-1985-poster
 
 
 

CUT AND RUN

(INFERNO IN DIRETTA)

Story

 
 
 
Im südamerikanischen Guyana, erst vor ein paar Jahren Ort des Massenselbstmordes von Jonestown, tobt ein schmutziger Krieg. Auf der einen Seite steht ein Drogenkartell, auf der anderen die Armee eines General Horne, der seine Soldaten führt wie eine Sekte und sie mit kannibalistischen Riten auf sich einschwört. In dieses Szenario psychotischer Alpträume verschlägt es eine junge Journalistin und ihren Kameramann.

 
 
 


 
 
 

CUT AND RUN – Kritik

 
 
Hinter CUT AND RUN steckt kein Geringerer als Ruggero Deodato, Regisseur unter anderem des womöglich (zurecht) meistberüchtigten Kannibalen-Schockers der Bahnhofskino-Geschichte. Die Rede ist freilich von NACKT UND ZERFLEISCHT (CANNIBAL HOLOCAUST). Seine neuerliche Filmreise in die Grüne Hölle befasst sich ein weiteres Mal mit den Abenteuern von Journalisten in den beinahe surrealen Gegebenheiten der Dritten Welt. Allerdings findet das Ganze diesmal deutlich spielfilmartiger inszeniert statt als in seinem wahrlich entsetzlichen Found-Footage-Urwerk voller Splatter und echten Tiertötungen, auf dem sich der grausige Ruhm des Regisseurs bis in die Gegenwart begründet. So weist General Horne mit seiner ihn verehrenden Urwald-Miliz garantiert beabsichtigte Ähnlichkeiten zu Marlon Brandos Colonel Kurtz aus APOCALYPSE NOW auf – aber für solche, nun ja, Hommagen lieben wir das Sudelkino aus der Cinecittà ja auch.
 
 
cut-and-run-1985-bild-3
 
 
CUT AND RUN bewegt sich zwischen Bürgerkriegsfilm, Horror-Exploitation mit Kannibalen-Kante und trashig-großzügigem Bedienen beim eben schon erwähnten Finsternis-Trip APOCALYPSE NOW von Francis Ford Coppola. Auch auf Reverend Jim Jones und seine Suizid-Sekte des People’s Temple wird in der Figur des Generals angespielt. Dardano Sacchettis Drehbuch gibt sich große Mühe, den misanthropen Ideen seines Regisseurs Vorschub zu leisten und zeigt, dass weder die Drogenkartelle, noch die Streitmacht auf der Gegenseite und schon gar nicht die auf ihre Schlagzeilen geilen Journalisten im weitesten Sinne als Sympathieträger zu bezeichnen wären. Gesplattert wird auch hier immer wieder kräftig, jedoch ist das Handwerk der Effektkünstler nicht Mittelpunkt des Films.
 
 
cut-and-run-1985-bild-2
 
 
Deodatos Besetzung nimmt keine Gefangenen und liest sich wie ein perverses Who-Is-Who des italienischen Exploitation-Kinos der siebziger und achtziger Jahre. So begeistert LSD-Narbengesicht und Method Actor Richard Lynch als Kommandant der Wahnsinnigen-Armee und als Henkersknecht schwingt der einmalige Michael Berryman sogar auf dem Plakatmotiv die Machete. Aber auch klangvolle Namen wie John Steiner, Karen Black und Gabriele Tinti sind dem Kenner solcher Filmkost vertraut und lassen die Kinnlade gen Süden scheppern. In einer kleinen Rolle sehen wir Eriq LaSalle, den man besonders als Dr. Benton in EMERGENCY ROOM kennt. So ein Film konnte damals nur aus Italien kommen. Dabei sollte ursprünglich ausgerechnet Windbeutel Wes Craven Schauspieler wie Dirk Benedict durch den Film führen. Aus diesem MARIMBA betitelten Entwurf des Films wird ein paar Jahre später DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN, einer von Cravens besten Filmen. Aber das ist eine andere Geschichte.
 
 
cut-and-run-1985-bild-1
 
 


 
 
 

CUT AND RUN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Man nehme eine in jenen Jahren zeittypische Story über allesamt moralisch versaute Teilnehmer eines undurchsichtigen Krieges in Südamerika, einen irren Regisseur und eine Allstar-Cast von Exploitation-Halbgöttern. Da kann nichts Schlechtes bei rauskommen und so ist’s dann auch geschehen. CUT AND RUN galt zu VHS-Zeiten noch als vergleichsweise schwacher Beitrag, hat aber in den letzten Jahren deutlich an Qualität gewinnen können.
 
 


 
 
 

CUT AND RUN – Zensur

 
 
 
CUT AND RUN – der im Original INFERNO IN DIRETTA heißt – ist ein italienischer Exploitationfilm, der es wie viele Action- und Horrorfilme in den 1980ern bei der FSK nicht leicht hatte. Der Streifen erschien in Deutschland mehrfach auf VHS und wurde 1987 auf dem Index gesetzt. Erst 2012 wurde die Indizierung aufgehoben und der Film erschien in mehreren DVD-Auflagen in ungeschnittener Form. Nun hat sich der Anbieter CMV LASERVISION die Blu-ray-Auswertung vorgenommen. Während CUT AND RUN bereits 2019 vom Anbieter in zwei ungeprüften, limitierten Mediabooks veröffentlicht wurde, erscheint nun die neu von der FSK geprüfte Auflage für den Handel im Blu-ray-KeepCase. Auf dem Cover prankt ein roter FSK-Flatschen. Demnach ist die Veröffentlichung nur für volljährige Filmfans zugänglich. Dafür aber ebenso ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

CUT AND RUN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
cut-and-run-1985-bluray-keepcase

(c) CMV Laservision (KeepCase)

cut-and-run-1985-poster

(c) CMV Laservision (Mediabook – Cover A – auf 666 Stück limitiert)

cut-and-run-1985-mediabooks-b

(c) CMV Laservision (Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Inferno in diretta; Italien 1985

Genre: Horror, Thriller, Action, Abenteuer

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: KeepCase: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: juristisch geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Original Trailer, Dokumentation „Uncut and Run“ mit Interviews (OmU), alternative Szenen, umfangreiche Bildergalerie, Programmtrailer, animierte interaktive Menüs | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 20-seitiges Booklet mit Text von Christoph N. Kellerbach

Release-Termin: KeepCase: 27.03.2020 | Mediabook: 22. März 2019

 

Cut and Run [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Cut and Run [Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Cut and Run [Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

CUT AND RUN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei CMV Laservision)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mondo Cannibale 3 – Die blonde Göttin der Kannibalen (1980)
 
Amazonas – Gefangen in der Hölle des Dschungels (1985)
 
Lebendig gefressen (1980)
 
Die weiße Göttin der Kannibalen (1978)
 

Filmkritik: „Uninvited“ (1987)

uninvited-1988-poster
 
 
 

UNINVITED

Story

 
 
 
Aus einem Tierversuchslabor der US-Army befreit sich eine brutalst mutierte Killerkatze. Nachdem sie das Personal im Gebäude dezimiert hat, kommt sie – Katzen können das – unter Vortäuschung von Harmlosigkeit ins Reisegepäck eines doofen Bikinimädchens. Die Dame gehört zum Partypersonal eines kriminellen Geldmenschen, der mit seiner Yacht und ein paar anderen Unsympathen Kohle auf die Cayman Islands schippern will. Quasi als Strafe Gottes für kapitalistische Widerlichkeit (könnte man interpretieren, muss man aber nicht), meuchelt Gevatter Samtpfote jeden, der nicht schnell genug vorgreifend Selbstmord begehen kann.

 
 
 


 
 
 

UNINVITED – Kritik

 
 
 
Ach, das ist doch geil, wenn des Deutschen zweitliebstes Haustier im Horrorfilm für Ordnung sorgt! Zwar ist’s hier nicht mehr der ordinäre Hauskater, dessen artgemäß auch schon mit großem Nerv-Potential versehener Zorn die Schnösel auf der Urlaubsyacht terrorisiert, sondern ein mutiertes Fellmonstrum aber der Miau-Horror ist trotzdem in trockenen Tüchern. Das Vieh gibt aber auch alles. Beißt eine Achillessehne durch oder entfernt einem bumsenden Pärchen überflüssige Finger, als wäre es ein puritanischer Jason Vorhees im Pelz. Der hat ja auch mindestens neun Leben. Da passt’s wieder. Gebissene Opfer gehen übrigens nach und nach sowieso über den Jordan, da an den Hauern des Untiers Giftdrüsen auf ihren Einsatz warten. Mit denen kontaminiert der ungebetene Gast sogar den auf der Yacht verstauten Proviant und gibt seinen Opfern auf diesem Weg den Rest. Effektives Biest aber auch. Vielleicht wäre ein Bio-Kampfstoff, der Katzen zu solchen Kampfkackern macht noch effektiver als der gegebenenfalls ebenfalls aus einem Militärverbrecher-Labor entfleuchte Corona-Virus. Aber dessen Höhepunkt erleben wir ja noch. Oder eben nicht mehr. Auf die Zivilisation! Hoch die Tassen!
 
 
uninvited-1988-bild-2
 
 
Die Opfer sind ein raues Husihusi übler Neben- und Trashrollen-Kunst. George Kennedy kennt jeder, Alex Cord und Clu Gulager zumindest aus vielen, vielen bitteren Filmen und in einer kleineren Rolle gibt es ein Wiedersehen mit Austin Stoker. Wer sich zum Jahreswechsel das sehenswerte Netflix-Biopic DOLEMITE IS MY NAME angeschaut hat, kann sich vielleicht an die Nebenfigur des Kameramann-Hippies Nicholas von Sternberg erinnern. Den gibt’s wirklich – und bei UNINVITED ist er im wahrsten Sinne des Wortes mit an Bord.
 
 
uninvited-1988-bild-1
 
 
Wenn Greydon Clark – und der Mann ist nu immerhin doch schon Ende siebzig – eines unschönen Tages mal die Augen zumacht, wird die internationale Geheimgesellschaft der Irrsinnsfilm-Kenner, nennen wir sie mal visionär und gecopyrighted „Weird Watchers“, erst merken, was für ein amerikanischer Nationalschatz da von uns gegangen ist. Die Filmographie des Regisseurs aus Detroit ist schlicht nicht weniger als die Motivation für eine mit so richtig Schmackes in Richtung Süden donnernde Kinnlade. Da findet man halb-pornographische Gaga-Blaxploitation wie BLACK SHAMPOO (schmierige Mafiosi gegen schwarzen und immer potenten Damenfrisör mit Kettensäge), mehrere infernalische Bikerfilme, den Neonazi-Exploitationer SKINHEADS, die erstaunlich funktionierende Horrorkomödie WACKO, den Spielhallen-Reißer JOYSTICKS (bei uns: DIE VIDIOTEN, aua!), sogar Gott im Himmel LAMBADA: DER VERBOTENE TANZ und natürlich Horror-Burner wie WITHOUT WARNING (dessen deutsche DVD-Ausgabe ich dem dankbaren Herrn Clark einst habe zukommen lassen) oder den hier vorliegenden UNINVITED. Als man noch ohne cinephile Schimpfe Trash-Film sagen durfte, war Greydon Clark einer der verlässlichsten Lieferanten eben solcher.
 
 
uninvited-1988-bild-3
 
 
 


 
 
 

UNINVITED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Herrlich. Von echtem Sudelfilm-Adel gedrehtes Knallbonbon von Tierhorror-Slasher. Die Segelyacht spart teure Drehorte, das Katzenmonster nimmt keine Gefangenen und man freut sich einfach, eine Lücke im Heimkino-Regalfach von Greydon Clark, der Tierhorror-Abteilung oder wie auch immer sonst Eure Sortierung schnackelt, schließen zu können. Das Poster ist ebenfalls eine Suche auf eBay wert. Heil Physical Media!
 
 
 


 
 
 

UNINVITED – Zensur

 
 
 
Wie viele andere Horrorfilme musste auch UNINVITED in den 1980ern Federn lassen. Für die Videoveröffentlichung wurde der Film geschnitten. Diese gekürzte VHS-Fassung wurde im Jahr 1989 indiziert. Die Indizierung wurde 2014 aufgehoben. Ein Anlass, den das Label CMV LASERVISION nutzte und UNINVITED erstmals ungeschnitten mit dem Segen der Juristenkommission SPIO auf DVD veröffentlichte. Mittlerweile ist das alles Schnee von gestern. Nachdem der Tier-Horror 2019 in zwei Blu-ray-Mediabooks herausgebracht wurde, lies CMV den Streifen neu von der FSK prüfen. Diese attestierte dem Filme eine Freigabe ab 18 Jahren in ungeschnittener Form. Die nun erhältliche Fassung auf Blu-ray im KeepCase ist komplett.
 
 
 


 
 
 

UNINVITED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
uninvited-1988-mediabook-cover-a

(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv A (limitiert auf 500 Stück)

uninvited-1988-mediabook-cover-b

(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv B (limitiert auf 333 Stück)

uninvited-1988-keepcase-bluray

(c) CMV LASERVISION – Blu-ray KeepCase (ungeschnitten)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Uninvited; USA 1987

Genre: Horror, Science Fiction, Trash, Klassiker

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1920 x 1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook in 2 Cover-Varianten

Extras: Audiokommentar, Original Trailer, Alternatives Ende, Bonusszenen, Umfangreiche Bildergalerie, Programmtrailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet von Christoph N. Kellerbach

Release-Termin: Mediabook: 26.07.2019 | KeepCase: 21.02.2020

 

Uninvited [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Uninvited [Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Uninvited [Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

UNINVITED – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei CMV LASERVISION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Zombiber (2014)
 
Black Sheep (2006)
 
The Boneyard – Labyrinth des Grauens (1991)
 

Filmkritik: „Neon Maniacs“ (1986)

neon-maniacs-poster
 
 
 

NEON MANIACS

(MANIACS – DIE HORRORBANDE)

Story

 
 
 
Aus den Tiefen der Hölle, einer anderen Dimension oder dem schwefelsauren Planeten Rotktraut 9 flutschen zwölf blutgierige Mutanten in die Welt der Menschen und töten, was ihnen vors vielfältige Waffenarsenal läuft. Die Begegnung verschiedener unwichtiger Menschlein mit den NEON MANIACS findet ihren Höhepunkt auf einer Battle-Of-The-Bands-Show.

 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Kritik

 
 
 
Viel Handlung is‘ da nich. Da wollen wir auch keine schrägen Behauptungen in andere Richtungen aufstellen. Was soll auch groß an Plot-Twists und narrativen Vielschichtigkeiten aufgefahren werden, wenn in Prinzip auf dem Tapet steht, ein gutes Dutzend sagenhaft maskierter Unholde auf blödes Teenager-Kanonenfutter loszulassen? Darum geht’s, sonst um nicht viel. NEON MANIACS bringt praktisch auf den Punkt, was man in den Achtzigern und frühen Neunzigern mittels durchgerittener Vorspultasten herbeizaubern musste. Monster metzeln Menschen. Und das mit Volldampf und obendrein im Rahmen eines Bandwettbewerbs, der glatt aus HOWARD THE DUCK stammen könnte. Wahnsinn.
 
 
neon-maniacs-bild-3
 
 
Gigantischer Pluspunkt dieses Films, der in vielen Momenten wirkt, als habe man im Hause TROMA vergessen, ihn für die eigene Distribution zu lizensieren, ist die Arbeit der Make-Up-Abteilung. Mit echter, zweifellos als amerikanisch zu erkennender Latex- und Gummi-Prop-Kunst erschafft der Film einen fantastischen Kanon von Bösewichtern als Dreh- und Angelpunkt, wie sie in einer derartigen Tiefe vielleicht noch in Clive Barkers seinerzeit völlig zu Unrecht untergegangenem Monster-Feuerwerk CABAL zu finden ist. Jede dieser fleischgewordenen Monsterpuppen hat eigene Merkmale in Optik und Verhalten, ruft praktisch nach einer Verwertung als detailgetreue Action Figures fürs Regal des Horror-Fans von echtem Schrot und Korn. Eine Liebe zum Detail, die fast vermuten lässt, es mit dem ersten Film einer avisierten Reihe zu tun zu haben. Leider wurde NEON MANIACS nicht fortgesetzt.
 
 
neon-maniacs-bild-1
 
 
Regisseur Joe Mangine war maßgeblich Kameramann, stand bei einigen sehr undergroundigen Produktionen seiner New Yorker Heimat seit jungen Jahren hinter der Linse. In seiner Filmographie stehen neben Exploitationern wie einem sudeligen Krokodil-Horrorfilm auch Ausflüge in die Welt des Bumskinos – CAPTAIN LUST aus dem Jahre 1977 etwa. Somit ist der Mann seinerzeit irgendwie prädestiniert für die Leitung der Aufnahmen zu einem Genre-Destillat, wie es NEON MANIACS darstellt. Genug fiese Handlungsarmut für einen schmissigen Grindhouse-Kracher, genug Effekt-Brutalität für einen Splatter-VHS-Hit, der mehr Zuschauer verdient hätte. Mit diesem neuen Release des Films hierzulande wünschen wir dem Film neue Popularität. Verdient hat er’s seit Jahrzehnten. Motherfuckers.
 
 
neon-maniacs-bild-2
 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wir wünschen uns eine Sekunde was von Euch. Ausnahmsweise. Seid tolerant gegenüber einer Horde ältlicher Horror-Geeks, wenn sie einem Film, der andernorts das sprichwörtliche Fell über die Ohren gezogen bekommt, mehr Lorbeeren ans gummige Hälschen werfen als rational zu begründen. NEON MANIACS macht auf der Schiene von Logik und Spannungskurve manch‘ unbotmäßigen Fehler, leider. Dann aber diese Figuren. Diese Masken! Schmacht! Ein Horrorfilm, Kind seiner Zeit und doch aus der Zeit gefallen. Wie wunderbar!
 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Zensur

 
 
 
Wie viele andere Horrorfilme in den 1980ern hatte es auch NEON MANIACS in Deutschland nicht leicht. Der Streifen wurde zwar ungeschnitten auf VHS-Kassette veröffentlicht, anschließend jedoch auf den Index gesetzt. NEON MANIACS war von 1988 bis 2013 indiziert. Erst 2013 wurde die trashige Komödie aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen. Mittlerweile kann er ohne Probleme im Kaufhaus gekauft werden – ungeschnitten und mit FSK18-Flatschen. Letzterer wirkt für heutige Verhältnisse ungerechtfertigt. Bei einer Neuprüfung würde vermutlich eine FSK16 rausspringen.
 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
neon-maniacs-mediabook

(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv A (limitiert auf 666 Stück)

Neon Maniacs - mediabook-b

(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv B (limitiert auf 333 Stück)

neon-maniacs-blu-ray

(c) CMV LASERVISION – Blu-ray KeepCase

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Neon Maniacs; USA 1986

Genre: Komödie, Horror, Trash, Klassiker

Ton: Deutsch DD 2.0 (Mono), Englisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook in 2 Cover-Varianten

Extras: Booklet, Original Trailer, Interview mit Special Make-Up Artist Allan Apone, Isolated „Music Only“ Track, umfangreiche Bildergalerie, Programmtrailer

Release-Termin: 08.12.2017

 

Neon Maniacs (Mediabook – Cover A mit Blu-ray und DVD) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 

Neon Maniacs (Blu-ray im Keepcase) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei CMV LASERVISION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sgt. Kabukiman N.Y.P.D. (1990)
 
Cabal – Die Brut der Nacht (1990)
 
Atomic Hero (1984)
 

Filmkritik: „Das Geheimnis der Todesinsel“ (1967)

Das-Geheimnis-der-Todesinsel-Poster
 
 
 

DAS GEHEIMNIS DER TODESINSEL

(LA ISLE DE LA MUERTE)

Story

 
 
 
Auf seiner privaten Ferieninsel lädt der schräge Baron von Weser (Cameron Mitchell, legendärer Trash-Schauspieler ohne Rücksicht auf die Gesundheit von Publikum und sich selbst) eine Festgesellschaft in seine Räumlichkeiten. Der Edelmann hat sich im interessanten Bereich obskurer Botanik hervorgetan. Seine Züchtungen mutierten Gemüses erweckt in den Gästen Bewunderung und füllt ihre Mägen ganz exquisit. Als aber eine manipulierte Pflanze auf der Bildfläche erscheint und einem nach dem anderen mit ihren Tentakelzweigen das Blut aus den Adern saugt, kippt die Stimmung verständlicherweise ein wenig.

 
 
 


 
 
 

DAS GEHEIMNIS DER TODESINSEL – Kritik

 
 
 
Wer kurz die Zahnrädchen im Kopfe rasseln lässt, dürfte merken, womit er es hier zu tun hat. Einer botanisch angelegte Version von H.G. Wells weltberühmtem „Mad Scientist“ Schauerstück „Die Insel des Dr. Moreau“ natürlich. Hie und da verfilmt – am berühmtesten wohl die schwarzweiße Adaption „Island Of Lost Souls“ mit Charles Laughton als fiesem Fauna-Frankenstein und dem guten Bela Lugosi als „Sayer Of The Law“. Die Idee der Killerpflanzen ist eine in der Geschichte des Horrorfilms nicht wirklich oft benutzte. Eher bei den Nachbarn aus der Science-Fiction griff man ab und zu auf die floralen Schreckgespenster zurück. Bei „Day Of The Triffids“ etwa oder den pflanzlichen Paranoia-Thrillern der außerirdischen „Body Snatchers“ – die bekanntermaßen gleich mehrfach verfilmt. In unterschiedlichen Güteklassen. „Das Geheimnis der Todesinsel“ ist allerdings eher etwas für die Freunde frühen Gore-Schlocks oder wunderbar nostalgischen Euro-Trashs, für dessen Atmosphäre sich amerikanische Genreforscher in verzückter Bewunderung zu Boden werfen. Zurecht natürlich. Wenn die vampirischen Gestrüppe sich die blöden Besucher zum Wirtstier nehmen, muss man fast ein wenig an die Süßigkeitenladen-roten Blutströme von Herschell Gordon Lewis aus den USA oder Eddie Romero und seine „Blood Island“-Filme aus philippinischer Sixties-Produktion denken.
 
 
das-geheimnis-der-todesinsel-bild-2
 
 
Jenen Grusel-Kinderfaschings-Geist atmet auch unser schönes Filmchen hier. Ernst Ritter von Theumer – deutsch-österreichischer Produzent und Regisseur mehrerer Regalmeter filmischen Supersudels. Unter verschiedenen Kampfnamen, immer sehr fantasievoll erstunken, drosch der adelige Exploitation-Maestro seinen Filmstoff in die deutschen Bahnhofskinos und – über wohlkalkulierte Lizensierungen – auch so manchen Lichtspieltümpel im Ausland. Titel und Handlungen der Reißer aus dem Bestand des Ritters klingen oft wie von einem richtig zynischen Filmhasser erfunden. Tatsächlich würde eine ausführliche und wohlbebilderte Buchbiographie dem Mann hinter „Der Irre vom Zombiehof“ und „Euer Weg führt durch die Hölle“ mehr als zustehen. Sein Junior ist übrigens der Kopf hinter der bayerischen Godzilla-Serie „Der Bulle von Tölz“. Notiz an die Leserschaft: Erwähnter Irrer vom Zombiehof ist bitter nötig auf DVD zu veröffentlichen. Die VHS kostet gutes Geld. Sacre Bleu! Apropos gutes Geld: Die Videokassette der Todesinsel war auf Filmbörsen selten unter Wucherpreisen zu haben. Für diesen herrlichen Film, dessen Titel den geneigten Leser justament zu unserem kleinen Text hier gelockt hat, setzte sich der Ritter einmal mehr den Goldhelm des Drehbuchautoren auf. Mitproduzenten fand er in einer spanischen Firma, die auch gleich die Locations zum Dreh organisierte. Beim „Geheimnis der Todesinsel“ sein Kompagnon, im Regiesessel des Schreckens: Mel Welles. US-Amerikaner mit ausgeprägter Wanderlust und nicht minder verhaftet mit Titeln aus der Welt des B-Films, die Neugierigen wie Kennern zugleich wahre Schauer psychedelischer Vorfreude durch die Synapsen peitschen. In Roger Cormans Original des „Kleinen Horrorladens“ gab Welles einst den Blumenladenchef Mr. Mushnick, bevor es den Intellektuellen auf eine nicht enden wollende Reise durch die Alte Welt zog. Fünf Sprachen beherrschte Welles fließend, war so willkommener Kollaborateur an Projekten unabhängiger Filmproduzenten in ganz Europa. Neben dem Pflanzenschocker hier sein bekanntester Fußabdruck auf dem Walk Of Fame des Euro-Kinos: Der unmöglich behackerte „Lady Frankenstein“ aus dem Jahre 1971. Für den verschlug es den wundersamen Herrn nach Italien. Aber das ist eine andere Geschichte.
 
 
das-geheimnis-der-todesinsel-bild-3
 
 
 


 
 
 

DAS GEHEIMNIS DER TODESINSEL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wunderbar debile und überraschend blutige Horror-Exotica aus Zeiten, da die Welt noch nicht den Verstand verloren hatte. Cameron Mitchell allerdings schon. Wie immer dreht der große Schauspieler am Rad und hetzt blutgierige Bäume auf tumbe Touristen. Zum Vergnügen des Filmfans mit Hang zur Nostalgie.
 
 
 


 
 
 

DAS GEHEIMNIS DER TODESINSEL – Zensur

 
 
 
„Das Geheimnis der Todesinsel“ wurde zu VHS-Zeiten vom Anbieter TAURUS FILM geschnitten ab 16 Jahren in die Videotheken gebracht. Nun hat sich CMV LASERVISION dem Streifen angenommen und auf DVD veröffentlicht – selbstverständlich ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DAS GEHEIMNIS DER TODESINSEL – Deutsche DVD

 
 
 
Das-Geheimnis-der-Todesinsel-DVD

(c) CMV LASERVISION

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La Isla de la muerte; Spanien/Deutschland 1967

Genre: Horror

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Auflagen: Hochglanzbuchbox | KeepCase

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 29.05.2015

 

Das Geheimnis der Todesinsel (DVD – KeepCase) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DAS GEHEIMNIS DER TODESINSEL – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei CMV LASERVISION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blumen des Schreckens (1962)
 
Der Frauenfresser (1957)

Filmkritik: „Forbidden Zone“ (1980)

the-forbidden-zone-1980
 
 
 

FORBIDDEN ZONE

(TOTALER SPERRBEZIRK)

Story

 
 
 
Ein Abbruchhaus in Venice Beach: Der stilecht in rassistisches Blackface-Make-Up gepackte Zuhälter Huckleberry P. Jones muss ein Paket mit Heroin verstecken und öffnet aus Versehen eine geheime Tür im Keller. Dahinter liegt die FORBIDDEN ZONE. Die sechste Dimension ist das. Vier und fünf werden einfach übersprungen. Huckleberry sieht zu, dass er Land gewinnt. Verständlich. Der recht depressive, schwedischstämmige Teerfabrikarbeiter Mister Hercules kauft das Haus. Mit ihm ziehen seine ebenso dauergeschlauchte Frau, der meistens stumme, ab und an jiddisch murmelnde Großvater, die nach einem Schüleraustausch zur Französin gewordene Tochter Susan (jetzt Frenchy) und ihr Bruder Flash in das sehr spezielle Haus ein. Frenchy hat auf dem Schulhof – da redet man über so was – von der sechsten Dimension gehört. Das erzählt sie am Frühstückstisch, nachdem erst mal ein völlig durchgedrehtes Jazzstück aufgeführt worden ist und sich die Familienmitglieder in ausreichendem Maß gegenseitig auf die Köpfe geschlagen haben. In ihrer Schilderung des Schulalltags liefert die Französin eine Playback-Performance von Josephine Bakers hübschem Comedy-Liedchen „La Tonkinoise“ ab. Vor einer Schulklasse, die komplett aus Freaks besteht. Unter anderem Blaxploitation-Zuhälter, glatzköpfige Mutanten, und der Führer. Wieder daheim geht sie in den Keller und stürzt sich in jugendlichem Leichtsinn und dem Morgenmantel, den sie grundsätzlich trägt, mitten hinein ins Dimensionsportal. Dieses Portal ist ein riesiger gemalter Verdauungstrakt, der die Reisenden an ihrem Ziel auch dementsprechend ausscheidet. Als Kackawürste mit braunen Kissen. Drüben angekommen wandert Frenchy planlos umher und betrachtet sich die Musiknummern, die von den zahlreichen Bewohnern des Schattenreichs aufgeführt werden. Sowohl die Nummern, als auch ihre „Stars“, sind alle jenseits von Gut und Böse. Flash und der Großvater begeben sich auf Rettungsmission. Chef in der Zone ist König Fausto, gespielt von Hervé Villechaize, dem Zwerg aus „Fantasy Island“ und dem James-Bond-Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“. Er sitzt an einer Banketttafel, über der nackte Menschen als Kronleuchter angebracht sind. Fausto ist immer scharf und freut sich über Frischfleisch aus der Welt oberhalb des Kellers. Seine Frau Doris (Susan Tyrell, Warhol-Schauspielerin und Exfreundin des kleinwüchsigen Potenzgenerals) ist die klassische böse Märchenkönigin und seine Tochter ein über-kalifornisches Surfergirl, das grundsätzlich mit nackten Möpsen rumrennt und kreischt. Hier sind ohne Zweifel Tabletten im Spiel. Sofort macht sich Eifersucht auf Frenchy breit, die allein schon aufgrund des verwandten Akzents des Königs Aufmerksamkeit sicher hat. Die schäumende Queen Doris lässt sie einkerkern. Dort verwest auch die rechtmäßige Königin der sechsten Dimension – Fausto und Doris sind nur Emporkömmlinge. Ihr Töchterchen soll Frenchy angemessen foltern und dann auf dem elektrischen Stuhl oder dem Richtblock des Henkers enden lassen. Das Rettungskommando für das Rettungskommando lässt nicht lange auf sich warten. Pa Hercules selbst und Frenchys pickliger Schulkumpel Squeezit transportieren sich in die sechste Dimension. Sie besuchen den Teufel, der gerade mit seiner Jazz Big Band Probe hat und bitten ihn um Hilfe. Der sitzt da einfach in einer der vielen Höhlen an seiner Heimorgel. Natürlich.

 
 
 


 
 
 

FORBIDDEN ZONE – Kritik

 
 
 
Kennen sie die schwarzweißen Zeichentrickfilme der Fleischer Studios? „Betty Boop“, die bekannteste Schöpfung der nach New York ausgewanderten Österreicher, doch bestimmt? Diese recht krude animierten und nach viel Substanzenmissbrauch ihrer Zeichner hergestellten Cartoons sind schwindelerregend verrückt. Viele der Filmchen wurden über die Jahre wegen zu offener Rauschgiftreferenzen, Sex- und Gewaltszenen oder rassistischer Figuren Opfer von Verbotskampagnen. FORBIDDEN ZONE ist die 1980 entstandene Realfilmversion dieser Cartoons aus den Zwanziger bis Vierziger Jahren. Bloß noch brutaler, noch sexbesessener, noch bedrogter und noch überzogener. Oh, und als Halbplayback-Musical. Während der Realfilmszenen werden immer wieder animierte Hintergründe verwendet. Die Schauspieler hat man hierfür fotografiert und von Hand eingefügt.
 
 
the-forbidden-zone-bild-2
 
 
Was für Gastauftritte! In einem Flashback auf Squeezits unglückliche Kindheit taucht kein geringerer als Joe Spinell aus Ekel-Kult-Horrorfilm „Maniac“ natürlich, auf, der sich über den schmächtigen Sohn seiner Affäre lustig macht. Der Teufel ist Danny Elfman, Bruder des Regisseurs und Begründer der „Mystic Knights Of The Oingo Boingo“, jener durchgedrehten Theatergruppe hinter THE FORBIDDEN ZONE. Satan ist hier ein fracktragender Bandleader, der mit seinem Orchester eine ordentliche Version von Cab Calloways Hot-Jazz-Standard „Minnie The Moocher“ zum Besten gibt und gleichzeitig Squeezit den Kopf abschlägt. Der wird dann in ein Hühnchen verwandelt, sein Kopf schwebt frei durch den Rest des Films. Zu dem Zeitpunkt ist das Hirn von sechzig Minuten Laufzeit bereits so weichgekocht, dass man diese Szene als völlig normal empfindet. Der Mensch ist an sich einfach nicht gebaut für eine spirituelle Kleinhirn-Grillparty wie THE FORBIDDEN ZONE, sollte sich aber weiterentwickeln. Später wurde Elfman natürlich zu einem der erfolgreichsten Komponisten für Film- und Fernsehsoundtracks, Standardkomponist für die Filme Tim Burtons und Schreiber der „Simpsons“-Titelmelodie. Die Musik, zum Teil Playback, zum Teil eigene, sehr geile Songs, variiert zwischen altem Jazz für große Orchester und dem hektischen, perkussiven New Wave, den Danny Elfman bis in seine Soundtracks immer wieder aufgreifen sollte. Oingo Boingo, seine Band in den Achtzigern, war aus den Mystic Knights hervorgegangen.
 
 
the-forbidden-zone-bild-1
 
 
Richard Elfman, Dannys Bruder, ist seit Jahren schon ein mittelhohes Tier bei den Geldverdienern von Scientology. Interessante Gedankengänge bei dem Mann. Von Gehirnzellen zu Marmelade verarbeitendem Filmgut zur Vereinigung fürs Abkochen selbstoptimierungsgeiler Finanzjongleure. Ganz groß. Mit Punkten nicht zu bewertendes Kino, weil nicht mit anderen Filmen zu vergleichen..
 
 
the-forbidden-zone-1980-bild-3
 
 
 


 
 
 

FORBIDDEN ZONE – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
FORBIDDEN ZONE sollten Personen meiden, die von sich behaupten, geistig voll bei der Sache zu sein. Allen anderen eröffnet sich eine phantasievoll gedrechselte Klapsenwelt, die in der Filmgeschichte keine Parallelen hat und sogar musikalisch richtig knallt. „The Rocky Horror Picture Show“ nachdem man an einer psychedelischen röte geleckt hat. Gerüchten zufolge gibt es Menschen, die FORBIDDEN ZONE nicht gut finden. Sollte das stimmen, sind das zweifelsohne kranke Perverse, die eingeschläfert werden müssten. Dieser Film sollte in Schulen zum Pflichtprogramm gehören.
 
 
 


 
 
 

FORBIDDEN ZONE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von FORBIDDEN ZONE ist für Jugendliche geeignet. Auf der erhältlichen DVD befindet sich die ungeschnittene Fassung: FSK16.
 
 
 


 
 
 

FORBIDDEN ZONE – Deutsche DVD

 
 
 
forbidden-zone-dvd-cover-a

(c) CMV (Kleine Hardbox Cover A)

 
forbidden-zone-dvd-cover-b

(c) CMV CMV (Kleine Hardbox Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Forbidden Zone; USA 1980

Genre: Komödie

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 70 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Kleine Hardbox – in 2 verschiedenen Covermotiven erhältlich

Extras: Entfernte Szenen ( 5:44 ), Original Trailer ( 0:45 ), Japanische Promotion ( 3:51 ), Dokumentation „A Look into Forbidden Zone“ ( 35:46 ), Outtakes ( 10:49 ), Musikvideo „Private Life“ von Oingo Boingo ( 3:40 ), Zwei Szenen aus „The Hercules Family“ ( 5:25 ), Audiokommentar eines nicht näher vorgestellten Sprechers, kolorierte Version

Release-Termin: 24.01.2014

 

Forbidden Zone – Total Sperrbezirk (DVD – Hardbox Cover A) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

FORBIDDEN ZONE – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei CMV

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rocky Horror Picture Show (1975)
 
Eraserhead (1977)
 
Fantasia (1940)
 
Charlie und die Schokoladenfabrik (2005)
 

Filmreview: „Hotel zur Hölle“ (1980)

motel-hell-hotel-zur-hölle
 
 
 

MOTEL HELL – HOTEL ZUR HÖLLE

Story

 
 
 
Somewhere in the Hinterlands. Das ältliche Geschwisterpaar Vincent und Ida betreibt ein nicht wirklich lauschiges Motel an einem Freeway. Wenn zu wenig Gäste kommen, geht Vincent, ein Traum von lederhäutigem Naturburschen mitten aus dem American Gothic Bilderbuch, seinen zweitem Broterwerb nach. Er stellt landauf, landab beliebtes Räucherfleisch her. Dafür geht er allerdings nicht ins örtliche Gehölz und stellt Opossum-Fallen, nein, man lanciert gemeinschaftlich Autounfälle und macht den liegengebliebenen Ortsfremden den Garaus. Frei nach dem früh verstorbenen Christoph Schlingensief: Sie kamen als Fremde und blieben als Wurst …
 
 
 


 
 
 

HOTEL ZUR HÖLLE – Kritik

 
 
 
Ein Klassiker des Irrsinns! Das trostlose Motel hieß mal HELLO, dann sind die Birnen im O durchgeflackert. Das, meine Damen und Herren, ist Humor, das ist Ideenreichtum, das ist einer der fetzigsten B-Horror-Heuler der späteren Autokino-Jahre. Natürlich auf dem Trittbrett berühmter anderer Menschengriller aus Texas reitend, konnte sich Kevin Connors unterhaltsame Achterbahnfahrt des schlechten Geschmacks ihren Kultstatus über die letzten 30 Jahre bewahren. Farmer Vincent-Star Rory Calhoun war in den USA auch mal prominent. Bevor er mit Schweinemaske auf dem Wirsing die Kettensäge schwingen musste, schmachteten ihm als jungen Burschen die Damen landauf, landab zu, wenn er zähnefletschend abwechselnd den edlen Cowboy oder einen wilden Gladiator gab. Der Mann war aber Profi und so füllte er die Rolle des hinterwäldlerischen Menschenschlachters mit jeglicher Größe, die ihm die Gage erlaubte. Dazu meine ich immer, eine perverse Freude in seinen Augen zu sehen, wenn er die Beißer in Richtung Kamera bleckt. Ein Schauspieler nach alter Väter Sitte eben. Regisseur Kevin Connor hatte ebenfalls keine schlechte Kinderstube. Als Hausregisseur der letzten Jahre bei den legendären Amicus Studios in England konnte er deren quietschbunten und wilden Abenteuerfilmproduktionen wie CAPRONA – DAS VERGESSENE LAND seinen Stempel aufdrücken. Später verdiente der Brite sein Geld maßgeblich mit Auftragsarbeiten für den Televisor.
 
 
 


 
 
 

HOTEL ZUR HÖLLE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Alles in allem haben wir es bei HOTEL ZUR HÖLLE/MOTEL HELL mit einem Klassiker des Videozeitalters zu tun, der – besonders in seiner schönen, neuen Auflage – in keinem Regal fehlen sollte.
 
 
 


 
 
 

HOTEL ZUR HÖLLE – Zensur

 
 
 
HOTEL ZUR HÖLLE ist nicht mehr in Deutschland indiziert, wie es wahrscheinlich oft vermutet wird. Die, aktuell von CMV veröffentlichte Blu-ray-Fassung des Streifens ist komplett ungeschnitten und juristisch geprüft, dürfte aber trotzdem nur in einschlägigen Onlineshops und Filmbörsen zu finden sein.
 
 
 


 
 
 

HOTEL ZUR HÖLLE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Hotel zur Hölle Mediabook 1
Hotel zur Hölle Mediabook 3
Hotel zur Hölle Mediabook 2
Hotel zur Hölle Mediabook 4
Hotel zur Hölle Mediabook 5
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Motel Hell; USA 1980

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Mono, Englisch Dolby Digital 2.0 Mono

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1 (1080p) – Die Angabe auf dem Cover ist mit 1.78:1 falsch

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK 18 – SPIO/JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Original Trailer (2:40 Min.) (eng.), Deutsche Trailer (2:36 Min.), Bildergalerie (4:51 Min.), Trailershow: Basket Case (2:55 Min.) (eng.), Castle Freak (2:14 Min.) (eng.), The Boogey Man (1:02 Min.) (eng.), Puppet Master (1:38 Min.) (eng.), Überraschungsfilm auf DVD anläßlich des 15-jährige Bestehen von CMV Laservision mit einem Film aus dem umfangreichen Katalog des Rechteinhabers

 
 
 
Und weiter geht es mit liebevoll produzierten Blu-rays aus dem Hause CMV LASERVISION. Nach wirklich schönen Veröffentlichungen wie einigen PUPPET MASTERS-Teilen, der BASKET CASE-Trilogie und BLOODNIGHT gibt es mit dem Old School Slasher HOTEL ZUR HÖLLE Nachschub für den heimischen Blaustrahl-Player. Auch HOTEL ZUR HÖLLE kommt wie all die anderen HD-Veröffentlichungen des Labels im Mediabook daher, wobei diesmal aber Extras schmerzlich vermisst werden. Bis auf einige Trailer sieht es nämlich im Bonusbereich eher mager aus. Schade, dass es nicht einige Extras der britischen ARROW-Scheibe auf die deutsche Disc geschafft haben. Dort konnte man nicht nur einem Audiokommentar lauschen und kleine, selbst produzierte Features sehen; sogar ein Comic wurde der vorbildlich ausgestatteten Blu-ray beigelegt. Immerhin darf man den Streifen nun in guter Qualität genießen. Die dürfte zwar HD-Puristen nicht genügen, ist aber angesichts des Alters von MOTEL HELL (so heißt der Streifen nämlich im Original) als vollkommen zufriedenstellend zu betiteln. Gleiches gilt übrigens für den Ton. Der liegt zwar in Dolby Digital 2.0 Mono vor, erfüllt aber seinen Zweck. Quantensprünge sind das sicher nicht; HOTEL ZUR HÖLLE hat aber nie besser ausgesehen. Wer sich übrigens mit Mediabooks rein gar nicht anfreunden kann, darf gern zur kultigen Retro-Edition greifen. Das kleine Berliner Label CMV würdigt die Blaustrahl-Umsetzung des Klassikers mit drei unterschiedlichen Ausführungen. Neben zwei Mediabooks mit verschiedenen Covern (je auf 500 Stück limitiert) ist auch eine Super-Jewel-Box erhältlich. Die ist auf 199 Stück limitiert und glänzt mit spartanischer Aufmachung, für die der Berliner Indie bekannt geworden ist.
 
Übrigens: Zum 15-jährigen CMV-Jubiläum liegt jeder Veröffentlichung eine separate DVD mit einem Titel aus dem Katalog des Rechteinhabers bei. Deshalb, greift zu. Denn das hübsche Mediabook dürfte schnell ausverkauft sein.
 
 
 

Hotel zur Hölle (Deutsche DVD von CMV) ungeschnitten auf AMAZON kaufen


Deutsches, ungeschnittenes HOTEL ZUR HÖLLE Mediabook – COVER A [Blu-ray inkl. Überraschungs-DVD) auf CYBER-PIRATES bestellen


Deutsches, ungeschnittenes HOTEL ZUR HÖLLE Mediabook – COVER B [Blu-ray inkl. Überraschungs-DVD) auf CYBER-PIRATES bestellen


Deutsche, ungeschnittene HOTEL ZUR HÖLLE DVD auf CYBER-PIRATES bestellen

 
 


 
 
 

HOTEL ZUR HÖLLE – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig (Filmkritik) / Marcel Demuth (BD-Vorstellung)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Texas Chainsaw 3D (2013)
 
Blutgericht in Texas (1974)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)
 

Filmreview: „Basket Case“ (1982)

basket-case-1982
 
 
 

BASKET CASE – DER UNHEIMLICHE ZWILLING

Story

 
 
 
Duane (KEVIN VAN HENTENRYCK) mietet sich in einer der ekelhafteren Ecken New Yorks ein Hotelzimmer. Mit sich schleppt der junge Mann einen Korb, dessen scheinbar wenig menschlichen Bewohner er mit Hamburgern versorgt. Besagter Korbbewohner ist Duanes siamesischer Zwilling Belial, ein monströses Schrumpelwesen, zu dem der gesunde Bruder ein, nun ja, zwillingshaft enges Verhältnis pflegt. Die Brüder wurden im Kleinkindalter auf Geheiß des Vaters getrennt und Belial war eigentlich dem Tode geweiht. Jetzt sind sie gemeinsam in der Millionenstadt unterwegs und wollen die Ärzte, die dem Vater seinerzeit Folge leisteten, zur finalen Verantwortung ziehen.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Kritik

 
 
 
Ich möchte einmal mehr das Wort Zeitkapsel benutzen, was mein Seitenbetreiber hier so gerne hört, wenn’s um Filme aus einer Zeit geht, in der wir für abgenudelte VHS-Kassetten mittelgroße Anstrengungen unternehmen mussten. BASKET CASE ist ein Kultfilm dieser Generation Horrorvideo, nicht weniger. In dieser Zeitkapsel glänzt ein Film, in dem ein klauenbewehrter Kopffüßler wahlweise als Gummibiest oder als fanherzerweichend staubige Stop-Motion-Miniatur blutig für Ordnung sorgt sehr, sehr hell. Auch das New York, von einem Regisseur auf Material gebannt, der die schmierigen Zeiten der alten 42nd Street mit ihrem Dutzend gefährlich-versiffter Rotlicht-Kinos noch kannte und verehrte, ist heute nur noch Historie. Wo Belial Anfang der Achtziger noch wütete, begehen heute MICKEY MOUSE und seine höllischen Heerscharen größere Missetaten.
 
BASKET CASE deckt ein breites Spektrum Untergrund-Kino ab. Neben dem fiesen Unterhaltungswert eines Latexungetüms, das burgerfressend und Geister der Vergangenheit richtend in einem Weidenkorb transportiert wird wie ein pervertierter Moses durchs Babylon New York, bekommt man, wenn die Analyse denn derart ernst arbeiten möchte, sogar noch Sozialkritik: Der Vater der Zwillinge will keinen verkrüppelten Fortsatz an seinem gesunden Sohn und überlässt den Missgestalteten seinem Schicksal und dem Skalpell. Wie schon im Horrorklassiker FREAKS von TOD BROWNING, 1932 unter großen Skandalgejohle gedreht, wird der Zuschauer mühelos auf die Seite der äußerlich hässlichen, weil verunstaltet geborenen Protagonisten gezogen, da die gesunde, schöne und erfolgreiche Welt doch so viel kälter und in Endeffekt schlicht züchtigungswürdiger ist. Dazu funktioniert BASKET CASE tatsächlich auch noch als schwarze Komödie. Der Cocktail aus erwähnter Sozialkritik, rauem No-Budget-Splatter á la H.G. LEWIS goes Eighties und treffsicher geschmacklosem Humor war dem Kleinkinogänger vor dreißig Jahren aber nicht geheuer und die Beschaffer des Mörderetats von nicht ganz 40.000 Dolares mussten schließlich bis zur Explosion des Heimkinomarktes auf ihre Rendite warten. Die kam dann allerdings vielfach ins Haus zurück und verführte HENENLOTTER über die Jahre zum Auf-die-Beine-stellen zweier Fortsetzungen und mit ELMER einer leichten Variation des Themas.
 
Die Erkenntnis, dass der arbeitende Regisseur ein schlauerer Welcher ist, hätte auch dem deutschsprachigen Zuschauer spätestens mit dem Titelwortspiel kommen müssen. Aber Synchron-Germania lehrt leider traditionell nur unzureichendes Englisch und BASKET CASE wurde trotz seines kommerziellen Erfolges während der VHS-Ära nur zu einer – dazu auch noch oft zensiert erhältlichen – Videogewaltferkelei unter ferner liefen. Vor die amateurhafte Analyse amerikanischer Teekesselchen wollen wie heute aber einmal die filmischen und besonders filmhistorischen Leistungen des Mannes stellen. FRANK HENENLOTTER versteht sich selbst nicht als Horrorschaffender. Eher sieht er sich als Schüler der großen Exploitationregisseure der 60er und 70er Jahre. Windige Geschäftsmänner
 
wie HARRY NOVAK oder H.G. LEWIS’ Kollaborateur DAVID F. FRIEDMAN, die oftmals erst ein reißerisches Plakat mit ordentlich Möpsen und Metzel drauf anfertigten, um potentiellen Geldgebern den Finanzierungsplan aus den Rippen zu leiern. Selbstverständlich bevor denn ein Drehbuch bei der Hand war. Diesen Vätern des amerikanischen Grindhousefilms – deutsches Pendant wäre das Bahnhofskino – konnte HENENLOTTER im Dienste des VHS/DVD-Labels SOMETHING WEIRD VIDEO ab den frühen 1990ern sogar wieder Tantiemen zufließen lassen. Ja, durch die Homevideoveröffentlichungen dieser ruppigen Leinwandraketen begründete sich eine ganze Untergrundkultur um den Drive-In-Trash; inklusive aufwändiger Audiokommentare, teurer Memorabilia-Sammlungen, Festivals und Magazinen, die sich mit nichts anderem beschäftigen als etwa den Softsexabenteuern des nackichten Robin Hood.
 
Nach regelmäßigen Auftritten in Dokumentationen über die wilde Welt des Exploitationfilms, in denen er, jahrelang geschult, Rede und Antwort auch zu den abseitigeren Bereichen eines an sich schon schrägen Metiers stand, drehte HENENLOTTER mit HERSCHELL GORDON LEWIS – THE GODFATHER OF GORE (2010) und THAT’S SEXPLOITATION (2013) selbst zwei hervorragende Beiträge.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
BASKET CASE ist ein Kultfilm des modernen Horrorkinos. Eine Zeit, in der wöchentlich Premiere feiernder ach-so-sexy Splatter im Multiplex undenkbar war, brachte dann konsequenterweise Filme hervor, die sich wagten, ihre Zuseher zu ekeln, zu unterhalten, zum Lachen und von mir aus sogar zum Nachdenken zu bringen.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Zensur

 
 
 
BASKET CASE ist nach wie vor in Deutschland indiziert. Daher sollte man beim Kauf darauf achten, dass sich auf der Front kein dicker 18er Stempel befindet, denn die erhältliche KJ-Variante ist geschnitten. Wer den Film ungeschnitten sein Eigen nennen möchte, sollte daher immer darauf achten, dass die Rückseite ein SPIO/JK-Symbol ziert. Denn nur juristisch geprüfte Scheiben des Films sind komplett.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
basket case blu-ray mediabook 1A
 
basket case blu-ray mediabook 2A
basket case blu-ray mediabook 4A
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Basket Case; USA 1982

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch Dolby Digital 2.0 Stereo

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,37:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK 18 – SPIO/JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Einleitung von Frank Henenlotter (02:26 Min. – deutsche UT), Audiokommentar Regisseur Frank Henenlotter, Produzent Edgar Ievins, Trailer & TV-Spots (02:55 Min.), Spanischer Trailer (01:02 Min.), „In Search of the Hotel Broslin“ (15:30 Min.), „Beverly Bonner’s Laugh Track“ (07:20 Min.), Bildergalerie (12:31 Min.), Outtakes (06:13 Min.), Featurette: What’s in the Basket (78:35 Min. – deutsche UT, HD), Ein Blick hinter die SFX-Kulissen (06:34 Min. – deutsche UT, HD), Radio-Spots (01:49 Min.), Radiointerviews (08:55 Min.), Besonderheiten der deutschen Fassung (02:29 Min.), Weitere Trailer: Alien – Die Saat des Grauens kehrt zurück (03:20 Min.), Bloodnight (01:18 Min.), The Boogey Man (01:02 Min.), Puppet Master (01:38 Min.)

 
 
 
Es gibt immer wieder Indie-Labels, die mit ihren Veröffentlichungen aus der Masse herausstechen. Da werden kleine Nischenfilme oder beliebte Kultklassiker mit Liebe zum Detail neu veröffentlicht, erhalten eine Menge Bonusmaterial und sogar schicke Sammlerverpackungen. Anbieter CMV LASERVISION ist ein derartiger Fall. Hier ist nicht nur das Feedback der Kunden wichtig; mit der beliebten Retro- und Trashkollektion hat sich der Publisher unter Anhängern des Horrorgenres einen besonderen Ruf erkämpft. Seit geraumer Zeit hat CMV auch im HD-Bereich Fuß gefasst und bringt begehrte Kultklassiker auf Blaustrahl in den Handel. Das neuste Release ist die B-Movie-Perle BASKET CASE, der zum 15. Firmenjubiläum eine ganz besondere Veröffentlichung zuteil wurde. Die kommt, wie alle hauseigenen Blu-rays zuvor, im edlen Mediabook. Das besitzt zwar keinen Buchteil, macht aber im Sammlerregal eine wirklich gute Figur. Lobenswerterweise überlässt CMV LASERVISION dem Kunden die Qual der Wahl, denn die Jubiläumsedition des Kultklassikers erscheint in drei Ausführungen. So kann sich der Käufer zwischen einer Retro-Version im Super-Jewelcase (auf 199 Stück limitiert), sowie einer weißen und einer schwarzen Edition im Mediabook entscheiden, wobei die Bücher auf jeweils 500 Stück limitiert und durchnummeriert wurden. Natürlich sollte man bei der Technik keine Quantensprünge erwarten. Bereits im Vorwort wird von Autor und Regisseur FRANK HENENLOTTER erläutert, dass man für die HD-Fassung wieder zu den Ursprüngen zurückkehren wollte. BASKET CASE wurde auf 16mm gedreht und soll nun auch auf Blu-ray im ursprünglichen Glanz und Originalbildformat erstrahlen. Die für 16mm-Filmmaterial typisch grobe Körnung wurde belassen und auch sonst schaut BASKET CASE auf Blaustrahl so aus, wie er nun eben ausgesehen hatte, als er vor fast 30 Jahren veröffentlicht wurde. Auch wenn das Bild für heutige HD-Maßstäbe kaum der Rede wert ist, bietet der Transfer im direkten Vergleich zur hochwertigen LEGEND FILM DVD (im Digipak) aus dem Jahr 2002 eine erstaunliche Steigerung. Zwar füllt das Bild jetzt nicht mehr den ganzen Bildschirm aus, sondern besitzt links und rechts schwarze Balken; trotz miserablem Ausgangsmaterial lassen sich dennoch bedeutend mehr Details erkennen, als in allen bisher erhältlichen DVD-Auflagen, von denen es nicht wenige gab. Immerhin hat das körnige Bild auch seine Vorteile: es unterstreicht geradezu perfekt den schmuddeligen Charme des Films und lässt nostalgisches VHS-Feeling aufkommen. Kernstück der Veröffentlichungen ist aber das Bonusmaterial. Für einen derartigen Streifen ist das nahezu spektakulär umfangreich. Neben allen Extras der damaligen LEGEND-Auflage (in SD), hat CMV LASERVISION auch Bonus der erhältlichen SECOND SIGHT Blu-ray aus England lizensiert. So darf sich der Zuschauer auf die Dokumentation WHAT’S IN THE BASKET (in HD) freuen, die sogar Spielfilmlänge und selbstverständlich deutsche Untertitel besitzt. Zudem gefällt der Menüpunkt EIN BLICK HINTER DIE SFX-KULISSEN in dem der Zuschauer den Spezialeffekte-Künstler GABE BARTALOS beim Rundgang durch seine SFX-Firma ATLANTIC WEST EFFECTS (in HD) begleitet. Leider besitzt auch das durchweg gelungene Mediabook von CMV einen kleinen Wehmutstropfen. So hat nur das neue Zusatzmaterial eine Untertitelspur erhalten. Die bereits bekannten Extras der LEGEND-Scheibe sind auch auf dieser Veröffentlichung ohne Untertitel vorzufinden. Immerhin hat der Anbieter auch ein Feature selbst produziert. So wird in einem kleinen Bericht auf die Unterschiede in der deutschen VHS-Fassung eingegangen, die sich in der Titelsequenz vom Rest der Welt unterscheidet. Außerdem betreibt CMV mit vier weiteren HD-Klassikern etwas Eigenwerbung. Wer sich die Jubiläumsedition sichert, sahnt übrigens doppelt ab. Neben der tollen Blu-ray liegt jeder Veröffentlichung eine Extra-DVD mit einem Klassiker der beliebten CMV-Trashkollektion bei. In dem uns vorliegenden Produkt versteckte sich DIE LEICHENMÜHLE. Wer sich nur die HD-Perlen unter den Klassiker-Releases aussucht, kommt an BASKET CASE nicht vorbei. Die Veröffentlichung aus dem Hause CMV LASERVISION ist nicht nur optisch ein Hingucker; auch inhaltlich ist dieses Mediabook ein Traum und den Preis auf alle Fälle wert.
 
 
 

Englische, ungeschnittene BASKET CASE – THE TRILOGY Blu-ray (Limited Edition 3-Disc Steelbook) auf AMAZON bestellen

Deutsche BASKET CASE Blu-ray (leicht geschnitten) auf AMAZON bestellen


Deutsches, ungeschnittenes BASKET CASE Mediabook [Blu-ray inkl. Überraschungs-DVD) auf CYBER-PIRATES bestellen

 
 


 
 
 

BASKET CASE – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig (Filmkritik) / Marcel Demuth (BD-Vorstellung)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Basket Case 2 (1990)
 
Basket Case 3 – Die Brut (1991)
 
Die Unzertrennlichen (1988)
 
Seconds Apart (2011)