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Beiträge mit Schlagwort “Coming-of-Age-Filme

Filmkritik: „My Friend Dahmer“ (2017)

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MY FRIEND DAHMER

Story

 
 
 

Außenseiterdasein, Pubertät und Probleme im Elternhaus. Auch Serienmörder – wie Jeffrey Dahmer – mussten sie einmal durchleben: die Jugend.

 
 
 


 
 
 

MY FRIEND DAHMER – Kritik

 
 
 
Ein neuer Trend im Horror-Genre ist die Erforschung von Jugendjahren bekannter Horror-Ikonen. So sind schon lange nicht mehr nur Fortsetzungen beliebter Horror-Reihen eine sichere Bank. Auch sogenannte Prequels – also Vorgeschichten – haben sich in den letzten Jahren zu einer lukrativen Geldeinnahmequelle entwickelt, sobald man mit Fortsetzungen nicht mehr weiterkommt. Hierbei immer wieder gern verfilmt: die Kindheit gerissener Filmkiller. So musste nicht nur der Mythos LEATHERFACE für den schnellen Dollar genauer unter die Lupe genommen werden. Auch die Jugendjahre von Killer-Kollegen MICHAEL MEYERS oder NORMAN BATES füllten die Bankkonten profitorientierter Studiobosse und nahmen so den legendären Filmbösewichten einen Teil ihres Schreckens. Doch nicht immer muss nur Fiktives genauer ergründet werden. Mit MY FRIEND DAHMER geht es einem an den Kragen, der tatsächlich gelebt hat. Wie es der Titel des Films bereits vermuten lässt, dreht sich in diesem Streifen alles um einen der grausamsten Serienmörder des 20. Jahrhunderts: Jeffrey Dahmer. Der wurde von der Presse auch als „Monster von Milwaukee“ betitelt, weil er zwischen 1978 und 1991 siebzehn Männer ermordete, vergewaltigte und teilweise sogar aufgegessen hatte. Doch Dahmer wurde nicht als Killer geboren. Der folgende Film behandelt einen unbekannten Teil von Dahmers Leben. Rückten alle bisher erschienen Filme in erster Linie die Taten des Mörders in den Fokus, geht es dieser Film etwas anders an. MY FRIEND DAHMER erzählt von der Highschool-Zeit des späteren Serienkillers. Ein interessanter Blickwinkel, um vielleicht einige Ursachen seiner Taten verstehen zu können.
 
 
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Amerika in den 1970ern: Der Teenager Jeffrey Dahmer ist schon ein komischer Kauz. Der beschäftigt sich lieber mit überfahrenen Tieren, die er sammelt und in Säure einlegt, statt sich mit Gleichaltrigen auszutauschen. In der Schule nimmt kaum jemand Notiz von ihm, bis er unter viel Gelächter seltsame Ticks inszeniert und so die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Plötzlich verwandelt sich Dahmer vom Niemand zum Pausenclown. Dessen komödiantische Gabe erkennt auch Mitschüler John Backderf, der kurzum den Dahmer-Fanclub gründet und den Sonderling zu komischen Taten anstiftet. Doch Dahmer hat Sorgen – große Sorgen. Die Eltern liegen im ständigen Streit und auch die Sexualität des einsamen Teenagers bereitet Probleme. Da kommt der neue Freund „Alkohol“ gerade recht. Leider führt der den desorientierten Jugendlichen genau in den Abgrund.
 
 
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Bevor falsche Erwartungen geschürt werden: MY FRIEND DAHMER ist kein reißerischer Schocker über die Taten des berüchtigten Serienkillers. Wer Blut und Gewalt sucht, ist hier an der falschen Adresse. Der Film rückt nicht die Bestie „Dahmer“ in den Mittelpunkt, sondern untersucht den Mensch dahinter. Dafür stand die Graphic Novel „My Friend Dahmer“ Pate, die von einem Schulfreund Dahmers gezeichnet wurde, der zu Schulzeiten mit dem Eigenbrötler gemeinsam die Bank drückte. Nachdem die Taten des Serienkillers durch die Medien gingen und Dahmer 1994 von einem Mithäftling getötet wurde, begann Schulfreund JOHN BACKDERF Material zu sammeln und seine Begegnungen mit dem Sonderling zu Papier zu bringen. Dabei entstanden Kurzgeschichten, die nicht die Taten des Mörders in den Fokus rücken sollten. Stattdessen analysierte der talentierte Comicautor die Probleme und Sorgen mit denen Dahmer in der Schule und Elternhaus zu kämpfen hatte. Das Resultat entpuppte sich als traurige und erschreckende Charakterstudie eines einsamen Heranwachsenden, die mehrfach Auszeichnungen erhielt. Auf genau jenen Bildergeschichten basiert nun der hier vorliegende Film, der weit tiefgründiger ausgefallen ist, als erwartet.
 
 
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So hat man für die Rolle des jungen Jeffrey Dahmer jemanden gefunden, der wohl sein Image als Kinderstar loswerden wollte. ROSS LYNCH machte sich vor allem mit Auftritten in bekannten Disney-Produktionen einen Namen. Offenbar war ihm leichte Unterhaltung auf Dauer zu wenig, weshalb er mit der Hauptrolle in MY FRIEND DAHMER einen mutigen Richtungswechsel antritt, der ihm außerordentlich gut steht. Der haucht der Rolle des Jeffrey Dahmer eine gewisse Menschlichkeit ein und verdeutlicht dem Zuschauer eindrücklich, was für ein bemitleidenswerter Mensch der spätere Serienkiller tatsächlich war. Seine Verkörperung des wortkargen Sonderlings mutet unheimlich an, faszinierend aber zugleich. Das macht MY FRIEND DAHMER vor allem bei denen interessant, die sich weniger mit Taten sondern eher mit der Psyche fehlgeleiteter Menschen auseinandersetzen wollen. Regisseur MARC MEYERS dämonisiert seinen Filmhelden nicht. Stattdessen kümmert er sich behutsam um seine Filmfigur und studiert sie ausführlich, ohne zwangsläufig ihre Taten zu beurteilen. Das macht die filmische Umsetzung der Graphic Novel besonders, weil man mit dem Namen „Jeffrey Dahmer“ wohl etwas ganz anderes erwartet hat, als es der Film zu vermitteln versucht. Sehenswert!
 
 
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MY FRIEND DAHMER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Mehr Drama, statt Horror. Beunruhigende und deprimierende Charakterstudie, die niemanden kalt lässt. MY FRIEND DAHMER geht das Thema „Jeffrey Dahmer“ vollkommen anders an. Normalerweise erwartet man hier eine detaillierte und reißerische Ausschlachtung der Taten des berüchtigten Serienmörders. Aber Regisseur MARC MEYERS macht alles anders. Der betrachtet die Jugendjahre des Einzelgängers und versucht damit dem Zuschauer nahezubringen, was für ein desorientierter und verunsicherter Mensch Jeffrey Dahmer wirklich war. Statt die „Bestie“ Dahmer zu analysieren, betrachtet der Filmemacher den „Mensch“ Dahmer mit all seinen Ängsten, Sorgen und Problemen. Damit nimmt dieser Streifen eine Sonderstellung in der Reihe an Verfilmungen über den Serientäter ein. MY FRIEND DAHMER ist ein interessantes und vor allem unkonventionelles Filmprojekt, das neugierigen Cineasten ans Herz gelegt sei. Ein Geheimtipp, der auch bei Filmfestivals wegen des anderen Umgangs mit dem kontroversen Thema „Dahmer“ gelobt wurde.
 
 
 


 
 
 

MY FRIEND DAHMER – Zensur

 
 
 
MY FRIEND DAHMER hat keine Gewaltmomente zu bieten. Es gibt einige tote Tiere zu sehen, die der Antiheld von der Straße kratzt und in Säure einlegt. Eigentlich wäre der Film daher ein sicherer FSKL12-Kandidat. Wegen des kontroversen Zusammenhangs mit dem Serienmörder Jeffrey Dahmer dürfte der Film aber eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

MY FRIEND DAHMER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei FilmRise)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Enter the Dangerous Mind (2013)

Hemorrhage (2012)

Simon Killer (2012)

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Filmkritik: „Alena“ (2015)

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ALENA

Story

 
 
 

Kleine Teufel in Schuluniformen: Eine Außenseiterin (AMALIA HOLM) muss sich an einer neuen Mädchenschule gegen voreingenommene Mitschülerinnen behaupten. Leider führen heimtückische Mobbing-Attacken bald zur Katastrophe, denn auch unschuldig dreinschauenden Einzelgängerinnen platzt irgendwann mal der Kragen.

 
 
 


 
 
 

ALENA – Kritik

 
 
 
In Europa tut sich was, vor allem in Schweden. Dort scheint es seit Jahren zu brodeln, weil man unkonventionelle Filmrezepte erfindet, um sie dann nimmersatten Kinofans auftischen zu können. Damit fährt man scheinbar gut, wie die emsige Remakesucht der Traumfabrik an den Tag legt. Die ist vom typisch schwedischen Look offenbar so beeindruckt, dass man sich Rechte krallt, um dann schwedische Filme nach eigenen Vorstellungen zu kopieren. So ist das Land im Norden Europas mittlerweile auch in Übersee ein Begriff, wo Neuinterpretationen von schwedischer Exportware wie VERBLENDUNG oder SO FINSTER DIE NACHT große Summen an Kinokassen eingespielt haben. Mal sehen, was in Zukunft noch den Weg über den Teich finden wird. Ein weiterer Streifen im Kreise ambitionierter Filmprojekte aus Schweden ist das Psychodrama ALENA. Das basiert auf einem Comicbuch von KIM W. ANDERSSON, die für ihre Arbeit mit dem wichtigsten Comic-Preis Schwedens ausgezeichnet wurde. Nach der Lobpreisung sah man offenbar in der Geschichte Potenzial für einen Langfilm, weshalb man den Comic – ganz zeitgemäß – fürs Kino adaptierte. Auch in Schweden stehen Comic-Verfilmungen hoch im Kurs.
 
 
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Pubertät kann manchmal grausam sein – vor allem wenn man Außenseiter ist. Mit diesem Floskel macht auch die introvertierte Alena Erfahrung, die an einer Elite-Schule den ultimativen Horror erlebt. Die beste Freundin hat sich das Leben genommen. Nun versucht der Teenager an der neuen Schule Anschluss zu finden und scheitert kläglich. Grund dafür ist Filippa (MOLLY NUTLEY) – eine ehrgeizige Schülerin, die vor nichts und niemandem Respekt hat. Das muss auch Alena am eigenen Leib erfahren, die von der boshaften Klassenkameradin schikaniert und gedemütigt wird. Doch fiese Gehässigkeiten sind erst der Anfang. Als die Außenseiterin Teil des Lacrosse-Teams werden soll, gehen die Mobbing-Attacken erst richtig los. Die strebsame Filippa sieht ihre Sportkarriere in Gefahr und beginnt Nachforschungen über ihre Konkurrentin anzustellen. Ein fataler Fehler wie sich bald herausstellen wird, denn offenbar verbirgt Alena etwas in ihrer Vergangenheit, von dem niemand erfahren sollte. Was folgt kann man sich vermutlich ausmalen, denn im Horrorfilm sehen nicht selten schikanierte Opfer rot und dürsten nach Rache. So auch in ALENA, wo Mobbing ebenfalls eine Reihe von Umständen entfacht, die für ein Desaster sorgen werden.
 
 
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Von unterdrückten Schuldgefühlen, inneren Dämonen und der Suche nach der eigenen sexuellen Identität. ALENA als lupenreinen Horrorfilm zu bezeichnen, wäre falsch. Der schwedische Genre-Beitrag ist mehr Drama, statt Horror und erzählt die Geschichte einen mutigen Heranwachsenden, deren Vergangenheit sie am Weitergehen hindert. Regisseur DANIEL DI GABRO eifert im zweiten Spielfilm BRIAN DE PALMA nach. Der Altmeister hatte in den 1970ern mit CARRIE einen Roman des Horrorautors STEPHEN KING fürs Kino adaptiert, der auch heute noch Einfluss auf unzählige Filmemacher und Genrestreifen ausübt. Wo im besagten Kultroman aber noch mittels Telekinese Dinge durch die Luft sausten, verzichtet man in ALENA auf phantastische Elemente. Die Antiheldin dieses Streifens leidet unter einer Form der Schizophrenie. Diese hat sich nach einem Trauma manifestiert und macht der Pubertierenden allmählich das Teenagerleben zur Hölle. So brechen in Stresssituationen Dämonen aus, die sich als Geist der ehemals besten Freundin zeigen. Letztere hat sich Alena wegen von einer Brücke gestürzt und besucht die Seelenverwandte fortan, um bei Entscheidungen ins Gewissen zu reden. Das erschwert die Selbstfindung – vor allem wenn es darum geht, neue Freundschaften zu knüpfen oder über Emotionen zu sprechen.
 
 
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Das Gruseldrama ALENA macht seine Sache ganz gut. Regisseur DANIEL DI GABRO beweist Sensibilität und tritt damit in die gleichen Fußstapfen, wie Landskollege TOMAS ALFREDSON. Der landete im Jahr 2008 mit dem Vampirdrama SO FINSTER DIE NACHT einen Überraschungshit und schuf einen feinfühligen Film, der seinen schmerzhaften Stoff um jugendliche Isolation, Mobbing, Außenseitertum und erste Liebe durch Anleihen beim Horrorgenre umsetzte. Gleiches ist auch in ALENA Programm, der Rachegelüste nicht in Blut ersäuft, sondern eher die Sorgen und Probleme seiner Figuren analysiert. Das Resultat kann sich sehen lassen. ALENA ist ein weitestgehend unsentimental inszeniertes Psychogramm einer desorientierten Heranwachsenden, das vor allem durch schauspielerisches Können und typisch ’schwedischen Look‘ hervorsticht. Effekthascherei hat Sendepause. Stattdessen regieren leise Töne, die dennoch zu einem Finale führen, das ungemütlicher nicht sein könnte. Filmemacher DANIEL DI GABRO zeigt mehr als eindrucksvoll, dass die Schweden schon lange keine Genre-Eintagsfliegen mehr hervorbringen. Das Land hat mit ALENA einen weiteren Gruselvertreter produziert, der sich wacker und souverän gegen die Mainstream-Konkurrenz behaupten kann. Wer demzufolge eine Leidenschaft für Arthaus-Horror mit Tiefgang besitzt, sollte sich diese kleine und ruhig erzählte Genremixtur aus Liebesfilm, Coming-of-Age-Drama sowie Rachestreifen vormerken.
 
 
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ALENA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eine zermürbend-traurige Geschichte über Liebe, Zugehörigkeit und Selbstfindung. ALENA ist die schwedische Version von Stephen Kings CARRIE, welche zwar zu keinem Zeitpunkt das Niveau des Klassikers mit SISSY SPACEK erreicht. Dennoch ist der schwedische ALENA um Längen besser, als das überflüssige und seelenlose CARRIE-Remake von 2013. Wie in der Buchvorlage des amerikanischen Horror-Autors führen auch in ALENA Mobbing-Attacken von Schülerinnen zu einer Katastrophe. Während aber King Grusel durch Horrorelemente entstehen lässt, hält man sich in dieser schwedischen Produktion damit weitestgehend zurück. Das ist auch die Quintessenz von ALENA, der gerade wegen zurückhaltendem Gebrauch von Horrorzutaten irgendwie realitätsnah und glaubhaft bleibt. Die sensible Charakterstudie fokussiert Probleme und Ängste von Teenagern, ohne dabei in Sentimentalitäten zu verfallen. Das macht dieses schwedische Außenseiterdrama – dem übrigens ein Comicbuch zugrunde lag – irgendwie einzigartig und interessant. Wer einen gewissen Anspruch vom Genre-Kino erwartet, ist mit ALENA auf jeden Fall gut beraten. Wir waren ganz angetan.
 
 
 


 
 
 

ALENA – Zensur

 
 
 
ALENA hat eigentlich kaum Schauwerte zu bieten. Es gibt eine blutige Nase zu sehen, ein Messer wird in einen Körper gerammt und ein Mädchen springt von einer Brücke. Sollte der Film hierzulande ausgewertet werden, gibt es für ALENA ohne Probleme eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

ALENA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Silvio Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Touch (2013)
 
#Horror (2015)
 
Carrie (2013)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Carrie 2 – Die Rache (1999)
 
Some Kind of Hate (2015)
 


Filmkritik: „High School Exorcism“ (2014)

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HIGH SCHOOL EXORCISM

(HIGH SCHOOL POSSESSION)

Story

 
 
 

Teenager Chloe Mitchell (Jennifer Stone aus NOTHING LEFT TO FEAR) ist im letzten Jahr der High School leider keine disziplinierte Schülerin mehr. Ein Exorzismus soll helfen und die problembehaftete Achtzehnjährige wieder auf den rechten Weg bringen.

 
 
 


 
 
 

HIGH SCHOOL EXORCISM – Kritik

 
 
 
Wenn niemand ins Kino geht, kommt das Grauen eben nach Haus. Seit Jahren beklagt die Filmindustrie sinkende Absatzzahlen. So werden Anbieter illegaler Download- und Streaming-Angebote im Web dafür verantwortlich gemacht, dass kaum noch Filmfans ins Kino gehen oder sich physische Filmdatenträger kaufen. Doch die Filmunternehmen haben umgedacht. Statt in millionenschwere Horrorproduktionen zu investieren, die bereits durchs Netz gereicht werden, noch bevor sie im Kino gesehen werden können, kommt Horror mittlerweile immer häufiger gleich im Serienformat auf die Mattscheibe. Das hat den Vorteil, dass viel Geld mit Werbeeinblendungen verdient werden kann und Serienfolgen tatsächlich erst auf den TV-Sendern Premiere feiern, bevor sie im Internet ungewollt verbreitet werden. So ähnlich scheint man sich das auch mit HIGH SCHOOL POSSESSION vorgestellt zu haben – Horror fürs nicht sonderlich anspruchsvolle Publikum, der extra fürs Fernsehen auf Spielfilmlänge geblasen wurde und auf dem amerikanischen TV-Sender LIFETIME Premiere feierte. Scheinbar sorgte die Erstausstrahlung für gute Einschaltquoten, weshalb man den Film unter dem Titel HIGH SCHOOL EXORCISM ein Jahr später noch einmal auf dem Heimkinomarkt ausgewertet hat, damit ihn ehrliche Filmfans auch kaufen können.
 
 
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08/15-Exorzismus auf Daily-Soap-Niveau. In HIGH SCHOOL EXORCISM gehen mysteriöse Dinge vor sich. Darin wird Schülerin Chloe Mitchell (JENNIFER STONE) vom Pech verfolgt. In der Schule wird sie gemobbt, unkontrollierte Wutanfälle vermasseln ein Sportstipendium und seltsame Stimmen im Kopf machen das Leben schwer. Doch die beste Freundin (JANEL PARRISH) weiß Rat. Bei Recherchen zu einem Artikel über eine religiöse Gruppe an der Schule macht sie eine folgenschwere Entdeckung. Die sogenannten „Auserwählten“ befreien Menschen von inneren Dämonen, indem sie diese in der Schule exorzieren. Da sich die attraktive Chloe allmählich zum Frack entwickelt und seltsames Verhalten an den Tag legt, soll auch ihr der Teufel ausgetrieben werden – ist in heutigen Schulen wohl so üblich. Die findet sich bald festgekettet auf einem Tisch wieder und hofft auf Erlösung. Leider hat ein misslungener Filmtwist anderes Schicksal für die Filmheldin vorgesehen.
 
 
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HANNAH MONTANA meets DER EXORZIST. Sollte DISNEY endlich mal wieder eigene Horrorfilme produzieren, dürfte nicht wundern, wenn dabei ein Film wie HIGH SCHOOL EXORCISM entstehen würde. Viel Substanz hat dieser Light-Grusler nämlich nicht, was wohl in erster Linie daran liegen mag, weil die Macher mit HIGH SCHOOL EXORCISM ein eher jugendliches Fernsehpublikum ansprechen wollten. So werden volljährige, männliche Zuschauer mit diesem TV-Schauer reichlich wenig anfangen können, denn zwischen Zicken-Terror, Teenie-Problemen und Intriegenspielchen muss man Horror mit der Lupe suchen. Statt düstere Optik, Gruselatmosphäre und unheilvolle Klänge gibt’s schöne Menschen, aktuelle Popmusik und uninteressante Stereotypen zu sehen. Letzteres handeln nach vordiktierten Regeln und verhalten sich – wie die meisten Figuren in Seifenopern – nicht sonderlich glaubhaft. Hohe Erwartungen sollte man daher nicht an HIGH SCHOOL EXORCISM stellen. Auch wenn am Ende ein fast lächerlich zurückhaltend inszenierter Exorzismus das Finale einläuten muss, hat dieser TV-Streifen mit Horror wenig am Hut. Vielmehr verbirgt sich hinter dem lauen Grusellüftchen ein unglaubwürdiges Coming-of-Age-Drama für Jugendliche in dem sich ein Teenager auf dem Weg macht, um sich selbst zu finden. Wer blutigen Schabernack sucht, sollte HIGH SCHOOL EXORCISM daher gleich wieder aus seinem Gedächtnis streichen. Denn für erwachsene Zuschauer ist dieser Film Zeitverschwendung.
 
 
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HIGH SCHOOL EXORCISM – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Light-Exorzismus für den Kinderkanal. Viel mit Horror hat HIGH SCHOOL EXORCISM – trotz auf dem Cover angepriesener Exorzismusthematik – eigentlich nicht am Hut. Der Horror hat Sendepause, denn der TV-Film aus dem Hause LIFETIME (weitere LIFETIME-Filme) ist eigentlich eher Selbstfindungs- und Coming-of-Age-Drama. Die Teufelsaustreibung wird hier nur als Vorwand verwendet, um bevorzugt jugendliche Horrorfans anlocken zu können. Die bekommen natürlich auch das zu sehen, was man eben in amerikanischen TV-Serien zu sehen bekommt. Das sind in erster Linie makellose Menschen und nicht sonderlich anspruchsvolle Geschichten. Leider dürften selbst Heranwachsende keinen Spaß mit dem kaum vorhandenen Gruselgehalt im Film verstehen. Die werden sich aufgrund des irreführenden Covers schnell hinter das Licht geführt fühlen. Das Plakat zum Film erinnert eher an Hexenstreifen, wie DER HEXENCLUB oder ZAUBERHAFTE SCHWESTERN. Umso enttäusche für all jene, denen letztendlich doch was ganz anderes geboten wird, als erwartet. Hier ist Vorsicht geboten!
 
 


 
 
 

HIGH SCHOOL EXORCISM – Zensur

 
 
 
Weniger Horror, stattdessen mehr High-School-Drama. Das macht sich auch beim Gewaltgrad bemerkbar. Viel gibt es nicht zu sehen. Ein paar dämonisch funkelnde Augen, ein aufgeschlitzer Hals und ein paar schnell geschnittene, düstere Visionen. Dafür gibt es eine FSK16 – insofern der Film hierzulande überhaupt veröffentlicht wird.
 
 
 


 
 
 

HIGH SCHOOL EXORCISM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Bilder liegen bei Hybrid, LLC)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Circle (2015)

Charmed – Zauberhafte Hexen (1998 – 2006)

Practical Magic – Zauberhafte Schwestern (1998)

Der Hexenclub (1996)

Sabrina – Total verhext (1996 – 2003)


Filmkritik: „#Horror“ (2015)

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#HORROR

Story

 
 
 
Die sozialen Netzwerke werden arroganten Zwölfjährigen zum Verhängnis. Die Selbstinszenierung von falschen Freundinnen im Internet ruft das Interesse eines Killers auf den Plan, der den Gören einen Denkzettel verpassen möchte.
 
 
 


 
 
 

#HORROR – Kritik

 
 
 
Was wäre die Welt heute nur ohne digitale Medien? Sie bestimmen mittlerweile unseren Alltag und erleichtern uns Kommunikation und Information. Leider scheint das Internet auch Jahre nach seiner Einführung auf breiter Front für viele immer noch Neuland zu sein. Die verstehen oft die absurden Trends einer jungen Generation nicht, die ihre Freizeit lieber in sozialen Netzwerken verbringt, statt sich im realen Leben zum Smalltalk zu verabreden. Kommunikationsportale, wie Facebook, Twitter oder Instagram haben sich längst zu festen Instanzen unter Jugendlichen entwickelt und beteiligen sich maßgeblich am Entwicklungsprozess der Heranwachsenden. So haben Foren und Netzwerke entscheidenden Einfluss auf die Pubertät und lassen besorgte Eltern mit Fragen zurück, die von der Kommunikation ihres Nachwuchses dort nur wenig mitbekommen.
 
 
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Schauspielerin, Modedesignerin und 90er-Jahre It-Girl TARA SUBKOFF (aus THE CELL) hat sich in ihrem Regiedebüt #HORROR der Unberechenbarkeit sozialer Medien angenommen und hebt mahnend den Zeigefinger. In einem Interview erklärte sie, dass ihr die Inspiration zum Schreiben des Drehbuchs nach einem Gespräch mit der Tochter eines Freundes kam. Die wurde Opfer von Cybermobbing und erinnerte die Regisseurin an deren eigene Kindheit. Während sich Subkoff als Pubertierende zu Hause von den Schikanen der Schulkameraden erholen konnte, haben Hänseleien heute einer neue Dimension erreicht. Oft können sich Betroffene nicht einmal mehr zuhause vor Schikanen sicher fühlen. Sobald sich Außenseiter in den eigenen vier Wänden mit dem Internet verbinden, wird der tägliche Kampf vom Schulhof im Kinderzimmer fortgesetzt. So sehen sich Mobbingopfer allgegenwärtig mit psychischer Quälerei konfrontiert, die die Jugend heute für Heranwachsende zum Albtraum werden lässt.
 
 
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Auch die jungen Heldinnen in #HORROR machen ihre ganz eigenen Erfahrungen mit den neuen Kommunikationsmedien. Im Mittelpunkt steht die zwölfjährige Sam (SADIE SEELERT) aus armen Verhältnissen, die von ihrer Mutter zu einem modern eingerichteten Glashaus im Wald gefahren wird, wo die verzogene Schulfreundin Sofia Cox (BRIDGET MCGARRY) zu einer Party geladen hat. Dort trifft sie auf fünf verwöhnte Gören, deren Lebensinhalt es ist, sich in sozialen Netzwerken selbst zu inszenieren. Der Begriff Freundschaft ist den Mädchen fremd, denn den sogenannten Freundinnen ist es wichtiger, wie sie im Internet ankommen. Trotz Oberflächlichkeiten bemüht sich die bescheidene Sam dennoch, Teil der hippen Hühnerbande zu werden. Doch die falschen Freunde offenbaren bald ihr wahres Gesicht. Sie intrigieren wie die Großen und spielen einander aus, bis es der vorlauten Cat (HALEY MURPHY) reicht. Sie redet Tacheles und muss dafür die Party verlassen. Keine gute Entscheidung, denn ein Denkzettel soll den Mädchen verpasst werden. Ein Fremder hat die hinterhältigen Machenschaften beobachtet und in den sozialen Netzwerken verfolgt. Der hat kein Erbarmen, schwingt Mordwerkzeuge und bestraft die kreischenden Gören für ihr ignorantes und selbstdarstellerisches Verhalten.
 
 
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Jugendliche können grausam sein, vor allem dann, wenn sie sich gerade auf der Suche nach sich selbst befinden und Grenzen austesten müssen. Regisseurin TARA SUBKOFF zeigt im ersten Langfilm ein etwas engstirniges Bild vom bösen Internet und verantwortungslosen Eltern. Letztere scheinen die eigenen Kinder nicht mehr im Griff zu haben und nicht sonderlich interessiert daran zu sein, was die Kleinen da in der Freizeit treiben. Nöte der Kinder werden ignoriert, schließlich haben eigene Probleme Vorrang, so dass sich Sprösslinge Gehör und Anerkennung in Foren und Netzwerken suchen müssen. Das Resultat dieser Ignoranz endet im Blutbad, was im Falle von #HORROR dann doch äußerst makaber wirkt, weil hier heranwachsende Mädchen für die Unachtsamkeit der Eltern bestraft werden müssen. Den Liebhaber kontroverser Metzelei dürfte das dennoch freuen, werden im Finale stereotype und unsympathische Figuren ausradiert, denen man schon nach nur wenigen Filmminuten bereits die Pest an die Hälse wünscht. Dennoch besitzt Gezeigtes bitteren Beigeschmack, weil Subkoff mit der Sensationsgeilheit des Publikums spielt und Teenager blutig auslöschen lässt, damit Gewaltfans etwas zu sehen bekommen. Das kommt nicht bei jedem Zuschauer gut an, gerade deswegen, weil das reale Leben gezeigt hat, wie Filme, Computerspiele und das Internet die psychische Entwicklung eines Kindes negativ beeinflussen können.
 
 
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Der Coming-of-Age-Thriller #HORROR geht auf wahre Begebenheiten zurück. Schenkt man dem Internet Glauben, soll die Idee zum Film auf Ereignissen basieren, die 2014 durch die Medien gegangen sind. So sollen zwei Zwölfjährige in Waukesha, Wisconsin auf eine Mitschülerin eingestochen haben und wurden für das Verbrechen nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Die Mädchen hatten Ermittlern erklärt, dass sie mit dem Mord den berüchtigten Slenderman beeindrucken wollten. Von der hageren, gesichtslosen Kreatur hatten sie in einem Internetforum gelesen und hofften durch ihre Tat mit der fiktiven Horrorgestalt davonlaufen und das Leben verbringen zu können.
 
 
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#HORROR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Visuell überzeugender Coming-of-Age-Horror mit brisanter Thematik, der vor allem Eltern beunruhigen dürfte. Die werden sich nach dem Abspann erst mal beim Nachwuchs erkundigen, was der in sozialen Netzwerken so von sich preisgibt. Regisseurin TARA SUBKOFF beschäftigt sich in #HORROR mit desinteressierten Eltern und selbstdarstellerischen Sprösslingen. Letztere finden Gehör und Anerkennung im Internet. Technisch ist der kontroverse Horror-Thriller über jeden Zweifel erhaben. So überzeugen vor allem durchgestylte Kamerafahrten- und Einstellungen, die dem Streifen Dank spartanischer Farbwahl über die gesamte Laufzeit hinweg zu unbequemer Atmosphäre verhelfen. Trotz minimalistischer Handlung fesselt #HORROR gerade wegen den darstellerischen Leistungen der jungen, unverbrauchten Darstellerinnen. Die agieren zwar unausstehlich – dafür aber durchweg natürlich. Oftmals ist Improvisation nicht von der Hand zu weisen, was den Film authentisch wirken lässt. Leider muss mal wieder die Blutsuppe angerührt werden, denn ein Killer will den Mädchen nichts Gutes. Subkoff legt zwar falsche Fährten, um die Identität des Mörders zu verschleiern; aufmerksame Zuschauer werden jedoch früh die Fährte wittern. Letztendlich trübt die reißerische Zurschaustellung des überflüssigen Mordens von geistig noch nicht voll entwickelten Teenagern den positiven Gesamteindruck. Vermutlich wäre es besser gewesen, hätte Drehbuchautorin und Regisseurin TARA SUBKOFF allen Beteiligten auf weniger drastische Weise eine Lektion erteilt. So bleibt unterm Strich ein diskussionswürdiger Film, der trotz belehrender Botschaft dann doch eher ins Horrorfach abdriftet. Trotzdem sollte man Subkoffs Reise als Filmemacherin definitiv im Auge behalten. Das Debüt hat nämlich interessante Ansätze und macht neugierig auf das, was noch kommen wird.
 
 


 
 
 

#HORROR – Zensur

 
 
 
Es ist schwierig für #HORROR ein Zensururteil zu fällen. Viel abartiges Zeug wird nicht gezeigt. Zu Beginn wird ein ahnungsloses Paar im Auto ermordet. Gegen Ende werden die Kinder um die Ecke gebracht. Die Kamera blendet dabei weg, sobald die Kinder in die ewigen Jagdgründe befördert werden. Aufgrund der kontroversen und brisanten Thematik und wegen dem heimtückischen Ermorden von Minderjährigen, darf man von einer Freigabe mit rotem FSK-Stempel rechnen.
 
 


 
 
 

#HORROR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Some Kind of Hate (2015)
 
The Den (2013)
 
Dark Summer (2015)
 
Found (2012)
 


Filmkritik: „The Circle“ (2015)

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THE CIRCLE

(CIRKELN)

Story

 
 
 
In einer kleinen Stadt im Süden Schwedens passieren seltsame Dinge. Das Böse zieht seine Kreise und ist für den Tod eines Teenagers verantwortlich. Sechs Schülerinnen des Engelsfors Gymnasiums gehen der Sache auf den Grund und lüften ein gruseliges Geheimnis.
 
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Kritik

 
 
 
Jetzt wird es episch, denn wer glaubt, dass nur Hollywood mehrteilige Fantasy-Romane verfilmen kann, der irrt. Schweden mischt jetzt auch mit auf dem internationalen Fantasy-Markt und hat sich der dort äußerst populären ENGELSFORS-TRILOGIE angenommen, die von MAT STRANDBERG und SARA BERGMARK ELFGREN geschrieben und sich im Land des Knäckebrots vor allem unter Teenagern großer Beliebtheit erfreut. Mit dem ersten Band CIRKELN hat man nun den Sprung auf die Leinwand gewagt, der mit einer Gesamtlänge von knapp 144 Minuten doch umfangreicher ausgefallen ist, als anfänglich geplant. Damit der erste Leinwandausflug auch ein Erfolg wird, konnte man mit Ex-Abba-Mitglied BENNY ANDERSSON einen weltweit bekannten Geldgeber finden, der die erste Verfilmung THE CIRCLE (so der internationale Titel) nicht nur mitfinanziert hat, sondern auch mit der selbst geschriebenen Filmmusik für Aufmerksamkeit sorgen soll.
 
 
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Das Böse kennt keinen Urlaub. Was bereits in HARRY POTTER, TWILIGHT und HERR DER RINGE Kernthema war, bildet auch in THE CIRCLE das Fundament für ein packendes Abenteuer voller Gefahren. Ein mysteriöser Selbstmord sorgt an der Schule des schwedischen Städtchens Engelsfors für ein heilloses Durcheinander. Sechs Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, entwickeln plötzlich geheimnisvolle Kräfte und fühlen sich von einer bösartigen Macht bedroht, die ihnen nach dem Leben trachtet. Die Schuldirektorin klärt auf. Die Mädchen sind Hexen und seit ihrer Geburt dazu bestimmt, die Menschheit vor bösen Dämonen zu beschützen. Mit vereinten Kräften und mit Hilfe der magischen Fähigkeiten schreitet man zur Tat. Doch der Kampf gegen das Böse stellt die Teenager nicht nur vor große Herausforderungen; er konfrontiert sie auch mit ihren größten Ängsten.
 
 
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Willkommen zur schwedischen Kinoversion der beliebten US-Fernsehserie CHARMED – ZAUBERHAFTE HEXEN. So zumindest lässt sich beschreiben, was das Publikum von THE CIRCLE zu erwarten hat. Vorerst sehr wenig, denn die Filmadaption des ersten Buches CIRKELN konzentriert sich dann doch vorrangig auf seine sechs Heldinnen, die in erster Linie mit irdischen Problemen zu kämpfen haben. Statt sich in Magie auszuprobieren, sehen sich die Figuren im Film mit Problemen konfrontiert, mit denen wohl die meisten Pubertierenden gleichen Alters zu kämpfen haben. Da wird Mobbing an der Schule betrieben, aber auch das hoffnungslose Verliebtsein zum Thema gemacht. THE CIRCLE ist mehr Coming-of-Age-Drama statt Mysterystreifen, der Themen aufgreift, mit denen sich wohl hauptsächlich heranwachsende Zuschauerinnen identifizieren können – auch wenn die Protagonisten im Film wenig glaubhaft von Schauspielern verkörpert werden, die längst dem Teenageralter entsprungen sind.
 
 
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THE CIRCLE ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Mädchenfilm, dem es ein wenig an Drive mangelt. Sechs unerfahrene Schülerinnen sollen zu Nachwuchshexen ausgebildet werden, um den Wesen der Finsternis in die Allerwertesten zu treten. Das entpuppt sich in Anbetracht der viel zu langen Laufzeit als reichlicher zäher und klischeebehafteter Kinotrip in dem erhofftes Fantasy doch etwas zu kurz kommt, schließlich muss sich das Böse der Teenagerprobleme wegen zurückhalten. Da kann man nur hoffen, dass die Verfilmungen der anderen Bücher FIRE und THE KEY etwas straffer inszeniert werden, denn im direkten Vergleich zur Fantasy-Referenz zieht diese durchwachsene Romanadaption aus Schweden den Kürzeren.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die schwedische Antwort auf DER HEXENCLUB und CHARMED – ZAUBERHAFTE HEXEN. Mit ähnlich trist-unterkühlter Bildsprache wie sie auch im schwedischen Ausnahmedrama SO FINSTER DIE NACHT verwendet wurde, hat der Schwede LEVAN AKIN das erste Buch der ENGELSFORS-TRILOGIE mit dem Titel THE CIRCLE verfilmt und liefert eine solide Leistung ab. Leider fehlt dem souverän gedrehten Streifen Tempo, denn THE CIRCLE tut sich zwischen anstrengenden Teenager- und Alltagsproblemen schwer mit dem Erzählen einer interessanten Fantasygeschichte. So gibt es statt Magie, Fantasy und Dämonen doch eher ein Coming-of-Age-Drama mit Längen zu sehen, das von der Suche nach sich selbst erzählt und Mädchen auf Ihren Weg zum Erwachsenwerden begleitet. Insofern CIRKELN (so der Originaltitel) genug Geld einspielt, sollen Verfilmungen der übrigen Bücher folgen. Bis dahin darf man davon ausgehen, dass auch Hollywood eine eigene Filmversion der ENGELSFORS-Bücher ins Rennen schicken wird. Schließlich ist die Traumfabrik nicht weit, wenn schnell Geld verdient werden kann.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Zensur

 
 
 
Nein, THE CIRCLE ist kein Film für Fans des derben Gewaltkinos. Blut oder Hinrichtungen gibt es gar nicht zu sehen. Einzig die bedrohliche und düstere Stimmung des Streifens, sowie einige verstörende Spezialeffekte dürften dafür sorgen, dass CIRKELN (so wie der Film im Schweden betitelt wird) mit FSK16 nach Deutschland kommen wird.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Charmed – Zauberhafte Hexen (1998 – 2006)
 
Die Hexen von Eastwick (1987)
 
Practical Magic – Zauberhafte Schwestern (1998)
 
Der Hexenclub (1996)