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Filmkritik: „Abattoir“ (2016)

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ABATTOIR

Story

 
 
 
Auf der Suche nach Antworten zu mysteriösen Mordfällen, verschlagt es eine neugierige Reporterin in ein verschlafenes Dorf, wo es nicht mit rechten Dingen zugeht.

 
 
 


 
 
 

ABATTOIR – Kritik

 
 
 
Und wieder ein Mysteryfilm mit Geisterzutat. Das ist Anbetracht der Menge jener Art von Streifen mittlerweile nichts Besonderes mehr. Weitaus interessanter ist da schon eher, wer es sich auf dem Regiestuhl gemütlich gemacht hat. DARREN LYNN BOUSMAN ist wieder da und wechselt die Fronten. Der ist eigentlich für blutige Hausmannskost berüchtigt und hat zuvor die Teile zwei, drei und vier der nicht gerade zimperlichen SAW-Reihe fürs Multiplex inszeniert. Vermutlich hatte er es aber wohl satt den immer gleichen Käse fürs gewalterprobte Publikum zu drehen. Daher verirrt er sich nun mit ABATTOIR ins subtile Filmfach – kann aber scheinbar trotzdem nicht das mit dem Blut und der Gewalt lassen. Der Schuster bleibt halt bei seinen Leisten. ABATTOIR basiert auf den gleichnamigen Graphic Novels des horrorkundigen Filmemachers. Leider ist der Sprung auf die Leinwand nicht sonderlich erwähnenswert, denn irgendwie vermisst man in der Kinoadaption das zügige Tempo und die knallharte Kompromisslosigkeit der früheren Werke des Regisseurs. Das verursacht keine Begeisterungsstürme – vor allem nicht beim Zuschauer, der eine gewisse Kaltschnäutzigkeit erwartet, die er mit den Werken des DARREN LYNN BOUSMAN in Verbindung bringt. Da kann man nur hoffen, dass beim nächsten Film alles besser wird. Schenkt man Interviews und Berichten im Internet Glauben, soll ABATTOIR unter dem Titel THE DWELLING fortgesetzt werden. Hoffentlich dann aber auch in der für Bousman bekannten Gangart – denn ABATTOIR ist im Gegensatz zu dem was man sonst von ihm gesehen hat Kinderfasching.
 
 
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Düsterer Videolook und dreckige Bilder. Auch ABATTOIR erinnert visuell so ziemlich an die bisherigen Schocker des Herrn Bousmann und erzählt die Geschichte von Journalistin Julia, die hier versucht ein Mysterium zu lüften. Die Familie ihrer Schwester wurde von einem Fremden kaltblütig abgeschlachtet. Die Polizei steht vor einem Rätsel – vor allem auch deshalb, weil wenige Stunden später der gesamte Tatort aus dem Haus gerissen wurde. Weil man keine Erklärungen für die Tat findet, beginnt die attraktive Mittdreißigerin auf eigene Faust zu recherchieren. Schnell findet Julia eine erste Spur. Offensichtlich verschwinden seit Jahren immer häufiger Schauplätze grausamer Verbrechen. So verschlägt es die Journalistin auf der Suche nach Antworten in ein kleines Dorf in dem Prediger Crone für Zucht und Ordnung sorgt. Leider sind die Bewohner nicht sonderlich kommunikativ. Das hat auch seine Gründe, denn hinter der Fassade friedliebender Bürger versteckt sich das ultimativ Böse.
 
 
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ABATTOIR (was so viel heißt wie Schlachthaus) bewegt sich irgendwo zwischen Sekten, Geister- und Kleinstadt-Horror, macht aber nicht sonderlich Laune. Statt den Zuschauer mit Terror, Adrenalin und Hektik zu quälen – so wie man es bisher aus der Bousman’schen Tortur-Werkstatt vorgesetzt bekommen hat – bereitet dieser Streifen in erster Linie nur eines: Langeweile. Der US-amerikanische Regisseur versucht es mit Langsamkeit und stetig steigenden Spannungsbogen. Leider gelingt es dem Filmemacher nur mühsam den Film voranzutreiben und die Handlung irgendwie interessant zu gestalten. Demzufolge braucht ABATTOIR erschreckend lang bis er endlich in die Gänge kommt und seine Richtung gefunden hat. Spätestens dann überzeugt der Horrorthriller aber mit tricktechnisch gutem CGI-Finale und netten Einfällen. Nach vermeintlich ergebnisfreier Suche nach Antworten und teils spannungsfreier Detektivarbeit schöpft Bousman endlich aus den vollen und zeigt einmal mehr, wieso die SAW-Filme so erfolgreich wurden. Die Helden und auch der Zuschauer werden durch eine Art surreale Geisterbahn gejagt, in der vor allem Bousmans Gespür für abrupte Schnitte zum Tragen kommt. Das macht den Film hektisch und rasant – kommt aber 70 Minuten zu spät. Letztendlich bleibt ABATTOIR weit hinter den Erwartungen zurück. Trotz aller Bemühungen schafft es der Streifen zu keiner Minute zu fesseln. Das ist dahingehend schade, weil die Idee mit den verschollenen Tatorten und die letztendliche Auflösung durchaus ihren Reiz haben. Demzufolge kann man Bouman dann doch eher raten bei dem bleiben, was er wirklich kann. Das sind nun mal in erster Linie keine atmosphärischen und gut durchdachten Gruselschauer, sondern reißerische Horrorfilme, die sich mit den Abgründen der menschlichen Seele beschäftigen.
 
 
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ABATTOIR – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine surreale Geisterbahn, die irgendwie nicht so recht an Fahrt zulegen will. ABATTOIR ist eine kleine Enttäuschung, denn nach den durchaus unterhaltsamen SAW-Streifen zwei, drei und vier hat man dann doch schon etwas mehr Fingerspitzengefühl in Sachen Horror von Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN erwartet. Wo die reißerischen SAW-Ableger trotz gleicher Machart irgendwie doch noch mitfiebern ließen, herrscht in ABATTOIR Leere. Der Film ist unglaublich ereignisarm und hätte auch gut und gerne als 30-minütige Gruselepisode irgendeiner Horror-TV-Sendung abgehandelt werden können. Stattdessen wird eine im Grunde genommen gar nicht mal so uninteressante Geschichte zwanghaft auf 90 Minuten geblasen und verursacht gähnende Langeweile. Viel passiert nicht – zumindest bis kurz vor Ende. Dann wird der Zuschauer immerhin durch eine spukreiche Jahrmarkt-Attraktion gejagt. Ob das aber das Sehen dieses eher mittelprächtigen Gruselstreifens rechtfertig, muss jeder selbst entscheiden. Wer jedoch gerade wegen DARREN LYNN BOUSMAN am Steuer einen „krassen“ Film erwartet, dürfte sehr schnell enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

ABATTOIR – Zensur

 
 
 
Zwar ist ABATTOIR kein SAW, aber es gibt dennoch einige recht krude Morde zu sehen. So gibt es in einem Zusammenschnitt sämtliche Verbrechen zu sehen, die sich in diversen Zimmern zugetragen haben, welche dann auf mysteriöse Weise verschwunden sind. Dennoch halten sich die Schauwerte in Grenzen und rechtfertigen eine FSK16. Nach der Deutschlandpremiere auf dem FANTASY FILMFEST 2016 erscheint der Streifen im Herbst 2016 auf DVD und Blu-ray.
 
 
 


 
 
 

ABATTOIR – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Constantin Film | Highlight Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 
100 Feet (2007)
 
100 Ghost Street – The Return of Richard Speck (2012)
 


Filmkritik: „Bone Tomahawk“ (2015)

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BONE TOMAHAWK

Story

 
 
 
Irgendwo im Nirgendwo stoßen vier Cowboys auf einen hungrigen Indianerstamm aus Kannibalen und müssen um ihr Leben fürchten.

 
 
 


 
 
 

BONE TOMAHAWK – Kritik

 
 
 
Der Western lässt sich einfach nicht unterkriegen. Seit einigen Jahren erlebt das immer wieder totgesagten Genres unregelmäßige Revivals und das, obwohl die Hochzeiten des Spät- und Italo-Western schon längst Dekaden zurückliegen. Dass man mit dieser Art von Filmen auch heute noch genug Asche verdienen und auch Oscars gewinnen kann, bewies 2012 Kultregisseur QUENTIN TARANTINO. Der lies mit dem Neo-Western DJANGO UNCHAINED nicht nur Kinokassen klingeln; ihm gelang sogar das Kunststück den staubigen Western einer neuen, jungen Generation schmackhaft zu machen, die bisher nur in Gesprächen mit den Eltern von der Existenz jener Filme erfahren hat. Im Fahrtwasser des aktuellen Cowboy-Hypes will nun auch Newcomer S. CRAIG ZAHLER ein Stück vom Erfolgskuchen abhaben. Der eifert mit BONE TOMAHAWK nicht nur genannten Tarantino nach, sondern holte sich beim obligatorischen Filmtwist kreativen Ideeninput bei FROM DUSK TILL DAWN (übrigens auch von Tarantino geschrieben) – jenem Roadmovie, das sich nach der Halbzeit unerwartet zum irrwitzigen Splatter-Trip verwandelt, in dem Vampire die Leinwand heimsuchen.
 
 
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Ebenso blutig, aber weniger spaßig geht es in BONE TOMAHAWK zu. Der erzählt von seltsamen Ereignissen in der kleinen Stadt Bright Hope, wo plötzlich Menschen verschwinden oder tot aufgefunden werden. Wilde Tiere sollen für schlimm zugerichteten Leichen verantwortlich gemacht werden. Doch einer der Einheimischen weiß Genaueres. So sollen Kannibalen – sogenannte Troglodyten – in den Bergen ihr Unwesen treiben und sich vom Fleisch der Menschen ernähren. Als der Höhlenbewohner erneut in die Stadt einkehren, einen farbigen Stallburschen abschlachten, Pferde stehlen und Stadtbewohner in ihre Höhlen verschleppen, beschließt Sheriff Franklin Hunt (gespielt von Altstar KURT RUSSELL) dem grausamen Treiben ein Ende zu bereiten. Er trommelt eine Gruppe Freiwilliger zusammen und folgt den Entführern in die Berge. Leider sind die stärker als erwartet, denn bewaffnet mit Pfeil und Bogen trotzen sie den Gewehren ihrer Verfolger. Leider haben unsere tapferen Helden nicht mit der Zähheit ihrer Gegner gerechnet. Die befinden sich bald selbst auf dem Speiseplan der Kannibalen und müssen ums Überleben bangen.
 
 
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Laut diversen Interviews schlug das Herz des amerikanischen Regie-Neulings schon immer für das Western-Genre. So wirkte er bereits als Kameramann und Drehbuchautor (darunter der Anstalts-Horror THE INCIDENT) an diversen Filmprojekten mit, nahm sich aber auch die Freiheit selbst Romane und Drehbücher über den Wilden Westen zu schreiben. Mit BONE TOMAHAWK konnte sich Macher S. CRAIG ZAHLER einen langjährigen Traum verwirklichen und eines seiner eigenen Western-Skripte auf die Leinwand bringen. Angelehnt an die schmuddligen Spaghetti-Western der späten 1960, überrascht Zahler mit unüblicher Kreuzung von Filmgenres. BONE TOMAHAWK ist kein lupenreiner Western in dem Postkutschen ausgeraubt oder Revolverduelle zelebriert werden. Vielmehr entpuppt sich der Streifen als Western-Spektakel der Extreme, das von deftigen Horrorelementen Gebrauch macht und das nicht gerade wenig.
 
 
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Regisseur S. CRAIG ZAHLER verlangt einiges vom Zuschauer ab. Er setzt Sitzfleisch und Geduld voraus, belohnt dafür mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen und überraschend brutalem Ende. So ist der erste Langfilm mit knapp 130 Minuten äußerst lang geraten, weil er sich zu viel Zeit lässt, um den beschwerlichen Fußmarsch seiner vier Helden auf Film zu bannen. Die erzählen viel und erreichen erst kurz vor der Zielgerade das Land der Kannibalen. Spätestens dann erwacht BONE TOMAHAWK aus seiner Lethargie. Dank drastischem Richtungswechsel hinterlässt der Film Eindruck, denn im Finale wird der anfängliche Neo-Western zum harten Überlebens-Horror, in dem die wohl deftigsten Gewaltmomente vor die Linse kommen, die man bisher im Cowboy-Genre gesehen hat. Statt lustigem Fun-Splatter zu zelebrieren, bleibt BONE TOMAHAWK todernst, sorgt aber immerhin für einige Schmunzler, weil die Helden trotz ernster Lage, coole Sprüche auf den Lippen haben. Trotzdem ist BONE TOMAHAWK ein zweischneidiges Schwert. Fans staubiger Wildwestfilme dürfte die schwerfällige Inszenierung und das zu grausame Ende abschrecken. Horrorfans werden sich dagegen mit der ersten Hälfte schwertun, die im Grunde kaum Schauwerte bietet und nur wenig zu erzählen hat. Dennoch sollte man S. CRAIG ZAHLER für den Mut zum Unkonventionellen beglückwünschen. Der hat trotz zähem Erzählstil einen Western geschaffen von dem man zweifelsohne behaupten kann, so etwas noch nie gesehen zu haben.
 
 
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BONE TOMAHAWK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein seltsamer Mix zwei Filmgenres, die unterschiedlicher nicht sein könnten. BONE TOMAHAWK ist ein außergewöhnlicher Film der Extreme. So ist der Streifen mit knapp 130 Minuten nicht nur ziemlich lang; er hat auch 90 Minuten kaum Erwähnenswertes zu erzählen. So wohnt der Zuschauer vier Helden bei, die unermüdlich durch staubige Landschaften stiefeln und dabei über Gott und die Welt plaudern. Immerhin hat Regie-Newcomer S. CRAIG ZAHLER ein Ass im Ärmel. Der Neo-Western wird kurz vor der Zielgeraden zum harten Überlebens-Horror in dem Menschen wie Vieh vor der Kamera zerlegt werden. Leider dürfte die ungewöhnliche Machart nicht bei jedem Zuschauer gut ankommen, denn die teils ereignislose Machart, die lange Laufzeit und das behäbige Tempo machen die Augen des Publikums schwer.
 
 
 


 
 
 

BONE TOMAHAWK – Zensur

 
 
 
BONE TOMAHAWK hat wegen der kompromisslosen Splattereinlagen von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Verwunderlich ist das nicht, denn am Ende gibt es einige harte Hinrichtungen zu sehen. Löblicherweise ist der Film hierzulande ungeschnitten erschienen.
 
 
 


 
 
 

BONE TOMAHAWK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film | Highlight Communications

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bone Tomahawk; USA 2015

Genre: Horror, Western

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 132 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kinotrailer, Trailershow

Release-Termin: 21.01.2016

 

Bone Tomahawk [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BONE TOMAHAWK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei Constantin Film | Highlight Communications

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gallowwalkers (2012)

John Carpenters Vampire (1988)

Ravenous – Friss oder stirb (1999)
 


Filmkritik: „The Green Inferno“ (2013)

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THE GREEN INFERNO

Story

 
 
 
Grünschnäbelige Umweltaktivisten erleben die Lektion ihres Lebens. Sie stürzen mit einem Flugzeug im Amazonas ab und werden von einem primitiven Waldvolk verspeist.
 
 
 


 
 
 

THE GREEN INFERNO – Kritik

 
 
 
Man muss ELI ROTH an dieser Stelle einmal Lob aussprechen. Nicht nur, dass der HOSTEL-Regisseur mit seinem Schaffen immer wieder für zweifelhaften Gesprächsstoff sorgt; dem Filmemacher gelingt es zudem stets neue dumme Machwerke zu kreieren, die sich vor allem durch eines auszeichnen: selbstzweckhafte und sinnlose Gewalt. Selbstverständlich macht da auch THE GREEN INFERNO keine Ausnahme – ein Kannibalenschocker, der eigentlich schon 2013 in die Kinos gebracht werden sollte. Leider wurde der Streifen nach dem überraschenden Abgang von CHRISTOPHER WOODROW (Ex-CEO bei der Film-Finanzierungsgesellschaft WORLDWIDE) immer wieder auf unbestimmte Zeit verschoben, so dass an eine internationale Auswertung kaum noch zu denken war. Zwei Jahre später hatte man mit Horrorfans Erbarmen und brachte THE GREEN INFERNO doch noch in die Kinos. Ein cleverer Schachzug, feierte Roths missratenes Terror-Remake KNOCK KNOCK parallel im Multiplex Premiere und lockte Fans des aneckenden Regisseurs ohnehin scharenweise in die Lichtspielhäuser.
 
 
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Nichts Neues aus der Welt des ELI ROTH. Der Meister des nicht sonderlich klugen Horrors macht’s wie eh und je. Das bedeutet, dass auch in THE GREEN INFERNO nur jene Zuschauer auf ihre Kosten kommen dürften, denen es im Horrorfilm nicht blutig genug zugehen kann. Die bekommen hier manch deftige Sauerei vor die Linse, die in ihrer radikalen Detailfreudigkeit leider zu keinem Moment jene schockierende und beunruhigende Härte bewirkt, die einst kontrovers diskutierten Filme aus der Mache der Italiener RUGGERO DEODATO, UMBERTO LENZI und JOE D’AMATO erreichen konnten. Vor deren Werke ließ sich Roth inspirieren, wobei herzulande nur wenige junge Zuschauer mit Kannibalenklassikern wie CANNIBAL HOLOCAUST oder CANNIBAL FEROX etwas anzufangen wissen, weil die sich auch dreißig Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung immer noch auf dem Index für jugendgefährdende Medien befinden.
 
 
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THE GREEN INFERNO nimmt den Besucher mit auf eine Reise voller Gefahren. Die führt direkt in die Tiefen des bewaldeten Amazonasgebiets, wo Studenten (darunter LORENZA IZZO aus THE STRANGER und ARIEL LEVY aus AFTERSHOCK) die Abholzung des Regenwaldes und die Ausrottung von Naturvölkern verhindern wollen. Ein demonstratives Anketten an Baumriesen verläuft nach Plan und das unbedachte Eingreifen des Menschen in die Natur kann erfolgreich gestoppt werden. Doch die Freude der Umweltaktivisten ist nur von kurzer Dauer, denn der Heimflug endet im Desaster. Die Maschine stürzt ab und reißt die Insassen in den Tod. Die Überlebenden werden von Eingeborenen entdeckt, betäubt und in ein Dorf verschleppt, wo man die Gestrandeten wie Vieh in einen Käfig sperrt. Was folgt gleicht einem Albtraum, denn die Studenten landen auf der Speisekarte derer, die sich eigentlich beschützen wollten.
 
 
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Alle Jahre wieder scheint Herr Roth unweigerlich mitteilen zu wollen, dass er zwar einen ausgeprägtem Sinn fürs Visuelle besitzt, dafür kein talentiertes Händchen für guten Horror. Erneut steckt hinter dem Schaffen von ELI ROTH nichts mit Hirn und Tiefsinn. Vielmehr beschäftigt sich der Regisseur wie bisher mit dem Zelebrieren von reißerischem Exploitation, in dem krudes Sterben besonderes Augenmerk erhält. Dabei beginnt THE GREEN INFERNO eigentlich ganz vielversprechend. Der Film besitzt interessante Ansätze und macht sogar von der Moralkeule gebrauch. So versucht man die rigoroses Abholzung des Regenwaldes und die Vernichtung von Lebensräumen zu thematisieren. Leider wird die anfängliche Kritik nur als Alibifunktion missbraucht, um wenig später Protagonisten grausam sterben zu lassen. Das mag zwar der Gewaltfraktion ausreichen – alteingesessenen Horrorliebhabern dürften Splatter und Gore allein nicht ausreichen, damit sich Horrorfilme auf Dauer ins Gedächtnis einbrennen können. Letztendlich verschwendet THE GREEN INFERNO viel Potenzial. Die Landschaftsaufnahmen sind überwältigend und der glatt gebügelte Look überzeugt. Inhaltlich wird auf Sparflame geköchelt und anfängliche Kritik schnell aus den Augen verloren. Bedauerlich, wenn man bedenkt, was für ein brachiales Horrorwerk THE GREEN INFERNO hätte werden können. So bleibt ein austauschbarer Splatterfilm übrig, der vergebens nacheifert, was einst schmuddelige Kannibalen-Reißer vor knapp 40 Jahren bedeutend besser und unbequemer auf Zelluloid gebannt haben.
 
 
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THE GREEN INFERNO – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Gewalt und Blut allein zeichnen noch lange keinen guten Horrorfilm aus. THE GREEN INFERNO ist Roths Antwort auf die vielen italienischen Kannibalenfilme, die in den 1970ern Kinosäle heimsuchten. Während Roths Vorbild RUGGERO DEODATO in CANNIBAL HOLOCAUST noch mit dreckigen Dschungelaufnahmen, für damalige Verhältnisse cleverer Found-Footage-Idee und herber Gesellschaftskritik auf den Magen schlug, macht sich’s ELI ROTH zu einfach und liefert auf Hochglanz gebügelten Kannibalenquatsch ab, der denn einfach nur blutig ist. THE GREEN INFENO ist typischer Horror-Brei, wie man ihn letztendlich aus der Mache des polarisierenden Regisseurs auch erwartet hat. Das bedeutet: geschmackloser und zu keinem Zeitpunkt lustiger Humor, schablonenhafte Charaktere, eine triviale Geschichte und jede Menge Gewaltmomente. Immerhin ist das alles kurzweilig inszeniert, was aber vermutlich auch darauf zurückzuführen sein dürfte, weil das Kannibalen-Genre im Gegensatz zu anderen Subgenres noch relativ unverbraucht ist. Wir meinen: Glotze an, Film rein und Hirn abschalten. Großes Kannibalenkino sieht aber anders aus.
 
 


 
 
 

THE GREEN INFERNO – Zensur

 
 
 
Viel böses Zeug wird in THE GREEN INFERNO gezeigt. Das wird reißerisch in Szene gesetzt. Ob eklige Ausweidungen, das Abtrennen von Körperteilen oder das Herausreißen von Augäpfeln – zimperlich geht es in diesem Kannibalenschocker nicht zu. Die FSK hat dem Film eine Freigabe ab 18 attestiert. Überraschenderweise handelt es sich dabei sogar um die ungeschnittene Filmfassung. Das mag dahingegen absurd erscheinen, da THE GREEN INFERNO hinsichtlich der gezeigten Abartigkeiten weitaus blutiger ist, als all die vielen Menschenfresser-Streifen aus den 1970ern. Letztere befindet sich bis heute auf dem Index und dürfen demnach nicht in Deutschland verkauft werden.
 
 
 


 
 
 

THE GREEN INFERNO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film / Highlight Communications

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Green Inferno | Chile, USA 2013

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2,40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras:Der Dreh (ca. 1,5 Min.), Die Dorfbewohner (ca. 1,5 Min.), Eli Roth über „The Green Inferno“ (ca. 1 Min.), Lorenza Izzo über die Arbeit im Amazonas (ca. 1 Min.), Lorenza Izzo über die Rolle Justine (ca. 1 Min.), DJ Ashba – Musikvideo (ca. 1,5 Min.), Deutscher Trailer „The Green Inferno“ (ca. 1 Min.), Englischer Trailer „The Green Inferno“ (ca. 1 Min.)

Veröffentlichung: 03.02.2016

 
 
 

The Green Inferno [Blu-ray] ungeschnitten im Director’s Cut auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE GREEN INFERNO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei CONTANTIN FILM / HIGHLIGHT COMMUNICATIONS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Omnivoros – Das letzte Ma(h)l (2013)
 
Butcher Boys (2012)
 
Nackt und zerfleischt (1980)
 
Mondo Cannibale (1972)
 
Mondo Cannibale 2 – Der Vogelmensch (1977)
 
Cannibal Terror (1981)
 
Lebendig gefressen (1980)
 


Filmkritik: „Big Bad Wolves“ (2013)

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BIG BAD WOLVES

Story

 
 
 
Etwas ist gewaltig faul im Staate Israel. Ein Mörder der besonders üblen Sorte geht um und treibt sein scheußliches Werk vor den Augen der ohnmächtigen Polizei. Sein Ziel sind junge Mädchen, die er einer höchst unschönen Behandlung aussetzt bevor er sie schließlich enthauptet und ihre kopflosen Leichen öffentlich zur Schau stellt. Im Zentrum von BIG BAD WOLVES stehen drei Männer, die sich im Strudel der Gewalt und ihren Konsequenzen verfangen haben. Darunter der Polizist Micki (Lior Ashkenazi), der dank seiner groben Vorgehensweise kürzlich vom Dienst suspendiert wurde, und der Lehrer Dror (Rotem Keinan), der als Hauptverdächtiger nicht nur mit sozialem Ausschluss zu kämpfen hat. Die Wege der Männer kreuzen sich und auf der Suche nach der Wahrheit wird kaum ein Mittel ungenutzt gelassen.

 
 
 


 
 
 

BIG BAD WOLVES – Kritik

 
 
 
Auf dem Cover der Blu-Ray fällt zunächst eine der wohl beeindruckendsten Lobhymnen auf, die ein Film sich verdienen kann. „Bester Film des Jahres!“ heißt es, zitiert wird niemand geringerer als beliebter Regisseur und Gewalt- und Fußfanatiker Quentin Tarantino. Es ist nicht schwer zu sehen, warum der amerikanische Filmnerd einen Narren an diesem israelischen Thriller-Krimi-Komödien-Hybriden gefressen hat. Die ungewöhnliche Herangehensweise von BIG BAD WOLVES an seine heikle Thematik ist das Erste, was ins Auge sticht. Der Mix von pädophilen Sexualdelikten, extremer Folter und witzigen Elementen ist einer, den man in der internationalen Kinolandschaft selten zu Gesicht bekommt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Film seine konträren Elemente ohne Sinn, Verstand und Geschmack zusammenwirft. Das Gerüst von BIG BAD WOLVES bildet die simple und spannend inszenierte Geschichte eines Verbrechens und der kompromisslosen, blutigen Suche nach dem Schuldigen. Wie es sich für einen guten Krimi gehört, ist der Verlauf gespickt mit interessanten Wendungen, die ihren Zuschauer bis zum Ende im Dunkeln lassen. Die humoristischen Einlagen kommen hauptsächlich als kurze Ausflüge aus der Haupthandlung daher, die den Film sparsam und überraschend effektiv würzen. Obwohl man nicht selten zu einem Schmunzeln oder vollmundigen Lachen animiert wird, hat man nie das Gefühl, dass Pädophilie, Kindermord oder Gewalt an sich ins Lächerliche gezogen werden. Es ist ein schwieriger Spagat, den BIG BAD WOLVES sich zum Ziel nimmt und ohne großes Stolpern hinlegt. Einen Umweg in die Gebiete der Sozialkritik und der Auseinandersetzung mit den moralischen Bedenken der Selbstjustiz deutet der Film zwar an, lässt ihn aber weitgehend ungenutzt. Trotz der kontroversen Vermischung seiner gegensätzlichen Genres bleibt BIG BAD WOLVES im Kern ein schmutziger, perfider, blutiger Krimi und funktioniert als solcher außerordentlich gut.
 
 
 


 
 
 

BIG BAD WOLVES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Nicht viele Filme versuchen, Kinderschändung, Folter und Komödie unter einen Hut zu bringen, und das ist wohl auch besser so. Im Fall des israelischen BIG BAD WOLVES allerdings gelingt es den Filmemachern, einen schrägen, ungewöhnlichen aber trotzdem spannenden und sehr unterhaltsamen Ausnahmefilm zu konstruieren. Mit den komplexen moralischen Verwicklungen seiner Thematik hält er sich zwar nur kurz auf, aber als perfider, böser Krimi gehört BIG BAD WOLVES zu den besseren Exemplaren der letzten Jahre.
 
 
 


 
 
 

BIG BAD WOLVES – Zensur

 
 
 
BIG BAD WOLVES ist in Deutschland ungeschnitten mit einer KJ erschienen. In Anbetracht der behandelten Themen wirkt dies sogar etwas großzügig. Ohne die solide Inszenierung, in der sich alle gegensätzlichen Elemente angemessen entfalten können, wäre der Film in Deutschland vermutlich nicht freigegeben worden.
 
 
 


 
 
 

BIG BAD WOLVES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin / Highlight Communications

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Big Bad Wolves; Israel 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Hebräisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1, (1080p)

Laufzeit: ca. 110 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of (ca. 17 Min.), Trailer „Big Bad Wolves“ in deutsch (ca. 2 Min.), Trailer „Big Bad Wolves“ in hebräisch (ca. 2 Min.)

Release-Termin: 27.11.2014

 

Big Bad Wolves [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BIG BAD WOLVES – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

 
 
 
Ähnche Filme:
 
8mm (1999)
 
Cheap Thrills (2013)
 
Hard Candy (2005)
 


Filmkritik: „Wrong Turn 6: Last Resort“ (2014)

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WRONG TURN 6: LAST RESORT

Story

 
 
 
Nach privaten Tiefschlägen geht für Danny endlich wieder die Sonne auf. Er erbt ein altes Hotel und kommt einem gut behüteten Familiengeheimnis auf die Schliche, ohne zu wissen, dass er dadurch das Leben seiner Freunde aufs Spiel setzt ….

 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Kritik

 
 
 
„The same procedure as every year“ – Irgendwie will man bei der WRONG TURN-Reihe das Gefühl nicht loswerden wollen, dass dem Horrorfilm-Gucker jedes Jahr aufs Neue der gleiche Film verkauft wird. Man nehme ein paar talentfreie Jungdarsteller, werfe sie in ein abgelegenes Waldstück und hetze ein paar deformierte Hinterwäldler auf die grünschnäblige Rasselbande, damit die an den einfältigen Teenagern ein blutiges Massaker statuieren können. Selten war eine Horror-Reihe unter Splatterjunkies derart verschrien und gleichzeitig beliebt, konnte sich doch die WRONG TURN-Reihe durch deftige Splatter-Exzesse einen Ehrenplatz in so manchem Fanherz sichern. Mit WRONG TURN 6: Last RESORT folgt nun bereits der fünfte Ableger einer einst durchaus unterhaltsamen Slasher-Hatz, die abgesehen von drei missgebildeten Rednecks aber mittlerweile kaum noch etwas mit dem spannenden Erstling aus dem Jahre 2003 gemein hat. Das Hinterwäldlerpack hat es nämlich mittlerweile in die Zivilisation geschafft, wo sie auch hier einem eher zweifelhaften Hobby frönen: Menschenfleisch essen. Vorbei die Zeiten grausamer Hetzjagden durch Wald und Flur – „Three Finger“, „Sawtooth “ und „One Eye“ machen’s jetzt in einem renovierungsbedürftigen Hotel, wo sie sich einem zwielichtigen Geschwisterpaar anschließen, das mit der mordfreudigen Bande dubiose Verwandtschaftsverhältnisse pflegt.
 
Der ehemalige Wall-Street-Banker Danny erbt ein Resort irgendwo in den Bergen von West Virginia und ist nach einem Nervenzusammenbruch von der Idee besessen, das riesiges Anwesen zusammen mit seinen Freunden wieder auf Vordermann bringen zu können. Das befindet sich in der Obhut eines sympathischen Geschwisterpaares, das nicht lange fackelt und dem frischen Erben erst einmal von einer finsteren Familientradition erzählt, die er nun fortsetzen soll. Seine Vorfahren waren Teil eines ominösen Clans namens „Hillicker“ – Kannibalen, die sich in den Appalachen von Menschenfleisch ernährten. Für Danny kein einfaches Los, muss er sich bald zwischen seinem alten Leben und einer Fortführung der Blutlinie entscheiden.
 
Überraschend züchtig geht es im sechsten Teil des bekannten Franchise zu, denn diesmal war man nicht ausschließlich darum bestrebt einfach nur hirnlos zu foltern, metzeln und filetieren. In WRONG TURN 6: LAST RESORT wird überraschend viel gefaselt, was den alteingesessenen Liebhabern der Reihe überhaupt nicht schmecken dürfte. Die drei entstellten Filmbösewichte machen sich mit ihrer Splatterei erstaunlich rar, was Drehbuchschreiber FRANK H. WOODWARD zu schulden sein dürfte, der die ohnehin schon totgefilmten Reihe in eine andere Richtung drängen wollte. WRONG TURN 6 ist demzufolge keine richtige Fortsetzung, sondern eine Art Neuanfang mit neuen Gesichtern, Filmschurken und Möglichkeiten für kommende Fortsetzungen. Leider wird das Inzucht-Trio für die Rundumerneuerung so ziemlich in den Hintergrund gedrängt, was für Fans der Serie durchaus bitter ist, haben doch die fiesen Kreaturen der WRONG TURN-Reihe über die Jahre zu bescheidenem Ruhm verholfen. Deren blutige Auftritte werden zugunsten idiotisch zusammengewürfelter Familienkonstellationen auf das Nötigste reduziert, damit die neue Filmfigur „Danny“ den Spuren seiner Vorfahren folgen darf und am Ende einem düsteren Familiengeheimnis auf die Schliche kommen kann.
 
Auch wenn in Teil sechs viel gequasselt wird – eins sei dennoch gewiss: Lebenssaft wird trotzdem fließen. Im Gegensatz zu den missratenen Vorgänger-Episoden ist diesmal alles hausgemacht. Die Effekte in WRONG TURN 6: LAST RESORT kommen nicht aus dem Computer und können sich durchaus sehen lassen. Es werden Köpfe abgeschlagen, Beine herausgerissen und Gesichter verbrüht. Hier dürfte vor allem die harsche Kritik der Fanbase eine Rolle gespielt haben, die sich partout nicht mit den zwar blutigen aber oftmals äußerst billig inszenierten CGI-Morden anfreunden konnten. So kommen die Gewaltmomente durchweg oldschool daher und gefallen immerhin durch handgemachte Extravaganzen. Wirklich besser wird WRONG TURN 6 dadurch zweifelsohne nicht, denn einmal mehr muss man bitter feststellen müssen, dass das einst beliebte Slasher-Franchise durch die miserablen Fortsetzungen schon längst zu Grabe getragen wurde. Dass die entstellten Inzucht-Mutanten nun fast gänzlich aus der Geschichte gestrichen wurden und kaum noch Screentime besitzen, gibt dem recht tempoarmen Videofutter den letzten Gnadenstoß. Übrigens: trotz erneut schlechtem Ableger ist das nächste Sequel bereits in Arbeit. Warum hat man kein Erbarmen mit den Horrorfans!?
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Was wäre ein Jahr ohne eine weitere, schlechte WRONG TURN-Fortsetzung. Mit dem neusten Ableger hat man einen Neuanfang gewagt, denn WRONG TURN 6: LAST RESORT ist eher ein Reboot für das man sich gegen die Fortführung der bisherigen Ereignisse entschieden hat. Die Kulisse wurde ausgetauscht, die Bösewichte sind neu und das für die Reihe berüchtigte Inzucht-Trio gerät etwas ins Abseits. So wird erstaunlich viel gequasselt und Beischlaf betrieben, was leider dem Tempo des Streifens unförderlich ist. Viel zu oft dümpelt das Geschehen ereignislos daher, so dass dann doch hin und wieder das Mutanten-Pack aufschlagen muss, um den Zuschauer mit Gewaltmomenten aus dem Dämmerschlaf zu holen. Immerhin stimmen diesmal die Splatter-Effekte. Die sind durchweg handgemacht und können sich sehen lassen. Besser machen die das acht Millionen Dollar teure Projekt leider nicht (der Film wurde übrigens wie die früheren Fortsetzung in Bulgarien gedreht), denn durch den ideenfreien Fortsetzungswahn geldgeiler Produzenten wurde die WRONG TURN-Reihe bereits vor einigen Jahren zu Grabe getragen.
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Zensur

 
 
 
Zwar ist WRONG TURN 6: LAST RESORT nicht der blutigsten Teil der Reihe, dennoch wird hier reichlich Gewalt gezeigt, die nicht ganz ohne ist. Es werden Köpfe abgehackt, Pfeile durch Gesichter geschossen und Gliedmaßen ausgerissen. Zudem gibt es auch wieder einige Kannibalismus-Szenen zu sehen, wobei das Gezeigte nicht ganz so sadistisch zelebriert wird, wie es in vorherigen Fortsetzungen der Fall war. Der Film wurde überraschenderweise ungeschnittene mit „Keine Jugendfreigabe“ von der FSK abgesegnet und das sogar in der Unrated-Fassung.
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
wrong-turn-6-bluray

(c) Constantin / Highlight Communications

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wrong Turn 6: Last Resort; USA 2014

Genre: Horror, Splatter, Thriller r

Ton: Deutsch DTS-HD 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p – Full HD)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer „Wrong Turn 6“ deutsche Fassung, Trailer

Release-Termin: 05.03.2015

 

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WRONG TURN 6 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)
 
Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)
 
Hatchet 3 (2013)
 
No One Lives (2012)
 


Filmreview: „Texas Chainsaw 3D“ (2013)

Texas-Chainsaw-3D
 
 
 

Texas Chainsaw 3D

Story

 
 
 
Achtung!
Review beinhaltet mögliche Spoiler!
 
 
 
„Heathers“ geregeltes Leben gerät völlig aus den Fugen, als sie das Erbe ihrer unbekannten, verstorbenen Großmutter antreten soll. Sie reist zusammen mit ihren Freunden nach Texas, wo ein riesiges Anwesen auf sie wartet, dessen Schlüssel ihr von einem Nachlassverwalter überreicht werden. Doch das vermeintlich pompöse Anwesen birgt ein dunkles und tödliches Geheimnis, dass mit der Erbschaftsübergabe einen gierigen Blutzoll fordert …
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Kritik

 
 
 
Manche Filmreihen scheinen derart populär, dass sie einfach nicht totzukriegen sind und sich geldgeile Rechteinhaber ein goldenes Näschen an derart Filmstoff verdienen. Ob hierbei eine plausible Geschichte zu Grunde liegt und bekanntes Franchise logisch fortgeführt wird, ist im 21 Jahrhundert schon längst nicht mehr relevant. Da wird die bereits ohnehin kränkelnde Kuh auch schön weiter gierig abgemolken, in der Hoffnung, dass die Ausbeute noch halbwegs gewinnbringende Dollars einspielt. Einer dieser Fälle ist das berüchtigte „Texas Chainsaw Massacre„, dass bereits im Jahre 1974 für reichlich Gesprächsstoff sorgte und den Grundstein für heute so populäres Terror-Kino legte. Tobe Hoopers berüchtigtes „Kettensägen-Massaker“ gehört zweifelsohne zum Meilenstein des modernen Horrorfilms und findet in seiner schmuddeligen und exploitationhafte Darstellung des populären 70er Jahre Horrorkinos gleich neben berüchtigten Klassikern wie „Last House on the Left“ , „I spit on your Grave“ und „Mark of the Devil“ Erwähnung. Nach nunmehr bereits sechs Verfilmungen steht aktuell mit „Texas Chainsaw 3D“ der neuste Teil des berüchtigten Horrorfilmstoffs ins Haus und findet überraschenderweise nicht den direkten Anschluss an „Marcus Nispel“ Hochglanz-Remake aus dem Jahre 2003. Anstatt die Gegebenheiten rund um die „Nispel„-Neuverfilmung plausibel weiterzuspinnen geht der aktuelle Aufguss zurück zu den Ursprüngen des Originals und setzt haargenau dort an, wo Hoopers „Texas Chainsaw Massacre“ endete.
 
Sally„, die einzige Überlebende aus dem 1974er Originalfilm, entkommt dem Motorsägen schwingenden „Leatherface“ und kann sich kurzum in die Nachbarstadt retten. Dort schildert sie dem ansässigen Sheriff, welch gemeine Abartigkeiten sie im Haus der „Sawyer„-Familie erdulden musste, worauf eine selbsternannte wutentbrannte Bürgerwehr zum Schauplatz der Verbrechen eilt, um mit der seltsamen Bande auf ihre ganz eigene Weise abzurechnen. Keiner der (gefühlten 100!) „Sawyer„-Familienmitglieder kann diesem Racheakt lebend entkommen. Nur ein hilfloses Neugeborenes überlebt das blutige Massaker und wird letztendlich in die Obhut einer Pflegefamilie übergeben.
 
Natürlich dürfte der aufmerksame Horrorfilmfreund bereits rasch erahnen, dass es sich bei jenem Waisenkind um die taffe Hauptdarstellerin „Heather“ handelt, die im Verlauf der vollkommen hölzernen Geschichte auf einen erschreckend gealterten „Leatherface“ trifft. Der direkt Anschluss an das kultige und große Original erweist sich in diesem Fall als desaströse Entscheidung, denn trotz aller unbeholfener Versuche dem 74er „Texas Chainsaw Massacres“ halbwegs gerecht zu werden, mündet das aktuelle Sequel in einer einzigen Katastrophe. Es bedarf hier vermutlich eine ganze Seite zu füllen, um all die Ungereimtheiten eines „Texas Chainsaw 3D“ aufzählen zu können. Fakt ist jedoch, dass der neuste Ableger der bisher Schlechteste der gesamten Reihe darstellt. Am prägnantesten werden vor allem die Mankos in der Darstellung der Protagonisten deutlich. Sicher war die gesamte „Texas Chainsaw Massacre“-Reihe noch nie ein Garant für tiefgründige und klug durchdachte Charakterisierung, handelt es sich hierbei schließlich um eine Horror-Serie, die vordergründig seit jeher von derben Terror und bluttriefende Gewalt zerrt. Die vorliegende Fortsetzung jedoch besitzt außer einige Gewaltspitzen nichts was überhaupt von Interesse wäre – Folter und Terror: Fehlanzeige! Die wenigen Figuren sind derart flach skizziert, dass das immens gorige Treiben vollends an Intensität verliert. Zudem lässt „Texas Chainsaw 3D“ jeglichen Terrorgedanken missen. Die Geschichte entlädt sich als vollkommen austauschbarer 08/15-Teenhorror, der auch beliebig hätte anders heißen können. Hinzukommt, dass man die Glaubwürdigkeit der hier vorgegaukelten Geschehnisse nicht weiter hinterfragen sollte. „Heather“ durchlebt im Verlauf des Films eine haarsträubende Metamorphose, die in ihrer Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Anfänglich als Opfer deklariert, entscheidet sie sich am Ende (unverständlicherweise) für das Böse und bietet durchaus Freiraum für eine mögliche Fortsetzung. Welchen Sinn dieser gesamte hanebüchene Nonsens birgt, sei letztendlich dahingestellt, denn eine mögliche Erklärung ihres Tun und Handelns machen „Texas Chainsaw 3D“ leider auch nicht besser!
 
Ein Albtraum für jeden „TCM„-Filmfan: es war vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das bisher langlebigste Horror-Franchise selbst ins Aus befördern würde. Nach sechs Filmen bildet nun der vorliegende „Texas Chainsaw 3D“ das miserable Schlusslicht der bekannten Filmreihe. Dass der aktuelle Beitrag nicht einmal ansatzweise dem Niveau der erfolgreichen Vorlage gerecht werden kann, dürfte bereits der unvollständigen Titel erahnen lassen, denn nur dort wo letztendlich auch „Massacre“ draufsteht, ist vermutlich auch allein nur „Massacre“ drin. Der aktuelle Aufguss bietet außer einer umfangreichen Palette obligatorisch-blutiger Schauwerte nichts, was den interessierten Filmfreund gefallen dürfte. Aufgrund mangelnder Identifikationsmöglichkeiten stumpfen die eigentlich sehr bösen und gut umgesetzten Spezialeffekte gehörig ab und verlieren ihre eigentliche Wirkung. Dass man „Texas Chainsaw 3D“ zu keiner Minute ernst nehmen kann, zeigen eindrucksvoll die vielen Logikpatzer, die das gesamte Treiben zu einer vollkommen Lachnummer gestalten. Da findet „Heather“ irgendwo im Nirgendwo einen Jahrmarkt und scheint in ihrer Planlosigkeit nichts anderes im Sinn zu haben, als sich auf ein Riesenrad zu schwingen, in der Hoffnung, dass sie dadurch „Leatherface“ entkommen kann. Dumm nur, dass sich eine derartige Gerätschaft im Kreis bewegt und „Leatherface„, trotz geistiger Beschränktheit, immer noch klug genug zu sein scheint und einfach am unteren Ende des Riesenrads auf die leicht verwirrte „Heather“ wartet. „Texas Chainsaw 3D“ ist ein ganz dummer Vertreter seiner Gattung und wäre mit dem Einspielen Sitcom-ähnlicher Lacher vermutlich ein geniales Stück Comedy geworden. So jedoch, dürfte die bierernste Inszenierung mit einer gewissen Vorsicht genossen werden, denn „Texas Chainsaw 3D“ hält mitnichten, was der eigentliche Filmtitel hauptsächlich suggeriert.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Für alle Fans der Filmreihe: DANGER !!!!! Unglaublich miese Fortsetzung, die bei weitem den desaströsen 4. Teil der Serie („Die Rückkehr“) an Dummheit überbietet.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Zensur

 
 
 
Die deutsche Veröffentlichung beruht auf der amerikanischen Rated R-Fassung und hat es in dieser Form auch ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Die hier veröffentlichte DVD/Blu-ray wurde mit dem „Keine Jugendfreigabe“-Stempel abgesegnet!
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Texas Chainsaw Massacre 3D Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Texas Chainsaw; USA 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews (ca. 23 Min.), Blick hinter die Kulissen (ca. 3 Min.), Das Texas Chainsaw Vermächtnis (ca. 10 Min.), Der alte Bauernhof (ca. 15 Min.), Die Wiederauferstehung der Säge (ca. 12 Min.), Besetzungs-Terror (ca. 10 Min.), Leatherface 2013 (ca. 15 Min.), Licht, Kamera, Massaker! (ca. 12 Min.), Es steckt im Fleisch (ca. 10 Min.), Kurzberichte vom Set, Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Audiokommentar mit Regisseur John Luessenhop und Dan Yeager (Leatherface), Trailershow

 
 
 
Uns lag zum Test der Heimkinofassung von TEXAS CHAINSAW 3D die dreidimensionale Variante auf Blu-ray vor. Auf dieser Scheibe kann der Zuschauer neben der 3D-Fassung des Films natürlich auch auf die 2D-Variante zurückgreifen. Den Beginn macht der Trailer zum kommenden Action-Thriller „PARKER“; danach geht geradezu ins Hauptmenü, wo der Filmfreund neben dem Hauptfilm in erstaunlich hochwertiger Qualität auch zwischen reichlich Bonusmaterial wählen kann. Hierbei offenbart sich jedoch schon der erste Wehrmutstropfen: bis auf die Interviews der Hauptdarsteller sind keiner der hier vorfindbaren Extras Deutsch untertitelt. Auch wenn das Zusatzmaterial durchaus umfangreich daherkommt; Freunde von Leatherface & Co. sollten für den Genuss der Boni gute Englischkenntnisse mitbringen. Neben diversen „Hinter den Kulissen“-Features, Interviews, einem alternativen Anfang und interessanten Informationen zum Film, haben es auch die jeweiligen Trailer zum Schocker in Englisch und Deutsch auf die Scheibe geschafft. Zudem lässt sich auf der Heimkino-Veröffentlichung auch ein nicht untertitelter Audiokommentar finden. Bleibt zu erwähnen, dass sogar eine umfangreiche Trailershow zu weiteren Titeln des Publishers bewundert werden darf – erfreulicherweise sogar ein 3D-Trailer zum Film „RESIDENT EVIL – RETRIBUTION“. Die 3D-Fassung kommt, ebenso wie die normale Filmfassung, in sehr hochwertiger Bild- und Tonqualität daher, wobei gerade bei der dreidimensionale Filmfassung die diversen Pop-Out-Effekte mit der Motorsäge zu gefallen wissen. Abgesehen vom Film selbst, hält man auf technischer Ebene, einen durchweg gelungenen Release in den Händen, welchen man auf derart technisch ansprechendem Niveau im Horror-Sektor nicht alltäglich zu Gesicht bekommt. Neben der vorliegenden Fassung kann der Filmfan ohne 3D-Equipment natürlich auch zur herkömmlichen 2D-Scheibe greifen. Diese ist nicht nur preislich günstiger, sondern überzeugt mit ebenso wertigem Bild. Beide HD-Varianten wurden mit einem Wendecover und einem Einleger mit Kapitel-Index ausgestattet.
 
 

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Texas Chainsaw 3D – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rogue River (2012)

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

Schlaraffenhaus (2011)

Texas Chainsaw Massacre (2003 / 1974)

Rest Stop (2006)