Filmkritik: „Kosmetik des Bösen“ (2020)

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KOSMETIK DES BÖSEN

(A PERFECT ENEMY)

Story

 
 
 
Als der erfolgreiche Architekt Jeremy Angust am Flughafen von einer jungen Holländerin angesprochen wird, ahnt er noch nicht dass dies der Beginn des intensivsten Trips seines Lebens wird.
 
 
 


 
 
 

KOSMETIK DES BÖSEN – Kritik

 
 
Nachdem ich vor einigen Jahren bereits den 2016 erschienenen, immmerhin als „ganz nett“ vermerkten Gangsterthriller „Toro“ des spanischen Regisseurs Kike Maíllo Iznájar gesehen habe, kreuzen sich unsere Wege nun, mit seinem mittlerweile vierten längeren Projekt, erneut. Der Film beruht auf dem zehnten Roman der französischen Autorin mit dem Alias Amélie Nothomb und erzählt eine recht zeitlose Geschichte, in der ein Architekt im von ihm designten Flughafen von einer jungen Frau angesprochen wird, die sich mit laufender Spielzeit aufdringlicher und aufdringlicher verhält.
 
 
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So schnell wie hier die Prämisse genannt wurde kommt auch der Film selber zu potte, denn auch wenn es sich im Großen und Ganzen durchaus um einen behutsamen Slow-Burn handelt, der seine Informationen nach und nach offenbart, so spielt sich ein Großteil des Plots doch im Dialog innerhalb des Flughafens ab – und der beginnt nach wenigen Minuten. Eben weil wir das hübsch eingefangene Setting aber nicht mehr verlassen und sich auch keine weiteren Personen mehr in die Haupterzählung einmischen werden, dürfte der endgültige Sehgenuss wohl äußerst abhängig von der Genrevorerfahrung des Zuschauers sein.
 
 
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Guckt man nämlich nur dann und wann mal einen Mystery- oder Thrillervertreter, liest man nur dann und wann mal eine fiktive, spannende, moderne Geschichte in Romanform, so kann man sicher nicht nur bestens unterhalten, sondern eben auch wirklich angespannt und überrascht werden – Tomasz Kot und Athena Strates haben eine ganz wunderbare Chemie und verkörpern glaubhaft ihre jeweiligen Rollen, die Inszenierung ist unspektakulär aber stets kompetent und mit immerhin einer handvoll sehenswerter Einstellungen versehen, der Soundtrack ragt an Stellen gar über das generische Thriller-Mittelmaß hinaus und versteht es, ganz ohne Hektik oder Actionszenen für Aufregung zu sorgen.
 
 
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Doch wo es bei mir gehapert hat, das waren Rätsel- oder Verlaufsspannung im dritten Akt, denn gerade wenn sich die Ereignisse eigentlich dramatisch zuspitzen oder für hochschellenden Puls sorgen sollten, ist die Katze stattdessen schon lange aus dem Sack bzw. so offensichtlich, dass ich nicht glauben konnte hier schon wieder „so“ eine Story mit „der“ Auflösung serviert zu bekommen. Nachdem sich das Genrekino in den letzten zwei Jahrzehnten nämlich zahlreich neu erfunden, unterwandert und neue Standards gesetzt hat, fällt so eine 1:1 übernommene 2000er-MysteryVorlage dann leider doch allzu bitter auf, wenn es um die eigentliche Auflösung geht.
 
 
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Wer spitzen Dialogen und guten Performances also was abgewinnen kann, sich mit typischen, oftmals skandinavischen, modernen 2000er-Thrillern und -romanen gerne mal ein paar kurzweilige Stunden macht und beim eigenen Miträtseln meistens verliert, der kann diesen hochqualitativen, durchaus zeitweise recht cleveren, kurzweiligen 90-Minüter auf jeden Fall mal mitnehmen – alte Genrehasen hingegen kommen hier vermutlich allzu schnell selber auf die Pointe, was den Rest zum genießbaren, aber eben auch leeren Beiwerk verkommen lässt. Wer sehr ähnliche Erzählstrukturen und Ideen mit mehr und besseren Twists sowie Auflösungen sehen will, dem empfehle ich den ebenfalls spanischen „Contratiempo“, bei uns „Der unsichtbare Gast“ genannt.
 
 


 
 
 

KOSMETIK DES BÖSEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Hochwertig inszenierte, gut gespielte, spitz geschriebene Thrillergeschichte mit Kurzweil und Thrill, aber auch Vorherhsehbarkeiten und wenig Originalität.
 
 


 
 
 

KOSMETIK DES BÖSEN – Zensur

 
 
 
„Kosmetik des Bösen“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

KOSMETIK DES BÖSEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Perfect Enemy; Deutschland | Frankreich | Spanien 2020

Genre: Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Bilder vom Set, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.03.2022

 
 

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KOSMETIK DES BÖSEN – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der unsichtbare Gast (2016)
 
Julia’s Eyes (2010)
 
Der Sanitäter (2020)