Filmreview: „Hypothermia – The Coldest Prey“ (2010)

Hypothermia-2010poster
 
 

Hypothermia – The Coldest Prey

Story

 
 
 
Es hätte ein erholsames Wochenende beim Eisfischen für Ray Pelletier und seine Familie werden können, wären da nicht Vater Stevie Cote und sein Sohn Stevie Jr., die plötzlich wie aus dem Nichts auf dem Eis auftauchen und ihr Lager wenige Meter entfernt aufschlagen. Mit ihrem unkläglichen Lärm stören die beiden nicht nur den friedlichen Familienausflug der Pelletiers, sondern verjagen zudem auch noch alle Fische. Schnell sind jedoch die Fronten geklärt und die beiden Familien lernen sich kennen. Doch der Frieden währt nicht lange, denn unter dem Eis lebt etwas unbeschreiblich Böses, dass bereits alle Fische verschlungen hat und nun an die Oberfläche krabbeln muss, um seinen unermüdlichen Appetit nach frischem Fleisch stillen zu können …
 
 
 


 
 
 

Hypothermia – Kritik

 
 
 
Wer sich selbst als Horrorfilmfan bezeichnet, wird vermutlich unlängst erkannt haben, dass die im Genre ansässigen Filmregisseure durchaus als eifrige Arbeitstiere betitelt werden können und in einer erschreckenden Regelmäßigkeit teilweise haarsträubende Kost auf Zelluloid bannen, um diese dann wenig später lukrativ auf dem Heimkinomarkt zu verscherbeln. Die Betonung liegt hierbei leider Gottes zu oft auf „B“ wie „billig“, denn günstig produzierte Filmchen kosten nun mal wenig „Dollars“ und spielen erschreckend viele „Dollars“ ein, ohne großartig Aufwand für die Realisierung aufbringen zu müssen. Von der minderen Qualität dieser Werke erfährt der Filmfreund leider erst dann, wenn es letztendlich zu spät ist und er die Scheibe in seinen DVD-Player wirft. Dass diese Low Budget Mentalität die Freude am Konsumieren phantastischer Filmkost mittlerweile erheblich geschmälert hat, dürfte auf der Hand liegen, denn der Horrorfilmmarkt wird aktuell von Unmengen derartiger Werke überschwemmt, sodass es kaum noch möglich scheint, die wirklich sehenswerten Beiträge darunter herauszufischen.
 
Der nun vorliegende „Hypothermia“ ist eines dieser seltenen Exemplare, dass in der Masse an momentan veröffentlichten No-Budget-Werken vollkommen untergeht. Unverständlich, denn „Hypothermia“ hat eigentlich all das, was man von einem Genre-Film erwartet: eine durchaus klaustrophobische Grundstimmungen, gute Schauspieler, ein bedrückendes Setting und endlich mal wieder ein vernünftiges Drehbuch, dass sich Zeit für das Wesentliche nimmt und nicht Knall auf Fall ins Getümmel taumelt. Regisseur „James Felix McKenney“ hat sich bisher mit diversen Null-Budget-finanzierten Beiträgen über Wasser halten können und überrascht mit dem vorliegenden „Hypothermia“ endlich durch ein wirklich ansprechendes Gruselfilmchen, dass nun auch einmal der Bezeichnung „Film“ vollends gerecht werden kann. Waren seine bisherigen Ausflügen in die Welt des „bösen“ Films mit einer nicht vorhandenen Fingerfertigkeit gesegnet, so verblüfft umso mehr, was der Filmemacher mit seinem Hybriden-Schocker auf die Beine gestellt hat. Lobenswert, dass auch Kult-Legende „Michael Rooker„, („The Walking Dead“, „Henry – Portrait Of A Serial Killer“) das durchaus vielversprechende Potenzial dieser kleinen unscheinbaren Geschichte entdeckt und sich zur durchaus stimmigen Gesamt-Schauspielriege dazugesellt hat.
 
Hypthermia“ ist ein typischer Vertreter des Creature-Feature-Genre. Die Geschichte thematisiert ein mysteriöses Wesen, dass sich unbemerkt unter dem Eis entwickeln konnte und sich nun vermutlich in seiner Ruhe bedroht fühlt. Zumindest deutet das die Geschichte an. Wie es in den Teich gekommen ist und welche Intentionen das Geschöpft letztendlich wirklich hegt, weiß der Film durchaus ansprechend zu verschleiern, sodass dem Zuschauer am Ende einige lose Interpretationsmöglichkeiten geboten werden, die durchaus zum Nachdenken anregen dürften. Die kritische Botschaft an der unüberlegten Ausbeutung des eigenen Lebensraums durch den Menschen ist unüberhörbar. Während die Männer versuchen die Bedrohung durch eine planlose und gewaltgeile Herangehensweise zu bekämpfen, versuchen die Frauen einen kühlen Kopf zu bewahren und das Problem taktisch zu lösen. Ihnen ist es in erster Linie wichtig, unversehrt an das Festland zu gelangen. Über die Vernichtung des Wesens machen sie sich keinerlei Gedanken. Ein kluger Schachzug, denn am Ende ist es ausgerechnet das schwache Geschlecht, dass durchaus effektiver der Bedrohung zu entkommen weiß und sich in Sicherheit bringen kann.
 
In „Hypothermia“ werden kurzum aus Jägern Gejagte und aus Gejagten letztendlich Jäger. Die Bestie Mensch, die sich für das Ausrotten diverser Tierarten verantwortlich zeichnet und dabei unweigerlich dem ökologischen Gleichgewicht schadet, wird hier für das Vergehen an seiner kostbaren Umwelt bestraft. Regisseur „James Felix McKenney“ schafft es die nicht unwichtige Botschaft in ein überzeugend gespieltes Filmchen zu verpacken. Sein Film ist trotz mangelndem Budget durchweg spannend, geschickt gefilmt und unglaublich stimmig; wäre da jedoch nicht das etwas sehr groteske Monster, dessen Glaubwürdigkeit spätestens dann zu bröckeln beginnt, als es das erste Mal durch die Linse dackelt. Hierbei wäre vermutlich weniger mehr gewesen, denn dem Zuschauer bleibt leider nicht verborgen, dass hier vermutlich aus Budgetgründen auf ein geschmacklich sehr „spezielles“ Gummikostüm zurückgegriffen werden musste, dass in seinem unprofessionellen Design schon arg lächerlich wirkt. Der trashige Unterton trübt hier leider den anfänglich hervorragenden Gesamteindruck, da hilft es dem Film letztendlich auch wenig, dass die Kamera permanent versucht, die missglückte Fingerfertigkeit des Effekt-Teams durch hektisches Umhergewackel zu vertuschen.
 
Dennoch, wem Atmosphäre und das glaubhafte Interagieren der Anwesenden durchaus wichtiger ist, als ausufernde Spezialeffekte, ist bei „Hypothermia“ genau richtig. Die Geschichte beginnt unspektakulär und steigert sich in ihrer Intensität von Minute zu Minute. Während anfänglich noch unklar scheint, von welcher Gefahr die Familie bedroht wird, so ist selbige umso unberechenbarer, je später der Abend wird. „Hypothermia“ ist ein geradliniges Monster-Filmchen, dass sich an die traditionellen Komponenten eines jeden Creature-Features orientiert. Neue, frische Ideen sucht man hier zwar vergebens, dennoch ist es der Film durchaus wert, gesehen zu werden.
 
 
 


 
 
 

Hypothermia – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Zwar erfindet „Hypothermia – The Coldest Prey“ das Rad nicht neu, unterhält aber dennoch durchaus packend. Wenn da nicht das vollkommen missratende Monster wäre, dass den eigentlich positiven Gesamteindruck schmälert – Schade!
 
 
 


 
 
 

Hypothermia – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist mit der „FSK 16„-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

Hypothermia – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hypothermia; USA 2010

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p, 1.78:1, 16:9

Laufzeit: 73 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: The Making of Hypothermia (Die Dreharbeiten wurden mit einer Videokamera begleitet – 21min), Ron & Reel (kleiner Insider-Gag des Films – ca. 5min), deutscher Trailer (ca. 2min), Bildergalerie, Give me Shelter: An Ice Fishing House … Halfway across the Country (Regisseur gibt kurze Einblicke in die Entstehung des Films – 11min), 5 Clips anderer Filme des Labels

 
 
 
Für eines Low Budget-Film, wie Hypothermia ist das Bonus erstaunlich umfangreich ausgefallen, zudem kann sich die Abmischung des Tons hören lassen. Immer dann, wenn das groteske Wesen Screentime erhält, hat der Subwoofer ordentlich zu meckern, sodass einige Schauer und Schreckmomente durchaus sitzen werden. Alle Extras wurden löblicherweise deutsch untertitelt. Bildtechnisch sieht man dem Film seine Herkunft an. In hellen Momenten ist der HD-Effekt offensichtlich. Sobald es dunkel wird, treten hier diverse Mankos auf. Dennoch, alles im grünen Rahmen. Wer auf spannenden Trash mit kritischer Öko-Botschaft steht, ist hier definitiv gut beraten.
 
 

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Hypothermia – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „The Barrens – Jersey Devil“ (2012)

The Barrens - Jersey Devil - Film Plakat
 
 

The Barrens – Jersey Devil

Story

 
 
 
Und es hätte alles so schön werden können: Vater Richard Vineyard düst über das Wochenende zusammen mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern hinaus in die Wälder um dem getrübten Familienfrieden neuen Wind einzuverleiben. Kaum angekommen ist von friedlichem Natur-Idyll weit und breit keine Spur. Stattdessen entpuppt sich der angepeilte Zeltplatz als Massentreffpunkt vorlauter Jung-Rucksack-Touristen. Grund genug für den angeschlagenen Familienvater das Lager kurzum in den wilden Wald zu verlagern. Doch glaubt man den Erzählungen, so ranken um das Waldgebiet furchtbare Legenden – von einer seltsamen Kreatur, die dort hausen und die der Teufel höchstpersönlich geschickt haben soll. Nach anfänglicher Unzufriedenheit beginnt sich der Gesundheitszustand Richard´s auf mysteriöser Weise rapide zu verändern. Zudem scheint der fürsorgliche Familienvater davon besessen von jenem ominösen Wesen verfolgt zu werden…
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Kritik

 
 
 
Regisseur Darren Lynn Bousman scheint kein Unbekannter zu sein, wenn es darum geht dem Zuschauer wohlig-ekligen-Schauer einzujagen. Sein bisheriges Schaffen verweist auf diverse blutrünstige Vertreter des Genres, deren zweifelsohne zeigefreudig-derbe Bildsprache das moderne Folter- und Tortur-Genre des 21. Jahrhundert maßgeblich mitgeprägt hat. Zu seinem bekanntesten Werken zählen die „Saw“-Teile 2-4, deren routiniert zusammengeschusterte Greueltaten bisher nicht nur euphorischen Horrorfilmfreunden reichliches Entzücken entlocken konnten. Auch unter hiesigen Zensurbehörden genossen Bousmans debile Werke höchste Aufmerksamkeit und schafften es bisher immer wieder, entweder teilweise gekürzt oder nur mit roten Jugendschutz-Freigabeplaketten beschenkt zu werden. Nach zuletzt qualitativ immer durchwachsener Durchschnittskost, scheint mit „The Barrens“ (der deutsche Titel: „Jersey Devil“) Bousman´s bisherig schlechtestes Werk das Licht der Zelluloid-Welt zu erblicken, denn bereits bei seinem zuvor abgedrehten „11-11-11“ schien der kreative Verfall seines künstlerischen Schaffens ersichtlich.
 
Immerhin kann man Bousman nicht vorwerfen sich in teilweise unterschiedliche Subgenres ausprobiert zu haben. War es in „Saw 2-4“ die noch teilweise fragwürdige Folterproblematik, die er mit Hilfe von unerträglich grausamen Gewaltszenen bis zum Erbrechen ausgereizt hat, so versuchte er in „Repo“ – The Genetic Opera“ das stiefmütterlich behandelten Horror-Musical salonfähig zu machen. Das seelenlose Folter-Remake zur 80er-Jahre-Satire „Mothers Day“ enttäuschte im Vergleich zur kreativen Bissigkeit des Originals und auch der Okkult-Thriller „11-11-11 (2011)“ entpuppte sich nach Sichtung als zwar souverän abgedrehte und optisch ansprechende Okkult-Jagd, die jedoch keinen wirklich einschneidenden Eindruck unter Kritikern hinterließ und hierzulande direkt auf den Heimkinomarkt veröffentlicht wurde. Mit „The Barrens“ widmet sich Darren Lynn Bousman erneut einem gänzlich anderen Subgenre und versucht diesmal dem klassischen Monster-Movie frischen Wind einzuverleiben. So wirklich gelingen will ihm das nicht, viel zu hanebüchen gestaltet sich die Erzählweise, die den Zuschauer immer wieder versucht auf falsche Fährten zu locken. Ist das Monster aus den Legenden wirklich real, oder entspringt es allein nur der Phantasie des fiebernden Familienoberhauptes? Routinierte Horrorfilmfreunde erkennen schnell die falschen Spuren, die Bousman versucht zu verstreuen, um den Zuschauer offensichtlich zu verwirren. Viel zu vorhersehbar gestaltet sich das Geschehen, welches regelrecht in den unendlich vielen Logik-Löchern ertrinkt und sich ausweglos versucht an den roten Faden der Geschichte zu klammern. Dabei scheint dass größte Manko dieses Films die Figuren selbst zu sein, die diesen Beitrag zu unverkennbar hirnrissig gestalten. Denn deren Interaktionen sind selten komisch und vollkommen sinnfrei. Den schauspielerischen Leistungen ist dieses Vergehen nicht einmal ansatzweise vorzuwerfen, vielmehr ist der Schuld bei Bousman selbst zu suchen, der nicht nur den Film realisiert, sondern auch das Drehbuch eigenhändig verfasst hat. Seine Geschichte strotzt nur so vor Fehler und die rationalen Verhaltensmuster und die logischen Denkstrukturen eines normal-geistigen Menschen lässt er, vermutlich aus Gründen der nicht-vorhandenen nervenzerfetzenden Spannung, vollkommen außer acht. Oftmals sind die Beweggründe des Handelns der Protagonisten derart unklar, dass man als Filmfreund erst einmal im Internet recherchieren möchte, ob man nicht vielleicht doch gerade einen dieser unzähligen dummen Teenie-Slasher zu Gesicht bekommt, in denen dumme Menschen die furchtbar unlogischsten Dinge tun, welche der intelligente Zuschauer zu keiner Minute nachvollziehen kann und möchte.
 
Familie Vineyard besteht aus derartig seltsamen Kandidaten. Denn als die Polizei im Zeltlager auftaucht, um das Verschwinden eines der Camping-Gäste zu untersuchen, erfährt die Familie von seltsamen Vorkommnissen, die sich in letzter Zeit rund um das Waldgebiet abgespielt haben sollen. Trotz aller Warnungen und Offensichtlichkeiten, packen die 4 Protagonisten ihre Koffer und pilgern planlos in Richtung Wald. Reguläre Waldpfade werden vollkommen außer Acht gelassen und ein Verlaufen vorprogrammiert. Da nutzt dem Familienvater auch die Karte nichts, die er in seinem fiebrigen Zustand in regelmäßigen Abständen aus der Tasche zaubert. Nachdem die Familie tief im Wald ein weiteres, diesmal verwüstetes, Zeltlager und einen elendig vollendeten Hundekadaver entdecken, spüren sie trotz aller Offensichtlichkeiten, auch hier kaum bis keinerlei Unbehagen und Unwohlsein. Stattdessen schlagen sie ihr Nachtlager auf und warten darauf, dass der Regenguß allmählig von Dannen zieht, damit die vier friedvoll am nächsten Morgen ihren kuscheligen Wochenend-Naturausflug fortführen können. Selten zuvor hat man sich vermutlich als Filmfreund und Zuschauer dabei erwischt, wutentbrannt ein lauthalses „Lass das!“ oder „Warum tust Du das?!“ gen Kinoleinwand oder Fernsehschirm zu schreien. Hätte man die Fähigkeit aktiv in die Handlung einschreiten zu können, wären vermutlich die vier eine der ersten Familien der Filmgeschichte, die sich aufgrund ihrer grenzwertigen Handlungen vor lauter Backenschelten kaum retten könnten.
 
Folterexperte Darren Lynn Bousman meldet sich mit einem weiteren düsteren Film-Vertreter zurück. Die typische Bousman-Handschrift tritt in „The Barrens“ zugunsten der Atmosphäre und der vorwiegend dramenlastigen Erzählweise in den Hintergrund. Nur wenige Epilepsie-verursachende Schnittfolgen zieren sein aktuelles Werk und auch sonst entfernt sich Bousman vom allzu bluttriefenden Gewalt-Gewitter eines „Saw 2-4“. Bereits in seinem Vorgängerfilm „11-11-11“ scheint er sich von ausufernden und derben Gewalt-Exzessen weitestgehend distanziert zu haben, was man ihm auf jeden Fall zugute schreiben sollte. Auch ohne kassenträchtiges Gemetzel kann man heutzutage ansprechende Geschichten erzählen. Leider schafft er es mit „The Barrens“/ “Jersey Devil“ ein weiteres Mal nicht, ansprechend zu „Erzählen“, denn sein aktueller Ausflug ist schier derart unlogisch, dass man als intelligenter Filmfreund nur mit dem Kopf schütteln kann, wie vollkommen dämlich sich seine vier Hauptprotagonisten verhalten. Bousman konzentriert sich hierbei vorwiegend auf den geistigen Zerfall des Vaters Richard, der in seinen Wahnvorstellungen es nicht schafft die Familie zusammenzuhalten, sondern weitestgehend auseinandertreibt. Das erlösende Ende offenbart daher diesbezüglich weniger Horror, als vielmehr eine markerschütternde Tragödie, die in ihrer makaberen Konsequenz eher an ein zynisches Drama erinnert, als an schocklastigen Horror.
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Hübsche Optik – aber wenig Seele. Ein weiterer, glatt polierter Bousman-Film, den man einmal gesehen und nach einer Woche bereits wieder vergessen hat.
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung erscheint am 30.11.2012 ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung von „Splendid Film“. Da es kaum offensichtliche Gewalt im Film gibt ist die Freigabe etwas weit hochgegriffen. Eine FSK16 hätte es auch getan!
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Trailer


 

Hellraiser80

 
 
 
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Kritik: „V/H/S – Eine mörderische Sammlung“ (2012)

V-H-S-2012-Plakat
 
 
 

V/H/S

Eine mörderische Sammlung

Story

 
 
 
Anthologie-Streifen !!!
 
 
 
Rahmenhandlung („Tape 56“)
 
Regie: Adam Wingard („A Horrible Way to Die„)
 
Einige Kleinkriminelle verdienen ihr Geld damit, indem sie durch die Parkhäuser der Großstadt pilgern, fremden Frauen auflauern, ihnen vor laufender Kamera die Oberkörper entblößen und die Clips an eine Pornoseite im Internet verhöckern. Als ihnen ein Bekannter einen lukrativen Deal vorschlägt wittert die Bande das große Geschäft. Alles was die Freunde dafür tun müssen ist, in ein Haus einzubrechen und ein besonders wichtiges Videoband zu stehlen. Kaum besagte Adresse ausfindig gemacht, finden sie die Leiche des Hauseigentümers im heimischen TV-Sessel vor. In der Kammer nebenan, ein riesiges VHS-Arsenal an seltsamen Amateur-Videoaufnahmen, die merkwürdige Geschehnisse protokollieren. Auf der Such nach den geforderten Aufzeichnungen stöbern sich die Jungs durch jedes einzelne Videoband und scheinen ihren Augen nicht trauen zu wollen:
 
 
 
 
 
Geschichte 1 („Amateur Night“ )
 
Regie : David Bruckner („The Signal“)
 
Drei Freunde auf Frauenbeutezug.
Bei ihren nächtlichen Ausflügen durch die Clubs der Stadt treffen Sie auf eine schüchterne Schönheit, die ein dunkles Geheimnis verbirgt.
 
 
 
 
 
Geschichte 2 (“Second Honeymoon”)
 
Regie: Ti West („House of the Devil“, „The Innkeepers“)
 
Ein vermeintlich glückliches Pärchen bei ihrem friedlichen Urlaubsausflug. Des nachts schleicht sich eine mysteriöse Gestalt um das Ferienhaus der frisch verliebten Paares und scheut auch nicht davor, sich unbemerkt Zutritt in die scheinbar sicheren vier Wände der beiden
Liebenden zu verschaffen.
 
 
 
 
 
Geschichte 3 (“Tuesday the 17th”)
 
Regie: Glenn McQuaid („I sell the Dead“)
 
Hommage an den 80er Jahre Slasherfilm: „Freitag der 13.“! Vier Freunde suchen etwas Entspannung in einem abgelegenen Waldstückchen. Doch die Idylle wird jeher getrübt, als die Truppe von einem seltsamen „Etwas“ dezimiert wird. Schenkt man den Legenden glauben, so soll das Wäldchen vor einiger Zeit Schauplatz einiger schrecklicher Morde gewesen sein – der Mörder wurde jedoch nie gefasst.
 
 
 
 
 
Geschichte 4 (“The Sick Thing That Happened to Emily When She Was Young”)
 
Regie: Joe Swanberg („Silver Bullets“)
 
Die Studentin „Emily“ chattet tagtäglich mit ihrer großen Flamme per Webcam. Seit geraumer Zeit geschehen in ihrer kleinen Studentenwohnung seltsame Dinge. Hinzukommt dass ihr Körper von seltsamen Wundmalen befallen ist, deren Herkunft sie sich nicht erklären kann. Mittels Webcam und Laptop will sie zusammen mit ihrem Chatfreund Erklärungen für die seltsamen Umstände finden. Ihr Cam-Partner soll hierbei als Zeuge fungieren.
 
 
 
 
 
Geschichte 5 („10/31/98“)
 
Regie: Radio Silence
 
Drei Freunde auf dem Weg zu einer Halloween-Party. Kaum die Örtlichkeiten erreicht, müssen sie feststellen, dass sie scheinbar die einzigen Partygäste sind. Gemeinsam erkunden sie das unheimliche Gebäude und stoßen auf ein merklich unangenehmes Geheimnis.
 
 
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Kritik

 
 
 
Das Jahr 2012 scheint wohl möglich das Jahr des „Found Footage“-Genre zu werden. Nach dem immensen Erfolg der „Paranormal Activity“-Serie erleben Filme im billigen Wackel-Homecam-Stil eine regelrechte Renaissance und sind aktueller denn je. Dabei überraschen immer wieder die teils kreativen Methoden, die junge dynamische Filmemacher entwickeln, um derart „optisch“ trivial-inszenierten Filme halbwegs neue Facetten zu verleihen und den Zuschauer im „erträglichen“ Sinne zu unterhalten. Die Idee mit Hilfe dieses kontroversen Subgenres einen Anthologie-Streifen zu zaubern, liest sich anfänglich eigentlich recht erfrischend, macht aber Filmfreunde dennoch direkt stutzig, wie sich das Projekt in technischer Hinsicht überhaupt realisieren lässt. Da die letzten Filmprojekte ihrer Art (u.a. „Evidence“, „Tape 407“) vorwiegend durch katastrophaler Kameraführung brillierten, als durch optische Raffinessen, dürften dem interessierten Horrorfilmfan vermutlich direkt die Haare zu Berge stehen, wenn er liest, dass sich das „Who-is-Who“ der jungen Horrorfilmszene zusammengerafft hat, um an einer gemeinsamen Kurzgeschichten-Sammlung im „Found-Footage“-Look zu werkeln.
 
Unter dem Titel „V/H/S“ haben sich eine stattliche Anzahl bekannter aktueller Horror-Regisseure vom eigensinnigen Handycam-Genre inspirieren lassen und eine arg zynisch-boshafte, aber dennoch liebenswerte Hommage an das bittere Videokassetten-Zeitalter geschaffen. Neben erneut unzumutbarer, amateurhaft-wackeliger Kameraführung fällt in dieser Anthologie-Sammlung, passend zum Titel, typisches VHS-Flair ins Gewicht, dass mit „ausgedaddelten“ und unscharfen Bildmaterial aufwartet. Die Idee ist eigentlich recht innovativ, in der Umsetzung erweist sich jedoch dieses erfrischend „spezielle“ filmische Dokumentieren als recht zweischneidiges Schwert. Einerseits ist der künstlerische Einfallsreichtum, von welchem der Film letztendlich zerrt als überaus unterhaltsam und effektiv zu betiteln. Die Geschichten wirken durch die technischen Defizite erstaunlich authentisch und realistisch. Als Zuschauer hat man, aufgrund der amateurhaften Darbietung jeder einzelnen Episode das Gefühl, als sehe man die privaten Home-Videos von eigentlich vollkommen normalen Menschen.
 
Anderseits erweist sich gerade diese unprofessionelle technische Darbietung dieser Kurzgeschichten als echter Härtefall für den Zuschauer. Das Bild holpert, wackelt und stört, dass dem Zuschauer Hören und Sehen vergeht. Oftmals kann man durch die gewöhnungsbedürftigen Unschärfen des VHS-Filters kaum erkennen, was denn da eben vor die Linse springt. Gerade in hektischen Momenten wird einmal mehr durch zwanghaft-wirres Umherschwenkens der Kamera Panik erzeugt, das zwar anfänglich noch effektiv wirkt, aber den erwartungsfreudigen Filmfreund in Anbetracht von fast 120 (!) Minuten Filmlaufzeit auf eine deftige Geduldsprobe stellt. Die einzelnen Episoden gestalten sich unterschiedlicher Natur. Dabei trifft handwerklich solide umgesetztes „Creature-Feature“ auf skurrile„Slasher-Ware“ mit 80er Jahre Kult-Charme. Die obligatorischen paranormalen Spuk-Ereignisse fehlen ebenso wenig, wie blutgieriges „Zombie-Kino“. Aufgrund der unterschiedlichen Themengebiete und der teilweise ähnlichen technischen Machart fällt es vermutlich schwer, das eigentliche Highlight unter den Episoden zu finden. Ähnlich wie zuletzt in „The Theatre Bizarre“ scheint es einzig geschmacksabhängig, welche Geschichte letztendlich welchem Zuschauer überhaupt munden wird. Daher ist es schwierig zu sagen, welche Episode denn nun die Beste von allen ist. Mir persönlich hat das „Creature-Feature“ zu Beginn und die „Halloween“-Folge zum Abschluss von „V/H/S“ am besten gefallen, zumal die recht simplen, aber dennoch recht stimmigen und verblüffenden Spezial-Effekte herrlich überzeugen konnten. Hat man sich vorerst an den rauen „Found Footage“-Stil gewöhnt, dürfen sich vor allem Freunde von knackig-knappen Anthologie-Sammlungen ideal unterhalten fühlen.
 
Dennoch, trotz recht innovativer Ansätze und der gewöhnungsbedürftiger Erzählstruktur der einzelnen Kurzgeschichten tritt die Rahmenhandlung arg lieb- und herzlos in Erscheinung und scheint einzig Mittel zum Zweck, um die jeweiligen Segmente zweckhaft miteinander zu verknüpfen. Erklärungen über den Hintergrund der Geschehnisse bleiben Mangelware und lassen einzig Raum zum Spekulieren, was es denn letztendlich mit den mysteriösen Videotapes auf sich hat.
 
Mit „V/H/S“ lädt die junge Garde an motivierten Jungregisseuren zum anarchischen Angriff auf das kontroverse „Found Footage“-Genre. Ehrwürdig verbeugen sich bekannte Horror-Regisseure vor längst vergangene VHS-Zeiten und vermischen scheinbar technisch unzumutbares Filmmaterial mit frischen Ideen und neckigen Spezialeffekten. Gelungen ist ihr Versuch, dem übersättigten Wackelcam-Genre frischen Wind einzuhauchen allemal. Innovative Ideen und einige recht stimmige Momente täuschen oftmals darüber hinweg, dass einige Episoden einfach zu lang geraten sind und dafür andere bedeutend bessere, viel zu kurz. Die Inszenierung von „V/H/S“ ist als relativ gewöhnungsbedürftig zu bezeichnen, wobei der eigentliche Reiz des Films in den jeweiligen Schlussgags der einzelnen Geschichten zu finden ist. Gerade der teilweise unvorhersehbare und makabere Storytwist am Ende jeder einzelnen Kurzgeschichte tröstet über oftmals schwindelerregendes Kamera-Gewackel und unverzeihliche Totalausfälle hinweg. Dennoch, Filmfreunde die bisher rein gar nichts mit dem „Found Footage“-Genre anfangen konnten, werden sich auch in „V/H/S“ vollkommen hilflos unverstanden fühlen!
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
„X-Factor“ meets „Wackelcam“-Genre. Recht stimmige, unheimliche und unterhaltsame Kurzgeschichten-Sammlung, insofern man überhaupt ein Faible für „Found Footage“-Filme besitzt!
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkinoauswertung erscheint Ende Oktober 2012 und wurde mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung seitens der FSK abgesegnet. Kein Wunder bietet „V/H/S“ einen grafisch sehr explizieten Mord, der sich recht gewaschen hat. Ansonsten gibt sich diese Kurzgeschichten-Sammlung recht züchtig und weniger zeigefreudig.
 
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V/H/S – Trailer

 
 


 
 
Hellraiser80
 
 
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