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Filmkritik: „Das Grauen aus der Tiefe“ (1980)

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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE

(The HUMANOIDS FROM THE DEEP)

Story

 
 
 
Ein verpenntes Nestchen in amerikanischen Küstenregionen hat eines Tages seltsame Fälle von Vandalen-Kriminalität zu beklagen. Irgendwelche noch nicht identifizierten Unholde erlegen die Hunde der Bürgerlein und die weibliche Bevölkerung wird in beunruhigendem Maße von schattigen Figuren bedrängt, die es so eigentlich nicht geben sollte. Ja, mutierte Fischmenschen plagen den Landstrich, ihre äh maritimen Geschlechtsorgane bereit zur Paarung mit nichts Böses witternden Flachland-Pomeranzen all´Americana!. Die Herren der Schöpfung verweigern sich allzu blumigen Erklärungen. Nur ein amerikanischer Ureinwohner scheint zu wittern, was die Natur mit den frechen Menschen vor hat. Niemand glaubt ihm – natürlich. Als man die Meinungen zum alten Indianer ändert, ist der Käse allerdings längst in den Brunnen gefallen und das Kind gelutscht. Beim groß vorbereiteten Stadtfest nämlich ist Land unter. Die Fischkopf-Admiräle, also Stuntmänner in Taucheranzügen und Algen obendrauf, kommen ans Ufer und verstehen die Kleinstädter als warmes Büffet. Surf And Turf.

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Kritik

 
 
 
Tja, Experimente mit kleinhirnigen Meeresbewohnern und ihrem Wohnort. Blubb und Autsch! Das war damals so. Wichtige Zutat eines jedes Katastrophen-Films. Großes Genre zwischen 1970 und 1983 etwa. Ob nun mit Naturereignissen, die dem Menschen den Arsch versohlen oder durchgedrehten Expeditionen ins Tierreich. Wenn die Natur zurückschlägt, dann geht es finster aus. Für die Vergewaltigungs-Landgänge scharfer Unterwasser-Lumpen bedarf es allerdings eher eines Roger Corman als eines Stephen Spielberg. Als kein Weißer Hai hier. Manchmal, so beim fassungslosen Wegdriften in die Realität von DAS GRAUEN AUS DER TIEFE greift man verdattert zur Hülle und schaut lieber noch mal nach, ob der Film nicht doch aus Italien stammt. Vor der Kamera mit Doug McClure (der immerhin zu einer eigenen SIMPSONS-Figur mutieren durfte, mit dem Vornamen „Troy“) und dem nur wenige Jahre später am Set von einem Helikopter enthaupteten Vic Morrow Schlachtrösser des Trash- und Sudelfilms, zu denen man eigentlich Sir sagen müsste. Und hinter den Kulissen? Meine Herren, es pocht im Hause FischMac!
 
 
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Okay, selbst der einfallsloseste Drittgrad-Schreiblackel weiß es inzwischen und pupst es von den Dächern: Roger Corman war als Produzent sein Leben lang ein wahrer Mäzen, der jungen Regisseuren, Drehbuchautoren oder anderen Handwerkern des Filmbetriebs in seinen unterschiedlichen Kino-Firmen die Möglichkeit bot, unter realistischen und finanziell äußerst knappen Bedingungen ihr Metier zu erlernen. So etwa wie eine Hochdampf-Filmhochschule ohne Seil und doppelten Boden. Coppola, Bogdanovich, Demme, Nicholson – nur vier Namen von vielen, die beim Drive-In-Gott mit der sonoren Stimme durch die Lehre gegangen sind. Was nun noch kein Binsenweisheitszahn von Journalistico ausgeschlachtet hat: Sir Rogers Funktion als Pate quasi feministischen Filmemachens! Barbara Peeters, über längere Zeit als Regisseurin bei Cormans tätig, zählt zu den ersten Damen im geldscheffelnden Exploitation-Universum, die sich nicht á la Roberta Findlay oder Doris Wishman in die Niederungen der Pornographie begeben musste, um von ihrem obersten Studiochef ernstgenommen zu werden. Roger wusste, was er an der Frau hat. Zweiter Regisseur war der 2014 verstorbene Nippon-Amerikaner Jimmy T. Murakami, der bei Corman noch den irrwitzigen Ranz-Tanz SADOR – HERRSCHER IM WELTRAUM dirigieren durfte aber als Fachmann für Animation unter anderem am Kultfilm HEAVY METAL beteiligt war und Mitte der achtziger Jahre den todtraurigen Atomschlags-Trickfilm WENN DER WIND WEHT verantwortete. Sowas musste sich meine Generation von Sowjet-Fürchtern in der Schule ansehen. Anschließend tagelanges Verbarrikadieren untern Bett, meine Damen und Herren! In den Neunzigern gab es unglaublicherweise für DAS GRAUEN AUS DER TIEFE sogar ein wildes US-Fernsehremake mit ausrangierten Gesichtern aus Edel-TV wie DALLAS oder FALCON CREST. Hossa. Da rasselt´s beim alten Corman in der Kasse.
 
 
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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Gemächlich startender, dann aber in die Vollen bretternder Fischmann-Vergewaltiigungs-Trash mit gelegentlichen Ausflügen zum Splatter. Als wenn Roger Corman sich eine Story aus den Fifties geborgt und als Grindhouse-Schlammpackung zur Wiedergeburt gebracht hätte. Genossen, der kursierende Bootleg, jetzt auch schon mit zehn Jährchen auf dem illegalen Buckel, war ganz gut, landet jetzt aber bitte im Spendentopf fürs Weihnachtswichteln. Hier liegt jetzt eine offizielle Veröffentlichung von ordentlichem Karat vor!
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Zensur

 
 
 
DAS GRAUEN AUS DER TIEFE wurde im Jahr 1980 ungeschnitten und für Erwachsene ins Kino gebracht. Seither erschien der Film nie legal auf DVD, VHS oder Blu-ray. Filmfans mussten demzufolge immer mit miserablen Bootlegs oder den ungeschnittenen TV-Ausstrahlungen Vorlieb nehmen. Dank dem Label OFDb FILMWORKS ändert sich das jetzt. Der Rechteinhaber bringt das GRAUEN AUS DER TIEFE erstmals ungeschnitten und offiziell auf Blu-ray und DVD in die Wohnzimmer. Die Fassung ist ungeprüft, wäre aber ein definitiver FSK16-Kandidat, sollte der Streifen der FSK zur Prüfung vorgelegt werden.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB FILMWORKS – Digipack (auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Humanoids from the Deep; USA 1980

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack limitiert auf 3000 Exemplare

Extras: Audiokommentar mit Cutter Mark Goldblatt (englisch), Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), The Making of Humanoids from the Deep (22:42 Min.), The Deep End mit Creature Effects Artist Steve Johnson (21:46 Min.), The Corman Sounds mit Sound Designer David Lewis Yewdall (14:39 Min.), Deleted Scenes (07:11 Min.), Deutscher Trailer (02:00 Min.), Englischer Trailer (01:47 Min.), TV-Spot (00:32 Min), Radio-Spot (00:29 Min.), Fotogalerie, The Directors: Roger Corman – Dokumentation über den Produzenten (58:33 Min.), Leonard Maltin interviewt Roger Corman über die Entstehung des Films (03:26 Min.), 16seitiges Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch, Limitierungszertifikat mit kurzem Geleitwort zum Film, Deckblatt-Karte mit dem „gewissen Extra“

Release-Termin: 25. November 2016

 

Das Grauen aus der Tiefe [Collector’s Edition im Dipipack – BD & 2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Digipack

 
 
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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und Abbildungen liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Came from Beneath the Sea (1955)
 
Humanoids from the Deep (1996)
 
Octaman – Die Bestie aus der Tiefe (1971)
 

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Filmkritik: „Don’t be Afraid of the Dark“ (1973)

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DON’T BE AFRAID OF THE DARK

Story

 
 
 
Alex (John Hutton) und Sally (Kim Darby) sind glücklich verheiratet. Doch als sie in das große alte Haus ziehen, welches Sally von ihrer verstorbenen Großmutter geerbt hat, nimmt ihr einst recht friedlicher Alltag eine düstere Wendung. In dem Haus finden die beiden einen zugeschlossenen dunklen Raum in dem sich ein zugemauerter Kamin befindet. Als Sally den Kamin schließlich öffnet, setzt sie damit böse Mächte frei. Seltsame kleine Kreaturen wollen sich ihrer Seele bemächtigen …
 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Kritik

 
 
 
Es gibt einige alte Horrorfilme, an die sich heute kaum noch einer erinnert. Entweder, weil sie es veröffentlichungsmäßig nie über die Ära der VHS-Kassetten geschafft haben, oder, weil sie zwar gut sind, aber eben nicht sonderlich bedeutsam und über die Jahre hinweg sichtlich alterten. Der zu Beginn der 1970er entstandene Fernsehfilm DON’T BE AFRAID OF THE DARK (GATE OF DARKNESS, 1973) von Regisseur John Newland gehört zweifellos zu diesen Filmen. Newland, der zuvor schon für das Fernsehen arbeitete und den Thriller CRAWLSPACE (1972), sowie einige Folgen von ALFRED HITCHCOCK PRÄSENTIERT (1955-1962) inszenierte, drehte DON’T BE AFRAID OF THE DARK in Rekordzeit! Der komplette Film wurde aufgrund eines nahenden Autorenstreiks in nur zwei Wochen fertiggestellt. Damit zählt er zu einem der am schnellsten für das Fernsehen produzierten Filme aller Zeiten. Trotz des engen Zeitplans, ist aus DON’T BE AFRAID OF THE DARK ein ordentlicher Film geworden, der viel Wert darauf legt eine Gruselatmosphäre und Spannung aufzubauen. Bei heutigen Sehgewohnheiten mag einem der Streifen gerade deswegen vielleicht etwas altbacken vorkommen – bedenkt man, dass John Newlands Werk ein für kleines Geld inszenierter TV-Film aus den 70er-Jahren ist. Wer eine eher schnelle Erzählung mit vielen lauten Jump-Scares bevorzugt, sollte die Finger von DON’T BE AFRAID OF THE DARK lassen und eher zum von Guillermo del Toro produzierten Remake DON’T BE AFRAID OF THE DARK aus dem Jahre 2010 greifen, welches unter der Regie von Troy Nixey entstand und hierzulande leider direkt auf DVD und Blaustrahl-Scheibe veröffentlicht wurde. Del Toro selbst bezeichnete sich als großer Fan des Originals, seit er es damals zusammen mit seinem Bruder im Fernsehen gesehen hat. Schon seit vielen Jahren versuchte er eine Neuauflage auf die Beine zu stellen. 2010 war dann schließlich die Tat vollbracht. Doch leider vermisst man in der glattpolierten Neuverfilmung den ruhigen Spannungsaufbau und die Einfachheit des Originals. Letzteres konnte sich über die Jahre hinweg als kleiner Kultfilm unter Horrorfans etablieren. Weil die Veröffentlichung des Remakes zumindest im Entstehungsland sehr werbewirksam durchgeführt wurde, konnten so zumindest noch einige Zuschauer auf das Original aufmerksam gemacht werden.
 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
John Newlands Original DON’T BE AFRAID OF THE DARK, oder wie er hier in Deutschland heißt, GATE OF DARKNESS, ist ein kleiner aber feiner Gruselfilm mit einer nettes Atmosphäre, ruhiger Erzählweise und netten Creature-Effects. Fans dieser „alten Schinken“ dürften hier auf ihre Kosten kommen.
 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Zensur

 
 
 
Sowohl das alte VCL-Tape als auch die DVD von Maritim Pictures enthalten die ungekürzte Fassung des Films. Die Altersfreigabe ab 16 Jahren entspricht den alten “Standards“ der FSK. Bei einer Neuprüfung würde GATE OF DARKNESS mit Sicherheit eine 12er-Freigabe erhalten.
 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Don’t Be Afraid of the Dark; USA 1973

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 71 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit alternativem Wendecover der alten dt. Videokassette

Extras: Trailershow

Release-Termin: 27.06.2014

 
 
 
Maritim Pictures hat den Film hierzulande unter seinem Originaltitel am 27. Juni 2014 (endlich) auf DVD veröffentlicht. Zuvor war GATE OF DARKNESS nur auf VHS-Kassette von VCL in Deutschland erhältlich. Leider ist die Bildqualität der DVD nur mäßig. Eine Restaurierung dieses Klassikers wäre sehr wünschenswert. Einziges Extra ist das Wendecover ohne FSK-Logo, welches das Motiv der alten deutschen Videokassette zeigt.
 
 

Don’t Be Afraid of the Dark – Das Original auf DVD bei AMAZON ungeschnitten kaufen

Don’t be afraid of the Dark [Blu-ray] – Die Neuverfilmung auf AMAZON ungeschnitten kaufen

 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Trailer

 
 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Gate – Die Unterirdischen (1987)
 
Ghoulies (1984)
 
Don’t be Afraid of the Dark (2010)


Filmreview: „Animal“ (2014)

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ANIMAL

Story

 
 
 
Fünf Freunde geraten auf die Speisekarte einer gefräßigen Kreatur, die in den Wäldern am Holland Creek ihr Unwesen treibt …
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Kritik

 
 
 
Der amerikanische Horror-Sender CHILLER mausert sich mit seinen eigens produzierten Horrorfilmen so langsam zum Geheimtipp unter Liebhabern finsterer Videounterhaltung. In der sendereigenen Filmwerkstatt namens CHILLER FILMS werden nämlich seit einiger Zeit Horrorstreifen produziert, die kaum erahnen lassen, ob sie nun eigentlich für eine Fernseh- oder Kinoauswertung angedacht waren. Die Macher des Grusel-Studios scheinen bestrebt darin zu sein, den Anspruch ihrer Filmkreationen konsequent steigern zu wollen, hat doch das Schaffen der aktuellen CHILLER FILMS-Staffel mittlerweile Kino-Niveau erreicht. Dem Horrorfan kann das nur recht sein. Schließlich freut dieser sich, wenn er ordentlich gemachte Horror-Ware in den Player legen kann und sich bei Schockern wie CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR (dem übrigens demnächst eine Fortsetzung folgen soll) so richtig „chillig“ gruseln kann.
 
Nachdem der Seemonster-Trash BENEATH und der Mystery-Thriller DEAD SOULS aus der CHILLER FILMS-Staffel des Jahres 2013 gut angenommen wurden, schien die Konsequenz daraus nur logisch, dass CHILLER FILMS an der Umsetzung weiterer Horrorfilme tüfteln würde. Die sind nun fertig und warten darauf im TV gezeigt oder lukrativ an den Heimkinofreund verhökert zu werden. Für einen der ersten Beiträge der neuen Season konnte noch einmal BRETT SIMMONS (HUSK) gewonnen werden, der mit THE MONKEY’S PAW ein Jahr zuvor bereits schon einmal Horrorstoff für CHILLER FILMS ins Fernsehen brachte. Statt der Verfilmung einer Kurzgeschichte hat er sich diesmal für die Umsetzung eines soliden Drehbuchs entschieden, dem aber das gewisse Etwas fehlt, um wirklich überzeugen zu können. ANIMAL heißt der Monster-Heuler, der, wie bereits der Titel und das Filmplakat vermuten lassen, dem Genre des Tier-Horrorfilms zuzuordnen ist.
 
Fünf Mittzwanziger müssen den Kampf mit einer hungrigen Bestie aufnehmen, über die man jedoch nur wenig im Film erfährt. Diese lebt in den Wäldern von Holland Creek und wird von ständigen Heißhungerattacken gequält. Damit der immer leere Magen gefüllt werden kann, werden ahnungslose Spaziergänger gejagt, die dann horrorfilmtypisch durch Wald und Flur gehetzt und anschließend in Stücke zerrissen werden. Auch den fünf stereotypen Jungdeppen in ANIMAL steht gleiches Schicksal bevor. Hätten diese jedoch einige Horrorfilme der letzten Jahre gesehen, wäre ihnen aufgefallen, dass Orte mit „Creek“ im Namen meist nichts Gutes zu bedeuten haben. Bei einer Tageswanderung durch die Wälder am Holland Creek treffen sie ganz unvorbereitet auf das mutierte Mauskopf-Predator-Wolfsmensch-Ding, dem sogleich einer der Freunde zum Opfer fällt. Der Rest flüchtet zu einer nahestehenden Hütte, in dem bereits eine andere Gruppe älteren Semesters Schutz vor den Attacken des blutgierigen Wesens gefunden hat. Kaum Zuflucht gefunden werden wie in Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD Zugänge verbarrikadiert und Fenster vernagelt. Doch das Monster lässt keine Möglichkeit aus, um irgendwie ins Innere der schützenden Behausung zu gelangen.
 
DREW BARRYMORE hat „nach Hause telefoniert“. Diesmal jedoch nicht um mit E.T. neuste Schmink- und Modetipps auszutauschen, sondern um sich an der Produktion von ANIMAL zu beteiligen. Der smarte Engel für Charlie fungierte hier als Finanzspritze und hat den Streifen quasi mitproduziert. Leider scheint die Gute noch etwas unbewandert im Horror-Bereich zu sein, denn würde sie etwas Ahnung von Horrorfilmen haben, hätte sie vermutlich ihr Geld in die Herstellung anderer, weitaus besserer Gruselstreifen investiert. Auch wenn ANIMAL trotz Trash-Note wirklich bemerkenswert gut ausschaut und zwischen ASYLUM-Billig-Nonsens und Edel-Trash-Welt liegt, mangelt es diesem Film zu sehr an neuen und unverbrauchten Ideen. Die Geschichte von dummen Kids, die nacheinander von einem Mann im Monsterkostüm zerfetzt und gefressen werden strotzt nicht gerade vor Innovationen. Da Regisseur BRETT SIMMONS jedoch ziemlich oft Blutfontänen spritzen lässt, um die Mattscheibe rot färben zu können, dürften die teils hektisch geschnittenen Blutmomente zumindest den Freunden übertriebener Gore-Einlagen reichlich Spaß bereiten.
 
Apropos hektisch: Wenn einem Horrorfilm das Tempo fehlt, kann manch eifrig zusammengeflicktes Schnittmassaker selbst aus langweiligen Schlaftabletten unterhaltsame Filme machen. Macher BRETT SIMMONS nimmt sich dieser Methodik hier nur allzu gerne an, um die minimalistische Handlung des Streifens voranzutreiben. Auch einige Defizite im Design des von GARY J. TUNNICLIFFE entworfenen Monsters konnten mit dem Hektik-Gimmick geschickt verschleiert werden. Löblicherweise sieht man in ANIMAL zudem von günstigem Einsatz schlecht umgesetzter Computereffekte ab. Alle Gore- und Creature-Effekte sind handgemacht, was vor allem Retro-Fans zusagen dürfte, schließlich lässt ANIMAL ab und an Erinnerungen an charmante Tier- und Monsterheuler der 80er wach werden und schafft es mit lautem Grunzen und Quieken der Kreatur, den Besitzern von Surround-Anlagen die Nackenhaare aufzusträuben. Somit sind achtzig solide Unterhaltungsminuten garantiert, auch wenn ANIMAL mit Sicherheit kein nennenswertes Highlight im Genre der Tier- und Monsterstreifen darstellt.
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein charmanter Monster- und Tiergrusler, wie man sie in den 80ern häufiger im Video-Recorder hatte. Natürlich hat sich seit Filmen wie RAZORBACK, CUJO und DER WERWOLF VON TARKER MILLS so einiges verändert: Die Schnitte sind hektischer geworden, der Look ist tadellos auf Hochglanz poliert und die Protagonisten hören Musik mit der Mp3-Funktion ihrer Handys, anstelle ihres Walkmans. Handmade-Effekte an die Macht heißt die Devise in ANIMAL, denn trotz B-Movie-Charme hat man auf den Einsatz überflüssiger Computereffekte verzichtet, was man in Horrorfilmen neueren Datums immer seltener zu sehen bekommt. Denn seit Trash-Schmieden wie ASYLUM oder der TV-Sender SYFY miserablen Abfall am Band produzieren, ist der Einsatz von CGI im Horrorfilm zur Gewohnheit geworden. Im Gegensatz zu genannten Produktionshäusern schaut der für den Horrorsender CHILLER produzierte ANIMAL ganz passabel aus und erreicht optisch fast schon Kino-Niveau. Dennoch vermiesen die austauschbare Handlung und die für das Genre obligatorischen Klischees den positiven Gesamteindruck. Wie in Filmen dieser Art typisch sind die meist jugendlichen Stereotypen nicht gerade die hellsten Kerzen auf dem Kuchen. So finden eine farbigen Powerfrau (Hip-Hop-Sängerin KEKE PALMER), der muskelbepackte Beschützertyp, eine Sprüche klopfende Obertucke und der smarte Sunnyboy in ANIMAL wenig überraschend einen schnellen Tod. Ausgerechnet die unsympathische Filmzicke darf am Ende überleben. Dass sich das Finale die Option für eine Fortsetzung offen lässt, war auch schon in ähnlich gestrickten Schockern der 80er der Fall. Wer eine Leidenschaft für trashige Monster- und Tierheuler besitzt ist mit ANIMAL gut beraten. Denn auch wenn sich der Film ausschließlich auf das beliebte 10-kleine-Negerlein-Prinzip konzentriert, gefällt der Film durch sein nicht übel getrickstes Filmmonster und das strafe Filmtempo. Daher: Solider Horrorfilm, der vom FILMCHECKER-Team das Prädikat „Edel-Trash“ verliehen bekommt.
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Zensur

 
 
 
ANIMAL ist ein waschechter Vertreter des Tier-Horrorgenres. Bei solcher Art Filmen passiert es nicht selten, dass die FSK milder einstuft. Meist sind derart Streifen bereits für Jugendliche geeignet. ANIMAL macht da keine Ausnahme. Bis auf einige Blutfontänen gibt es nicht viel Gewalt zu sehen. In wenigen Szenen bekommt der Zuschauer zudem nur die Ergebnisse der Attacken der Kreatur zu sehen. Sonderlich hart ist ANIMAL demnach nicht anzuschauen und dürfte mit FSK16 in die Kaufhäuser kommen.
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Piranhaconda (2012)
 
Primal (2010)
 
The Cave (2005)
 
Mosquito Man (2004)
 
They Nest – Tödliche Brut (2000)
 


Filmreview: „Apollo 18“ (2011)

 

Im Auftrag des amerikanischen Verteidigungsministeriums und in Zeiten des kalten Krieges, schickt die NASA ein Team von Astronauten zum Mond, welches dazu beauftragt wurde, ein aufwendiges Frühwarnsystem zu installieren, dass die USA vor einer eventuellen russischen Bedrohung warnen soll. Kaum dort angekommen, entdeckt die Crew seltsame Fußspuren im Mondsand und eine verlassene russische Mondfähre, von deren Besatzung weit und breit keine Spur zu finden ist. Nach einigen seltsamen Vorkommnissen führt die Spur der verlassenen russischen Mondbasis zu einer übel zugerichteten Leiche, die die russische Besatzung in einem Krater zurückgelassen haben muss. Doch nachdem einer der amerikanischen Astronauten von irgendetwas mysteriösem attackiert wird, ist man sich leider Gottes sicher: der Mond ist nicht so unbewohnt, wie man zuvor gedacht hatte.

 

 

Mit Apollo18“ bekommen wir nun einen weiteren Vertreter präsentiert, der sich dem Genre, des „Found-Footage“ bedient. „Found-Footage“ Filme, sind derart Filme in denen man praktisch angeblich selbstgedrehtes Videomaterial von (meist vermissten) Personen zu Gesicht bekommt, welches pseudo-dokumentarisch für den Zuschauer aufgewertet wurde.

Bereits 1980 konnte der kontroverse Kannibalen-Schocker „Cannibal Holocaust“ mit derart reißerischer Film-Methode punkten, welche 1998 mit dem Indi-Filmhit „The Blair Witch Project“ wieder aus der Versenkung gezerrt und für die Kinoleinwand neuentdeckt wurde.

Zig weitere Filme dieser Art folgten und der ungekrönter Höhepunkt, der „Found-Footage“-Ära, dürfte derzeit mit dem populäre Kassenschlager „Paranormal Activity“ erreicht worden sein.

Und im gleich Fahrtwasser, wie zuletzt der Zombiethriller „[Rec], die Alien-Invasion „Cloverfield“ und der unheimliche „The Tunnel“ erscheint recht still und leise der „Found-Footage“-Schocker „Apollo 13“.

Still und leise trifft es bedauerlicherweise auf den Punkt, denn so wirklich wild, fesselnd und hektisch geht es in diesem Grusler leider nicht wirklich Zugange.

Nun gut, die trostlose und finstere Mond-Atmosphäre ist ganz ordentlich und unterstreicht den tristen und auswegslosen Grundton des Machwerkes. Die wenigen, aber umso intensiven (CGI)Effekte sind ganz annehmbar, aber und das ist das größte Manko von „Apollo 18“, die Spannung hält sich ersichtlich in Grenzen. Aufgrund des beschränkten Settings siehst man fast 90 Minuten nix anderes außer die kleine Weltraumkapsel, in der die Protagonisten miteinander auskommen müssen, sowie weit und breit nur Mondoase. Aufgrund der beschränkten örtlichen Gegebenheiten besitzen die Protagonisten demnach auch unzureichend Handlungsspielraum, um überhaupt die Szenerie mitreißender gestalten zu können.

Fast die Hälfte des Spiellaufzeit benötigt der Film um endlich überhaupt einmal zum Punkt zu kommen. Dabei, und das ist das was mich an dieser Art von Filmen am meisten stört, nervt das hektische Kameragewackel, wie so oft bei diesen Produktionen, gewaltig.

Immer dann, wenn man denkt etwas gesehen zu haben, bzw. es zumindest glaubt, kommt der hübsche Cam-Shake-Effekt zum Einsatz. Und ganz ehrlich, ich kann diesen Trick, den man scheinbar nutzt um die Spannung weiter hinaus zu zögern und um die Bedrohung zu verschleiern, nicht mehr ertragen. Gott sei Dank, ist „Apollo 18“ zumindest so fair, und zeigt gegen Ende, was die Astronauten heimsucht klar und deutlich. Obwohl die Erklärung etwas an den Haaren herbeigezerrt scheint, sind die Creature-Effekte trotzdem recht aussagekräftig und unheimlich ausgefallen.

Trotzdem, im Gegensatz zum aktuellen Vertreter „Paranormal Activity“, der flinke Filmfans zu Hobbygeisterjägern umfunktioniert, empfinde ich „Apollo 18“ weitaus sehenswerter und, trotz der Längen, kurzweiliger. Scheinbar liegt das auch an dem unverbrauchten Setting und an der klaustrophobischen Atmosphäre, die der Film dennoch glaubhaft zu vermitteln vermag.

Wirkt „Paranormal Activity“ subtiler, gibt es in „Apollo 18“ 1-2 Szenen mit dem Holzhammer, die aufgrund der dennoch authentischen Inszenierung, leicht besaitete Gemüter beunruhigen könnten.

 

 

Fazit 6,5/10 Punkte

 

Nettes, sowie unverbrauchtes Setting und gute Creature-Effekte machen noch lange keinen guten Film. Trotzdem, für alle „Paranormal Activity“-Fans wärmstens zu empfehlen.

Allen anderen wäre, aufgrund des konfusen Kameragewackel, die Einnahme von Kopfschmerzpillen empfohlen!

 

Hellraiser80