Die neusten Horrorfilme getestet: Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme. ☣☣☣ Wir stellen Euch die besten Horrorfilme vor ☠☠☠.

Beiträge mit Schlagwort “Dämonen-Horror 2017

Filmkritik: „Stephanie – Das Böse in ihr“ (2017)

stephanie-das-boese-in-ihr-poster
 
 
 

STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR

(STEPHANIE)

Story

 
 
 
Ein kleines Mädchen muss sich im eigenen Heim mit bösen Mächten auseinandersetzen.

 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Streifen aus der Hochglanz-Gruselschmiede von Produzent JASON BLUM. Der dürfte vermutlich nicht jedem Horrorfan ein Begriff sein. Weitaus bekannter sind aber die Filme, die in seiner Film- und Fernsehproduktionsfirma BLUMHOUSE PRODUCTIONS entstanden sind. Darunter viele namhafte Horror-Schocker, die vor allem an den Kinokassen satte Gewinne erzielen konnte. So bewies man bei der Filmauswahl schon in den Anfangsjahren ein goldenes Händchen und rief mit PARANORMAL ACTIVITY ein günstig produziertes Franchise ins Leben, das sich zu einem lukrativen Welterfolg mausern konnte. Was danach folgte, hat schon längst Genre-Geschichte geschrieben. BLUMHOUSE PRODUCTIONS lies Filme wie THE PURGE, GET OUT, INSIDIOUS oder SPLIT auf den Zuschauer los und verdiente sich mit konventionell gestrickter Hochglanzware ein goldenes Näschen. Ein Erfolgsmodell, das es ermöglicht auch ab und an Filme zu produzieren, die nicht unbedingt den Massengeschmack bedienen. Darunter fällt auch STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR, der sich dann doch etwas in der Machart von den üblichen Blumhouse-Filmen unterscheidet.
 
 
stephanie-das-boese-in-ihr-bild-2
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR rückt die kleine Stephanie in den Mittelpunkt, die eines Morgens aufwacht und allein durch das Zuhause schlendert. Mit dem Kuscheltier unter dem Arm bereitet sie sich Mahlzeiten zu, schaut Fernsehen oder flüchtet in ihre kindliche Traumwelt. Doch wo sind Mutter und Vater? Offenbar stimmt da etwas nicht, zumal im Fernsehprogramm regelmäßig von seltsame Wesen und schlimmen Katastrophen berichtet wird, was auf drohendes Unheil schließen lässt. Auf das hat sich Stephanie aber vorbereitet, denn immer öfter bekommt das Mädchen Besuch von bösen Monstern, die ihr nichts Gutes wollen. Doch das Kind weiß damit umzugehen. Es verkriecht sich ganz einfach in kleinen Verstecken und wartet, bis sich das Böse wieder verzogen hat. Ein cleveres Mädchen – oder etwa nicht?
 
 
stephanie-das-boese-in-ihr-bild-3
 
 
Stephanie allein zu Haus. Was sich hier liest, wie eine Horror-Version der Kultkomödie KEVIN ALLEIN ZU HAUS ist alles andere als das. Der Film schlägt ein weitaus ernsteres Kaliber an und verstrickt sich dabei tief im Horror-Genre. Hier ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint, denn Regisseur AKIVA GOLDSMAN weiß, wie man den Zuschauer heimtückisch an der Nase herumführt. So entpuppt sich STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR als taktisch gut durchdachtes Verwirrspiel, das erst in der Halbzeit seine wahren Intensionen lüftet. Während man dem Zuschauer zu Beginn noch ein dystopisches Endzeitszenario vorgaukelt, wendet sich ab Filmmitte das Blatt. Da tauchen plötzlich die Eltern der kleinen Filmheldin auf und meinen es alles andere als gut mit der eigenen Tochter. Warum das so ist, wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten, obwohl man hierbei auch einmal mit dem Rechteinhaber UNIVERSAL PICTURES kritisch ins Gericht gehen muss. Das Label versaubeutelt mit unnötigem Titel-Anhang den eigentlichen Überraschungseffekt dieses kleinen Gruselfilms. Spoiler-Gegner werden da berechtigterweise verärgert über das Vorgehen des Unternehmens sein, denn mit voreiligen Filmauflösungen macht man sich keine Freunde.
 
 
stephanie-das-boese-in-ihr-bild-1
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR ist ein kleiner Geheimtipp, welcher von JASON BLUM produziert wurde, der bekanntermaßen ein gutes Gespür für lukrative Horrorstoffe besitzt. Überraschenderweise geht der Film aber andere, unkonventionelle Wege wie die meisten Schocker aus der Produzenten-Mache genannten Geldgebers und verblüfft mit einem unerwarteten Twist, den man so vermutlich nicht kommen sehen wird. Offenbar einer der Gründe warum STEPHANIE (so der Originaltitel) hierzulande ohne Kino-Umwege direkt für den Heimkinomarkt veröffentlicht wurde. Die Handlung ist nämlich anfangs ziemlich verworren, um den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken. Ein geschickter Schachzug und die eigentliche Quintessenz dieses Gruselfilms, der übrigens von einer talentierten Jungdarstellerin getragen wird. Mit ihren gerade einmal 13 Jahren führt die 2005 geborene SHREE CROOKS den Zuschauer teils allein durch den gesamten Film. Das gelingt oft nicht einmal alteingesessenen Schauspielern. Das muss man an dieser Stelle lobend erwähnen.
 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Zensur

 
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN DIR ist nicht sehr brutal. Einige Protagonisten werden durch die Luft gewirbelt und deren Knochen durch geheimnisvolle Kräfte gebrochen. Weiterhin tritt die kleine Hauptdarstellerin in eine Glasscherbe und ein Rücken wird auf schmerzhafte Weise aufgeschnitten. Der Film hat hierzulande eine FSK16 erhalten. Diese Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
stephanie-das-boese-in-ihr-bluray

(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stephanie; USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 23.02.2018

 

Stephanie – Das Böse in ihr [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

STEPHANIE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Touch (2013)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Some Kind of Hate (2015)
 

Advertisements

Filmkritik: „Cabin of the Damned“ (2017)

canin-of-the-damned-2017-poster
 
 
 

CABIN OF THE DAMNED – DIE DÄMONEN SIND LOS

(TARNATION)

Story

 
 
 

Vier junge Leute fahren zu einer abgelegenen Waldhütte. Dort ist bald im wahrsten Sinne die Hölle los.

 
 
 


 
 
 

CABIN OF THE DAMNED – Kritik

 
 
 
Wenn junge Leute in ein klappriges Haus fahren, das irgendwo tief versteckt in den Wäldern steht, wissen die meisten Zuschauer wie der Hase laufen wird. Vor knapp 40 Jahren hat SAM RAIMI klargestellt, dass sich Dämonenwesen bevorzugt dort aufhalten, wo es andere hinzieht, um nach Ruhe zu suchen. Der damals noch unbekannte Regisseur drehte mit überschaubaren Mitteln einen wegweisenden Dämonentanz, der selbst Jahrzehnte nach Entstehung Filmschaffende beeinflusst. Mittlerweile gehört EVIL DEAD zu einem Meilenstein modernen Horrorkinos, der von vielen Filmemachern zitiert und kopiert wird. Auch dem Australier DANIEL ROBERT ARMSTRONG dürfte genannter Kult-Horrors schlaflose Nächte bereitet haben. Der war zur Veröffentlichung des Splatterklassikers gerade einmal elf Jahre alt und hat sich wahrscheinlich nach Sichtung nicht unbegründet in die Hosen gemacht. Offenbar ein Grund, warum wir nun CABIN OF THE DAMNED besprechen. Bei genauerer Betrachtung ist der Horror-Trash eine etwas trashige Reminiszenz an genannten Horrorklassiker. Der wird im Entstehungsland als TARNATION vertrieben, erhielt aber der besseren Vermarktung wegen hierzulande einen weitaus reißerischen Titel. Da stellt sich die Frage, ob die verheißungsvolle Umbenennung auch halten kann, was sie verspricht. Fans der Indie-Schmiede TROMA zumindest werden zufriedengestellt.
 
 
cabin-of-the-damned-bild-1
 
 
Alles etwas „gaga“ und abgefahren trashig. In der Horror-Komödie CABIN OF THE DAMNED hat Rockerin Oscar (DAISY MASTERMAN) nicht sonderlich viel Glück im Leben. Die wird gleich mal aus der eigenen Band gekickt und ist dazu auch noch unfreiwillig Single, weil der Liebste unerwartet die Reißleine gezogen hat. Da kommen ihr die Freunde gerade recht, die die Verlassene zu einem Trip in die Wälder überreden wollen, damit das Mädel auf andere Gedanken kommt. Weil auch noch ein attraktiver Schönling an Bord ist, gibt sich die deprimierte Oscar einen Ruck und düst mit den Kumpels zu einer Hütte in die Wälder. Dort ist es eigentlich ganz schön. Doch die entspannte Stimmung schlägt schnell in Chaos um, weil ein Einhornkopf-Dämon hier sein Unwesen treibt. Der funktioniert die Freunde in aggressive Bestien um, die sich gegenseitig abschlachten. Ob sich die taffe Oscar aus dieser verzwickten Situation befreien kann? Ernst nehmen kann man CABIN OF THE DAMNED bei Gott nicht.
 
 
cabin-of-the-damned-bild-2
 
 
Von Einhorn-Latexmasken und laufenden Mensch-Hühner-Köpfen. Man muss schon ein Faible für trashige Horror-Unterhaltung besitzen, um mit CABIN OF THE DAMNED etwas anfangen zu können. Der Streifen nimmt sich, seine Figuren und sogar den Zuschauer zu keiner Minute ernst. Zu sehen gibt es viel Blödelei, reichlich Overacting und jede Menge Slapstick. Die Handlung selbst tritt dabei schnell in den Hintergrund, um dem Rausch der Dummheiten vollen Raum geben zu können. So macht der quirlige Cocktail an Albernheiten nur selten Sinn, was vermutlich nicht sonderlich schlimm wäre, würde der Streifen so etwas wie einen roten Faden besitzen. Leider war man aber eher darum bestrebt absurde Szenen mit platten Humor aneinanderzureihen und hat auf einen Erzählfluss verzichtet. Der fühlt sich teils sehr zäh an. So hat man sich schnell am Mix der Absurditäten sattgesehen und quält sich bis zur Zielgraden durch eine groteske Geschichte, die keinerlei Spannung aber dafür genug Leerlauf und Durchhänger besitzt. CABIN OF THE DAMNED ist kein Film für Jedermann. An diesem semiprofessionellen Quatsch werden sich wohl nur hartgesottene Trash-Liebhaber erfreuen können. Dennoch hat man selbst hier schon besseres aufgetischt bekommen.
 
 
cabin-of-the-damned-bild-3
 
 


 
 
 

CABIN OF THE DAMNED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Dieser quirlige Cocktail an Albernheiten lässt sich nur mit genug Alkohol ertragen. CABIN OF THE DAMNED ist zweifelsohne eine Hommage an den Kultfilm EVIL DEAD. Übertrieben viel Blut fließt hier freilich und auch die diversen Spezialeffekte machen es in ihrer Semiprofessionalität genanntem Splatter-Klassiker gleich. Trotz Gemeinsamkeiten sind beide Film aber dann so ziemlich unterschiedlich. Während EVIL DEAD noch eine gewisse Ernsthaftigkeit an den Tag legt und mit Atmosphäre und Schockmomente Gruselfeeling heraufbeschwört, fehlt das alles in CABIN OF THE DAMNED gänzlich. Die Handlung ist rudimentär und besteht eigentlich nur aus einer Aneinanderreihung von skurrilen Szenen mit teils peinlichem Humor. Wer schon einmal einen Film aus den legendären TROMA-Studios gesehen hat, dürfte sich in etwa vorstellen können, was ihn in CABIN OF THE DAMNED erwartet. Der Film macht nämlich von gleicher Erfolgsformel Gebrauch, mit der sich genannte Trash-Bude vor allem in den 1980ern einen international bekannten Namen machen konnte. Das bedeutet unterm Strich: Humor weit unter der Gürtellinie, der vor allem durch seine platten Albernheiten und ausufernden Blödeleien in Erinnerung bleibt. CABIN OF THE DAMNED ist nur etwas für Fans schlechten Geschmacks. Im nüchternen Zustand zündet der zelebrierte Humor leider keineswegs.
 
 
 


 
 
 

CABIN OF THE DAMNED – Zensur

 
 
 
CABIN OF THE DAMNED (OT: TARNATION) ist eine Komödie, die Splattermomente sehr übertrieben und bewusst trashig inszeniert. Hart schaut die Gewalt demnach keineswegs aus. Ein Grund warum der Film hierzulande eine FSK16 erhalten hat.
 
 
 


 
 
 

CABIN OF THE DAMNED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
cabin-of-the-damned-bluray

(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tarnation; Australien 2017

Genre: Horror, Trash, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Making Of Featurette, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 29.06.2017

 

Cabin of the Damned – Die Dämonen sind los [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

CABIN OF THE DAMNED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Donau Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bloody Knuckles (2014)
 
Hell Baby (2013)
 
Atomic Hero (1984)
 
Class of Nuke ‚Em High (1986)
 
Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt (1987)
 


Filmkritik: „The Hollow Child“ (2017)

the-hollow-child-poster
 
 
 

THE HOLLOW CHILD

Story

 
 
 

Eine boshafte Kreatur schlüpft in den Körper eines kleinen Mädchens und stiftet so Unruhe.

 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Kritik

 
 
 
Dämonen sind schon heimtückische Kreaturen. Die lassen nichts unversucht, um der Menschheit das Leben schwer zu machen. So schlüpfen sie nicht selten in die Körper ahnungsloser Opfer, um so unbemerkt Schrecken und Leid zu verursachen. Dabei ganz besonders beliebt als Versteck: unschuldig dreinschauende Kinder, denen man nichts Böses möchte. Die werden im Genrekino gern mal als willenlose Marionetten umfunktioniert, weil niemand vermuten würde, dass in ihnen der Teufel hausen könnte. Eine heimtückische Gruselrezeptur, die auch im Horrorfilm THE HOLLOW CHILD angewandt wird. Ähnlich wie im Okkult-Klassiker DAS OMEN verbirgt sich hier ebenso das Böse hinter vermeintlich unschuldigen Kinderaugen mit dem Ziel, möglichst viel Chaos entstehen zu lassen. Überraschenderweise ist dieser Versuch geglückt. Trotz Erstlingswerk hat der noch unbekannte Nachwuchsregisseur JEREMY LUTTER einen durchweg gelungenen Film hervorgebracht, der vor allem von seiner sympathischen Hauptdarstellerin getragen wird. Letztere wird von JESSICA MCLEOD verkörpert, welche sich mit einer Außenseiterrolle vom üblichen Helden-Klischee abhebt. Gute Voraussetzungen also um Mitfiebern zu können.
 
 
The-Hollow-Child-2017-bild-4
 
 
Olivia (HANNAH CHERAMY) und Samantha (JESSICA MCLEOD) sind zwei Waisenkinder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Beiden werden von einem gutbürgerlichen Pärchen aufgenommen und erhalten so die Möglichkeit ein ganz normales Leben zu beginnen. Während die jüngere Olivia schnell einen Draht zu den neuen Eltern findet, fällt es der rebellischen Teenagerin Samantha schwerer sich in die neue Familie zu integrieren. Doch das Schicksal meint es mit beiden Mädchen nicht sonderlich gut. Die jüngere Olivia verschwindet plötzlich im Wald, weil ihre Adoptivschwester nicht auf sie aufgepasst hat. Trotz Suche bleibt das neue Familienmitglied verschwunden. Das lenkt die Enttäuschung der verzweifelten Eltern auf sich, die sich plötzlich gar nicht mehr so sicher sind, ob es eine gute Idee gewesen ist, eine pubertierende Teenagerin zu adoptieren. Nach drei Tagen voller Kummer taucht das verschollene Mädchen plötzlich wieder auf. Zwar scheint dem Kind nichts passiert zu sein, trotzdem ist Olivia nicht mehr dieselbe. Die reißt ihren Stofftieren die Augen aus und hat offenbar ihre guten Manieren verloren. Ist das Mädchen etwa vom Teufel besessen? Genau jenen Verdacht hegt Adoptivschwester Samantha, die mit Recherchen beginnt, weil ihr niemand Glauben schenken möchte.
 
 
The-Hollow-Child-2017-bild-2
 
 
Vom Bösen besessene Kinder. Das ist ein Thema, dass gern im Horrorkino Verwendung findet. So denke man an den ganz großen Film dieser Gattung: DER EXORZIST. Der verstörte in den 1970ern gerade deswegen, weil sich das Böse in einem Kind formierte, dem man kein Leid zufügen wollte, um den Teufel wieder vertreiben zu können. Was aber vor über 40 Jahren im Kino zu Tode ängstigte, ist natürlich mittlerweile Horror-Alltag geworden und schockiert kaum noch jemanden, der regelmäßig Horrorfilme sieht. Die Zeiten sind vorbei, in denen sich Tricktechniker makabere Spezialeffekte einfallen lassen und so alteingesessene Horrorfilmkenner in Entzückung versetzen. Der Videomarkt ist groß und demzufolge auch die Anzahl sich ständig wiederholender Geschichten und totgefilmter Klischees, die dem Horrorgenre allmählich die Puste rauben, weil mehr auf Quantität Wert gelegt wird, statt Qualität walten zu lassen. Da verblüfft es dennoch, dass ein Film wie THE HOLLOW CHILD eines Besseren belehren kann. Der Streifen ist mutiges Indie-Kino und kommt auch ohne Ekel-Metamorphosen oder schnellem CGI-Overkill aus. Stattdessen beruft sich Filmemacher JEREMY LUTTER auf die klassische Kunst des Erzählens und vermeidet hektische Schnitte oder übertriebene Blut-Sauereien. Das stellt sich glatt die Frage, ob altes Gruselhandwerk in einer Zeit überhaupt noch funktioniert, in welcher Streaming-Portale wie NETFLIX & Konsorten immer trivialeren Fast-Food-Horror auf den zahlungswilligen Zuschauer loslassen. Wir meinen ja. THE HOLLOW CHILD nimmt sich nämlich noch Zeit für seine Protagonisten und hakt deren Charakterisierung nicht im Eiltempo ab. So kann sich der Zuschauer auf die Figuren einlassen und leidet mit ihnen mit.
 
 
The-Hollow-Child-2017-bild-1
 
 
Mehr Drama statt Horror lautet im Falle von THE HOLLOW CHILD die Devise. Der Film besitzt natürlich Horror-Elemente und webt ein Mysterium um Filmfigur Olivia. Die Antworten auf plötzlich seltsames Verhalten des kleinen Mädchens besitzen aber wenig Gewichtung. Stattdessen fokussiert sich der Film weitestgehend auf seine rebellische Hauptdarstellerin, die in THE HOLLOW CHILD eine regelrechte Verwandlung durchlebt. Während die sonst so brave Olivia zum garstigen Teufel mutiert, wird deren Adoptivschwester und Teenagerin Samantha plötzlich vom pubertierenden Problemfall zur einsichtigen Mutter Theresa. Auf ihrem Weg der Erleuchtung muss sie erkennen, was wahre Freundschaft bedeutet und dass Familie etwas ist, was auch in schlechten Zeiten stützt. Somit ist THE HOLLOW CHILD trotz Gruselelementen mehr Drama über Selbstfindung und Erwachsenwerden, das letztendlich hätte auch ganz auf den Horror-Part verzichten können. Der mutet mancherorts störend an, musste aber wohl sein, um das Interesse von Horrorfans gewinnen zu können. Manchmal sind die subtileren Wege die besseren.
 
 
The-Hollow-Child-2017-bild-3
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mix aus Coming-of-Age-Drama und Dämonen-Horror, der vor allem wegen seiner sympathischen Filmheldin in Erinnerung bleibt. Wer hier den ultimativen Okkult-Schocker mit Infarktrisiko erwartet, wird schnell enttäuscht werden. In THE HOLLOW CHILD regieren die leisen Töne und ja, es wird ziemlich viel geredet. Das dürfte schnell jene abschrecken, die sonst eher schnell abgedrehten Hochglanz-Horror aus dem Hause BLUMHOUSE bevorzugen. THE HOLLOW CHILD ist – trotz Dämonenthematik – eher ein Gruseldrama über einen Teenager, der nach Zugehörigkeit sucht und diese natürlich auch findet. Dass das alles unter dem Deckmantel eines Horrorfilms passieren muss, ist etwas unglücklich entschieden, aber dennoch ganz passabel. Wer demzufolge gern Horrorfilme schaut, in denen die Figuren der Star sind und nicht die Spezialeffekte, dürfte durchaus positiv überrascht sein – auch wenn im Finale etwas zu sehr in der angestaubten Horror-Mottenkisten nach Dämonen-Klischees gekramt wird.
 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Zensur

 
 
 
Sonderlich brutal ist THE HOLLOW CHILD nicht. Erst gegen Ende gibt es einige Gewaltmomente zu sehen. Die werden aber eher zurückhaltend eingesetzt, weshalb der Streifen hierzulande problemlos eine FSK16 erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Broken Mirror Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Omen (1976)
 
Orphan – Das Waisenkind (2009)
 
Mickey (1992)
 


Filmkritik: „Truth or Dare“ (2017)

truth-or-dare-2017-poster
 
 
 

TRUTH OR DARE

Story

 
 
 

Acht Studenten spielen in einem Spukhaus „Wahrheit oder Pflicht“. Dass das nicht gut ausgehen kann, dürfte auf der Hand liegen.

 
 
 


 
 
 

TRUTH OR DARE – Kritik

 
 
 
Wenn ein Produktionsstudio einen Film in Auftrag gibt, das sich vor allem durch Rachefilme einen Namen machen konnte, dürfte jeder Fan härterer Filmgangart hellhörig werden. CINETEL FILMS heißt der Laden, der für das Remake zu I SPIT ON YOUR GRAVE verantwortlich zeichnet und zwei Fortsetzungen folgen lies, weil die Neuverfilmung so gut ankam. Nun hat das Studio mal wieder einen Horrorfilm gedreht und versucht abermals mit der Angstsucht des Publikums Geld zu verdienen. Diesmal lässt man aber keine rächenden Kampfamazonen auf den Zuschauer los. In TRUTH OR DARE wird ein bekanntes Partyspiel zweckentfremdet, um nicht minder deftigen Gewaltquatsch auf die Mattscheibe zu bringen. Für den konnte man sogar eine Ikone des modernen Horrorfilms gewinnen. HEATHER LANGENKAMP wurde in den 1980ern durch NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME bekannt. Darin verkörperte sie einen furchtlosen Teenager, der es mit dem Filmmonster FREDDY KRUEGER aufnahm. Die großen Horrorzeiten sind aber längst vorbei. Mittlerweile verdient sich die Schauspielerin mit kleinen Rollen in Serien und B-Movies den Lebensunterhalt. Zu letzteren gehört auch der hier vorgestellte Film. Der wurde offenbar von jemandem inszeniert, der sich mit dem Drehen von Horrorfilmen auskennt. In der Tat gehen schon einige Genrestreifen auf das Konto von Regisseur NICK SIMON – darunter ein Slasher mit dem Titel THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS, welcher vom verstorbenen Kultregisseur WES CRAVEN im Jahr 2015 mitproduziert wurde. Von dem scheint Simon ein großer Verfechter zu sein, wie der Gastauftritt von HEATHER LANGENKAMP im Film TRUTH OR DARE vermuten lässt. Deren Karriere brachte nämlich Altmeister WES CRAVEN mit A NIGHTMARE ON ELM STREET ins Rollen. Das kann kein Zufall sein.
 
 
truth-or-dare-2017-bild-3
 
 
Dummheit muss bestraft werden. Für acht College-Studenten wird grenzenloser Leichtsinn eine Lehre. Die mieten ein Haus an, wo sich in den 1980ern tragisches ereignet hat. Dort sind mehrere junge Leute unter schrecklichen Umständen ums Leben gekommen. Genau jene Bude hat man sich für eine Sause an Halloween ausgesucht. Doch zum Feiern kommt man gar nicht erst, denn hier lebt offenbar das Böse. So entpuppt sich die ausgesuchte Bretterbude als Spukhaus, wo plötzlich mysteriöse Dinge passieren. Alles beginnt nach einer Runde „Wahrheit oder Pflicht“. Da mischt sich plötzlich ein unsichtbarer Mitspieler unter die Anwesenden. Der treibt böse Späße und fordert von den Studenten unfassbare Taten. Kommt man den Aufgaben nicht nach oder hält man sich nicht an die Spielregeln, muss man einen grausamen Tod sterben. Da ist die Stimmung plötzlich im Keller – vor allem auch deshalb, weil kein Entkommen möglich ist. Die Türen und Fenster sind verriegelt, Handys funktionieren (mal wieder) nicht. Somit muss man sich den Aufgaben des unheimlichen Moderators stellen. Der will, dass man Stromkabel berührt, Knie zertrümmert oder verbranntes Fleisch eines der übrigen Mitspieler verspeist. Eine Runde Monopoly wäre wohl die bessere Alternative gewesen.
 
 
truth-or-dare-2017-bild-2
 
 
Böse Mächte spielen niemals fair. Das zeigt einmal mehr TRUTH OR DARE. Hier scheint eine boshafte Macht offenbar zu viel Langeweile zu haben und quält ahnungslose Studenten bis in den Tod. Sonderlich einfallsreich ist der Film leider nicht. Das ist auch kein Wunder, denn TRUTH OR DARE wurde fürs amerikanische Fernsehen produziert und richtet sich daher mit seichter Gruselei ans Massenpublikum. Konventioneller Ablauf ist daher die Folge. Die Figuren müssen nach Wegen suchen, wie der Spuk unbeschadet überstanden werden kann. Dabei entpuppt sich die Antwort als relativ plausibel. So müssen die drei Runden des Spiels innerhalb von 48 stunden beendet werden. Weil TRUTH OR DARE neue Wege scheut, ist der Ausgang vorhersehbar. Die Helden sterben nacheinander – abwechslungsreich und blutig. Parallelen zur FINAL DESTINATION-Reihe sind unverkennbar. Auch dort kam der Tod auf leisen Sohlen und sorgte mit unterschiedlichen Todesarten für Unterhaltung. Erfinderisch Sterben kann eben über ein dünnes Drehbuchtief hinweghelfen. Apropos Abwechslung: Auch wenn TRUTH OR DARE für seine rudimentäre Handlung wohl kaum einen Originalitätspreis gewinnen dürfte, zieht der Streifen einen Großteil seiner Spannung aus den verschiedenen Aufgabenstellungen. Die entscheiden über Leben und Tod und werden immer makabrer je näher sich der Streifen seiner Zielgeraden nähert. Da müssen Zähne gezogen oder Gift getrunken werden. Aber auch ein Runde russisches Roulette sorgt für kurzen Nervenkitzel. Handwerklich kann man nicht meckern. Von üblichem Low-Budget-Futter fürs Fernsehen ist TRUTH OR DARE weit entfernt. Die Effekte sind gut getrickst und auch die Darsteller können was. Von denen wird aber nicht viel abverlangt. Deren Rollen bleiben blass, weil sie nur als Kanonenfutter herhalten müssen. Dennoch ist TRUTH OR DARE nicht schlecht. Der Streifen ist kurzweilig und eignet sich demzufolge ideal für einen winterlichen Horrorfilmabend vorm Kamin.
 
 
truth-or-dare-2017-bild-1
 
 


 
 
 

TRUTH OR DARE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
SAW meets FINAL DESTINATION. TRUTH OR DARE ist ein makabrer Horrorstreifen, der seinen Reiz aus zynischen Aufgabenstellungen zieht, die ahnungslose Protagonisten während eines Spiels lösen müssen. Wer keine Lust auf Spiele spielen hat, muss sterben – grausam und blutig. TRUTH OR DARE ist nichts Großes. Dafür sorgt der Streifen aber für Kurzweil und wurde zügig inszeniert, so dass der Zuschauer erst gar keine Zeit hat, sich über Sinn und Unsinn Gedanken zu machen. Schön, dass Horrorikone HEATHER LANGENKAMP mal wieder vorbeischaut. Die hat zwar nur eine kurze Rolle erhalten, dürfte aber alteingesessene Horrorfilmkenner in Verzückung setzen. Da werden Erinnerungen an die 1980er wach, wo man in Horrorfilmen gern mal mit Spezialeffekten experimentiert hat. Die sind auch in TRUTH OR DARE abwechslungsreich, wobei der Streifen vor allem gegen Ende ausgesprochen blutig daherkommt. Lobenswerterweise ist alles handgemacht. Etwas, das vor allem Puristen freuen dürfte. Werden doch mittlerweile gern mal (schlecht getrickste) Effekte aus dem Computer gezaubert. TRUTH OR DARE ist blutig, makaber und kurzweilig – was will das Horrorfanherz mehr?
 
 
 


 
 
 

TRUTH OR DARE – Zensur

 
 
 
Eigentlich wäre TRUTH OR DARE ein typischer FSK16-Kandidat. Doch das Finale hat es in sich. Da müssen sich Protagonisten Körperteile abschneiden, was dann doch sehr explizit zelebriert wird. Demzufolge dürfte der Streifen erst für ein erwachsenen Publikum geeignet sein.

 
 
 


 
 
 

TRUTH OR DARE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Cinetel Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Destination (2000)
 
Final Destination 2 (2003)
 
Final Destination 3 (2006)
 
13 Sins (2014)
 
Saw (2004)
 
The Midnight Game (2013)
 
Needle – Deinem Schicksal entkommst Du nicht (2010)