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Beiträge mit Schlagwort “Dämonen-Horrorfilme 2017

Filmkritik: „Stephanie – Das Böse in ihr“ (2017)

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STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR

(STEPHANIE)

Story

 
 
 
Ein kleines Mädchen muss sich im eigenen Heim mit bösen Mächten auseinandersetzen.

 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Streifen aus der Hochglanz-Gruselschmiede von Produzent JASON BLUM. Der dürfte vermutlich nicht jedem Horrorfan ein Begriff sein. Weitaus bekannter sind aber die Filme, die in seiner Film- und Fernsehproduktionsfirma BLUMHOUSE PRODUCTIONS entstanden sind. Darunter viele namhafte Horror-Schocker, die vor allem an den Kinokassen satte Gewinne erzielen konnte. So bewies man bei der Filmauswahl schon in den Anfangsjahren ein goldenes Händchen und rief mit PARANORMAL ACTIVITY ein günstig produziertes Franchise ins Leben, das sich zu einem lukrativen Welterfolg mausern konnte. Was danach folgte, hat schon längst Genre-Geschichte geschrieben. BLUMHOUSE PRODUCTIONS lies Filme wie THE PURGE, GET OUT, INSIDIOUS oder SPLIT auf den Zuschauer los und verdiente sich mit konventionell gestrickter Hochglanzware ein goldenes Näschen. Ein Erfolgsmodell, das es ermöglicht auch ab und an Filme zu produzieren, die nicht unbedingt den Massengeschmack bedienen. Darunter fällt auch STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR, der sich dann doch etwas in der Machart von den üblichen Blumhouse-Filmen unterscheidet.
 
 
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STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR rückt das kleine Adoptivkind Stephanie in den Mittelpunkt, das eines Morgens aufwacht und allein durch das Zuhause schlendert. Mit dem Kuscheltier unter dem Arm bereitet sich Stephanie Mahlzeiten zu, schaut Fernsehen oder flüchtet in ihre kindliche Traumwelt. Doch wo sind Mutter und Vater? Offenbar stimmt da etwas nicht, zumal im Fernsehprogramm regelmäßig von seltsame Wesen und schlimmen Katastrophen berichtet wird, was auf drohendes Unheil schließen lässt. Auf das hat sich Stephanie aber vorbereitet, denn immer öfter bekommt das Mädchen Besuch von bösen Monstern, die ihr nichts Gutes wollen. Doch das Kind weiß damit umzugehen. Es verkriecht sich ganz einfach in kleinen Verstecken und wartet, bis sich das Böse wieder verzogen hat. Ein cleveres Mädchen – oder etwa nicht?
 
 
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Stephanie allein zu Haus. Was sich hier liest, wie eine Horror-Version der Kultkomödie KEVIN ALLEIN ZU HAUS ist alles andere als das. Der Film schlägt ein weitaus ernsteres Kaliber an und verstrickt sich dabei tief im Horror-Genre. Hier ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint, denn Regisseur AKIVA GOLDSMAN weiß, wie man den Zuschauer heimtückisch an der Nase herumführt. So entpuppt sich STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR als taktisch gut durchdachtes Verwirrspiel, das erst in der Halbzeit seine wahren Intensionen lüftet. Während man dem Zuschauer zu Beginn noch ein dystopisches Endzeitszenario vorgaukelt, wendet sich ab Filmmitte das Blatt. Da tauchen plötzlich die Eltern der kleinen Filmheldin auf und meinen es alles andere als gut mit der eigenen Tochter. Warum das so ist, wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten, obwohl man hierbei auch einmal mit dem Rechteinhaber UNIVERSAL PICTURES kritisch ins Gericht gehen muss. Das Label versaubeutelt mit unnötigem Titel-Anhang den eigentlichen Überraschungseffekt dieses kleinen Gruselfilms. Spoiler-Gegner werden da berechtigterweise verärgert über das Vorgehen des Unternehmens sein, denn mit voreiligen Filmauflösungen macht man sich keine Freunde.
 
 
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STEPHANIE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN IHR ist ein kleiner Geheimtipp, welcher von JASON BLUM produziert wurde, der bekanntermaßen ein gutes Gespür für lukrative Horrorstoffe besitzt. Überraschenderweise geht der Film aber andere, unkonventionelle Wege wie die meisten Schocker aus der Produzenten-Mache genannten Geldgebers und verblüfft mit einem unerwarteten Twist, den man so vermutlich nicht kommen sehen wird. Offenbar einer der Gründe warum STEPHANIE (so der Originaltitel) hierzulande ohne Kino-Umwege direkt für den Heimkinomarkt veröffentlicht wurde. Die Handlung ist nämlich anfangs ziemlich verworren, um den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken. Ein geschickter Schachzug und die eigentliche Quintessenz dieses Gruselfilms, der übrigens von einer talentierten Jungdarstellerin getragen wird. Mit ihren gerade einmal 13 Jahren führt die 2005 geborene SHREE CROOKS den Zuschauer teils allein durch den gesamten Film. Das gelingt oft nicht einmal alteingesessenen Schauspielern. Das muss man an dieser Stelle lobend erwähnen.
 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Zensur

 
 
 
STEPHANIE – DAS BÖSE IN DIR ist nicht sehr brutal. Einige Protagonisten werden durch die Luft gewirbelt und deren Knochen durch geheimnisvolle Kräfte gebrochen. Weiterhin tritt die kleine Hauptdarstellerin in eine Glasscherbe und ein Rücken wird auf schmerzhafte Weise aufgeschnitten. Der Film hat hierzulande eine FSK16 erhalten. Diese Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

STEPHANIE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stephanie; USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 23.08.2018

 

Stephanie – Das Böse in ihr [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

STEPHANIE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Touch (2013)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Some Kind of Hate (2015)
 

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Filmkritik: „Out of the Shadows“ (2017)

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OUT OF THE SHADOWS

Story

 
 
 

Sowas hatten wir definitiv noch nie vor der Linse: Ein Paar bezieht ein neues Haus und wird darin vom Bösen heimgesucht.

 
 
 


 
 
 

OUT OF THE SHADOWS – Kritik

 
 
 
Eigentlich hat sich Australiens Genre-Schmiede in den letzten Jahren nur von der besten Seite gezeigt. So wurden dort Filme wie THE BABADOOK, WOLF CREEK oder BETTER WATCH OUT gedreht, die von Kritikern und Presse viel Lob erhalten haben. Leider entstehen im Land der Kängurus aber auch jene Filme, die man nicht einmal mit der Kneifzange anfassen möchte. Zu einem derer gehört OUT OF THE SHADOWS. Hierbei handelt es sich um 08/15-Gruselware, die nicht grundlos auf den Wühltischen bekannter Elektronikfachmärkte ihr jämmerliches Dasein fristen wird. Regisseur DEE MCLACHLAN hat mit seinem Okkult-Blödsinn eine belanglose Gruselschlaftablette inszeniert, die wegen fehlender Ideen Müdigkeit verursacht. Der Filmemacher hat für seinen Film die wohl schlechtesten Low-Budget-Gurken der letzten Jahre abgegrast und deren gestohlene Ideen noch einmal für seinen OUT OF THE SHADOWS verwendet. Entstanden ist eine Kopie von der Kopie. Was für ein fades Gruselerlebnis.
 
 
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Elternglück mit Hindernissen. Eric (BLAKE NORTHFIELD) und Katrina (KENDAL RAE) erwarten Nachwuchs. Grund genug ein neues Heim zu beziehen und es sich darin gemütlich zu machen. Leider geht es dort bald drunter und drüber. Die Schwangere beginnt nämlich seltsame Stimmen zu hören, die das Ungeborene fordern. Das ängstigt die werdende Mutter zu Tode, zumal eine tote Krankenschwester durch die Wohnung wandelt, mit der offenbar nicht gut Kirschen essen ist. Was soll das alles? Genau jene Frage stellt sich bald auch die verzweifelten Katrina, die mit eigenen Forschungen beginnt, weil ihr niemand Glauben schenken will. Währenddessen untersucht Gatte und Gesetzeshüter Eric seltsame Mordfälle. Darin verwickelt: schwangere Frauen. Ob es hier Parallelen zum Privatleben des Detectives gibt? Man muss OUT OF THE SHADOWS nicht gesehen haben, um eins und eins zusammenzählen zu können.
 
 
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Von Dämonen, Geistern und schwangeren Frauen. OUT OF THE SHADOWS ist kein guter Gruselstreifen, weil er einfach unoriginell das abspult, was zuvor schon so viele Filme thematisiert haben. Ein Dämon will Unheil stiften und muss deshalb in seine Schranken gewiesen werden. Ein paar paranormale Ereignisse hier, ein paar falsche Fährten da und am Ende muss mit kirchlichem Beistand das Böse vernichtet werden. Ja, das klingt nach Stoff, den man so noch nie zu sehen bekommen hat. OUT OF THE SHADOWS bekleckert sich beim Erzählen nicht unbedingt mit Einfallsreichtum, sondern macht von der faden Zutatenliste für Geister- und Dämonen-Horror Gebrauch, mit der sich die Mehrheit der Filme über Wasser hält, die in diesen Subgenres beheimatet sind. Demzufolge sind Verläufe vorhersehbar und Schockmomente verfehlen ihre Wirkung. Ob das Regisseur DEE MCLACHLAN so bewusst gewesen ist? Der hat hier einen simplen, vorhersehbaren und vor allem langweiligen Dämonenschnarcher auf Zelluloid gebannt, dem es nicht einmal gelingt gruselig zu sein. Das sind keine guten Voraussetzungen für einen Streifen, der eigentlich darum bestrebt sein sollte dem Zuschauer Gänsehaut zu bereiten. Daher legen wir jedem ans Herz, diesen cineastischen Schnellschuss besser zu meiden. Die kostbare Lebenszeit kann man auch in bessere Filme investieren. Eine Folge GUTE ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN ist spannender und weitaus gruseliger.
 
 
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OUT OF THE SHADOWS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Austauschbarer Gruselfilm auf NETFLIX-Niveau! Eine schwangere Frau, die durch unheimliche Geschehnisse den Verstand verliert. Erfahrene Filmkenner haben da gleich so Filme wie ROSEMARIES BABY, DELIVERY oder DARK CIRCLES vor Augen, in denen die Schwangerschaft zum Horror gemacht wird. Leider ist der hier vorgestellte OUT OF THE SHADOWS kein Psychothriller über eine überforderte Schwangere, die Angst davor hat Mutter zu werden. Vielmehr entpuppt sich dieser australische Gruselstreifen als langweiliger Okkult-Schnarcher, der nach Schema F gezimmert wurde und kaum eigene Ideen besitzt. Geister spuken umher und wollen Botschaften vermitteln. Dämonen hingegen treiben ihr Unwesen und sorgen für Chaos. Ein Priester will dem Treiben ein Ende setzen und lockt das Böse aus der Reserve. Alteingesessene Genre-Anhänger rollen da zu Recht mit den Augen. OUT OF THE SHADOWS ist ein typischer Vertreter der Gattung: „Günstig gedreht und schnell abkassiert“. Neuerungen sucht man vergebens und Spannung ebenfalls. Immerhin macht der Streifen technisch einiges her. Der Film schaut gut aus und auch die Schauspieler können was. Doch was nützt die schöne Hülle, wenn das Fundament wackelig ist. In diesem Falle hätte man sich fürs Schreiben des Drehbuchs ein paar Tage mehr Zeit lassen sollen.
 
 
 


 
 
 

OUT OF THE SHADOWS – Zensur

 
 
 
In OUT OF THE SHADOWS liegt eher das Gruseln im Mittelpunkt. Viel Blut oder Gewalt gibt es demnach nicht zu sehen. Sollte der Streifen in Deutschland ausgewertet werden, dürfte eine FSK16 denkbar sein.
 
 
 


 
 
 

OUT OF THE SHADOWS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Bronte Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Still/Born (2017)
 
The House on Pine Street (2015)
 


Filmkritik: „The Hollow Child“ (2017)

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THE HOLLOW CHILD

Story

 
 
 

Eine boshafte Kreatur schlüpft in den Körper eines kleinen Mädchens und stiftet so Unruhe.

 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Kritik

 
 
 
Dämonen sind schon heimtückische Kreaturen. Die lassen nichts unversucht, um der Menschheit das Leben schwer zu machen. So schlüpfen sie nicht selten in die Körper ahnungsloser Opfer, um so unbemerkt Schrecken und Leid zu verursachen. Dabei ganz besonders beliebt als Versteck: unschuldig dreinschauende Kinder, denen man nichts Böses möchte. Die werden im Genrekino gern mal als willenlose Marionetten umfunktioniert, weil niemand vermuten würde, dass in ihnen der Teufel hausen könnte. Eine heimtückische Gruselrezeptur, die auch im Horrorfilm THE HOLLOW CHILD angewandt wird. Ähnlich wie im Okkult-Klassiker DAS OMEN verbirgt sich hier ebenso das Böse hinter vermeintlich unschuldigen Kinderaugen mit dem Ziel, möglichst viel Chaos entstehen zu lassen. Überraschenderweise ist dieser Versuch geglückt. Trotz Erstlingswerk hat der noch unbekannte Nachwuchsregisseur JEREMY LUTTER einen durchweg gelungenen Film hervorgebracht, der vor allem von seiner sympathischen Hauptdarstellerin getragen wird. Letztere wird von JESSICA MCLEOD verkörpert, welche sich mit einer Außenseiterrolle vom üblichen Helden-Klischee abhebt. Gute Voraussetzungen also um Mitfiebern zu können.
 
 
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Olivia (HANNAH CHERAMY) und Samantha (JESSICA MCLEOD) sind zwei Waisenkinder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Beiden werden von einem gutbürgerlichen Pärchen aufgenommen und erhalten so die Möglichkeit ein ganz normales Leben zu beginnen. Während die jüngere Olivia schnell einen Draht zu den neuen Eltern findet, fällt es der rebellischen Teenagerin Samantha schwerer sich in die neue Familie zu integrieren. Doch das Schicksal meint es mit beiden Mädchen nicht sonderlich gut. Die jüngere Olivia verschwindet plötzlich im Wald, weil ihre Adoptivschwester nicht auf sie aufgepasst hat. Trotz Suche bleibt das neue Familienmitglied verschwunden. Das lenkt die Enttäuschung der verzweifelten Eltern auf sich, die sich plötzlich gar nicht mehr so sicher sind, ob es eine gute Idee gewesen ist, eine pubertierende Teenagerin zu adoptieren. Nach drei Tagen voller Kummer taucht das verschollene Mädchen plötzlich wieder auf. Zwar scheint dem Kind nichts passiert zu sein, trotzdem ist Olivia nicht mehr dieselbe. Die reißt ihren Stofftieren die Augen aus und hat offenbar ihre guten Manieren verloren. Ist das Mädchen etwa vom Teufel besessen? Genau jenen Verdacht hegt Adoptivschwester Samantha, die mit Recherchen beginnt, weil ihr niemand Glauben schenken möchte.
 
 
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Vom Bösen besessene Kinder. Das ist ein Thema, dass gern im Horrorkino Verwendung findet. So denke man an den ganz großen Film dieser Gattung: DER EXORZIST. Der verstörte in den 1970ern gerade deswegen, weil sich das Böse in einem Kind formierte, dem man kein Leid zufügen wollte, um den Teufel wieder vertreiben zu können. Was aber vor über 40 Jahren im Kino zu Tode ängstigte, ist natürlich mittlerweile Horror-Alltag geworden und schockiert kaum noch jemanden, der regelmäßig Horrorfilme sieht. Die Zeiten sind vorbei, in denen sich Tricktechniker makabere Spezialeffekte einfallen lassen und so alteingesessene Horrorfilmkenner in Entzückung versetzen. Der Videomarkt ist groß und demzufolge auch die Anzahl sich ständig wiederholender Geschichten und totgefilmter Klischees, die dem Horrorgenre allmählich die Puste rauben, weil mehr auf Quantität Wert gelegt wird, statt Qualität walten zu lassen. Da verblüfft es dennoch, dass ein Film wie THE HOLLOW CHILD eines Besseren belehren kann. Der Streifen ist mutiges Indie-Kino und kommt auch ohne Ekel-Metamorphosen oder schnellem CGI-Overkill aus. Stattdessen beruft sich Filmemacher JEREMY LUTTER auf die klassische Kunst des Erzählens und vermeidet hektische Schnitte oder übertriebene Blut-Sauereien. Das stellt sich glatt die Frage, ob altes Gruselhandwerk in einer Zeit überhaupt noch funktioniert, in welcher Streaming-Portale wie NETFLIX & Konsorten immer trivialeren Fast-Food-Horror auf den zahlungswilligen Zuschauer loslassen. Wir meinen ja. THE HOLLOW CHILD nimmt sich nämlich noch Zeit für seine Protagonisten und hakt deren Charakterisierung nicht im Eiltempo ab. So kann sich der Zuschauer auf die Figuren einlassen und leidet mit ihnen mit.
 
 
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Mehr Drama statt Horror lautet im Falle von THE HOLLOW CHILD die Devise. Der Film besitzt natürlich Horror-Elemente und webt ein Mysterium um Filmfigur Olivia. Die Antworten auf plötzlich seltsames Verhalten des kleinen Mädchens besitzen aber wenig Gewichtung. Stattdessen fokussiert sich der Film weitestgehend auf seine rebellische Hauptdarstellerin, die in THE HOLLOW CHILD eine regelrechte Verwandlung durchlebt. Während die sonst so brave Olivia zum garstigen Teufel mutiert, wird deren Adoptivschwester und Teenagerin Samantha plötzlich vom pubertierenden Problemfall zur einsichtigen Mutter Theresa. Auf ihrem Weg der Erleuchtung muss sie erkennen, was wahre Freundschaft bedeutet und dass Familie etwas ist, was auch in schlechten Zeiten stützt. Somit ist THE HOLLOW CHILD trotz Gruselelementen mehr Drama über Selbstfindung und Erwachsenwerden, das letztendlich hätte auch ganz auf den Horror-Part verzichten können. Der mutet mancherorts störend an, musste aber wohl sein, um das Interesse von Horrorfans gewinnen zu können. Manchmal sind die subtileren Wege die besseren.
 
 
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THE HOLLOW CHILD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mix aus Coming-of-Age-Drama und Dämonen-Horror, der vor allem wegen seiner sympathischen Filmheldin in Erinnerung bleibt. Wer hier den ultimativen Okkult-Schocker mit Infarktrisiko erwartet, wird schnell enttäuscht werden. In THE HOLLOW CHILD regieren die leisen Töne und ja, es wird ziemlich viel geredet. Das dürfte schnell jene abschrecken, die sonst eher schnell abgedrehten Hochglanz-Horror aus dem Hause BLUMHOUSE bevorzugen. THE HOLLOW CHILD ist – trotz Dämonenthematik – eher ein Gruseldrama über einen Teenager, der nach Zugehörigkeit sucht und diese natürlich auch findet. Dass das alles unter dem Deckmantel eines Horrorfilms passieren muss, ist etwas unglücklich entschieden, aber dennoch ganz passabel. Wer demzufolge gern Horrorfilme schaut, in denen die Figuren der Star sind und nicht die Spezialeffekte, dürfte durchaus positiv überrascht sein – auch wenn im Finale etwas zu sehr in der angestaubten Horror-Mottenkisten nach Dämonen-Klischees gekramt wird.
 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Zensur

 
 
 
Sonderlich brutal ist THE HOLLOW CHILD nicht. Erst gegen Ende gibt es einige Gewaltmomente zu sehen. Die werden aber eher zurückhaltend eingesetzt, weshalb der Streifen hierzulande problemlos eine FSK16 erhalten hat.
 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Hollow Child; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 28.09.2018

 

The Hollow Child [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE HOLLOW CHILD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment | Broken Mirror Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Omen (1976)
 
Orphan – Das Waisenkind (2009)
 
Mickey (1992)
 


Filmkritik: „Annabelle 2“ (2017)

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ANNABELLE 2

(ANNABELLE: CREATION)

Story

 
 
 

Die unheimliche Puppe mit den langen Zöpfen ist wieder da. Diesmal versucht sie Waisenkindern in einem abgelegenen Farmhaus das Fürchten zu lehren.

 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Kritik

 
 
 
Mittlerweile blickt keiner mehr durch. Seit Jahren sind in Hollywood nicht mehr nur Fortsetzungen erfolgreicher Horrorfilme Mode. Die Traumfabrik hat neue Wege gefunden, um den spendablen Kinogängern noch mehr Geld aus den Taschen ziehen zu können. Einer derer nennt sich Spin-Off und hat sich zu einem lukrativen Geschäft entwickelt mit dem sich gut Zaster verdienen lässt. Dabei handelt es sich um Ableger bekannter Filme aus denen ein Nebenstrang oder eine Figur entnommen wurde, um daraus einen eigenen Film zu machen. So geschehen mit ANNABELLE – einem Horrorfilm von 2014 in dem eine gruselige Puppe ihr Unwesen trieb, die zuvor in einem anderen Horrorfilm mit dem Titel THE CONJURING Erwähnung fand. Die war dort nur wenige Minuten zu sehen, ließ aber tausende Kinofans erschaudern, weshalb sich das Produktionsstudio dazu entschloss dem unheimlichen Spielzeug einen eigenen Film zu spendieren. Der wurde produziert, kam aber nicht sonderlich gut an. Dennoch spielte ANNABELLE genug an den Kinokassen ein und musste fortgesetzt werden. Hollywood ist manchmal so durchschaubar.
 
 
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Die Fortsetzung zu ANNABELLE erzählt – wie’s aktuell im Horrorbereich Trend ist – die Vorgeschichte zum Originalfilm. Dabei werden die Ursprünge der schaurigen Puppe beleuchtet, die von einem bösen Dämon besessen ist, der nur Unruhe stiften will. Alles beginnt im Jahr 1943, wo es das Schicksal mit Puppenmacher Samuel Mullins und dessen Frau Esther nicht sonderlich gut meint. Die geliebte Tochter Annabelle wird von einem Auto überfahren und stirbt am Unfallort. Weil die Trauer über den Verlust unerträglich ist, beschließt das Paar einer geheimnisvollen Präsenz die Erlaubnis zu erteilen, in einen Puppenkörper schlüpfen zu dürfen, die seit dem Tod der kleinen Tochter durchs Haus geistert. Leider wird den Eheleuten bald klar, dass jener Geist nicht die kleine Annabelle ist von der sie gehofft hatten, dass sie zurückgekehrt ist. Ein boshafter Dämon nutzt die Gunst der Stunde, um einen Weg in die Welt der Lebenden zu finden. Gott sei Dank kann das Vorhaben gestoppt werden. Die Puppe wird in einen geheimen Raum gesperrt von wo aus das Böse kein Unheil mehr anrichten kann. Zwölf Jahre später geht der Spuk in die nächste Runde. Einige Waisenkinder machen es sich im Haus erwähnter Farmleute gemütlich und bringen wieder Leben in die Hütte. Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei. Eines der Kinder stößt bei Entdeckungsreisen durch das Anwesen auf das Versteck der Puppe und weckt so den Dämon aus seinem Schönheitsschlaf. Der hat jetzt keine Lust mehr nur im Puppenkörper zu hausen und versucht sich dem Körper der ahnungslosen Janice zu bemächtigen. Zusammengefasst: Nichts Neues von der Geisterfront.
 
 
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Und täglich grüßt das Murmeltier. ANNABELLE 2 macht visuell eine beachtliche Figur, erfindet das Gruselrad aber nicht neu. Der Film spult im Grunde genommen gleiches Schema ab, das bereits im Puppen-Vorgänger und den von JAMES WAN inszenierten CONJURING-Streifen Verwendung fand. So sorgen dämonische Kräfte für lauten Radau, kennen aber offenbar keine Abwechslung. Das dürfte erfahrene Zuschauer schnell unterfordern, denn die werden hier von einem Schockmoment zum nächsten getrieben und folgen dabei immer gleichen Szenenabläufen in denen Protagonisten von bösen Kräften überrascht werden und es anschließend mit der Angst zu tun bekommen. Große Gruselkunst sieht anders aus, zumal der Streifen erst spät einen Weg aus der monotonen Dauerschleife findet und endlich beginnt seine Geschichte zu erzählen. Die passt auf einen Bierdeckel und reduziert sich auf Rückblenden in denen erläutert wird, wie es dazu kam, dass böse Mächte in die Puppe geschlüpft sind. Immerhin wird Spuk aus der Gruselhochglanzbroschüre geboten – was anderes hätte man von einem Film auch nicht erwartet, der von einem namhaften Studio wie NEW LINE CINEMA produziert wurde. Regisseur DAVID F. SANDBERG beweist nach LIGHTS OUT erneut Talent für schaurige Atmosphäre und hat ein Händchen für altmodischen Grusel. Letzterer erinnert gern mal an Old-School-Horror der 1970er, wo es Okkult, Spuk- und Geisterfilme ziemlich oft auf die große Leinwand geschafft haben.
 
 
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ANNABELLE 2 – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Schöne Verpackung, enttäuschender Inhalt. ANNABELLE 2 sieht Bombe aus und hat fiese Schockmomente zu bieten, die zweifelsohne im Sessel zusammenzucken lassen. Damit macht der Gruseltrip das wieder gut, was Zuschauer am Vorgängerfilm bemängelt haben. Dennoch mangelt es auch dem Prequel an Originalität oder Neuerungen, denn sonderlich viel Neues passiert in den knapp 100 Minuten Spielzeit leider nicht. Die Handlung wird mit immer gleichen Szenenabläufen gefüllt, die einzig darauf aus sind mit hinterlistigen Jump Scares zu erschrecken. Hin und wieder gelingt dem Streifen das auch ganz ordentlich, obwohl Gezeigtes nicht mehr viel mit den angeblich wahren Ereignissen am Hut hat, die um die Puppe ranken. ANNABELLE 2 zeigt nichts, was man nicht auch schon im Vorgänger zu sehen bekommen hat und besitzt zudem auch offensichtliche Logikschwächen und Ungereimtheiten. Das mag für alte Horrorkenner schnell zum Geduldsspiel werden, weil sich ANNABELLE auch noch ziemlich gemächlich bis zum Finale schleppt und lange benötigt, bis er überhaupt an Fahrt gewinnt. Schön ist dennoch, dass man einen Bogen zum ersten Teil zieht. Das Ende von ANNABELLE 2 knüpft nämlich genau dort an, wo der Vorgänger vor einigen Jahren begonnen wurde. Trotzdem sind wir der Meinung, dass man es bei zwei Filmen belassen und die ANNABELLE-Gruselakten schließen sollte. Jede weitere Fortsetzung wäre überflüssig. Vermutlich wird das aber die Traumfabrik nicht davon abhalten, die Kuh weiter zu melken – und sei’s nur für den Videomarkt. Aufgrund der enormen Beliebtheit des CONJURING-Universums dürfte ein dritter Teil nicht lange auf sich warten lassen. Der dürfte sich perfekt in jene Liste von Ablegern einreihen, die Hollywood noch auf der Umsetzungsliste stehen hat. Schenkt man nämlich Informationen im Internet Glauben, sollen weitere Kreaturen aus dem CONJURING-Streifen in eigenen Filmen auftauchen. Ob die Erschaffung eigener Filmuniversen ein neuer Trend im Kino ist? Man darf davon ausgehen. Der Studio-Gigant UNIVERSAL PICTURES hat nämlich Ähnliches vor. Mit dem DARK UNIVERSE will das Filmstudio Urgesteine des Horrorfilms in einem Universum vereinen. Demzufolge wird es in naher Zukunft ein Aufeinandertreffen zwischen der Mumie, Frankenstein oder dem Wolfsmenschen geben. Sachen gibt’s, die braucht kein Mensch.
 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Zensur

 
 
 
ANNABELLE 2 hält sich mit Schauwerten bedeckt. Ein Kind wird im Off überfahren und ein Auge wird im Off ausgekratzt. Zudem wird einem der Protagonisten sprichwörtlich die Lebensenergie ausgesaugt. Der einzige Gewalteffekt begrenzt sich auf eine Filmfigur, die an eine Wand genagelt wird und der der Unterleib abgetrennt wurde. Ansonsten wird sich in erster Linie auf Schreckmomente konzentriert. Im Kino lief ANNABELLE 2 frei ab 16 Jahren. Gleiche Freigabe hat auch die Heimkinoauswertung erhalten.
 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Annabelle 2 Bluray

(c) Warner Home Video (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Annabelle: Creation; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch Dolby Atmos 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Kommentar des Regisseurs, Directing Annabelle, The Horror Continues, Horror Shorts: Attic Panic and Coffer, Deleted Scenes

Release-Termin: 18.01.2018

 

Annabelle 2 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Warner Bros. Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dolly Dearest (1991)
 
Annabelle (2014)
 
Ouija – Ursprung des Bösen (2016)
 
Robert the Doll (2015)