Filmreview: „After Effect“ (2013)

After-Effect 2013
 
 
 

AFTER EFFECT

Story

 
 
 
Ein geheimes Biowaffen-Experiment des Militärs verwandelt eine Gruppe freiwilliger Probanten in höchst aggressive und sich gegenseitige zerfleischende Bestien …
 
 
 


 
 
 

AFTER EFFECT – Kritik

 
 
 
Wenn man sich so das Filmplakat zu AFTER EFFECT anschaut, könnte man meinen, dass einem mit diesem Horrorstreifen das Remake des bereits 1987 erschienenen Trash-Murks PLUTONIUM BABY vorgesetzt wird, auf dessen schmuddelig entworfenem VHS-Cover dem Käufer eine ebenso unschön deformierte Hand zuwinkte. Filmschmiede TROMA hat diesen Billig-Schund in den 80ern aufgekauft und an den Horrorfan gebracht, schließlich handelte PLUTONIUM BABY von nuklearen Experimenten und einem atomaren Monster – mit das Lieblingsthema des amerikanischen Studios. Mit der unwichtigen Schlafpille, mit der übrigens keiner der Filmemacher heute mehr etwas zu tun haben möchte, hat der aktuelle Mutanten-Thriller AFTER EFFECT natürlich nichts zu tun. Dennoch bilden auch hier einige mysteriöse Experimente den Grundplot. Der britische Zombie-Schocker 28 DAYS LATER dürfte für Regie-Debütant DAVID MCELROY als Inspiration gedient haben, denn schaut man genauer hin, erinnert sein Erstwerk schon erheblich an den von DANNY BOYLE inszenierten Endzeit-Thriller, der 2002 zum Überraschungshit avancierte. Natürlich standen MCELROY im Vergleich zur schweißtreibenden Untotenhatz aus England weniger finanzielle Mittel zur Verfügung, so dass mit gerade einmal einer Million Dollar Startkapital gewirtschaftet werden musste. Schlecht wurden das nicht angelegt, denn AFTER EFFECT entpuppt sich als gar nicht mal so unspannendes Mutantenkino, dass mit Kunstblut erstaunlich großzügig haushält.
 
Wie eh und je hat das Militär Schuld, wenn in Horrorfilmen geheime Experimente aus dem Ruder laufen. In AFTER EFFECT (der anfänglich eigentlich THE REMOVED heißen sollte) ist das natürlich genauso. Hier werden mal wieder einige unwissende Probanten mit dem Versprechen des großen Geldes in Versuchskammern gelockt. Da jeder von ihnen seine finanziellen Problemchen besitzt, sind die 1000 Dollar natürlich ganz willkommen. Auch Lacie Donovan (TUCKIE WHITE) schlägt sich mehr schlecht als recht durch das teure Unileben und muss sich ständig Gedanken darüber machen, wie sie das hohe Schulgeld zusammenbekommt. Die Anzeige am Schwarzen Brett der Uni kommt ihr da gerade gelegen, würde ihr die versprochene Summe doch die Geldsorgen nehmen. Der Eignungstest fällt für die nichtsahnende Teilnehmerin positiv aus und eh sie sich versieht, befindet sie sich auch schon mit sieben anderen Versuchskaninchen auf der Forschungsstation eines Krankenhauses. Doch ganz so einfach wie anfänglich gedacht scheint der Gehaltsscheck doch nicht verdient zu sein. Denn nachdem jeder der Probanten in einem separaten Raum geführt und darin mit Biogas vergiftet wurde, verwandeln sich die Anwesenden nacheinander in höchst aggressive Zeitgenossen und trachten den Übrigen nach dem Leben.
 
Das Zombie-Thema ist, wie seine Kreaturen, einfach nicht totzukriegen. Überlebende, die vor Menschfleisch gierenden Untoten flüchten müssen, haben es mit THE WALKING DEAD sogar ins Free-TV geschafft und müssen seither nicht mehr nur ihr Dasein in den abgeschottenen 18er-Bereichen der Videotheken und Filmbörsen fristen. Der Zombie-Filmmarkt ist produktiver denn je und bringt in Regelmäßigkeit die verschiedensten Arten an Zombies hervor, wobei nicht alle von ihnen nur am Fleisch ihrer Opfer interessiert sind. Dem mutiertem Versuchsmaterial in AFTER EFFECT sind die Innereien ihrer Widersacher vollkommen Schnuppe. Die möchten einfach nur töten und das möglichst schnell und blutig. Während sich die Teilnehmer in der ersten Hälfte mit einer oberflächlichen Charakterisierung zufrieden geben müssen, bekommen sie es in der zweiten schnell mit der Angst zu tun. Als nach dem Ausflug in die Gaskammer einer der Probanten Blut zu spucken beginnt und sich in eine unkontrollierbare Furie verwandelt, bricht bei den anderen Panik aus. Der Weg in die Freiheit ist verriegelt und Hilfe lässt vergebens auf sich warten. Unblutig geht es in AFTER EFFECT nicht vonstatten. Der kostbare Lebenssaft ziert reichlich die hochsterilen Fußböden der Klinikflure und die Protagonisten scheuen nicht davor, sich in den riesigen Blutlachen zu winden. Ganz von Ungefähr kommt die zeigefreudige Sauerei natürlich nicht. Regisseur, Co-Produzent und Autor DAVID MCELROY hat nämlich vor seinem Regiedebüt einiges an Effektzeugs gemacht. So unterstütze er die Spezialeffekte-Crew in bekannten Filmen wie HELLBOY (2004), THE PUNISHER (2004) und RESIDENT EVIL: APOKALYPSE (2004) und taucht das Geschehen seines ersten Langfilms ganz selbstsicher in die tiefrote Lebensessenz. Allzu viele Innovationen sollte man von AFTER EFFECT jedoch nicht erwarten. Die Zombie-Thematik beschäftigt sich auch in diesem Horrorthriller mit dem schnellen und effekthascherischen Um-die-Ecke-bringen seiner Charaktere. Bei denen bricht nacheinander der Aggressionsvirus aus und die Noch-Nichtinfizierten müssen um ihr Überleben bangen. Ein etwas sehr dicker DANIEL BALDWIN schaut dem austauschbaren Treiben per Überwachungskamera zu und scheint daran Gefallen gefunden zu haben, ab und an mal in B-Movies und TV-Filmen Gastrollen zu übernehmen. Eine gute Gelegenheit, mit nur wenig Aufwand, den Lebensstandard zu sichern. Dem Hüftgolde nach zu urteilen, scheint es BALDWIN damit auch gut zu gehen.
 
AFTER EFFECT ist Horror mit Ecken und Kanten. Die Geschichte vom Experiment, das seine Teilnehmer in zombieähnliche Killer verwandelt, kennt man zu genüge. Der Film bleibt anfänglich spannend und die Geschehnisse werden gekonnt verschleiert. Beginnt das Biogas dann zu wirken, bedient sich AFTER EFFECT an typischen Horrorklischees. Die Protagonisten flüchten von einem Raum zum nächsten, verbarrikadieren ihn und werden dann trotzdem nach bekanntem Du-bist-der-Nächste-Schema vor der Kamera in Stücke gerissen. Immerhin agieren die durchweg unbekannten Schauspieler gut, so dass AFTER EFFECT niemals billig oder unprofessionell wirkt. Ein kleiner Filmfehler blieb Regisseur DAVID MCELROY dann doch unbemerkt. Filmheldin Lacie Donovan (TUCKIE WHITE) bittet im Aufenthaltsraum um eine Decke. Diese legt sie auf ihr Knie. In der nächsten Aufnahme wandert sie über die Schultern, um dann in der darauf folgenden Einstellung wieder auf den Knien zu liegen. Das witzige Goof-Spielchen durchläuft mehrere Aufnahmen, lässt den beliebigen, aber dennoch unterhaltsamen AFTER EFFECT irgendwie sympathisch erscheinen.
 
 
 


 
 
 

AFTER EFFECT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der kleine Bruder von THE WALKING DEAD. Überraschend blutiger Zombie-Heuler, der bis zum Ende solide und kurzweilig unterhält. Aufgrund der Masse derartiger Low-Budget-Werke ist der schnörkellos inszenierte AFTER EFFECT eine gute Leistung von Effektexperte und Nachwuchs-Regisseur DAVID MCELROY, denn wirklich professionell gemachte und unterhaltsame Zombiefilme sucht man auf dem überschwemmten Videomarkt von Heute nämlich vergebens.
 
 
 


 
 
 

AFTER EFFECT – Zensur

 
 
 
Der Lebenssaft fließt gegen Ende reichlich, wobei schaufreudige Gewaltakte eher im Off zelebriert werden. Oft sieht man nur die Ergebnisse der Kills oder das Blut der Probanten, das sich mehr als reichlich auf den Böden der Flure verteilt. Ansonsten geht es nach dem typischen Zombiethema zugange. Die aus Zombiefilmen typischen Fressszenen gibt es hier jedoch nicht zu sehen. Daher wird AFTER EFFECT ungeschnitten mit KJ-Freigabe in den deutschen Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

AFTER EFFECT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

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World War Z (2013)

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28 Days Later (2002)

28 Weeks Later (2007)

Crazies (1973)

The Crazies (2010)

Filmreview: „The Unbroken“ (2012)

the_unbroken_2012
 
 
 

THE UNBROKEN

Story

 
 
 
Sarah Campbell (Aurelia Riley) will ein neues Leben beginnen. Nach der Trennung von Ihrem Ex bezieht sie ein kleines, schickes Apartment und erhält reichlich Unterstützung von Tommy (Patrick Flanagan), dem Neffen des Hauseigentümers, der die junge Frau beim Umzug unterstützt. Doch so wirklich wohl fühlt sich Sarah in ihrer Bleibe nicht, irgendwas scheint mit der neuen Wohnung nicht zu stimmen. Als sie immer wieder die Begegnung eines unheimlichen Geisterjungen macht, beschließt sie der Ursache auf den Grund zu gehen. Mit Tommy an ihrer Seite beginnt eine Geisterjagd, die schrecklich endet … …
 
 
 


 
 
 

THE UNBROKEN – Kritik

 
 
 
Bereits mehr als zehn Jahre ist es nun her, als ein kleines Mädchen im Remake zum japanischen Geisterhorror RING aus dem Fernseher krabbelte und zartbesaiteten Gemütern in den Lichtspielhäusern weltweit das Fürchten lehrte. Flink wurde das Gruseln aus Fernost zum Mainstream und erfreute sich in mal mehr, mal weniger gelungenen Neuauflagen kultiger Asia-Gespensterfilme großer Beliebtheit. Während Folter und Qual in letzter Zeit den subtileren Grusel weitestgehend von der Kinoleinwand verbannt haben, erblicken im Heimkinobereich immer mehr dieser inzwischen fast vergessenen Geisterkinder das Licht des Zelluloids – oftmals mit bescheidenen Erfolg. Die Ära der aus Waschmaschinen, Spiegeln und TV-Apparaten kriechenden Gören scheint lange vorbei, wären da nicht Filme wie THE UNBROKEN, die vehement versuchen aus jenem angestaubten Gruselkonzept noch wirtschaftlichen Erfolg zu schlagen.
 
THE UNBROKEN erzählt die alte Geschichte, derer der Filmfreund allmählich überdrüssig sein dürfte. Da zieht eine adrette Dame in ein neues Apartment und schon beginnt es gehörig in den guten vier Wänden zu spuken. Ein vermeintlich verwirrtes und am besten noch übel zugerichtetes Kind hat Spaß daran, sein Spielzeug stets in der Wohnung der Neuen zu verstecken, so dass selbige allmählich den Verstand verliert. Da der kleine Junge eine Leidenschaft für formschöne Spiegel besitzt, die er auf unangenehme Weise zum Zersplittern bringt, wird auch die neue Mieterin auf den unwillkommenen Gast aufmerksam und beginnt Kontakt mit ihm zu aufzunehmen. Dieser mag aber rein gar nicht reden wollen und blickt stattdessen immerzu apathisch aus der Wäsche. Das bringt die neue Mieterin so langsam zur Weißglut. Dürfte verständlich sein. So beginnt sie mit ihrem Nachbarn das Erscheinen der mysteriösen Kindergestalt zu ergründen. Geschulteren Filmfans dürfte vorab klar sein, dass die Heimsuchung auf einen üblen Mord zurückzuführen ist, den es nun aufzudecken gilt. Was folgt, ist eine etwas arg in die Länge gezogene Detektivarbeit, die mit Horror im weiteren Sinne rein gar nichts am Hut hat. THE UNBROKEN ist anspruchslose Heimkino-Unterhaltung in ihrer Reinform. Das Setting wirkt billig, die Effekte schauen eindeutig nach CGI aus und machen genau so eindeutig keinen Spaß. Was man wenigstens von den Darstellern nicht behaupten muss, die durchaus geschickt gewählt, manch üblen Durchhänger verschmerzen lassen. Neben frischen Gesichtern, wie AURELIA RILEY als SARAH CAMPBELL (ein gewisser BRUCE CAMPBELL scheint hier wohl den Drehbuchautoren ausreichend Input gegeben zu haben) sticht vor allem PATRICK FLANAGAN als TOMMY positiv hervor, dem bei jeder noch so ausweglosen Situation ein lockeren Spruch auf den Lippen liegt und so für einige Lacher sorgt. Doch nicht nur frisches Futter wird dem Zuschauer hier serviert. Auch ein etwas arg dickbäuchiger DANIEL BALDWIN als schmieriger Bösewicht und ein charismatischer WARWICK DAVIS (diesmal ohne LEPRECHAUN-Maskierung) gesellen sich zur fröhlichen Cast dieses No-Budget-Beitrages.
 
So gut die Darsteller, so unspektakulär die Umsetzung. Raffinierte Wendungen und Überraschungen suchen wir hier vergebens. Stattdessen wird eine austauschbare Geistergeschichte erzählt, die selbst den Hardcore-Allesglotzer kaum von der Gammelcouch reißen wird. Geradlinig verfolgt Protagonistin SARAH die Ursachen für das Erscheinen des Kindes und wird von einem Schauplatz zum nächsten getrieben, um die Puzzleteile des Spuks rekonstruieren zu können. Wirklich spektakulär ist das natürlich nicht, das Ende bereits weit vor dem Abspann ersichtlich. Immerhin schafft Regisseur JASON MURPHY, kaum Langeweile in der belanglosen Geschichte aufkommen zu lassen. Da werden munter Schreckmomente und witzige Anspielungen früherer Filme des Regisseurs in die Handlung gestreut. So ist Charakter TOMMY nicht nur riesiger Horrorfilmfan, sondern hat auch ein Poster seines aktuellen Lieblingsfilms ZOMBIES! ZOMBIES! ZOMBIES! an der Wohnzimmerwand hängen. Setzt man sich mit MURPHYS Vita auseinander, wird ersichtlich, dass es sich bei diesem ZOMBIES! ZOMBIES! ZOMBIES! (2008) um sein Debütwerk handelt.
 
Gruselfilm auf TV-Niveau gesucht? Dann dürfte THE UNBROKEN die perfekte Wahl sein. Hier treffen gute Darsteller auf miese Effekte und einen der mundfaulsten Geistergören der Filmgeschichte. Auch wenn man den Buben mit seinem wehleidigen Dackelblick vermutlich direkt in die Arme schließen möchte, geht einem sein bedeutungsloses Erscheinen mit der Zeit doch gehörig auf den Zünder. Da kann auch der nett gemeinte Schlussgag nicht vertuschen, dass THE UNBROKEN unter der etwas arg ungar wirkenden Inszenierung leidet.
 
 
 


 
 
 

THE UNBROKEN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
THE UNBROKEN ist leidlich spannende „Direct-für-Zuhause“-Ware, die am End’ keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Ein Gruselfilm, für Fans der RING-Filme zu empfehlen. Filmfreunde, die die Schnauze voll haben von Filmen mit apathisch dreinschauenden Geisterkindern, sollten von THE UNBROKEN die Finger lassen!
 
 
 


 
 
 

THE UNBROKEN – Zensur

 
 
 
Wirklich brutal wird es in THE UNBROKEN nie. Bis auf zwei etwas derbe Szenen gestalten sich die Gegebenheiten durchweg jugendfrei, so dass THE UNBROKEN hierzulande frei ab 16 Jahren sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE UNBROKEN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
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