Filmkritik: „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ (2019)

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THE BRAVE – ALLEIN GEGEN DAS SYNDIKAT

(LAZARAT)

Story

 
 
 
Albanien möchte der EU beitreten, doch damit dies geschehen kann, müssen die Verbrechen unter Kontrolle gebracht werden. Eine eigens dafür gegründete Spezial-Einheit soll dafür sorgen.

 
 
 


 
 
 

THE BRAVE – Kritik

 
 
Der B- und C-Movie-Sektor ist nicht nur im Bereich des Horrors dermaßen überschwemmt, dass es schwer fällt, sich mal eine kleine Perle zu angeln, nein, auch im Actiongenre ist dies der Fall. Hat man dann einen Streifen mit dem Namen „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ vor sich, der im Ostblock gedreht wurde, rechnet man nicht unbedingt damit das nächste Highlight gefunden zu haben. Doch selbst wenn man dieses hier sicherlich nicht erwarten darf, verdient es das Werk angeschaut zu werden, denn es wird doch eine ganze Menge richtig gemacht.
 
 
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In Albanies Hauptstatdt Tirana regiert das Verbrechen, angeführt vom Ex-Marine Frank Pedulla, der nahezu die gesamte Stadt unter seiner Kontrolle hat. Da die albanische Regierung einen Eintritt in die EU herbeisehnt, ist Pedulla ein enormer Dorn im Auge. Eine Spezial-Einheit, angeführt vom Ex-Undercover-Cop Rei, soll gegen die Korruption vorgehen, doch die Korruption hat sich so weit ausgebreitet, dass es scheinbar selbst in den eigenen Reihen Maulwürfe gibt. Das Drehbuch von Marco Balsamo ist gar nicht mal so schlecht, wartet mit einer gewissen, aktuellen Brisanz auf und verpackt dieses Szenario in eine Geschichte, die man zwar schon etliche Male gesehen hat, die aber dennoch ein bisschen Substanz besitzt. So werden ein paar politische Hintergründe näher beleuchtet und allgemein wirkt das niemals so, als hätte man sich keine Gedanken darüber gemacht. Leider bringt das der Handlung allgemein aber nicht besonders viel, denn dafür ist sie im Endeffekt doch wieder zu generisch. Was hier geschieht, kennt man aus zahlreichen Vorbildern und neue Facetten gewinnt man dem simplen Szenario auch nicht ab. Was bleibt, ist ein gut gemeintes Drehbuch, welches phasenweise mehr Tiefe besitzt, als zu erwarten war, welches am Ende dann aber doch wieder nur den gewohnten Durchschnitt serviert.
 
 
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Dieser Eindruck wird von der Figurenzeichnung unterstützt, denn diese ist einfach nicht besonders aussagekräftig. Louis Mandylor kann die Hauptrolle zwar darstellerisch ziemlich solide tragen, aber seinen Charakter wird man schnell wieder vergessen haben. Noch schlimmer trifft es Armand Assante, der als Bösewicht immer nur eine Randfigur bleibt. Solche Filme brauchen markante, eindringliche Fieslinge, doch selbst wenn Assante solide abliefert, gönnt ihm schon alleine seine Figurenzeichnung keinen bleibenden Eindruck. Mit Ravshana Kurkova ist noch eine Schauspielerin mit dabei, die nicht mehr gänzlich unbekannt ist und allgemein kann man sich über die Darsteller keineswegs beklagen. „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ besitzt hier im B-Movie-Sektor schon einige bekannte Namen und alle machen ihre Sache völlig brauchbar. Es mangelt am Ende eben mal wieder an einer besseren Figurenzeichnung, denn die Tiefe, die der Film manchmal erreichen möchte, kann er schlichtweg nicht erreichen, wenn diese Charaktere zu farblos bleiben.
 
 
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Dass man sich das Ganze dennoch gut anschauen kann, liegt auch mit an der souveränen Inszenierung von William Kaufman, der zuvor schon einige Werke gedreht hat. Seine Erfahrung bemerkt man und dass der Schauplatz vom Ostblock mal nicht nur genutzt wird, um die Kosten gering zu halten, ist ebenfalls schön. Zwar besitzt „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ dasselbe Problem, wie viele B-Actioner, die man dort gedreht hat – nämlich eine zeitweise etwas langweilige Optik, aber rein visuell wird dem Zuschauer dann doch mehr geboten, als er bei solchen Werken erwarten darf. Die Inszenierung erfüllt ihren Zweck und ist manchmal etwas verspielter geraten. Gerade die Actionszenen können dann wirklich überzeugen, wobei es von diesen eindeutig zu wenige gibt. Eigentlich bietet der Streifen nur zwei ausgedehnte Szenen, in denen es reichlich zur Sache geht. Das Finale ist schön lang und weiß durchaus zu gefallen, denn hier fühlt man sich schon fast wie in einem Kriegsfilm. Dazwischen herrscht jedoch oftmals auch ein gewisser Leerlauf, der nicht gerade aufregend erscheint. Die 103 Minuten Laufzeit wechseln sich somit zwischen guter Unterhaltung und Langeweile stets ab. Dieser Zwiespalt überträgt sich auch auf die Effekte, die manchmal solide ausschauen, manchmal aber auch zu sichtlich aus dem Computer stammen. Der Gewaltgrad hätte für die Freigabe ab 18 Jahren gerne noch etwas höher ausfallen dürfen, ist im Endeffekt aber passabel.
 
 
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THE BRAVE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„The Brave – Allein gegen das Syndikat“ ist definitiv keine nächste B-Movie-Heimkino-Gurke, sondern der Film kann etwas. Zwar sollte man keine zu hohen Erwartungen haben, denn der Film schwächelt an altbekannten Zutaten, ist aber immerhin handwerklich brauchbar und zuweilen auch ziemlich hochwertig gemacht. Die Atmosphäre ist schön dreckig und der Unterhaltungswert bringt durchaus zufriedenstellende Momente mit sich. Leider wird es manchmal auch etwas langweilig und die Figurenzeichnung dient am Ende doch nur wieder mit den bekannten Klischees. Das ist sicher nicht hochspannend und bietet etwas zu wenig Action, doch gerade das lange Finale kann einige Punkte für sich verbuchen. Abgerundet wird „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ von den absolut soliden Darstellern und einer gesunden Portion Gewalt. Wenn es also nicht gerade der nächste Action-Blockbuster sein muss, macht man mit diesem Genrewerk nicht viel verkehrt!
 
 


 
 
 

THE BRAVE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Weil sich auf der Blu-ray / DVD aber Trailer zu Filmen mit einer höheren FSK-Freigabe befinden, ist auf der Heimkinoveröffentlichung der rote FSK-Flatschen zu finden.
 
 
 


 
 
 

THE BRAVE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Lazarat; USA 2019

Genre: Action, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 103 Minuten

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Blu-ray im KeepCase

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 25.06.2021

 

The Brave – Allein gegen das Syndikat [Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BRAVE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Legacy – Tödliche Jagd (2020)
 
Hard Kill (2020)
 

Filmkritik: „Sharknado 4: The 4th Awakens“ (2016)

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SHARKANDO 4: THE 4TH AWAKENS

(SHARKANDO 4)

Story

 
 
 
Eigentlich galt die Gefahr der Sharknados als vernichtet, doch dann entwickeln selbst Sandstürme ein gefährliches Eigenleben mit Haien.

 
 
 


 
 
 

SHARKANDO 4 – Kritik

 
 
2016 gehörte es schon fast zum guten Ton, dass jedes Jahr ein neuer Teil der „Sharknado“ Reihe herauskam, so wie das auch mal bei „Saw“ der Fall war. Ist eine Kuh erfolgreich, wird diese eben so lange gemolken, bis echt kein Profit mehr herauszuschlagen ist. Selbst wenn diese Reihe keinen guten Ruf besitzt, so war sie bis zum dritten Teil doch ganz spaßig und zumindest für Nonsense-Trash-Liebhaber sehenswert. Dies soll sich mit dem vierten Teil nun aber so langsam ändern. Die Macher haben es sich viel zu bequem gemacht und bauen darauf, dass das Ganze ein Selbstläufer ist. Gerade deshalb funktioniert „Sharknado 4“ allerdings nicht mehr so gut.
 
 
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Fünf Jahre sind seit dem dritten Teil vergangen und ein Technikmogul hat mit einer Erfindung dafür gesorgt, dass die Zeit der Sharknados vorbei ist. Dummerweise kommt es in Las Vegas zu einem Sandsturm und prompt zeigt sich: Auch in diesen fühlen sich die Haie pudelwohl. Es geht also erneut ums nackte Überleben und wer wäre geeigneter dafür, sich der Gefahr zu stellen, als Fin Shepard? Zum vierten Mal in Folge schrieb Thunder Levin das Drehbuch und es wäre vielleicht mal an der Zeit gewesen, jemand Neuen zu involvieren. Es ist nicht unbedingt so, als ob „Sharknado 4“ keine neuen Ideen hätte, aber man bemerkt schon, dass sich das alles sehr abgenutzt hat. Wie soll man dem Wahnsinn auch noch die Krone aufsetzen, wenn es im vorherigen Teil bereits ins Weltall ging? Die Story hat darauf keine echte Antwort parat, geizt aber natürlich nicht mit Quatsch, der Kopfschmerzen machen kann, wenn man sich darauf nicht einlassen möchte. Allgemein ist das alles dermaßen großer Humbug, dass man es niemals ernst nehmen kann. Doch wo die vorherigen Teile bisher immer mit einer gewissen Selbstironie am Start waren, lässt „Sharknado 4“ gerade solche Zutaten oftmals vermissen, weshalb der Trash dann auch viel mehr kalkuliert wirkt, als das zuvor noch der Fall war.
 
 
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Dass diese Reihe zu einer reinen Cameo-Show verkommen ist, dürfte kein Geheimnis mehr sein, aber selbst hier bot der dritte Teil deutlich unterhaltsameres Material. Es macht schon irgendwie Spaß David Hasselhoff wieder zu sehen und mit Gary Busey gibt es den nächsten, bekannten Darsteller in einer Nebenrolle zu sehen. Die Hauptrolle übernimmt wie immer Ian Ziering, der zuvor aber auch schon mal mit mehr Enthusiasmus mit dabei war. Tara Reid bleibt der Reihe selbstverständlich ebenfalls erhalten. Bei solchem Nonsens ist es eben keinerlei Problem eine tote Figur einfach zurückzuholen. Danach reihen sich Cameos aller Art aneinander. Egal ob Wayne Newton, die Chippendales, Steve Guttenberg, Dog oder sogar Sarah Knappik. „Sharknado 4“ verkommt zur einen Werbeshow für B- und C-Promis und für irgendwelche It-Girls. Da passt es gut, dass es sowieso sehr viel Product-Placement gibt. Sicherlich war das in den Vorgängern teilweise auch schon der Fall, aber es wird immer offensichtlicher und die Cameos werden mittlerweile auch reichlich lieblos aneinandergereiht, so dass man hier kaum noch das Gefühl bekommt, dass es für Fans gemacht ist.
 
 
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So sehr das Treiben zeitweise auch an Charme verliert, so wenig kann man sich dennoch über den Unterhaltungswert beklagen, denn in „Sharknado 4“ ist ständig etwas los. Es gibt kaum eine Einleitung und sofort beginnt die Action. Das bleibt innerhalb der 85 Minuten auch stets so. Der Humor verliert dabei deutlich an Boden und ist längst nicht mehr so sympathisch, dafür gibt es im Gegenzug ein wahres Fest an Filmanspielungen zu begutachten. Das mag nicht unbedingt originell erscheinen, macht aber manchmal schon Spaß und sorgt immerhin halbwegs für Kurzweil. An die miesen Effekte, die trotzdem nicht immer völlig katastrophal sind, hat man sich schon lange gewöhnt und wenn es einem zuvor nichts ausgemacht hat, bleibt das hier sicher ebenfalls der Fall. Allerdings übertreibt es Regisseur Anthony C. Ferrante dann manchmal doch etwas mit seiner Inszenierung, besonders wenn es um Szenenwechsel geht. Da bleibt der rote Faden nämlich ganz schön auf der Strecke und selbst wenn man den Unsinn aufmerksam verfolgt, kommt man manchmal gar nicht mehr so richtig mit. Ein kleiner Cliffhanger warnt dann vor, dass es mit der Reihe noch immer nicht zu Ende ist und so darf man gespannt sein, ob die Qualität noch mal steigen kann oder dem Trend nach unten folgt.
 
 
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SHARKANDO 4 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Sharknado 4“ ist die typische Fortsetzung einer Trash-Reihe, will mehr bieten, tut dies eigentlich auch, verliert dabei aber nach für nach an Charme. Die Macher haben es sich mittlerweile sehr gemütlich gemacht und geben sich deutlich weniger Mühe, was sich vor allen Dingen in der fehlenden Selbstironie bemerkbar macht. Deshalb ist die Atmosphäre auch nicht mehr so überzeugend. Die ganzen Cameos wirken überwiegend lieblos eingesetzt, doch die Darsteller gehen noch in Ordnung. Die Inszenierung ist chaotisch und die Effekte bleiben gewohnt billig, sehen jedoch nicht immer völlig mies aus. Die Story macht es sich ebenfalls recht bequem und lebt am ehesten von ein paar neuen, super bekloppten Ideen und ansonsten noch von den vielen Anspielungen auf bekannte Filme. Eine kleine Kontinuität ist innerhalb der Figurenzeichnung zum Glück vorhanden und über zu viel Langeweile kann man sich eigentlich nicht beklagen, aber die Reihe nutzt sich trotzdem weiter ab und spätestens hier hätte man dann doch lieber einen Schlussstrich ziehen sollen!
 
 


 
 
 

SHARKANDO 4 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sharknado 4: The 4th Awakens“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SHARKANDO 4 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray + DVD im Steelbook – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sharknado 4: The 4th Awakens; USA 2016

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Steelbook

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 25.06.2021

 

Sharknado 4: The 4th Awakens [Blu-ray + DVD im Steelbook] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHARKANDO 4 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Sharknado 2 (2014)
 
Sharknado 3: Oh Hell No! (2015)
 

Filmkritik: „El Narco – Willkommen in der Drogenhölle“ (2010)

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EL NACRO – WILLKOMMEN IN DER DROGENHÖLLE

(EL NACRO | EL INFIERNO)

Story

 
 
 
„El Narco“ schildert den Aufstieg eines Mannes namens Benny von der Armut bis hin zu reichlich Drogengeld. Doch das Spiel mit dem mexikanischen Drogenkartell fordert hohe Kosten.

 
 
 


 
 
 

EL NACRO – Kritik

 
 
Mexiko ist bestimmt kein Land, welches als besonders sicher zu betrachten ist. Immer wieder hört man von abscheulich brutalen Drogenkartellen und ein Leben scheint nichts wert zu sein. Kein Wunder also, dass die Mexikaner gerne mal als Bösewichte herhalten müssen. Dass ein mexikanischer Film sein Land aber selbst als so dreckig, korrupt und brutal darstellt, ist schon eher ungewöhnlich. „El Narco – Willkommen in der Drogenhölle“, der besser bekannt ist unter dem Titel „El Infierno“, stammt bereits aus dem Jahr 2010, feiert bei uns in Deutschland jedoch erst jetzt seine Premiere. Es ist fraglich, warum das so lange gedauert hat, denn man bekommt einen echt guten Gangsterstreifen geboten.
 
 
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Vor 20 Jahren ist Benny in die Vereingten Staaten von Amerika ausgewandert, um dort Geld zu machen. Jetzt muss er wieder zurück in sein altes Heimatdorf, doch dort ist nichts mehr, wie es einmal war. Bennys Bruder wurde ermordet. Er hatte es zu einem berüchtigten Drogendealer geschafft. Allgemein wird das Dorf von Gewalt beherrscht. Benny will damit eigentlich nichts zu tun haben, aber als er Geld braucht, ist das Angebot als Drogenkurier und Geldeintreiber für die mexikanische Mafia zu arbeiten, dann doch zu groß. Und Benny gewöhnt sich schnell an Macht, Frauen und Geld. Damit gewöhnt er sich ebenfalls an die Gewalt, aber der Streit zwischen zwei Brüdern soll bald eine noch viel größere Welle an Gewalt heraufbeschwören. Die Story ist im Kern eigentlich nichts Besonderes, wird aber dadurch aufgewertet, dass sie recht ausgiebig erzählt wird. Dabei muss man sich wohl gut mit Mexiko auskennen, um behaupten zu können, dass hier ein realistisches Bild von dem Land gezeichnet wird. Es wirkt allerdings reichlich authentisch und wenn man gewisse Nachrichten verfolgt, ist man geneigt „El Narco“ seine Zeichnung abzukaufen. Dabei werden auch Themen wie Korruption und Politik kurz angeschnitten, doch hauptsächlich geht es um die Drogenkartelle und die Gewalt, die dort entsteht. Das Drehbuch besteht zwar aus manch einer kleinen Länge, wurde aber ordentlich geschrieben und hat genug zu bieten, um den Zuschauer für sich zu gewinnen.
 
 
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Regisseur Luis Estrada, der davor und danach ebenfalls zwei Filme inszenierte, die sich um Mexiko drehen (und somit eine nicht zusammenhängende Trilogie erschaffen hat), schrieb am Drehbuch selbst mit und kann mit seiner Inszenierung durchaus punkten. „El Narco“ entstand zur 200-jährigen Unabhängigkeit von Mexiko und wurde sogar finanziell vom Land gefördert. Es hat sich gelohnt, denn dass ein gewisses Budget zur Verfügung stand, sieht man dem Werk schon an. Zwar sind viele Szenen doch eher ruhig gehalten und die Schauplätze strotzen nicht vor Abwechslungsreichtum, aber das ist alles sehr stilsicher gestaltet und überrascht mit manch richtig guten Gewalteffekten. Davon gibt es dann auch reichlich zu sehen. Manchmal geht es schon echt derb zur Sache und gerade wie selbstverständlich diese Gewalt genommen wird, kann schon mal schockieren. An blutigen Shoot-outs mangelt es nicht und da das Blutbad manchmal ganz spontan anfängt, verfehlt es seine Wirkung absolut nicht.
 
 
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Sowohl positiv, wie auch negativ, ist die Atmospäre zu werten. Die einzelnen Stimmungen sind nämlich echt gut, nur passen sie nicht immer wirklich harmonisch zueinander. Zunächst hat man es natürlich mit einem Gangsterfilm zu tun, der auch eine gewisse Tarantino-Coolness besitzt. In diesem Bereich macht „El Narco“ nahezu alles richtig. Nebenbei will er allerdings auch etwas satirisch wirken und die schwarze Komödie bedienen. Zwar geht es eigentlich nie so richtig komisch zur Sache, aber ein paar skurrile Szenen, die schon fast grotesk erscheinen, sorgen dennoch dafür, dass es gerne mal amüsanter wird. Bis hierhin funktioniert das Gebräu. Doch „El Narco“ möchte zusätzlich ein ernstes Drama darstellen und besitzt besonders im letzten Drittel überraschend harte Szenen, bei denen dem Zuschauer sicherlich das Lachen vergehen wird. Leider beißt sich gerade das Drama mit der schwarzen Komödie und so bekommt man eine vielseitige Atmosphäre geboten, die nicht immer ganz homogen erscheint.
 
 
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Dabei hätte das Drama durchaus das Zeug dazu gehabt eigentständig zu funktionieren, weil die Figurenzeichnung alles andere als schlecht ist. Bei Benny fühlt man sich schon fast etwas an ein Biopic erinnert, weil man doch ausführlich seine Wandlung gezeigt bekommt. Gerade durch den tollen Darsteller Damián Alcázar (der passenderweise auch danach bei der Serie „Narcos“ mitspielte) funktioniert dieser Charakter so gut, denn die Wandlung vom naiv-harmlosen Benjamin zum gewaltbereiten Gangster Benny wird hier völlig authentisch dargestellt. Ebenfalls reichlich Spaß macht die Leistung von Joaquín Cosio. „El Narco“ lebt lange Zeit von diesen beiden Figuren, die auch immer etwas Komik mit ins Spiel bringen, bei den ernsten Szenen jedoch ebenso glaubwürdig agieren. Über die restlichen Schauspieler kann man sich ebenfalls keineswegs beklagen und die Charaktere sind allesamt relativ gut gezeichnet, wenn manche auch eher eine Randnotiz bleiben.
 
 
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Ob das dann wirklich eine Laufzeit von zweieinhalb Stunden gebraucht hätte, ist sicherlich eine berechtigte Frage, die man nicht ganz eindeutig beantworten kann, weil es schon ein paar Momente gibt, in denen „El Narco – Willkommen in der Drogenhölle“ etwas aufgebläht wirkt. Ein paar kleinere Straffungen hätten dem Werk sicher nicht geschadet, aber auf der anderen Seite wird so auch eine gewisse Tiefe erzeugt, mit der man etwas anfangen kann. Den Dialogen lauscht man ganz gerne und selbst wenn das manchmal etwas zu redselig ist, kann man sich über Langeweile fast nie beklagen. In der zweiten Hälfte gesellt sich noch vermehrt Action mit hinzu, aber diese Szenen sind meist recht kurz. Selbst wenn man dem Treiben als Zuschauer stets gerne folgt, hätte es am Ende aber doch noch ein bisschen mehr Spannung geben dürfen. Der Soundtrack besteht aus vielen mexikanischen Folk-Songs, was gut und passend ist.
 
 


 
 
 

EL NACRO – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
„El Narco – Willkommen in der Drogenhölle“ ist schon ein gelungener Gangsterfilm, der ganz schön brachial daherkommt und Szenen besitzt, die alles andere als harmlos sind. Gerade dieser düstere Ton beißt sich jedoch manchmal mit der Heiterkeit, die ebenfalls dargeboten werden soll. Trotzdem fasziniert die Atmosphäre irgendwie und dass die Drama-Anteile so gut funktionieren, liegt vor allen Dingen an einer souveränen Figurenzeichnung. Die Handlung an sich bietet kaum neue Zutaten, wurde aber authentisch geschrieben. Die Inszenierung weiß zu überzeugen und selbst wenn der Film mit seinen fast 150 Minuten Laufzeit ein wenig zu lang geraten ist, so kann er doch überraschend gut unterhalten. Außerdem bekommt man schon ein paar herrlich skurrile Szenen zu sehen. Freunde von härteren Gangsterfilmen, vom Drogenthriller und auch von der schwarzen Komödie sollten sich „El Narco“ also nicht entgehen lassen, denn man bekommt ein unkonventionelles, dreckiges Werk zu sehen, welches gut zu unterhalten vermag und sich im Endeffekt nur etwas zu unschlüssig ist, welches Genre es denn am liebsten bedienen möchte!
 
 


 
 
 

EL NACRO – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „El Narco – Willkommen in der Drogenhölle“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

EL NACRO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray + DVD im limitierten Mediabook)

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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: El infierno; Mediko 2010

Genre: Drama, Krimi, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 149 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase | Mediabook

Extras: Original Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: KeepCase: 02.07.2021 | Mediabook: 02.07.2021

 

El Narco – Willkommen in der Drogenhölle [Blu-ray + DVD im Mediabook] auf AMAZON kaufen

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EL NACRO – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sicario (2015)
 
Irgendwann in Mexico (2003)
 
Perdita Durango (1997)
 
Bring mit den Kopf von Alfredo Garcia (1974)
 

Filmkritik: „Playhouse: Spielplatz des Teufels“ (2020)

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PLAYHOUSE: SPIELPLATZ DES TEUFELS

(PLAYHOUSE)

Story

 
 
 
Ein Autor sucht in einem alten, schottischen Schloss nach neuer Inspiration, doch er stößt eher auf etwas Böses.

 
 
 


 
 
 

PLAYHOUSE – Kritik

 
 
Mit „Playhouse – Spielplatz des Teufels“ gibt es den nächsten kleinen Grusler, der sich am subtilen Horror versucht und eine Geschichte serviert, die der geneigte Fan so schon etliche Male gesehen hat. Wirklich abholen, kann man damit wohl niemanden mehr, also muss die Inszenierung hohe Qualitäten aufweisen. Da dies ebenfalls nicht der Fall ist, kann man hier leider nur von einem unterdurchschnittlichen Exemplar sprechen.
 
 
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Der Bühnenautor Jack Travis ist bekannt für seine Horrorstücke. Um neue Inspiration zu finden, kauft er ein altes, schottisches Schloss und zieht dort mit seiner Tochter Bee ein. Die ist davon allerdings eher weniger begeistert und langweilt sich an dem abgelegenen Ort sehr. Also wird das Schloss erkundet und dabei macht Bee eine Entdeckung. Die Geschichte vom Schloss besitzt eine Tragödie und scheinbar hat der Teufel höchstpersönlich seine Finger mit im Spiel. Die Story ist vor allen Dingen eines: Ziemlich öde. Da gibt es völlig bekannte Zutaten und selbst wenn man bemüht war, diese etwas eigenständiger zusammenzusetzen, so hat es nicht wirklich funktioniert. Es fehlt der Handlung zudem jedoch auch etwas an Fokus, denn in der Mitte entscheidet sich die Story plötzlich zwei neue Hauptfiguren zu integrieren und stößt dem Zuschauer damit ziemlich gegen den Kopf. Das macht dann eher einen zerfahrenen, als einen cleveren Eindruck. Davon abgesehen, hat das Drehbuch insgesamt einfach zu wenig zu bieten, aber aus den vorhandenen Zutaten hätte sich durchaus etwas machen lassen.
 
 
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Gerade wenn man hört, dass die Kulisse ein altes, schottisches Schloss sein soll, wird schon Vorfreude geweckt, doch „Playhouse – Spielplatz des Teufels“ nutzt dies überhaupt nicht aus. Schloss ist dann sicherlich auch etwas übertrieben. Mit verlassenen Gemäuern kann man im Spukgenre viel erreichen, doch hier bleibt die Optik eher nichtssagend. Sicherlich fehlte es da auch am gewissen Kleingeld, aber für einen Gruselfilm sind die Schauplätze absolut nicht atmosphärisch genug. Dass es dennoch zu ein paar ganz guten Szenen kommt, ist dem Regie-Bruder-Duo Fionn und Toby Watts eigentlich hoch anzurechnen. Sie gaben mit dem Film ihr Debüt, schrieben auch das Drehbuch und was sie bei der Story versemmelt haben, machen sie mit einer halbwegs gelungenen Inszenierung wieder gut. Schön ist, dass „Playhouse – Spielplatz des Teufels“ niemals reißerisch wird, keine Jumpscares besitzt und sich daran versucht, eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Dies gelingt zwar nicht so richtig, aber das Ganze ist doch erfreulich düster und besitzt ein paar gelungene Szenen. Das rettet dann auch vor einer Totalkatastrophe.
 
 
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Der Unterhaltungswert ist nämlich leider trotzdem nicht gerade gut, weil hier insgesamt doch deutlich zu wenig los ist. Da wird viel um den heißen Brei geredet, aber Horror lässt sich nur vereinzelt mal blicken. Das Ganze ist zu dialoglastig, was auch deshalb stört, weil die Figurenzeichnung langweilig ist. Die Charaktere wirken unglaubwürdig und konstruiert. Für die Darsteller ist das natürlich schade, denn diese machen ihre Sache doch ganz in Ordnung. Vor allen Dingen Grace Courtney und Helen Mackay können einigermaßen überzeugen, wohingegen die Leistung von James Rottger etwas austauschbar bleibt und man William Holstead den Autor niemals abkauft. Immerhin darf er etwas Overacting betreiben. Die restliche Besetzung bleibt überschaubar und wie bereits erwähnt, ist es etwas ungünstig gestaltet, dass der Fokus ab der Mitte des Filmes gar nicht mehr so sehr auf den anfänglichen Hauptfiguren liegt. So ergibt sich zwar ein wenig Abwechslung, aber viel kurzweiliger macht das den seichten Spuk auch nicht. Effekte braucht der Film dabei nicht viele, aber die vorhandenen sind okay. Den Score kann man sich ebenfalls anhören, selbst wenn er nichts Besonderes ist.
 
 
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PLAYHOUSE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Wenn ein Autor sich in ein Spukschloss begibt, ist das Resultat genausowenig originell, wie es sich anhört. „Playhouse – Spielplatz des Teufels“ besitzt eine zu ideenarme Story, die zudem nicht optimal geschrieben wurde. Das altbekannte Problem der langweiligen Figurenzeichnung gesellt sich ebenfalls mit hinzu und die Schauplätze sind leider ziemlich öde. Das ist gerade deshalb schade, weil die Inszenierung teilweise doch etwas taugt und die Darsteller ihre Sache gar nicht mal schlecht machen. Leider bringt dies dem Unterhaltungswert nicht viel, denn es sind zu viele Längen vorhanden, es geht zu selten zur Sache und Spannung entsteht so kaum. Immerhin sind ein paar Szenen aber etwas gruselig. Wer sich leicht schreckhaft nennt, kann sich „Playhouse – Spielplatz des Teufels“ also mal anschauen, alle anderen können es auch sein lassen, denn es gab schon deutlich gelungenere Beiträge zum Gruselfilm!
 
 


 
 
 

PLAYHOUSE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Playhouse: Spielplatz des Teufels“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

PLAYHOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Playhouse; Großbritannien 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 09.07.2021

 

Playhouse: Spielplatz des Teufels [Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

PLAYHOUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
Shining (1980)
 

Filmkritik: „The Basement: Der Gemini-Killer“ (2018)

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THE BASEMENT: DER GEMINI-KILLER

(THE BASEMENT)

Story

 
 
 
Craig wird entführt und sieht sich mit einem Killer konfrontiert, der unter einer gespaltener Persönlichkeit leidet und gleich zwölf verschiedene Menschen darstellt.

 
 
 


 
 
 

THE BASEMENT – Kritik

 
 
Wenn man sich die Handlung von „The Basement – Der Gemini-Killer“ so durchliest, fühlt man sich zwangsläufig an „Split“ erinnert, denn auch dort ging es um einen Irren, der viele verschiedene Persönlichkeiten besaß. Man kann zwar nicht unbedingt von einem reinen Abklatsch sprechen, doch die Parallelen sind schon offensichtlich. Der bereits 2018 entstandene, günstige Horrorthriller kommt nun auch zu uns nach Deutschland, aber hat der Zuschauer darauf gewartet?
 
 
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Der berühmte Musiker Craig Owen gerät eines Abends in die Fänge eines Serienmörders, der seine Opfer schrecklich quält. Der „Gemini-Killer“, wie er genannt wird, leidet dabei unter einer gespaltenen Persönlichkeit, was Craig bald herausfinden soll. Er versucht sich diesen Umstand zum Vorteil zu machen und die verschiedenen Persönlichkeiten gegeneinander auszuspielen. Doch gelingt es Craig rechtzeitig? Die Story wäre gar nicht so schlecht und wirkt selbst nach „Split“ noch eigenständig genug, wenn sie nicht so plump vorgetragen werden würde. Man hat nämlich wirklich nur eine Persönlichkeit vom Killer nach der anderen hervorgekramt und zwischendurch wird das Ganze kurz unterbrochen vom völlig belanglosen Strang um die Frau des Opfers. Das ist wirklich ziemlich monoton und lässt jegliche Abwechslung vermissen. Man hätte diese Geschichte deutlich variabler und dynamischer erzählen müssen, damit es packend werden kann. So bleiben lediglich ein paar ganz gute Einfälle und wenigstens ist das Drehbuch nicht völlig unglaubwürdig, aber das Potenzial der guten Grundidee wurde nicht genutzt und die Auflösung ist dann auch sehr enttäuschend, weil sie gänzlich konstruiert wirkt.
 
 
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Bei einem Film wie „The Basement – Der Gemini-Killer“ ist besonders der Hauptdarsteller enorm wichtig. Immerhin soll Jackson Davis gleich zwölf verschiedene Charaktere spielen. Um ihm das ein wenig leichter zu machen, bekommt er immer neue Kostüme angezogen, aber insgesamt kann man mit der Leistung von Davis absolut zufrieden sein. Es gelingt ihm solide, den verschiedenen Figuren immer eine gewisse Eigenständigkeit einzuhauchen. Cayleb Long kann da nicht mithalten, gibt sich als Opfer jedoch ebenfalls ganz passabel. Warum man so sehr mit dem Namen Mischa Barton lockt, ist allerdings ein Rätsel, denn der einstige „O.C. California“ Star steht schon lange nicht mehr für Qualität. Sie spielt sowieso nur eine völlig belanglose, kleine Nebenrolle. Wenigstens stört sie in dieser nicht. Die restliche Anzahl der Schauspieler ist stark überschaubar. Das ist jedoch nicht schlimm, denn Davis schaut man doch ziemlich gerne zu. Die Figurenzeichnung hingegen ist doch etwas arg plump geraten. Das mit der gespaltenen Persönlichkeit behandelt man, wie bereits erwähnt, viel zu monoton. Es wird auch nicht unbedingt realistisch sein, dass sich bei dieser Erkrankung alle Persönlichkeiten so brav nacheinander abwechseln. Mit dem Opfer kann man nicht viel anfangen und insgesamt macht es sich der Film in diesem Bereich doch zu einfach.
 
 
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Sowieso bekleckern sich die Regisseure Brian M. Conley und Nathan Ives, von denen auch das Drehbuch stammt, nicht gerade mit Ruhm. Viel gemacht haben sie noch nicht und ob sich daran etwas ändern wird, ist nach der Sichtung von „The Basement – Der Gemini-Killer“ fraglich. Die Inszenierung ist nämlich doch eher bescheiden und man kann klar erkennen, dass hier wenig Budget zur Verfügung stand. Gerade wenn sich ein Film nahezu nur in einem Raum abspielt, ist es wichtig, dass dieser optisch etwas her macht. Das ist hier jedoch nicht der Fall, denn die Optik ist langweilig und das permanent dunkle Bild langweilt nach einer gewissen Zeit ebenfalls. Dass die Atmosphäre schon einem Kammerspiel ähnelt, ist allerdings gar nicht mal so schlecht. Das Geschehen besteht überwiegend aus Dialogen, die gar nicht mal so uninteressant sind und der Unterhaltungswert hätte deutlich geringer ausfallen können. Das ist zwar niemals wirklich spannend, aber eben doch ziemlich kurzweilig. Mit einem Schlachtfest sollte der Zuschauer dabei absolut nicht rechnen, denn es gibt nur wenige Gewaltspitzen, die in der deutschen Fassung leider nicht enthalten sind. Der Score ist sehr unauffällig und eher langweilig.
 
 
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THE BASEMENT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„The Basement – Der Gemini-Killer“ ist gut gemeint, aber nicht gut umgesetzt. Die Story macht es sich, ebenso wie die Figurenzeichnung, doch reichlich leicht. Selbst wenn das manchmal authentischer wirkt, als man hätte vermuten dürfen, bleiben doch zu viele unglaubwürdige Momente und eine schlechte Auflösung vorhanden. Die Inszenierung kann das Kammerspiel nicht gerade dynamisch einfangen und kommt mit zu wenigen Einfällen daher. Überraschend gut fällt da eigentlich nur das Schauspiel von Hauptdarsteller Jackson Davis aus und auch die Atmosphäre besitzt so ihre Momente. Das ist im Endeffekt niemals schrecklich langweilig, aber auch zu selten mal aufregend. Dass die deutsche Fassung um zwei, drei derbe Szenen erleichtert wurde, macht das Ganze auch nicht attraktiver. Man hätte aus der Grundidee also deutlich mehr machen können und gerade für die ambitionierte Leistung von Davis ist das ziemlich schade.
 
 


 
 
 

THE BASEMENT – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Basement: Der Gemini-Killer“ ist leider geschnitten. Es fehlt zwar nur eine halbe Minute, aber besonders die Szene in der einem Protagonisten mittels eines Schweißbrenners der Kopf abgetrennt wird, ist schon sehr heftig. Die deutsche Fassung besitzt am Ende so gut wie keine Gewaltspitzen mehr und die Freigabe ab 18 Jahren ist deshalb doch ziemlich unnötig.
 
 
 


 
 
 

THE BASEMENT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Basement; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 11.06.2021

 

The Basement: Der Gemini-Killer [Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BASEMENT – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Split (2016)
 
Identität (2003)
 

Filmkritik: „The Killing Time“ (1987)

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THE KILLING TIME

Story

 
 
 
Ein Mörder nimmt die Identität eines Sheriffs an und wird in einer Kleinstadt selbst Opfer eines Betruges.
 
 
 


 
 
 

THE KILLING TIME – Kritik

 
 
„The Killing Time“ ist ein 1987 entstandener Thriller, der jetzt neu in HD abgetastet veröffentlicht wurde und wohl am ehesten mit seiner Besetzung lockt. Gerade als Fan der 80er-Filmwelt darf man da hellhörig werden, aber im Endeffekt bekommt man mehr versprochen, als geboten wird.
 
 
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Ein namenloser Fremder ermordet den jungen Deputy Sheriff Brian Mars und nimmt seine Identität an. In einer Kleinstadt macht er es sich dann gemütlich und darf fortan für das Gesetz arbeiten. Sein Kollege Sam, der den Mann einarbeiten soll, will sich Mars nützlich machen. Sam hat nämlich eine Affäre mit seiner Jugendliebe Laura. Diese ist jedoch unglücklich verheiratet und der Ehemann soll nun verschwinden. Den Mord will Sam Mars in die Schuhe schieben, doch er kann natürlich nicht ahnen, dass er es sowieso mit einem Mörder zu tun hat. Die Story klingt auf dem Papier ganz gut, wird im Endeffekt aber zu langsam vorgetragen. Bis sich die Ereignisse, welche die Inhaltsangabe beschreibt, nämlich erst mal abspielen, vergeht einige Zeit. Das wirkt zuweilen wie eine extrem lange Vorbereitung zu einem Mord und man fühlt sich fast ein wenig an „Columbo“ erinnert. Dort geschieht der Mord dann aber wenigstens nach meistens 15 Minuten. Im letzten Drittel nimmt das endlich etwas an Fahrt auf, doch zuvor ist das Tempo deutlich zu gering und besonders aufregend wird die Geschichte nicht erzählt. Die konstruierte Wendung am Ende kann da auch nicht viel retten.
 
 
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Am ehesten macht „The Killing Time“ sowieso wegen seiner Besetzung neugierig. Mit Kiefer Sutherland macht man nämlich selten etwas falsch. Auch früher war Sutherland schon ein gewisser Garant für Qualität. Er spielt den psychopathischen Killer ganz gut, bekommt aufgrund der belanglosen Figurenzeichnung aber leider nicht die Chance sein ganzes Können abzurufen. Beau Bridges darf man wohl als fehlbesetzt bezeichnen, was seine Leistung trotzdem nicht schlecht machen sollen, denn mit seinem einzigartigen Charme ist er immer dabei. Wayne Rogers und Joe Don Baker erfüllen ihre Nebenrollen solide und in einer kleinen Rolle gibt es noch Michael Madsen zu sehen. Lediglich Camelia Kath fällt etwas ab, doch insgesamt kann man mit den Darstellern gut leben. Wäre die Figurenzeichnung auf einem ähnlichen Niveau, dann hätte das Werk auch deutlich mehr überzeugen können, aber leider lassen einen die Charaktere überwiegend kalt und ein authentisches Profil erhalten sie ebenfalls nicht.
 
 
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Da die Handlung sich in zu langen, belanglosen Vorbereitungen verliert, ist der Unterhaltungswert leider nicht besonders hoch. Hier von einem Thriller zu sprechen, ist zwar eigentlich richtig, aber es kommt einem dennoch selten so vor, denn es mangelt ganz einfach an Spannung. Action kommt ebenfalls selten vor. Wenn überhaupt, sieht man solche Elemente im letzten Drittel, welches dann ganz in Ordnung ist, aber dennoch nicht viel retten kann. Die Regie übernahm Rick King, der jetzt nicht unbedingt für Qualität bekannt ist, aber die Inszenierung ist soweit noch ganz okay. Es mangelt dem Treiben eben nur an Highlights. Das Tempo ist zu gering und das gesamte Geschehen plätschert ziemlich gemütlich vor sich hin, bis das Finale dann noch ein wenig mehr Thrill besitzt. Mit viel Gewalt braucht man dabei übrigens nicht zu rechnen, aber die wenigen Kills sind immerhin relativ blutig umgesetzt worden. Die handwerkliche Arbeit ist sowieso ganz in Ordnung, aber der Score ist ähnlich langweilig, wie alles andere an diesem Streifen auch.
 
 
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THE KILLING TIME – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Mit „The Killing Time“ gibt es leider keinen Klassiker aus den 80ern zu sehen und nicht mal Fans von Kiefer Sutherland kommen besonders auf ihre Kosten. Er spielt zwar, so wie alle anderen, ganz gut, aber das Drehbuch taugt nicht viel. Es gibt viel zu viele Belanglosigkeiten, alles wirkt zu konstruiert und vor allen Dingen ist der Film viel zu langsam. Das, was es da an Substanz gibt, hätte man innerhalb einer halben Stunde erzählen können. Die Inszenierung ist passabel und das letzte Drittel besitzt immerhin noch ein wenig Thrill, aber insgesamt schreit die Atmosphäre viel zu sehr nach Seifenoper. Unterhaltsam ist das echt nicht und somit leider ziemlich enttäuschend!
 
 


 
 
 

THE KILLING TIME – Zensur

 
 
 
„The Killing Time“ erschien 1988 direkt auf Video von NEW VISION. Das Videoband war ungeschnitten. Seither war es verdächtig ruhig um den Streifen. Nach einigen ungeschnittenen Ausstrahlungen im Pay-TV in den 2000ern hat es der Thriller nun endlich wieder ins Heimkino geschafft. Mit der Blu-ray hält „The Killing Time“ nun auch ins HD-Zeitalter Einzug und kommt – wie zu VHS-Zeiten – ungeschnitten mit FSK16 ins Wohnzimmer.
 
 
 


 
 
 

THE KILLING TIME – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies | Daredo (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Killing Time; USA 1987

Genre: Liebesfilme, Thriller, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Deutsche Erstveröffentlichung, Uncut Kinofassung, Limitiertes Mediabook mit Blu-ray + DVD, In HD neu abgetastet, Original Artwork, 16-seitiges Booklet mit Fotos und weiteren interessanten Zusatzinformationen, Film zusätzlich auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 16.04.2021

 

The Killing Time [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE KILLING TIME – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies | Daredo)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blood Simple – Eine mörderische Nacht (1984)
 
Fatale Begierde (1992)
 

Filmkritik: „Camp Wedding“ (2019)

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CAMP WEDDING

Story

 
 
 
Bei den Vorbereitungen zu einer Hochzeit in einem Camp geht es Braut, Bräutigam und ihren Freunden bald an den Kragen, weil sie sich nicht an die Regeln halten.
 
 
 


 
 
 

CAMP WEDDING – Kritik

 
 
Noch immer erfreut sich der Slasher großer Beliebtheit, doch in letzter Zeit kam es mehr und mehr in Mode, ein solches Szenario humorvoll zu gestalten. „Camp Wedding“ will auf diesen Zug aufspringen, hat im Endeffekt aber leider viel zu wenig zu bieten, um den Zuschauer überzeugen zu können.
 
 
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Mia will bald heiraten und stellt sich die Hochzeit ganz besonders vor. Sie soll in einem Camp stattfinden und über alle Social-Media-Kanäle lädt Mia ihre Freunde ein. Sie sollen bei den Vorbereitungen helfen. Das Camp Pocumtuck soll als Kulisse dienen und man hat es mit einem berühmt-berüchtigten Camp zu tun, denn hier fand früher ein Indianer-Massaker statt, es gab Hexenverbrennungen und noch weitere seltsame Dinge ereigneten sich hier. Außerdem gibt es einige Regeln und dazu gehört auch das Verbot der Handynutzung. Das ist den Freunden jedoch ziemlich egal, was bestraft gehört. Die Story war sicherlich als Seitenhieb auf die Social-Media-Generation gemeint, doch davon bekommt der Zuschauer nicht viel mit. Ständig gibt es Gags über Glutenunverträglichkeit und ansonsten tippen die Progatonisten fleißig auf ihren Smartphones herum. Weil das ja verboten ist, rächt sich das Verhalten im Laufe der Zeit, doch dafür braucht man Geduld, denn das Treiben dümpelt lange Zeit ohne echte Ereignisse vor sich hin. Hinterher wird es dann auch noch etwas wirr, aber Überraschungen bleiben größtenteils aus und so gut gemeint die Grundidee auch sein mag, was man daraus gemacht hat, überzeugt überhaupt nicht.
 
 
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Wirklich enttäuschend fällt zudem die Atmosphäre aus, denn vom versprochenen Slasher ist hier nichts zu spüren. Obwohl sich das gesamte Geschehen in einem Camp abspielt, kommt man sich niemals wie in einem Slasher vor, was das Vorhandensein von Geistern noch mal bestätigt. Die Stimmung hat nicht viel zu bieten und von der Komödie bekommt man leider ebenfalls nicht viel mit. Ein paar kleine Einfälle, besonders am Anfang, sind noch halbwegs amüsant, doch hinterher wird das Szenario immer monotoner. Jeder bekommt seltsame Nachrichten auf sein Handy und im Wald lauert die Gefahr, doch Bedrohung kommt keine auf und die Witze wiederholen sich auch nur noch. Das macht die 97 Minuten Laufzeit ziemlich zäh. Das Finale wird noch minimal besser, doch bis dahin ist man schon reichlich gelangweilt.
 
 
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Der Inszenierung fällt da leider nicht viel ein, um der Langeweile entgegenzusteuern, denn „Camp Wedding“ ist einfallslos gestaltet. Dass die ganzen Textnachrichten stets eingeblendet werden, wirkt auf Dauer auch sehr monoton. Aus der Kulisse wird nicht viel gemacht und die Szenen im Wald bei Nacht könnten unspektakulärer kaum aussehen. Viel Budget steckt sicher nicht dahinter, aber zu billig erscheint der Film ebenfalls nicht. Er ist nur eben völlig ohne Kreativität gestaltet. Außerdem mangelt es an Gewalt. Auch hier verdient das Werk den Namen Slasher niemals, denn es geht überwiegend harmlos zur Sache und die Freigabe ab 16 Jahren wirkt fast übertrieben. Somit gibt es auch nicht wirklich viele Effekte zu sehen. Dafür sind die Darsteller noch halbwegs brauchbar. So richtig gut spielt niemand, manche Schauspieler nerven auch etwas, aber man kann mit diesen Leistungen noch leben. Schade ist viel mehr, dass die Figurenzeichnung so langweilig und vor allen Dingen künstlich ausgefallen ist. Man kauft den Freunden niemals ab, dass sie Freunde sein sollen und mit markanten Charakteren braucht man nicht zu rechnen.
 
 
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CAMP WEDDING – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Camp Wedding“ ist vielleicht gut gemeint, aber schlecht gemacht. Aus der simplen Grundidee hätte man etwas machen können, aber weil kreative Einfälle weitestgehend ausbleiben, bekommt es der Zuschauer mit einer Schlaftablette zu tun. Slasher-Feeling kommt überhaupt nicht auf, die Komödie lässt sich ebenfalls nur selten mal blicken und außerdem geht es sehr harmlos zur Sache. Das ist handwerklich okay gemacht, wird von den meisten Darstellern erträglich gespielt und hat ein paar passable Gags in petto, bietet ansonsten aber reichlich monotone Langeweile, Albernheiten und auch manch eine Peinlichkeit. Gerade weil die Atmosphäre so enttäuschend ist, rettet auch das halbwegs solide Finale nichts mehr. Verzichtbar!
 
 


 
 
 

CAMP WEDDING – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Camp Wedding“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

CAMP WEDDING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies | Daredo (Blu-ray im KeepCase)

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(c) White Pearl Movies | Daredo (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Camp Wedding; USA 2019

Genre: Horror, Mystery, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 16-seitigem Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 28.05.2021

 

Camp Wedding [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Camp Wedding [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

CAMP WEDDING – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies | Daredo)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You Might Be the Killer (2018)
 
The Final Girls (2015)
 
Scream – Schrei! (1996)
 

Filmkritik: „Josie: Sie umgibt ein dunkles Geheimnis“ (2018)

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JOSIE: SIE UMGIBT EIN DUNKLES GEHEIMNIS

(JOSIE)

Story

 
 
 
Als eine junge Teenagerin namens Josie in die Nachbarschaft einzieht, stellt sie das Leben vom einsamen Hank völlig auf den Kopf.
 
 
 


 
 
 

JOSIE – Kritik

 
 
Der Südstaaten-Thriller ist meistens von einer besonderen Atmosphäre geprägt, jedenfalls wenn er gut gemacht ist. Die schwüle, hitzige Stimmung einzufangen, muss schon gekonnt sein. „Josie: Sie umgibt ein dunkles Geheimnis“ versucht sich ein wenig daran, bietet nebenbei aber überraschend viel Drama. Abgesehen von einem kleinen Twist am Ende, bekommt der Zuschauer dabei nicht besonders viel geboten, aber dank guter Darsteller kann man sich das Produkt dennoch ansehen.
 
 
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Josie ist ein junges, blondes und hübsches Mädchen und sie zieht völlig alleine, ohne Eltern, in eine neue Wohnung in einer Kleinstadt ein. Dort trifft sie auf den einsamen Hank und wickelt ihn sofort um ihre Finger. Der deutlich ältere Mann ist sich bewusst, dass es Aufsehen erregen würde, wenn er mit dem jungen Mädel abhängt, aber da Josie sich förmlich aufzwängt, macht es ihm nichts aus. Nebenbei hat Josie aber auch noch etwas mit einem gleichaltrigen Jungen zu tun. Was hier wirklich gespielt wird, soll der Zuschauer erst am Ende erfahren. Die Story hätte sich vielleicht besser für eine Kurzgeschichte angeboten, denn die Pointe, die man hier vorbereitet, ist am Ende nicht so großartig, als dass sie über eine Stunde Laufzeit an Vorbereitung benötigt hätte. Die Wendung ist nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt völlig unvorhersehbar. Über Glaubwürdigkeit und Logik sollte man sich nicht zu viele Gedanken machen, denn dann kann man mit dem Drehbuch noch halbwegs leben. Die Grundidee ist nicht schlecht, wird aber eben nicht völlig gekonnt dargeboten.
 
 
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Am ehesten macht der Unterhaltungswert „Josie“ einen Strich durch die Rechnung, denn der Film ist einfach zu gemächlich. Über eine Stunde lang passiert nicht sonderlich viel; eigentlich sogar gar nichts. Das besitzt eine recht entspannte Atmosphäre und langweilt deshalb nicht komplett, nur aufregend ist das eben auch nicht. Mit einem Thriller hat das Treiben zudem so gut wie nichts zu tun. Stattdessen bekommt man ein Drama spendiert, aber kein besonders emotionales. Überwiegend dominieren belanglose Dialoge das Geschehen, die man sich trotzdem irgendwie anhören kann; auch dank der guten, deutschen Synchronisation. In den letzten zehn Minuten kommt es dann noch zur Wendung und hier gibt es auch die einzige Gewalt im Film zu sehen. Spannung kommt deshalb dennoch nicht auf und so richtig überrascht will man als Zuschauer ebenfalls nicht sein, aber insgesamt hätten die 82 Minuten Laufzeit (ohne Abspann) doch noch deutlich langatmiger ausfallen können.
 
 
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Dass man sich das Geschehen dann irgendwie doch ganz gerne anschaut, ist den Darstellern zu verdanken. Besonders Dylan McDermott, der ja nun echt nicht unbekannt ist, spielt das mit seinem kernigen Charme. Ohne besonders viel zu tun zu haben, kann er einigermaßen überzeugen. Aber auch Sophie Turner ist in der Titelrolle nicht verkehrt. Sie zieht ihr Ding als Mischung zwischen Femme fatale und Lolita durch und enttäuscht als Schauspielerin nicht. In einer kleinen Nebenrolle gibt es noch Kurt Fuller zu sehen und Jack Kilmer ist ebenfalls okay. Die restlichen Darsteller bleiben eher belanglos und das kann man auch von der Figurenzeichnung behaupten. Wirklich viel Tiefe wird hier nicht erreicht, selbst wenn das wohl so gewollt war. Glaubwürdig erscheinen die Charaktere ebenfalls nicht und trotzdem bleiben sie eventuell ein, zwei Tage lang im Gedächtnis, weil sie eben nicht völlig schlecht konstruiert wurden.
 
 
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Aus rein handwerklicher Sicht kommt „Josie: Sie umgibt ein dunkles Geheimnis“ simpel daher, aber das sei hier erlaubt, weil der Fokus eben auf der Geschichte liegt. Regisseur Eric England, den Horrorfans vielleicht wegen „Contracted“ oder „5 Senses of Fear“ kennen, kann mit seiner Inszenierung weder begeistern, noch enttäuscht er. Die Bilder werden ganz hübsch eingefangen und so ein wenig Südstaaten-Atmosphäre kommt ebenfalls auf. Im Endeffekt ist das alles etwas zu klein gehalten, um jemals begeistern zu können, aber das Handwerk ist schon in Ordnung. Es mangelt nur an Highlights, weil es weder großartig Humor, noch Action, Spannung oder sonst was zu betrachten gibt. Eine Prise mehr Erotik wäre gar nicht mal verkehrt gewesen. Score und Soundtrack bleiben passend unauffällig.
 
 

 
 


 
 
 

JOSIE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Josie: Sie umgibt ein dunkles Geheimnis“ ist gut gemeint, erreicht sein Ziel aber nicht wirklich. Der Film ist insgesamt einfach zu ruhig und hat wenig zu bieten. Selbst wenn die Story am Ende mit einer Wendung daherkommt, so ist das alles nicht überraschend und aufregend genug. Auch die Atmosphäre leidet darunter, weil sie irgendwie niemals konsequent wirkt. Das ist zwar alles relativ relaxt und in manchen Phasen gelingt es dem Werk tatsächlich den Zuschauer auf positive Art und Weise einzulullen, aber mehr Spannung hätte keineswegs geschadet. So bleiben am Ende recht gute Darsteller, die ihre Sache solide machen und immerhin keine völlig schlechte Figurenzeichnung erhalten haben. Die Inszenierung ist schlicht, manchmal aber ganz brauchbar und so richtig langweilig wird es selten, obwohl niemals viel los ist. Freunde vom unaufgeregten Drama mit Südstaaten-Flair können von daher ruhig mal einen Blick riskieren. Sind die Erwartungen nicht zu hoch, wird man auch nicht unbedingt enttäuscht!
 
 


 
 
 

JOSIE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Josie: Sie umgibt ein dunkles Geheimnis“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

JOSIE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies | Daredo (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Josi; USA 2018

Genre: Thriller, Mystery, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 28.05.2021

 

Josie: Sie umgibt ein dunkles Geheimnis [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

JOSIE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies | Daredo)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wild Things (1998)
 
Death Sentence – Todesurteil (2007)
 

Filmkritik: „The Last Exorcist: Die Pforten zur Hölle sind geöffnet“ (2020)

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THE LAST EXORCIST: DIE PFORTEN ZUR HÖLLE SIND GEÖFFNET

(THE LAST EXORCIST)

Story

 
 
 
Zwei Schwestern müssen sich dämonischen Kräften stellen nachdem ihr Pflegevater von einem Dämonen ermordet wurde.
 
 
 


 
 
 

THE LAST EXORCIST – Kritik

 
 
Das Thema rund um den Exorzismus beschäftigt die Filmwelt fleißig weiter. So simpel die Grundprämisse meist auch ist, wenn man es gekonnt gestaltet, kann daraus effektiver Horror werden, der sich manchmal gar nicht hinter dem großen Original „Der Exorzist“ verstecken muss. Wie man es hingegen nicht machen sollte, zeigt eindeutig „The Last Exorcist“, der billiger kaum hätte ausfallen können.
 
 
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Jo und Maddie hatten einen Pflegevater, der gleichzeitig Pater war. Nachdem er bei einem mysteriösen Anschlag ums Leben kam, wird Maddie plötzlich von Visionen geplagt. Sie verhält sich immer merkwürdiger und scheint nicht mehr sie selbst zu sein. Als Jo eingreifen will, ist es schon fast zu spät, doch mit der Hilfe von Priester Marco scheint es noch eine Chance zu geben. Die Story ist sehr schwach und stets durchschaubar. Es geht zwar um einen Exorzismus, doch wie man das ganze Szenario gestaltet hat, ist absolut lustlos. Eigene Ideen besitzt das Drehbuch nicht, kreativ kopierte Einfälle gibt es aber ebenfalls nicht zu sehen. Das wirkt wie eine Kurzgeschichte, die man auf einen Langfilm aufblähen wollte, denn die Story gibt einfach enorm wenig her und wird zudem dermaßen plump, unglaubwürdig und doof vorgetragen, dass einem bereits hier der Spaß vergehen kann.
 
 
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Am schlimmsten ist jedoch, dass sich „The Last Exorcist“ selbst völlig ernst nimmt. Das Werk versucht tatsächlich richtigen Horror darzustellen und scheitert damit gnadenlos, weil hier einfach alles viel zu billig ist. Die Regisseurin Robin Bain, die selbst mit am Drehbuch schrieb, in der Filmwelt unter anderem auch als Darstellerin oder als Produzentin aktiv ist, hat hier nach etlichen Kurzfilmen ihren zweiten Langfilm realisiert, aber Talent ist da eigentlich keines erkennbar. Selbst wenn das Budget mit Sicherheit sehr gering war, so steckt einfach kein Herzblut in dem Streifen. Dafür ist das nämlich alles viel zu lustlos und gelangweilt gestaltet. Wenn das nun wenigstens Humor besitzen würde, dann könnten Trashfans aufhorchen, doch da echter und vor allen Dingen dramatischer Horror präsentiert werden soll, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Die Inszenierung taugt nichts und lässt nur ganz vereinzelt in den Visionen einen minimal kreativen Einschlag erkennen. Das Ganze ist von vorne bis hinten öde gemacht, wirkt unfreiwillig komisch und besitzt eine Atmosphäre, die man eben niemals ernst nehmen kann.
 
 
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Man muss zugeben, dass die üble, deutsche Synchronisation ihren Teil dazu beiträgt, aber passend ist sie dann schon irgendwie, weil sie einfach gelangweilt und unpassend wirkt. Das kann man von den Darsteller jedoch auch behaupten, denn niemand will so ganz in seine Rolle passen und die meisten Darbietungen wirken schon ziemlich lächerlich. Terri Ivens hat eigentlich eine sehr schwierige Aufgabe und macht das von allen sogar noch am besten, nervt mit dem Overacting aber dennoch. Und natürlich wirbt es sich immer gut mit dem Namen Danny Trejo, selbst wenn es sich um keinen Actionfilm handelt. Trejo ist völlig fehlbesetzt, aber zum Glück sowieso nicht lange zu sehen. Seinen Charme kann der Kerl nie verlieren, aber in „The Last Exorcist“ punktet er überhaupt nicht. Die restlichen Darsteller sind nicht der Rede wert und die Figurenzeichnung könnte unglaubwürdiger, wie belangloser kaum sein. Den Score muss man ebenfalls nicht erwähnen und die wenigen Effekte sind mit einem zugedrückten Auge noch ganz passabel. Am besten gefällt der Abspann, weil es dann vorbei ist und es da wenigstens noch einen halbwegs guten Song zu hören gibt.
 
 
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THE LAST EXORCIST – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„The Last Exorcist“ ist eine billige Filmgurke geworden, die sich unnötigerweise sogar noch völlig ernst nimmt und echten Horror präsentieren möchte. Spätestens wenn man das im deutschen Ton schaut, wird daraus nichts mehr, aber auch so ist das alles viel zu hölzern, simpel und plump gestaltet, als dass es jemals bedrohlich werden könnte. Die Handlung taugt überhaupt nichts, die Inszenierung wirkt einfallslos, die handwerkliche Arbeit ist billig und die Darsteller können kaum etwas. Zum Glück ist das Ganze mit seinen knapp 80 Minuten Laufzeit relativ kurz ausgefallen und es gibt tatsächlich ein, zwei Szenen, die ein Quäntchen Können aufblitzen lassen, doch ansonsten sollte man um „The Last Exorcist“ eher einen weiten Bogen machen, selbst wenn man sich Trashfan nennt, denn die unfreiwillige Komik macht hier definitiv keinen Spaß. Und bloß nicht wegen Trejo schauen, denn der ist kaum zu sehen und kann hier auch nichts reißen!
 
 


 
 
 

THE LAST EXORCIST – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Last Exorcist: Die Pforten zur Hölle sind geöffnet“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet. Wegen einiger höher von der FSK eingestuften Bonusmaterialien auf der Blu-ray / DVD, ist die Heimkinoveröffentlichung aber erst für volljährige Zuschauer geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE LAST EXORCIST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies | Daredo (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Exorcist; USA 2020

Genre: Thriller, Mystery, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Minuten

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: FSK18

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Bonusfilm: Zombie Invasion War

Release-Termin: KeepCase: 30.04.2021

 

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THE LAST EXORCIST – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies | Daredo)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Skin Creepers (2018)
 
The Crucifixion (2017)
 
Devil Inside – Keine Seele ist sicher (2012)
 

Filmkritik: „Sleepless Beauty – Gefangen im Albtraum“ (2020)

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SLEEPLESS BEAUTY – GEFANGEN IM ALBTRAUM

(YA NE SPLYU)

Story

 
 
 
Nach einem gescheiterten politischen Attentat wird die nichtsahnende, junge Mila entführt und wacht verängstigt in einem abgeriegelten Raum auf, in dem ihr Leben alsbald zum Alptraum mutiert.
 
 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Kritik

 
 
Auf die Chance hin, hier eine internationale Außenseitermeinung einzunehmen: Meine Güte, was für ein verstörender, fieser, auswegsloser, alptraumhafter Streifen doch, meine Güte, was war ich mitgenommen. Und doch: Der vierte Langfilm des russischen Regisseurs Pavel Khvaleev ist kein wirklich „guter“ Film, kein clever geschriebenes, doppelbödiges, oder auch nur logisches Meisterwerk. Aber wenn er klappt, dann so richtig. Das durchaus gelungene Coverdesign der deutschen Blu-ray schmückt auch das Menü, in dem wir direkt russischen Synthiewave mit weiblichen Gesang lauschen, der inhaltlich wohl bereits über Hoffnungslosigkeit und Misstrauen reflektiert.
 
 
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In relativ schäbiger Qualität kriegen wir herangezoomtes Material einer feierlichen Museumseröffnung zu sehen, als plötzlich ein Schuss fällt und sich das Video als live im Darkweb gestreamt offenbart – im Chat herrscht Enttäuschung, da das Ziel des Attentats überlebt hat. Die beobachtende Kälte künstlicher Linsen wird in der ansprechend inszenierten Exposition nun fortgeführt, da mehrere Überwachungskameras unsere Protagonistin Mila, überzeugend gespielt von Polina Davydova, nun beim Kauf eines Fisches für ihren Vater, sowie der Ankunft in ihrem recht schäbigen Mietshaus, filmen. Sobald wir keinem Material diegetischer Kameras mehr folgen, setzt zum Glück auch moderner, stimmiger HD-Look mit behutsam kadrierten Aufnahmen ein, bevor Mila nach knappen 10 Minuten höchst effektiv ausgeknockt und entführt wird.
 
 
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Und wie in ideenlosen, eintönigen, niedrig budgetierten Genrefilmen fast schon üblich, wacht Mila nun in einem bunker/keller-ähnlichem Raum auf, aus dem sie so schnell nicht mehr herauskommt und in dem nun ein Großteil des Films spielen wird. Doch während das bei besagten innovationslosen Langweilern ein Grund zum baldigen Abschalten wäre, so weiß „Sleepless Beauty“ um die Limitierungen seiner Inszenierung und nutzt darum einen Clou, der sich deutlich vom Rest abhebt. Zuerst einmal tut es das grundsätzliche Level des Films schon, denn der Online-Livestream hat einen, soweit ich das nachvollziehen konnte, durchaus realistischen und nicht durchschaubar geschriebenen Chatbereich mit allerlei abfälligen bis schockierten oder gar gelangweilten Reaktionen, das Setting wird durch eine gruselige Raumatmo, regelmäßiges Piepen, Rauschen, Pochen und Flimmern audiovisuell bestens unterstützt, unsere Hauptdarstellerin scheint hilflos ausgeliefert, unschuldig und weder selber schuld, noch unsympathisch und die sadistischen Spiele, mit denen Mila u.a. gefoltert wird, sind üblicherweise rein psychischer, nicht physischer Natur.
 
 
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Wer also eine exploitativ halbnackte junge Frau leiden sehen wollte, die aufgeschnitten oder gar vergewaltigt wird, um sich zu rächen oder auch nicht, der wird hier enttäuscht werden. Doch diese oberflächliche Ebene der Verstörung und des ziellosen Horrors ist es nicht, die in diesem Film vorherrscht. Das Böse sitzt tiefer. Nach 19 Minuten Film und der Vorstellung der Grundprämisse beginnt das eigentliche Märtyrium und zeitgleich die Ermittlungsarbeit der Polizei, Letzteres geerdeter und realistischer, als Ersteres. Und dann, ein „Saw“ nicht unähnlich sadistisches Spiel später, geschieht es das erste Mal: Ich hab mich erschrocken, war schockiert, kurz panisch, habe pausiert und durchgeatmet. Geht es jetzt etwa derart höllisch und mich packend weiter? Noch nicht ganz – nach dem gelungenen Einstieg und Teaser der absoluten Hölle folgt nun die vermutlich schwächste, wenn auch kurze und immer noch solide Phase des Films, da nun weder in den – teils ganz kreativ geschriebenen – Demütigungen bzw. „Spielen“, die mit Mila getrieben werden, noch in der Ermittlungsarbeit im Mietshaus allzu viel passiert, oder nach vorne getrieben wird. Zudem muss zu diesem Zeitpunkt, nach Tagen der Folter und Entführung, mal festgehalten werden, dass der Titel des Films, „Sleepless Beauty“, imo darum total fehl am Platz ist, weil der Film selber die Idee der Schlafentzugs-Folter nie weiter aufgreift oder erklärt und Mila auch nach Tagen der Folter, des Stresses und des angeblichen nicht-Schlafen-Könnens unbewacht auf dem Boden rumliegt, aber es trotzdem schafft, die Augen offen zu halten?
 
 
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Aber gut, das Hinterfragen der Logik ihrer Situation bzw. der Details einiger Szenen schadet eher, was dafür keinesfalls schadet, das ist fast alles von nun an. Denn hat man die generischeren Szenen geschafft, die sich zwischen 20 Minuten Exposition und 10 Minuten marginal enttäuschendem Ende tummeln, so bleibt nur noch das Main Meat, die größte Stärke dieses russischen Brainfucks. Und ohne diese zu spoilen, kann ich nur preisgeben dass ich die Hölle gesehen habe, und das sie kein angenehmer Platz ist. Nein, diese übersexualisierte, fleischige Vision von endlosem Schmerz, dem Zyklus unentrinnbar riesiger, Dali bis Giger bis Clive Barker-esquer Architektur endlosen Leidens und Schmerzens, so drückend mit irrem Sounddesign und hallenden Schreien inszeniert, verwoben in diese äußerst greifend intensiv abgefuckt hoffnungslose Situation der Entführung und Folter, ist nichts anderes als mutig und gar innovativ. Noch in keinem Film habe ich, ohne dass das Genre leicht gewechselt wird oder es für sich steht, eine solche Sequenz mit einem solchen Gänsehaut-Faktor in einem Horrorfilm gesehen und seit etwa einem Jahr hab ich auch keinen Film mehr gesehen, der eine solch viszerale, physische „Fight or flight“-Reaktion getriggert hat.
 
 
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Guckt diesen Film alleine, guckt ihn im Originalton, guckt ihn auf großer Leinwand und mit Headset oder aufgedrehter Anlage – schafft man es, über die Genrekonventionen und ggf. aufkeimenden Logikprobleme hinwegzugucken, wird man hier mit einer Grenzerfahrung konfrontiert, die keine Splatter-FX oder typische Exploitation nötig hat, um druckvoll einen immerhin durchschnittlichen Plot auf ein ganz anderes Niveau zu heben, nur durch die Inszenierung.
 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Wie alltägliche Genrekost wirkender und anfangender Horrorfilm, der sich nach und nach als höllischer Alptraum entpuppt. Nicht ohne Logikfehler, aber sehr gut inszeniert und gespielt, mit kraftvollem Sounddesign, starkem Soundtrack, gekonnten Bildern und absolutem Verstörfaktor, wenn man für „sowas“ empfänglich ist. Unfassbar knapp noch 8/10.
 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sleepless Beauty – Gefangen im Albtraum“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 18 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Pictures / daredo (Soulfood) (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ya ne splyu; Russland 2020

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Russisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 84 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 28.05.2021

 

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SLEEPLESS BEAUTY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei M-Square Pictures / daredo (Soulfood) )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Experiment Killing Room (2009)
 
Truth or Dare (2012)