Filmkritik: „The Hatching“ (2014)

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THE HATCHING – DIE NATUR BEISST ZURÜCK

Story

 
 
 

In einer britischen Kleinstadt irgendwo im Hinterland häufigen sich mysteriöse Todesfälle. Menschen verschwinden spurlos und Leichenteile werden gefunden – nur was ist die Ursache?

 
 
 


 
 
 

THE HATCHING – Kritik

 
 
 
Was braucht man für einen Horrorfilm mit Krokodilen? Richtig: Hungrige Krokos, menschliche Opfer und musikalische Untermalung, die Angriffe und Fütterungsmomente – ähnlich wie in DER WEISSE HAI – möglicht ungemütlich unterstreichen. THE HATCHING hat im Grunde genommen all das und ist trotzdem weit entfernt von dem, was man sich unter einem gelungenen Genrefilm vorstellt. Als „Dark Comedy Horror“ wird der britische Indie-Streifen vom Produktionsstudio beworben, was leider nur bedingt zutrifft, denn sonderlich schwarzhumorig ist der Film keineswegs. Für eine Horrorkomödie sind erheiternde Momente rar gesät. Flimmern sie dann endlich mal über die Mattscheibe, reduzieren sie sich auf unbeholfenen Slapstick und nicht gerade erwähnenswertes Geblödel. Leider wollen die Spaßelemente nicht in den übrigen Film passen. Der nimmt sich für beworbene Horror-Comedy erstaunlich ernst. Doch das ist noch das kleinere Übel.
 
 
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In THE HATCHING geht einiges drunter und drüber. Im Mittelpunkt steht eine britische Kleinstadt irgendwo in der britischen Grafschaft Somerset, wo zufällig Dinge passieren, die man keineswegs hinterfragen sollte. Nach dem Tod des Vaters kehrt Tim Webber nach Hause zurück. Dort ist man über dessen Ankunft nicht sonderlich erfreut. Das ist auch kein Wunder, denn vor 15 Jahren hat sich genauer hier Tragisches ereignet, für das Tim verantwortlich gemacht wird. Als Kind hat er sich zusammen mit zwei Freunden aus dem Internat geschlichen und ist in den nahe gelegenen Zoo eingebrochen, um Krokodileier zu stehlen. Der Einbruch misslang und eines der Kids wurde vom Muttertier verschlungen. Jahre nach dem Vorfall findet der Ort erneut Erwähnung in Tageszeitungen und Nachrichten. Eine mysteriöse Mordserie erschüttert die Gegend. Frauen verschwinden spurlos und verstümmelte Leichen werden gefunden. Alles deutet darauf hin, dass in den Seen und Flüssen vor der Stadt ein Krokodil sein Unwesen treibt. Doch stimmen die Vermutungen oder hat das Verschwinden von Bewohnern andere Ursachen?
 
 
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Was hat Regisseur MICHAEL ANDERSON nur geritten, als er zusammen mit Autor NICK SQIRE am Drehbuch zu THE HATCHING gefeilt hat? Der versucht krampfhaft zwei Handlungsstränge in einem Film zu pressen, die dazu noch so unglaubwürdig sind, dass sich dem Zuschauer die Zehennägel biegen. So wird im späteren Verlauf klassischer Tierhorror von einem abstrusen Backwood-Slasher abgelöst, der zwar einen Hauch Kannibalencharme versprüht aber ratlose Gesichter zurücklässt. Was abgefahren klingt, funktioniert keineswegs, weil der Film mehr Fragen aufwirft, als Antworten zu geben. Selbstverständlich wird in den Gewässern vor dem Ort ein Reptil bei seinen Raubzügen gesehen. Doch wie konnte ein Krokodil fünfzehn Jahre unbemerkt im Dorfteich überleben und warum ging bisher niemand ernsthaft dem Verschwinden dutzender Frauen auf den Grund? Wer auf plausible Erklärungen wartet, wird enttäuscht. Stattdessen folgt THE HATCHING konsequent einer stumpfsinnigen Handlung, die bewusst skurril geschrieben wurde, weil die beiden Drehbuchautoren doch mit selbstironischer Comedy aufmuntern wollten. Leider muss sich auch der beste Drehbuchautor eingestehen, dass er den falschen Beruf gewählt hat, wenn er sein Ziel verfehlt. THE HATCHING ist nicht lustig, hält den Zuschauer für dumm und hat bis auf die letzten 15 Minuten kaum Unterhaltungswert. Demnach sollte man sich nicht vom reißerisch gestalteten Filmplakat blenden lassen. Das suggeriert einen fiesen Tier-Schocker in der Machart von LAKE PLACID. Nervenzehrende Szenen in denen Opfer vor hungrigen Tieren flüchten und dann doch gefressen werden, bilden in THE HATCHET die Ausnahme. Stattdessen ist man darum bemüht den Horrorfan mit peinlichen Gags zum Abschalten zu bewegen. Nur schade um die teils sympathischen Figuren, die von talentierten Darstellern verkörpert werden, die sich vor der Kamera zum Trottel machen. Die werden sich in einigen Jahren vermutlich dafür schämen, für diesen Horror-Quatsch unterschrieben zu haben.
 
 
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THE HATCHING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
LAKE PLACID trifft auf INBRED. Zuerst das Positive: THE HATCHING ist kein Tier-Monster-Trash mit schlechten Effekten, wie er in den Abfallschmieden von THE ASYLUM und SYFY am Fließband hergestellt wird. Das Reptil in THE HATCHING wurde ganz passabel animiert und kommt fast ohne CGI aus, ist aber im Vergleich zum Krokodil auf dem Filmplakat um Welten kleiner. Mit einem Budget von 5.000.000 Dollar kann man auch eine ordentlichen Produktion erwarten, schließlich wurden schon besser Tier-Horror-Heuler mit weitaus weniger Kapital gedreht, die unterm Strich dann doch besser unterhalten haben, als der britische THE HATCHING. Regisseur MICHAEL ANDERSON hat hier eine schwarzhumorige Horrorkomödie gedreht, die ein großes Problem hat: die Gags zünden nicht. Statt sich auf gute Lacher zu konzentrieren, wurde die Filmhandlung mit abstrusen Wendungen zugemüllt, die Kopfschütteln verursachen werden. Zwei Geschichten zum Preis von einer lautet die Devise, denn THE HATCHING besteht quasi aus zwei Geschichten, die auf Zwang kombiniert werden mussten. Leider wirft der haarsträubende Mix aus Kroko-Horror und Backwood-Slasher eine Menge Fragen auf, die MICHAEL ANDERSON erst gar nicht versucht zu beantworten. Der Zuschauer wird demzufolge nicht sonderlich „amused“ über die vielen Plotlöcher sein und THE HATCHING wegen der stattlichen Anzahl an Logiklücken als zeitraubenden Blödsinn abstempeln.
 
 
 


 
 
 

THE HATCHING – Zensur

 
 
 
Wer von Reptilien zerfetzte Menschenkörper sehen möchte, wird von THE HATCHING enttäuscht werden. Immer dann, wenn das Krokodil zuschnappt blendet die Kamera weg. So gibt es kurz abgetrennte Gliedmaßen und einen abgetrennten Kopf zu sehen, die die Bewohner später aus dem See fischen. Sonderlich brutal ist THE HATCHING deswegen aber nicht. Trotz Serienkiller- und Kannibalen-Einschlag hat es für diesen Film in der ungeschnittenen Fassung eine FSK16 geben. Aufgrund einiger Trailer anderer Filme, ziert die erhältliche Blu-ray und DVD den roten FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

THE HATCHING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Great Movies | Daredo | White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Hatching; Großbritannien 2014

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 30.09.2016 (BD KeepCase)

 

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THE HATCHING – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Inbred (2011)
 
Die Fährte des Grauens (2007)
 
Rogue – Im falschen Revier (2007)
 
Black Water (2007)
 

Filmkritik: „Kill Your Friends“ (2015)

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KILL YOUR FRIENDS

Story

 
 
 
Es ist 1997, ein Jahr nachdem die Spice Girls von England aus ihre Welteroberung starteten, und die Menschheit schreit nach Britpop. Zum Glück gibt es Steven Stelfox (Nicholas Hoult), der bei einer englischen Plattenfirma arbeitet und neues Talent an den Laden bringen soll. Als Mitarbeiter der A&R-Abteilung (kurz für Artiste & Repertoire) kriecht er durch Berge von CDs und Demotapes um das nächste große Ding ausfindig zu machen. Dabei sieht er sich als Spieler in der Musikbranche als Hai in einem riesigen Haifischbecken, in dem jeder nach Erfolg strebt. Um jeden Preis. So greift auch Steven langsam aber sicher zu unlauteren Methoden, um innerhalb seiner Firma aufzusteigen und den ganz großen Wurf zu landen. Angefangen bei Koks, leichten Damen und veganen Indie-Bands ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich hinter ihm eine blutige Spur auftut.
 
 
 


 
 
 

KILL YOUR FRIENDS – Kritik

 
 
 
There is no business like show business. Diese goldene Regel begleitet seit Jahren die Entertainmentbranche. Der Mythos von drogenverseuchtem Luxus und intriganten Drahtziehern verfolgt das Business ebenso hartnäckig wie die stetig wachsenden Unmengen von Geld, die sich beispielsweise Plattenfirmen einverleiben. Regisseur Owen Harris hat es sich in seinem ersten Kinofilm zur Aufgabe gemacht, diese düsteren Machenschaften zu entblößen und dabei eine bitterböse Satire auf die skrupellose Jagd nach Ruhm und Reichtum zu drehen. Entsprechend bissig kommen die Porträts der Bands und der „kreativen“ Köpfe hinter den Musikgruppen daher. Da wäre zum Beispiel das Quartett aus gründlich untalentierten jungen Damen, die von Steves Firma als der nächste Hit verkauft werden sollen. Oder der deutsche „Künstler“ Rudi (Moritz Bleibtreu), der sein Geld mit unaussprechlich grausamer Elektro-Musik verdient. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Sequenzen, in denen Steve und seine Kollegen sich unvernünftige Mengen an Rauschmitteln einverleiben und mit erweitertem Bewusstsein durch die vollends willkürliche Welt der wöchentlichen Charts navigieren.
 
 
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Gemischt werden die satirischen Einfälle mit Elementen aus schwarzer Komödie und Krimi-Thriller, was den Film leider kaum bereichert und stattdessen ein Wirrwarr aus Genres heraufbeschwört, in dem man sich nur schwer orientieren kann. Dazu trägt außerdem der Protagonist Steven Stelfox bei, der leider nicht funktioniert. Ein Vergleich mit dem kürzlich produzierten „Filth“ („Drecksau“) scheint angemessen, da beide Filme von skrupellosen Charakteren erzählen, die um jeden Preis ihre Karrieren vorantreiben wollen. Anders als der von James McAvoy brillant gespielte und fürchterlich zerrissene Bruce Robertson ist Steven Stelfox eine Figur, zu der man unmöglich Sympathie entwickeln kann. Wo die Boshaftigkeit in „Filth“ halbwegs nachvollziehbar ist, erfahren wir kaum etwas über die Motive des Hauptcharakters von „Kill Your Friends“, der von nichts weiter als einer unbegründeten Gier getrieben wird. Als moralische Anklage einer perfiden Branche versagt Owen Harris’ Film, da er sich den Fehlbarkeiten seiner Figuren zu sehr annähert und kein Gegengewicht zu ihren Eskapaden liefert. Er nimmt eine ähnlich ziel- und planlose Haltung ein wie Steven selbst, was sich im Film deutlich niederschlägt. Zu sehr wird der Verlauf der Handlung von willkürlichen Ereignissen dominiert, die dem Film zusätzlich ein wenig versöhnliches Ende beschert.
 
 
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KILL YOUR FRIENDS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Alkohol, Blut, Drogen und Spice Girls – Fieser und schwarzhumoriger Drogen-Trip durch die Musikszene der 90er. Mit „Kill Your Friends“ sollte augenscheinlich ein hartes Urteil über die korrupte und moralisch bankrotte Musikbranche gefällt werden. Leider werden die amüsanten und gut getroffenen satirischen Elemente des Films zu sehr verwässert und lassen ihn als halbgaren Mix zwischen dunkler Komödie und wenig spannendem Thriller erscheinen. Die Krönung ist ein vollends unsympathischer Protagonist, der die Sympathien der Zuschauer nur schwer für sich gewinnen kann. Übrig bleibt ein stellenweise unterhaltsamer Film, der über seine hochgesteckten moralischen Ziele stolpert und sie nicht erfüllen kann.
 
 


 
 
 

KILL YOUR FRIENDS – Zensur

 
 
 
Neben permanentem Drogenkonsum und einer Menge Nacktheit gibt es eine Handvoll blutiger Szenen, die „Kill Your Friends“ etwas würzen, aber nicht ins Extreme abrutschen. Der Film hat eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die Verfilmung des Buches von John Niven feierte ihre Weltpremiere als Eröffnungsfilm des Fantasy Filmfest 2015 und wurde nun vom Rechteinhaber Ascot Elite in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

KILL YOUR FRIENDS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kill Your Friends; Großbritannien 2015

Genre: Thriller, Komödien, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und Schuber

Extras: Originaltrailer Deutsch, Originaltrailer Englisch, 10 Interviews (ca. 47 Min.), B-Roll (7:48 Min.), Premiere Zürich Filmfestival (5:34 Min.), Trailershow

Release-Termin: 18.03.2016

 

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KILL YOUR FRIENDS – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Drecksau (2013)
 
Dom Hemingway (2013)
 
Bad Lieutenant (1992)