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Filmreview: „5 Souls“ (2011)

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5 SOULS

Story

 
 
 
Noahs (Ian Bohen) Leben ist in Gefahr. Das Böse (Steven Schub) höchstpersönlich will sich seine Seele unter den Nagel reißen, bietet dem reichlich verängstigten Noah aber wenigstens einen perfiden Deal an: er soll fünf unschuldigen Menschen das Leben nehmen, um sein eigenes retten zu können …
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Kritik

 
 
 
5 SOULS-Initiator BRETT DONOWHO ist zwar neu hinter der Kamera; unbekannt in der Filmwelt ist er trotzdem nicht. Bereits als junger Kerl hat er hin und wieder in eher anspruchslosen Serien mitgewirkt und war sogar in der Kult-Show PARKER LEWIS – DER COOLE VON DER SCHULE zu sehen. Irgendwann waren ihm derlei TV-Kurzauftritte vermutlich nicht mehr genug, so dass er eigene Filme drehen und produzieren wollte. So macht er sich an die Arbeit und fertigte im Jahr 2011 mit 5 SOULS seinen ersten Spielfilm. Doch bevor das Werk überhaupt auf den Videomarkt kommen sollte, schaffte es der Regisseur mit dem unsäglich schlechten Found-Footage-Film THE SPEAK (2011) noch schnell, einen Platz auf dem erfolgreichen Wackelkamera-Express zu ergattern. Erst als er mit dem passablen Geisterflick A HAUNTING AT SILVER FALLS (2013) ein paar Dollar einfahren konnte, kommt nun auch sein Erstling mit knackigen zwei Jahren Verspätung zu einer amerikanischen Heimkinoveröffentlichung.
 
Die Geschichte von 5 SOULS ist komplexer als erwartet, denn der Zuschauer erlebt das ultimative Martyrium des smarten Architekten Noah (IAN BOHEN), der sich vor seinen Flitterwochen noch schnell impfen lassen möchte. Doch die Hochzeitsreise muss auf unbestimmte Zeit verschoben werden, denn Noah fällt nach der Schutzimpfung kurzerhand ins Koma und begegnet dem Teufel höchstpersönlich (STEVEN SCHUB), der den adretten Schönling mit seiner skrupellosen Vergangenheit konfrontiert. Anders als der Zuschauer erwartet hätte, hat der Held der Geschichte nämlich gehörig Dreck am Stecken und ist Verursacher mehrerer Unfälle. Aufgrund minderwertiger Bausubstanz sind zwei Gebäude zusammengestützt, in denen Frau und Kind des Ex-Polizisten Sam (STEVE BASIC) ihr Leben lassen mussten. Der ringt verzweifelt nach Erklärungen und findet heraus, dass die Ursache des Übels beim korrupten Bauunternehmer David Bickman (CHARLES SOLOMON Jr.) zu suchen und Noah in dessen miese Machenschaffen involviert gewesen ist. Die Firma des gerissenen Geschäftsmannes errichtet günstige Immobilien und versucht mit wenigen Investitionen möglichst viel Umsatz zu machen. Während Sam zusammen mit Polizistin Sarah (ALLISON MCATEE) erste Ermittlungen anstellt, hat Komapatient Noah ganz andere Sorgen. Der soll fünf unschuldige Menschen töten, um seine eigene Seele retten zu können und entfacht dabei das Monster in sich.
 
Wahrlich kompliziert geht es in 5 SOULS zu. BRETT DONOWHO hat sich bei seinem Debüt für einen arg verschachtelten Storyverlauf entschieden. Während Patient Noah um sein Leben pokert und schnell erkennt, dass ihm Skrupel völlig fremd ist, spielt sich parallel zum Hauptplot eine weitere Geschichte ab. Die konzentriert sich auf das Schicksal des Ex-Polizisten Sam, der verzerifelt Erklärungen für den mysteriösen Tod seiner Familie sucht. 5 SOULS pendelt dabei etwas ungeschickt zwischen den beiden Handlungssträngen. Gerade dann, wenn Noahs Seele mordgeil durch die Gänge des Krankenhauses wandelt, büßt der Film erheblich Tempo ein, weil DONOWHO plötzlich zum Nebenplot wechselt. Das ist etwas wirr, denn dem Zuschauer bleibt nicht unbemerkt, dass da jemand versucht hat, zwei komplette Filme zu einem zu machen. Während sich Noahs Geschichte durchaus im Horrorgenre ansiedelt, erweist sich Sams Detektivarbeit als lupenreiner Krimi. Durch konstantes Springen zwischen den Schicksalen der beiden Protagonisten geht die kaum vorhandene Spannung erschreckend schnell flöten und der Zuschauer dürfte mit wachsender Ungeduld das Ende herbeisehnen. Immerhin werden die Gegebenheiten Schritt für Schritt plausibel entschlüsselt, wobei die anfänglich losen Handlungsverläufe am Ende logisch ineinanderlaufen. Für ein Filmdebüt ist das handwerklich zwar ganz solide gemacht, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass sich 5 SOULS auf gleichem Level befindet, wie zahllose Mystery-Serien im Programm der Privatsender. So ist 5 SOULS ein weiterer Film, den die Welt nicht braucht und kann getrost in den Händlerregalen stehen gelassen werden.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Düsterer Indie-Horrorfilm mit gelegentlich deftigen Schocks. Leider zu wirr inszeniert, so dass man die spannenden Szenen mit der Lupe suchen muss und die eigentlich gar nicht mal so üble Idee schnell an Reiz verliert.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Zensur

 
 
5 SOULS ist nicht sonderlich grausam, so dass der Film hierzulande problemlos ungeschnitten mit einer 16er-Freigabe durch die FSK kommen wird.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
My Soul to Take (2010)

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Filmkritik: „The Mine – Halloween in der Hölle“ (2013)

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THE MINE – HALLOWEEN IN DER HÖLLE

(ABANDONED MINE)

Story

 
 
 
Einige Freunde treffen sich an Halloween, für eine Minenexpedition. Im Stollen soll es angeblich spuken. Nach einem unachtsam verursachten Zwischenfall sitzen die Kids in der Falle und können den Ausgang nicht mehr erreichen. Während man nach einem anderen Exit sucht, scheint es in dem verlassenen Bergwerk wirklich nicht mit rechten Dingen zuzugehen …
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Kritik

 
 
 
Wenn ein Horrorfilm mit einem PG-13 Rating in die amerikanischen Kinos kommt, bedeutet das zwar durchaus, dass das gewaltfreie Filmchen ordentlich Kohle in die Kassen gewinnorientierter Studios schwemmt. Das erwachsene Publikum dürfte jedoch bei dieser Prämisse schnell mit der Nase rümpfen, gewinnt doch ein Horrorfilm gerade mit den nicht kindgerechten Szenen seinen eigentlichen Reiz. Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, die es trotz niedriger Altersfreigabe geschafft haben, ohne großartiges Blutvergießen selbst dem volljährigen Zuschauer gehörige Schauer einzujagen. Neben s/w-Klassikern wie BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963) und DAS SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961) lassen sich auch in der Gegenwart hin und wieder vergleichsweise harmlose Filme entdecken, die es verstehen, selbst dem abgebrühtesten Horrorfilmfan das Fürchten zu lehren. So schaffte es Regisseur ALEJANDRO AMENÁBAR mit seinem THE OTHERS (übrigens frei ab 12) im Jahre 2001 auch ohne blutrünstige Gewalt und Litern von Kunstblut einen der wohl grusligsten Filme der letzten Jahre zu produzieren. Es braucht nicht viel, heute einen unheimlichen Schocker zu zaubern. Liegt ein gutes Drehbuch vor, bedarf es nur talentierter Schauspieler und eines erfahrenen Kameramanns, der es versteht unheilvolle Bilder auf Film zu bannen. Zutaten, die THE MINE leider nicht besitzt. Dieser familienfreundliche und absolut blutleere Gruseltrip ist einer der vielen Fälle, der Jung wie Alt nicht erschrecken, sondern eher in süßen Tiefschlaf versetzt. Schauspieler JEFF CHAMBERLAIN hat sich in den 1970er und 80er durch diverse Auftritte in hier unbekannten Serien einen Namen gemacht und mag wohl den Traum vom eigenen Film nie ganz aus den Augen verloren zu haben. Rasch schrieb er das Drehbuch zu THE MINE (der im Original eigentlich ABANDONED MINE heißt) und übernahm auch gleich die Regie. Aufgrund der ersten, durchweg positiven Kritiken wurde der direkte Weg auf den Videomarkt gestrichen und CHAMBERLAINS Debüt in den amerikanischen Kinos ausgewertet. Was die ersten Kritiker gesehen haben müssen, scheint wohl eine gänzlich andere Version dieser unbrauchbaren Schlafpille gewesen zu sein, denn der fertige THE MINE ist weit entfernt von sehenswert.
 
In diesem unspektakulären Schaffen der Marke Schon-Unzählige-Male-Gesehen erleben wir, wie fünf Kids das alljährliche Halloweenfest auf ganz besondere Weise feiern möchten. Um den Tag unvergesslich zu machen, wollen die Freunde Ethan (CHARAN PRABHAKAR), Laurie (SAIGE THOMPSON), Brad (REILEY MCCLENDON), Jim (ADAM HENDERSHOTT) und Sharon (ALEXA VEGA) eine unheimliche Mine erkunden, von der man sagt, dass es darin spukt. Dass derartige Erzählungen nichts gutes verheißen, interessiert die naiven Jugendlichen natürlich herzlich wenig. Glaubt man den Legenden, soll sich in der verlassenen Mine tragisches ereignet haben: Der ehemalige Minenarbeiter William Jarvis wurde zusammen mit seinen beiden Töchtern in einen Hinterhalt gelockt und lebendig begraben. Nun geistern ihre rastlose Seelen durch die Schächte, immer auf der Suche nach einem geeigneten Wirtskörper, das ungemütliche Grab verlassen zu können. Während die Kids guter Dinge den stillgelegten Komplex betreten, passiert wenig später das erste Unglück und man sitzt in der Falle. Der Ausgang ist nicht mehr zu erreichen und Panik bricht aus. So zwängt sich die Bande durch die engen Schächte, in der Hoffnung einen alternativen Ausgang zu finden. Während sich die Freunde in einer verzwickten Situation befinden und nicht wissen, was sie im Inneren des Bergwerks erwartet, verwandelt sich der behäbige Spuktrip schnell zum klaustrophobischen Höhlenexpeditions-Survival-Thriller. Einer der Anwesenden hat plötzlich mit den viel zu engen Minengängen zu kämpfen, eine andere Protagonistin ist dem Wahnsinn nahe, weil sich riesige Vogelspinnen von der Decke abseilen. Fledermäuse erschrecken die Kids zu Tote und können dem Zuschauer nur ein lautes Gähnen entlocken. Immerhin haben die Charaktere in ihrer Panik noch ausreichend Zeit, um bitterböse Scherze zu veranstalten. So findet man eine gruselige Maske, mit der sich herzlich Erschrecken lässt und erste unheimliche Vorfälle deuten darauf hin, dass die Freunde in diesem Stollen doch nicht ganz so allein sind, wie anfänglich gedacht.
 
CHAMBERLAINS Drehbuch besitzt kaum Anzeichen von Originalität. Die formelhafte Geschichte spielt sich nach „Schema F“ ab und erinnert in seinen besten Momenten an den britischen Horrorschocker THE DESCENT (2005), ohne dabei nicht einmal annähernd dessen bedrückende und Adrenalin fördernde Atmosphäre zu erreichen. Der klaustrophobische Grundton verliert im unüberlegten Eifer der wenigen Protagonisten schnell an Intensität und THE MINE lässt bis kurz vor Ende nicht wirklich durchblicken, was er denn nun eigentlich sein will. Handelt es sich hier wirklich um einen übernatürlichen Geisterfilm, der dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen möge oder haben wir es hier nur mit dem langweiligen Überlebenskampf einiger dümmlicher Grünschnäbel zu tun, die eigentlich nichts anderes verdienen als den Tod? Die Antwort bleibt bis kurz vor Ende unschlüssig. Denn erst dann liefert JEFF CHAMBERLAIN mit seinem etwas zähen Erstling die wichtigen Erklärungen. Zugegeben, der unvorhersehbare Plottwist ist zwar ganz interessant, kommt aber leider zu spät, um den drögen Schnellschuss vor dem Untergang zu bewahren. Was bleibt ist ein ermüdender Film, ohne jeglichen Anspruch oder gute Ideen. Die Effekte bleiben auf PG-13-Niveau und Gewalt sucht der erwachsene Fan des Genres vergebens. Von daher: Finger weg, denn nicht einmal neugierige Kids werden an diesem langweiligen Käse Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
THE DESCENT trifft PARANORMAL ACTIVITY – Klaustrophobischer Gruseltrip mit zugegeben raffiniertem Finale. Leider ist THE MINE – HALLOWEEN IN DER HÖLLE sowas von unspektakulär, geistlos und langweilig, dass selbst dem Allesseher schnell die Äuglein zufallen dürften. Zudem gibt es hier weder Gewalt noch Gemetzel zu sehen, weshalb der Film für die meisten Horrorfilmfans bereits vor der Sichtung vollkommen uninteressant sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Zensur

 
 
In Amerika darf THE MINE (OT: ABANDONED MINE) bereits von Kindern gesehen werden. Hierzulande beurteilt die FSK Filme üblicherweise etwas strenger. Gewalt gibts in THE MINE nicht zu sehen. Demnach wurde der Film hierzulande auch schon ab 16 Jahren feigegeben.
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Rough Trade Distribution GmbH / Justbridge Movies

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Abandoned Mine; USA 2013

Genre: Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray

Extras:

Release-Termin: 14.11.2014

 

The Mine – Halloween in der Hölle [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE MINE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)

The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)

The Goonies (1985)

Dead Mine (2012)

My Bloody Valentine 3D (2009)

Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)


Filmreview: „Bad Milo“ (2013)

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BAD MILO

Story

 
 
 
Duncan (Ken Marino) wird von Magenproblemen geplagt, die er auf seinen stressigen Job zurückführt. Doch die Ursache ist eine ganz andere: Eine Kreatur hat sich in seinem Darm eingenistet und kriecht nun hin und wieder aus seinem Anus, um denen zu schaden, die Duncan das Leben zur Hölle machen …
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, der freundliche E.T. besucht den kleinen Elliott auf der Erde, krabbelt in seinen Hintern und kriecht immer dann aus dessen Rektum, wenn er nach Hause telefonieren möchte. So oder ähnlich lässt sich die blutige Erwachsenenversion des kindgerechten Spielberg-Kulthits aus dem Jahre 1982 beschreiben, die nun unter dem Titel BAD MILO in die heimischen Wohnzimmer kommt. MILO-Schöpfer JACOB VAUGHAN hat sich zuletzt eher an schwerverdaulicher Kost erprobt und vorrangig an amerikanischen Independentfilmen mitgewirkt, bei denen es natürlich nichts zu lachen gab. Bis auf einige Kurzfilme umfasst VAUGHANS Vita nichts, was bis dato überhaupt von Interesse gewesen wäre. Umso erfreulicher, dass sein eigens geschriebenes Drehbuch einen Geldgeber fand, der den absurden Monsterspaß sogar noch in den Lichtspielhäusern auswerten lassen wollte. Bereits nach Veröffentlichung des vielversprechenden Trailers dürfte eingeschworenen Horrorfilmfans ein Stein vom Herzen gefallen sein. Denn in Zeiten sich ständig wiederholenden Einheitsbreis tut jede erfrischende Idee gut, um die nicht enden wollende Gier nach neuen Horrorfilmen befriedigen zu können. Mit BAD MILO kann man Drehbuchautor und Regisseur JACOB VAUGHAN nur danken, dass er seinen schrägen Einfall zu Papier gebracht hat, denn sonst hätten wir vermutlich nie einen waschechten Anal-Dämon auf die Filmleinwand bekommen.
 
Die Geschehnisse um MILO handeln von Duncan (KEN MARINO), der sich seit einiger Zeit mit schrecklichen Krämpfen plagt und davon ausgeht, dass sein stressiger Job ihm gehörig auf den Magen schlägt. Während sich Freundin Sarah (GILLIAN JACOBS) Nachwuchs wünscht, redet sich der leidgeplagte Duncan beim Psychiater seines Vertrauens den Stress von der Seele. Doch die Therapien scheinen keine Erfolge zu erzielen, denn die Magenschmerzen werden eher schlimmer. Bis zu jenem Tag, an dem Duncan einen Kobold aus dem Anus presst. Der macht sich sogleich an die Arbeit, all jene zu meucheln, die Duncan unter Druck setzen. Nach anfänglicher Verwirrung beginnen Duncan und sein Wurm, Freundschaft zu schließen. Das gelingt recht locker, bis Duncan erfährt, dass die bisher erfolglosen Nachwuchsbemühungen endlich von Erfolg gekrönt sind. Während die angehende Familie erste Planungen trifft, hat Arsch-Gnom MILO nur ein Ziel: das bevorstehende Elternglück zu verhindern.
 
In BAD MILO bekommt der Begriff des Arschkriechers eine vollkommen andere Gewichtung. Wir erleben eine Kreatur als Manifestation des Unterbewusstseins eines Mannes, der für seinen Alltagsfrust keine Ventil findet. Während MILO in erstaunlicher Regelmäßigkeit aus dem Hintern seines Wirts herauskriecht und wenig später natürlich auch wieder hinein möchte, gelingt es Regisseur JACOB VAUGHAN mit erstaunlich sicherem Händchen, der skurrilen Kreatur so etwas wie sympathische Züge mitzugeben. Obwohl MILO erstaunlich oft im blutroten Saft wuseln darf und dabei die Zähne zeigt, ist es vor allem gegen Ende ein schier kitschig wirkendes Finale, das nicht selten an Filme der familienfreundlichen Traumfabrik DISNEY erinnert und BAD MILO dadurch umso liebenswerter macht. Die eigentlich triviale Geschichte verliert schnell an Bedeutung. Highlight des Filmes sind die Auftritt des wandelnden Darmgeschwürs, die selbstverständlich so rein gar nicht kindgerecht auf der Leinwand zelebriert werden. Es wird mit allerlei (Fäkal-)Situationskomik um sich geworfen und natürlich auch selbstironisch gesplattert, was dem filmhungrigen Horrorfan so einige Schmunzler abringen dürfte. JACOB VAUGHAN scheint die einschlägigen Monster-Komödien (BASKET CASE, ELMER, GHOULIES) der goldenen 80er ausreichend studiert zu haben, denn BAD MILO wirkt nicht nur wie ein Film aus jener Zeit; auch das raffinierte Creature Design (übrigens alles handgemacht) pendelt irgendwo zwischen Faszination und Ekel und wirkt beinahe wie eine Symbiose aus Spielbergs E.T. und Dantes GREMLINS. Die riesigen Kulleraugen des Titelhelden lassen schnell vergessen, dass die Geschichte einigen Leerlauf besitzt und vermutlich besser eine einstündige Episode der MASTERS OF HORROR-Serie geworden wäre. Die Tatsache, dass da ein Regisseur versucht hat mit viel Wortwitz und erfrischenden Ideen gegen den aktuellen Zombie-, Folter- und Wackelkamera-Strom zu schwimmen, macht aus BAD MILO eine wunderbare Angelegenheit. Bei derart unbekümmerter, gagreicher und selbstironischer Inszenierung ist eine Fortsetzung natürlich unbedingt erwünscht, denn mit MILO ist definitiv ein neuer Star am Horrorhimmel geboren!
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grandioser Monsterspaß, den man gesehen haben sollte. Wer ein Faible für Monsterkomödien (GREMLINS, GHOULIES, ELMER, BASKET CASE) der 80er hegt, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Trotz vollkommen bescheuerter Idee funktioniert BAD MILO erstaunlich gut. Die simplen aber nicht minder sehenswerten Puppeneffekte werten die dünne Handlung beachtlich auf und einige böse Szenen gibt es auch noch zu bestaunen – auch wenn man die natürlich nicht wirklich ernst nehmen möchte.
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Zensur

 
 
BAD MILO ist eine Horrorkomödie und keine Schlachtplatte. Zwar darf MILO ab und an mit seinen spitzen Zähnen an Menschenfleisch knabbern; wirklich brutal ist das aber nicht. Aufgrund des humoristischen Untertons darf man auf eine ungeschnittene FSK16-Freigabe hoffen.
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hell Baby(2013)

Gremlins – Kleine Monster (1984)

E.T. – Der Außerirdische (1982)

Elmer (1988)

Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)


Filmreview: „The Bates Haunting“ (2012)

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THE BATES HAUNTING

Story

 
 
 
In einer zur Geisterbahn umgebauten Farm ist der Wurm drin. Das bemerkt auch Agnes Rickover (Jean Louise O’Sullivan), die dort ihren neuen Job antreten soll. Zu allem Überfluss musste an jenem ungewöhnlichen Ort ein Jahr zuvor Agnes’ beste Freundin ihr Leben lassen. Kaum hat der erste Arbeitstag begonnen, geschehen allerhand mysteriöse Dinge …
 
 
 


 
 
 

THE BATES HAUNTING – Kritik

 
 
 
Es ist in Genrekreisen keine Seltenheit mehr, dass ausgefuchste Studios versuchen den Zuschauer für dumm zu verkaufen. Da wird an vielversprechenden Titeln gefeilt, um den Horrorfilmfan zackig in den Kinosessel zu bewegen. Der bekommt dann leider relativ oft geboten, was er eigentlich gar nicht sehen wollte. THE BATES HAUNTING ist wieder einmal so ein typischer Fall dreister Abzocke. Da zeichnet sich auf dem Filmplakat die Silhouette einer messerschwingenden Person hinter dem Fenster eines gruseligen Hauses ab, das ganz nebenbei auch noch eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Gebäude aus Hitchcocks Thriller PSYCHO vorweist. Der raffiniert gewählte Titel legt tatsächlich die Vermutung nahe, dass dem Filmfreund mit THE BATES HAUNTING ein indirekter Ableger des beliebten Franchise geboten wird. Und dennoch: der vorliegende Slasher hat nicht im Geringsten irgendetwas mit dem wegweisenden Kultwerk gemein. BYRON TURK, der kreative Kopf hinter dieser Mogelpackung, hat schon an viel TV-Quark mitgewerkelt und gibt mit besagtem THE BATES HAUNTING seinen Regie-Einstand. Zusammen mit unbekannter Besetzung und einer handvoll grausiger FX wagt er nun den ersten Versuch, mit seinem Debüt die Aufmerksamkeit der Horrorgemeinde zu gewinnen.
 
Im Mittelpunkt des Films steht die rebellische Kleinstadtpomeranze Agnes Rickover (JEAN LOUISE O´SULLIVAN), die vor genau einem Jahr erleben musste, wie die beste Freundin in einem Halloween-Freizeitpark verbrannte. Seither wird sie von Albträumen geplagt und findet auch in ihrem alten Job keine Erfüllung. Den lässt sie gewissenlos sausen und wird wenig später von Daddy höchstpersönlich zu einem Job in eben jenem Vergnügungspark verdonnert. Doch irgendwas scheint nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Denn mit Agnes’ Ankunft passieren seltsame Unfälle, die sich keiner der Anwesenden erklären kann. Zudem verschwinden plötzlich einige Angestellte unter mysteriösen Umständen, was darauf hindeutet, dass in diesem Park einiges im Argen liegt.
 
Gedreht wurde dieser bedeutungslose Slasher in einem Freizeitpark in Glen Mills, Pennsylvania, der unter dem glorreichen Namen THE BATES MOTEL AND HAUNTED HAYRIDE zu einer örtlichen Attraktion gehört und alljährlich pünktlich zum Gruselfest tausende Schaudererprobte aus dem ganzen Land zum unheimlichen Stelldichein lädt. Hier werden Reisende auf dem Anhänger eines Traktors durch die jeweiligen Szenarien inmitten einer abgelegenen Farm gekarrt, wobei zig Schauspieler in aufwendig gestalteten Kostümen damit beschäftigt sind, das zahlende Publikum zu Tode zu erschrecken. Macher BYRON TURK sah in der Idee hinter dieser real life Geisterbahn genug Potenzial für einen abendfüllenden Langfilm, wobei er viele der vorhandenen Requisiten des Park-Eigentümers sogar für seinen Film nutzen und dabei sogar noch eine Menge Kohle sparen konnte. Anders hätte WELCOME TO THE BATES MOTEL, so der ursprüngliche Titel, vermutlich auch gar nicht umgesetzt werden können, denn der Zuschauer bemerkt schnell, dass das Indiemovie arg unter dem nicht vorhandenen Kapital gelitten haben muss. Etwas lieblos ist THE BATES HAUNTING geraten. Die Darsteller wirken blass und untalentiert. Der Umsetzung mangelt es an Spannung und Raffinesse. Immerhin stimmen die wenigen Spezialeffekte. Hier ist der eigentliche Reiz dieses solide abgedrehten aber eigentlich vollkommen überflüssigen Meuchelfilms zu suchen. Während Protagonistin Agnes damit beschäftigt ist, ihre Aufgaben in der Anlage gewissenhaft zu erledigen, werden die wenigen Angestellten in ominöse Unfälle verwickelt und müssen mit dem Leben bezahlen. Da wird Personal mit einer Kreissäge in zwei Stücke zerteilt; ein Anderer mittels Guillotine einen Kopf kürzer gemacht. Die Vorfälle passieren allesamt vor den Augen der nervenstarken Besucher, die selbstverständlich – wie in H.G. Lewis Frühsplatter THE WIZARD OF GORE – der Meinung sind, dass die Morde zum spektakulären Show-Programm gehören. Slashertypisch bleibt bis kurz vor Ende ungeklärt, wer den Schabernack veranstaltet hat, wobei dem Zuschauer nicht unbemerkt bleibt, dass die Auflösung des Spuks bereits von Anfang an ersichtlich ist. Unterm Strich bekommt der Filmfreund hier geistlosen Standardbrei geboten, der trotz gut getrickster Gewaltexzesse und recht gelungenen Schreckmomenten kaum Nennenswertes zu bieten hat, auf das sich der Fan freuen dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE BATES HAUNTING – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schockreicher Slasher mit beachtlichem Blutgehalt, der aber unter der etwas lieblosen Inszenierung und seinem kaum vorhandenen Budget zu leiden hat. Auch wenn der Geisterbahnbesitzer scherzhaft im Film meint: „Yeah, I’m pretty far from Norman Bates. You can call me …normal Bates?“ so ist das irreführende Filmplakat und die hinterlistige Titelgebung für den zahlenden Kunden überhaupt nicht mehr lustig.
 
 
 


 
 
 

THE BATES HAUNTING – Zensur

 
 
In THE BATES HAUNTING gibt es für Splatterfreunde so einiges so sehen. Es wird ein Leib mittels Sägeblatt zerteilt und ein Paar wird mit einer Erntemaschine in die ewigen Jadggründe befördert. Zwar sind die wenigen Effekte überschaubar, dürften jedoch dafür sorgen, dass THE BATES HAUNTING hierzulande nur von volljährigen Filmfans gekauft werden darf. Wir gehen von einer ungeschnittenen KJ-Freigabe aus.
 
 
 


 
 
 

THE BATES HAUNTING – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens (2011)

Silent Night (2012)

ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)

Urban Explorer (2011)


Filmreview: „Frankenstein´s Army“ (2013)

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FRANKENSTEIN´S ARMY

Story

 
 
 
Einige Russen stoßen inmitten der Wirren des Zweiten Weltkriegs auf ein geheimes Labor der Nazis, in dem nach Aufzeichnungen Dr. Victor Frankensteins grausige Experimente durchgeführt werden. Ein wahnsinniger Wissenschaftler hat eine schaurige Armee wandelnder Untoter geschaffen, die nun über den Kriegsschauplatz tobt und die Gegner in die Flucht schlagen soll …
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Kritik

 
 
 
Die düstere Nazi-Thematik wurde nun schon in allen erdenklichen Horrorfilmen verwurstet. Ob im Geisterschiff-Schocker DEATH SHIP (1980), im Zombiefilm DEAD SNOW (2009) oder im Exploitation-Trash ILSA, SHE WOLF OF THE SS (1975); die kontroverse deutsche Geschichte hat schon so manch Filmschaffenden auf arg perfide Ideen gebracht. Der niederländische Regisseur RICHARD RAAPHORST sah in der Nazi-Problematik ebenfalls Potenzial und wollte damit nach einigen Kurzfilmen den ersten Langfilm schaffen. Unter dem Titel WORST CASE SCENARIO drehte er zwei kurze Promo-Clips, um mögliche Investoren für seinen Nazi-Flick gewinnen zu können. Doch der erhoffte Dreh kam nie zustande. Stattdessen öffnete sich für den Nachwuchsregisseur ein anderes Türchen. RAAPHORST begann mit der Arbeit am Monster-Trash FRANKENSTEINS ARMY, in dem er einige seiner Ideen aus den zuvor abgedrehten WORST CASE SCENARIO-Trailern gleich für seinen ersten Spielfilm wiederverwerten konnte und sich so einen langjährigen Traum erfüllte. Seine Geschichte über eine gemächlich marschierende Armee von „Zombots“, die durch einen verrückten deutschen Wissenschaftler aus Blech und menschlichen Körperteilen zusammengebastelt wird, erntete bereits bei Kritikern und in Fankreisen ausreichend Lob und dürfte nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, dass RAAPHORST vielleicht doch noch sein gescheitertes WORST CASE SCENARIO auf die große Leinwand bringen darf. Um seinen Film so wirtschaftlich wie möglich umsetzen zu können, wurde bei der Produktion auf preisgünstige Wackelkamera-Methodik zurückgegriffen, die im Falle von FRANKENSTEINS ARMY einmal mehr all die üblichen Klischees zu bieten hat, die dieses Subgenre unlängst hervorgebracht hat. Für manchen Horrorfan vermutlich zuviel des Guten, besitzt der berüchtigte Found Footage-Film vermutlich ebenso viele Gegner wie Liebhaber und hat sich durch die unendlich vielen minderwertigen Werke der letzte Zeit wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Trotz aller Skepsis erweist sich die Wackelcam-Rezeptur hier als stimmiges Stilmittel, das hervorragend mit der morbiden Atmosphäre verschmilzt und zusammen mit dem hervorragenden Monster-Design weit mehr als nur ein Wackelkamera-Film unter vielen ist.
 
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges: FRANKENSTEINS ARMY erzählt vom bitteren Kampf eines russischen Aufklärungstrupps, der in deutschem Gebiet nach gegnerischen Stellungen sucht, um diese zur Aufgabe zu zwingen. Seit einer gefühlten Ewigkeit besitzt das Team keinen Kontakt mehr zum Oberkommando und eilt orientierungslos über den Kriegsschauplatz. Plötzlich erhalten die Kameraden einen Funkspruch einer naheliegenden russischen Truppe, die um Hilfe bittet. Für die Soldaten Grund genug ihren Landsleuten zur Hilfe zu eilen. Doch als sie den übermittelten Koordinaten in ein vermeintlich leerstehendes Dorf folgen, ahnen sie nicht, dass sie wenig später von einer Schar grotesker Gestalten heimgesucht werden. In einem geheimen Labor der Nazis hat ein verrückter Wissenschaftler Leichenteile deutscher Gefallener mit Blech und Metall zusammengeflickt und daraus eine Monster-Horde geschaffen, die nun die Russen in die Flucht schlagen soll.
 
Die Geschichte wird hierbei aus der Sicht des russischen Studenten Dimitri (ALEXANDER MERCURY) geschildert, der den Aufklärungstrupp mit seiner 16mm Kamera begleitet und jeden Schritt auf Film festhält. Das Bildmaterial unterliegt selbstverständlich auch in FRANKENSTEINS ARMY technischen Schwankungen. Mit diversen Unschärfen, Bildausfällen oder gar einer zerbrochene Linse muss der Zuschauer leben, wobei gerade in hektischen Situationen ein Erfassen der Ereignisse unmöglich scheint. Immerhin schaut das Bildmaterial dank 16mm schön retro aus (ob nur technisch aufbereitet oder wirklich auf 16mm gedreht sei einmal dahingestellt), so dass der fake-dokumentarische Stil hervorragend zur Geltung kommt und eine authentische Kriegsatmosphäre schafft. Während sich die erste Hälfte des Filmes mit dem Suchen, Erkunden und Entdecken beschäftigt und nicht selten mit einigen unnötigen Längen zu kämpfen hat, geht es dafür in der zweiten mächtig zur Sache. In einem verlassenen Bergdorf bricht der Terror los und die russischen Soldaten werden in regelmäßigen Abständen von absurden Gestalten angegriffen. Die kriechen aus allen Ecken und lassen den Zuschauer nicht selten an berüchtigte Shooter-Games wie DOOM, MEDAL OF HONOUR oder WOLFENSTEIN 3D denken. Die aus Schrott und Kriegsleichenteilen zusammengekleisterten Kreaturen bieten den eigentlichen Wert von FRANKENSTEINS ARMY, denn derart groteske Ungeheuer hat die Filmwelt vermutlich noch nicht zu Gesicht bekommen. Großes Lob gilt daher der Ideenvielfalt des Regisseurs, der hier eine absolut andersartige Horde Monster kreiert hat und dabei sogar durchweg auf CGI-Effekte verzichtet. Die Kreaturen – halb Mensch, halb Maschine – glänzen durch Liebe zum Detail und lassen nur erahnen, wohin die gesamten Produktionsmittel geflossen sein müssen. Die aufwendigen Spezialeffekte sind für das überschaubare Budget, das RAAPHORST für die Umsetzung seiner Perle zu Verfügung gestanden hat, als beachtlich hochwertig zu betiteln und sind zudem in der deutschen Filmversion sogar noch vollkommen komplett. Etwas unverständlich, wird gerade gegen Ende reichlich menschliches Hirn gematscht, wobei die hiesige FSK bei weitaus handzahmeren Filmchen nicht selten gar keinen Spaß verstand. Nichtsdestotrotz hat natürlich auch FRANKENSTEINS ARMY so seine Schnitzer (warum sprechen russische Soldaten eigentlich untereinander perfektes Englisch), die erfrischende Idee überzeugt jedoch prompt und die schnörkelfreie Inszenierung macht RAAPHORSTS Debüt zu einer schwer unterhaltsamen Angelegenheit, die sich kein interessierter Horrorfilmfan entgehen lassen sollte.
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eine kleine Überraschung auf dem sonst so zwiespältigen Wackelkamera-Markt. Umso erstaunlicher, dass der Initiator dieser Horrorperle direkt aus unserem Nachbarland, den Niederlanden, stammt. In FRANKENSTEIN ARMY erlebt der Zuschauer die vermutlich absurdesten Filmmonster der letzten Jahre. Ein unterhaltsamer Horrorstreifen, der selbst das Herz eingefleischter Found Footage-Gegner schneller schlagen lassen dürfte, denn FRANKENSTEIN ARMY ist laut, blutig und herrlich schräg!
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Zensur

 
 
 
In FRANKENSTEIN´S ARMY geht es gerade gegen Ende recht deftig zur Sache, wobei sich die Frage stellt, wie FRANKENSTEIN´S ARMY unbeschadet durch die FSK gekommen ist. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Frankensteins Army Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Frankenstein´s Army; USA/Niederlande 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1920x1080p), @24 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover und Schuber, Steelbook

Extras: Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Making of (ca. 31 Minuten), Trailershow mit sechs Clips anderer Filme aus dem Programm von ASCOT ELITE

 
 
 
Der bisher in Genrekreise mit eher gemischten Gefühlen aufgenommene FRANENSTEIN´S ARMY hat vom Anbieter ASCOT ELITE HOME ENTERTAINMENT eine erstaunlich hochwertige Blu-ray-Veröffentlichung spendiert bekommen. Die Erstauflage wurde sogar in einen Pappschuber gesteckt; ein limitiertes Blu-ray-Steelbook soll zusätzlich folgen. Das anamorphe Widescreenbild ist für einen Found-Footage-Film als ziemlich gelungen zu betiteln. Der schicke Retro-Look des Bildmaterials besitzt einen durchweg lobenswerten Kontrast und eine sehr gute Schärfe; die vielen für einen Wackelcamfilm typischen Mängel im Bildmaterial (unkonstante Kameraführung, Unschärfen usw.) passen thematisch hervorragend zur Geschichte und stören nur selten. Der Schwarzwert ist satt und detailreich und die Kompression bleibt unauffällig. Ebenso lobenswert geht es tonal zugange. Der deutsche und englische Ton liegt in dts-HD-Master 5.1 vor und fällt erstaunlich räumlich und sehr druckvoll aus. Die Dialoge verteilen sich im Frontbereich und sind gut verständlich. Viele kleine Effekte schallen aus den hinteren Lautsprechern, was gerade in den Katakomben für ein angenehmes Gruselfeeling sorgt – auf einen Score wird aufgrund des Doku-Charakteres weitestgehend verzichtet. Für einen eher kleinen Film wie FRANKENSTEIN`S ARMY sollte man beim Bonusmaterial nicht zu viel erwarten. Dem Filmfreund wird das obligatorische Extraprogramm geboten. Herzstück ist das halbstündige „Making of“ bei dem zwar einige Aspekte über die Produktion beleuchtet werden, aber weniger auf die kuriose Entstehungsgeschichte eingegangen wird. Die Promo-Clips der Ursprungsidee WORST CASE SCENARIO haben es nicht auf die Scheibe geschafft, können aber auf einschlägigen Videoportalen wie YOUTUBE kostenlos angesehen werden. Trotzdem sehr bedauerlich, dass diese höchst beeindruckenden Trailer nicht auf der vorliegenden Blu-ray vorzufinden sind. Abgerundet werden die Extras mit dem Originaltrailer in Deutsch und Englisch, sowie sechs Clips aus dem Film-Katalog des Anbieters ASCOT ELITE. Gegner des FSK-Flatschens dürfen sich zudem auf ein Wendecover freuen.
 
 

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FRANKENSTEIN´S ARMY – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Dinosaur Project (2012)

The Amityville Haunting (2011)

Tape 407 (2012)

V/H/S (2012)

V/H/S 2 (2013)

Paranormal Activity 3 (2011)

Penance – Sie zahlen für ihre Sünden (2009)

The Tunnel (2011)

Aktion Mutante (1993)


Filmreview: „The Last Will and Testament of Rosalind Leigh“ (2012)

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH
 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH

Story

 
 
 
Leon (Aaron Poole) erbt nach dem tragischen Selbstmord seiner Mutter das Haus, in dem er seine Kindheit verbracht hat. Doch direkt nach Ankunft geschehen seltsame Dinge. Es scheint, als ob Mutter Rosalind (Vanessa Redgrave) Kontakt mit ihrem Sohn aufnehmen möchte, um ihm etwas wichtiges mitzuteilen. Während Leon damit beginnt seine Vergangenheit aufzuarbeiten, zieht eine bedrohliche Gestalt ihre Runden um das Anwesen …
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Kritik

 
 
 
Im Zuge möglichst effekthascherischen Mainstreamkinos und absurd blutrünstiger Dutzendware, hat mancher Horrorfilmfan das subtile Grausen bereits aus seinem Gedächtnis gestrichen. Die Zeiten klassischer Gruselfilme scheinen unlängst vorbei zu sein, denn mit leichtem Bibbern lässt sich heute kaum noch lukrativ wirtschaften. Umso erfreulicher, dass immer wieder Nachwuchsregisseure versuchen, gegen den Strom zu schwimmen und sich den Trends entgegenstellen. RODRIGO GUDIÑO ist so ein Fall. Mit seinem Schauderstück THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH liefert er ein Paradebeispiel dafür, was man allein mit einer ausgeprägten, unheilvollen Atmosphäre bewirken kann. Ganz unbewandert im Genre scheint der Filmemacher nicht zu sein, zeichnet der talentierte Debütant für das erfolgreiche, kanadische Horrormagazin RUE MORGUE verantwortlich, das Filmbegeisterte weltweit in Sachen Horror stets auf dem Laufenden hält und 1997 von GUDIÑO ins Leben gerufen wurde. Nachdem er mit drei Kurzfilmen viel Lob auf einschlägigen Festivals ernten konnte, schien der nächste Schritt unumgänglich: der erste Langfilm. Überraschenderweise hat sich GUDIÑO für den internationalen Startschuss ein gänzlich unkommerzielles Werk ausgesucht, das er nicht nur selbst inszeniert hat, sondern für das er auch das Drehbuch schrieb. Sein THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH unterscheidet sich dabei grundsätzlich von dem, was sonst auf dem Heimkinomarkt geboten wird. Der Gruseltrip besinnt sich der Wurzeln des Horrors. Das heißt, klassische Stilmittel treten in den Vordergrund und der Einsatz aktuell so beliebter Terror- und Gewalteskapaden wird gänzlich vermieden.
 
Im Mittelpunkt dieser unheimlichen Geschichte steht der Antiquitätenhändler Leon (AARON POOLE), der nach dem Selbstmord der Mutter (VANESSA REDGRAVE) in sein Elternhaus zurückkehrt. Das entpuppt sich nicht nur als kleines Museum mit allerhand alten Relikten, sondern ist auch ein beliebter Wallfahrtsort für einen mysteriösen Engelskult, dem Mutter Rosalind zu Lebzeiten angehört hat. Früh hat der Glaube der Mutter das Leben des Sohnes nachteilig geprägt, so dass dieser sich dazu entschloss, das Elternhaus bei Zeiten zu verlassen. Zurück blieb Rosalind, die sich in ihrer Einsamkeit Schutz durch die religiöse Engelgemeinschaft versprach. Während Leon zwischen all den Artefakten und Antiquitäten beginnt, sich mit den Dämonen seiner Vergangenheit auseinander zu setzen, geschehen im Haus seltsame Dinge. Es scheint, als ob die tote Mutter mit ihrem entfremdeten Sohn Kontakt aufnehmen möchte und ihm eine wichtige Botschaft übermitteln will. Währenddessen schleicht eine unheimliche Kreatur im Garten umher.
 
In THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH wird der Vorteil des langsamen Erzählens wiederentdeckt. Hier wird sich gänzlich von aktuellen Sehgewohnheiten gelöst und sich zu den Wurzeln des subtilen Schauerns begeben. Langsame Fahrten und elegante Kameraarbeit schaffen dem Zuschauer ausreichend Möglichkeiten, sich selbst im Gebäude umzuschauen. Das ist vollgestopft mit allerhand schrulligen und nicht selten kitschig wirkenden Gegenständen, die durch den geschickten Einsatz von Licht und Schatten erstaunlich unheilverkündend und angsteinflößend wirken. Wie bei Subgenre-Klassikern á la BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963), SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961) oder THE SHINING (1980) ist in THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH das Haus der heimliche Star, denn Regisseur RODRIGO GUDIÑO schafft es mit einer beeindruckenden Leichtigkeit, dass das Erkunden des Gebäudes weitaus spannender wirkt, als die eigentliche Geschichte des Films. Mutter Rosalind hat vor ihrem Tod einige Hinweise im Haus verteilt, um in irgendeiner Form mit dem entfremdeten Sohn in Kontakt treten zu können. Was folgt ist eine gemächliche erzählte Schnitzeljagd durch das elterliche Heim, die Leon in die entlegensten Winkel des Hauses führt und es ihm so ermöglichen, dass er diverse Geheimnisse über das Gebäude aufdecken und seine Vergangenheit aufarbeiten kann. Mutter Rosalind tritt dabei als Kommentatorin in Erscheinung, die die Erkundung des Hauses mit mitleiderregender Stimme aus dem Off dokumentiert und stets den Verlust des eigenen Sohns bedauert.
 
THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH ist ein poetisches Märchen über Kummer, Verlust und Verzweiflung. Eine Geschichte des verlorenen Glaubens und seiner Natur. RODRIGO GUDIÑO ist mit seinem Debütwerk ein Glückswurf gelungen. Einen Großteil der Lobpreisungen dürfte er Kameramann SAMY INAYEH zu verdanken haben. Der schafft das Glanzstück, eine einerseits schwermütige und dennoch bedrohliche Atmosphäre zu kreieren, andererseits jedoch düstere Bilder voller Schönheit auf Zelluloid zu bannen. Bei derart kreativem Können kann man nur staunen. Auch wenn THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH für das geschundene Horrorkino eine erfrischende Bereicherung darstellt, so sollte jedem klar sein, dass es sich hier um keinen gewöhnlichen Spukfilm handelt. GUDIÑOS Erstwerk ist vermutlich eines der wenigen Geisterfilmchen, in denen der Zuschauer keinen einzigen Geist zu Gesicht bekommt. Stattdessen punktet der Film mit ausreichend dramalastiger Mystery und wunderbar altmodischer Gruselatmosphäre. Wer Filme mit schlüssigem Ende bevorzugt, dürfte übrigens bei diesem Werk dumm aus der Wäsche schauen. Denn die Erklärungsansätze des Films lassen diverse Interpretationsmöglichkeiten zu.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Frischer Wind im Grusel-Genre. THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH ist ein poetisches Schauermärchen, das selbstbewusst gegen den Mainstream rudert.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Zensur

 
 
 
In THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH fließt weder Blut, noch wird Gewalt zelebriert. Von daher wurde der Film aufgrund seiner unheimlichen Atmosphäre von der FSK bereits ab 16 Jahren freigegeben. Wegen des Bonusmaterials der Heimkinoscheibe ist dieser jedoch erst für Volljährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Last-Will-and-Testament-of-Rosalind-Leigh-blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Will and Testament of Rosalind Leigh; Kanada 2012

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Blu-ray: Keine Jugendfreigabe – Der Film selbst: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 29.08.2014

 

The Last Will and Testament of Rosalind Leigh [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Haunting of Helena (2012)

Barricade (2012)

The Pact (2012)

The Awakening (2011)

The Woman in Black (2012)

The Devils Backbone (2001)


Filmreview: „Jug Face“ (2013)

jug-face-poster
 
 
 

JUG FACE

Story

 
 
 
Tief in den Wäldern im Süden Amerikas liegt ein Dorf, dessen Bewohner eine unsichtbare Kreatur verehren, die in einem mysteriösen Schlammloch haust. Um den Schutz der Gemeinschaft zu wahren, wird das Wesen hin und wieder mit menschlichen Opfern besänftigt. Als die junge Ada (Lauren Ashley Carter) erfährt, dass sie als nächstes an der Reihe ist und zum Wohle der Gemeinde hingerichtet werden soll, versucht sie aus dem Dorf zu flüchten …
 
 
 


 
 
 

JUG FACE – Kritik

 
 
 
 
 
 
Achtung, Kritik beinhaltet Spoiler!
 
 
 
Wenn man stets hart und zielstrebig an seinen Träumen arbeitet, kann man Großes erreichen. So oder so ähnlich dachte vermutlich Newcomer CHAD CRAWFORD KINKE und dürfte sich zur Belohnung für seinem Debüt-Film JUG FACE vor Angeboten kaum noch retten können. Der talentierte Nachwuchsregisseur nahm 2011 an einem Drehbuchwettbewerb teil, den er auch für sich entscheiden konnte. Zusätzlich fand sein Werk erfreulicherweise rasch einen Geldgeber und konnte schnellstmöglich realisiert werden. Trotz mangelnder Bekanntheit und Low-Budget-Status konnte man für JUG FACE den international erfolgreichen Spezialeffekte-Künstler ROBERT KURTZMAN gewinnen, Mitbegründer der beliebten KNB-Effekt-Werkstatt und Kopf hinter den herrlich bösartigen Effekten von Filmen wie EVIL DEAD 2, FROM DUSK TILL DAWN oder BRIDE OF RE-ANIMATOR. Auch wenn der vorliegende Horrorfilm mit KURTZMAN an Bord große Kröselei verspricht, ist JUG FACE eben doch keines dieser drastischen Dinger geworden, in dem die Protagonisten nahezu im Blut ersaufen.
 
Im Mittelpunkt der kleinen Geschichte steht ein verschworenes Hinterwäldlervolk, das seine Zeit entgegen der Erwartung des Zuschauers nicht mit dem Abschlachten ahnungsloser Touristen verbringt. In JUG FACE huschen keine deformierten Kreaturen durchs Bild, die niederen Instinkten frönen. Stattdessen handelt der Film von einer religiösen Gemeinde, weit draußen in den Urwäldern Südamerikas, die sich durch ein geheimnisvolles Ritual Schutz verspricht. Auch die schüchtern dreinschauende Ada (LAUREN ASHLEY CARTER) gehört jener Gemeinschaft an und hat ein kleines Geheimnis. Sie ist einem Nachbarsjungen versprochen verschweigt aber, dass sie das Kind ihres Bruders Jessaby (DANIEL MANCHE) im Leib trägt. Während man gemütlich in den Alltag lebt, ist es vor allem eine mysteriöse Grube, die allen Dorfbewohnern Sorge bereitet. Dort haust eine unsichtbare Kreatur, die in regelmäßigen Abständen Opfergaben fordert und so die kleine Gemeinde dezimiert. Töpfer Dawai (SEAN BRIDGER) scheint dabei als Sprachrohr des Monsters zu fungieren, empfängt er doch Visionen und formt in Trance kleine Tongefäße mit den Gesichtern jener Dorfbewohner, die als nächstes am Rand der Grube geopfert werden sollen. Als Ada auf einem der Krüge ihr eigens Gesicht wiederentdeckt, bricht sie in Panik aus und vergräbt den Behälter im Wald. Das erweckt natürlich die Missgunst der Kreatur, worauf diese beginnt, wahllos die Mitglieder der Gemeinde zu schlachten. Grund für Ada, aus dem Dorf zu fliehen – in Dawai sieht sie einen Verbündeten.
 
Auch wenn mit ROBERT KURTZMAN als F/X-Experte ein Garant für blutiges Treiben an Bord ist, überrascht, dass JUG FACE keine unnötige Splatterorgie geworden ist. Das hier geschilderte Grauen ist subtiler Natur, was natürlich nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass Regisseur CHAD CRAWFORD KINKE nicht hin und wieder daran Gefallen findet, Blutfontänen durch die Szenerie spritzen zu lassen. Voranging jedoch beschäftigt sich JUG FACE mit den Konflikten innerhalb der Gemeinschaft, wobei Parallelen zum Film THE VILLAGE von M. NIGHT SHYAMALAN (THE SIXTH SENSE) nicht von der Hand zu weisen sind. Während die Kreatur wahllos Opfer unter den Dorfbewohnern fordert, ist Hauptprotagonistin Ada die einzige, die einen klaren Entschluss fasst und dem geduldeten Abschlachten entkommen möchte. Sie nimmt all ihren Mut zusammen und flüchtet in die naheliegende und dennoch befremdliche Kleinstadt, um dort nach Hilfe zu suchen. Während CHAD CRAWFORD KINKE ein goldenes Händchen für unglaublich stimmige Bilder besitzt, sind es vor allem die großartigen Schauspieler, die den Film bereichern. Allen voran LAUREN ASHLEY CARTER, die der Rolle der verunsicherten Ada die notwendige Glaubwürdigkeit verleiht. Ähnlich wie in BRIAN DE PALMAS King-Verfilmung CARRIE (1976) leidet Ada unter dem religiösen Fanatismus der eigenen Eltern. Während die permanente Angst vor der dominanten Mutter Loriss (brillant abgebrüht: SEAN YOUNG) dem Teenager schlaflose Nächte bereitet, sorgt das ruppige und durchweg kaltherzige Vorgehen der Selbigen nicht selten für unangenehmes Magengrummeln beim Zuschauer.
 
Dennoch; auch wenn CHAD CRAWFORD KINKE bei seinem ersten abendfüllenden Spielfilm eigentlich alles richtig macht, hinterlässt das ungenießbare Ende doch einen überraschend faden Nachgeschmack. Anders als erwartet entscheidet sich KINKE gegen ein Happy End, was in Anbetracht der Umstände nicht jedem Zuschauer gefallen dürfte. Trotzdem; trotz unkonventioneller Inszenierung ist JUG FACE ein recht sehenswertes Märchen für Erwachsene, dem zwar wenig Budget zur Verfügung stand, aber zu keiner Minute anzusehen ist, dass kaum Geld vorhanden gewesen ist. Trotz unsichtbaren Monsters, schafft es KINKE mit permanent unwohliger Atmosphäre zu überzeugen. Umso mehr möchte man es ihm gönnen, dass dem ambitionierten Regisseur bei seinem folgenden Werk mehr Geld zu Verfügung steht – auf das er als seine kreativen Visionen in die Tat umsetzen kann. Denn: Newcomer CHAD CRAWFORD KINKE sollte der Filmfan dringend im Auge behalten – der hat was drauf!
 
 
 


 
 
 

JUG FACE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein packender, spannender und durchweg düsterer Mystery-Thriller in der Tradition von THE VILLAGE. Ein grandioses Horror-Debütwerk, das nicht ungesehen bleiben sollte.
 
 
 


 
 
 

JUG FACE – Zensur

 
 
 
Der Film JUG FACE ist eher subtiles Gruselmärchen, statt bluttriefender Horrorschocker. Es gibt hier zugunsten eines Rituals einige Kehlenschnitte zu begutachten, die eher „schmückendes Beiwerk“ sind. Ansonsten werden die Angriffe der unsichtbaren Kreature nur im Off zelebriert – der Zuschauer sieht nur das Ergebnis. Trotzdem ist JUG FACE in Deutschland erst für Volljährige geeignet. Der Film hat eine KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung in der ungeschnittenen Filmversion erhalten.
 
 
 


 
 
 

JUG FACE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Jug-Face-Blu-ray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Jug Face; USA 2013

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of (ohne deutsche UT), Trailer

Release-Termin: 15.04.2014

 
 
 

Jug Face [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

JUG FACE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Village (2004)

Der letzte Exorzismus (2010)


Filmreview: „Piggy“ (2012)

piggy 2012
 
 
 

PIGGY

Story

 
 
 
Einzelgänger Joe (Martin Compston) ist gefangen in einem Albtraum. Als sein Bruder von einer Bande gewaltbereiter Burschen niedergestochen wird und kurz darauf seinen Verletzungen erliegt, bricht für den perspektivlosen Jungen eine Welt zusammen. Er begegnet Piggy (Paul Anderson), einem ehemaligen Jugendfreund des Bruders, der ihm anbietet den Mord zu rächen. Joe willigt ein und beide beginnen mit der Arbeit, die Übeltäter für ihre Taten zu Rechenschaft zu ziehen …
 
 
 


 
 
 

PIGGY – Kritik

 
 
 
Bei PIGGY handelt es sich um keinen Horrorfilm, was das Filmplakat vermuten lässt. Vielmehr ist es der Versuch des britischen Nachwuchsregisseurs KIERON HAWKES dem Zuschauer zu vermitteln, welche Folgen aus Gewalt resultieren können und ob Rache oder Vergeltung überhaupt die Genugtuung bringen, die man sich anfänglich erhofft hat.
 
Joe (MARTIN COMPSTON) ist menschenscheu, ängstlich und verschlossen. Er hangelt sich monoton von Tag zu Tag und findet im Alkohol und Joints Ausgleich zu seinem sonst so langweiligen Leben als Postkurier. Joe meidet jegliche menschliche Interaktion und geht Konfrontation aus dem Weg. Bezugspunkt und Sinn seines ernüchternden Dasein bilden sein Bruder John und dessen Freundin Claire. Doch sein langweiliges und strukturiertes Leben gerät aus den Bahnen, als Bruder John von einer Bande aggressiver Typen niedergestochen wird. In Joe bricht eine Welt zusammen, seine Trauer wird fortan mit einem unverständlichen „Warum?“ begleitet. Als dem verstörten Einzelgänger wenige Tage später ein Jugendfreund des Bruders begegnet, der sich selbst PIGGY nennt und dem Trauernden Hilfe anbieten will um den Mord zu rächen, wird Joe kurzum aus seiner Lethargie gerissen und sieht sich bald in einem Strudel aus Gewalt, Hass und Rache wieder. Auf der Suche nach den Verbrechern wird der Zuschauer nicht nur Zeuge, wie ein Täter nach dem nächsten das Zeitliche segnet, sondern auch wie Joe eine psychische Verwandlung durchlebt und sich schnell in einer gewalttätigen Welt wiederfindet, die er so sein ganzes Leben gefürchtet hat. Die Begegnung der beiden Männer setzt eine Reihe von eskalierenden Ereignissen in Bewegung. Während PIGGY mit einer Schweinenase aus Pappe maskiert die physische Vergeltung ausübt und die Mitgliedern der Bande meuchelt, steht ihm Joe als stiller Beobachter zur Seite, der jedoch schnell erkennt, dass ihm das Ableben der Bösewichte kein befriedigendes Gefühl der Genugtuung spendiert. Stattdessen fühlt er innerlich die gleiche Leere, die er auch vor den Gewalttaten verspürt hatte. Während PIGGY die Rache-Morde geradezu genüsslich zelebriert, empfindet Joe nur noch Abscheu für das immer brutalere Vorgehen seines Gehilfen, wohnt aber teilnamslos dem menschenunwürdigen Treiben bei. Schnell begreift er, dass PIGGY nicht die erhoffte, innere Befriedigung erzielt, die sich Joe eigentlich gewünscht hätte. Stattdessen verwandelt sich der schüchternen Bursche selbst zu einer erbarmungslosen und höchst reizbaren Killermaschine, die kein Erbarmen kennt.
 
PIGGY ist ein Glücksfall für Drehbuchautor und Regisseur KIERON HAWKES. Seine Studie über Gewalt und welche Folgen sie bei allen Beteiligten bewirken kann, ist hartes Kino das unter die Haut geht. In düsteren und teils schon farblosen Bildern erleben wir den moralischen Verfall eines vermeintlich perspektivlosen Protagonisten, der sich durch Gewalt getrieben am Ende vom Opfer zum Täter entwickelt. Die Veränderung vollzieht sich hierbei stets nachvollziehbar, ungezwungen und glaubhaft, was auch Schauspieler MARTIN COMPSTON (DOOMSDAY – TAG DER RACHE) gutzuschreiben ist, der seine Rolle mit unglaublicher Präzision meistert und dem die Rolle des traumatisierten, aber dennoch sanftmütigen Postkuriers wie auf den Leib geschneidert scheint. Ihm zur Seite wird PAUL ANDERSON (A LONELY PLACE TO DIE) gestellt, der den wahnsinnigen und unberechenbaren PIGGY mimt und der den Wechsel zwischen Kumpel und Psycho mit derart überzeugender Leichtigkeit spielt, dass selbst der Zuschauer diesem mysteriösen Zeitgenossen nicht im Dunkeln begegnen möchte. PIGGY ist ein verstörendes und schwermütig erzähltes Stück Zelluloid, dass den Filmfreund die Abgründe der menschlichen Seele zeigt und sich mit der Frage an den Zuschauer wendet, wie er sich in ähnlicher Situation selbst verhalten hätte. Lindert Rache das eigene Seelenleid? Vergilt man Mord mit Mord? Auch wenn die Idee hinter PIGGY durchaus interessant ist und der Film mit Sicherheit auch nach dem Abspann durchaus nachwirkt, sollte der Filmfreund genügend Sitzfleisch mitbringen. Das Thema wird zwar mit der nötigen Ernsthaftigkeit betrachtet und unterscheidet sich grundlegend von üblichen Rachefilmchen aus der Welt des Horrorfilms; dennoch lässt sich nicht leugnen, dass PIGGY mit seinen knapp zwei Stunden ein wenig arg lang geraten ist und trotz regelmäßiger Folterszenen mit einigen Längen zu kämpfen hat. Zudem sind die bebilderten Gewalttaten Marke besonders perfide: obwohl nur selten gezeigt wird, was PIGGY mit den Übeltätern auf der Mattscheibe veranstaltet, lassen die Schreie der Opfer dem Zuschauer rasch die Nackenhaare zu Berge stehen, so dass PIGGY von empfindsamen Gemütern mit Vorsicht genossen werden sollte.
 
 
 


 
 
 

PIGGY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
PIGGY ist einer der härtesten psychologischen Thriller der letzten Zeit, der dem Zuschauer die tiefen Abgründe der menschlichen Seele vor Augen führt. Ein kontroverses Rachedrama, mit erschütternder Einsicht. Ein Film der mit Sicherheit noch lange nachwirken wird.
 
 
 


 
 
 

PIGGY – Zensur

 
 
 
PIGGY wird in Deutschland vermutlich ungeschnitten ab 18 Jahren erscheinen. Zwar wird hier bis auf einen derben Kehlenschnitt nichts wirklich Blutiges gezeigt; die im Off zelebrierten Handlungen wirken aber aufgrund ihrer verzweifelten Schreie nicht weniger unangenehm. Demnach ist die mögliche KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung vollkommen gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

PIGGY – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:

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Compliance (2012)

Prank (2013)

Black Rock (2012)

Girls against Boys (2012)

The Aggression Scale (2012)


Filmreview: „Last Passenger“ (2013)

last-passenger-2013
 
 
 

LAST PASSENGER – ZUG INS UNGEWISSE

Story

 
 
 
Lewis Shaler (Dougray Scott) ist vielbeschäftigter Arzt und alleinerziehender Vater. Auf dem Weg nach Hause begibt er sich mit seinem kleinen Sohnemann in den letzten Zug nach London, wo er der schönen Fremden Lewis ( Kara Tointon) begegnet und sich ihr sofort verbunden fühlt. Doch die Liaison währt nicht lang. Als der Zug nicht wie erhofft am Zielbahnhof ankommt, die Notbremsen nicht zu funktionieren scheinen und weit und breit kein Zugbegleiter anzutreffen ist, schwant den wenigen Passagieren Übles. Ein irrer Selbstmörder hat die Kontrolle des Zugs übernommen und will unweigerlich mit Gefährt und Besatzung in den Tod rasen. Können die Reisenden ihrem Schicksal entkommen?
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Kritik

 
 
 
Führt man sich einmal viele durchaus gelungene Horrorfilme der letzten Dekaden vor Augen, so fällt verblüffend oft auf, dass es sich hier um Genrebeiträge handelt, die von Jungregisseuren inszeniert wurden, die vorher wenige bis gar keine Regieerfahrungen vorweisen konnten. Gerade im Horrorbereich scheint der Trend allmählich weg vom kommerziellen Mainstream, hin zum günstig hergestellten Independentfilm zu gehen, wobei das natürlich nicht zwangsläufig negativ gewertet werden sollte. Auch der vorliegende LAST PASSENGER ist einer dieser einfallsreich umgesetzten Filmbeiträge, der ohne millionenschweres Budget auskommen musste und es trotzdem schafft, den Puls des ahnungslosen Zuschauer ordentlich in die Höhe zu treiben. Regisseur und Co-Drehbuchautor OMID NOOSHIN, der zuletzt auf dem Gebiet des Kurzfilms einige Regie-Erfahrungen sammeln konnte, inszeniert mit LAST PASSENGER seinen ersten abendfüllenden Spielfilm und beweist mit seiner minimalistisch erzählten Geschichte eindrucksvoll, dass es manchmal nur ein wenig Einfallsreichtums bedarf, einen schweißtreibenden und spannenden Schocker zu realisieren. Das sah vermutlich auch das britische Produktionshaus UK FILM COUNCIL (IRON LADY und MY WEEK WITH MARYLIN) so und fungierte als verlässlicher Geldgeber.
 
In LAST PASSENGER erlebt der Filmfreund die hilflosen Interaktionen einiger ahnungsloser Reisender, die vehement alles erdenklich Mögliche unternehmen, um einen außer Kontrolle geratenen Zug in ihre Gewalt zu bringen und das eigene Überleben zu sichern. Hierbei versucht Regisseur OMID NOOSHIN sein erschütterndes Szenario so glaubwürdig wie möglich zu zeichnen. Auch wenn die Verhaltensmuster der wenigen Fahrgäste zu Beginn noch den vermeintlich typischen Klischees des Genres unterliegen, so ändert sich das im Verlauf der Handlung, so dass LAST PASSENGER am Ende sogar gänzlich ohne Unsympathen auskommt. Das Verhalten der wenigen Fahrgäste erscheint vollkommen nachvollziehbar, ihre Verzweiflung wirkt stets authentisch, wobei sich der Zuschauer nicht nur einmal dabei ertappen dürfte, das Szenario selbst zu hinterfragen und dabei eine Antwort zu finden, wie er sich selbst in einer derart verzweifelten Situation verhalten würde. Auch wenn die zugrundeliegende Idee des Films nicht wirklich originell erscheint und die Charaktere ein wenig Zeit benötigen, um die zündenden, letztlich rettenden Gedanken in die Tat umzusetzen, so schafft es NOOSHIN mit einer Leichtigkeit, eine erschreckend klaustrophobische Atmosphäre zu erzeugen, die den Grundton der Geschichte vortrefflich zu unterstreichen weiß. Hier sorgt nicht die Enge der Zugabteile für ein beklemmendes Angstgefühl, sondern die Hilflosigkeit der Charaktere, die vorerst rein gar nichts unternehmen können, den Zug stoppen zu können. Wer gerade gegen Filmmitte einige der durchaus adrenalinfördernden Szenen kaum ertragen kann und nicht hinschauen mag, wenn die Fahrgäste versuchen von Außen die Abteile zu entkoppeln, dem sei an dieser Stelle vergewissert, dass der Film natürlich ein gutes Ende nimmt.
 
Dennoch, bis der erlösende Abspann über den Bildschirm flimmert, erlebt der Filmfreund Suspense-Unterhaltung aller erster Güte. Wer eine Vorliebe für kurzweilig-unterhaltsames Thriller-Kino hegt, ist mit LAST PASSENGER optimal beraten. Ein Thriller der zwar nicht ganz befreit von budgetbedingten Schnitzern ist; für ein Regie-Debüt jedoch erstaunlich souverän in Szene gesetzt wurde.
 
Von daher: Nächster Halt: LAST PASSENGER – wir wünschen eine gute Fahrt! .
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schweißtreibend inszenierter Suspense-Thriller für Nervenstarke. Ein Beitrag, der gerade für jene Genre-Fans interessant sein dürfte, die ein Faible für sauber inszenierte Filme hegen, deren Spannungsschraube von Minute zu Minute fester gezogen wird. Überraschend guter Indie-Beitrag!
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Zensur

 
 
 
Der Film ist nicht brutal und zeigt kaum Grausamkeiten. Zwar sterben im Film auch Menschen, der FSK war der packende Zugentführungs-Thriller aber immerhin eine FSK12 wert und ist somit auch für Minderjährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
LAST PASSENGER Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Last Passenger; Großbritannien 2013

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making Of, Featurette, Interviews, B-Roll, Visual Effects, Sound Design

Starttermin: 17.01.2014

 
 
 
LAST PASSENGER ist ein kleiner Indie, der mit wenig Budget auskommen musste und das merkt man auch. Vor allem beim Bild der Blu-ray aus dem Hause UNIVERSUM FILM macht sich das magere Kapital bemerkbar. Das Bild ist viel zu hell und schaut durchweg milchig und arg kontrastarm aus. Zudem sind die Farben verwaschen, was aber immerhin zum Charakter der altmodischen Wagon-Kulisse passt. Beim Ton schaut es da schon etwas besser aus. Die Stimmen sind stets klar zu verstehen und die klapprigen Umgebungsgeräusche des Zugabteils sorgen für eine angenehme Räumlichkeit. Kommt es dann ab Filmmitte zum Zusammenprall mit einem Auto scheint das Heimkino aus seinem Winterschlaf zu erwachen. Der anfänglich eher zurückhaltende und eher dialogreiche Thriller überrascht mit lautem Getose, das druckvoll aus den Boxen schallt. Zudem kommt in den wenigen Actionszenen der Subwoofer vermehr zum Einsatz. Vor allem die Explosion gegen Filmende überzeugt. Im wirklich hübsch animierten Hauptmenü findet der Zuschauer selbstverständlich eine kleine Anzahl an Extras. Die sind zwar recht übersichtlich ausgefallen, überzeugen aber durch Qualität. So gibt es ein Making of (ca. 3 Minuten), eine B-Roll (ca. 6 Minuten) und 13 Interviews mit diversen Beteiligten (ca. 30 Minuten) zu sehen. Weiterhin haben noch drei Features über die Kameraarbeit, die visuellen Effekte und das Sound Design (zusammen ca. 13 Minuten) den Weg auf die Blu-ray gefunden. Ein BD-Live-Zugang und der Trailer in Deutsch und Englisch runden das Extrapaket ab. Leider gibt es mal wieder keine deutschen Untertitel für die Boni, so dass die meisten Extras kaum zu gebrauchen sind. Dafür entschädigt eine umfangreiche Trailershow mit sechs weiteren Filmen aus dem Katalog des Anbieters. Wer sich immer noch nicht mit dem FSK-Flatschen anfreunden kann, darf den Einleger gern umdrehen, denn ein Wendecover liegt bei.
 
 
 

Last Passenger [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „House Hunting“ (2013)

House Hunting 2013
 
 
 

HOUSE HUNTING – NUR WER TÖTET KANN ÜBERLEBEN

Story

 
 
 
Zwei Familien auf der Suche nach dem kleinen Stück Glückseligkeit fernab jeglichen Stadttreibens. Ein kleines Haus irgendwo im Wald hat es den beiden Familien angetan, wobei trotz einladend offener Tür, kein Makler weit und breit zu sehen ist, der hätte den Anwesenden Rede und Antwort stehen können. Etwas verwirrt und entmutigt verlassen die beiden Familie das Anwesen, ohne jedoch zu ahnen, dass die einschneidende Begegnung mit jenem verlassenen Gemäuer alsbald seinen Tribut fordern würde. Jegliche Versuche nach Haus zurückzukehren scheitern, als würde die gruselige Hütte die verstörten Gäste nicht gehen lassen wollen. Es dauert nicht lang, bis die Familien auf ein verwirrtes Mädchen stoßen, dem scheinbar die eigene Zunge aufs Unmenschlichste entrissen wurde und das Schreckliches erlebt haben muss. Vollkommen entkräftet beschließen die unfreiwilligen Gäste die Nacht in dem mysteriösen Anwesen zu verbringen. Eine Entscheidung, die den Familien zum Verhängnis werden wird, denn das Haus kann und will nur EINE der Familie beherbergen …
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Kritik

 
 
 
Filmfreunde, die nur die Perlen aus dem riesigen Angebot aktueller Genre-Produktionen fischen wollen, sollten sich vor dem kommenden HOUSE HUNTING vorsehen, denn mit diesem vorliegenden Filmchen dürfte er die Schlaftablette der Saison in den Händchen halten. Wir haben keine Ahnung, was Filmneuling ERIC HURT mit seinem ersten, abendfüllenden Langfilm bezwecken wollte und wir können auch die bisher veröffentlichten, positiven Online-Rezensionen zum Film im Internet nicht gänzlich nachvollziehen. Fakt ist, dass HOUSE HUNTING unbegreiflich langweilig und mit seiner stolzen Lauflänge von 100 Minuten einfach unverschämt zäh geraten ist.
 
Die Gurke äußert sich durch eine vollkommen wirre Inszenierung, bei der irgendwie rein gar nichts stimmen möchte. Dabei bietet die Ausgangssituation durchaus einige ganz nette Einfälle, die jedoch aufgrund der unstrukturierten und überladenen Geschichte vollkommen im Nichts verlaufen. Zu viele Zutaten verderben bekanntlich den Brei und so muss der Genre-Liebhaber erschreckend feststellen, dass es Regisseur ERIC HURT mit seinem Debütwerk vermeintlich zu gut gemeint hat und darin all das irgendwie unterbringen wollte, was ihm beim Schreiben des Drehbuchs an kreativen Ideen in den Sinn gekommen ist. Herausgekommen ist eine Geschichte, die sich aus diversen Genres zusammensetzt und sich irgendwie nicht wirklich entscheiden möchte, was sie denn nun eigentlich sein will. Die Familien sind von allerlei Schicksalen gezeichnet und versuchen einander näher zu kommen. Auf engsten Raum zusammengepfercht, werden künstliche und selten glaubhafte Konflikte geschürt, die alsbald eskalieren und ein munter blutiges Treiben in Gang setzen, um der perfiden Blutgeilheit des Hauses und der darin umherspukenden Geister Genüge tragen zu können. Das beginnt mit etwas Mysterie, schlägt alsbald ins Dramenlastige um, wird von etwas Spuk abgelöst und endet im obligatorischen Thrill. Vermutlich wäre dieser unausgegorene Genre-Cocktail noch halbwegs goutierbar gewesen, hätte Regisseur ERIC HURT seine Grusel-Geschichte rund um das mysteriöse Gebäude und die darin gefangenen Gäste halbwegs spannend in Szene gesetzt. Das Geschehen in HOUSE HUNTING jedoch zieht sich zäh wie Kaugummi, so dass der Zuschauer vermutlich nicht nur das schläfrige Geschehen vage im Blick behält, sondern auch den Timer des heimischen Film-Abspielgerätes. Die wenigen Charaktere sind derart unsympathisch skizziert und nerven mit ihrem hysterischen Gegacker bereits nach nur wenigen Minuten, dass sich der Film für alle Freunde des düsteren Genres zu einer wahren Geduldsprobe entwickeln dürfte. Zudem mag man als Filmfreund nur selten verstehen, warum die wenigen Protagonisten so willkürlich handeln. Zum einen wäre da die nahbarste, zugänglichste und verletzlichste Figur des gesamten Films: ein namenloses Mädchen, dass irgendwo im Wald aufgegabelt wird, und bereits zuvor Bekanntschaft mit dem verlassenen Gebäude gemacht haben muss. Ein Herausschneiden der Zunge hindert das traumatisierte Ding daran, mit den Neuankömmlingen zu kommunizieren. Sie weiß mehr über das leerstehende Gebäude und über die darin umherspukenden Wesen, als anfänglich vermutet. Umso unverständlicher, warum sie in ihrer Angst nicht irgendwie versucht, den Anwesenden von ihrem Martyrium in jener Hütte zu berichten. Vermutlich scheint das gebeutelte Mädchen nicht nur die eigen Stimme verloren zu haben, sondern auch jegliche Kenntnisse über das Kommunizieren durch Wort und Schrift.
 
Auch die übrigen Protagonisten wollen sich nicht wirklich glücklich in die vollkommen überfrachtete Szenarie einfügen. Es gibt den notorischen Weiberheld, der in absurden Momenten, wie diesen nur an die Begattung anderer Protagonisten zu denken scheint und auch die obligatorische, stereotype Kämpferin findet ihren Weg in den Film. Hin und wieder huschen bleich bemalte Geister durch das Setting, die stümperhaft versuchen, die Hintergründe ihres Ablebens zu rechtfertigen, so dass die Anwesenden das Mysterium des Hauses näher beleuchten können. Der Funke will trotz der immensen Ideen- und Informationsflut leider nicht überspringen und eine sympathische Identifikationsfigur, mit der sich der Zuschauer verbunden fühlt, sucht man in HOUSE HUNTING vergebens. Umso mehr dürfte der Filmfreund eine köstlich aufbereitete Splatter- und Gröselfarce erhoffen, deren Vorhandensein sich aktuell in Horrorfilmen dieser Art zum guten Umgangston entwickelt hat. Auch wenn die Geschichte bereits zu Beginn suggeriert, dass die Handlung wohl oder übel darauf hinauslaufen wird, dass sich die Familien in welcher Art auch immer bekriegen und auslöschen werden, so bekräftigen die fertigen Spezialeffekte im Films den vollkommen desaströs zusammengezimmerten Unterton des ohnehin schon unwichtigen Films. Zwar wird hier gestorben und sich selbst ins Jenseits befördert; wirklich reißerisch und spektakulär ist das alles jedoch nicht wirklich. Immerhin lässt sich hier einer der dümmsten Morde der Filmgeschichte bewundern, bei welchem eine Konservendose durchaus nützliche Dienste erweist – die unfreiwillige Komik, welche diese bierernst gemeinte Szene begleitet, lässt sich dabei kaum in Worte fassen.
 
Der kleine Indie-Grusler HOUSE HUNTING ist trotz aller unbeholfener Versuche eine ganz schön dumme Schlafpille, vor deren Sichtung nur gewarnt werden kann. Zwar wollen die vielen kleinen Einfälle gefallen; die Geschichte bleibt aber dennoch stets unwichtig und langweilig. Die vollkommen unterschiedlichen Charaktere prasseln mit all ihren Eigenarten aufeinander und finden sich alsbald in ziemlich grotesk wirkenden Konflikten wieder. Das ist zwar alles ambitioniert gemeint, wirkt aber wirr und fad und beginnt dem Zuschauer schnell den letzten Nerv zu rauben. Gruselstimmung kommt in HOUSE HUNTING zu keiner Minute auf, auch wenn Regisseur ERIC HURT hin und wieder diverse Geistermomente in die konfuse Handlung streut, die sich aber selten harmonisch in die Szenarie einfügen möchten. Immerhin sieht eine der anwesenden Protagonisten des Films die arg löchrige Inszenierung von HOUSE HUNTING kommen, so dass sie sich bereits zu Beginn des Gruslers den erlösenden Strick um den Hals schnürt und sich selbst erlösend in den Filmhimmel mordet. Alle Achtung – bei derart Weitblick kann man nur staunen!
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langweiliger als die Polizei erlaubt: desaströs-wirrer Gruselhausfilm mit einer Menge nervender Protagonisten, die dem Zuschauer bereits nach nur wenigen Minuten gehörig auf den Zündern gehen! Warum erlöst sie nur niemand bereits zu Beginn von ihrem bevorstehenden Leiden?
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Zensur

 
 
 
HOUSE HUNTING hat es ungeschnitten mit FSK16 in den deutschen Handel geschafft. Die Alterseinstufung überrascht, denn wir hätten mit einer Freigabe für Erwachsene gerechnet.
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
HOUSE HUNTING - NUR WER TÖTET KANN ÜBERLEBEN Blu-ray

(c) MIG Film Group

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: House Hunting; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 103 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 27.02.2014

 
 
 

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paranormal-box-dvd

(c) MOVIE POWER im Vertrieb der KNM Home Entertainment GmbH

 
 
Der Film erschien außerdem als Teil einer kleinen DVD-Horrorsammlung, die unter dem Titel PARANORMAL BOX in den Handel gekommen ist. In dieser Sammlung sind neben HOUSE HAUNTING auch die Filme 1942 PARANORMAL WAR sowie PARANORMAL NIGHTMARE in SD-Qualität enthalten. Diese 3-Film-DVD ist günstig zu bekommen, besitzt aber auch kein Bonus.
 
 

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HOUSE HUNTING – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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