Filmreview: „The Mooring“ (2012)

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The Mooring

Story

 
 
 
Alle 40 Sekunden verschwindet ein Mensch unter oftmals ungeklärten Umständen. So auch in Nord-Idaho, wo eine Gruppe Teenager hinaus in die Natur pilgert, um eine schöne Zeit ohne lästige Telefone, Tablets und MP3-Player zu erleben. Es soll ein Sommer der Veränderungen werden, eine Zeit, in der die Mädchen lernen sollen, dass da draußen auch eine spannende Welt fernab von Chat, TV und Videospielen darauf wartet, erkundet zu werden. Als ihr Hausboot mitten im Nirgendwo strandet und die einzig erwachsene Begleitperson krampfhaft darum bemüht ist, die pubertäre Herde im Zaum zu halten, trifft die Gruppe auf ein seltsam-ungleiches Pärchen, dass nichts Gutes im Schilde zu führen scheint. Die anfängliche Skepsis gegenüber dem Duo schlägt alsbald in Furcht um, denn hinter der vermeintlich freundlichen Fassade, verbirgt sich das personifizierte Böse. Schneller als die Kids erahnen können, sehen sich die hilflosen Mädchen mit einem unmenschlichen Killer-Paar konfrontiert, dass nur ein Ziel kennt: die Gruppe möglichst grausam zu dezimieren …
 
 
 


 
 
 

The Mooring – Kritik

 
 
 
Wer regelmäßig den „Filmchecker“-Filmblog verfolgt dürfte mittlerweile bereits erkannt haben, dass wir zwar große Horrorfilmfans sind, bei uns aber der Spaß am Genre ein frühes Ende findet, wenn in Genre-Werken Kinder selbstzweckhaft missbraucht, gefoltert oder sonst wie zu Tode gemeuchelt werden. Auch wenn wir natürlich durchaus zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können, birgt derart Thematik einen bitteren Nachgeschmack und findet bei uns nur selten Zustimmung.
Der Film „The Mooring“ ist ein derartiger Kandidat, der sich aus Sensationsgeilheit heraus auf das Hinrichten unschuldiger Kinder konzentriert, und unter dem Deckmantel wahrer Gegebenheiten versucht, eine schockierende Geschichte zu erzählen. Überhaupt rechtfertigt das Genre in letzter Zeit diverse Produktionen damit, dass die oftmals haarsträubenden Geschichten, auf wahrhaftig zugetragenen Ereignisse zurückzuführen sind. Ob das im Endeffekt nun wirklich der Fall ist, bleibt oft vollkommen ungeklärt, zumal es nicht selten dubios erscheint, dass sich die fragwürdigen Filmchen einzig auf das Zurschaustellen möglichst gemeiner Foltereffekte reduzieren.
 
The Mooring“ stellt da natürlich keine Ausnahme dar und begründet den dürftigen Plot damit, dass alle 40 Sekunden irgendwo auf der Welt Menschen unter mysteriösen Umständen abhanden kommen und ihr rätselhaftes Verschwinden in nur wenigen Fällen aufgeklärt werden kann. Um diese etwas sehr allgemein gehaltene Aussage schön reißerisch zu bekräftigen, „verschwindet“ in „The Mooring“ natürlich nicht nur eine Person, sondern gleich eine ganze Gruppe ahnungsloser halbwüchsiger Mädchen, die von einem vollkommen gerissenen Pärchen erst durch Wald und Wiesen gejagt und anschließend genretypisch nach bekannten 10-kleine-Jägerlein-Prinzip ins Jenseits befördert werden. Der krude Realismus ist dem Film hierbei erschreckend förderlich, denn die pubertierenden Kinder wirken echt und authentisch, ihr Handeln stets nachvollziehbar und realistisch. War es im britischen Survival-Thriller „Eden Lake“ ein sich liebendes Pärchen, dass sich mit einer bedrohlichen Gruppe pöbelnder Jugendlicher konfrontiert sah und um das eigene Überleben kämpfen musste, so werden in „The Mooring“ die Rollen quasi vertauscht. Hier wird eine Gruppe kleiner Mädchen von einem tyrannischen Killer samt pubertierender Freundin aufs unmenschlichste terrorisiert. Interessanterweise sind die beiden Geschichten nicht wesentlich unterschiedlich, denn die eigentliche Grundaussage beider Filme thematisiert eine vollkommen verrottete, perspektivlose Jugend, die durch das Ausleben niederer Instinkte versucht, die quälend lange (Frei)Zeit halbwegs produktiv totzuschlagen. Der Killer des Films handelt aus purer Freude am Töten heraus. Seine wesentlich jüngere Freundin wird zur Mittäterin aus Liebe deklariert, deren Interaktionen von einer erschreckenden Unterwürfigkeit begleitet werden und die nicht einmal annähernd hinterfragt, zu was sie da ihr eigentlich liebender Freund verleitet.
 
Dramaturgisch darf man von „The Mooring“ nicht viel erwarten. Die Szenarie gestaltet sich erstaunlich wortkarg, die Gegebenheiten werden Sachlichkeit protokolliert. Zudem wird für eine präzise Charakterentwicklung keine Zeit investiert, sodass die Kinder gesichtslos bleiben und ihr Ableben unwichtig erscheint. Stattdessen vergeudet der Film viel zu viel Laufzeit damit, die Kinder beim Davonlaufen und bei ihrer unweigerlichen Suche nach möglichen Verstecken zu begleiten. In regelmäßigen Abständen erliegt eines der Kinder in bester „King of the Hill“-Manier einem Kugelhagel aus der Ferne und wird wenig später vom triumphierenden Täter aus der Nähe begutachtet.
 
Was sich Regisseur „Glenn Withrow“ bei seinem ersten abendfüllenden Langfilm eigentlich gedacht hat, dürfte vermutlich nie geklärt werden. Horrorfilm hin oder her; das Martyrium der hier bebilderten Mädchen wirkt geschmacklich indiskutabel. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wer an derart moralisch zweifelhaften Filmchen so seinen Gefallen finden wird. Fakt ist, dass „The Mooring“ gerade aufgrund der Tatsache, dass hier Kinder im Akkord dezimiert werden, unerträglich hart wirkt. Auch wenn der Film unnötig viel Zeit damit vergeudet, die Kids rastlos durch die Wälder zu hetzen und kaum Schauwerte für Gorehounds zu bieten hat, so ist „The Mooring“ dennoch schwer zu verdauen. Die nüchterne und durchweg emotionslose Atmosphäre unterstreicht den vollkommen unzugänglichen Kontext des Films, wobei vor allem das Ende für ratlos zuckende Schultern sorgen dürfte. Da sich die Kinder leider davor scheuen, sich dem kaltblütigen Killer-Paar zu stellen und ausschließlich wie kleine Rehkitze verschreckt durch das Dickicht des Waldes sausen, will so wahrlich keine Spannung aufkommen. Regisseur „Glenn Withrow“ ist allein damit beschäftigt, die verstörten Mädchen möglichst lang durch das Gebüsch zu scheuchen, um sie dann unspektakulär über die Klinge springen zu lassen. Das wirkt auf Dauer trotz der realistischen Interaktionen der Opfer unglaublich ermüdend. Da „The Mooring“ kein Tatsachenbericht sein möchte, sondern eine fiktive Geschichte erzählen will, fehlt hier eindeutig ein konsequenter Racheakt, der die Mädchen wachrüttelt und zur Tat schreiten lässt. Immerhin achtet der Film präzise darauf, den Handlungsakt des Täters nicht im Blut zu ertränken. Die Morde passieren vorwiegend im Hintergrund; oftmals bekommt der Zuschauer nur das Resultat der perfiden Handlungen zu Gesicht.
 
 
 


 
 
 

The Mooring – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Derber Survival-Schocker für hartgesottene Filmfreunde, der durchaus kontroversen Zündstoff bieten und einmal mehr die Debatte in den Raum werfen wird, wie weit man eigentlich in einem Horrorfilm gehen darf.
 
 
 


 
 
 

The Mooring – Zensur

 
 
 
Eine mögliche deutsche Fassung dürfte ungeschnitten das „Keine Jugendfreigabe„-Symbol zieren, obwohl fraglich bleiben dürfte, ob ein Film mit derart Thematik überhaupt je nach Deutschland finden wird.
 
 
 


 
 
 

The Mooring – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „Dead Shadows“ (2012)

Dead-Shadows
 
 
 

Dead Shadows

Story

 
 
 
Wenn in Filmen Kometen der Erde etwas zu nah geraten, bedeutet das oftmals nichts Gutes für die Beteiligten des Szenarios. So muss auch der kleine Chris die Erfahrung machen, dass einer dieser Himmelskörper für den Tod seiner Eltern verantwortlich sein muss. Denn während ein Halleyscher Komet an der Erde vorbeizieht, scheint dieses Himmelsspektakel für einige Menschen den unweigerlichen Tod zur Folge zu haben. 11 Jahre später. Chris ist zu einem adretten Teenager herangewachsen und wird regelmäßig von Angstzuständen geplagt. Da kreuzt erneut ein Komet die Umlaufbahn der Erde. Grund genug für die Menschen der Pariser Innenstadt sich mit allerhand Weltuntergangs-Theorien zu verwirren. Hierbei sprießen skurrile Kometen-Partys wie Pilze aus dem Boden, auf welcher sich alsbald auch Chris wiederfindet. Anfänglich noch guter Laune, beginnen sich einige der anwesenden Gäste auf merklich groteske Art in etwas Nichtmenschliches zu verwandeln. Ehe sich Chris versieht, ist die gesamte Straße mit etwas wahrlich Bösen infiziert, dass sich unweigerlich seinen Weg durch die engen Gassen der verträumten Metropole bahnt …
 
 
 


 
 
 

Dead Shadows – Kritik

 
 
 
Wenn in weltweiten Foren Gerüchte die Runde machen, dass die Franzosen an einem neuen Genre-Werk tüfteln, dürfte flink ein euphorischer Jubelschrei die Runde machen und sich Horrorfilmfans einmal mehr gierig danach die Hände reiben, in der Hoffnung bald wieder mit deftig schonungsloser Gewalt unterhalten zu werden. Nach Filmen, wie „High Tension„, „Inside“ und Konsorten haben unsere europäischen Nachbarn bewiesen, dass heftiges Terrorkino schon längst nicht mehr zwangsläufig aus Übersee kommen muss. Auch Frankreich scheint unlängst den Nerv der Zeit erkannt zu haben und versucht sich in einer bemerkenswerten Regelmäßigkeit mit durchweg ansprechenden Genre-Filmchen international zu behaupten. Hierbei haben drei französische Regie-Newcomer die Regeln des Horrors im 21. Jahrhundert maßgeblich vordiktiert, wobei sich von deren Schaffen vor allem amerikanische Filmemacher maßgeblich haben inspirieren lassen. Die Franzosen „Alexandre Aja“, „Xavier Gens“ und „Pascal Laugier“ haben durch ihr knüppelhartes Extremkino die Messlatte in Sachen Horror enorm nach oben getrieben, sodass gerade die Nachfolger der neuen französischen Filmgarde so ihre Probleme besitzen, der in Fankreisen bedingungslos geschürten Erwartungshaltung überhaupt gerecht werden zu können. Somit machte sich in den vergangenen Jahren ein merklich qualitativer Verschleiß des eigentlich so hochgelobten, französischen Genre-Kino bemerkbar, sodass Filme wie „Die Horde„, „Mutants“ und „Caged“ kaum bis gar nicht Beachtung beim internationalen Horrorpublikum fanden und rasch in der Bedeutungslosigkeit verschwanden.
 
Auch der kommende „Dead Shadows“ hat ein wahrlich schweres Los gezogen, soll er nun ebenso das bedeutsame Erbe seiner wegweisenden Vorgänger antreten und einmal mehr beweisen, dass französisches Genrekino noch lange nicht ausgedient hat. Regie-Neuling „David Cholewa“ hat sich hierbei jedoch keinen wirklichen Gefallen getan, denn selbst von den teilweise unzulänglichen Qualitäten jüngst erschienener, französischer Genre-Produktionen ist sein notdürftig zusammengeschusterter Science-Fiction Nonsens meilenweit entfernt. So wirklich stimmen will hier rein gar nichts mehr. Nach einem optisch ansprechenden Einstieg, bei dem der Zuschauer dem Flug eines Kometen durch das All beiwohnen darf, geht es mit „Dead Shadows“ bereits merklich bergab. Das mag vordergründig daran liegen, dass der Film nur selten homogen wirkt und die Geschichte letztendlich kaum einen Sinn ergibt. Nachdem Protagonist Chris (Fabian Wolfrom) eine zweckmäßige Charakterisierung erfahren durfte, wird dieser auch gleich in eine vollkommen an den Haaren herbeigeführten Handlung verfrachtet. Hierbei lernt er die taffe Claire kennen, die einzig dafür in die belanglose Geschichte geschrieben wurde, um Chris auf eine feuchtfröhliche Privatparty zu „locken“, welche letztendlich den Auftakt für ein unausgegorenes Splatterfest bildet. Warum Regisseur und Drehbuchautor „David Cholewa“ fast die Hälfte der knappen Filmlaufzeit von gerade einmal 77 Minuten dafür investiert, eine vollkommen sinnentleerte Anbandelei zwischen den beiden Protagonisten zu konstruieren, die eigentlich vollkommen substanzlos bleibt und keinen relevanten Sinn für den Fortgang der Geschichte besitzt, verstehe wer will. Claire segnet ab Filmmitte vollkommen uninspiriert das Zeitliche, wobei Cholowa ersichtlich darum bemüht war, ihr einen halbwegs spektakulären Filmtod zu spendieren. Ihr Ableben läutet eine ziemlich groteske „Melt“-Orgie ein, die zwar durchaus ihre Momente besitzt, aber den Film dadurch auch nicht besser macht.
 
Da zerfließen Gesichter und aus scheinbar friedliebenden Menschen, werden reißende Bestien, aus deren Gliedmaßen furchterregende Tentakel platzen. Das dürfte vor allem Freunde einer gewissen Videospielreihe erfreuen, in welcher ein mutierter T-Virus dafür verantwortlich gemacht wird, dass sich die Anhänger einer mysteriösen Sekte in todbringende Tentakel-Monster verwandeln. Scheinbar hat „David Cholewa“ die Szenarie des Videospiels „Resident Evil 4“ derart ausführlich studiert, sodass sein „Dead Shadows“ gegen Ende sich unweigerlich zu sehr in die riesige Welt eines „Resident Evils“ verirrt und dabei vollkommen vergisst, eine eigenständige Geschichte zu erzählen. Überhaupt findet „Dead Shadows“ keinen wirklichen roten Faden. Die Geschichte bedient sich allerhand erfolgversprechenden Genre-Zutaten, wirkt aber dabei stets unbeholfen und vollkommen unstrukturiert. Da verschmelzen Elemente aus bekannten Weltuntergangs-Zombie-Szenarien mit klassischem Carpenters „The Thing„-Zitaten und ekelerregender „Street Trash„-Bodymelt verbindet sich mit bluttriefender Splatterkost.
 
Leider wirkt der ambitionierte Zutaten-Cocktail teilweise zu überladen, sodass man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden möchte, vollkommen die Orientierung verloren zu haben. Immerhin wissen die wenigen Spezialeffekte zu überzeugen. Zeugten diese im Trailer noch von mangelnder Fingerfertigkeit, so hat man sich scheinbar die Kritik der Filmfans zu Herzen genommen und an der Umsetzung gearbeitet. Die CGI-Shots wirken überzeugend, vermitteln aber dennoch den Eindruck, als wäre das gesamte Produktionsbudget allein nur in die grafisch ansprechenden Effekt-Szenen geflossen. Vermutlich auch ein Grund dafür, warum das Drehbuch selten über das Niveau bekannter RTL Daily-Soaps hinausreicht. Die Kosten für einen anständigen Skript- und Drehbuchschreiber wären vermutlich explodiert, wobei selbst der talentierteste Drehbuchautor kläglich daran gescheitert wäre, all die merklich unlogischen Zulänglichkeiten aus der dreist zusammengeklauten Geschichte zu korrigieren.
 
Dead Shadows“ wirkt von Anfang bis Ende unfertig. Die Geschichte ist vollkommen unklar, Erklärungsversuche über den Sinn des gesamten Trubels sucht man hier vergebens. Hinzukommt, dass die wenigen Protagonisten vorwiegend improvisieren, anstatt zu interagieren. Das Drehbuch ist eine einzige Katastrophe und äußert sich durch wirre Gedankenfetzen, die den Hauptcharakter „Chris“ von einem Schauplatz zum nächsten hetzen lassen. Zudem scheint ein wahrliches Genie am Tonmischpult gesessen zu haben, das unweigerlich daran Spaß gehabt haben muss, den diversen Schlägen, Hieben und Tritten im Film einen besonderen Comic-ähnlichen Tonschlag einzuverleiben, der dem Film eine unfreiwillige Komik beschert. Hinzukommt, dass die vollkommen amateurhafte deutsche Synchronisation bereits nach nur wenigen Minuten durchaus zu nerven beginnt, aber immerhin treffend den Qualitätsgehalt des Films zu unterstreichen weiß. Trotzdem, auch wenn sich diese Kritik ziemlich negativ liest, so besitzt „Dead Shadows“ ein ziemlich überraschendes Tempo, dass gerade Liebhaber trashiger und sinnentleerter Unterhaltung gefallen dürfte. Dennoch mehr als ein kleiner, anspruchsloser Snack für Zwischendurch ist „Dead Shadows“ leider nicht geworden.
 
 
 


 
 
 

Dead Shadows – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Horrorschnellschuss mit ansprechenden Effekten, aber null Story!
 
 
 


 
 
 

Dead Shadows – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkino-Fassung ist mit der „Keine Jugendfreigabe„-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten. Der Film selbst ist hierbei jedoch in seiner ungeschnittenen Version bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Vermutlich ist die 18er-Freigabe auf das Bonusmaterial der Heimkinofassung zurückzuführen.
 
 
 


 
 
 

Dead Shadows – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Dead Shadows Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dead Shadows; Frankreich 2012

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Französisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p/24, 2.35:1

Laufzeit: ca. 76 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Teaser, Trailer, 30-minütiges Interview mit dem Regisseur (dt. UT), kurzer Einblick in die Spezialeffekte, Deleted Scenes

 
 
 
Über die Qualität der Blu-ray gibt es nichts zu meckern. Das Bild ist ordentlich und der Ton ebenso. Nur die Synchronisation wirkt billig und lieblos. Die Schärfe ist für einen Film dieser Kategorie entsprechend knackig und weiß durch eine Detailgenauigkeit zu überzeugen.
Extras machen sich dennoch rar. Es gibt einen kurzen Einblick in die Spezialeffekte, die kurz bebildern, wie man die diversen CGI-Effekte mittels Bluescreen-Verfahren realisieren konnte. Zudem hat sich ein ca. 30-minütiges Interview mit Regisseur David Cholewa auf die Blu-ray verirrt, dass löblicherweise mit deutschen Untertiteln ausgestattet wurde. Einige Trailer und Deleted Scenes runden das Gesamtpaket ab. Zwar nicht viel, aber immerhin durchaus informativ. Neben der DVD und einer Blu-ray kann der Film auch als 3D Blu-ray erworben werden.
 
 

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Dead Shadows – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Vile – Pain

Story

 
 
 
Nichtsahnend erwachen einige junge Menschen in einem verbarrikadierten Gebäudekomplex. Keiner der Anwesenden weiß, wie er hierhergekommen ist. An ihren Hinterköpfen befinden sich Schläuche, die aus ihren Schädeln herausragen und an dessen Enden sich kleine leere Behälter befinden. In Panik getrieben entdecken die Gruppe im Nachbarraum eine TV-Apparat auf dessen Bildschirm ihnen eine fremde Frau die Anweisung gibt sich selbst körperlich die schlimmsten Schmerzen zuzufügen, da im Extremfall perversester Qualen, das Gehirn ein überaus brauchbares Sekret aussondert. Diese kostbare Flüssigkeit wird dazu verwendet um eine beliebtes Designer-Droge herzustellen und das allein nur aus dem Hirn menschlicher Probanden gewonnen werden kann. Nur wenn das Gefäß an den Hinterköpfen der Anwesenden innerhalb eines Tages gefüllt werden kann, ist den Überlebenden die Freiheit gewiss. Vollkommen verunsichert und von Todesangst getrieben, schreiten die Teilnehmer zur Tat und beginnen sich körperlich selbst auf schlimmster Art und Weise zu verstümmeln. Ein Vielzahl an „brauchbaren“ Werkzeugen und Utensilien sollen die „Kreativität“ fördern und sind schnell gefunden. Was der Gruppe anfänglich noch viel Überwindung kostet, geht selbiger von Stunde zu Stunde lockerer von der Hand, denn der stete Überlebenswille jedes einzelnen Probanden lassen moralischen Normen und Werte letztendlich vollkommen vergessen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Kritik

 
 
 
Wer denkt, dass er in sieben „Saw“-Teilen gänzlich alles gesehen hat, was sich verzweifelte Menschen in Ihre Panik vor dem eigenen Tod so alles antun können, der irrt. Denn der aktuelle Horrorstreifen „Vile“ reiht sich in jene Reihe perverser und unnötiger Folter-Tortur-Streifen, die mit allerlei ekligen und widerlichen Grausamkeiten um die Gunst der Käuferschar buhlen wollen, siegessicher ein. Mein lieber Scholli, was dem Horrorfilmfreund hier vorgesetzt wird, ist einmal mehr absolut moralisch zweifelhaft und kommt mit einer unerhört-dreisten Selbstverständlich- und Kaltschnäuzigkeit daher, dass einem als Genre-Liebhaber der Spaß am phantastischen Film glatt vergehen könnte. In „Vile“ regiert die Gewalt, der Gewalt wegen und ist wirklich einziges Mittel zum Zweck, um diesen Film überhaupt tragen zu können. Hier werden Unterkiefer eingeschlagen, Arme in kochendes Wasser getaucht, Haut mittels Käse-Reibe „abgerieben“ sowie ein heißes Bügeleisen auf menschliches Fleisch gepresst und das alles letztendlich einzig im Namen der Freiheit. Zu allem Entsetzen fügen sich die FX auch noch derart professionell in die Szenarie ein, dass sich „Vile“ sogar für „geübte“ Alles-Seher zu einer deftigen Nervenprobe entwickeln dürfte. Erstaunlicherweise handelt sich bei diesem aktuellen Werk um ein Regie-Debüt, dass zumindest in technischer Hinsicht zu überzeugen weiß und selbstverständlich die Blut-und Gore-Fraktion zufriedenstellen dürfte. Das Set ist stimmig und die Geschichte straff inszeniert. Leerlauf gibt es selten und die besagten Ekeleffekte verfehlen ihr Wirkung keinesfalls. Nachwuchs-Regisseur „Taylor Sheridan„, der sich zuvor bisher nur als Darsteller in einschlägigen Fernsehserien einen Namen gemacht hat, scheint die Drehbücher seiner bisherigen TV-Rollen genauestens studiert zu haben, denn trotz technischer Selbstsicherheit ist das notdürftig zusammengewerkelte Drehbuches seines „Vile“ kaum der Rede wert und stolpert selten auf TV-Serien-Niveau hinaus. Eine brauchbare Charakterisierung, Tiefgang oder Emotionalisierung kann Sheridian´s Erstlingswerk nicht vorweisen und so geht einem als Zuschauer das pervers-kreative Selbstverstümmeln der beliebig austauschbaren Opfer am Allerwertesten vorbei. Welche Drogen die Storyschreiber eingeworfen haben müssen, um derart kranken Quark überhaupt zu Papier bringen zu können, entzieht sich meiner Kenntnis – Fakt ist, dass „Vile“ einer dieser Filme ist, worauf die Filmwelt nun wahrlich nicht gewartet hat und letztendlich auch nicht braucht. Am Rande erwähnt, erklärt sich natürlich von selbst, dass ein Film mit derart moralisch fragwürdiger Rahmenhandlung hiesige Zensurbehörden auf die Barrikaden bringen dürfte, denn „Vile“ wird definitiv in seiner ungeschnittenen Originalversion bei der FSK keine Chance haben.
 
 
Der kranke Ideen- und Erfindungsreichtum mancher Drehbuchschreiber scheint keine Grenzen zu kennen. „Vile“ ist ein später Nachzügler des bekannten „Saw“- Franchise und kommt nicht weniger pervers und blutrünstig daher. Die Kamera hält dreist auf die Geschehnisse und der Horrorfilmfreund bekommt das, was er letztendlich auch laut Filmplakat erwartet: Gekröse, ekelige Folterspiele und perverse Abartigkeiten nonstop. Trotz inhaltlicher Leere dürfte „Vile“ zumindest die Hardcore-Fraktion befriedigen, denn die Spezialeffekte sind aller erste Sahne. Ob jedoch die Kombination aus technischem Können und inhaltlicher Leere einen guten Film zaubern, erklärt sich spätestens nach dem Abspann. Denn einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt „Vile“ leider nicht. „Taylor Sheridan“ erster abendfüllender Filmbeitrag ist ein recht spezieller Film, der aufgrund seiner unkompromissbereiten Kaltschnäuzigkeit für Otto-Normalzuschauer vollkommen unzumutbar ist und scheint einer dieser Filme zu sein, die einzig dafür geschaffen sind, um den perversen Voyeurismus der blutgierigen Käuferschaft zu befriedigen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Fazit

 
 
4 Punkte Final
 
 
Ein absolut ekliger, moralisch fragwürdiger und vollkommen perverser Schund, auf den die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat!
 
 
 


 
 
 

Vile – Zensur

 
 
 
Der Film zeigt explizit fragwürdig derbe Folterszenen und zelebriert sie teilweise minutiös, so dass die deutsche Fassung geschnitten werden musste. Die ungeschnitte deutsche Variante wird über Österreich vertrieben.
 
 
 


 
 
 

Vile – Trailer

 
 


 
 
 
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