Filmkritik: „Dragged Across Concrete“ (2018)

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DRAGGED ACROSS CONCRETE

Story

 
 
 

Im düsteren Thriller „Dragged Across Concrete“ wechseln zwei Cops die Seiten, um sich zu bereichern, doch dabei legen sie sich mit psychopathischen Verbrechern an und die Sache scheint kein gutes Ende nehmen zu können.

 
 
 


 
 
 

DRAGGED ACROSS CONCRETE – Kritik

 
 
 
S. Craig Zahler hat sich mit nur zwei Regie-Arbeiten schon zum absoluten Genre-Experten gemausert. Sein Debüt „Bone Tomahawk“ stellte eine Mischung aus Horror und Western dar und sein zweites Werk „Brawl in Cell Block 99“ dürfte kein Auge von Exploitations-Fans trocken gelassen haben. Die Erwartungen an „Dragged Across Concrete“ hätten kaum höher sein können. Eine enorm hohe Laufzeit, richtig gute Darsteller und eben Zahler als Regisseur. Was soll da großartig schiefgehen? Wer den Regisseur kennt und sich deshalb keinerlei falsche Erwartungen gestaltet, wird mit Sicherheit nicht enttäuscht sein, wobei Zahler sein Publikum auch hier wieder gnadenlos spalten wird.
 
 
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Die Cops Brett und Anthony sind nicht gerade für ihre soften Methoden bekannt. Besonders Brett, der erfahrenere und ältere von Beiden, macht aus seinen skrupellosen Methoden keinen Hehl und geht gerade mit ausländischen Kriminellen nicht zimperlich um. Eines Tages reicht das aus für eine Suspendierung und weil Brett eine schwerkranke Frau hat, muss er an Geld herankommen. Also überredet er Anthony dazu, die Seiten zu wechseln. Schnell hat man sich einen Tipp eingeholt und observiert einen Verbrecher. Doch was anfangs nach einem Drogengeschäft aussieht, wird bald zu einem Banküberfall und mit den Kriminellen ist nicht zu spaßen, denn diese machen keine Gefangenen. Das liest sich nicht gerade besonders anspruchsvoll und eigentlich ist diese Story auch überhaupt nichts Besonderes. Hier gesellt sich Cop-Thriller zu Heist-Movie, aber wenn S. Craig Zahler das Drehbuch selbst schreibt, fällt die Handlung trotzdem anders aus. Auf die üblichen Konventionen wird überwiegend gepfiffen und so kann der Zuschauer sich niemals sicher sein, was als nächstes geschehen wird. So simpel die Geschichte im Kern auch sein mag, so treffsicher ist sie doch auch, wenn es um die Analyse des Weltgeschehens geht. Dieses Weltbild sieht nicht gerade rosig aus und geht eher in eine nihilistische Richtung. Themen wie Rassismus und Politik werden immer mal angesprochen, doch stets am Rande. Dies dominiert nicht das Geschehen, doch es ist vorhanden und verleiht dem Drehbuch so am Ende doch einen gewissen Anspruch.
 
 
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Wirklich gut ist „Dragged Across Concrete“ aber am ehesten, weil er sich nicht an die üblichen Regeln hält. Nachdem Zahler ja bereits mit seinen beiden vorherigen Regie-Arbeiten gezeigt hat, dass er es gerne langsamer und länger hat, treibt er dieses Spiel mit „Dragged Across Concrete“ nun vollends auf die Spitze. 160 Minuten Laufzeit sind für einen Film dieser Art absolut nicht wenig und das erfordert schon gewisses Sitzfleisch vom Publikum. Zahler zelebriert die Langsamkeit, treibt seine Handlung gnadenlos schleppend voran. Die Kunst daran ist, dass er dabei trotzdem niemals langweilt. In der ersten Hälfte beschäftigt man sich am ehesten mit den beiden suspendierten Cops Brett und Anthony. Sie erhalten ihren Hintergrund und dieser muss gar nicht großartig ausgefeilt werden damit sie glaubwürdig wirken. Ihre Charaktere sind ambivalent. Eigentlich stellen sie nicht gerade die Guten dar und trotzdem kann man sie nachvollziehen, ja gewissermaßen sogar gutheißen, was sie da machen. Auch alle anderen Figuren werden nur am Rand charakterisiert und immer reicht das vollkommen aus. Es ist allerdings viel weniger das Zusammenspiel dieser verschiedenen Figuren, sondern noch viel mehr die Inszenierung von Zahler, die das alles so sehenswert macht.
 
 
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Lange nimmt der Regisseur sich Zeit, zeigt auch die wohl eher unwichtigen Dinge, entwirft damit jedoch ein stimmiges und authentisches Bild des Lebens. Plötzlich eskaliert die Situation ohne große Vorwarnung und dann spielt auch Gewalt eine Rolle. Die Freigabe ab 16 Jahren mag täuschen, aber harmlos ist „Dragged Across Concrete“ ganz sicher nicht. Die Gewalt findet hier allerdings nur beiläufig und niemals ausufernd statt. Obwohl das Weltbild im Film düsterer Natur ist, gibt es trotzdem so eine Art Fairness. Manche Szenen lassen eine gewisse Trostlosigkeit spüren, andere hingegen besitzen mit ihrem leicht schwarzen Humor schon fast etwas Lockeres. Auf jeden Fall gesellen sich viele unterschiedliche Stimmungen zu einem homogenen Ganzen zusammen. Ein wenig Drama, etwas Thriller, eine minimale Portion Heist-Movie und am Ende auch ein ganz wenig Actionfilm. Von Spannung wird das Treiben dabei mit Sicherheit nicht dominiert, denn dafür sind die meisten Szenen zu unspektakulär. Erst im letzten Drittel geht es diesbezüglich etwas mehr zur Sache, doch auch zuvor fühlt man sich stets sehr gut unterhalten. Dafür sorgen neben den gut ausgearbeiteten Dialogen vor allen Dingen auch die starken Darsteller.
 
 
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Vince Vaughn darf leider keine zweite Leistung wie in „Brawl in Cell Block 99“ von sich geben, doch nach wie vor macht er sich in den ernsten Rollen bestens und enttäuscht nicht. Besonders interessant ist es zudem Mel Gibson an seiner Seite zu sehen und vor allen Dingen ihn in einem Film von S. Craig Zahler zu sehen. Gibson, der sich von seinen Eskapaden mittlerweile ja ziemlich rehabilitiert hat, ist hier in einer mutigen Rolle zu sehen, weil sie seinem eigenen Weltbild wahrscheinlich gar nicht so unähnlich ist. Wer hier nun das emotionsstärkste Schauspiel erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein, aber auch so ist das sehr routiniert und packend gespielt. In kleineren Rollen gibt es Udo Kier, Thomas Kretschmann und eine starke Jennifer Carpenter zu sehen. Wirklich gut ist nebenbei auch Tory Kittles. Allgemein enttäuscht hier kein Darsteller und das Treiben ist zeitweise recht dialoglastig, obwohl im Endeffekt dann doch gar nicht so viel gesagt wird. „Dragged Across Concrete“ ist ein stiller Film, was auch das Fehlen von einem Score noch mal stark bestätigt. Bis auf ein paar Songs vom Soundtrack gibt es im gesamten Film keinerlei Musik zu hören. Das passt und rundet dieses eher spezielle Werk ideal ab.
 
 
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DRAGGED ACROSS CONCRETE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
S. Craig Zahler macht so weiter, wie er aufgehört hat und geht seinen Weg konsequent weiter. Manche werden ihn dafür lieben, andere werden damit nichts mehr anfangen können. „Dragged Across Concrete“ ist die reine Langsamkeit. Die Geschichte hätte man in der Hälfte der Laufzeit erzählen können und selbst wenn das auf den ersten Blick gar nicht so viel Substanz besitzt, machen die Feinheiten doch eine ganze Menge aus. Das Drehbuch besitzt auf jeden Fall seine Portion Anspruch und dazu gesellt sich eine sehr interessante Besetzung, die einen ordentlichen Job abliefert. Die Inszenierung ist typisch für Zahler, langsam, teilweise entgegen der Erwartungen und dann wieder in Gewalt eskalierend. Doch „Dragged Across Concrete“ ist noch deutlich langsamer, als seine beiden Vorgänger. Nicht jeder wird damit etwas anfangen können und das ist auch gut so. Fakt bleibt jedoch, dass Zahler seinen Ruf als Genre-Experte weiter festigen können wird, denn mit so unkonventionellen, konsequenten Filmen bietet er etwas, womit heutzutage nicht mehr viele Filme dienen können: Überraschung!
 
 
 


 
 
 

DRAGGED ACROSS CONCRETE – Zensur

 
 
 
„Dragged Across Concrete“ hat im Vergleich zu den bisherigen Arbeiten von Regisseur S. Craig Zahler (der übrigens mit am Drehbuch „Puppet Master: Das tödlichste Reich“ schrieb) eine überraschend niedrige FSK-Freigabe erhalten. Zuletzt sorgten die Filme des Filmemachers gerade wegen der Zurschaustellung von Gewalt für Furore. Der neuste Streich ist da zurückhaltender. Deshalb gab es für den Streifen von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Fassung.
 
 
 


 
 
 

DRAGGED ACROSS CONCRETE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UNIVERSUM FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dragged Across Concrete; USA 2018

Genre: Action, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 163 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Featurette: Elements of Crime – Part 1-3, Featurette: Moral Conflict Creating Cinema that Challenges, Trailer

Release-Termin: 20.08.2019

 

Hausu (Special Edition) [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DRAGGED ACROSS CONCRETE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Abbildungen stammen von UNIVERSUM FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Brawl in Cell Block 99 (2017)
 
Killing Them Softly (2012)
 
Training Day (2001)
 
Dark Blue (2002)
 

Kritik: „Rambo Trilogie“ (1982 – 1988)

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RAMBO TRILOGIE

(RAMBO 1 – 3)

Story

 
 
 
Amerika nach dem Vietnamkrieg. Eine in ihrer Meinung entzweite Gesellschaft tut sich schwer im Willkommenheißen oder einfach nur Wiedereingliedern ihrer körperlich und seelisch verwundeten Söhne. Abertausende ihrer Jugend beraubte Soldaten kehren heim und werden von einer Bevölkerung verachtet, deren Regierung sie für das Verteidigen völlig abstrakter politischer Werte zum Sterben in einen Dschungelkrieg geschickt hatte. John J. Rambo (Sylvester Stallone) ist einer von ihnen. Der Special Forces Soldat indianischer Abstammung will in der waldreichen Gegend des Pacific Northwest der USA die Witwe eines Kameraden besuchen und wird von den örtlichen Gesetzeshütern aufgegriffen. Brian Dennehy als bornierter Polizeichef lässt am Heimkehrer seinen Hass auf vermeintliche „Hippies“ aus. Nicht ahnend, dass der heruntergekommene „Landstreicher“ in den Zeiten von Friedensdemos im Kampf mit zu Feinden erklärten Nordvietnamesen gefangen war. Er reizt Rambo bis aufs Blut, quält ihn und bringt die Lage zur Eskalation. Bald verwandelt Rambo ein Waldstück in einen vietnamartigen Fallen-Dschungel und jagt die Dorfbullen, die sich an seine Fersen geheftet haben, in ihren Untergang .
 
Die Publikums-Wahrnehmung von RAMBO als Rache-Actioner, in dessen Helden es sich so einfach hineinversetzen konnte, musste zwangsläufig zu einer Fortsetzung führen. „Ein Mann sieht rot“ mit Muckis! Deutlich moralfreier und den Bumm-und-Krach-Faktor in den Vordergrund schiebend, erhält Veteran Rambo in RAMBO II: DER AUFTRAG (1985) einen, nun ja, Auftrag. Die Regierung erlässt ihm den Rest seiner harten Zuchthausstrafe, wenn er in Vietnam Fotos noch immer dort gefangener US-Soldaten schießt. Der lupenreine Actionfilm RAMBO 3, 1988 gedreht, nimmt schließlich gar keine Gefangenen mehr. Der sowjetische Feind verkommt zu einer Armee von Schießbudenfiguren, deren Leben keinen Pfifferling mehr wert ist. An der Seite von als „edle Wilde“ portraitierten islamischen Gotteskriegern am zerklüfteten Hindukusch tötet Rambo, ohne mit der Wimper zu zucken, Hunderte von Feinden und reißt sogar noch flotte Sprüche, die auch in Norris- oder Schwarzenegger-Filmen zum Ton gepasst hätten.

 
 
 


 
 
 

RAMBO TRILOGIE – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme und Filmfiguren, die ins Unterbewusstsein des Publikums hineingesickert sind. Sie sind Teile der Welt-Folklore geworden, die man gemeinhin Popkultur nennt. Die RAMBO-Filme funktionieren hierfür als perfektes Beispiel. Sogar im deutschen Sprachraum (immerhin zählen wir seit der Nachkriegszeit zu den verlässlich umsatzstärksten Entertainment-Märkten), ist ein „Rambo“ eine Titulierung, die sogleich das passende Bild ins Gedächtnis ruft. Rücksichtslos, rabiat, Anabolika-muskulös, kriegerisch – und intellektuell eher schlicht. Den „keyboard warrior“, mit großer Klappe am Computer, nennt man hierzulande gern einen „Tastatur-Rambo“. Kaum ein amerikanischer Präsident ab Ronald Reagan, der bei US-Kriegsbeteiligung nicht als waffenstrotzende Karikatur von Sylvester Stallones ikonengleicher Filmrolle schlecht fotomontiert auf einem SPIEGEL-Titelblatt erschienen ist.
 
 
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(RAMBO – FIRST BLOOD | © STUDIO CANAL )

 
 
RAMBO, die Verfilmung eines Vietnam-Trauma-Romans von David Morrell, ist ein Schlagwort der Kinogeschichte, untrennbar verbunden mit der Karriere eines der erfolgreichsten Schauspieler der Geschichte und inzwischen zu drei Fortsetzungen gekommen. Die werden von Film zu Film wilder, brutaler und actionreicher. Teil drei bietet gar das pikante Handlungsdetail des amerikanischen Spezialsoldaten an der Seite afghanischer Mujaheddin-Soldaten im Kampf gegen den gemeinsamen Feind Sowjetunion. Eine Länderallianz, die sich später als allzu real herausstellen würde.
 
 
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(RAMBO – FIRST BLOOD | © STUDIO CANAL )

 
 
Dabei fing das millionenschwere Action-Franchise eigentlich ganz anders an. RAMBO (1982) ist viel mehr ein abgeschwächter Spätausläufer des New Hollywood. Jene Bewegung des amerikanischen Filmemachens erhob – nach französischem Vorbild – den Regisseur in den Rang des Autoren. Vorher galt der im US-Kino noch als Handwerker im Auftrag des Produzenten, der oft der Studioboss selbst war. Die Regisseure des New Hollywood waren bedacht darauf, ihre Charaktere nicht zum Klischee werden zu lassen und die Handlungen mit scharfen Kommentaren zur Gesellschaft zu spicken. So ist der Film des Kanadiers Ted Kotcheff auch eine Kritik am US-Militärwesen. Soldat Rambo wurde von seinem Land aufs präzise und seelenlose Töten programmiert, seine Persönlichkeit verbrannt und der Möglichkeit beraubt, nach dem Krieg wieder in eine Normalität zurückzufinden. Der erste Versuch, trotzdem daheim anzukommen, wird ihm vom klar faschistischen Sheriff verbaut, Rambo in die Enge getrieben und dazu gebracht, in Notwehr, die zur Selbstjustiz eskaliert, zu töten. Schließlich beherrscht er nichts so gut. Wir sehen, im Originaltitel, FIRST BLOOD, war noch nicht von der Marketing-kompatiblen Ein-Wort-Action-Marke RAMBO die Rede, sondern vom Grundton des Films selbst: Wer vergießt das erste Blut? Für Richard Crennas bekannteste Rolle, Colonel Trautman, war ursprünglich der ewig drahtige Leinwand-Haudegen Kirk Douglas vorgesehen, der den Film aber dahingehend umbiegen wollte, Rambo selbst zu jagen und zum Schluss natürlich seinem Ende zukommen zu lassen. Das war eher zufällig der Romanvorlage von David Morrell geschuldet. Hier stirbt Rambo zwar auch durch die Hand seines väterlichen Vorgesetzten – nur nicht so Actionfilm-glorios, wie Kirk sich das ausgemalt hatte. Zum Glück war Douglas obendrein noch zu teuer.
 
 
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(RAMBO 2 – DER AUFTRAG | © STUDIO CANAL )

 
 
RAMBO II: DER AUFTRAG (1985) bedient sich eines der beliebtesten Action-Klischees jenes einzigartigen Jahrzehnts. Noch in den unmenschlichen Wasserkäfigen der kommunistischen Vietcong gefangene US-Soldaten, die von den tierhaften asiatischen Fratzenschneidern nur so zum Spaß gefoltert und ermordet werden. Brutalinski-Kollege Chuck Norris hat auf dieser im Verschwörungsuniversum der amerikanischen Veteranenverbände wurzelnden Drehbuch-Idee eine Karriere aufgebaut. Videotheken lebten von solchen Filmen. Das Herabsetzen und Entmenschlichen des unamerikanischen Gegners – von unglaublich vielen Kritikern der Filme angekreidet – greift hier schon aufs Wildeste. Man sollte von hier an versuchen, die Reihe nicht mehr als ernsthaft gescriptetes Kino, sondern viel mehr als Testosteronspektakel von Herren-Filmen zu begreifen. Die Rolle verbissener Bösewichter in der Facon Brian Dennehys spielen im zweiten Teil Steven Berkoff als Russe und Charakterkopf Charles Napier als zwielichtiger Militär.
 
 
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(RAMBO 2 – DER AUFTRAG | © STUDIO CANAL )

 
 
Logische Fortsetzung der zur Jahrmarktsattraktion gewordenen Ein-Mann-Armee ist anno 1988 RAMBO III. Ein vermeintlich letztes Mal spürt man den Supersoldaten auf. Im fremden Terrain Afghanistan gilt es, den Invasoren aus der UdSSR das Fell über die Ohren zu ziehen. Sechs Jahre nach RAMBO und sogar 16 nach der Buchvorlage, ist der gehetzte Vietnamveteran im verregneten Forst des Staates Washington nur noch eine verblasste Erinnerung. Das großflächige Töten von Feinden der 1980er-USA hat mit Sylvester Stallone endgültig ein posterfähiges Gesicht bekommen. Kleines Kuriosum am Rande. Bereits zwei Jahre von Rambos Feldzug an der Seite Osama Bin Ladens zeigten die verrückten Achtziger ihr perversestes Gesicht: Eine Zeichentrickserie! RAMBO: THE FORCE OF FREEDOM (1986) zeigt den eigentlich schwer traumatisierten Tötungsexperten als Kinderfreund im Stil von G.I. Joe, der seinen minderjährigen Buddies beim Lösen von Alltagsproblemen hilft.
 
 
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(RAMBO 3 | © STUDIO CANAL )

 
 
Schließlich JOHN RAMBO, der wahnwitzig brutale Spätnachläufer von 2008 fehlt auch in dieser DVD/BD-Edition. Das liegt maßgeblich an der Rechte, Zensur- und Schnittsituation. Als ultimativer CGI-Splatterfilm kann man dieses Spätwerk Stallones nicht ganz so einfach in die Medienkaufhäuser stellen. Übrigens gab es für Teil fünf bereits ein Drehbuch, in dem sich der endlich in Frieden heimgekehrte Veteran gegen Eindringlinge auf seinem Grundstück zur Wehr setzen muss. Nach fruchtlosen Verhandlungen trat Stallone die Idee an seinen EXPENDABLES-Sidekick Jason Statham ab. Der Film kam 2013 als HOMEFRONT sogar kurz in die Kinos und ist ein durchaus tolerierbares Stück moderner Fresse-voll-Action.
 
 
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(RAMBO 3 | © STUDIO CANAL )

 
 
 


 
 
 

RAMBO TRILOGIE – Fazit

 
 
 

RAMBO – FIRST BLOOD


 
9 Punkte Final
 
 

RAMBO 2 – DER AUFTRAG


 
6 Punkte Final
 
 

RAMBO 3


 
7 Punkte Final
 
 
 
Ob man sich über den Werdengang John Rambos vom Opfer der Kriegswütigen zum steroidgepowerten Vernichtungsroboter verwundert oder verärgert zeigt oder einfach nur kernige Ballerfilme auf sein Hirn wirken lassen möchte: Die RAMBO-Trilogie lässt sich vielfältig betrachten. Auf jeden Fall haben wir hier drei stilbildend-prägende, brutale und essentielle Aushängeschilder amerikanischen Mainstreamkinos. Für einen Filmfan führt an diesen Filmen wenig vorbei.
 
 
 


 
 
 

RAMBO TRILOGIE – Zensur

 
 
 
Die ungeschnittenen Fassungen von RAMBO 2 – DER AUFTRAG und RAMBO 3 waren lange Zeit in Deutschland indiziert und durften bis 2011 nicht im stationären Handel verkauft oder beworben werden. Erst im Dezember 2010 bzw. März 2011 wurden die Filme vorzeitig vom Index gestrichen und erhielten in der ungeschnittenen Form eine Altersfreigabe ab 18 Jahren (keine Jugendfreigabe). Der erste Teil kam da noch besser weg. Er wurde in der kompletten Fassung bereits bei seiner Kinoaufführung 1983 für Jugendliche ab 16 Jahren freigeben und ist auch heute noch für Minderjährige geeignet. Demzufolge sind die drei Filme in der nun erhältlichen RAMBO TRILOGY aus dem Hause STUDIOCANAL ungeschnitten und können bedenkenlos im Kaufhaus gekauft werden. Gleiches gilt für die separat erhältlichen Veröffentlichungen der genannten Filme. Teil 4 mit dem Titel JOHN RAMBO bleibt jedoch wegen einigen unschöner Szenen auf dem Index und kann nur in einschlägigen Onlineshops oder in Videotheken von volljährigen Zuschauern erworben werden. Wer den Film im Elektrofachgeschäft mit rotem FSK-Sticker vorfindet, kann davon ausgehen, dass es sich hierbei um die gerupfte Fassung handelt.
 
 
 


 
 
 

RAMBO TRILOGIE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) StudioCanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rambo – First Blood; USA 1982 | Rambo: First Blood Part II (1985) | Rambo III (1988)

Genre: Action, Kriegsfilm, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS 2.0, Französisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS 2.0, Spanisch DTS-HD MA 2.0, Italienisch DTS 2.0, Russisch DTS 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch

Bild: 2.35:1 – @23,976 Hz (1080p)

Laufzeit: insgesamt ca. 291 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (alle Filme ungeschnitten)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Alternatives Ende, Audiokommentare von David Morrell und Sylvester Stallone, Audiokommentar von Peter MacDonald,
Audiokommentar von George P. Cosmatos, Alternativer Anfang und Geschnittene Szenen, Das wahre Vietnam: Stimmen von Insidern, Die Heldenschmiede: Amerikas Green Berets, 3 Making Of’s, Mut und Ehre, Rambo: Ein Blick zurück, Rückblende Saigon Bar, Witziges Ende, Featurette: Action im Dschungel, Wie man Rambo wird, Wir werden dieses Spiel gewinnen, Afghanistan – Land in der Krise, Der Weg eines amerikanischen Helden – Die Rambo-Trilogie, Full Circle, Rambos Überlebenswaffen, Sly vs. Rambo, Zahlen rund um Rambo, TV-Spots, Trailer

Release-Termin: 21.07.2016

 

Rambo Trilogy – Uncut [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

RAMBO TRILOGIE – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken & Packshot liegen bei STUDIOCANAL)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
John Rambo (2008)
 
Stirb Langsam (1988)
 
Das Phantom Kommando (1985)
 
John Wick (2014)
 

Filmkritik: „Thief – Der Einzelgänger“ (1981)

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THIEF – DER EINZELGÄNGER

Story

 
 
 

Frank (James Caan) kommt aus der Hölle der amerikanischen Unterklasse. Als Waise aufgewachsen in brutalen Kinderheimen und als junger Kerl von älteren Gangstern wie dem Meisterdieb Okla (Country-Sänger Willie Nelson) beeinflusst und geformt, ist Frank inzwischen professioneller Diamantenräuber mit großem Namen in der Unterwelt. Sein gemachtes Geld wäscht er mit seinem eigenen Autohaus und einer kleinen Bar in Chicago. Im Portemonnaie trägt er eine Postkarte, auf der er all das geklebt hat, was er sich für sein Leben, abseits der aufgeschweißten Tresorräume und geknackten Alarmanlagen wünscht: Eine Frau plus Familie, Frieden, genug Kohle und die Nähe des Ersatzvaters Okla. Der sitzt im Gefängnis und hat nicht mehr lange zu leben. Frank sieht die Zeit an sich vorüberziehen und setzt sich unter Druck. Wie besessen forciert er eine Beziehung mit einer hübschen Diner-Bedienung. Währenddessen gerät er in den Dunstkreis einer lokalen Gangsterbande, die seine Dienste für einen Raub von noch nicht da gewesener Präzision, am anderen Ende der USA, in Kalifornien, gewinnen möchte. Im Spagat zwischen Mafia, der Polizei und dem erträumten Familienleben droht Frank zu zerreißen.

 
 
 


 
 
 

THIEF – Kritik

 
 
 
THIEF – DER EINZELGÄNGER war 1981 Michael Manns (ROTER DRACHE, HEAT) erste Regiearbeit im Kino. Seinen Stil bringt der Regisseur bereits in seinem Debütfilm beeindruckend souverän auf den Punkt.
 
 
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Was Kritiker des Filmemachers gerne gegen diesen US-Ästheten ins Feld führen ist die irrwitzig doofe Behauptung, in seinen Filmen ginge Form über Inhalt, Style over Substance. Sogar der Vorwurf. MMs Filme sähen aus wie TV-Serien aus den achtziger Jahren. Au contraire. Die Fernseh-Eighties sahen aus wie Michael Manns Filme! Schließlich ist der Gute ganz nebenbei der Erfinder des modewilden Krimi-Schlachtrosses MIAMI VICE mit all seinen in New-Age-Synthesizer-Scores getunkten Breitwand-Panoramen Floridas, vor denen sich die windigen Schönlings-Bullen in grässlichen, hochgekrempelten Designer-Sakkos fläzen durften. Lustig, dass Manns eigenes Remake zu MIAMI VICE, mit Colin Farrell und Jamie Foxx vor ein paar Jahren im Kino gelaufen, so gar nicht recht zünden will.
 
 
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In THIEF – DER EINZELGÄNGER finden wir diese essentiellen Bausteine Manns auch schon. Angenehmerweise exerziert er seine optischen Trademarks noch nicht so selbstbewusst, vielleicht sogar selbstverliebt durch wie in späteren Jahren. Nein, Manns Stil ist zwar gewichtend, was seine Wiedererkennungsmerkmale angeht, aber doch reduziert aufs Wesentliche. Hier sind die glasklaren und doch wie gemalt komponierten und auf der vorliegenden DVD/BD in Referenzqualität leuchtenden Bilder des Films noch Mittel zum Zweck. Die Fahrten durch die nächtliche Großstadt fangen zwar die Neon-Traurigkeit eines ausgehenden Jahrzehnts phantastisch ein, wirken aber noch nicht wie jene erstickend ausgedehnten Bildaufbau-Tableaus, die man später so eindeutig mit Michael Mann verbinden sollte. Fast wie in den Argento-meets-Hitchcock-Meisterwerken Brian De Palmas wirken hingegen Einstellungen wie das starre Herauffilmen aus einem Aufzugsschacht, in den die herausgebrochenen Stücke der Decke bröckeln. Diese Referenz kann man auch bezüglich der Shootouts nennen. Da wird geblutet wie bei Peckinpah und man wähnt Michael Mann kurz als einen Geistesverwandten des ebenfalls schändlich unterschätzten Herrenregisseurs Walter Hill. Der super-dichte, stets dräuende Soundtrack von THIEF – DER EINZELGÄNGER stammt von den Berliner Tasten-Pionieren TANGERINE DREAM. Drunter gab sich der Filmemacher nicht zufrieden. Wenn schon schwelende Moog-Plucker-Orgien, dann bitte von den verrückten Deutschen, die das mit erfunden haben.
 
 
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Dazu gelingt es dem talentierten Regisseur auch noch ganz vorzüglich, den imaginären Hut vor ein paar seiner offensichtlichen Thriller-Vorbilder zu ziehen. Die Gruppe der Mafiosi, die sich Franks Freiheit zu eigen machen wollen, findet man so ähnlich in manchem Film Noir der späten Vierziger mit ihren Ehrencodes von guten Gangstern gegen böse. Frank selbst, mit seiner fatalistischen Reaktion auf das „alles, was Du bist und was Du hast, gehört mir!“ seines Auftraggebers erinnert an die müden Unterweltler, wie sie Jean-Pierre Melville für das französische Kriminalkino der Fünfziger und Sechziger in Szene setzte. Nur dass Frank am Ende doch deutlich amerikanischer zupackt als Alain Delon in Melvilles beispielhaftem DER EISKALTE ENGEL etwa. Auch in Frankreich: RIFIFI, ein stilbildender Euro-Noir des Exil-Amerikaners Jules Dassin, schaffte 1955 nicht nur, die Spielregeln für das Gangsterfilm-Untergenre des „Heist“-Movies deutlicher zu definieren, zu dem streckenweise auch unser gerade behandelter Film gezählt werden darf. Der erste Diamantenraub in THIEF zitiert sogar RIFIFIS bekannteste Szene: Den Einbruch, während dessen Durchführung die Räuber kein Wort wechseln. Bloß dass aus den 32 Minuten des Originals bei Michael Mann knackig heruntergeköchelte zehn werden.
 
 
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Michael Manns Vorliebe für ein festes Ensemble von Schauspielern oder zumindest wiederkehrende Mimen beginnt schon 1981. In einer Minirolle bekommt William Peterson eins auf die Nase. Der heute in Krimiserien etablierte Theaterschauspieler sollte in ROTER DRACHE, Manns den Anfang der Hannibal-Lecter-Filme markierendem Horror-Flick, die Hauptrolle spielen. Man erkennt ich aber nur, wenn man genau darauf achtet. Faszinierend als Franks Sidekick Barry: James Belushi, damals noch mit mehr Haupthaar und speckiger als heute – das genaue Ebenbild seines kurz darauf den Drogentod sterbenden Bruders John.
 
 
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So liegt also mit THIEF – DER EINZELGÄNGER die makellose Veröffentlichung eines essentiellen Stücks amerikanischen Genrekinos vor. Ein Film für unterschiedliche Grüppchen. Erstens die Freunde kerniger Männerfilme, gedreht während einer der spannendsten Epochen überhaupt – den Jahren, in denen sich das „New Hollywood“ gerade etabliert hatte und in denen jemand wie der verbissene James Caan Publikumsmagnet war. Heute undenkbar. Leider. Frank stellt übrigens Caans liebste Rollenleistung dar, genau wie THIEF der favorisierteste Film des tougen Method Actors ist. Auch den zahlreichen Liebhabern Nicholas Winding Refns legen wir Michael Manns Debüt ans Herz. Nach DRIVE und ONLY GOD FORGIVES konnte man gar nicht schnell genug flüchten vor den verrückten Lobeshymnen auf den Dänen, der mit seiner farblosen Muse Ryan Gosling gerade angeblich das Kino neu erfunden haben sollte. Die fetischisierten Autofahrten, die Gewaltausbrüche und nicht zuletzt die Stimmungsmanipulation durch den Score (Synthesizer-Wände hier wie dort) finden wir in THIEF – DER EINZELGÄNGER bereits in großzügigem Maß.
 
 
 


 
 
 

THIEF – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Ein Seventies-Crime-Thriller wie in Marmor geschlagen. Schauspiel-Kettensäge James Caan frisst sich ins Fleisch einer Handlung, die sich keine Schnörkel leistet und das Publikum konsequent und im Stil traditioneller Vorgänger an der Hand zum Abgrund führt. Ganz nebenbei gibt Regisseur Michael Mann den Look des Genres für Film und TV des folgenden Jahrzehnts vor.
 
 
 


 
 
 

THIEF – Zensur

 
 
 
THIEF war in Deutschland zu VHS-Zeiten nur geschnitten erhältlich. Das änderte sich erst mit Erscheinen der DVD-Ausgabe. Auch die nun erhältlich Blu-ray Disc des Films ist angeschnitten – aber erst für Erwachsene freigegeben (keine Jugendfreigabe). Filmfans und Sammler können demnach bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THIEF – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Thief; USA 1981

Genre: Thriller

Ton: Blu-ray: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1) | DVD: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: Blu-ray: 1,85:1 (1080p) | DVD: 1,85:1 (16:9)

Laufzeit: Blu-ray: 125 Min | DVD: 120 Min

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Limitiertes Digipack im Schuber

Extras: Hauptfilm in 3 verschiedenen Versionen: Überarbeitete Director’s Cut-Fassung von einem brandneuen 4K-Transfer, erstellt in Zusammenarbeit mit Regisseur Michael Mann [Blu-ray und DVD], Original-Kinofassung [Blu-ray und DVD], „Special Director’s Edition“ aus dem Jahre 1995 [nur DVD], Bonusmaterial: Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautor Michael Mann und Hauptdarsteller James Caan, Audiokommentar von Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Isolierte Musik- und Effektspur bei der Kinofassung, The Directors: Michael Mann – Dokumentation über den Filmemacher, Stolen Dreams – Neues Interview mit James Caan, Hollywood USA: James Caan – Episode der französischen TV-Serie „Ciné regards“ über den Schauspieler James Caan, The Art of the Heist – Ausführliche Analyse des Films mit Schriftsteller und Kritiker F.X. Feeney, Kinotrailer, Booklet mit einem Essay von Prof. Dr. Marcus Stiglegger, gefaltetes Filmposter

Veröffentlichung:11.03.2016

 
 
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(c) OFDB Filmworks

Rechteinhaber OFDB Filmworks hat am 11. März 2016 eine Sonderveröffentlichung von THIEF veröffentlicht. In einer prall gefüllten Ultimate Edition stecken 5 Discs, die in einem stabilen Digipack untergebracht wurden. Auf diesen Scheiben befinden sich:

  • Director‘ Cut auf DVD und Blu-ray
  • Kinofassung auf DVD und Blu-ray
  • Special Director’s Edition auf DVD

Zudem glänzen die Scheiben durch umfangreiches Bonusmaterial. Hier hat sich der Rechteinhaber nicht lumpen lassen. Wer alles sehen möchten, dürfte vermutlich einige Tage einplanen. Großartig!
 
 

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THIEF – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei OFDB Filmworks)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Heat (1995)
 
Hundstage (1975)
 
The Italian Job – Charlie staubt Millionen ab (1969)
 

Filmkritik: „Dealer – Trip in die Hölle“ (2014)

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DEALER – TRIP IN DIE HÖLLE

Story

 
 
 
Irgendwo in Paris: Nach vielen Jahren als Drogenhändler, Zuhälter und unangenehmer Zeitgenosse hat der blonde Dealer Dan (Dan Bronchinson) langsam keine Lust mehr auf das rohe Leben. Nur noch ein paar Tausend Euro fehlen ihm, um endlich seinen Traum zu verwirklichen. Er möchte mit seiner Tochter nach Australien zu fliegen und dem krummen Business ein für alle Mal den Rücken zu kehren. Die ungewöhnliche Anfrage seines besten Kunden kommt wie gerufen und scheint ein guter Weg zu sein schnell Geld verdienen zu können. Um das heikle Gut zu beschaffen, muss er sich in den gefährlichen Kreis von Kollege Delo (Bruno Henry) begeben. Doch Dans Tag gerät plötzlich aus den Fugen, als das prall gefüllte Kokainpaket verschwindet. Es folgen Stunden, die selbst den hartgesottenen Dealer vor große Herausforderungen stellen werden.

 
 
 


 
 
 

DEALER – Kritik

 
 
 
Wie auch bei menschlichen Begegnungen kommt es beim Film oft auf den ersten Eindruck an. Im Fall von Jean Luc Herbulots „Dealer“ reißt dieser erste Eindruck nicht nur die Aufmerksamkeit des Zuschauers mit Gewalt an sich. Er gibt auch ein halsbrecherisches Tempo vor, das der Film über die gesamte Laufzeit aufrecht erhalten kann. Mit einer Lauflänge von knapp 70 Minuten beschäftigt er sein Publikum nicht sonderlich lang, dafür kitzelt er aus jeder Minute das Maximum. Eine wild gefilmte, frenetisch geschnittene Einleitung wirft den Zuschauer förmlich in den Alltag des zwar ungemütlichen, aber dennoch charismatischen Filmhelden. Komplettiert mit obszönen Dialogen im Sperrfeuer, großen Texteinblendungen und Dans Erzählerstimme, stösst „Dealer“ schon in den ersten sechs Minuten vor den Kopf und stellt klar, was Sache ist. So zieht dieser fieberhafte Trip durch die Unterwelt an jedem gnadenlos vorbei, der nur eine Minute unaufmerksam ist.
 
 
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Nachdem in den ersten Filmminuten gefühlt die komplette Drogenszene abgehandelt wurde, schaltet „Dealer“ einen Gang herunter, was sich allerdings kaum bemerkbar macht. Noch immer ist der Tag des Hauptdarstellers und dessen darauf folgende Nacht eine Abfolge von flinken Schlägen in einer Kausalitätskette, die in ihrer stetigen Abwärtsbewegung dem Zuschauer kaum Zeit zum Atmen oder Nachdenken lässt. Während man Dan als ungemütlichen Zeitgenossen kennenlernt, wächst er dem Zuschauer wider Erwarten im Verlauf des Films ans Herz. Nach und nach kommt der müde, erschöpfte Kriminelle zum Vorschein, der von seiner Umgebung nicht nur genervt, sondern sichtlich krank ist.
 
 
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Apropos Umgebung. Regisseur Jean Luc Herbulot verwandelt die Stadt der Lichter in eine sprichwörtliche Drogenhölle, in der es vor Gewalt, Sex und Drogen nur so wimmelt. Mit profanem Dialog, schmutziger und stimmiger Kameraarbeit sowie fieberhaften Schnitttempo versetzt „Dealer“ den Zuschauer in eine instabile und äußerst gefährliche Welt, in der niemand sicher ist. Spätestens wenn der erste, skrupellose Mord über den Bildschirm flimmert, bewahrheitet sich eine von Dans vielen Überlebensweisheiten: „Du bist allein.“
 
 
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DEALER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
In einem fieberhaften Tempo hat Jean Luc Herbulot einen rohen und skrupellosen Thriller inszeniert, der ebenso hektisch und chaotisch daherkommt wie das Leben seines Protagonisten. Auf der Jagd nach Freiheit und Unabhängigkeit begleiten wir den namengebenden Dealer auf einer brutalen Jagd durch den Untergrund von Paris. Ein gnadenloser, adrenalinreicher Thriller, der das Herz jedes Zuschauers schneller schlagen lässt. Zudem ist „Dealer“ nichts für schwache Nerven!
 
 
 


 
 
 

DEALER – Zensur

 
 
 
Dans Odysee punktet mit gepfefferten Gewaltspitzen. Der Bodycount ist zwar insgesamt gering, aber die wenigen Mord- und Folterszenen im Film sind ausgesprochen blutig und unangenehm inszeniert. Der Streifen hat in seiner ungeschnittenen Form keine Jugendfreigabe erhalten und besitzt den roten FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

DEALER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dealer; Frankreich 2014

Genre: Action, Drama, Krimi

Ton: Deutsch DTS HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Interview mit Jean Luc Herbulot und Dan Bronchinson, Kurzfilme

Release-Termin: 06.11.2015

 

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DEALER – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei PIERROT LE FOU

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Crank (2006)
 
Crank: High Voltage (2009)
 
Colt 45 (2014)