Filmreview: „All Cheerleaders Die“ (2013)

ALL-CHEERLEADERS-DIE-2013
 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE

Story

 
 
 
Eine Gruppe Cheerleader steigt aus ihrem nassen Grab, um sich als blutgierige Zombies an ihren Mördern zu rächen …
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Kritik

 
 
 
Remakes von Horrorfilmen sind im Genre mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr. Leider versucht sich Hollywood vermehrt darin den ganz großen Klassikern der Horrorwelt eine Frischzellenkur zu verpassen, was bei Fans jedoch meist auf Unverständnis stößt. Bei denen läuten bereits Wochen vor Drehbeginn die Alarmglocken, setzen doch eingefleischte Filmliebhaber das überflüssige Neuverfilmen ihrer beliebten Klassiker mit einem Sakrileg gleich. So ganz unbegründet ist deren Recyclingboykott verständlicherweise nicht, schließlich wurden in letzter Zeit Filme durch die Wiederverwertungs-Maschinerie gejagt, welche Jahrzehnte nach ihrem Entstehen beim Zuschauer immer noch maximales Grauen bewirken und nicht zwingend eine Neuverfilmung benötigt hätten. Gerissenen Produzenten Hollywoods ist die Skepsis der Zuschauer jedoch egal, denn so lange sich damit schnell Geld verdienen lässt werden auch weiterhin bekannte Titel der Horrorwelt lieblos und kommerzorientiert in die Lichtspielhäuser gebracht.
 
ALL CHEERLEADERS DIE ist auch ein Streifen, der in die Rubrik „Horror-Remake“ einzuordnen ist. Doch bevor ein lautes Stöhnen die Runde machen wird, können wir Entwarnung geben, denn ALL CHEERLEADERS DIE ist einer jener Filme von dem niemand vermutet hätte, dass es ihn schon einmal gegeben hat. Horror-Maestro LUCKY MCKEE steckt hinter dem Reboot und hat weit vor Genre-Hits wie MAY – SCHNEIDERIN DES TODES (2002) und THE WOMAN (2011) mit dem No-Budget-Trash ALL CHEERLEADERS DIE versucht mehr oder weniger erfolgreich Fuß im Filmbusiness zu fassen. Zwölf Jahre nach Entstehung des Originals kommt der Horrorspaß noch einmal in die Wohnzimmer, natürlich mit mehr Budget, besseren Schauspielern und professionellen Effekten. Alles beginnt wie in jedem amerikanischen Highschool-Filmchen, wo Schüler als erstes nach Stereotypen gruppiert werden. Während Außenseiter und Eigenbrödler vergebens nach Aufmerksamkeit streben und versuchen Zuflucht in ihrer eigenen kleinen Welt zu finden, gibt es auch in ALL CHEERLEADERS DIE natürlich die selbstverliebten und coolen Kids der Schule, mit denen nicht immer gut Kirschen essen ist. Regisseur LUCKY MCKEE persifliert für sein Horror-Remake ganz luftig-locker sämtlich Highschool-Klischees auf überspitzt-zynische Weise und hat sichtlich Spaß daran, seine Figuren auch mal selbstironisch durch den Kakao zu ziehen. So gefällt, wie er die Objektivierung der Frau im Horrorfilm mit fast schon satirischem Unterton an den Pranger stellt. Schließlich wird das weibliche Geschlecht im Genre meist primär als Sexobjekt dargestellt, dem es des Öfteren an Intelligenz mangelt.
 
Der gar nicht mal so üble Mix aus BUFFY, GIRLS UNITED und CHARMED erzählt die Geschichte von Hobby-Hexe und Wahrsagerin Leena (SIANOA SMIT-MCPHEE), die mit argwöhnischen Augen die Entwicklung von Ex-Freundin Maddy (CAITLIN STASEY) beobachtet. Die schöne Brünette ist seit einiger Zeit darum bestrebt in der Cheerleader-Clique aufgenommen zu werden, um die dreisten Machenschaften von Football-Spieler Terry (TOM WILLIAMSON) aufdecken zu können. Der Mannschaftskapitän des schuleigenen Football-Teams gehört zwar zu den beliebtesten Schülern an der Highschool, wechselt aber Frauen wie Unterwäsche. Nachdem es Maddy gelungen ist die Cheerleader-Clique gegen das Football-Team aufzuhetzen, endet der Streit im Chaos: Das Auto der Mädchen kommt von der Straße ab und landet in den Fluten einen reißenden Flusses. Weil der abgebrühte Terry jedoch Angst vor den Konsequenzen hat flüchtet er lieber mit seinen Team-Kollegen und überlässt die Cheerleader ihrem Schicksal. Gott sei Dank ist Außenseiterin und Hexe Leena vor Ort. Sie beschwört die geheimnisvolle Macht ihrer magischen Steine und bewirkt, dass die Cheerleader mit einem unstillbaren Blutdurst von den Toten auferstehen. Dass die sonst so zickigen Schülerinnen mit ihrem frühzeitigen Ableben so rein gar nicht einverstanden sind, dürfte auf der Hand liegen. Kaum auf dem Schulhof zurückgekehrt heißt das neue Unterrichtsfach „Rache“.
 
Man nehme einfach von allem etwas. Mit dieser Einstellung hat LUCKY MCKEE genau jene Rezeptur gefunden, die das Horror-Genre auch bitter benötigt hat, denn mittlerweile hat sich der Horrorfilm zu einem langweiligen Tummelplatz der immer wieder gleichen Filmthemen entwickelt. ALL CHEERLEADERS DIE bedient sich unterschiedlicher Sub-Genre. So werden Elemente aus Slasher, Rache, Vampir- und Zombiefilmen zu etwas völlig Neuem zusammengewürfelt; ein kleiner Spritzer Selbstironie wird zur Quintessenz des wilden Genre-Cocktails. MCKEE, der zuvor eher ernste Filme über Frauen gedreht hat, die von ihren männlichen Filmkollegen missbraucht oder ungerecht behandelt wurden, wandelt mit ALL CHEELEADER DIE auf ungewöhnlich komödiantischen Pfaden, ohne jedoch zu sehr ins Alberne abzudriften. Anders als in seinen bisherigen Streifen, lässt er seine Heldinnen auch schon mal ungeniert furzen oder über sich selbst witzeln, findet aber stets den Absprung vor allzu platten Fäkal-Schweinereien. ALL CHEERLEADERS DIE macht alles richtig. Ein nahezu konstant ansteigender Grusel- und Gewaltfaktor hält sich mit erheiternder Komik die Waage und macht MCKEES Remake zu einem ganz besonderen Filmerlebnis, dass scheinbar sogar in Serie gehen soll. Der gut durchdachte Teenie-Horror endet mit einem vielversprechenden Cliffhanger und lässt auf herrlich absurde Splatter-Unterhaltung hoffen. Wenn es nach FILMCHECKER geht, darf die gern so schnell wie möglich in Produktion gehen, schließlich sind wir der Meinung: ALL CHEERLEADERS DIE gehört zweifelsohne zu den Genre-Überraschungen des Jahres.
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
LUCKY MCKEES Neuverfilmung seines Erstlings ALL CHEERLEADERS DIE sollte jeder Horrorfan gesehen haben. Der Streifen ist schräg, unterhaltsam, blutig, sexy, packend, bissig, durchdacht, raffiniert, selbstironisch, wild, clever – kurz: Einfach vollkommen anders. Ein Horror-Must-See! Noch Fragen?
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Zensur

 
 
 
Eigentlich beginnt ALL CHEERLEADERS DIE so ziemlich harmlos. Kurz vor Ende wendet sich jedoch das Blatt und die Kids sterben wie die Fliegen. Einige Todesszenen sind dann doch recht grafisch, so dass die KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung Liebhaber der etwas härteren Filmgattung freuen dürfte.
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Scary Movie (2000)
 
Der Hexenclub (1996)
 
Der Pakt – The Covenant (2006)
 
Buffy – Im Bann der Dämönen (1997 – 1993)
 
Charmed – Zauberhafte Hexen (1998 – 2006)
 
100 Bloody Acres (2012)
 

Filmreview: „The Sacrament“ (2013)

the-sacrament-2013
 
 
 

THE SACRAMENT

Story

 
 
 
Zwei Reporter (AJ Bowen; Joe Swanberg) der New Yorker Zeitschrift VICE begleiten den Fotografen Patrick (Kentucker Audley) bei der Suche nach dessen Schwester. Die lebt abgeschottet von der Außenwelt in einer religiösen Gemeinschaft namens „Eden Parish“, wo Anhänger in Harmonie und Gleichheit zusammenleben. Leider beginnt die Fassade vom sorgenfreien Alltag zu bröckeln, als das Team in das Dorf einkehrt und einige der Mitglieder von Gewalt und Terror innerhalb der Kommune berichten …
 
 
 


 
 
 

THE SACRAMENT – Kritik

 
 
 
Horror-Newcomer TI WEST ist zurück und versorgt den Filmfan mit Filmnachschub, der sich sehen lassen kann. Seit WEST den HOUSE OF THE DEVIL (2009) in die Wohnzimmer gebracht hat, dürfte wohl jedem Fan des Genres klar sein, dass dieser Regisseur seine Arbeiten nicht nur uninspiriert herunterkurbelt, sondern viel Herzblut investiert und immer bestrebt ist, dem Filmfan etwas Neues zu bieten. Demzufolge stehen die Werke von WEST für eine gewisse Qualität, die im Falle seines neusten Streifens auch beibehalten wird. Der schimpft sich THE SACRAMENT und wurde kurioserweise vom Folterexperten ELI ROTH mitproduziert, der meist eher mit verstandfreier Metzelware in Verbindung gebracht wird. Dass THE SACRAMENT trotzdem ein sehr guter Film geworden ist, dürfte ausschließlich WESTS Verdienst gewesen sein, der sich hier nicht nur auf das möglichst grausame Ausradieren seiner Protagonisten konzentriert, sondern sich auch ernsthaft mit der Thematik seines neusten Films auseinandersetzt und auf erschreckende Weise die Mechanismen von fehlgeleiteten Sekten bebildert. THE SACRAMENT ist auf wahre Begebenheiten zurückzuführen, denn die Inspiration zum Film lieferte der Massensuizid von Jonestown, bei dem in den 70ern über 900 Menschen den Tod fanden. WEST greift die schrecklichen Ereignisse für THE SACRAMENT noch einmal auf und lässt die Vorfälle mit fast schon akribisch-dokumentarischer Genauigkeit Revue passieren. Dennoch nimmt er einige Änderungen vor, um die Thematik aktueller und brisanter erscheinen zu lassen. So transferiert er die Geschehnisse in die heutige Zeit, ändert einige Handlungsverläufe ab und tauscht Ort und Namen aus.
 
Anders als im wahren Fall von Jonestown ist nicht der Besuch des US-Kongressabgeordneten Leo Joseph Ryan, Jr. Auslöser für die Katastrophe, sondern das New Yorker Lifestyle- und Jugendmagazin VICE (welch Ironie) für welches sich einige Sensationsreporter auf den Weg zum Lager der religiösen Gemeinde „Eden Parish“ begeben, um darüber eine Dokumentation zu drehen. Fotograf Patrick vermutet dort seine Schwester und reist mit VICE-Reporter Sam (AJ BOWEN – bekannt aus AMONG FRIENDS und YOU’RE NEXT) und Kameramann Jake nach Südamerika, um das verschollen geglaubte Familienmitglied ausfindig zu machen. Das tief im Regenwald verlagerte Camp der scheinbar friedliebenden Kommune ist rasch gefunden und die Gäste werden freundlich empfangen. Schnell macht man Bekanntschaft mit dem redseligen Oberhaupt der Gemeinschaft, das sich recht bald als unheimlicher Sektenguru entpuppt und seine Schäfchen durch Androhung von Gewalt versucht von der Außenwelt abzuschotten. Als die Besucher von einem der Sektenmitglieder einen Hilferuf in Form eines Zettels zugesteckt bekommen, werden die Reporter misstrauisch. Doch für rettende Maßnahmen ist es ohnehin zu spät. „Father“ Charles Anderson Reed hat mit Ankunft der „Eindringlinge“ den Untergang seines „Eden Parish“ vorausgeahnt und trommelt die Gemeindemitglieder zusammen. Was folgt hat so ähnlich vor über dreißig Jahren die ganze Welt erschüttert.
 
Bereits UMBERTO LENZI hat sich für seinem Exploitationfilm LEBENDIG GEFRESSEN (1980) von den tatsächlichen Vorkommnissen in Jonestown inspirieren lassen und einen trashigen Kannibalenfilm mit Sekten-Problematik gedreht, der selbst heute noch auf dem Index für jugendgefährdende Medien gelistet ist. Gleiche Thematik griff in abgewandter Form auch JOURDAN MCCLURE für das Genre-Produktionsstudio AFTER DARK FILMS auf und machte mit CHILDREN OF SORROW ebenfalls einen Horrorfilm über einer Sekte, der sich mit Hilfe von Found-Footage jedoch wenig glaubhaft mit dem Kontext auseinandersetzen wollte und sich auf das möglichst grausame Abschlachten seiner Protagonisten konzentrierte. Immerhin haben auch einige unbekannte Regisseure aus der schockierenden Vorlage halbwegs gescheite Filme gemacht, die auch heute noch nachwirken. So gehört das Drama GUAYANA – KULT DER VERDAMMTEN (1980), der TV-Film DAS GUAYANA-MASSAKER (1980) und die Doku JONESTOWN – TODESWAHN EINER SEKTE (2006) zu jenen Filmen, die die Ereignisse (wenn teils auch in leicht abgeänderter Form) rund um das Jonestown-Massakers mit nötiger Ernsthaftigkeit betrachten.
 
AUCH TI WEST dürfte für THE SACRAMENT so ziemlich genau die Umstände der Tragödie recherchiert haben. Der Streifen glänzt mit einem unangenehmen Realismus, der durch Einsatz von Found-Footage verstärkt wird. THE SACRAMENT dürfte demnach eine der wenigen Ausnahmen sein, bei der die Shaky-Cam-Methodik dem Erzählfluss des Streifens förderlich ist, zumal WEST fast gänzlich von klischeebeladener Found-Footage-Effektehascherei absieht und den Wackeleffekt nur dezent einsetzt. Die Bilder der Kamera bleibt nahezu konstant, so dass sich der Zuschauer auf die Geschehnisse konzentrieren kann und schnell vergisst, dass es sich bei THE SACRAMENT eigentlich um günstig produzierte Wackelcam-Ware handelt. Auch wenn TI WEST in der Vergangenheit eher Horrorlastiges gedreht hat, so versucht der Filmemacher mit seinem unangenehmen Sekten-Thriller den Ruf des Nischen-Regisseurs loswerden zu wollen. In einigen Interviews lies das ambitionierte US-Nachwuchstalent bereits verlauten, dass WEST nicht ausschließlich nur im Horror-Bereich wandeln, sondern sich auch gern in anderen Genres ausprobieren möchte. Sein THE SACRAMENT dürfte demnach der erste Versuch sein, mal etwas anderes ausprobieren zu wollen, um nicht auf ewig in die Horror-Schublade gesteckt zu werden. Geglückt ist der Versuch allemal. Sein neuer Beitrag ist weniger Horror sondern ein knüppelharte Thriller, der nach nur wenigen Minuten in den Bann zieht und bis zum bitteren Ende nicht mehr loslässt.
 
Während sich der erste Teil der Handlung mit dem Erkunden des Camps und dem Interviewen der Gemeinschaftsmitglieder beschäftigt, legt WEST ab Filmmitte den Hebel um und der Ton des Streifens wird erheblich ruppiger. Der grummelnde Score vermittelt permanentes Unbehagen und die verstörenden Bilder sprechen für sich. Ein Glücksgriff stellt Schauspieler GENE JONES dar, der hier die Rolle des Sektenanführers übernommen hat und als untersetzter Widerling dem Zuschauer schon nach wenigen Minuten vermittelt, welch rauer Ton in der Kommune regiert. Das Oberhaupt wäscht den Mitgliedern die Köpfe indem Tatsachen verdreht und falsche Erwartungen geschürt werden. Respekt trichtern bewaffnete Wachen ein, die auch mal munter drauflosschießen, wenn jemand nicht parieren möchte. Dass da niemand freiwillig die vorgeheuchelte Ideologie von grenzenloser Harmonie und Gleichheit hinterfragt, dürfte nur logisch sein. TI WEST hat alles richtig gemacht und nach Wackelkamera-Ausflügen in V/H/S und V/H/S 2 für THE SACRAMENT noch einmal unter Beweis gestellt, dass Found-Footage noch lange nicht ausgedient hat. Der Sekten-Thriller ist packend inszeniert, kompromisslos und ein Tritt in die Magengegend. Wer wirklich gute Filme sucht, die auf wahren Begebenheiten beruhen, sollte sich THE SACRAMENT nicht entgehen lassen. Der kontroverse Streifen ist harter Tobak und garantiert nichts für sensible Gemüter.
 
 
 


 
 
 

THE SACRAMENT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
THE SACRAMENT ist ein Brett von Film und einer der härtesten Sekten-Thriller überhaupt. Regisseur TI WEST mischt hier Found-Footage mit kontroverser Sekten-Problematik und hat daraus einen unangenehmen Beitrag über die Mechanismen von fehlgeleiteten Sekten gedreht, der den Zuschauer direkt dahin tritt, wo es ihm am meisten wehtut. Auch wenn nicht viel Blut fließt, verstört das Gezeigte ungemein. WEST ließ sich nicht nur von wahren Begebenheiten inspirieren; er versucht THE SACRAMENT möglichst authentisch wirken zu lassen. Die Wackelcam-Rezeptur sorgt für beängstigenden Realismus und ab Filmmitte ist für empfindsame Gemüter ohnehin Sendepause. Kein Wunder, denn für das was sich hier auf der Mattscheibe abspielt werden stahlharte Nerven vorausgesetzt.
 
 
 


 
 
 

THE SACRAMENT – Zensur

 
 
 
Trotz Massenselbstmord ist THE SACRAMENT keine Schlachtplatte. Die Mitglieder vergiften sich selbst und verenden Minuten später qualvoll. Wer sich wehrt oder sträubt das Gift zu trinken wird erschossen. Zudem gibt es einen recht grafischen Kopfschuss zu sehen und eine Selbstverbrennung. Auch wenn die Gewalt hier recht züchtig eingesetzt wird, ist das was man zu sehen bekommt dennoch harter Tobak. THE SACRAMENT wurde Deutschland mit FSK16 in den Handel gebracht.
 
 
 


 
 
 

THE SACRAMENT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
sacrament-blu-ray

(c) Constantin / Highlight Communications

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Sacrament; USA 2013

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 1.78:1, @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras:Trailer in Deutsch und Englisch

Release-Termin: 06.11.2014

 

The Sacrament [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE SACRAMENT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jonestown – Todeswahn einer Sekte (2006)
 
Das Guayana-Massaker (1980)
 
Guayana – Kult der Verdammten (1980)
 

Filmreview: „Autumn Blood – Zeit der Rache“ (2013)

autumn-blood-2013
 
 
 

AUTUMN BLOOD – ZEIT DER RACHE

Story

 
 
 
Ein 16-jähriges Mädchen (SOPHIA LOWE) lebt mit der Mutter und dem kleinen Bruder zurückgezogen auf einem kleinen Hof in den Tiroler Bergen. Als die Mutter nach schwerer Krankheit stirbt, durchleben die Kinder die Hölle. Erst wird die Tochter mehrfach vom Sohn des Bürgermeisters vergewaltigt; als eine Sozialarbeiterin nach dem Rechten sehen will und die Misshandlungen aufzufliegen drohen, sollen die verstörten Kids sterben damit sie nichts ausplaudern können. Es beginnt eine erbarmungslose Hetzjagd auf die Geschwister, die keinen anderen Ausweg wissen und in die gefährliche Bergwelt der Tiroler Alpen flüchten …
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Kritik

 
 
 
Nachbarland Österreich mischt nun ganz souverän mit auf dem internationalen Filmmarkt und scheint erkannt zu haben, dass deutschsprachige Horrorfilme auch gern im Ausland gesehen werden. Zuletzt hat MARVIN KREN mit seinem kritischen Öko-Schocker BLUTGLETSCHER (2013) von der internationalen Presse viel Lob erhalten und MICHAEL HANEKE schaffte es mit der kontroversen Terror-Satire FUNNY GAMES (1997) sogar bis nach Hollywood, wo er zehn Jahre später seinen eigenen Spielfilm neu drehen und auf Hochglanz poliert in die Kinos bringen durfte. Beim nächsten Glücksgriff handelt es sich um den Tiroler Werbefilmer MARKUS BLUNDER. Der gebürtige Kufsteiner hat sich sein filmisches Handwerk in München und Los Angeles angeeignet und bisher zahlreiche Musikvideos und Werbefilme gedreht. Nun hat er seinen ersten Langfilm inszeniert und damit schon auf einschlägigen Filmfestivals Zuspruch erhalten. Dass der Regisseur mit seinem Debüt aber ganz unfreiwillig ins Horror-Genre geschlittert ist, dürfte der Österreicher vermutlich gar nicht so geplant haben. Der Filmneuling bezeichnet seinen Streifen nämlich selbst als „alpinen Western“. Die für dieses Genre typischen Cowboys, Saloons und taffen Sprüche sucht man hier jedoch vergebens, denn eigentlich ist sein AUTUMN BLOOD eine Mischung aus Heimatfilm, Überlebenstrip und Rape-and-Revenge-Thriller, bei der aber der Racheplot aus dem Drehbuch gestrichen wurde. Gedreht wurde im Ötztal und im Lechtal sowie in der Zugspitzregion, was dem Thriller eine ganz individuelle Note verleiht, weil man derart Filmstoff bisher noch nie vor solch beeindruckender Kulisse erleben durfte. Die Protagonisten hetzen durch bildgewaltige Landschaften, bewegen sich über schwindelerregende Schluchten und durchqueren märchenhaft anmutende Wälder. Die wunderbare Kameraarbeit tut da ihr Übriges und lässt des Öfteren die wenigen Protagonisten vergessen, die äußerst wortkarg durch die dünne Handlung stolpern. Gesprochen wird in AUTUMN BLOOD übrigens kaum, stattdessen glänzen die erfahrenen Schauspieler mit ausdrucksstarkem Schauspiel. Die Prämisse ist zwar anfänglich recht gewöhnungsbedürftig; hat man sich erst einmal an die ungewöhnliche Dialogarmut gewöhnt, fesselt AUTUMN BLOOD trotz hanebüchener Handlung durch anständigem Thrill und schweißtreibende Atmosphäre.
 
Regisseur MARKUS BLUNDER bringt die überwältigende Macht der Bilder zurück in die Kinos. In AUTUMN BLOOD fungiert nicht das magere Drehbuch als Geschichtenerzähler, sondern der stimmige Soundtrack in Kombination mit den geheimnisvollen Landschaften der Tiroler Bergwelt. Demzufolge sei dem Leser geraten, sich diesen Geheimtipp möglichst auf der großen Leinwand anzuschauen, denn nur hier dürfte der Streifen seine ganze Wirkung entfalten können. BLUNDER hat mit seinem Erstling einen einzigartigen Thriller gedreht, der Lust auf mehr von dem macht, was der talentierte Filmneuling in Zukunft auf Zelluloid bannen wird. Auch wenn sein HEIDI meets BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE so seine Logikpatzer besitzt (seit wann kommuniziert man im ländlichen Tirol ausschließlich in Englisch) gehört der beklemmende Survivaltrip zweifelsohne zum Besten, was das europäisches Genrekino hervorgebracht hat. Auf Filme wie AUTUMN BLOOD können die Österreicher zu Recht stolz sein und es würde nicht wundern, wenn BLUNDER als nächster Österreicher demnächst in Hollywood außergewöhnliche Filme drehen darf. Für so wunderschön gefilmtes Grauen bekommt BLUNDERS Debüt vom FILMCHECKER-Team verständlicherweise eine seltene Bewertung von acht Filmklappen und das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
HEIDI meets BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE – Grausamer Überlebenstrip vor der traumhaften Bergkulisse Tirols. AUTUMN BLOOD entpuppt sich als schwindelerregende Hetzjagd durch malerische Landschaft, die statt Dialoge zu nutzen lieber Bilder sprechen lässt. Zwar ist die Geschichte vom Mädchen, das vergewaltigt wird und vor ihren Peinigern in die Wälder flüchtet nicht neu; die etwas gewöhnungsbedürftige Symbiose aus Heimatfilm, Terror- und Rape’n Revenge-Thiller funktioniert jedoch erstaunlich gut und dürfte sogar das Interesse von Expoitationfans auf den Plan rufen, die hier jedoch kein ultra-derbes Gewaltmachwerk erwarten sollten. AUTUMN BLOOD ist österreichische Thriller-Unterhaltung auf hohem Niveau, was vor allem an der bildgewaltigen Machart liegt, wie Regisseur MARKUS BLUNDER hier das Grauen auf Film bannt, denn bei so ansprechend gefilmter Bergkletterei wird dem Zuschauer allein schon beim Zusehen schwindelig. Wer die Chance hat diesen österreichischen I SPIT ON YOU GRAVE-Ableger (freilich ohne Rachepart) auf der großen Leinwand zu sehen, sollte sie nutzen. Denn nur hier dürfte die packende Bilderflut und der spannende Überlebenskampf erst richtig wirken.
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Zensur

 
 
 
Für einen Rape’n Revenge-Thriller ist das Gezeigte ziemlich harmlos. Es gibt eine Vergewaltigung zu sehen, die aber im Off stattfindet. Ein paar Einschüsse haben die FSK dennoch dazu veranlasst, den Film hierzulande erst für Volljährige freizugeben. Dafür aber ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
autumn-blood-bluray

(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Autumn Blood; Österreich, USA 2013

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 | @24 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deleted Scenes

Release-Termin: 19.06.2015

 

Autumn Blood – Zeit der Rache [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mooring (2012)
 
Eden Lake (2008)
 
I SPIT ON YOU GRAVE 2 (2013)
 

Filmreview: „Dark Touch“ (2013)

dark-touch
 
 
 

DARK TOUCH

Story

 
 
 
Die kleine Neve (Missy Keating) hat Furchtbares durchgemacht. Nachdem die Eltern und der kleine Bruder bei einem mysteriösen Ereignis ums Leben gekommen sind, wird sie von den befreundeten Galins aufgenommen und liebevoll betreut. Doch jedwede Form von Zuneigung stößt das verstörte Mädchen mit heftigen Widerstand zurück. Neves Wut und Verzweiflung manifestieren sich in Telekinese und richten unerwarteten Schaden an. Ihre unzugängliche Art stößt bei den Pflegeeltern auf Unverständnis. Während Schulpsychologin Tanya (Charlotte Flyvholm) Neves Verhalten auf elterlichen Missbrauch zurückführt, ist die Pflegemutter schnell am Ende mit ihrem Latein …
 
 
 


 
 
 

DARK TOUCH – Kritik

 
 
 
Frankreich ist immer für eine Überraschung gut. Da schwappte 2003 mit HIGH TENSION (2003) eine neue Terrorwelle über den Globus und ließ die amerikanische Traumfabrik neidvoll nach Europa glotzen. Nun viele Jahre nach Extremhorror Made in France ist es bei unseren Nachbarn recht ruhig geworden, haben sich die bekannteren französische Genre-Regisseure nach Amerika abgesetzt und verdienen sich dort ein goldenes Näschen. Immerhin hat die Französin MARIA DE VAN mit ihrem gar verstörenden Gruselstreifen DARK TOUCH mal wieder frischen Gruselstoff aus Europa in die Kinos gebracht. Der Film ist zwar eine Kooperation zwischen Frankreich, Irland und Schweden steht aber mit seiner gar grausigen Bildsprache jüngsten europäischen Horrorfilmen wie LIVID (Frankreich, 2011), JULIA´S EYES (Spanien, 2010) oder THE AWAKENING (England, 2011) in Sachen subtiler Schrecken in nichts nach. DE VAN hat bereits mit ihren kontroversen Streifen IN MY SKIN (2002) und DONT LOOK BACK (2009) für Aufsehen in der Filmszene gesorgt. Die Filmemacherin kümmert sich in ihren Werken mit einer unbändigen Leidenschaft um das Verhältnis von Frauen zu ihren Körpern. Der Körperhorror ist auch in ihrem ersten englischsprachigen Streifen DARK TOUCH Programm, wobei sich diesmal alles um ein elfjähriges Mädchen dreht, die nach dem sexuellen Übergriff durch ihre Eltern lernen muss, sich neu mit ihrer Umwelt zu arrangieren. Dabei wird der Zuschauer auf erschreckend eindringliche Weise mit den kindlichen Qualen der Hauptdarstellerin konfrontiert, die ihre Wut in Form von Telekinese freien Lauf lassen muss und damit erheblichen Schaden anrichtet. Da sausen Möbel unkontrolliert durch das Kinderzimmer, Scherben zerspringen wie von Geisterhand und Feuer flackert an den Wänden. Wer beim unkontrolliertem Möbelrücken hilflos im Weg steht, wird kurzum ausradiert, wobei natürlich all diejenigen auf der Todesliste stehen, die zuletzt ihrem Spross Böses angetan haben.
 
 
dark-touch-2013-bild-2(1)
 
 
Auch wenn DARK TOUCH in seinen blutigsten Momenten etwas sehr an BRIAN DE PALMAS CARRIE (1976) erinnert, so ist DE VANS Mystery-Beitrag keines dieser plakativen Splatterfeste, die möglichst viel Tod und Leid auf Film bannen müssen. DARK TOUCH ist eher Drama als Horror. Die wenigen Todesszenen dienen einzig dem Zweck, die hilflose Verzweiflung und das angestaute Leid der kleinen Hauptdarstellerin in Bilder zu packen. Die Tochter von Ex-Boyzone Sänger RONAN KEATING legt in ihrer Rolle als schwer traumatisierte Neve eine erstaunliche Glanzleistung hin. Die kleine Darstellerin spricht zwar wenig, ihre Mimik dafür Bände. Nach den schrecklichen Ereignissen kann das geschundene Mädchen keinerlei Vertrauen aufbauen. Ihre Angst vor Berührungen und Nähe manifestiert sich in unkontrollierbarer Wut und Aggression. Bald schon kann die kleine Seele nicht mehr zwischen guten und bösen Intentionen unterscheiden und beginnt, sich mit ihren Peinigern zu identifizieren. Sie nutzt ihre Fähigkeit, um Anderen zu schaden und eine Kettenreaktion des Verderbens wird in Gang gesetzt, an deren Ende selbst die bestraft werden, die es eigentlich nur gut mit dem kleinen Mädchen gemeint haben. Auch wenn es vielleicht etwas geschmacklos anmutet, die Thematik des Kindesmissbrauchs und der Gewalt innerhalb der Familie zum Mittelpunkt eines Gruselfilms zu machen, so muss man doch Regisseurin MARIA DE VAN zugestehen, dass sie die Thematik mit der angemessenen Ernsthaftigkeit betrachtet. Der Film geht nah, vor allem dann wenn zwischen Neve und der Pflegefamilie scheinbar unlösbare Hindernisse liegen und man sich nicht verständigen kann. Unüberbrückbare Kommunikationsbarrieren treiben Pflegekind- und Familie auseinander und lassen DARK TOUCH ins Desaster driften. Auch wenn die wenigen Szenen des Missbrauchs fast schon poetisch dargestellt werden, ist das was Protagonistin Neve erlebt, schon ziemlich schwer verdaulich. Die Ambitionen der Täter bleiben ungeklärt, die emotionale und psychische Verfassung des Opfers wird in düsterer und leidvoller Bildsprache in den Mittelpunkt gerückt. Leider verderben die letzten zehn Minuten den ansonsten durchweg sehenswerten Mysteryfilm. Das Ende verliert sich in einem sehr überzogenem Horrorfinale und verfängt sich in einer haarsträubenden Mischung aus besagtem CARRIE und DORF DER VERDAMMTEN (1960). Die letzte Szene zeigt sich kompromisslos und hart – hier hätte man sich dann doch lieber in einem Happy End gewähnt. Nichtsdestotrotz ist DARK TOUCH definitiv eine Empfehlung wert und Diskussionsbedarf dürfte nach Sichtung auf jeden Fall gegeben sein!
 
 
dark-touch-2013-bild-1(1)
 
 
 


 
 
 

DARK TOUCH – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
DARK TOUCH ist Beweis dafür, dass die besten Filmideen der letzten Zeit aus Europa kommen. Ein eindringlich gespieltes und erschreckend brisantes Gruselstück, das mehr der kontroversen Thematik wegen Magengrummeln verursacht, anstatt aufgrund unheimlicher Bildsprache. DARK TOUCH ist definitiv eines des Gruselhighlights im Filmjahr 2013 – Grandios!
 
 
 


 
 
 

DARK TOUCH – Zensur

 
 
 
DARK TOUCH ist eher Drama als Horror. Es geht hier eher ruhig zugange, wobei auch einige Splatterszenen in typischer CARRIER-Manier gezeigt werden. Selbstzweckhaft sind die jedoch nicht, so dass DARK TOUCH in Deutschland mit FSK16 veröffentlicht wurde. Ungeschnitten versteht sich!
 
 
 


 
 
 

DARK TOUCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
dark-touch-bluray(1)

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dark Touch; Frankreich, Irland, Schweden 2013

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover und Glanzschuber

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 19.08.2016

 

Dark Touch [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DARK TOUCH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei MARITIM PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Carrie (1976)

Das Dorf der Dammten (1960)

Das Dorf der Verdammten (1995)

The Children (2008)

Teufelskind Jushua (2007)

Filmreview: „Alpha Girls“ (2013)

Alpha Girls 2013
 
 
 

ALPHA GIRLS

Story

 
 
 
Vier Neuanwärterinnen der Studentenverbindung Alpha Beta erwecken mit Hilfe einer mysteriösen Beschwörungsbibel das abgrundtief Böse in einem Verbindungshaus …
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Kritik

 
 
 
Die meisten Horrorfilmfans kennen sie vermutlich aus amerikanischen Teenie-Filmen: Studentenverbindungen wie “Alpha Beta Gamma” oder “Delta Beta Theta”. Nicht selten geht´s hier drunter und drüber, wobei nach reichlich Alkohol und Sex auch ab und an mal ein irrer Schlitzer vorbeischaut, um mit allerhand spitzen Küchenutensilien ein Blutbad anzurichten. Filme wie BLACK CHRISTMAS (1974), THE HOUSE ON SORORITY ROW (1983) und PLEDGE NIGHT (1990) gehören zu den bekanntesten Vertreter innerhalb des Subgenres, wobei die beiden Erstgenannten im Jahr 2006 bzw. 2009 sogar in den Genuss von halbwegs lukrativen Remakes gekommen sind, die aber bei Weitem nicht den Beliebtheitsstatus ernten konnten, den die beiden Klassiker innehaben. Dass die Macher des Indie-Flicks ALPHA GIRLS eine Schwäche für Verbindungshäuser und vor allem nostalgische 70er und 80er Jahre Grusler hegen, dürfte nach Sichtung dieses Streifens auf der Hand liegen. Denn ALPHA GIRLS entpuppt sich bei genauer Betrachtung, als ganz charmante Verbeugung vor den vielen, in den 70ern und 80ern entstandenen Horrorstreifen (NIGHT OF THE DEMONS, CLASS OF NUKE ‚EM HIGH), die auch heute noch das Blut eines jeden Genrefilmfans in Wallung bringen. Ganz besonders hat es Regie-Duo TONY TROV und JOHNNY ZITO Altmeister DARIO ARGENTO angetan, dessen unerreichte Schauermär SUSPIRIA auf ganz eigene Weise in ALPHA GIRLS Tribut gezollt wird. So „regnet“ es hier nicht nur Mehlwürmer in die Haare der völlig überdreht agierenden Verbindungsmitglieder; auch die zumeist farbintensive Bildsprache ARGENTOS und seines Lehrmeisters MARIO BAVA haben die Regie-Neulinge ganz nebenbei selbstsicher in ihren ersten Langfilm einfließen lassen. Komplettiert wird das gesamte Machwerk mit herrlich altmodischem Synthesizer-Gedudel und schrillen neonfarbenen Schuluniformen, so dass das ganze Horrorstück mit alle seinem fast schon erheiterndem Overacting und der nur selten professionell wirkenden Inszenierung auch hätte aus den trashigen TROMA Studios stammen können.
 
Die Story von APLHA GIRLS liest sich, als wäre sie einer ganz anderen Zeit entsprungen. Morgan (FALON JOSLYN) tritt der „Alpha Beta“ Studentenverbindung bei und zieht in das Verbindungshaus. Neuankömmlinge gehören dort einer niederen Rangordnung an und müssen erst einmal beweisen, dass sie eines ALPHA-Mädchens würdig sind. So muss Morgan in ein viel zu enges Kellerloch ziehen, wo sie fortan zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Cassidy (BEVERLY RIVERA), Juliette (NICOLE CINAGLIA) und April (KARA ZHANG) schlafen, wohnen und lernen soll. Nach anfänglichen Distanz schließen die vier Studentinnen Freundschaft und erkennen, dass die Schwesternschaft an strenge Traditionen geknüpft ist. So werden die Anwärterinnen nicht nur von der prallbusigen Hausherrin Veronica (NIKKI BELL) nach Strich und Faden gedemütigt, auch regelmäßige Rituale, die seit Gründung der traditionsbewussten Vereinigung mit Hilfe eines mysteriösen Buchs durchgeführt werden, machen einen Großteil des Verbindungslebens aus. Weil den vier Freundinnen die Gehässigkeiten Veronicas zuwider sind, stibitzen sie kurzerhand das sagenumwobene Beschwörungsrelikt und veranstalten damit gehörigen Unfug, ohne zu wissen, dass sie durch ihr selbstsüchtiges Handeln den Zorn finsterer Mächte entfachen.
 
Während ALPHA GIRLS mit einem satanistischen Ritual aus dem Jahre 1896 eingeläutet wird und sich das Gedärm des Opfers auf dem Boden verteilt, dürfte sich dem Filmfreund bei derart zweifelhafter Geschichtsaufarbeitung (seit wann tragen Studentinnen zu jener Zeit schon Nasenpiercings) vermutlich ganz arg die Nackenhaare sträuben. Mit historischen Fakten scheinen es die Regie-Neulinge nicht wirklich ernst nehmen zu wollen, was ALPHA GIRLS vielleicht auch gerade aufgrund dieser Prämisse so sympathisch erscheinen lässt. Der Streifen schaut nicht nur unweigerlich nach Independent aus, auch die gesamte Machart befindet sich auf teilweise amateurhaften Niveau, was für viele Horrorfans vermutlich Grund genug wäre, ALPHA GIRLS zu meiden. Trotzdem; das vorliegende Horrorstück punktet auf andere Ebene. So scheint sich das (textilfreie) Treiben nicht immer ganz ernst zu nehmen. Die Heldinnen treiben es mit ihrem gutgemeinten Overacting auf die Spitze und das Blut spitzt teilweise schon geradezu grotesk in die Gesichter der ausschließlich weiblichen Protagonisten. Hart wirkt das natürlich bei Weitem nicht einmal annähernd, wobei die wenigen Effekt-Szenen trotz magerem Produktionsstandart gar nicht mal so unansehnlich in Erscheinung treten. Die überdrehte Kombination aus Blut und nackter Haut besitzt definitiv Unterhaltungswert und lädt nicht nur einmal zum Schmunzeln ein. Überhaupt muss man TROV und ZITO für ihre erste Regie-Leistung loben, denn immerhin haben sie mit ihrem ALPHA GIRLS keinen Weiteren hohlen Quälfilm geschaffen und weitestgehend von unnützer Folterei und miesem Slasher-Gedöhns abgesehen. Die ideenreiche Rückbesinnung auf die Kultfilme der 70er und 80er Jahre steht dem vorliegenden ALPHA GIRLS erstaunlich gut, so dass der Rache/Dämonen/Okkult-Flick eine Menge Laune verbreitet. Das Potenzial hinter ALPHA GIRLS muss auch Pornolegende RON JEREMY erkannt haben, der gleich mal als Pfarrer durch den Film saust und der es sich mit Sicherheit hinter der Kamera nicht hat nehmen lassen, der ein oder anderen Schauspielerin mal kurz an den Hupen zu schrauben. Die Herren sind in ALPHA GIRL übrigens in der Minderheit, denn in diesem Film ist Frauenpower Programm. Dem männlichen Trash-Liebhaber dürfte das ganz gelegen kommen und so wird APLHA GIRLS mit einem kühlen Sixpack Bier zum erheiternden Partyfilm.
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wer beharrt schon auf Logik, wenn’s doch Titten und Blut zu sehen gibt? ALPHA GIRLS ist ein sexy B-Movie mit feschen Girls und ’ner Menge Blut, das trotz oder gerade wegen seiner unprofessionellen Schnitzer unglaublich charmant wirkt. Für Fans überdrehter TROMA-Hits definitiv eine Sichtung wert.
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Zensur

 
 
 
In ALPHA GIRLS wird zwar ab und an etwas roter Lebenssaft vergoßen, hart wirkt das aber nicht. Die derbste Szene wird gleich zu Beginn zelebriert. Dort wird der Magen einer Studentin aufgeschlitzt und deren Innereien purzeln zu Boden. Ansonsten geht´s hier recht züchtig einher, was durchaus mit einer FSK16 belohnt werden dürfte. Wir gehen aber davon aus, dass ALPHA GIRLS mit dem KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Night of the Demons 2 (1994)

The House on Sorority Row (1983)

Black Christmas (1974)