Filmkritik: „Crawl“ (2019)

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CRAWL

Story

 
 
 

In „Crawl“ trifft der Überlebenskampf gegen einen Hurrikan auf den von Alligatoren-Attacken. Ein Vater und eine Tochter müssen sich nämlich gleich gegen Beides verteidigen.

 
 
 


 
 
 

CRAWL – Kritik

 
 
 
Alexandre Aja macht fleißig weiter mit seinen Horrorfilmen und scheint sich dabei nie auf ein gewisses Subgenre festzulegen. Der Mann hat Klassiker wie das Terrorkino „High Tension“ oder das Remake von „The Hills Have Eyes“ im Gepäck, geht aber auch gern mal den spaßigeren Weg wie in „Piranha 3D“. Also Tierhorror ist ihm nicht fremd und dennoch ist der simpel betitelte „Crawl“ mal wieder ganz anders. Sowieso ist es lange her, dass das Tierhorror-Genre es auf die große Leinwand geschafft hat und nun kommt Herr Aja daher und zaubert einen völlig ironiefreien, teilweise fast unerträglich spannenden Beitrag hervor.
 
 
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Mitten in der Hurrikansaison sucht die junge Haley nach ihrem Vater. Ein bedrohlicher Hurrikan zieht auf, doch Dave meldet sich einfach nicht. Die Vermutung liegt nahe, dass er sich noch im abgesperrtem Bereich befindet, also pfeift Haley auf alle Warnungen und begibt sich dorthin. Sie findet ihren Vater auch, aber unter dem Haus, schwer verletzt. Nun will sie ihn retten, doch ein paar Alligatoren machen das schwerer, als zunächst vermutet und ein Überlebenskampf der Extraklasse darf beginnen. Dass Haley Hochleistungsschwimmerin ist und die Beziehung zu ihrem Vater schwer angekratzt ist, kommt dem Szenario natürlich sehr entgegen. Dieses Drehbuch wird nie und nimmer Innovationspreise gewinnen können, denn dafür fällt alles viel zu zweckdienlich und vorhersehbar aus. Das Gute daran ist, dass dies gar nicht notwendig ist, denn diese Handlung funktioniert wunderbar. Die Figuren werden nur ganz leicht charakterisiert. Man gibt ihnen den Hintergrund, der notwendig ist und das reicht völlig aus. Denn nach einer wirklich nur kurzen Einleitung geht „Crawl“ sofort zur Sache und hier zeigt sich dann das Talent von Alexandre Aja.
 
 
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Der Film ist nämlich echt stark inszeniert. Aja hält sich gar nicht lange damit auf, die Bedrohung nur anzudeuten, was oftmals im Tierhorrorbereich ein großer Nachteil sein kann. Hier ist das anders, weil die Spannungsschraube tatsächlich immer mehr angezogen werden kann. Das liegt allerdings auch mit daran, dass hier mehrere Gefahren aufeinanderprallen und „Crawl“ so einen richtigen Genremix darstellt. Da hätten wir natürlich den Tierhorror, der absolut nicht zu kurz kommt, denn die fiesen Alligatoren dürfen so manches mal angreifen. Zusätzlich gibt es aber eben die Naturkatastrophe, die gleich zweierlei Gefahren mit sich bringt. Den Hurrikan und das Hochwasser. Besonders letzteres bekommt viel Aufmerksamkeit spendiert und da fühlt sich der Zuschauer plötzlich wieder wie in einem waschechten Katastrophenfilm. Beide Komponenten miteinander zu verbinden, ist clever und funktioniert besonders durch die tolle Regie von Aja so hervorragend. Der zaubert nämlich immer wieder dermaßen spannende Situationen auf die Leinwand, dass man sich nur fest gegen den Kinosessel pressen kann. Dabei mag manches vorhersehbar sein und mit der Logik nimmt es der Film auch nicht immer so genau. Zumindest darf man anzweifeln, dass das Verhalten der Alligatoren immer plausibel ist und so eine Duschkabine ist mit Sicherheit auch nicht so stabil, doch man ist „Crawl“ im Endeffekt nicht böse dafür, weil er solche kleinen Ungereimtheiten dafür nutzt, um noch mehr Spannung aus dem Szenario herauszuholen.
 
 
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Daneben wird der Film ordentlich gespielt und das eigentlich nur von zwei Darstellern. Besonders Kaya Scodelario verdient dabei Lob, denn sie spielt sehr authentisch und man kauft ihr die toughe, junge Frau zu jedem Zeitpunkt ab. Doch auch Barry Pepper als ihr Vater überzeugt vollkommen. Beide bekommen nur eine ganz simple Figurenzeichnung, die aber völlig ausreicht, um mit ihnen mitfiebern zu können. Man wünscht beiden sehnlichst das Happy End, doch bis es soweit sein könnte, müssen sie durch so manche Qual hindurch. Hier macht „Crawl“ keinerlei Gefangene. Sobald das Szenario eingeleitet ist und der erste Alligator gesichtet wurde, gibt es keine Pausen mehr. Die Situation scheint dermaßen ausweglos, dass man sich als Zuschauer schon fragen kann, wie die denn dort heil herauskommen sollen. Daraus resultiert Spannung und dass alles nebenbei noch gänzlich humorfrei vorgetragen wird, macht das Treiben nur noch düsterer.
 
 
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Obwohl die Laufzeit mit unter 90 Minuten echt nicht lang ausgefallen ist, wird hier dank des hohen Tempos viel aus dem Szenario gemacht. Selbst wenn Gefahren abgewehrt wurden, geht es immer noch weiter und ein Outro gibt es nicht mal. Sofort erscheint der Abspann. Effizienter geht es wohl kaum noch. Dass es bei Herrn Aja nicht harmlos zur Sache geht, dürfte nebenbei niemanden verwundern. So manch eine Attacke der Alligatoren hält schon Splatter bereit, der allerdings niemals ausufert. Die Effekte können sich insgesamt sehen lassen. Zwar sieht man den Alligatoren die Herkunft aus dem Computer schon ein wenig an, aber für diese Preisklasse ist das mehr als gelungen. Außerdem sieht das Unwetter einfach richtig stark aus und alleine dies sorgt für eine beunruhigende Atmosphäre.
 
 
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CRAWL – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Am Ende bleibt „Crawl“ ein simpler Tierhorrorfilm, der aber vieles sehr richtig macht und im Endeffekt einfach verdammt spannend ist. Besonders die Kombination von Katastrophenfilm und Tierhorror macht hier echt etwas her und wurde stark genutzt. Kleinere Logikfehler verzeiht man gerne, weil man einfach zu gefesselt ist von dem Geschehen auf der Leinwand. Das besitzt nur eine oberflächliche Figurenzeichnung und einige Klischees scheinen obligatorisch zu sein, aber dafür wird das von den beiden Hauptdarstellern bestens gespielt und das Szenario wurde sehr gekonnt inszeniert. Außerdem ist das Budget für Tierhorror ja immerhin doch noch ziemlich hoch und das erkennt man, denn der Film wirkt hochwertig und kommt überraschenderweise gänzlich ohne Ironie aus. Den humorvollsten Moment gibt es da erst mit dem Abspann, wenn ein bekannter Song ertönt. Auf jeden Fall bekommt man hier actionreiche, packende Unterhaltung geboten, die so in der Form definitiv keine Selbstverständlichkeit mehr darstellt. Top!
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Zensur

 
 
 
„Crawl“ hat einige Alligatoren-Angriffe zu bieten. Es werden Körper ins Wasser gerissen, ein Arm wird abgefressen und diverse Bisswunden runden das umfangreiche Portfolio an unappetitlichen Szenen ab. Hierzulande hat „Crawl“ eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei PARAMOUNT PICTURES DEUTSCHLAND)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Fährte des Grauens (2007)
 
Lake Placid – Der Schrecken aus der Tiefe (1999)
 
Der Fluss der Mörderkrokodile (1979)
 
Black Water (2007)
 

Filmkritik: „Deranged – Geständnis eines Necrophilen“ (1974)

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DERANGED – GESTÄNDNIS EINES NECROPHILEN

(DERANGED | BESESSEN | DERANGED: CONFESSIONS OF A NECROPHILE)

Story

 
 
 

Ezra Cobb lebt mit seiner Mutter in einem grässlichen Haus in den amerikanischen Hinterwäldern. Als die Frau Mama dies‘ irdische Jammertal verlässt, fackelt Ezra, übrigens ein auch nicht mehr ganz so junger Bursche, nicht lange und buddelt sie wieder aus. Das Leben könnte harmonisch weitergehen, hätte die Biologie nicht den Prozess der Verwesung in petto. Muttern bleibt nicht lang an einem Stück und Ol‘ Ezra steht unter Zugzwang, bevor seine Mutter, doch sowas wie die einzige Freundin in der Not, nur noch schleimiger Pilzmatsch ist. Also geht’s schwuppdiwupp zurück zum Gottesacker, wo der Unhold wieder und wieder Gräber knackt und Leichen zum Ausweiden klaut. Bald ist das Cobb’sche Domizil mit anliegender Scheune ein wahres Museum der amerikanischen Handwerks- und Einmach-Kunst.

 
 
 


 
 
 

DERANGED – Kritik

 
 
 
Horror-Geeks wissen Bescheid: Ezra Cobb ist eine nur hauchdünn verdeckte Darstellung des berüchtigten Leichenräubers Ed Gein (1906-1984). Dessen bizarrer Kriminalfall ist in weiten Teilen deckungsgleich mit den Abenteuern unserer Hauptfigur hier. Muss auch wirklich ein gehirnzerbröselnder Augenblick gewesen sein. Die örtlichen Bullen, alles im ländlichen Wisconsin wohlgemerkt, kommen bei ihren Ermittlungen zu rätselhaften Grabraubtaten aufs Farmgelände der Geins und finden einen semiprofessionell zum Schlachthof umfunktionierten Schuppen, Speisekammern voller eingekochter menschlicher Organe und einen prallgefüllten Kannibalen-Kühlschrank. Möbelüberzüge, charmante Gebrauchsgegenstände des Alltags und Lampenschirme aus Knochen und Hautfetzen grinsen die dem Überschnappen nahen Staatsdiener an. Psycho-Killer Ed wehrt sich nicht, gibt bereitwillig Auskunft und wandert schließlich ein. Auch im Zuchthaus macht das Männlein durch ausgemachte Höflichkeit von sich Reden.
 
 
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Eigentlich ein armer Hund. Von einer kaputt-religiösen Mutter und einem gewalttätigen Vater von Kindesbeinen an in Richtung Irrsinn gelotst, ist Gein ein Musterbeispiel für einen Milieuschaden. Klaro, nicht jeder von den Alten Getriezte wird zum Hersteller von Unterkiefer-Aschenbechern, bei Ed hat’s aber dazu geführt. Sein Fall, wohl der erste medial ausgeschlachtete (Ha!) Serienkiller/Vollpsychopathen-Fang der Moderne, beeinflusst bis heute Literaten, Künstler und Filmemacher. Ohne den „Plainfield Ghoul“ kein „Psycho“, kein „Blutgericht in Texas“, bis hin zu den postmodernen Kolportage-Horror-Reißern Rob Zombies. Die Filmemacher Allen Ormsby und Jeff Gillen („Children Shouldn’t Play With Dead Things“) wählen für „Deranged“ die Form eines dokumentarisch anmutenden Filmporträts der Ereignisse zwischen Taten und Ermittlungen. Ein Kunstgriff aus der Orson-Welles-Trcikkiste, der den Zuschauern das Gefühl vermitteln soll, direkt Zeugen der auf der Farm geschehenen Unglaublichkeiten zu sein. Die Besetzung der Hauptfigur mit dem geachteten Charakterdarstelller Roberts Blossom (bekannt als der sich selbst verstümmelnde Handwerker in Clint Eastwoods/Don Siegels „Flucht von Alcatraz“) tut der Realitätsbezogenheit keinen Abbruch.
 
 
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DERANGED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ezra Cobb mag zwar seine Leichen geschändet haben, diese Neuauflage von „Deranged“ tut der deutschen Sprache solcherlei Grausamkeiten allerdings nicht mehr an. Aus den „Geständnissen eines Necrophilen“ des früheren Artworks hat man das blöde Werbe-C wie Citronen, Cigaretten und Chocolade entfernt wie die Crankheit, die das war! Ja, wir achten auf solche Ästhtetik-Beleidigungen. Aber auch innerlich weiß das Package zu überzeugen. „Kuratiert“ von Jörg Buttgereit, versammelt man neben der Unrated-Fassung des Films selbst, ein ganzes virtuelles Regal von Dokumentationen und Featurettes über „Deranged“ und den Fall Ed Gein. Dürfte, was diesen Film angeht, nicht mehr zu toppen sein.
 
 
 


 
 
 

DERANGED – Zensur

 
 
 
Zum 45. Jahrestag hat der Rechteinhaber WICKED VISION „Deranged – Geständnis eines Necrophilen“ zum ersten mal in HD veröffentlicht. Die im Mediabook enthaltene Filmfassung beinhaltet die Unrated-Fassung des Klassikers, welche hierzulande bereits im Jahr 2004 auf DVD veröffentlicht wurde. Zuvor gab es den Streifen nie ungeschnitten zu sehen. Damit der Film in Amerika ins Kino kommen konnte, musste er bereits vor seiner Erstveröffentlichung Federn lassen. Diverse Szenen mussten aus dem Film entfernt werden, damit „Deranged“ ein R-Rating von der Motion Picture Association of America (MPAA) erhalten konnte. Seine Deutschland-Premiere hatte der Low-Budget-Horror im Free-TV. Das war 1994 – wenn auch leider nur in einer stark gekürzten Fassung. Das änderte sich erst 2004. Dann nämlich ließ der Anbieter LEGEND FILMS die Unrated-Fassung neu prüfen und erhielt für selbige eine Freigabe ab 16 Jahren. Diese ist nun auch im Mediabook enthalten. Wer seltene Horrorklassiker mag, sollte unbedingt zuschlagen.
 
 
 


 
 
 

DERANGED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) WICKED VISION MEDIA (Mediabook – Cover A – auf 444 Stück limitiert)

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(c) WICKED VISION MEDIA (Mediabook – Cover B – auf 222 Stück limitiert)

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(c) WICKED VISION MEDIA (Mediabook – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deranged; Kanada | USA 1974

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Christoph N. Kellerbach, Audiokommentar mit Tom Savini und Calum Waddell, Audiokommentar mit Jörg Buttgereit und Dr. Gerd Naumann, Einleitung von Jörg Buttgereit, Interview mit Produzent Tom Karr, Deranged Chronicles: The Making of „Deranged“, The Ed Gein Story: Producer Tom Karr on Location, „A Blossoming Brilliance“: Scott Spiegel über „Deranged“, Ed Gein – American Maniac: True-Crime-Dokumentation, Das Sequel, das keines war: Hinter den Kulissen von „Creep“, „Kannibale und Liebe“ – Mitschnitt des Theaterstücks von Jörg Buttgereit, Kurzfilm: „Ein Moment der Stille am Grab von Ed Gein“, Original Kinotrailer, Alternativer Trailer, Teaser-Trailer, „Trailers from Hell“ mit Adam Rifkin, Trailer zu: „Kannibale und Liebe“, Bildergalerie

Release-Termin: 27.05.2019

 
 
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Deranged [Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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DERANGED – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei WICKED VISION MEDIA)

 
 
Ähnche Filme:
 
Blutgericht in Texas (1974)
 
Maniac (1980)
 
Don’t Look In The Basement (1973)

Filmkritik: „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ (1999)

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ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT

(STIR OF ECHOES)

Story

 
 
 

Nachdem ein Familienvater sich hypnotisieren ließ, wurde eine Tür in ihm geöffnet und nun wird er von Visionen geplagt, die mit einem schrecklichen Ereignis zusammenhängen.

 
 
 


 
 
 

ECHOES – Kritik

 
 
 
1999 gab es gleich zwei richtig starke Geisterhorrorfilme. Doch während „The Sixth Sense“ ein ungemeiner Erfolg wurde, konnte „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ sich nicht zum Kultfilm entwickeln. Das ist eigentlich unberechtigt, bekommt man hier doch einen wirklich guten Film geboten, der nicht zum Spuk-Einheitsbrei gehört.
 
 
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Familie Witzky lebt ein zufriedenes Leben. Eines Abends lässt sich Vater Tom auf einer Party zum Spaß hypnotisieren, doch etwas geht dabei schief. Plötzlich wird Tom von Visionen und Erscheinungen geplagt. Noch beunruhigender ist jedoch, dass selbst der kleine Sohn scheinbar Dinge sieht, was für ihn aber normal erscheint. Umso länger die Visionen von Tom andauern, desto mehr steigert er sich in einen Wahn hinein, denn er will unbedingt wissen, was hier Sache ist.
Das Drehbuch basiert auf einem Roman und erzählt eine ganz normale Geistergeschichte. Nichts an „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ ist besonders kreativ oder originell. Dafür funktioniert die Story aber ausgesprochen gut, denn sie ergibt einen Sinn, wird schlüssig aufgelöst und lässt den Zuschauer schön miträtseln. Es gibt nämlich immer wieder Anhaltspunkte, um darauf zu kommen, was hier gespielt wird und da braucht es am Ende gar keinen großen „Wow“-Effekt, um überzeugen zu können. Die kleinen Details werden schön eingebaut und am Ende ist das einfach ein Drehbuch, welches von vorne bis hinten bestens funktioniert.
 
 
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Es liegt allerdings besonders an Kevin Bacon, dass „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ so gut funktioniert, denn der liefert hier sehr gut ab. Bacon stellt seinen Wahn ideal dar, bleibt dabei jedoch stets sympathisch und manche Szenen sind schon sehr intensiv gespielt. Doch auch Kathryn Erbe macht als seine Film-Ehefrau eine durchaus gute Figur. Sogar der kleine Zachary David Cope ist für sein Alter echt gut und spielt das niemals nervig. In Nebenrollen überzeugen Illeana Douglas und Kevin Dunn. Die Besetzung nimmt die gute Figurenzeichnung dankend an, denn in diesem Film gibt es nicht zu viele Klischees. So ist es schön, dass Tom trotz seines Wahns niemals gewalttätig wird und Maggie sich der Sache nicht komplett verschließt. Die Charaktere handeln glaubwürdig und das macht ein Mitfiebern für den Zuschauer erst so gut möglich. Eine gute Entscheidung war es auch, dass Jake als kleines Kind zwar mit eingebaut wurde, der Fokus jedoch nicht so sehr auf ihm liegt. Wenn es dann zur Auflösung kommt, kann man die Figuren noch immer halbwegs nachvollziehen und das ist erfreulich.
 
 
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Daneben lebt „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ aber auch von der durchaus passenden Inszenierung. Hier wird nicht so viel Wert auf Schockeffekte gelegt, selbst wenn man sich ab und zu mal erschrecken kann. Die Atmosphäre, welche aufgebaut wird, hat es in sich, denn obwohl es niemals zu nervenzerreißend wird, besitzt der Film seine düstere, unheimliche Stimmung, die gekonnt ausgebaut wird. Regisseur David Koepp inszeniert das Treiben relativ ruhig, baut aber auch immer mal kleine Spielereien mit ein. Wie man z.B. die Hypnose bildlich dargestellt hat, ist sehr gelungen. Doch auch die kleinen Visionen wurden stark bebildert. Obwohl man es dabei mit einem Horrorfilm zu tun hat, legt es der Film gar nicht so sehr auf Horror an. Es gibt nämlich einige Drama-Elemente und im Endeffekt ist das sogar eher ein Krimi. Der Aufbau funktioniert bestens und die 90 Minuten Laufzeit vergehen sehr schnell. Es gibt keine große Einleitung und hinterher wird immer mehr an der Spannungsschraube gezogen, bis es im Finale sogar noch eine kleine Portion Action gibt. Nebenbei ist erfreulich, dass hier ohne viele Effekte ausgekommen wird und der Score rundet das positive Gesamtbild ordentlich ab.
 
 
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ECHOES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ darf sich kleiner Klassiker des Geisterhorrors nennen, denn er funktioniert selbst 20 Jahre nach Erscheinen noch wunderbar. Die Handlung wird schlüssig und interessant erzählt, die Darsteller sind toll und die Figurenzeichnung kommt ohne Unglaubwürdigkeiten aus. Zusätzlich wurde alles schön unheimlich inszeniert und eine richtige Stärke ist die Atmosphäre, denn diese reicht von entspannt bis hin zu richtig unheimlich. Es ist kein lauter Spuk, sondern eher ein subtiler, der edel erzählt wird. Selbst nach mehrmaligem Schauen unterhält das noch sehr gut und wirklich kein Fan vom Grusel sollte „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ verpasst haben!
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Zensur

 
 
 
„Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ ist eher ein subtiler Gruselfilm. Deshalb erhielt der Film bereits für die Kinoauswertung eine ungeschnittene FSK16. Gleiches folgte für die Auswertung auf DVD. Die nun erhältliche Blu-ray besitzt auch den blauen FSK16-Sticker.
 
 
 


 
 
 

ECHOES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) KOCH FILMS (Mediabook – Cover A)

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(c) KOCH FILMS (Mediabook – Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stir of Echoes; USA 1999

Genre: Horror, Mystery, Thriller,

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 2 Cover-Auflagen

Extras: Booklet, Audiokommentar, Interviews, Making of, Trailer

Release-Termin: 11.07.2019

 

Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt – Mediabook A [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt – Mediabook B [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ECHOES – Trailer

 
 


 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei KOCH FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes 2 – Stimmen Aus Der Zwischenwelt (2007)
 
Paranormal Resurrection (2014)
 
Schatten der Wahrheit (2000)
 
Jessabelle (2014)
 
White Noise (2005)
 

Filmkritik: „Feedback: Sende oder stirb!“ (2019)

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FEEDBACK: SENDE ODER STIRB!

(FEEDBACK)

Story

 
 
 

Radioshow des Grauens: Einige maskierte Einbrecher legen eine Radiostation lahm und übernehmen das Zepter. Mit blutigen Folgen.

 
 
 


 
 
 

FEEDBACK – Kritik

 
 
 
Die besten Horrorfilme sind die, die einen kalt und unvorbereitet treffen. Da schiebt man ahnungslos einen Film in den Player und erwartet eigentlich nicht viel. Umso erfreulicher, wenn es einen dann doch packt und nicht mehr loslassen will. Der spanische FEEDBACK ist eine dieser beschriebenen Produktionen. Der wurde ausschließlich in englischer Sprache gedreht und international besetzt. So lässt sich ein europäischer Film besser international verkaufen. Das Ergebnis ist Qualitätsarbeit aus Spanien bei der nicht wundern würde, wenn einen Herrn Jason Blumhouse der Teufel packt und FEEDBACK noch einmal für den amerikanischen Filmmarkt neu interpretieren würde. FEEDBACK erinnert in seiner Machart an FUNNY GAMES, KIDNAPPED oder den erst kürzlich hier besprochenen DAS GEHEIMNIS DER ROSE. In letzterem wurde eine Familie von einem Fremden terrorisiert, der noch ein Hühnchen mit der Bande zu rupfen hatte. Während dort der Horror in erster Linie psychischer Natur war, hält Regisseur PEDRO C. ALONSO von Kopfkino allein nicht sonderlich viel. Der lässt in seinem Regiedebüt FEEDBACK gleich mal den Hammer schwingen und sorgt für ein Blutbad. Hier wird Schockwirkung mit dem Riesenhammer erzielt. Zartbesaitete halten besser Abstand, denn FEEDBACK wirkt wegen der schonungslosen Skrupellosig- und Unberechenbarkeit von Bestie Mensch nach.
 
 
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Der Moderator einer erfolgreichen Radiosendung erlebt die Hölle auf Erden. Der wird eines Abends während einer Live-Übertragung von Einbrechern in seinem Moderationsraum festhalten. Jarvis Dolan soll die Sendung wie üblich weiter führen aber den Anweisungen der maskierten Fremden Folge leisten. Die haben keine besonderen Musikwünsche, sondern wollen den Moderator vor Live-Publikum zur Rede stellen. Eine Angelegenheit, die die Karriere des bekannten Rundfunksprechers beenden könnte. Das weiß Jarvis Dolan natürlich, doch ihm bleibt nichts anderes übrig, als das perfide Spiel mitzuspielen. Die Kriminellen haben nämlich Geiseln in der Hand und sind zu allem bereit. Ist der Moderator nicht kooperativ, sterben nahestehende Menschen. Eine Tatsache, die diese Live-Sendung zur längsten im bisherigen Leben des Jarvis Dolan macht.
 
 
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Überschaubare Kulisse und Hochspannung pur. Die ganze Handlung von FEEDBACK spielt sich – ähnlich wie in so Filmen wie PANIC ROOM oder ELEVATOR – auf begrenztem Raum ab. Das bedeutet, dass sich die Geschehnisse in nur einem einzigen Zimmer zutragen, was zusätzlich für Anspannung sorgt. Panik, Klaustrophobie, Angst – extreme Herausforderungen, die den Film tragen und zu einer schweißtreibenden Angelegenheit machen. Regisseur PEDRO C. ALONSO lässt kaum Verschnaufpausen zu. Er beweist einen bewundernswerten Umgang mit Spannung, fordert seine Opfer und ebenso den Zuschauer. Was wollen die Einbrecher, wer versteckt sich hinter den Masken und zu was sind die Fremden fähig? Antworten auf Fragen, die natürlich so lang wie möglich verschleiert werden. Dazwischen: explizite Gewalt, psychologischer Terror und unerwartete Wendungen. Ja, FEEDBACK ist kein einfach zu verdauendes Filmchen – vor allem auch deshalb, weil der Film Kompromisse scheut und den Zuschauer wie auch seine Opfer durch die Filmhölle gehen lässt. Dabei bleibt grundsätzlich unklar, wer denn nun hier eigentlich gut und wer böse ist. Da verschwimmen Grenzen. Filmemacher PEDRO C. ALONSO macht aus Menschen Monster, die selbst in Extremsituationen über Leichen gehen und sich kontinuierlich in der moralischen Zweideutigkeit bewegen. Eine Tatsache, die verstört, zumal der Newcomer auch noch mit einem hinterlistigen Ende dort trifft, wo es am meisten wehtut. Das ist zwar nichts für Zuschauer mit schwachem Kreislauf. Trotzdem bleibt man aber mit so brachial schonungslosen Filmen im Gedächtnis. Eine Tatsache, die schon so manchem Filmschaffenden den Weg nach Hollywood geebnet hat. Kollegen wie ALEXANDRE AJA können ein Lied davon singen.
 
 
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FEEDBACK – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eine kontroverse Geiselnahme, die schon bald aus dem Ruder läuft. FEEDBACK ist kein Kinderfasching. Der Film entpuppt sich als klaustrophobisches Kammerspiel, das vor allem durch eines im Gedächtnis bleibt: Schockwirkung. Hier ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint. Das betrifft Figuren, wie auch Handlungsverläufe. Dazwischen: brachiale Gewaltausbrüche, die so unvorbereitet und heftig kommen, dass der Puls rast. Regisseur PEDRO C. ALONSO entpuppt sich als wahrhaftiger Spannungsmeister. Kaum Action, viele Dialoge. Dennoch vergehen die knapp 90 Minuten wie im Flug. Danach erhebt man sich schweißgebadet aus dem Filmsessel und braucht erstmal eine kalte Dusche. Krasses Debütwerk.
 
 
 


 
 
 

FEEDBACK – Zensur

 
 
 
FEEDBACK hat einige doch sehr harte Szenen zu bieten. Da wird mit einem riesigen Hammer eine Hand zertrümmert, auf einen Schädel mehrmals eingeschlagen und einen Kehlenschnitt gibt es auch zu sehen. Man darf von einer Erwachsenenfreigabe ausgehen: FSK18. FEEDBACK – SENDE ODER STIRB (so der deutsche Titel) wird am 29. November 2019 als DVD, Blu-ray und im Mediabook veröffentlicht. Anbieter PANDASTORM PICTURES hat sich die deutschen Rechte gesichert.
 
 
 


 
 
 

FEEDBACK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei eOne Films Spain | Blue Fox Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Funny Games (1997)
 
Das Geheimnis der Rose (2017)
 
Kidnapped (2010)
 
Hate Crime (2013)
 

Filmkritik: „Level 16“ (2018)

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LEVEL 16

Story

 
 
 

In einer Akademie werden Teenagerinnen mit harter Hand geführt. Bis es plötzlich zwei Mädchen nicht mehr aushalten und das System der Schule hinterfragen.

 
 
 


 
 
 

LEVEL 16 – Kritik

 
 
 
Während minderwertige Horrorfilme gern mal mit reißerischen Covergestaltungen um die Gunst der Käuferschaft buhlen, passiert es nicht selten, dass viele Streifen erst gar nicht gekauft werden, weil das Cover der DVD oder Blu-ray zum zugehörigen Film nicht ansprechend gestaltet wurde. Das ist dahingehend schade, weil so Produktionen erst gar nicht gesehen werden, die eigentlich Aufmerksamkeit verdient hätten. Ein solches Beispiel ist der folgende LEVEL 16. Der wurde auf einigen Festivals zu Recht mit Preisen und Lob überschüttet. Leider hat man beim Cover-Design nicht unbedingt Kreativität walten lassen, was wohl dazu führen wird, dass der Geheimtipp im Kaufregal liegen bleibt. Eine Schande, verpasst man doch so einen der besten Indie-Genrefilme der letzten Jahre. Deshalb klären wir auf: LEVEL 16 ist einer jener Filme, der gesehen werden sollte, weil er nachwirkt. Ganz ohne Blut, Mord und Totschlag!
 
 
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Die Mädchen der Vestalis-Akademie haben es nicht leicht. Die müssen sich strengen Regeln unterwerfen und werden zu Reinheit, Gehorsamkeit und Bescheidenheit erzogen. Nur wer demütig und anständig bleibt, hat so die Chance von liebenden Eltern adoptiert zu werden. Doch bevor die Teenagerinnen in ein neues Zuhause ziehen können, muss Level 16 durchwandert werden. Hierbei handelt es sich um die finale Stufe der Akademie, die nur durch Fleiß, Unterwerfung und Disziplin erreicht werden kann. In jenem Level 16 befinden sich auch Vivien (KATIE DOUGLAS) und Sophia (CELINA MARTIN). Die beginnen bald das System zu hinterfragen und wollen nur noch raus. Doch der Weg in die Freiheit ist steinig und schwer. Auf den Gängen befinden sich bewaffnete Männer und beinahe jede Tür dieser Einrichtung wurde mittels Schlüsselkarte verschlossen. Sieht so eine Schule für strebsame Schülerinnen aus?
 
 
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LEVEL 16 besitzt das, was guten Genre-Filmen neueren Datums oft fehlt. Der Film überzeugt durch gute Schauspieler, eine undurchsichtige Handlung und zermürbende Atmosphäre, die einen tief in den Filmsessel versinken lässt. Was in dieser eigensinnigen Mädchenschule tatsächlich vor sich geht, wird zum großen Geheimnis gemacht. Was liegt hier im Argen, warum werden die Mädchen in dieser Akademie streng bewacht und hart geführt? Die Antwort darauf lässt auf sich warten. Bis der Streifen nämlich mit der Sprache herausrückt, vergeht viel Zeit. Da wird gern mal angedeutet, Spannung vorangetrieben und mit klaustrophobischer Stimmung provoziert. Letztere lässt früh erahnen, dass hinter diesen Mauern ein perfides Spiel gespielt wird. So mutet es eigensinnig an, dass die pubertierenden Mädchen weder Lesen, Schreiben noch Rechnen können. Als wäre das für eine Eliteschule nicht seltsam genug, werden die jungen Frauen auch noch wie Gefangene in Zellen gehalten, um sie vor drohendem Unheil fernzuhalten, das sich draußen an der Luft zusammenbraut. Erfahrene Zuschauer wissen: normal ist das definitiv nicht.
 
 
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Regisseurin DANISHKA ESTERHAZY dreht ausschließlich Filme in denen starke Frauen im Zentrum stehen. Das ist auch in LEVEL 16 der Fall. Hierbei handelt es sich um einen dystopischen Thriller, der in erster Linie das Zusammenspiel seiner kleinen Helden fokussiert. Dabei wird die Kulisse bewusst minimalistisch gehalten, damit sich der Zuschauer auf die Figuren konzentrieren kann. Die werden im Film von Aufsehern der Einrichtung manipuliert und mit Bestrafungen terrorisiert, um so zu anständigen und „reinen“ Frauen heranzuwachsen. Da macht sich unter den Mädchen ein Gefühl der Angst breit, die sich so ziemlich schnell auch auf den Zuschauer überträgt. Eine Kunst für sich, die vor allem auf die schauspielerischen Leistungen zurückzuführen ist. Die jungen Darstellerinnen winseln und weinen ziemlich echt. Das hat zur Folge, dass die psychischen Folterungen und die emotionalen Qualen der Schülerinnen durch Mark und Bein gehen. LEVEL 16 ist der beste Beweis dafür, dass es kein millionenschweres Budget und teure Spezialeffekte bedarf, um sehenswerte Genre-Ware zu drehen. Ein gutes Drehbuch und talentierte Schauspieler sind alles, um knapp 90 Minuten unterhalten zu können.
 
 


 
 
 

LEVEL 16 – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Der kanadische LEVEL 16 ist ein dystopisches Thriller-Drama mit kühlen und sterilen Look, über das man besser nicht zu viel liest, um sich nicht die Spannung verderben zu lassen. Der minimalistische Streifen lebt nämlich von der Prämisse, dass er aus seinem übersichtlichen Plot ein großes Geheimnis macht. Der Zuschauer wird – wie seine jungen Darstellerinnen – lang im Unklaren darüber gelassen, was es denn nun mit dieser Schule auf sich hat, die im Film heranwachsende Mädchen zu gehörigen Damen erzieht. Diese Undurchsichtigkeit macht den kammerspielartig aufgebauten LEVEL 16 so ziemlich spannend. Sollte man als offener Filmfan gesehen haben. Sehenswert!
 
 
 


 
 
 

LEVEL 16 – Zensur

 
 
 
LEVEL 16 ist eher ein zurückhaltendes Drama, statt bluttriefender Horrorfilm. Am Ende fällt ein Mann über eine Mauer und bricht sich das Genick. Weiterhin sieht man eine Leiche, deren Haut abgezogen wurde und mit einem Skalpell wird ein Gesicht verunstaltet zerschnitten. Hierzulande hat LEVEL 16 eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

LEVEL 16 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Level 16; Kanada 2018

Genre: Drama, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 103 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 29.03.2019

 

Level 16 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

LEVEL 16 – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Insel (2005)
 
The Handmaids Tale (seit 2017)
 

Filmkritik: „St. Agatha“ (2018)

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ST. AGATHA

Story

 
 
 

Eine schwangere Frau erlebt in einem abgelegenen Kloster die Hölle auf Erden. Mit der hier lebenden Schwesternschaft ist nicht zu spaßen, denn wer hier Zuflucht sucht, hat nach ganz eigenen, grausamen Regeln zu leben.

 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Kritik

 
 
 
Nonnen im Genre-Kino. Da schwant alteingesessenen Horrorfilmkennern Schlimmes. Dass nicht ohne Grund, sind doch christliche Ordensgemeinschaften im Horrorfilm eng mit so Themen wie Exorzismus, Besessenheit und Dämonologie verwachsen, die in der Vergangenheit beinahe schon inflationär im Genre verwendet wurden. Da erfreut es zu sehen, dass ausgerechnet DARREN LYNN BOUSMAN was anderes ausprobiert. Der ist eigentlich für härtere Filmkost bekannt und hat sich mit den Regiearbeiten zu SAW 2-4 ein Denkmal gesetzt. Wer die gesehen hat, weiß dass hier vor allem der Fokus auf möglichst perfide Gewalt lag. Von der distanziert sich der Regisseur nun mit ST. AGATHA. Eine Wende, die bereits in der Vorgängerarbeit ABATTOIR eingeschlagen wurde. Interessanterweise beweist Bousman auch darin Talent und versucht sich im Nonnen-Horror ST. AGATHA vermehrt in Sachen psychologischer Gewalt. Statt grafisch vor der Linse Gliedmaßen abzutrennen oder Körper zerschneiden zu lassen, versucht er im hier vorgestellten Genrefilm seine Opfer psychisch zu brechen. Damit tritt ST. AGATHA in ähnliche Fußstapfen, wie der kürzlich besprochene GHOSTLAND. Gar nicht mal so übel!
 
 
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Die Wege Gottes sind oft unergründlich. Das muss auch die attraktive Mary erfahren, die das Glück nicht gepachtet hat. Die hat unter tragischen Umständen den jüngeren Bruder verloren und trägt nun auch noch ein Kind im Leib, das so nicht geplant war. Eigentlich keine große Sache, wäre da nicht die Tatsache, dass der Kindesvater ein hinterlistiger Betrüger ist, der der werdenden Mutter rein gar nichts bieten kann. Für die Mittellose ein Grund sich in die Hände Gottes zu begeben. Sie erhält die Adresse eines abgelegenen Klosters, das alleinstehenden schwangeren Frauen Zuflucht bietet. Doch das Frauenhaus entpuppt sich bald als Vorhof zur Hölle. Hier führt Mutter Oberin (CAROLYN HENNESY) ein hartes Regime, das die gestrandeten Frauen vor Angst erzittern lässt. Wer den Regeln nicht folgt, wird bestraft – bitter und grausam. Ein großes Problem für die unwissende Mary. Die ahnt schnell, dass diese Schwesternschaft nicht ehrenhaft handelt. Deshalb gerät sie schnell in den Fokus der Obernonne, die ein talentiertes Händchen dafür hat, rebellische Neuankömmlinge zu brechen.
 
 
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Der Meister blutiger Bilder ist zurück und kann auch überraschend anders. DARREN LYNN BOUSMAN bezeichnet ST. AGATHA selbst als Nunsploitation, was dahingehend aber nur bedingt richtig ist, weil der Film – bis auf eine kurze Einstellung – keinerlei Sex zeigt. Sein neuer Streich ist eine Mischung aus diversen Subgenres des Horrorkinos. So bedient sich der Regisseur von Elementen aus Sektenfilmen, Psychothrillern, Folterfilmen und reißerischen Frauengefängnis-Streifen. Letztere feierten vor allem in den 1970ern Dank so Exploitationkrachern wie ILSA – SHE WOLF OF THE SS oder DAS HAUS DER PEITSCHEN zweifelhafte Erfolge. Natürlich ist ST. AGATHA nicht annähernd aus deren Holz geschnitzt. CAROLYN HENNESY geht zwar als Mutter Oberin im Film mit aller Härte gegen ihre Schützlinge vor und kennt beim Bestrafen weder Gnade noch Erbarmen; Bousman verzichtet aber weitestgehend auf reißerisch zelebriertes Erniedrigen seiner hilflosen Oper und aktiviert stattdessen das Kopfkino des Zuschauers, in dem er nur kurz andeutet oder die grausamen Bestrafungsmethoden im Off abhandelt. Das funktioniert dahingehend ganz gut, weil so mehr Raum für subtile Angstmacherei bleibt. So wird gern mal in der Horror-Klischee-Kiste gekramt, um unheilvolle Stimmung zu erzeugen. Da poltert es ungewöhnlich laut im Obergeschoss, Türen und Treppen knarren und mysteriöses Flüstern erzeugt zusammen mit dem düsteren Set gern mal wohlige Schauer. Schnell entsteht so eine ungemütliche und angespannte Atmosphäre, die zusätzlich durch die Anwesenheit des Filmbösewichts verstärkt wird. Das bereichert den Horrorthriller ungemein.
 
 
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Leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Der Nonnen-Grusler hat auch mit vielen Ungereimtheiten zu kämpfen. So bleiben am Ende viele Fragen offen. Woher kommen die geheimnisvollen Stimmen im Keller? Wer ist die Dame im Dachboden, die ständig für lautes Poltern sorgt? Und welche Rolle spielt ein zwielichtiger Priester, der von den Nonnen regelmäßig Geld erhält? Offenbar sind sich da zu viele Drehbuchschreiber in die Quere gekommen und haben den Überblick verloren. Vier Autoren sollen am Skript gearbeitet haben, was dahingehend grotesk anmutet, weil ST. AGATHA dann doch reichlich konventionell und nicht sonderlich tiefgründig abgehandelt wird. Vermutlich brauchte die Filmheldin einen Feinschliff. In Form von zwanghaft eingebundenen Rückblenden erhält die mehr Tiefgang. Darin wird erklärt, was Mary dazu getrieben hat sich in die Hände eines ominösen Klosters zu begeben und wie es zu der ungewollten Schwangerschaft gekommen ist. Weil die wahllos eingefügten Rückblenden gern mal den Spannungsbogen ausbremsen und nicht unbedingt wichtig für das Verständnis der Handlung sind, entpuppen sie sich schnell als Störfaktor in einem sonst gar nicht mal so üblen Horrorfilm. ST. AGATHA gehört daher neben den SAW-Filmen zu den besten Arbeiten, die Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN bisher hervorgebracht hat. Mal schauen, wie es in Zukunft mit dem Filmemacher weitergehen wird.
 
 
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ST. AGATHA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn Nonnen hinter düsteren Klosterwänden gequält, eingeschüchtert und gebrochen werden. Der neue Film von Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN ist ein gemeines Stück Horrorkino, das vor allem von seiner beunruhigenden Atmosphäre lebt, die durch ein schauriges Set und einen skrupellosen Oberbösewicht bewirkt wird. ST. AGATHA erinnert stark an die Frauengefängnis-Streifen der 1970er, wo so polarisierende Filme wie ILSA – SHE WOLF OF THE SS oder DAS HAUS DER PEITSCHEN zweifelhafte Erfolge feierten. Darin wurden (meist weibliche) Gefangene von einem Oberschurken aus Freude misshandelt und erniedrigt. Das ist auch in ST. AGATHA Programm, nur mit dem Unterschied, dass Bousman dann doch etwas zurückhaltender die Bestie Mensch thematisiert. Der eher sonst für deftiges Gewaltkino bekannte Filmemacher geht es diesmal etwas subtiler an und setzt vermehrt auf düstere Kulissen und ungemütliche Stimmung. Die fürs Genre-Kino beliebten Schauwerte spielen hier eine untergeordnete Rolle. Stattdessen wird auf psychologische Gewalt gesetzt. Funktioniert ganz gut. ST. AGATHA ist ein stimmungstechnisch und handwerklich souverän inszenierter Thriller, der aber mit Drehbuchschwächen zu kämpfen hat. Wer daher nicht zu viel erwartet, dürfte unterm Strich kurzweilig unterhalten werden.
 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Zensur

 
 
 
ST. AGATHA mach eher von psychischer Gewalt Gebrauch. Einige Gewaltszenen gibt es aber. So fällt eine der Filmfiguren in eine Bärenfalle, einer anderen wird die Zunge abgeschnitten. Weiterhin wird eine Protagonistin mit einer abgetrennten Nabelschnur (!) erdrosselt und andere sterben durch einen Rattengift-Cocktail. Hierzulande hat es für den Film eine FSK16 geben. Wegen höher eingestuftem Bonusmaterial befindet sich aber auf der deutschen DVD- und Blu-ray-Veröffentlichung ein roter FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: St. Agatha; USA 2018

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonus ist die Blu-ray: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 31.05.2019

 

St. Agatha [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Packshot + Grafiken liegen bei I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die unbarmherzigen Schwestern (2002)
 
The Nun (2018)
 
The Bad Man (2018)
 
Ghostland (2018)
 

Filmkritik: „The Hole in the Ground“ (2019)

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THE HOLE IN THE GROUND

Story

 
 
 

Eine alleinerziehende Mutter erlebt im neuen Heim den Horror auf Erden.

 
 
 


 
 
 

THE HOLE IN THE GROUND – Kritik

 
 
 
Du magst es gruselig und vergräbst Dich gern mal im Kinosessel, während Du dir aus Furcht die Augen zuhältst? Dann haben wir neues Futter für Dich, das dir garantiert schlaflose Nächte bereiten wird. THE HOLE IN THE GROUND nennt sich das unabhängige Horrorstück, das bereits nach seiner Premiere auf dem Sundance Film Festival im Januar 2019 von Kritikern als einer der besten Genre-Filme des Jahres bezeichnet wurde. Das können wir bestätigen. Was hier an psychologischem Grauen über die Leinwand schleicht, ist fesselnd aber auch beängstigend zugleich. Da wird mit fast schon altbackenen Methoden für Unbehagen gesorgt und beim klassischen Angstkino stibitzt. Trotzdem stellen sich die Nackenhaare auf. Eine Kunst für sich, der man an dieser Stelle Respekt zollen muss.
 
 
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THE HOLE IN THE GROUND erzählt eine schaurige Geschichte, die mit Urängsten spielt. Darin zieht es die alleinerziehende Mutter Sarah O’Neill (SEÁNA KERSLAKE) samt Sohnemann (in der zweiten Filmhälfte irgendwie creepy: JAMES QUINN MARKEY) aufs irische Land, wo sie in einem gruseligen Anwesen eine gescheiterte Beziehung hinter sich lassen will. Alles auf Anfang also – doch der Neubeginn hat so seine Tücken. Eines Abends gibt es nämlich Streit mit dem kleinen Chris. Der ist verärgert, flüchtet in die angrenzenden Wälder und scheint plötzlich vom Erdboden verschwunden zu sein. Ein Albtraum, der Mutter Sarah durch die Hölle gehen lässt, denn im Wald hinterm Haus befindet sich ein riesiges Senklock. Doch Gott sei Dank wird alles gut. Das Kind taucht wieder auf und die sind Sorgen vergessen. Leider haben Mütter so ihre Instinkte. Die merken schnell, wenn etwas mit dem Nachwuchs nicht stimmt. So auch unserer Filmheldin. Die stellt plötzlich fest, dass der kleine Chris seit dem mysteriösen Vorfall nicht mehr derselbe ist. Alles nur Einbildung oder Folgen von Stress? Eine beunruhigende Frage, die THE HOLE IN THE GROUND zum wohl gruseligsten Mysterythriller der Saison macht.
 
 
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Jetzt wird es gruselig und das meinen wir auch so. Das Horror-Genre hat nämlich seit einer gefühlten Ewigkeit große Probleme damit dem Zuschauer Gänsehaut zu bereiten. Sei es der Übersättigung wegen oder, weil man Filmzutaten bis zum Erbrechen kopiert, statt mal was Neues auf Zelluloid zu bannen. Wirklich unheimliche Horrorstreifen muss man mit der Lupe suchen. Wohl einer der Gründe, warum LEE CRONIN mit THE HOLE IN THE GROUND zeigt, dass es so einfach sein kann. Der nimmt sich einer kleinen Geschichte an und baut darum ein düsteres Mysterium, das er mit allerhand klassischen Gruselelementen verziert. Da fehlt das bekannte Spiel mit Licht und Schatten ebenso wenig, wie knarrende Dielen, schnell vorbeihuschende Schatten und langsame Kamerafahrten, die von unheimlicher Musik begleitet werden.
 
 
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Horror der alten Schule also, der ganz unschuldig beginnt und den Zuschauer unvorbereitet auf eine Reise des Grauens mitnimmt. THE HOLE IN THE GROUND tut alles daran, dass man ihn nicht so leicht durchschauen kann. Da werden falsche Fährten gestreut, um den Zuschauer lang im Dunkeln tappen zu lassen. Was passiert hier eigentlich? Wurde hier tatsächlich der Sohnemann von außerirdischen Besuchern gegen eine seelenlose Kreatur ausgetauscht oder handelt der Streifen von einer überforderten Frau, die plötzlich dem Mutterdasein nicht mehr gewachsen ist – DER BABADOOK lässt grüßen. Die Antwort darauf verraten wir an dieser Stelle natürlich nicht. Fakt ist aber, dass der Regisseur das Spiel mit dem Schrecken perfekt beherrscht. Der thematisiert die Verlustängste übereifriger Helikoptereltern und vermischt diese mit irischer und keltischer Mythologie. Das Resultat ist ein herrlich beunruhigendes Filmvergnügen, dem vielleicht stets besorgte Eltern besser fernbleiben sollten.
 
 
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THE HOLE IN THE GROUND – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Von mysteriösen Senklöchern und ausgetauschten Kinder. THE HOLE IN THE GROUND ist DIE Gruselüberraschung des Jahres 2019. Nach all den kommerziellen, effektreichen und lauten Blumhouse-Produktionen hätte man nicht daran gedacht, dass klassisches Angstkino überhaupt noch eine Chance hat. Doch THE HOLE IN THE GROUND belehrt eines besseren. Dieser Indie-Trip hat es in sich, weil ihm das gelingt, worin vielen neueren Produktionen versagen. THE HOLE IN THE GROUND ist nämlich trotz überschaubarer Story mindestens genauso gruselig, wie die im Jahr 2001 von ALEJANDRO AMENÁBAR inszenierte Schauermär THE OTHERS. Diese verzichtete auf ausufernde Effekte und konzentrierte sich stattdessen auf unheimliche Stimmung und das Zusammenspiel seiner Figuren. So ähnlich geht es auch Regisseur LEE CRONIN an. Der braucht nicht viel, um Gänsehaut entstehen zu lassen. Trotzdem schafft er es mit Leichtigkeit eine permanent unbehagliche Atmosphäre aufzubauen, die einem die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. Da wird in der Grusel-Requisitenkiste alter Horror-Meister gekramt. Die mit einfachen Mitteln aufgebaute Schauerstimmung ist bemerkenswert. Weil auch die Handlung mit einem Twist aufwartet, sollte man nicht zu viel über THE HOLE IN THE GROUND im Internet lesen. Da wird viel gespoilert und das zerstört den Überraschungseffekt. Wer demnach die Auflösung nicht vorweggenommen haben möchte, sollte möglichst unvorbereitet an den Streifen herangehen. Dann wirkt die Auflösung gleich doppelt so heftig. Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

THE HOLE IN THE GROUND – Zensur

 
 
 
THE HOLE IN THE GROUND ist ein Mysterythriller und hat eigentlich keine Gewaltszenen zu bieten. Es gibt nur eine Szene in der eine Frau mit dem Kopf in die Erde eingegraben wird und dabei erstickt. Mehr Schauwerte hat dieser Gruselfilm nicht zu bieten. Hierzulande hat der Streifen wegen seiner beunruhigenden Stimmung eine FSK16 erhalten. Wer kann, sollte den Gruselfilm im Kino sehen. Dort wird er seine ganze Wirkung vollständig entfalten können.
 
 
 


 
 
 

THE HOLE IN THE GROUND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Hole in the Ground; Irland 2019

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1,

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 13.09.2019

 

The Hole in the Ground [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE HOLE IN THE GROUND – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Weltkino Filmverleih)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Babadook (2014)
 
Der fremde Sohn (2008)
 
The Noonday Witch (2016)
 
Die Körperfresser kommen (1978)
 
Das Dorf der Verdammten (1995)
 

Filmkritik: „Secret Santa“ (2017)

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SECRET SANTA

Story

 
 
 

Eine dysfunktionale Familie rechnet an Weihnachten miteinander ab.

 
 
 


 
 
 

SECRET SANTA – Kritik

 
 
 
Weihnachten in Familie. Das ist für die einen der Höhepunkt des Jahres, für andere aber auch der Horror auf Erden. Nicht selten trifft man da auf nervige Verwandte, denen man nicht unbegründet den Rest des Jahres aus dem Weg gegangen ist. Da muss man an der Festtafel Geschichten lauschen, die man eigentlich gar nicht hören will oder Geschenke auspacken, die man besser gleich in der Mülltonne entsorgen möchte. Man kann sich die eigene Familie eben nicht immer aussuchen. Genau jene weisen Worte sind nun auch in der Horrorkomödie SECRET SANTA Programm, die übrigens nichts mit dem gleichnamigen Slasher zu tun hat, der bereits 2015 auf die Genre-Gemeinde losgelassen wurde. Statt maskiertem Killer ist es im folgenden Horror-Spaß das Weihnachtsfest selbst, dass einer dysfunktionalen Familie zum tödlichen Verhängnis wird. Regisseur ADAM MARCUS hat hier die Horror-Version der Weihnachtskomödie SCHÖNE BESCHERUNG inszeniert und sich selbst übertroffen. Selten hat man einen böseren Weihnachtsfilm als diesen hier gesehen. Freunde makabrer Späße und blutiger Raffinessen kommen da auf ihre Kosten.
 
 
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SECRET SANTA erzählt die Geschichte der Familie Pope, die sich einander alles andere als gern hat. Trotzdem findet man sich zum alljährlichen Weihnachtsschmaus zusammen, um das Fest miteinander zu feiern, weil es eben an Weihnachten dazugehört. Doch diesmal soll es nicht nur bei verbalen Anfeindungen bleiben. Dieser Heiligabend wird blutig und grausam. Die Familienmitglieder gehen sich nämlich plötzlich an die Gurgel und fallen übereinander her. Der Grund dafür ist ziemlich makaber: jemand hat Drogen in den Punsch gemischt. Diese bewirken nicht nur, dass der Konsument die Wahrheit sagt. Das gefährliche Getränkt sorgt zudem dafür, dass sich die Angehörigen in aggressive Furien verwandeln und sich gegenseitig abschlachten. Autsch, das wird ganz schön blutig.
 
 
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Das hat man nicht kommen sehen. SECRET SANTA hat es ganz schön in sich. Was sich hier auf der Mattscheibe abspielt, hat man definitiv nicht erwartet. Regisseur ADAM MARCUS will mit diesem Weihnachtshorror offensichtlich an alte Horrorfilm-Erfolge anknüpfen. Der übernahm vor einer Ewigkeit die Regie zum neunten Freitag-Film und verpasst mit JASON GOES TO HELL genannter Slasher-Reihe seinen ganz eigenen Stempel. Doch der Filmemacher war seither nicht untätig. Ihm sind die Drehbücher zu Filmen wie TEXAS CHAINSAW 3D und MOMENTUM zu verdanken, die er zusammen mit Gattin DEBRA SULLIVAN verfasst. Letztere hat es sich nicht nehmen lassen, auch als Drehbuchautorin bei SECRET SANTA wieder mit an Bord zu sein.
 
 
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Eine gute Entscheidung, wie sich im Falle von SECRET SANTA herausstellt. Der Film ist nämlich durchaus sehenswert, da er die teils in Hollywood-Filmen vorgelebte „Heile Welt“ an Weihnachten auf die Schippe nimmt und sie in sattes Blutrot taucht. Statt Herzenswärme, Besinnlichkeit und Nächstenliebe regieren in diesem Film Ignoranz, Hass und Oberflächlichkeit. Das alles entlädt sich in einem absurden Gewaltrausch, der vor allem Splatterfans Freude bereiten dürfte. Im Film geht es nämlich alles andere als zimperlich zu. Hier wird in abgeschnittene Köpfe penetriert, Weihnachtsbaumspitzen zweckentfremdet und Tafelbesteck zum Mordwerkzeug umfunktioniert. Dabei allgegenwärtig: rabenschwarzer Humor. Der besitzt teils derart zynischen Tenor, dass einem nicht nur einmal das Lachen im Halse stecken bleiben kann. Regisseur ADAM MARCUS ist mit dem Low-Budget-Splatter SECRET SANTA ein Glücksgriff gelungen. Der Film entpuppt sich als etwas anderer Weihnachtsfilm, der sich ganz ungeniert von so leichten Familienkomödien wie KEVIN ALLEIN ZU HAUS oder GREMLINS – KLEINE MONSTER abzuheben versucht. Ein hervorragendes Weihnachtskontrastprogramm, aber auch nicht unbedingt massentauglich. Für diesen Film benötigt man schon ein dickes Fell, denn der teils derbe Humor ist nicht für jedermann geeignet. SECRET SANTA ist alles andere als besinnlich und jugendkonform und wird definitiv nicht ungeschnitten an Heiligabend im TV laufen. Damit dürfte SECRET SANTA ein erwähnenswertes Alleinstellungsmerkmal besitzen.
 
 
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SECRET SANTA – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Der wohl bitterböseste Weihnachtsfilm, der je gedreht wurde. Dieses Familienzusammentreffen an Heiligabend ist garantiert kein heiterer Kinderspaß. Ganz im Gegenteil. SECRET SANTA ist eine rabenschwarze Horrorkomödie nur für Erwachsene, bei der dem Zuschauer das Lachen im Halse stecken bleiben wird. Die Quintessenz: Spaß und Blut. Die hervorragenden Darsteller wurden in ihren Rollen perfekt besetzt. Auch die bemerkenswert blutigen Spezialeffekte haben es in sich, die ab der zweiten Filmhälfte erstaunlich oft über die Mattscheibe flimmern und SECRET SANTA das Prädikat „ultimativer Weihnachtssplatterfilm“ aufdrücken. Dass SECRET SANTA ziemlich blutig werden würde, war abzusehen. Als Effektekünstler zeichnet kein anderer als ROBERT KURTZMAN verantwortlich. Der hat mit seinen Spezialeffekten schon vielen Horrorfilmen zu blutigem Erfolg verholfen. Darunter so Kultstreifen wie TANZ DER TEUFEL 2, SCREAM oder WISHMASTER.
 
 
 


 
 
 

SECRET SANTA – Zensur

 
 
 
SECRET SANTA ist trotz Horrorkomödie sehr blutig. Hier gibt es ab Filmmitte abwechslungsreiche Tötungsarten zu sehen, die dem Streifen eine Erwachsenenfreigabe bescheren werden. Eine Szene könnte hierbei große Probleme bereiten. Darin penetriert ein tollwütiger Protagonist in einen abgetrennten Kopf und äußert dabei zynische Sprüche. Holt man den Film FOUND – MEIN BRUDER IST EIN SERIENKILLER zurück ins Gedächtnis, dürfte schnell klar werden, dass die hiesige FSK mit sowas gar keinen Spaß versteht.
 
 
 


 
 
 

SECRET SANTA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Distilled Media | Skeleton Crew)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Krampus (2015)
 
Better Watch Out (2016)
 
Mercy Christmas (2016)
 

Filmkritik: „Bajo la Rosa“ (2017)

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BAJO LA ROSA

(UNDER THE ROSE)

Story

 
 
 

Du kannst auch FUNNY GAMES 2 zu mir sagen. Eine Familie kämpft um das Überleben der entführten Tochter mit allen Mitteln. Das nutzt der Täter aus, um mit den Angehörigen ein krankes Spiel zu spielen.

 
 
 


 
 
 

BAJO LA ROSA – Kritik

 
 
 
In Zeiten ultra-brutaler Gewalt im Kino scheint es nicht mehr viel zu geben, was das Publikum schockieren könnte. Da wird beinahe schon routiniert gequält, gefoltert und schikaniert, als gäbe es keinen Morgen mehr. Doch immer mehr Zuschauern reicht der stumpfsinnige Gewaltkick allein nicht mehr aus. Offenbar ist man der Meinung schon alles gesehen zu haben und sucht nach neuen Extremen. So müssen größere Tabubrüche und gewagtere Grenzüberschreitungen her, damit die gewünschte Schockwirkung erzielt werden kann. Eine Mammutaufgabe, der mittlerweile nur noch wenige Regisseure gewachsen sind. Viele derer scheitern kläglich. Dennoch gibt es Filmemacher, die mit kontroversen Inhalten verstören wollen und darin so ziemlich gut sind. Zu einem derer gehört JOSUÉ RAMOS. Der ist noch recht neu im Filmbusiness und hat mit BAJO LA ROSA (internationaler Titel: UNDER THE ROSE) gleich mal ein Brett von Film gedreht, das dort trifft, wo es am meisten weh tut. Dabei nutzt er weder ausufernde Gewalt, noch waten die Figuren in Blut. Da fragt sich manch einer zu Recht, wie es BAJO LA ROSA auf die Liste der härtesten Genre-Filme 2018 schaffen kann. Manchmal ist eben weniger mehr.
 
 
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Wenn Eltern für das Leben ihres Kindes alles tun. Eigentlich führt Familie Castro ein Bilderbuchleben. Geld ist vorhanden, die Kinder sind strebsam und auch zwischen den Eltern herrscht grenzenlose Harmonie. Bis eines Tages die kleine Sara verschwindet und einen Strudel von Umständen entfacht. Das Mädchen wurde entführt – aber der Kidnapper fordert kein Lösegeld. Stattdessen will der ein Spiel spielen. Wird die Aufgabe binnen sechs Stunden gelöst, lässt man das Kind frei. Ist man der Herausforderung nicht gewachsen, muss Sara ihr Leben lassen. Doch was genau wird im Spiel gespielt? So ganz sicher sind sich die unfreiwilligen Teilnehmer darüber nicht. Man soll sich die Wahrheit sagen. Doch was ist damit gemeint? Eine Frage, die in den nächsten Stunden den Zusammenhalt einer ganzen Familie auf die Probe stellen wird. Harter Stoff – versprochen!
 
 
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Let’s talk about your secrets! Viel über den heftigen Plot zu verraten ist im Falle von BAJO LA ROSA fatal. Der Film orientiert sich in seiner Machart an den 1997 gedrehten Psychothriller FUNNY GAMES, wo zwei Fremde eine unschuldige Familie terrorisieren und quälen. Ganz ähnlich geht es auch in dieser spanischen Produktion zu, wobei hier aber hauptsächlich terrorisiert wird und das auf psychischem Wege. JOSUÉ RAMOS hat mit seinem zweiten Spielfilm einen unscheinbaren Plot zu Papier gebracht, dessen kranken Verlauf man anfangs nicht kommen sieht. Was nämlich ganz unscheinbar beginnt, steigert seine Intensität beinahe minütlich. Dabei sucht der geheimnisvolle Fremde aus einem ganz bestimmten Grund diese Familie auf. Es ist nicht die Lust am Töten. Dieser Mann hat andere Intensionen, welche sich nach und nach offenbaren. Da tun sich Abgründe auf, Opfer werden zu Tätern und umgekehrt. Doch nicht nur der Rollentausch kommt unvorbereitet. Auch die Auflösung trifft wie ein Schlag, ist unangenehm aber befreiend zugleich. BAJO LA ROSA ist der ideale Film für jene, die mit der nicht minder kontroversen DVD-Reihe KINO KONTROVERS so ihre Freude hatten. Darin erscheinen anspruchsvolle Genre-Filme, die nur ein Ziel haben: zu polarisieren. Auch dem von JOSUÉ RAMOS geschriebenen und inszenierten Psychothriller gelingt das zweifelsohne spielerisch. Nicht umsonst avancierte dieser Schocker zu einem der erfolgreichsten spanischen Festival-Exporte aller Zeiten. Wer das nicht glaubt, sollte sich diesen Film vormerken. Aber: Wer hier den ultimativen Gewalt-Overkill mit Blutrausch erwartet, dürfte bitter enttäuscht werden.
 
 
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BAJO LA ROSA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Abartig, krank und nichts für sensible Gemüter. BAJO LA ROSA ist ein Brett von Film – und das ganz ohne ausufernde Gewaltausbrüche und Gore-Effekte. Der kontroverse Streifen ist im Psychothriller-Fach zu Hause und überzeugt vor allem durch ein grandioses Zusammenspiel seiner Figuren. Die werden von Schauspielern verkörpert, die so erfahren agieren, dass BAJO LA ROSA unerbittlich authentisch wirkt. Die Gefühlsausbrüche und das Geschrei im Film fühlen sich erschreckend echt an und gehen deshalb durch Mark und Bein. Zuschauer ohne stahlharte Nerven werden da schnell das Weite suchen, zumal Regisseur JOSUÉ RAMOS das Publikum knapp 100 Minuten durch die emotionale Psycho-Hölle gehen lässt und Kompromisse scheut. Überraschenderweise wird hier die Schockwirkung ohne den Holzhammer bewirkt. Im Film wird viel gesprochen, Gewalt wird kaum eingesetzt. Was dadurch aber zutage gefördert wird, ist keineswegs Kinderfasching. BAJO LA ROSA ist ein polarisierendes Stück Kino für jene, die auch im Home-Invasion-Genre einen gewissen Anspruch erwarten. Der Aufbau ist ruhig und lange Kameraeinstellungen ohne Schnitte dürften vor allem Zuschauer überfordern, die es sonst eher hektisch, schnell und reißerisch bevorzugen. Genau dieses Publikum setzt daher mal aus und wartet besser auf den nächsten hier vorgestellten Horrorschocker, denn BAJO LA ROSA sollte ausschließlich von interessierten und aufgeschlossenen Filmfan gesehen werden.
 
 
 


 
 
 

BAJO LA ROSA – Zensur

 
 
 
Schockieren und das ohne Gewalt? BAJO LA ROSA ist so ein Film, der kaum Schauwerte zu bieten hat. Das dialoglastige Schockwerk hat nur wenige Szenen zu bieten, die Lebenssaft zeigen. Zähne werden gezogen, sexuelle Erniedrigung ist Teil einer Szene und ein Protagonist verliert sein Geschlechtsteil. Wer aber jetzt glaubt, dass die Kamera die Gewalt reißerisch einfängt, irrt gewaltig. Die blendet weg, wenn es für Fans deftiger Gewaltszenen interessant wird. So vernimmt man nur Wimmern und Geschrei, während die Grausamkeiten ihren Lauf nehmen. Dabei fokussiert die Kamera die Gesichter der Betroffenen, was das Kopfkino des Zuschauers ankurbelt. Ein perfider aber auch genialer Schachzug, denn gerade durch diese Minimalisierung wirkt Gezeigtes doppelt so hart. Man darf – gerade wegen der polarisierenden Handlung – von einer Erwachsenenfreigabe ausgehen.
 
 
 


 
 
 

BAJO LA ROSA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei JRS FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)
 
Hate Crime (2013)
 

Filmkritik: „Mandy“ (2018)

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MANDY

Story

 
 
 

Brutaler Rache-Shit: NICOLAS CAGE vs. eine Bande Sektenmitglieder, die die Frau des Helden auf dem Gewissen haben.

 
 
 


 
 
 

MANDY – Kritik

 
 
 
Die Karriere des NICOLAS CAGE – ein ständiges Auf und Ab. Seine Performance als lebensmüder Alkoholiker in LEAVING LAS VEGAS brachte ihm 1996 den Oscar als bester Hauptdarsteller. Danach hätte es nicht besser laufen können für den Neffen des Regie-Legende FRANCIS FORD COPPOLA. Profitable Filmrollen brachten ihm den Ruf einer der am besten verdienenden männlichen Schauspieler Hollywoods ein. Doch das Schicksal hatte anderes mit dem erfolgsverwöhnten Amerikaner vor. Der Grund: Cage vergaß die gute Kinderstube und kam mit dem Finanzamt in Konflikt. Weil Kinofilme plötzlich floppten, er einen verschwenderischen Lebensstil hegte und die Einnahmen ausblieben, folgte erst der Ausverkauf und dann der Spott. Doch der Schauspieler ließ sich nicht beirren. Der fand im B-Movie-Markt Zuflucht und hat laut Interviews Zukunftspläne. Während einer Pressetour zum Film PRIMAL gab er in einer Presskonferenz zu verstehen, dass er in absehbarer Zukunft ausschließlich als Produzent und Regisseur tätig sein will. Da Cage Eigentümer der Produktionsfirma SATURN FILMS ist, scheint sein Vorhaben nicht abwegig zu sein. Demzufolge sollten Fans nehmen, was kommt. Schenkt man der Aussage des Schauspielers Glauben, will er zumindest noch drei bis vier weitere Jahre vor der Kamera stehen. Man darf gespannt sein, was kommen wird.
 
 
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Doch auch ohne Hollywood scheint NICOLAS CAGE immer noch gut im Geschäft zu sein. Der Darsteller besitzt eine große Fanbase, die den Egozentriker in den Himmel lobt, als wäre er der zweite Chuck Norris. Offenbar fährt Cage gut damit. Mittlerweile spülen nämlich auch wieder nennenswerte Filmangebote Geld in die Kasse, welche sogar Kritiker hellhörig werden lassen. Zu einer dieser Überraschungen gehört MANDY. Der wurde bereits auf einschlägigen Festivals mit Beifall überhäuft und erzählt die Geschichte vom Waldarbeiter Red (NICOLAS CAGE), der zusammen mit seiner Frau Mandy (ANDREA RISEBOROUGH) zurückgezogen in einer Waldhütte haust. Beide verbindet eine tragische Vergangenheit. Doch durch die Liebe scheint das Paar die Rückschläge vergessen zu haben. Leider gerät das Liebesglück ins Wanken. Bei einem Spaziergang begegnet Mandy dem Sektenführer Jeremiah (LINUS ROACHE) und stiehlt ihm das Herz. Der ist fortan über beide Ohren verschossen und hat nur noch ein Ziel: die Angebetete besitzen zu wollen. Zusammen mit seinen Anhängern macht er sich auf zur Hütte des Paars und entführt das Opfer der Begierde. Leider hat man nicht mit der Schlagfertigkeit des Ehegatten gerechnet. Dem gefällt so rein gar nicht, was man da mit der Liebsten veranstaltet hat und fordert Rache. Da rattert die Kettensäge und das Blut spritzt in Strömen. Ja, NICOLAS CAGE findet in diesem Film zu alter Größe zurück. Wer das nicht glaubt, muss MANDY sehen.
 
 
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MANDY besteht aus zwei Filmhälften. In der ersten werden die Figuren eingeführt und der Herlauf erklärt. Die zweite beschäftigt sich mit dem Racheakt. Gerade für die erstgenannte sollte man ausgeschlafen sein, denn Regisseur PANOS COSMATOS nimmt sich viel Zeit mit dem Erzählen seiner Geschichte und pendelt dabei zwischen schläfrigen Dialogen, langsamen Kamerafahrten und surrealer Bilderflut. Wer sich eher im Mainstream-Kino zu Hause fühlt, wird da zu Recht überfordert werden, denn MANDY ist weit weg von dem, was NICOLAS CAGE in den Anfangsjahren gedreht hat. Hier wird Kunst mir Horror verknüpft, was nicht jedermanns Sache sein dürfte. Der Film geht in erster Linie unkonventionelle Wege und klammert sich bei der Inszenierung nicht unbedingt am aktuellen Horrorstandart. So wird die einstündige Exposition mit allerlei Soundexperimenten gefüllt. Hinzukommen kreative Farbspielereien, in denen vor allem die Signalfarbe Rot Verwendung findet, welche drohendes Unheil suggeriert und den Zuschauer auf den kommenden Amoklauf vorbereitet. Da werden schnell Erinnerungen an die Frühwerke des damals noch kreativen DARIO ARGENTO wach. Auch der spielte gern mal mit Farbfiltern und drückte damit Filmen wie SUSPIRIA oder INFERNO einen individuellen Stempel auf.
 
 
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Apropos Stil-Experimente und Kunst: Künstlerisches Beiwerk ist in MANDY auch zwingend nötig. Die überschaubare Geschichte gibt nämlich nicht viel her, in der Figuren Karikaturen gleichen und Ereignisse im Schneckentempo abgespult werden. Aber der Mix macht’s. MANDY ist gerade wegen seines visuellen Stils eine Bereicherung, weil – insofern man die Inhaltsangabe nicht gelesen hat – lang unklar bleibt, worauf Regisseur PANOS COSMATOS hinaus will. Der erschafft mit seiner ungewöhnlichen Inszenierung eine bizarre Traumwelt und holt den Zuschauer nach knapp 60 Minuten Laufzeit mit Paukenschlägen zurück in die Realität. Dann nämlich fährt Cage auf Hochtouren auf und scheint irgendwie Spaß daran zu haben, sich den Ballast der letzten Jahre von der Seele zu schreien. Mit Kettensäge und selbst geschmiedeter Axt bewaffnet, meuchelt der sich kompromisslos durch das Fleisch seiner skurrilen Gegner und definiert damit den neuen Rache-Standard im Kino. MANDY ist ein bizarres, blutiges und zugleich faszinierendes Splatter-Erlebnis mit Kult-Potenzial. Schön, dass Sie wieder da sind Herr Cage.
 
 
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MANDY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Film so beinhart wie ein schlechter LSD-Trip. Dieser Streifen ist ein sehr spezieller Rachefilm, der beinahe zwanghaft darum bemüht ist, sich aus den engen Fesseln des Rache-Genres zu befreien. Regisseur PANOS COSMATOS nimmt mit seinem MANDY innerhalb des Revenge-Faches eine Sonderstellung ein, da er auf Konventionen pfeift. Hier läuft alles etwas anders ab, wie in den üblichen Rachefilmen. Statt NICOLAS CAGE zum neuen CHARLES BRONSEN zu küren, konzentriert sich der italienische Filmemacher eher auf Bilder, Ästhetik und Sound. MANDY ist anders, als das was man sonst so im Rache-Sektor zu sehen bekommt. Der Film ist mehr Kunst, statt Horror. Das bedeutet, dass von allerlei künstlerischen Stilmitteln Gebrauch gemacht wird, die den Streifen fast schon surreal erscheinen lassen. Das ist mal was anderes, macht aber das Folgen auch unnötig schwer, weil gerade in der ersten Filmhälfte ein Spannungsbogen vermisst wird. Hier wäre weniger mehr gewesen, zumal dem Streifen auch ein paar Handlungskürzungen gutgetan hätten. Immerhin geht es nach der Halbzeit deftig zu. Das bedeutet: rächen, schreien und sterben. Spätestens dann gerät jeder Gorebauer ins Schwärmen. Cage macht sich dabei ganz gut, weil sein absurdes Overacting den Film bereichert. MANDY macht trotz Startschwierigkeiten Spaß und wird daher von vielen Filmfans schon jetzt als einer der besten Rachestreifen gesehen, den man seit Jahren auf der großen Leinwand zu sehen bekommen hat. Dort sollte man ihn unbedingt sichten, denn erst im Kino entfaltet er durch seine besondere Ästhetik sein ganzes Potenzial.
 
 
 


 
 
 

MANDY – Zensur

 
 
 
Die zweite Filmhälfte von MANDY ist ziemlich deftig. Da wird munter drauflos gemordet und gerächt. Splatterfans wird das freuen, zumal sogar eine Kettensäge zum Einsatz kommt. Anbieter KOCH MEDIA hat sich die Rechte für die deutsche Auswertung gesichert und hat den Streifen mit einer ungeschnittenen FSK18-Freigabe in den Handel gebracht.
 
 
 


 
 
 

MANDY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

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(c) Koch Media Home Entertainment (1 Blu-ray + 2 DVDs im Mediabook – Cover A)

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(c) Koch Media Home Entertainment (1 Blu-ray + 2 DVDs im Mediabook – Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mandy; USA 2018

Genre: Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 121 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar zum Film von Patrick Lohmeier (Bahnhofskino) (ca. 120 Minuten), Behind the Scenes (ca. 22 Minuten), Deleted Scenes (ca. 14 Minuten), Vier „One Shot“ Teaser (ca. 4 Minuten), Deutscher Trailer (ca. 2 Minuten), Englischer Trailer (ca. 2 Minuten) | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit einem Text zum Film von Stefan Jung sowie einer Einführung von Regisseur Panos Cosmatos , Dokumentation „Rewind This!“ (ca. 91 Minuten), Audiokommentar zu „Rewind This!“ mit Regisseur Josh Johnson, Produzentin Carolee Mitchell und Kameramann und Cutter Christopher Palmer (ca. 91 Minuten), Sundance Interview mit den Produzenten Lisa Whalen, Josh Waller, Daniel Noah und Elijah Wood und Spezialgäste Nicolas Cage, Vince Neil von der Band Mötley Crüe sowie Regisseur Panos Cosmatos (ca. 40 Minuten), Japanischer Trailer (ca. 2 Minuten), Trailer „Rewind This!“ (ca. 2 Minuten)

Release-Termin: 29.11.2018

 

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MANDY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KOCH MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Wish (2018)
 
Ein Mann sieht rot (1974)
 
Death Sentence – Todesurteil (2007)
 
John Wick (2014)
 
The Equalizer (2014)
 
Revenge (2017)
 
The Punisher (2004)
 
Harry Brown (2009)