Filmkritik: „13 Cameras“ (2015)

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13 CAMERAS

(SLUMLORD)

Story

 
 
 
Dabei sein ist alles: Ein junges Paar bezieht ein ansprechend umgebautes Haus, ohne zu wissen, dass der voyeuristisch veranlagte Vermieter darin ganz besondere Technik eingebaut hat.

 
 
 


 
 
 

13 CAMERAS – Kritik

 
 
 
Mehr als 30 Millionen Überwachungskameras wurden in den letzten zehn Jahren verkauft. Doch die finden nicht immer nur zum Schutze von Leben und Eigentum Verwendung. So wurden über 8000 Menschen im letzten Jahr heimlich von Überwachungskameras daheim beobachtet. Eine beunruhigende Zahl, die natürlich genug Stoff hergibt, um daraus einen ungemütlichen Thriller zu drehen. Regieneuling VICTOR ZARCOFF hat das Potenzial dahinter erkannt. Er führt im ersten Spielfilm dem Zuschauer auf erschreckende Weise vor Augen, dass nicht jeder Wohnungseigentümer am Wohle seines Mieters interessiert ist. 13 CAMERAS (der auf Festivals auch unter SLUMLORD lief) nennt sich dessen Leinwanddebüt, das geschickt beklemmend beschreibt, wie einfach die Sucht am Beobachten in grenzenlose Besessenheit umschlagen kann. Dabei lässt Zarcoff das Grauen immer nur Häppchenweise auf den Besucher los, bis es am Ende in voller Gnadenlosigkeit zuschlägt.
 
 
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Wenn dich der Vermieter heimlich beim Stuhlgang beobachtet. Claire (BRIANNE MONCRIEF) und Ryan (PJ MCCABE aus THE DEN) sind eigentlich ein glückliches Paar. Der Nachwuchs soll in den nächsten Wochen zur Welt gebracht werden, weshalb sie die jungen Eheleute nach einer neuen Wohnung umschauen. Die ist schnell gefunden. Ein seltsamer und nicht sonderlich kommunikativer Vermieter zeigt den beiden ein ansprechend umgebautes Heim mit Pool. Darin riecht es zwar nicht gerade einladend, wird aber wenig später von den werdenden Eltern bezogen. Doch die anfängliche Freude über das kleine Haus am Stadtrand und die gemeinsame Zukunft währt nicht lange. Ryan treibt nämlich hinter dem Rücken seiner Frau ein makabres Spiel. Der hat mit der Arbeitskollegin eine geheime Affäre, von der niemand wissen darf. Leider will die bald mehr von ihrem Liebhaber und mischt sich in dessen Ehe ein. Doch die zerrüttete Beziehung des verheirateten Paares hat bald andere Probleme. Hauseigentümer Gerald (NEVILLE ARCHAMBAULT) ist nämlich einer der ganz perversen Sorte. Der hat im Haus Überwachungskameras versteckt und beobachtet das Leben der jungen Leute. Als er eine Obsession für die schwangere Claire entwickelt, überschlagen sich die Ereignisse und die neue Bleibe wird bald zum blanken Horror für die neuen Mieter.
 
 
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Es ist schon eine schauderhafte Vorstellung, wenn man sich vorstellt, wie Fremde in das Intimleben anderer Leute eindringen, ohne dass die Opfer überhaupt davon merken. Macher VICTOR ZARCOFF spielt gekonnt mit dieser Angst und macht den Zuchauer quasi zum heimlichen Mitwisser, der – wie der Fiesling im Film – das Privatleben eines Paares durch versteckte Kameras beobachtet. NEVILLE ARCHAMBAULT verkörpert in 13 CAMERAS einen besonders eigensinnigen Zeitgenossen. Der besitzt voyeuristischen Neigungen und steuert das Leben fremder Menschen auf subtile weise, die natürlich vollkommen ahnungslos darüber sind, dass da jemand Teil ihres Privatlebens ist. Sind die jungen Leute aus dem Haus, macht es sich der Eigenbrödler in deren Wohnung gemütlich, füttert den Hund, durchwühlt Unterwäsche oder leckt an fremden Zahnbürsten. Kommen die Mieter zurück nach Hause, wundern die sich aus nachvollziehbaren Gründen darüber, warum das Haustier ständig erbricht oder Zahnbürsten nach Fäkalien riechen. Filmfigur und Hauseigentümer Gerald ist niemand, den man gern auf eine Tasse Kaffee einladen möchte. Der scheint zwar minderbemittelt zu sein und verhält sich weitestgehend distanziert und unauffällig; gerät er aber in Rage kommt der Psychopath zum Vorschein. Dank guten Make-up-Künsten gehört die von ihm gespielte Figur zu den ekelerregendsten aber auch bemittleidenswertesten Kreaturen, die man in der letzten Zeit auf der Mattscheibe zu sehen bekommen hat. Allein deren mangelnde und im Film oftmals kritisierte Körperhygiene verursacht Brechreiz, weil man als Zuschauer meint, den unangenehmen Körperduft des Filmbösewichts sogar durch den Fernsehapparat riechen zu können.
 
 
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Eigentlich ist 13 CAMERAS mehr ein Beziehungsdrama, in dem ein Seitensprung dafür sorgt, dass die Beziehung zwischen zwei Liebenden aus dem Gleichgewicht gerät. Regisseur VICTOR ZARCOFF nutzt aber die Gelegenheit zwischen Herzschmerz, Skepsis und Vertrauensbruch den Horror regieren zu lassen. Von den Streitenden unbemerkt, wird der schmierige Vermieter von Nebenan nicht nur zufällig Mitwisser, sondern verwandelt sich im Verlauf des Film zum unberechenbaren Killer, der sogar über Leichen geht, sobald seine perversen Machenschaften aufzufliegen drohen. So wird die Atmosphäre von 13 CAMERAS gegen Filmmitte immer ungemütlicher, wenn sich Eigentümer Gerald immer häufiger Zutritt zum Haus seiner Mieter verschafft. Die Angst entdeckt zu werden ist allgegenwärtig und verursacht reichlich Herzklopfen beim Zuschauer, der innig hofft, dass das perverse Versteckspiel endlich aufgedeckt wird – aber niemand zu Schaden kommt. Für einen Debütfilm ist 13 CAMERAS bemerkenswerte Arbeit. Neuling VICTOR ZARCOFF versteht es eindrucksvoll Spannungsschrauben fester zu drehen und besitzt sogar ein Faible für schwarzen Humor. Für den Filmtwist am Ende macht er nämlich von Galgenhumor Gebrauch. Sensible Gemüter dürften Gezeigtes aber nicht sonderlich lustig finden.
 
 
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13 CAMERAS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Reichlich unbequemer Suspense-Thriller mit brisanter Thematik, die gar nicht mal so weit hergeholt ist. So haben die Medien bereits schon öfters über Wohnungseigentümer und Hotelbesitzer berichtet, die Mieter und Gäste heimlich mit Überwachungskameras gefilmt und die Aufzeichnungen ins Netz gestellt haben, damit perfide Neigungen befriedigt werden können. Wenn jemand in unser aller Intimstes eindringt, hört der Spaß auf. Das will auch Regisseur VICTOR ZARCOFF klarstellen, der mit seinem ersten Spielfilm 13 CAMERAS einen spannenden Thriller gedreht hat, der von Filmminute zu Filmminute immer unangenehmer wird. Die Spannungsschrauben werden dabei bis zum Finale immer fester gedreht – ganz so, wie man es von gut durchdachter Suspense-Ware eben erwartet. Für den Einstieg ins Filmgeschäft ist der Psychothriller 13 CAMERAS nicht übel. Demzufolge sollte man Zarcoffs weiteren Werdegang definitiv im Auge behalten.
 
 
 


 
 
 

13 CAMERAS – Zensur

 
 
 
Für die FSK gibt es nichts zu bemängeln. Grausamkeiten spielen hier kaum eine Rolle. Am Ende wird eine Filmfigur ertränkt, eine andere erschlagen. Demzufolge ist eine FSK16 sicher.
 
 
 


 
 
 

13 CAMERAS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei Gravitas Ventures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
One Hour Photo (2002)
 
Sliver (1993)
 
Final Cut – Die letzte Vorstellung (2014)
 

Kritik: „Alléluia – Ein mörderisches Paar“ (2014)

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ALLÉLUIA – EIN MÖRDERISCHES PAAR

Story

 
 
 
Für Gloria (Lola Duenas) hat das Leben nicht viel zu bieten. Sie lebt allein mit ihrer Tochter und hat ein überschaubares soziales Umfeld. Auch in ihrem Arbeitsalltag geschieht wenig, denn Gloria arbeitet im Leichenschauhaus eines Krankenhauses. Ein zaghafter Vorstoß im Online-Dating bringt sie mit dem schicken Weiberheld Michel (Laurent Lucas) zusammen. Die Beiden verbringen eine hitzige Nacht miteinander, doch kurz danach offenbaren sich Michels wahre Intentionen, die über den Liebesakt hinaus und bis in den kriminellen Bereich gehen. Fasziniert vom mysteriösen Mann schließt Gloria sich ihm an und begibt sich als seine Komplizin auf einen steinigen Weg aus Betrug, Besessenheit und einer instabilen Liebesbeziehung.
 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Kritik

 
 
 
Im vergangenen Jahr war der Belgier Fabrice du Welz fleißig. Neben „Alléluia“ übernahm er das Steuer des Polizei-Thrillers „Colt 45“, der von dieser beunruhigenden Romanze kaum weiter entfernt sein könnte. Grob basierend auf der wirklichen Geschichte der Lonely Hearts Killers, die in den späten 40ern zwanzig Menschen ermordet haben, erzählt er die Geschichte von zwei stark geschädigten Seelen, die entgegen jeder Wahrscheinlichkeit genau das finden, was sie suchen.
 
 
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Wie auch in normalen, nicht-mörderischen Beziehungen, sind die Dinge für Gloria und Michel nicht ganz so einfach, wie sie zu Beginn scheinen. Mit der Vereinigung der beiden gestörten Menschen zeichnet sich das Rezept für ein unheilbares Desaster ab, unter dem die Opfer des Killer-Paares leiden werden. Der raubeinige, düstere Stil, den du Welz bereits in „Colt 45“ zur Schau stellte, funktioniert in „Alléluia“ noch besser. An Stelle eines flinken, actionlastigen Cop-Thrillers präsentiert er hier einen Blick in zwei Köpfe, in die man lieber nicht gesehen hätte. Als Wurzel für die Gräueltaten seiner Protagonisten beschränkt er sich nicht auf Sadismus oder die morbide Lust am Töten, sondern auf ein kompliziertes und äußerst flüchtiges Verhältnis zwischen Gloria und Michel. Für jeden der beiden erhalten wir einen Blick in eine düstere Vergangenheit, was den Charakteren die nötige Tiefe verleiht, um den Film wirklich interessant zu machen.
 
 
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„Alléluia“ ist ein Film, der so unangenehm und schwer verdaulich ist, wie man es von einem psychologischen und sexuellen Thriller erwarten kann. Die Hauptdarsteller Lola Duenas und Laurent Lucas laufen zu einer Hochform auf und üben trotz der abstoßenden Natur ihrer Charaktere eine gewisse Faszination auf den Zuschauer aus. Mit ihrer Hilfe untersucht Fabrice du Welz die schlimmstmöglichen Konsequenzen, die eine Liebe zwischen zwei Menschen haben kann.
 
 
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ALLÉLUIA – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Fies, schmutzig und beklemmend – NATURAL BORN KILLERS in ernst. „Alléluia“ ist ein schockierender Albtraum aus Sex und Gewalt in dem der Belgier Fabrice du Welz einmal mehr zeigt, was er kann. Mit sicherer Hand führt er seine Schauspieler und strickt einen spannenden, schmutzigen Psycho-Thriller, der den seelischen Abstieg seines Paares in grausamen Details festhält. „Alléluia“ ist ein Geheimtipp für Freunde des unkommerziellen Kinos – sehenswert!
 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Zensur

 
 
 
Seine Härte erlangt „Alléluia“ primär über die beklemmende Atmosphäre, die den Film durchweg beherrscht. Trotzdem enthält der Film einige Gewaltspitzen, die allerdings nicht durch übertriebenes Vergießen von Kunstblut wirken. Stattdessen hält Fabrice du Welz die Kamera in seinen Tötungsszenen gnadenlos auf Opfer und Täter, was ihnen einen besonders rohen Charakter verleiht. Eine Freigabe ab 16 hat der Film von der FSK erhalten – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Alléluia; Deutschland / Frankreich 2014

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Making of, Kurzfilm, Deleted Scenes

Release-Termin: 16.10.2015

 

Alleluia [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei PIERROT LE FOU

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Natural Born Killers (1994)
 
Vinyan (2008)
 
Unter Kontrolle (2008)
 

Kritik: „Entitled – Ein fast perfektes Opfer“ (2011)

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ENTITLED – EIN FAST PERFEKTES OPFER

Story

 
 
 
Paul (Kevin Zegers) hat die Schnauze voll. Zwei Jahre sind seit seinem Abschluss ins Land gezogen und noch immer wohnt er mangels Einkommen bei seinen Eltern. Als ob die Schmach für den jungen Mann nicht genug wäre, reicht das Gehalt des Vaters langsam nicht mehr für die Medikamente seiner kranken Mutter. Am Ende der Vernunft fasst Paul den Entschluss, die Sprösslinge von drei gut betuchten Geschäftsmännern auf einen unfreiwilligen Urlaub einzuladen und sich diesen von den drei Vätern bezahlen zu lassen. Mit unter der Decke stecken die beiden Komplizen Jenna (Tatiana Maslany) und Dean (Devon Bostick) die ihrerseits ein Hähnchen mit den verwöhnten Klassenfeinden zu rupfen haben. Es beginnt ein Entführungs-Thriller, der seinem Publikum neben gelegentlichen Wendungen auch den einen oder anderen moralischen Denkansatz liefert.
 
 
 


 
 
 

ENTITLED – Kritik

 
 
 
Über die Jahre betraten viele kriminelle Protagonisten die Filmbühne, die meisten davon mit ihrer eigenen Rechtfertigung für ihre Taten. Im Fall von Paul Dynan und seines Masterplans ist die Rechtfertigung eine, die zur Zeit in vielen Köpfen der westlichen Welt ihre Runden dreht. Frisch und voller Energie hat der intelligente und fleißige junge Mann die Uni verlassen, nur um festzustellen, dass die Wirtschaft keinen Platz für ihn bietet, der seinen Ambitionen gerecht wird. Während er ein Vorstellungsgespräch nach dem anderen führt, rackert sein Vater sich in Spätschichten den Allerwertesten ab, doch all das reicht nicht einmal, um die medizinische Versorgung eines kranken Familienmitglieds zu sichern, geschweige denn ein Leben zu führen, das den Arbeitsaufwand entschädigt. Also verschiebt der ehrgeizige Paul seinen Fokus und seinen Intellekt auf eine nicht ganz legale Alternative, um an das so wichtige Cash zu kommen.
 
 
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Die soziale und wirtschaftliche Kulisse, vor der sich „Entitled“ abspielt, ist also nicht nur brandaktuell, sondern auch glaubwürdig. Ebenso glaubwürdig ist die Entwicklung der meisten Konflikte im Film, die sich nicht nur zwischen Geisel und Entführer, sondern gelegentlich auch innerhalb der kriminellen Bande und sogar zwischen den drei Vätern abspielen. Die Twists des Films sowie eine Handvoll Überraschungen zum Ende halten derweil souverän die Spannung aufrecht. Die größte Überraschung des Films bleibt jedoch die Verankerung seiner Story in einem glaubhaften, realitätsnahen Hintergrund. Aber wie der Protagonist, der im Lauf des Films oft Sympathie-Punkte gewinnen und wieder verlieren wird, predigt, muss man die Regeln brechen, wenn das Befolgen nicht mehr genügt. Oder?
 
 
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ENTITLED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Der Titel des Films fasst seinen Kern treffend zusammen. Was steht wem zu? Wer verdient Gutes, wer verdient Schlechtes? Der Film lässt mehrere Charaktere mit verschiedenen Philosophien und Ansichten aufeinandertreffen und zieht nebenher einen spannenden, soliden und kurzweiligen Thriller auf, über den man sich sogar nach Ablauf des Abspanns noch unterhalten kann.
 
 
 


 
 
 

ENTITLED – Zensur

 
 
 
Von der FSK hat „Entitled“ in seiner unzensierten Fassung das blaue Qualitätssiegel und damit eine Freigabe ab 16 erhalten. Der Film ist zwar nicht überaus brutal oder blutrünstig, die wenigen Gewalteinlagen schlagen jedoch auf Grund ihrer Rohheit und des Verhaltens mancher Charaktere stark ein. Die höhere Einstufung ist auf einige Trailer zurückzuführen, die aus Werbezwecken ebenso auf der Heimkinoveröffentlichung zu finden sind.
 
 
 


 
 
 

ENTITLED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Entitled; Kanada 2011

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: Film: FSK 16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray aufgrund einiger Trailer: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Behind the Scenes, alternatives Ende

Release-Termin: 19.05.2015

 

The Entitled – Ein "fast" perfektes Opfer [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ENTITLED – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Maritim Pictures

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
VANish (2015)

Filmkritik: „Preservation“ (2014)

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PRESERVATION

Story

 
 
 
Wenn aus Menschen Tiere werden: Drei Camper wollen in der amerikanischen Wildnis ihre Jagdkünste unter Beweis stellen, geraten dann jedoch selbst ins Visier barbarischer Freizeitjäger.

 
 
 


 
 
 

PRESERVATION – Kritik

 
 
 
Ein Bär tötet, um sich zu verteidigen, ein Löwe, weil er Hunger hat und der Mensch, weil es ihm schlichtweg Spaß bereitet. Genau jene Weisheit wird für drei ahnungslose Hobbyjäger bittere Realität. Für das Trio entwickelt sich ein Camping-Trip durch Americana zum Albtraum, als sie vom Bösen in Menschengestalt quer durch die Wildnis gejagt werden. PRESERVATION ist ein äußerst kruder Vertreter der Gattung Survival-Horror, der einmal mehr ein äußerst brisantes Thema aufgreift, das neuerdings immer Öfters zum Mittelpunkt von Horrorfilmen gemacht wird. Wenn aus Minderjährigen unkontrollierbare Killermaschinen werden – eine kontroverse Botschaft, die bereits der Brite JAMES WATKINS mit seinem EDEN LAKE (2008) an den Mann und ganz nebenbei einen der unangenehmsten Terrorfilme der letzten Jahre ins Kino brachte, der aufgrund kompromissloser Grausamkeit hierzulande bei der FSK wenige Befürworter fand. Auch Jungregisseur CHRISTOPHER DENHAM wittert mit PRESERVATION den großen Coup und hat ähnlich perfides Katz-und-Mausspiel vor traumhafter Naturkulisse auf Film gebannt, in dem er sich ebenso mit den Abgründen heutiger Teenager auseinandersetzt und dabei nicht vor knüppelhartem Psychoterror Abstand hält.
 
 
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Wenn sich der Zuschauer verängstigt in seinen Filmsessel gräbt und vor Anspannung an den Nägeln knabbert, hat ein Regisseur ihn dort, wo er ihn haben wollte. CHRISTOPHER DENHAM lässt seine schwangere Heldin (überzeugend gespielt von WRENN SCHMIDT) unerbittlich durch die Hölle gehen und setzt stahlharte Nerven voraus, um den in PRESERVATION protokollierten Überlebenskampf überhaupt ertragen zu können. Sichtlich angelehnt an Boormans Klassiker BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE (1972) ist das hier Gezeigte nicht einfach zu verdauen, denn anders als im besagten EDEN LAKE bleiben die kindlichen Mörder weitestgehend stumm, ihre Beweggründe dafür umso makabrer. Kaltblütiges Töten als kranker Sport – einmal mehr wird im Horrorfilm mahnend der Zeigefinger erhoben, denn auch wenn Regisseur CHRISTOPHER DENHAM nicht viel über die Täter im Films verrät, bleibt die harsche Gesellschaftskritik nicht ungehört. Hier werden die laxen Waffengesetze der Vereinigten Staaten an den Pranger gestellt, die es perspektivlosen Kids von Heute ermöglichen, problemlos an Gewehre, Pistolen und Munition zu kommen.
 
 
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So reichen blutige Handy-Shooter allein nicht mehr aus, um die gelangweilte Jugend in PRESERVATION bei Laune zu halten. Die erhebt das Töten von Menschen zum Freizeitspaß und lauert ahnungslosen Campern auf, um sie fernab der Zivilisation in die ewigen Jagdgründe zu befördern. Lang gefackelt wird da nicht, was PRESERVATION mehr ins Horrorfach steckt, weil sich DENHAM mehr auf das Abhandeln genretypischer Schauwerte konzentriert, statt sich mit seiner brisante Kritik genauer auseinander zu setzen. Die verliert in der rasant inszenierten Hetzjagd schnell an Gewichtung, weil der Fokus vermehrt auf das Morden und Rächen gerichtet wird und sich am Ende sogar Opfer in Täter verwandeln, um die Blutgier des Zuschauers befriedigen zu können. Dennoch, auch wenn PRESERVATION hin und wieder von seltsamen Zufälligkeiten begleitet wird und die maskierten Kinder über Bärenkräfte verfügen, gehört dieser knüppelharte Überlebens-Thriller zu den besten Psycho-Trips, die das Genre in letzter Zeit gesehen hat. Wer schweißtreibende Nervennahrung bevorzugt kommt an PRESERVATION nicht vorbei – aber Achtung, wir haben gewarnt!
 
 
 


 
 
 

PRESERVATION – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Kompromisslos und knüppelhart: PRESERVATION ist vermutlich der unoffizielle EDEN LAKE 2 und einer der härtesten Überlebens-Thriller, die das Genre in den letzten Jahren gesehen hat. Nach dem Horror-Thriller HOME MOVIE (2009) bleibt Regisseur CHRISTOPHER DENHAM (der auch schon als Schauspieler in THE BAY zu sehen war) dem Genre treu und hat mit seinem zweiten Spielfilm ein quasi amerikanisches Remake des Terrorfilms EDEN LAKE inszeniert, der vor einigen Jahren für reichlich Aufsehen unter Fans derberer Filmware gesorgt hat. PRESERVATION spielt in der gleichen Liga und erzählt praktisch die gleiche Geschichte, natürlich ähnlich packend. Auch hier sehen sich ahnungslose Camper mit skrupellosen Kids konfrontiert, die das Töten von Menschen zum Freizeitsport gemacht haben. Wer ein schwaches Nervenkostüm besitzt, sollte von diesem Film die Finger lassen, denn die hier gezeigten Grausamkeiten wirken aufgrund ihrer Kompromisslosigkeit erschreckend real, was professionelle Jugendschützer in Alarmbereitschaft versetzen dürfte. Nichtsdestotrotz ist PRESERVATION adrenalinförderndes Terrorkino so wie es sein sollte und das nach dem Abspann noch lange nachwirken wird. Wer ein Faible für jene Art Film besitzt, kommt hieran nicht vorbei. Für Horrorfans definitiv sehenswert!
 
 
 


 
 
 

PRESERVATION – Zensur

 
 
 
Im direkten Vergleich zum besagten EDEN LAKE ist PRESERVATION in Sachen Brutalität zurückhaltender, was aber nicht heißen soll, dass es hier nicht ebenso deftig zur Sache geht. Die Brutalität ist vorwiegend psychischer Natur. Dennoch gibt es auch richtige Gewalt zu sehen. Neben Gewehr- und Messerstichen in Bauch oder Beine, wird einem Protagonisten mit einer zerbrochenen Flasche der Hals aufgerissen. Dennoch hatte wohl die FSk einen guten Tag. PRESERVATION hat es ungeschnitten nach Deutschland geschafft: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

PRESERVATION – Deutsche Blu-ray

 
 
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(c) Pierrot le Fou (ungeschnittene Fassung im KeepCase)

 
 
 
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(c) Pierrot le Fou (ungeschnittene Fassung im limitierten Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Preservation; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover | Mediabook (limitiert und durchnummeriert auf 4000 Stück)

Extras: Trailer, Bloopers, Deleted Scenes | zusätzlich im Mediabook: Filmplakat, Film auf DVD und ein 24-seitiges Booklet

Release-Termin: Mediabook & Amaray: 24.07.2015

 
 
 


 
 
 

PRESERVATION – Mediabook

 
 
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Die beliebte Mediabook-Sammlerreihe des Anbieters Pierrot le Fou geht in die sechste Runde. Auch diesmal können sich Freunde der begehrten Buchverpackung auf eine schön gestaltete Veröffentlichung freuen, die selbstverständlich streng limitiert ist. Pierrot le Fou orientiert sich in der Aufmachung an den bisherigen Büchern der Reihe. So liegt neben der Blu-ray in hervorragender Bild- und Tonqualität auch diesem Mediabook die obligatorische DVD bei, damit sich auch Horrorfans ohne HD-Abspielgerät an diesem sehenswerten Überlebensthriller erfreuen können. Wie bereits schon bei den Filmen GERMAN ANGST und LET US PREY beinhaltet die Buchverpackung ein gefaltetes Filmplakat mit einem alternativen Covermotiv. Zudem kann nach dem Filmgenuss in einem ausführlichen Booklet mit Hintergrundinformationen geschmökert werden. Dieses beinhaltet ein ausführliches Interview mit dem Regisseur des Streifens, das in Zusammenarbeit mit der Genre-Zeitschrift DEADLINE erstellt wurde. Leider besitzt die Heimkinoveröffentlichung von PRESERVATION einen kleinen Wermutstropfen. Wer nach Bonusmaterial sucht, muss sich mit dem Trailer, gelöschten Szenen und lustige Outtakes zufriedengeben. Interviews, Audiokommentare oder ein Making-of haben es leider nicht auf die Scheiben geschafft. Diese Extras hätten die Veröffentlichung runder gemacht. Sammler dürfte das jedoch kaum stören. Im Gegensatz zu Mediabooks aus dem deutschsprachigen Ausland ist das von PRESERVATION zu einem günstigen Kurs zu haben, so dass die Entscheidung nicht schwer fallen dürfte. Der Film ist sehenswert, die Aufmachung des Mediabooks lobenswert – wer als Liebhaber von Sonderverpackungen nicht zugreift, ist selber schuld.

 
 

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PRESERVATION – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Alle Rechte der auf der Seite abgebildeten Grafiken liegen bei Pierrot le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Eden Lake (2008)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Wolf Creek 2 (2013)
 
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The Mooring (2012)
 
Tower Block (2012)
 
Black Rock (2012)
 
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