Filmkritik: „The Circle“ (2015)

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THE CIRCLE

(CIRKELN)

Story

 
 
 
In einer kleinen Stadt im Süden Schwedens passieren seltsame Dinge. Das Böse zieht seine Kreise und ist für den Tod eines Teenagers verantwortlich. Sechs Schülerinnen des Engelsfors Gymnasiums gehen der Sache auf den Grund und lüften ein gruseliges Geheimnis.
 
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Kritik

 
 
 
Jetzt wird es episch, denn wer glaubt, dass nur Hollywood mehrteilige Fantasy-Romane verfilmen kann, der irrt. Schweden mischt jetzt auch mit auf dem internationalen Fantasy-Markt und hat sich der dort äußerst populären ENGELSFORS-TRILOGIE angenommen, die von MAT STRANDBERG und SARA BERGMARK ELFGREN geschrieben und sich im Land des Knäckebrots vor allem unter Teenagern großer Beliebtheit erfreut. Mit dem ersten Band CIRKELN hat man nun den Sprung auf die Leinwand gewagt, der mit einer Gesamtlänge von knapp 144 Minuten doch umfangreicher ausgefallen ist, als anfänglich geplant. Damit der erste Leinwandausflug auch ein Erfolg wird, konnte man mit Ex-Abba-Mitglied BENNY ANDERSSON einen weltweit bekannten Geldgeber finden, der die erste Verfilmung THE CIRCLE (so der internationale Titel) nicht nur mitfinanziert hat, sondern auch mit der selbst geschriebenen Filmmusik für Aufmerksamkeit sorgen soll.
 
 
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Das Böse kennt keinen Urlaub. Was bereits in HARRY POTTER, TWILIGHT und HERR DER RINGE Kernthema war, bildet auch in THE CIRCLE das Fundament für ein packendes Abenteuer voller Gefahren. Ein mysteriöser Selbstmord sorgt an der Schule des schwedischen Städtchens Engelsfors für ein heilloses Durcheinander. Sechs Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, entwickeln plötzlich geheimnisvolle Kräfte und fühlen sich von einer bösartigen Macht bedroht, die ihnen nach dem Leben trachtet. Die Schuldirektorin klärt auf. Die Mädchen sind Hexen und seit ihrer Geburt dazu bestimmt, die Menschheit vor bösen Dämonen zu beschützen. Mit vereinten Kräften und mit Hilfe der magischen Fähigkeiten schreitet man zur Tat. Doch der Kampf gegen das Böse stellt die Teenager nicht nur vor große Herausforderungen; er konfrontiert sie auch mit ihren größten Ängsten.
 
 
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Willkommen zur schwedischen Kinoversion der beliebten US-Fernsehserie CHARMED – ZAUBERHAFTE HEXEN. So zumindest lässt sich beschreiben, was das Publikum von THE CIRCLE zu erwarten hat. Vorerst sehr wenig, denn die Filmadaption des ersten Buches CIRKELN konzentriert sich dann doch vorrangig auf seine sechs Heldinnen, die in erster Linie mit irdischen Problemen zu kämpfen haben. Statt sich in Magie auszuprobieren, sehen sich die Figuren im Film mit Problemen konfrontiert, mit denen wohl die meisten Pubertierenden gleichen Alters zu kämpfen haben. Da wird Mobbing an der Schule betrieben, aber auch das hoffnungslose Verliebtsein zum Thema gemacht. THE CIRCLE ist mehr Coming-of-Age-Drama statt Mysterystreifen, der Themen aufgreift, mit denen sich wohl hauptsächlich heranwachsende Zuschauerinnen identifizieren können – auch wenn die Protagonisten im Film wenig glaubhaft von Schauspielern verkörpert werden, die längst dem Teenageralter entsprungen sind.
 
 
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THE CIRCLE ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Mädchenfilm, dem es ein wenig an Drive mangelt. Sechs unerfahrene Schülerinnen sollen zu Nachwuchshexen ausgebildet werden, um den Wesen der Finsternis in die Allerwertesten zu treten. Das entpuppt sich in Anbetracht der viel zu langen Laufzeit als reichlicher zäher und klischeebehafteter Kinotrip in dem erhofftes Fantasy doch etwas zu kurz kommt, schließlich muss sich das Böse der Teenagerprobleme wegen zurückhalten. Da kann man nur hoffen, dass die Verfilmungen der anderen Bücher FIRE und THE KEY etwas straffer inszeniert werden, denn im direkten Vergleich zur Fantasy-Referenz zieht diese durchwachsene Romanadaption aus Schweden den Kürzeren.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die schwedische Antwort auf DER HEXENCLUB und CHARMED – ZAUBERHAFTE HEXEN. Mit ähnlich trist-unterkühlter Bildsprache wie sie auch im schwedischen Ausnahmedrama SO FINSTER DIE NACHT verwendet wurde, hat der Schwede LEVAN AKIN das erste Buch der ENGELSFORS-TRILOGIE mit dem Titel THE CIRCLE verfilmt und liefert eine solide Leistung ab. Leider fehlt dem souverän gedrehten Streifen Tempo, denn THE CIRCLE tut sich zwischen anstrengenden Teenager- und Alltagsproblemen schwer mit dem Erzählen einer interessanten Fantasygeschichte. So gibt es statt Magie, Fantasy und Dämonen doch eher ein Coming-of-Age-Drama mit Längen zu sehen, das von der Suche nach sich selbst erzählt und Mädchen auf Ihren Weg zum Erwachsenwerden begleitet. Insofern CIRKELN (so der Originaltitel) genug Geld einspielt, sollen Verfilmungen der übrigen Bücher folgen. Bis dahin darf man davon ausgehen, dass auch Hollywood eine eigene Filmversion der ENGELSFORS-Bücher ins Rennen schicken wird. Schließlich ist die Traumfabrik nicht weit, wenn schnell Geld verdient werden kann.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Zensur

 
 
 
Nein, THE CIRCLE ist kein Film für Fans des derben Gewaltkinos. Blut oder Hinrichtungen gibt es gar nicht zu sehen. Einzig die bedrohliche und düstere Stimmung des Streifens, sowie einige verstörende Spezialeffekte dürften dafür sorgen, dass CIRKELN (so wie der Film im Schweden betitelt wird) mit FSK16 nach Deutschland kommen wird.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Charmed – Zauberhafte Hexen (1998 – 2006)
 
Die Hexen von Eastwick (1987)
 
Practical Magic – Zauberhafte Schwestern (1998)
 
Der Hexenclub (1996)
 

Kritik: „Alléluia – Ein mörderisches Paar“ (2014)

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ALLÉLUIA – EIN MÖRDERISCHES PAAR

Story

 
 
 
Für Gloria (Lola Duenas) hat das Leben nicht viel zu bieten. Sie lebt allein mit ihrer Tochter und hat ein überschaubares soziales Umfeld. Auch in ihrem Arbeitsalltag geschieht wenig, denn Gloria arbeitet im Leichenschauhaus eines Krankenhauses. Ein zaghafter Vorstoß im Online-Dating bringt sie mit dem schicken Weiberheld Michel (Laurent Lucas) zusammen. Die Beiden verbringen eine hitzige Nacht miteinander, doch kurz danach offenbaren sich Michels wahre Intentionen, die über den Liebesakt hinaus und bis in den kriminellen Bereich gehen. Fasziniert vom mysteriösen Mann schließt Gloria sich ihm an und begibt sich als seine Komplizin auf einen steinigen Weg aus Betrug, Besessenheit und einer instabilen Liebesbeziehung.
 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Kritik

 
 
 
Im vergangenen Jahr war der Belgier Fabrice du Welz fleißig. Neben „Alléluia“ übernahm er das Steuer des Polizei-Thrillers „Colt 45“, der von dieser beunruhigenden Romanze kaum weiter entfernt sein könnte. Grob basierend auf der wirklichen Geschichte der Lonely Hearts Killers, die in den späten 40ern zwanzig Menschen ermordet haben, erzählt er die Geschichte von zwei stark geschädigten Seelen, die entgegen jeder Wahrscheinlichkeit genau das finden, was sie suchen.
 
 
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Wie auch in normalen, nicht-mörderischen Beziehungen, sind die Dinge für Gloria und Michel nicht ganz so einfach, wie sie zu Beginn scheinen. Mit der Vereinigung der beiden gestörten Menschen zeichnet sich das Rezept für ein unheilbares Desaster ab, unter dem die Opfer des Killer-Paares leiden werden. Der raubeinige, düstere Stil, den du Welz bereits in „Colt 45“ zur Schau stellte, funktioniert in „Alléluia“ noch besser. An Stelle eines flinken, actionlastigen Cop-Thrillers präsentiert er hier einen Blick in zwei Köpfe, in die man lieber nicht gesehen hätte. Als Wurzel für die Gräueltaten seiner Protagonisten beschränkt er sich nicht auf Sadismus oder die morbide Lust am Töten, sondern auf ein kompliziertes und äußerst flüchtiges Verhältnis zwischen Gloria und Michel. Für jeden der beiden erhalten wir einen Blick in eine düstere Vergangenheit, was den Charakteren die nötige Tiefe verleiht, um den Film wirklich interessant zu machen.
 
 
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„Alléluia“ ist ein Film, der so unangenehm und schwer verdaulich ist, wie man es von einem psychologischen und sexuellen Thriller erwarten kann. Die Hauptdarsteller Lola Duenas und Laurent Lucas laufen zu einer Hochform auf und üben trotz der abstoßenden Natur ihrer Charaktere eine gewisse Faszination auf den Zuschauer aus. Mit ihrer Hilfe untersucht Fabrice du Welz die schlimmstmöglichen Konsequenzen, die eine Liebe zwischen zwei Menschen haben kann.
 
 
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ALLÉLUIA – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Fies, schmutzig und beklemmend – NATURAL BORN KILLERS in ernst. „Alléluia“ ist ein schockierender Albtraum aus Sex und Gewalt in dem der Belgier Fabrice du Welz einmal mehr zeigt, was er kann. Mit sicherer Hand führt er seine Schauspieler und strickt einen spannenden, schmutzigen Psycho-Thriller, der den seelischen Abstieg seines Paares in grausamen Details festhält. „Alléluia“ ist ein Geheimtipp für Freunde des unkommerziellen Kinos – sehenswert!
 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Zensur

 
 
 
Seine Härte erlangt „Alléluia“ primär über die beklemmende Atmosphäre, die den Film durchweg beherrscht. Trotzdem enthält der Film einige Gewaltspitzen, die allerdings nicht durch übertriebenes Vergießen von Kunstblut wirken. Stattdessen hält Fabrice du Welz die Kamera in seinen Tötungsszenen gnadenlos auf Opfer und Täter, was ihnen einen besonders rohen Charakter verleiht. Eine Freigabe ab 16 hat der Film von der FSK erhalten – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Alléluia; Deutschland / Frankreich 2014

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Making of, Kurzfilm, Deleted Scenes

Release-Termin: 16.10.2015

 

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ALLÉLUIA – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei PIERROT LE FOU

 
 
 
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