Filmkritik: „Jack Goes Home“ (2016)

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JACK GOES HOME

Story

 
 
 
Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters begibt sich Jack auf eine Reise zurück in die Vergangenheit und entdeckt furchtbare Dinge, die ihm seine Eltern nicht ohne Grunde über Jahre verschwiegen hatten.

 
 
 


 
 
 

JACK GOES HOME – Kritik

 
 
 
Jede Familie hat ein Geheimnis, von dem besser niemand erfahren sollte. Im Horrorfilm ist eine solche Tatsache mittlerweile keine Seltenheit mehr – hier schlummert das Grauen oft hinter Türen braver Bürger, die dann alles andere als friedliebend sind. Kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne, aber nicht minder unangenehm ist der unabhängig gedrehte Psychothriller JACK GOES HOME. Der beweist einmal mehr, dass Indie-Filme oft die besseren Filme sind, weil sich deren Macher nicht zwingend an Konventionen halten müssen. Hinter dem Streifen steckt Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur THOMAS DEKKER. Der erklärte in Interviews, dass ihm die Inspiration zum Film kam, nachdem der eigene Vater nach elf Jahren mit Alzheimer verstarb. Kurz vor dessen Tod nahm sich der Filmemacher ein Jahr Auszeit und kehrte nach Hause zurück, wo er bei der Pflege des Vaters behilflich war. Während dieser Zeit wurde er mit Erlebnissen aus seiner Kindheit konfrontiert, die ihn erschütterten und nachdenklich stimmten. Aus diesen Erfahrungen resultierte die Idee zum Psychothriller JACK GOES HOME, dessen Drehbuch Dekker nach eigener Aussage in gerade einmal drei Wochen fertigstellen konnte. Beachtlich!
 
 
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Eigentlich hat Jack (RORY CULKIN) alles im Leben erreicht, was man sich nur wünschen kann. Die Freundin erwartet ein Kind und auch im Job läuft alles nach Plan. Doch ein Schicksalsschlag soll das bis dato geregelte Leben aus den Bahnen werfen. Bei einem Unfall verunglückt der Vater tödlich, was Jack dazu bewegt, in die Heimatstadt zurückzukehren, um der Mutter (LYN SHAYE, bekannt aus Horrorfilmen wie ABATTOIR, BIG ASS SPIDER und INSIDIOUS 3) beizustehen. Doch die Ankunft verläuft nicht wie erhofft. Weder Mutter noch Sohn befinden sich im Trauerprozess. Irgendetwas scheint die Emotionen zu blockieren, was eine Reihe von mysteriösen Ereignissen entfacht. So findet der Sohnemann auf dem Dachboden einen alten Kassettenrecorder, in dem Tonbandaufzeichnungen schlummern, die offenbar für ihn bestimmt sind. Darauf versucht der verstorbene Vater dem verwirrten Teenager etwas mitzuteilen, das seit Jahren gut behütet hinter verschlossenen Türen bewahrt wurde. Aber auch die Mutter verhält sich plötzlich eigenartig. Die zerkleinert nachts rohes Fleisch in der Küche und verhält sich reichlich distanziert zum eigenen Kind. Was hat das alles zu bedeuten? Die Antwort darauf entfacht einen Strudel furchteinflössender Ereignisse.
 
 
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Mit JACK GOES HOME zeigt Filmemacher THOMAS DEKKER eindrucksvoll, dass er mehr kann, als nur smart in die Kamera zu lächeln. Der trat bisher in erster Linie als Schauspieler in Erscheinung und war in Genrefilmen wie dem A NIGHTMARE ON ELM STREET-Remake, LAID TO REST 2 oder ENTER THE DANGEROUS MIND zu sehen. Mit JACK GOES HOME beweist er nach dem Drama WHORE zum zweiten Mal sein Regietalent und wagt sich diesmal an psychologischen Horror, der sich mit verletzten Seelen und kranken Köpfen auseinandersetzt. Hierbei gelingt es dem Newcomer geradezu genial, das psychologische Chaos und die emotionale Verwüstung eines jungen Mannes in unschöne Bilder zu verpacken, nachdem der mit seiner verdrängten Vergangenheit konfrontiert wird. Das wird am Ende selbst den Zuschauer fordern, der sich aufgrund des plötzlichen Richtungswandels reichlich unwohl fühlen dürfte. Die Aufdeckung der Familientragödie geht einher mit dem psychologischen Abstieg des Filmhelden. Lange im Unterbewusstsein manifestierte Erlebnisse kommen plötzlich wieder zutage und treiben die Hauptfigur ins psychische Desaster. Jack kann allmählich nicht mehr unterscheiden, was wirklich passiert oder nur Macht der Gedanken ist. Die Folge ist schleichender Wahnsinn, der nicht nur ihm an die Substanz geht.
 
 
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JACK GOES HOME ist Kopf-Horror, der erstaunlich gut funktioniert. Regisseur THOMAS DEKKER schafft Verwirrung zu stiften. JACK GOES HOME ist einer dieser Indie-Filme, die sich nicht so einfach durchschauen lassen. Der Film pendelt scheinbar unentschlossen zwischen Drama, Mystery- und Psychothriller und baut dabei eine äußerst beklemmende Atmosphäre auf. Doch die Unentschlossenheit ist gewollt, denn der Mix der Genres wird dazu benötigt, um das konfuse Seelenheil von Filmheld Jack zu unterstreichen. Was ist hier des Pudels Kern und was hat es mit den mysteriösen Geschehnissen auf sich, die sich seit der Heimkehr des emotional unterkühlten Sohnes ereignen? Die Antwort gibt’s häppchenweise. So lassen verstörende Puzzleteile schnell erahnen, dass hier weit mehr im Argen liegt, als anfänglich vermutet. Das hält den Spannungspegel konstant oben und fesselt. Ein flaues Gefühl in Magengegend gibt’s obendrein dazu. Neben der beachtlichen Regiearbeit und dem überraschend unkonventionellen Drehbuch von THOMAS DEKKER sollten an dieser Stelle auch die Leistungen von Hauptdarsteller RORY CULKIN (übrigens einer der kleinen Brüder von Ex-Kinderstar MACAULAY CULKIN) nicht unerwähnt bleiben. Gäbe es im Horrorfilm auch so etwas wie einen Oscar für herausragende Schauspielleistungen, wäre ihm der Preis dafür sicherlich gewiss. Der liefert – so nebenbei – die bis dato beste Schauspielarbeit in seiner Vita ab und entpuppt sich als bemerkenswert talentierter Charakterdarsteller mit Mut zu Extremen. Demzufolge sollte man sich diesen kleinen Indie-Psychotrip nicht entgehen lassen, an dem übrigens UWE BOLL mitgewirkt haben soll. Schenkt man den Informationen im Abspann Glauben, soll er hier als Produzent beteiligt gewesen sein. Das hätte man Herrn Boll gar nicht zugetraut, ist doch JACK GOES HOME so ganz anders als das, was der kontroverse Filmemacher selbst so auf die Beine gestellt hat.
 
 
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JACK GOES HOME – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wenn aus einer erschütternden Familientragödie blanker Horror wird. JACK GOES HOME ist ein verstörender Filmalbtraum, der noch lange nachwirkt. Diese unabhängig verwirklichte Produktion ist Kopf-Horror wie er im Buche steht und den man so nicht alle Tage zu sehen bekommt. Der Indie-Streifen vermischt Thriller, Mystery- und Horror-Elemente virtuos und schockt mit einem überraschenden Twist, der ein ungutes Gefühl in der Magengegend hinterlässt. THOMAS DEKKER hat hier ein verstörendes und gleichzeitig kontroverses Psychodrama über die Suche nach der eigenen Identität geschaffen, das Dank herausragender Schauspielleistungen niemanden kalt lässt. Für Zuschauer, die eine Vorliebe für unkonventionelle Nischenfilme mit Tiefgang besitzen, ist dieses Kunststück des Indie-Genre-Kinos absolutes Pflichtprogramm.
 
 
 


 
 
 

JACK GOES HOME – Zensur

 
 
 
Blut oder gar Gewalt gibt es in JACK GOES HOME kaum zu sehen. Der Filmheld schneidet sich in einer Vision selbst die Kehle durch. Zudem wird ein Hund im Off ermordet. Hierzulande gibt es für dieses psychologische Genre-Drama wohl eher eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

JACK GOES HOME – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Poster aus dieser Review liegen bei Yale Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Enter the Dangerous Mind (2013)
 
Hemorrhage (2012)
 
Simon Killer (2012)
 
Alexandre Aja´s Maniac (2012)
 
Magic Magic (2013)
 
The House on Pine Street (2015)
 
A beautiful Mind (2001)
 
Fight Club (1999)
 

Filmkritik: „The Good Neighbor“ (2016)

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THE GOOD NEIGHBOR – JEDER HAT EIN DUNKLES GEHEIMNIS

(THE WAITING)

Story

 
 
 
Zwei Teenager (darunter KEIR GILCHRIST aus IT FOLLOWS und DARK SUMMER) haben ein perfides Experiment vor, das sie berühmt machen soll. Sie wollen den seltsamen Rentner von nebenan glauben lassen, dass es in seinem Haus spukt und filmen seine Reaktionen. Leider nimmt der makabre Streich bald erschreckende Ausmaße an.

 
 
 


 
 
 

THE GOOD NEIGHBOR – Kritik

 
 
 
Kaum eine Filmgattung hat in den letzten Jahren so polarisiert, wie das Found-Footage-Genre. Durch THE BLAIR WITCH PROJECT und PARANORMAL ACTIVITY erst richtig populär geworden, hat man seither mit dieser Art des filmischen Erzählens reichlich Schindluder getrieben. Gefühlt jede zweite Horrorproduktion der letzten zehn Jahre kam in Found-Footage-Aufmachung und pseudo-verwackelten Filmaufnahmen daher. Das hatte zur Folge, dass bald keiner mehr diese Streifen sehen wollte. Trotz Vorbehalte sollte man aber dem folgenden Film eine Chance geben. Der macht zwar indirekt auch vom Found-Footage-Stil Gebrauch, ist aber zur Abwechslung sehenswert, weil er die Zutaten genannter Filmrichtung zu seinem Vorteil versteht einzusetzen. THE GOOD NEIGHBOR nennt sich der Thriller von Regieneuling KASRA FARAHINI, der es endlich wieder schafft, dass verwackelte Handyaufnahmen und triste Überwachungskameras flaues Bauchgefühl verursachen. So hat das Regiedebüt ein raffiniertes Drehbuch zu bieten, das den Zuschauer auf falsche Fährten führt und am Ende mit kompromissloser Härte vor den Kopf stößt. Da läuft es einem definitiv eiskalt den Rücken herunter – versprochen!
 
 
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Im Film mit dem doppeldeutigen Titel haben zwei Schüler etwas Perfides vor, um in den sozialen Netzwerken berühmt zu werden. Sie brechen beim mürrischen Nachbar ein und bespicken die Wohnung mit Überwachungskameras. Warum sie das machen, erklären sie dem Zuschauer selbst. Sie wollen einen Film drehen und darin ein ahnungsloses Opfer solange Spuk vorgaukeln, bis es fest davon überzeugt ist, dass es in den eigenen vier Wänden spukt. Leider haben sich die Teenager ein äußerst zähes Opfer ausgesucht, das sich von den inszenierten Spukaktivitäten nur wenig beeindruckt zeigt. So äußert Mr. Grainey weder Unbehagen, noch bittet er Polizei und Angehörige um Hilfe. Das macht die dreisten Beobachter stutzig, zumal der Rentner von den falschen paranormalen Ereignissen derart genervt zu sein scheint, dass er auch schon mal die Axt aus der Garage holt und Türen einschlägt. Doch der unechte Spuk wird bald zur Nebensache. Der eigenbrötlerische Alte verbringt nachts viel Zeit im Keller. Das macht die beiden Freunde neugierig. Leider haben sie dort keine Überwachungskamera angebracht und können daher nur spekulieren, was das Testobjekt darin treibt. Ob der alleinstehende Nachbar unterm Haus etwas Verborgen hält, von dem niemand etwas erfahren darf? Die Antwort darauf gibt’s kurz vorm Abspann.
 
 
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Man muss schon seinen Hut ziehen vor dem, was KASRA FARAHINI mit dem Filmdebüt THE GOOD NEIGHBOR da auf die Leinwand gebracht hat. Das ist kein Film den man mal so nebenbei schaut. Dieser Film schockiert und das vor allem wegen seinem unerwarteten Ausgang. So wird dem Zuschauer gleich zu Beginn klargemacht, dass die Ereignisse hier tragisch ausgehen werden. THE GOOD NEIGHBOR beginnt mit einer Gerichtverhandlung, in der Zeugen befragt werden. Was vorgefallen ist, bleibt vorerst ungeklärt. Das steigert die Spannung und macht neugierig, zumal der noch unerfahrene Regisseur ein talentiertes Händchen für extravagante Erzählweise an den Tag legt. Der Film wechselt nämlich im späteren Verlauf zwischen Gerichtsverhandlung und gefundenem Filmmaterial. Letzteres wurde von der Spurensicherung ausgewertet und rekonstruiert die Taten der noch jungen Filmhelden. Die halten während ihres Experiments nicht nur den Tagesablauf ihres Opfers digital fest, sondern filmen sich bei ihren makabren Streichen selbst. Das hat man zwar schon in vielen Found-Footage-Streifen auf ähnliche Weise ertragen müssen, stört aber in THE GOOD NEIGHBOR keineswegs. Trotz Found-Footage ist dieser fiese Film eine runde Sache. Das liegt einerseits an den lobenswerten Leistungen der Darsteller. Hier wäre vor allem JAMES CAAN (das Opfer von KATHY BATES in MISERY) zu nennen, der als unnahbarer Rentner eine beachtliche Performance abliefert und am Ende sogar als zermürbte Kreatur an seine Grenzen geht. Andererseits überzeugt der Handlungsaufbau und die Art, wie Macher KASRA FARAHINI für schnellen Herzschlag sorgt. Er verrät nämlich nie zuviel, versorgt den Zuschauer immer nur mit Häppchen und schlägt am Ende mit gnadenloser Härte zu. Das irritiert nicht nur die naiven Streichspieler, sondern auch den Zuschauer. Schade nur, dass man so gut durchdachte Found-Footage-Geschichten leider viel zu selten zu sehen bekommt.
 
 
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THE GOOD NEIGHBOR – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Spannend, unkonventionell, verstörend und schockierend. Wenn ein Dummejungenstreich zur Katastrophe führt, weil die Gier nach medialer Aufmerksamkeit jugendliche Sinne vernebelt. THE GOOD NEIGHBOR (der anfangs eigentlich THE WAITING heißen sollte) hat es ganz schön in sich. Der Film beginnt harmlos, hat es aber faustdick hinter den Ohren. Wer jetzt aber glaubt, dass der Streifen trotz schockierendem Ausgang irgendwo im Horrorgenre beheimatet ist, der irrt. THE GOOD NEIGHBOR ist alles andere als das. Trotz Thriller-Elemente verbirgt sich hinter dem Debütstück eher ein deprimierendes Drama über Verlust und seine Folgen, das trotz Schockwirkung niemanden kalt lässt. Wem es demnach nach clever erzähltem Indie-Kino dürstet, sollte sich diesen Mix aus Gerichtssaal-Drama und Mysterythriller keineswegs entgegen lassen. Von uns gibt es für diesen undurchsichtigen Found-Footage-Beitrag eine selten gute Bewertung – vor allem auch deshalb, weil der Streifen nach dem Abspann auch mal die Gehirnzellen rotieren lässt und zum Nachdenken anregt. In Zeiten, in denen offenbar nur noch hirnfreier Zelluloid-Schrott fürs Kino produziert wird, soll das schon etwas heißen.
 
 
 


 
 
 

THE GOOD NEIGHBOR – Zensur

 
 
 
THE GOOD NEIGHBOR hat nur eine harte Szene zu bieten. Hierbei handelt es sich um einen Kopfschuss. Mehr grausames Material hat der Streifen nicht zu bieten. Demzufolge hat es von der FSK auch problemlos den blauen Freigabe-Flatschen gegeben: FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE GOOD NEIGHBOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

 

Originaltitel: The Good Neighbor; USA 2016

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Interviews mit James Caan – Logan Miller – Keir Gilchrist, Trailer

Release-Termin: 23.11.2017

 

The Good Neighbor – Jeder hat ein dunkles Geheimnis [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE GOOD NEIGHBOR – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei OFDB Filmworks)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Don’t Breathe (2016)
 
House at the End of the Street (2012)
 
The Harvest (2013)

Kritik: „Alléluia – Ein mörderisches Paar“ (2014)

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ALLÉLUIA – EIN MÖRDERISCHES PAAR

Story

 
 
 
Für Gloria (Lola Duenas) hat das Leben nicht viel zu bieten. Sie lebt allein mit ihrer Tochter und hat ein überschaubares soziales Umfeld. Auch in ihrem Arbeitsalltag geschieht wenig, denn Gloria arbeitet im Leichenschauhaus eines Krankenhauses. Ein zaghafter Vorstoß im Online-Dating bringt sie mit dem schicken Weiberheld Michel (Laurent Lucas) zusammen. Die Beiden verbringen eine hitzige Nacht miteinander, doch kurz danach offenbaren sich Michels wahre Intentionen, die über den Liebesakt hinaus und bis in den kriminellen Bereich gehen. Fasziniert vom mysteriösen Mann schließt Gloria sich ihm an und begibt sich als seine Komplizin auf einen steinigen Weg aus Betrug, Besessenheit und einer instabilen Liebesbeziehung.
 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Kritik

 
 
 
Im vergangenen Jahr war der Belgier Fabrice du Welz fleißig. Neben „Alléluia“ übernahm er das Steuer des Polizei-Thrillers „Colt 45“, der von dieser beunruhigenden Romanze kaum weiter entfernt sein könnte. Grob basierend auf der wirklichen Geschichte der Lonely Hearts Killers, die in den späten 40ern zwanzig Menschen ermordet haben, erzählt er die Geschichte von zwei stark geschädigten Seelen, die entgegen jeder Wahrscheinlichkeit genau das finden, was sie suchen.
 
 
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Wie auch in normalen, nicht-mörderischen Beziehungen, sind die Dinge für Gloria und Michel nicht ganz so einfach, wie sie zu Beginn scheinen. Mit der Vereinigung der beiden gestörten Menschen zeichnet sich das Rezept für ein unheilbares Desaster ab, unter dem die Opfer des Killer-Paares leiden werden. Der raubeinige, düstere Stil, den du Welz bereits in „Colt 45“ zur Schau stellte, funktioniert in „Alléluia“ noch besser. An Stelle eines flinken, actionlastigen Cop-Thrillers präsentiert er hier einen Blick in zwei Köpfe, in die man lieber nicht gesehen hätte. Als Wurzel für die Gräueltaten seiner Protagonisten beschränkt er sich nicht auf Sadismus oder die morbide Lust am Töten, sondern auf ein kompliziertes und äußerst flüchtiges Verhältnis zwischen Gloria und Michel. Für jeden der beiden erhalten wir einen Blick in eine düstere Vergangenheit, was den Charakteren die nötige Tiefe verleiht, um den Film wirklich interessant zu machen.
 
 
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„Alléluia“ ist ein Film, der so unangenehm und schwer verdaulich ist, wie man es von einem psychologischen und sexuellen Thriller erwarten kann. Die Hauptdarsteller Lola Duenas und Laurent Lucas laufen zu einer Hochform auf und üben trotz der abstoßenden Natur ihrer Charaktere eine gewisse Faszination auf den Zuschauer aus. Mit ihrer Hilfe untersucht Fabrice du Welz die schlimmstmöglichen Konsequenzen, die eine Liebe zwischen zwei Menschen haben kann.
 
 
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ALLÉLUIA – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Fies, schmutzig und beklemmend – NATURAL BORN KILLERS in ernst. „Alléluia“ ist ein schockierender Albtraum aus Sex und Gewalt in dem der Belgier Fabrice du Welz einmal mehr zeigt, was er kann. Mit sicherer Hand führt er seine Schauspieler und strickt einen spannenden, schmutzigen Psycho-Thriller, der den seelischen Abstieg seines Paares in grausamen Details festhält. „Alléluia“ ist ein Geheimtipp für Freunde des unkommerziellen Kinos – sehenswert!
 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Zensur

 
 
 
Seine Härte erlangt „Alléluia“ primär über die beklemmende Atmosphäre, die den Film durchweg beherrscht. Trotzdem enthält der Film einige Gewaltspitzen, die allerdings nicht durch übertriebenes Vergießen von Kunstblut wirken. Stattdessen hält Fabrice du Welz die Kamera in seinen Tötungsszenen gnadenlos auf Opfer und Täter, was ihnen einen besonders rohen Charakter verleiht. Eine Freigabe ab 16 hat der Film von der FSK erhalten – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Alléluia; Deutschland / Frankreich 2014

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Making of, Kurzfilm, Deleted Scenes

Release-Termin: 16.10.2015

 

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ALLÉLUIA – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei PIERROT LE FOU

 
 
 
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