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Filmkritik: „Crush the Skull“ (2015)

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CRUSH THE SKULL

Story

 
 
 

Ein paar Kleinkriminelle erleben die Hölle auf Erden. Sie steigen in Häuser ein und rauben sie aus. Leider haben sie sich diesmal das falsche Anwesen ausgesucht. Denn hier lebt das personifizierte Böse.

 
 
 


 
 
 

CRUSH THE SKULL – Kritik

 
 
 
Wenn Träume wahr werden. Die Webseite KICKSTARTER hat einmal mehr ein Wünschlein erfüllt und ermöglicht, dass ein Horrorfilm gedreht werden konnte. Der nennt sich CRUSH THE SKULL und wurde vom Newcomer VIET NGUYEN inszeniert, der bereits 2014 auf der bekannten Finanzierungsplattform zum Spenden aufrief und genug Filmfans dazu bewegen konnte mehr als 75.000 US-Dollar zu sammeln. Was jedoch auf der Crowdfunding-Seite als rabenschwarzer Mix aus Komödie und Horrorthriller beworben wurde, ist letzten Endes mehr Horror statt bitterböse Lachnummer. Für eine Komödie sind die eingestreuten Comedy-Elemente zu rar gesät. Tauchen sie dann doch mal auf, funktionieren sie nicht und wirken eher störend, weil CRUSH THE SKULL tatsächlich vorrangig ernster Natur ist. Das ist etwas bedauerlich, weil der Streifen durchaus was kann. CRUSH THE SKULL unterhält – zwar nicht immer helle, dafür kurzweilig. Etwas, dass immer wenigeren Horrorfilmen neueren Datums gelingt.
 
 
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Home-Invasion-Horror wird geboten, der jedoch diesmal nicht aus der Perspektive der Opfer erzählt wird, sondern die Geschehnisse aus den Augen der Bösewichte betrachtet. Ollie (CHRIS DINH) und Blair (KATIE SAVOY) sind eigentlich anständige Leute. Nur ab und an steigen sie in fremde Häuser ein, um sich mit gestohlenem Schmuck über Wasser halten zu können. Doch damit soll nun Schluss sein. Ein letzter Einbruch – danach möchte das Paar die kriminelle Laufbahn an den Nagel hängen. Leider verläuft der Einsatz nicht nach Plan, Ollie landet im Gefängnis und wird von der Liebsten für ein stattliches Sümmchen freigekauft. Neues Geld muss her, denn der Wunsch nach Freiheit hat ein großes Loch in die ohnehin schon leere Haushaltskasse gefressen. Abermals soll es ein Einbruch richten. Doch der wird diesmal für alle Beteiligten zum Verhängnis. Ein schmuckes Haus in einer guten Wohngegend ist nicht, was es zu sein scheint. Statt Kostbarkeiten finden die Hobbyeinbrecher darin Gevatter Tod. Ein wahnsinniger Serienkiller hat aus dem Haus seinen ganz privaten, hochperversen Foltertempel gemacht. Hier quält er ahnungslose Menschen zu Tode und lässt dazu die Kamera rattern. Drinnen ist man schnell – nur Rauszukommen wird zum Problem. Ob die unvorbereiteten Diebe ihren gesetzeswidrigen Fehler überleben werden?
 
 
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CRUSH THE SKULL basiert auf zwei früheren Werken des Regisseurs, die er bereits 2010 bzw. 2013 in Form von Kurzfilmen veröffentlicht hat. Bereits dort konnte der Filmemacher unter Beweis stellen, dass man auch mit kleinem Budget kurzweiligen Nervenkitzel heraufbeschwören kann. Seiner Linie bleibt VIET NGUYEN treu, der schon als Cutter an Serien wie IZOMBIE oder THE FOLLOWING beteiligt gewesen ist und mit dem ersten eigenen Spielfilm zeigt, dass man nicht viel Geld braucht, um durchaus unterhaltsame Filme zu drehen – insofern das Drehbuch überzeugt. Dieses vergleichsweise magere Budget sieht man CRUSH THE SKULL zu keiner Minute an. Ganz im Gegenteil. Regisseur VIET NGUYEN lässt den ersten Langfilm nach deutlich mehr Kohle ausschauen und improvisiert, wenn es der Finanzplan gebietet. So werten erfahrene Schauspieler das Geschehen auf, die bereits in den Kurzfilmen des Machers zu sehen waren. Sie agieren im Filmdebüt sympathisch und sorgen dafür, dass der Zuschauer mitfiebert, wenn es ihnen im Film an den Kragen geht. Damit ist CRUSH THE SKULL vielen Low-Budget-Produktionen gleichen Kalibers Längen voraus, denn oftmals machen dort untalentierte Laiendarsteller das Treiben fürs Publikum ungenießbar und schaffen es, sich seinen Zorn zuzuziehen. Von ungenießbar ist CRUSH THE SKULL also weit entfernt. Der Film kopiert nicht ungeschickt einen der Horror-Geheimtipps von 2009, der unter dem Titel THE COLLECTOR vor allem bei Fans fürs Grobe auf Interesse stieß. Hier musste sich ein Einbrecher durch ein mit Fallen bespicktes Heim vorarbeiten, um wieder in die Freiheit zu gelangen. Ähnliches Prinzip verfolgt auch CRUSH THE SKULL in dem Bösewichte zu Helden umfunktioiert werden und sich vor einem Psychopathen in Acht nehmen müssen, der die Eindringlinge in seinem Folterhaus eingesperrt hat, damit er sie möglichst brutal abschlachten kann. Leider musste auf übertriebenes Gemetzel verzichtet werden, weil Geld knapp war. Schlecht macht das diesen Überlebens-Horror nicht unbedingt, denn der Streifen gleicht dieses Manko anderweitig aus.
 
 
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CRUSH THE SKULL folgt unkonventionellem Wege und überrascht mit souveränem Tempo. So wird die Geschehnisse nie langweilig. Die Machart orientiert sich an gutem Horrorstandard und lässt nacheinander Freunde sterben, bevor auch der wahre Übeltäter sein Leben lassen muss. Aufgelockert wird die eigentlich austauschbare Handlung durch unerwartete Wendungen und einen knackigen Filmtwist. Beides gehört ja im Horrorfilm mittlerweile zum guten Ton, damit man sich an Filme auch noch drei Tage nach der Sichtung erinnern kann. Verübeln kann man die massentaugliche Inszenierung keineswegs. Im Falle von CRUSH THE SKULL sorgt die nämlich für kurzweiliges Popcornkino für das man den Kopf besser ausschaltet. Ohne Schnörkel zum Ziel lautet die Devise, die definitiv für unterhaltsame 90 Minuten sorgt. Nur darauf kommt es beim Schauen von Filmen an, schließlich ist das Unterhalten des Publikums das eigentliche Ziel eines jeden Filmemachers.
 
 
 


 
 
 

CRUSH THE SKULL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Spannender und wendungsreicher Überlebens-Horror im Stile von THE COLLECTOR. CRUSH THE SKULL wurde mit einem Budget gedreht, das man in Hollywood-Kreisen auch als Mikrobudget betitelt. Relativ: Dort bekommt man für das gleiche Geld gerade mal ein Catering geliefert, damit das Filmteam satt über den Tag kommt. Umso überraschender, was Regisseur VIET NGUYEN mit jenem überschaubaren Kapital von gerade einmal 75.000 US-Dollar auf die Leinwand gebracht hat. Sein Spielfilmdebüt bietet ein solides Drehbuch mit Drive und Wendungen. Zudem konnte man trotz kleinem Geld anständige Schauspieler engagieren, die den Zuschauer durch eine bitterböse Geschichte führen und gleichzeitig unterhalten. Da kann sich manch teurer Blockbuster eine Scheibe abschneiden. Viele von denen schaffen es trotz konventioneller Geschichten und üppiger Produktionsgelder nicht einmal, den Zuschauer vom Einschlafen zu bewahren. CRUSH THE SKULL zeigt, wie’s besser gehen kann.
 
 
 


 
 
 

CRUSH THE SKULL – Zensur

 
 
 
Viele bösen Szenen gibt es nicht zu sehen. Ein Kopf wird abgetrennt und Messer werden in Körper gerammt. Zudem kommt gegen Ende auch mal die Pistole zum Einsatz und eine Kehle wird aufgeschnitten. Einige Morde passieren im Off. Das dürfte dafür sorgen, dass CRUSH THE SKULL in Deutschland bereits für Jugendliche geeignet sein wird: FSK16.
 
 
 


 
 
 

CRUSH THE SKULL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Collector (2009)
 
Haus der Vergessenen (1991)
 
Don’t Breathe (2016)
 
The Collector 2 – The Collection (2012)
 
Tiger House (2015)
 


Filmkritik: „13 Cameras“ (2015)

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13 CAMERAS

(SLUMLORD)

Story

 
 
 
Dabei sein ist alles: Ein junges Paar bezieht ein ansprechend umgebautes Haus, ohne zu wissen, dass der voyeuristisch veranlagte Vermieter darin ganz besondere Technik eingebaut hat.

 
 
 


 
 
 

13 CAMERAS – Kritik

 
 
 
Mehr als 30 Millionen Überwachungskameras wurden in den letzten zehn Jahren verkauft. Doch die finden nicht immer nur zum Schutze von Leben und Eigentum Verwendung. So wurden über 8000 Menschen im letzten Jahr heimlich von Überwachungskameras daheim beobachtet. Eine beunruhigende Zahl, die natürlich genug Stoff hergibt, um daraus einen ungemütlichen Thriller zu drehen. Regieneuling VICTOR ZARCOFF hat das Potenzial dahinter erkannt. Er führt im ersten Spielfilm dem Zuschauer auf erschreckende Weise vor Augen, dass nicht jeder Wohnungseigentümer am Wohle seines Mieters interessiert ist. 13 CAMERAS (der auf Festivals auch unter SLUMLORD lief) nennt sich dessen Leinwanddebüt, das geschickt beklemmend beschreibt, wie einfach die Sucht am Beobachten in grenzenlose Besessenheit umschlagen kann. Dabei lässt Zarcoff das Grauen immer nur Häppchenweise auf den Besucher los, bis es am Ende in voller Gnadenlosigkeit zuschlägt.
 
 
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Wenn dich der Vermieter heimlich beim Stuhlgang beobachtet. Claire (BRIANNE MONCRIEF) und Ryan (PJ MCCABE aus THE DEN) sind eigentlich ein glückliches Paar. Der Nachwuchs soll in den nächsten Wochen zur Welt gebracht werden, weshalb sie die jungen Eheleute nach einer neuen Wohnung umschauen. Die ist schnell gefunden. Ein seltsamer und nicht sonderlich kommunikativer Vermieter zeigt den beiden ein ansprechend umgebautes Heim mit Pool. Darin riecht es zwar nicht gerade einladend, wird aber wenig später von den werdenden Eltern bezogen. Doch die anfängliche Freude über das kleine Haus am Stadtrand und die gemeinsame Zukunft währt nicht lange. Ryan treibt nämlich hinter dem Rücken seiner Frau ein makabres Spiel. Der hat mit der Arbeitskollegin eine geheime Affäre, von der niemand wissen darf. Leider will die bald mehr von ihrem Liebhaber und mischt sich in dessen Ehe ein. Doch die zerrüttete Beziehung des verheirateten Paares hat bald andere Probleme. Hauseigentümer Gerald (NEVILLE ARCHAMBAULT) ist nämlich einer der ganz perversen Sorte. Der hat im Haus Überwachungskameras versteckt und beobachtet das Leben der jungen Leute. Als er eine Obsession für die schwangere Claire entwickelt, überschlagen sich die Ereignisse und die neue Bleibe wird bald zum blanken Horror für die neuen Mieter.
 
 
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Es ist schon eine schauderhafte Vorstellung, wenn man sich vorstellt, wie Fremde in das Intimleben anderer Leute eindringen, ohne dass die Opfer überhaupt davon merken. Macher VICTOR ZARCOFF spielt gekonnt mit dieser Angst und macht den Zuchauer quasi zum heimlichen Mitwisser, der – wie der Fiesling im Film – das Privatleben eines Paares durch versteckte Kameras beobachtet. NEVILLE ARCHAMBAULT verkörpert in 13 CAMERAS einen besonders eigensinnigen Zeitgenossen. Der besitzt voyeuristischen Neigungen und steuert das Leben fremder Menschen auf subtile weise, die natürlich vollkommen ahnungslos darüber sind, dass da jemand Teil ihres Privatlebens ist. Sind die jungen Leute aus dem Haus, macht es sich der Eigenbrödler in deren Wohnung gemütlich, füttert den Hund, durchwühlt Unterwäsche oder leckt an fremden Zahnbürsten. Kommen die Mieter zurück nach Hause, wundern die sich aus nachvollziehbaren Gründen darüber, warum das Haustier ständig erbricht oder Zahnbürsten nach Fäkalien riechen. Filmfigur und Hauseigentümer Gerald ist niemand, den man gern auf eine Tasse Kaffee einladen möchte. Der scheint zwar minderbemittelt zu sein und verhält sich weitestgehend distanziert und unauffällig; gerät er aber in Rage kommt der Psychopath zum Vorschein. Dank guten Make-up-Künsten gehört die von ihm gespielte Figur zu den ekelerregendsten aber auch bemittleidenswertesten Kreaturen, die man in der letzten Zeit auf der Mattscheibe zu sehen bekommen hat. Allein deren mangelnde und im Film oftmals kritisierte Körperhygiene verursacht Brechreiz, weil man als Zuschauer meint, den unangenehmen Körperduft des Filmbösewichts sogar durch den Fernsehapparat riechen zu können.
 
 
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Eigentlich ist 13 CAMERAS mehr ein Beziehungsdrama, in dem ein Seitensprung dafür sorgt, dass die Beziehung zwischen zwei Liebenden aus dem Gleichgewicht gerät. Regisseur VICTOR ZARCOFF nutzt aber die Gelegenheit zwischen Herzschmerz, Skepsis und Vertrauensbruch den Horror regieren zu lassen. Von den Streitenden unbemerkt, wird der schmierige Vermieter von Nebenan nicht nur zufällig Mitwisser, sondern verwandelt sich im Verlauf des Film zum unberechenbaren Killer, der sogar über Leichen geht, sobald seine perversen Machenschaften aufzufliegen drohen. So wird die Atmosphäre von 13 CAMERAS gegen Filmmitte immer ungemütlicher, wenn sich Eigentümer Gerald immer häufiger Zutritt zum Haus seiner Mieter verschafft. Die Angst entdeckt zu werden ist allgegenwärtig und verursacht reichlich Herzklopfen beim Zuschauer, der innig hofft, dass das perverse Versteckspiel endlich aufgedeckt wird – aber niemand zu Schaden kommt. Für einen Debütfilm ist 13 CAMERAS bemerkenswerte Arbeit. Neuling VICTOR ZARCOFF versteht es eindrucksvoll Spannungsschrauben fester zu drehen und besitzt sogar ein Faible für schwarzen Humor. Für den Filmtwist am Ende macht er nämlich von Galgenhumor Gebrauch. Sensible Gemüter dürften Gezeigtes aber nicht sonderlich lustig finden.
 
 
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13 CAMERAS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Reichlich unbequemer Suspense-Thriller mit brisanter Thematik, die gar nicht mal so weit hergeholt ist. So haben die Medien bereits schon öfters über Wohnungseigentümer und Hotelbesitzer berichtet, die Mieter und Gäste heimlich mit Überwachungskameras gefilmt und die Aufzeichnungen ins Netz gestellt haben, damit perfide Neigungen befriedigt werden können. Wenn jemand in unser aller Intimstes eindringt, hört der Spaß auf. Das will auch Regisseur VICTOR ZARCOFF klarstellen, der mit seinem ersten Spielfilm 13 CAMERAS einen spannenden Thriller gedreht hat, der von Filmminute zu Filmminute immer unangenehmer wird. Die Spannungsschrauben werden dabei bis zum Finale immer fester gedreht – ganz so, wie man es von gut durchdachter Suspense-Ware eben erwartet. Für den Einstieg ins Filmgeschäft ist der Psychothriller 13 CAMERAS nicht übel. Demzufolge sollte man Zarcoffs weiteren Werdegang definitiv im Auge behalten.
 
 
 


 
 
 

13 CAMERAS – Zensur

 
 
 
Für die FSK gibt es nichts zu bemängeln. Grausamkeiten spielen hier kaum eine Rolle. Am Ende wird eine Filmfigur ertränkt, eine andere erschlagen. Demzufolge ist eine FSK16 sicher.
 
 
 


 
 
 

13 CAMERAS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei Gravitas Ventures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
One Hour Photo (2002)
 
Sliver (1993)
 
Final Cut – Die letzte Vorstellung (2014)
 


Filmkritik: „Home Invasion“ (2016)

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HOME INVASION

Story

 
 
 

Eine Mutter (Natasha Henstridge) wird mit ihrem pubertierenden Stiefsohn (Liam Dickinson) von drei Einbrechern zu Hause überrascht. Nun ist guter Rat teuer.

 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Kritik

 
 
 
Zu Hause ist es immer noch am schönsten – manchmal aber auch nicht. Letztere Erkenntnis muss NATASHA HENSTRIDGE in HOME INVASION machen, die nach der SPECIES-Trilogie endlich mal wieder in einem Film mitspielt, der auch beim Genrefan auf Interesse stoßen könnte. Die spielt im Film mit vielversprechendem Titel eine treusorgende Ehefrau, die sich zwar in einem riesigen Anwesen um die Erziehung von Stiefsohn Jacob kümmert, aber mit der Beziehung zum Kindesvater abgeschlossen hat, weil der ohnehin nur arbeiten ist. Weil das Haus irgendwo am Hintern der Welt gebaut wurde, wurde es vom Eigentümer mit teurer Überwachungstechnik ausgestattet, die jeden Winkel des Gebäudes erfassen kann. Leider scheint irgendwas Kostbares im Haus verborgen zu liegen, was das Interesse von drei Eindringlingen auf den Plan ruft. Die verschaffen sich maskiert Zutritt und besprühen Überwachungskameras mit Farbe. Doch Mutter Chloe weiß Rat. Sie kontaktiert jenes Sicherheitsunternehmen, das mit dem Bau der Überwachungstechnik beauftragt wurde. Das kennt versteckte Kameras im Haus, die von den Einbrechern nicht entdeckt wurden. Per Telefon lotst Sicherheitsmann Mike (JASON PATRIC) die Bewohner unentdeckt zum Ausgang des Hauses. Doch die ungebetenen Besucher wissen über Anwesenheit der Eigentümer bescheid und wollen Zeugen ausradieren. Sie läuten eine Jagd auf die Bewohner ein, haben aber nicht mit der List von Mutter Chloe gerechnet.
 
 
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Wenn ein angepriesener Thriller in Amerika mit PG-13 vermarktet wird, schwant dem horrorfilmbegeisterten Zuschauer nichts Gutes. Dass HOME INVASION auch noch aus der Feder von PETER SULLIVAN stammt, bestätigt Befürchtungen. Der zeichnet nämlich in erster Linie für Drehbücher zu unzähligen TV-Produktionen verantwortlich und hat viele dieser Filme auch gleich selbst produziert oder gedreht (darunter HIGH SCHOOL EXORCISM). Mit schweißtreibendem Überlebenshorror hat HOME INVASION demzufolge wenig am Hut. Vielmehr erweckt der Thriller den Eindruck, dass auch hier schnell was fürs amerikanische TV gedreht werden musste, damit Sendeplatz gefüllt werden kann. Als kleiner Sonntagabendsnack mag das ausreichen, im Gedächtnis kleben bleibt nichts, denn der Filmtitel weckt falsche Erwartungen. Wer hier grausames Quälen, perverses Demütigen oder kaltschnäuziges Rächen vermutet, liegt falsch. Vielmehr orientiert sich HOME INVASION in seiner Machart an den 2003 von DAVID FINCHER inszenierten PANIC ROOM in dem sich eine kleine Familie vor Einbrechern in einem Schutzraum verstecken musste. Was jedoch dort auf wenige Quadratmeter packend abgehandelt wurde, verpufft in HOME INVASION mangels Ideenreichtum. Hier flüchtet sich NATASHA HENSTRIDGE mit dem wenig talentierten Filmsohn LIAM DICKINSON von Versteck zu Versteck, während Einbrecher in Seelenruhe einen Tresor knacken wollen und dem Zuschauer nicht mitteilen wollen, was sich darin eigentlich befindet. Viel Tiefe erhält keiner der Anwesenden und Suspense wird auf Sparflamme geköchelt. Stattdessen scheint Henstridge reichlich unterfordert zu sein und winselt sich reichlich übertrieben durch einen Film mit dünnem Plot.
 
 
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HOME INVASION ist ein lustloser DTV-Thriller für zartbesaitete Hausfrauen, denen bereits bei TV-Sendungen wie AKTENZEICHEN XY…UNGELÖST das Herz vor Aufregung schnell schlägt. Aufgrund der vielen, harten Home-Invasion-Thriller der letzten Jahre entpuppt sich der von DAVID TENNANT inszenierte Schnarcher als unnötiger Zeiträuber, der Home-Invasion nach Schema F abhandelt aber gänzlich auf Unterhaltung für Erwachsene verzichtet. Zwar gibt am Ende kurzen Munitionshagel zu sehen; der zahme Racheakt, der mit fast schon zwanghafter Zurückhaltung über die Mattscheibe flimmert, macht keinen Horrorfan glücklich. Umso bedauerlicher, dass sich Actionstar SCOTT ADKINS (aus RE-KILL und UNIVERSAL SOLDIER: DAY OF RECKONING) verheizen lässt. Der ist in HOME INVASION der einzige Lichtblick und verkörpert darin einen der drei Bösewichte, der für sein Ziel sogar über Leichen geht. Adkins mutiert im Film schleichend zum gewissenlosen Killer, bekommt aber kaum die Möglichkeit gewissenlos zu sein. Sobald er sein wahres Gesicht zeigt, ereilt ihn auch schon der Filmtod. Enttäuschend!
 
 
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HOME INVASION – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein zahmer Mix aus THE CALL und PANIC ROOM, der trotz vielversprechendem Titel nicht das verspricht, was sich Horrorfans darunter erhofft haben. Wo HOME INVASION draufsteht, ist diesmal nicht Home-Invasion drin, denn dieser Zu-Hause-Horror ist eher was für Zuschauer, die nach Serien wie AKTENZEICHEN XY…UNGELÖST Probleme mit dem Einschlafen bekommen. Wer einen weiteren FUNNY GAMES vermutet, wird bitterlich enttäuscht werden, denn hinter HOME INVASION verbirgt sich ein zahmer Thriller, der besser im TV aufgehoben wäre und alteingesessene Horrorfans nur unnötig Zeit stibitzt.
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Zensur

 
 
 
Die Gewalt reduziert sich ausschließlich auf kurze Schusswechsel, während denen Menschen sterben. Hart ist das nicht anzusehen, zumal man derart Szenen bereits nach 20 Uhr im TV zu sehen bekommt. HOME INVASION hat von der FSK problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Deutsche DVDy

 
 
 
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(c) SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT (vorerst nur DVD only Release)

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Home Invasion; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Krimi

Ton: Italienisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch, Hindi, Türkisch, Arabisch, Italienisch, Niederländisch

Bild: 1.77:1 (16:9)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase (DVD)

Extras: Trailer

Release-Termin: 25.02.2016 (vorerst nur auf DVD)

 

Home Invasion (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Sony Pictures Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Invasion (2012)

Deadly Home (2015)

Panic Room (2003)


Filmkritik: „Deadly Home“ (2015)

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DEADLY HOME

(INTRUDERS)

Story

 
 
 
Eine von Angstzuständen geplagte Frau, muss sich nach dem Tod des Bruders vor drei Einbrechern (darunter JOSHUA MIKEL aus LAST SHIFT) in Sicherheit bringen. Leider haben die nicht mit der Schlagfertigkeit ihres Opfers gerechnet, das den Fieslingen zeigt, was eine Harke ist.

 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Kritik

 
 
 
Ein weiteres Machwerk in dem sich ein Haus als Vorort zur Hölle entpuppt. Diesmal sind es jedoch nicht rastlose Seelen, garstige Poltergeister oder gemeingefährliche Dämonen, die für furchtbares Gepoltere und makabren Schrecken sorgen. Stattdessen spielt sich der Horror hinter verschlossenen Türen ab und wird von Menschenhand bewirkt. DEADLY HOME (im Original: INTRUDERS bzw. anfänglich zuviel verratend: SHUT IN) nennt sich teuflisch spannendes Grauen, das den Zuschauer mit auf eine erschreckende Reise in menschliche Abgründe nimmt, während der sich scheinbar friedliebende Menschen in fehlgeleitete Killermaschinen verwandeln. Regisseur ADAM SCHINDLER ist noch recht unerfahren im Horrorbereich, aber macht gleich mit dem ersten Spielfilm alles richtig. Das ist mittlerweile bei unabhängig produzierten Horrorfilmen nichts Ungewöhnliches mehr, denn die Kreativität junger, ambitionierter Horrorfilmmacher scheint keine Grenzen zu kennen. Viele meist selbst horrorbegeisterte Newcomer erkennen die Zeichen der Zeit und drehen Horrorfilme, die Genrefans eben sehen wollen. So entstehen fernab großer Filmstudios erfrischend andere Horrorstreifen, die mit der Angst des Zuschauers experimentieren, schockieren und damit unterhalten – DEADLY HOME ist einer derer.
 
 
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DEADLY HOME ist ein Film voller Überraschungen, denn die Spannung wird stetig gesteigert, weil nicht gleich verraten wird, welch Geheimnis sich um jenes Gebäude rankt, in das sich drei Männer Zutritt verschaffen. Darin lebt die fragile Anna (BETH RIESGRAF), die erst kürzlich Bruder Conrad (TIMOTHY T. MCKINNEY) an den Krebs verloren hat und nun viel Geld erben soll. Der großzügige Nachlass ruft das Interesse von Einbrechern auf den Plan, die die Gunst der Stunde nutzen und während der Beerdigung das Haus erkunden. Leider haben sie nicht mit der Anwesenheit der zermürbten Besitzerin gerechnet, die nicht zur Trauerfeier gehen kann, weil sie unter Agoraphobie leidet. Die bemerkt die unwillkommenen Gäste und beginnt ein makabres Spiel zu spielen, das nur einen Sieger kennt.
 
 
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Home-Invasion-Horror etwas anders, denn Macher ADAM SCHINDLER kopiert nicht lustlos und blutig, um Interesse zu wecken. Statt konventionellen Zu-Hause-Terror zu drehen, in dem sich Einbrecher über ahnungslose Hauseigentümer hermachen und sie brutal quälen, versucht der Regisseur durch einen Richtungswechsel frischen Wind in das mittlerweile nicht mehr ganz so neue Home-Invasion-Genre zu bringen. So vertauscht er im Film die Rollen von Gut und Böse und liefert geldgierige Schurken aus, die von vermeintlich hilflosen Opfern für gesetzloses Handeln bestraft werden. In DEADLY HOME ist mehr Schein als Sein, denn abermals wird ein Blick hinter die Fassade guter Familien gewährt, die eigentlich Furchtbares zu verbergen haben. Damit schwimmt der Beitrag auf gleicher Welle, wie Cravens HAUS DER VERGESSENEN, MUM & DAD oder dem kürzlich besprochenen THE HARVEST – Filme, die zeigen, dass anständige Bürger nicht immer anständig sein müssen.
 
 
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DEADLY HOME besitzt das, was vielen Horrorfilmen neueren Datums fehlt. So liegt der Fokus nicht ausschließlich auf das Kopieren der immer wieder gleichen Horrorgeschichten oder der Zurschaustellung möglichst zeigefreudiger Unmenschlichkeiten. Stattdessen spielt DEADLY HOME mit den Erwartungen des Zuschauers und erfreut durch fesselnde Spannung, welche durch überraschende Wendungen entsteht, die man so nicht kommen gesehen hat. Was wie bekannter Zu-Hause-Horror in der Machart von FUNNY GAMES beginnt, wird bald zum bitterbösen Vergeltungsakt, der eine fehlgeleitete Protagonistin über sich hinauswachsen lässt. Die mutiert zum unaufhaltsamen Racheengel und versteht es, böse Jungs zu bestrafen. Leider gipfelt das kurzweilige Katz-und-Maus-Spiel in einer genretypischen Auflösung, schließlich muss die Skrupellosigkeit von Filmheldin Anna und ihr abgebrühtes Ausradieren von Schurken irgendwie gerechtfertigt werden. Regisseur ADAM SCHINDLER gräbt tief in der Vergangenheit und lüftet Geheimnisse, die bisher nie die Türen des Hauses verlassen haben. Klickt man den Verstand aus, geht das in Ordnung. Rationalisten werden aber wohl eher mit dem Kopf schütteln.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bitterböses Katz- und Mausspiel hinter Wohnungstüren vermeintlich friedliebender Hauseigentümer. DEADLY HOME (Originaltitel: INTRUDERS) ist ein weiterer Film vom Produzenten von PARANORMAL ACTIVITY und INSIDIOUS, was wohl alteingesessene Filmliebhaber eher abschrecken dürfte, statt zum Kauf zu animieren. Aber halt, die Werbung im Trailer ist etwas unglimpflich gewählt, denn DEADLY HOME hat soviel mit genannten Filmen gemein, wie Abfallpresse THE ASYLUM mit guten Horrorfilmen. Hinter dem fiesen Indie-Schocker verbirgt sich ein Home-Invasion-Streifen, der gängige Regeln jenes Subgenres bricht und dafür eigene aufstellt. Nach erstem Schnupperkurs als Produzent und Drehbuchautor scheint ADAM SCHINDLER nach DELIVERY: THE BEAST WITHIN Gefallen am Horrorfilm gefunden zu haben und nimmt zum ersten Mal auf dem Regiestuhl Platz. Entstanden ist teuflisch spannender Zu-Hause-Terror par excellence, der die Spannung durch unerwartetem Richtungswechsel und überraschenden Wendungen konsequent vorantreibt. Laut einem Interview mit der Fachpresse mag es Regisseur ADAM SCHINDLER, wenn er das Publikum mit Filmen herausfordern kann, die sich in keine Schublade stecken lassen. Mit DEADLY HOME konnte er seine Vorstellungen von Filmen, die er selbst gern sehen würde in die Tat umsetzen. Dafür lies er sich nach eigener Aussage von Home-Invasion-Klassikern, wie STRAW DOGS, WAIT UNTIL DARK, DESPERATE HOURS, PANIC ROOM und das SCHWEIGEND DER LÄMMER inspirieren. Letztgenannter beeindruckte, weil das Gefühl der Angst faszinierte, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zog. Zwar ist DEADLY HOME von jenen Meisterwerken weit entfernt; für den ersten Ausflug ins Regiefach ist fabriziertes Grauen ganz ordentlich. Man darf gespannt sein, was Schindler demnächst aus dem Ärmel schütteln wird.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Zensur

 
 
 
Rache zum Schutze der Allgemeinheit durch Selbstjustiz – ein heikles Thema mit dem die FSK auch Jahre nach der Video-Nasty-Ära keinen Spaß versteht. Erstaunlicherweise hat DEADLY HOME von der Prüfbehörde nicht die höchste Altersfreigabe erhalten und dass, obwohl Lynchjustiz rigoros im Film zelebriert wird. Dennoch: Wer hier glaubt, dass Menschen brutal vor der Linse abgeschlachtet werden, wird enttäuscht werden. Die auf dem Filmplakat abgebildeten Mordwerkzeuge kommen nur bedingt zum Einsatz. Zudem deutet Macher ADAM SCHINDLER meist nur an und blendet immer dann weg, wenn es für Gewaltfans interessant wird. Dennoch darf man Rechteinhaber EUROVIDEO MEDIEN für die überraschend niedrige Altersfreigabe beglückwünschen. DEADLY HOME wurde ungeschnitten frei ab 16 Jahren in Deutschland veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shut In; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p) | @50 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Interviews

Release-Termin: 17.03.2016

 

Deadly Home [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DEADLY HOME – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tiger House (2015)
 
The Aggression Scale (2012)
 


Filmkritik: „Tiger House“ (2015)

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TIGER HOUSE

Story

 
 
 
Vier Einbrecher legen sich mit einem Teenager an, der den ungebetenen Besuchern eine Lektion erteilt.
 
 
 


 
 
 

TIGER HOUSE – Kritik

 
 
 
Nicht schon wieder ein Home-Invasion-Thriller. Die wurden seit der Mediensatire FUNNY GAMES ziemlich zahlreich fürs Heimkino produziert und spielen mal mehr, mal weniger drastisch mit den Urängsten des Zuschauers. So verwandelt sich in den meisten dieser Werke das eigene Zuhause zur gnadenlosen Todesfalle, weil sich Fremde Zutritt verschaffen, um ihre Lust am Quälen befriedigen zu können. Nicht ganz so heftig geht es in TIGER HOUSE zu. Hier versuchen Einbrecher Lösegeld zu erpressen, haben aber nicht mit der Raffinesse eines mutigen Teenagers gerechnet. Der bewegt sich wie eine Raubkatze unbeobachtet durch die verwinkelten Räume einer Villa und schlägt die Eindringlinge am Ende – im wahrsten Sinne des Wortes – mit den eigenen Waffen. Der nicht uninteressante Thriller geht auf das Konto des noch unbekannten THOMAS DELAY, welcher bisher nur Kurzfilme gedreht und mit TIGER HOUSE quasi den ersten Langfilm inszeniert hat. Ein solider Start ins Filmgeschäft, der nichts Großes ist, aber immerhin kurzweilige Momente beschert.
 
 
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TIGER HOUSE erzählt die Geschichte der smarten Kelly (verkörpert von KAYA SCODELARIO aus THE MAZE RUNNER), die den Liebsten (DANIEL BOYD) zum 18. Geburtstag überraschend möchte. Weil dessen wohlhabende Eltern nicht gut auf das Mädchen zu sprechen sind, schleicht sich der Teenager durch das Fenster ins Zimmer ihres Freundes und beichtet ihm von der bevorstehenden Schwangerschaft. Logischerweise ist die Freude nicht sonderlich groß. Doch für überschwängliche Predigten bleibt keine Zeit. Vier skrupellose Gestalten brechen in das Anwesen ein und nehmen die Familie gefangen. Sie wollen Lösegeld erpressen, bemerken aber die verängstigte Kelly nicht, die in letzter Minute unter das Bett ihres Freundes kriechen konnte. Nun versucht sie einen Ausweg zu finden. Doch der Weg hinaus ist voller Gefahren.
 
 
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Dass Newcomer THOMAS DELAY noch etwas grün hinter den Ohren ist, fällt im unausgereiften Inszenierungsstil auf. TIGER HOUSE bremst sich spannungstechnisch oft selbst aus, denn immer wieder werden die packenden Fluchtversuche der Hauptdarstellerin durch unnötige Dialoge zwischen den Einbrechern unterbrochen. Die haben nicht Gutes im Sinn und wurden mal wieder mit schablonenhafter Charakterentwicklung gesegnet, damit das Szenario bedrückender wirkt, als es eigentlich ist. So musste unter den Bösewichten auch ein Frauenschänder gemischt werden, was mittlerweile im Home-Invasion-Genre irgendwie zum Standard gehört. Im Falle von TIGER HOUSE ist das ED SKREIN. Der spielt hier einen verhaltensauffälligen Psychopathen, der leider etwas einseitig denkt. Statt nicht aufzufallen und die geplante Erpressung im Auge zu behalten, kommt ihm partout nichts anderes in den Sinn, als an hinterhältigen Geiselmissbrauch und kaltblütiges Morden zu denken. Dass der für sein krankes Verhalten am Ende mit dem Tod bestraft werden muss, liegt auf der Hand – so sind schließlich die Gesetze im Horrorfilm.
 
 
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Trotz klaustrophobischem Katz- und Mausspiel hat TIGER HOUSE ein großes Problem. Das liegt in der Glaubwürdigkeit seiner Protagonisten. Die handeln teils derart dämlich und unvorsichtig, dass Fluchen nicht ausbleiben dürfte. So flitzt die minderjährige Heldin wieder zurück in die Festung des Bösen, nachdem sie sich einen Weg in die Freiheit bahnen konnte. Auch die Einbrecher handeln unklug, legen Feuer im Haus und ziehen damit die Aufmerksamkeit der Gesetzeshüter und Nachbarn auf sich. Wer Filme mit unerwarteter Auflösung bevorzugt, ist mit TIGER HOUSE übrigens gut beraten. Dumm nur, dass die nicht sonderlich geistreich ist. Hier bekommt es der Zuschauer mit einem der hanebüchensten Filmenden zu tun, die man zuletzt im Genre zu sehen bekommen hat. Zieht man die Werke eines M. NIGHT SHYAMALAN (THE VILLAGE oder THE VISIT) zum Vergleich heran, sind dessen Filme hinsichtlich dummer Schlusstwiste diesem hier haushoch überlegen.
 
 


 
 
 

TIGER HOUSE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein schweißtreibender Überlebenstrip. TIGER HOUSE ist ein packender Home-Invasion-Thriller mit fieser Auflösung und charmanter Hauptdarstellerin, der aber nicht frei von Fehlern ist. Regie-Newcomer THOMAS DELAY hat hier einen soliden Erstling abgeliefert, dem es des Öfteren gelingt Herzrasen zu verursachen. Gerade wenn Filmheldin wie eine Raubkatze unbemerkt an ihren Gegner vorbeihuscht, wächst der Streifen zu eigentlicher Größe heran. Leider hat TIGER HOUSE unter den teils dummen Handlungen seiner Figuren zu leiden. Die verhalten sich nicht immer klug und sorgen für lautes Fluchen. Dennoch; Zuschauer mit einer Vorliebe für Home-Invasion-Thriller werden vermutlich gut unterhalten – auch wenn TIGER HOUSE kaum Schauwerte oder Gewalt zu bieten hat.
 
 


 
 
 

TIGER HOUSE – Zensur

 
 
 
Im Vergleich zu anderen Home-Invasion-Streifen geht es in TIGER HOUSE erheblich zahmer zu. Bis auf einen eingeschlagenen Kopf, diverse Schusswunden oder einen Pfeil, der sich durch einen Körper bohrt, gibt es kaum nennenswerte Schauwerte zu sehen. Der Film hat eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

TIGER HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studio Hamburg (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tiger House; Großbritannien | Südafrika 2015

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080i)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Keine Extras

Release-Termin: 13.10.2016 (BD KeepCase)

 

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TIGER HOUSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Knock Knock (2015)

Hate Crime (2013)

Home Invasion (2012)

The Aggression Scale (2012)

Home Sweet Home (2013)

In their Skin (2012)


Filmkritik: „Beautiful People“ (2014)

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BEAUTIFUL PEOPLE

Story

 
 
 
Drei Einbrecher haben Spaß am Quälen unschuldiger Menschen. Als sie ins das Haus der Familie Pontecorvo einsteigen, erleben sie eine böse Überraschung, denn im Keller lauert das Böse …
 
 
 


 
 
 

BEAUTIFUL PEOPLE – Kritik

 
 
 
Das Horrorgenre ist zwar vielseitig. Dennoch mangelt es seit Jahren an Abwechslungsreichtum, denn die Liste der beliebtesten Subgenres liest sich übersichtlich. So haben seit dem Wechsel ins neue Jahrtausend nicht nur Found-Footage-Streifen Hochkonjunktur. Neben Slasher, Zombie- und Geisterfilmen sind es vor allem harte Home-Invasion-Schocker, die den Zuschauer immer wieder versuchen mit unangenehmen Bildern an die Grenze des psychisch Belastbaren zu treiben. Der Trend geht hin zu perversem Sadismus, denn je doller in diesen Filmen unschuldige Protagonisten gequält, vergewaltigt und terrorisiert werden, desto mehr Zuspruch erhält diese Art des Horrors beim gewalthungrigem Publikum.
 
 
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Es mag ja immer noch Horrorfans da draußen geben, die mit dem Begriff „Home-Invasion“ nichts anzufangen wissen. Denen erklärt Regisseur BRINI AMERIGO mit seinem BEAUTIFUL PEOPLE noch einmal ausführlich, worauf es in Filmen dieses Subgenre ankommt. Es sind mal wieder skrupellose Bösewichte, die in die Häuser friedliebender Familien einsteigen, um deren Leben mit bestialischer Quälerei zu zerstören. Einer derer ist Nibbo (diabolisch verkörpert von DANNY CUTLER), der mit dem kleinen Bruder (ALEX SOUTHERN) und seinem Komplizen Testamento (ALEX LUCCHESI) von Haus zu Haus zieht, um eine blutige Spur der Verwüstung nach sich zu ziehen. Vom ausgeprägten Hass auf Gutbetuchte getrieben macht auch Familie Pontecorvo mit den unwillkommenen Gästen Bekanntschaft. Leider haben sich die Ganoven hier wohl das falsche Anwesen für ihre schändlichen Taten ausgesucht, denn im Keller hält Vater John etwas versteckt, von dem die Öffentlichkeit nichts erfahren soll. Für die Schurken kein Grund nicht doch einmal im Keller nach dem Rechten zu sehen, ohne zu wissen, dass sie mit ihrer Neugierde die Büchse der Pandora öffnen.
 
 
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BEAUTIFUL PEOPLE hätte ein neuer Geheimtipp für Liebhaber derber Home-Invasion-Thriller werden können, denn was hier an kaltschnäutzigen Grausamkeiten gegenüber unschuldigen Familien gezeigt wird ist nicht leicht zu verdauen. Leider schien Macher BRINI AMERIGO darum bemüht gewesen zu sein, sein Debüt aus der Masse an ewig gleichem Folter- und Terrorunsinn hervorstechen zu lassen. Statt klassischen Zu-Hause-Horror abzuliefern verirrt sich der Regisseur im Untoten-Genre und springt auf den immer noch äußerst beliebten Zombiezug auf. Eine unglückliche Entscheidung, die BEAUTIFUL PEOPLE nicht unbedingt förderlich ist. Während in der ersten Stunde das Nervenkostüm des Zuschauers durch Psychoterror überstrapaziert wird, kommt in den letzten 30 Minuten der Holzhammer zum Einsatz. Zwischen Unmengen an Fress- und Splatterszenen verliert der Film schnell an Glaubwürdigkeit auf die zu Beginn penibel geachtet wird, damit BEAUTIFUL PEOPLE möglichst authentisch und unbequem wirkt.
 
 
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Im Keller lauern die Zombies! Warum das so ist, macht keinen Sinn. Die Pontecorvos führen unter ihrem Anwesen mysteriöse Experimenten an Menschen durch und scheinen offensichtlich die Gefahr zu unterschätzen, die da im Untergrund lauert. Natürlich ahnen die Einbrecher von all dem nichts und laufen bei ihren Erkundungsstreifzügen durch das Eigenheim geradezu in den Tod. Schnell sind Türen geöffnet, die eigentlich verschlossen bleiben sollten und der zuvor nicht ungeschickt erzählte Streifen verläuft sich in Absurditäten. Aus dem grimmigen Terrorfilm wird ein plumper Zombie-Gähner, in dem Opfer und Täter zu Gejagten werden, die sich im Überlebenskampf zusammenraffen müssen, um mit vereinten Kräften gegen mutierte Kreaturen kämpfen zu können. Zugegeben, das Make-up und die Effekte stimmen. Leider ist der Fortlauf der Geschichte das wohl Dümmste, was man zuletzt im Genre zu sehen bekommen hat. So wollen vielen Entscheidungen nicht einleuchten, die Protagonisten in ihrer Todesangst treffen. Dass im Finale mal wieder äußerst dick aufgetragen werden muss, verdeutlicht nur die Banalität dieses Machwerks. Abermals läuft alles aus dem Ruder und eine Zombieepidemie bahnt sich ihren Weg um den Globus. Erfahrene Zuschauer sehen da schon die Fortsetzung kommen, schließlich ist es mittlerweile nichts ungewöhnliches mehr, wenn Horrorfilme so lange fortgesetzt werden, bis entweder kein Geld mehr damit verdient werden kann oder sie keiner mehr sehen möchte.

 
 


 
 
 

BEAUTIFUL PEOPLE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
FUNNY GAMES trifft auf DAWN OF THE DEAD – dieser Streifen ist knüppelhart, blutig und kompromisslos. BEAUTIFUL PEOPLE ist genau der richtige Film für jene, die die Tauglichkeit von Horrorstreifen anhand der Grausamkeiten im Film bewerten. Das Debüt des noch unbekannten Regisseurs BRINI AMERIGO ist nicht jedermanns Sache und dürfte bei Fans unbequemer Gewaltorgien auf Zustimmung stoßen. Umso mehr verwundert es, dass der menschenverachtende BEAUTIFUL PEOPLE nicht aus Frankreich kommt, sondern in Italien gedreht wurde. Dennoch, es ist nicht alles Gold was glänzt. Trotz schonungsloser Härte hat der Film ein Problem und das ist der leidlich gelungene Versuch Home-Invasion-Horror mit splattriger Zombie-Thematik zu vermischen. Zwar liest sich der Mix durchaus interessant; die Umsetzung ist jedoch nur bedingt gelungen. Sobald die ersten Zombies über die Mattscheibe schlurfen, wird es haarsträubend und der Film entpuppt sich als Sammelsurium der Absurditäten. Die Protagonisten verhalten sich dämlich und übertriebene Fress- und Splattermomente lassen den bedrohlich-ungemütlichen Ton vergessen, auf den anfänglich noch sehr viel Wert gelegt wurde. Wir meinen: die erste Stunde ist Top – die letzten 30 Minuten ein Flop.
 
 
 


 
 
 

BEAUTIFUL PEOPLE – Zensur

 
 
 
BEAUTIFUL PEOPLE ist ziemlich hart. Menschen werden skrupellos gequält und danach ermordet. Einer der Bösewichte filmt die Grausamkeiten sogar mit seinem Handy. Während sich die erste Filmhälfte mit dem Terrorisieren von unschuldigen Menschen beschäftigt, geht es in der zweiten Filmhälfte reichlich splattrig zugange. Zombies wühlen in Organen und Köpfe werden mit Steinen eingeschlagen. Ungewöhnlicherweise ist der Terrorpart wesentlich ungemütlicher und härter ausgefallen, als die diversen Matscheffekte in der letzten halben Stunde. Weil jedoch im Film äußerst menschenverachtend Protagonisten gequält und sogar Kinder ermordet werden, darf man davon ausgehen, dass BEAUTIFUL PEOPLE in Deutschland keine Freigabe in ungeschnittener Form erhalten wird.
 
 


 
 
 

BEAUTIFUL PEOPLE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
White Settlers (2014)
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Hate Crime (2013)
 
Home Invasion (2012)
 
Home Sweet Home (2013)
 
In their Skin (2012)
 
The Aggression Scale (2012)
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)
 


Filmkritik: „White Settlers“ (2014)

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WHITE SETTLERS

Story

 
 
 
Ed (Lee Williams) und Sarah (Pollyanna McIntosh) bekommen während der ersten Nacht im neuen Heim unerwarteten Besuch und müssen um ihre Leben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

WHITE SETTLERS – Kritik

 
 
Immer öfter wird auch der Horrorfilm zum Sprachrohr für Kritik an gesellschaftlichen Missständen. Im Fall des Thrillers WHITE SETTLERS lag dieser Kritik eine brisante Debatte zugrunde, die im September 2014 weltweit durch die Medien ging. Per Volksabstimmung sollte über die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien entschieden werden. Letztendlich scheiterte die schottische Unabhängigkeitsbewegung aufgrund mangelnder Befürworter, so dass der Landesteil im Norden und der Rest des Vereinigten Königreichs auch weiterhin eins bleiben mussten. Regisseur SIMEON HALLIGAN bezieht in seinem Kinostück klare Position. Im Gewand eines Horror-Thrillers nutzt er die Gelegenheit, sich kritisch über die politische Lage zu äußern. Sein Standpunkt ist kaum zu überhören, denn im Film wird mehrmals darauf hingewiesen, dass Engländer und Schotten besser nicht miteinander vermischt werden sollten. Dass sein WHITE SETTLERS auch noch kurz vor Ende des Schottland-Referendums in britischen Kinos kommen musste, unterstreicht nur die radikale Einstellung des Regisseurs, dem aber als Befürworter der Bewegung und gleichzeitig Systemkritiker trotzdem kein schlechter Horrorstreifen gelungen ist.
 
 
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In WHITE SETTLERS erleben Ed (Lee Williams) und Sarah (Pollyanna McIntosh) eine Nacht des Grauens. Sie haben gerade in der schottischen Einöde ein morsches Häuschen von einer Maklerin zum Schnäppchenpreis gekauft, die offenkundig froh darüber war, dass sie das historische Gemäuer an den Mann bringen konnte. Das verliebte Paar stört sich nicht an der bewegten Vergangenheit des alten Gebäudes und beginnt sogleich mit der Sanierung, schließlich soll das neue Heim für Entspannung fernab der hektischen Stadt sorgen. Die Möbel sind kaum an ihre Plätze gerückt, da raschelt es schon auf dem Hof. Einbrecher mit Schweinemasken haben sich Zutritt zum Haus verschafft und beginnen ein erbarmungsloses Katz- und Mausspiel zu veranstalten, das die ahnungslosen Opfer an die Grenzen des Erträglichen treibt.
 
 
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„Schottland ist ein sehr freundliches Land“ beteuert die Maklerin beim Hausverkauf zu Beginn des Streifens – eine der vielen doppeldeutigen Aussagen, mit denen die lokalpolitische Unzufriedenheit des Regisseurs zum Ausdruck gebracht werden soll. Ein rauer Wind weht durch WHITE SETTLERS, denn Macher SIMEON HALLIGAN macht mal wieder von jener Panikmache Gebrauch, die schon der alte SAM PECKINPAH mit STRAW DOGS beängstigend real in Szene zu setzen verstand: Home-Invasion-Horror. Diesmal bleibt das Grauen jedoch weniger durch Sadismus und Folterei im Gedächtnis. HALLIGAN macht sich die bekannte Terrormasche zu Eigen und hetzt seine Opfer lieber von Zimmer zu Zimmer, um ihnen anschließend so viel Angst wie möglich einzujagen. In WHITE SETTLERS steht das Finden kreativer Verstecke auf dem Programm, denn die Protagonisten sind die Hälfte der Laufzeit damit beschäftigt sich neue Orte zu suchen, an denen sie sich vor den mit Schweinemasken vermummten Einbrechern in Sicherheit wähnen können. Doch die Bösewichte scheinen nicht sonderlich daran interessiert zu sein, ihre Beute brutal und bestialisch niederzustrecken. Warum das so ist klärt das Filmende auf. Das darf zur Abwechslung mal wirklich die Etikette „garantiert nicht vorhersehbar“ tragen.
 
 
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Ein Schelm, wer bei Schweinemasken tragenden Einbrechern an den Splatter-Hit YOU’RE NEXT denken muss. Der ist dem hier besprochenen WHITE SETTLERS nicht unähnlich, wenngleich WINGARDS Gewalt-Orgie aus dem Jahr 2011 hauptsächlich durch fiese Effekt-Raffinessen auffallen konnte. Die fehlen in WHITE SETTLERS gänzlich, schließlich will SIMEON HALLIGAN mit gesellschaftskritischer Botschaft vor den Kopf stoßen, statt dem Zuschauer mit blutigen Gemeinheiten auf den Magen zu schlagen. Trotz Blutarmut und mittlerweile bekanntem Handlungsverläufen überrascht, dass das hier inszenierte Katz- und Mausspiel durchaus spannende Momente auf die Mattscheibe bringt. Zwar erfindet HALLIGAN keinesfalls das Rad neu; dank gutem Schauspiel und souveräner Machart wird aus einem einfachen Plot trotzdem fesselndes Angstkino ohne Längen. Aufgrund der kontroversen Thematik wird WHITE SETTLERS die Zuschauer jedoch in zwei Lager spalten. Die, die sich an der Problematik des Films nicht stoßen, dürften sich nicht nur einmal dabei ertappen, wie sie sich tief in den Filmsessel graben.
 
 


 
 
 

WHITE SETTLERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Nervenzerfetzendes Angstkino à la carte. Wer meint, dass in Schottland die Welt noch in Ordnung ist, irrt. SPLINTERED-Regisseur SIMEON HALLIGAN nutzt die friedliche Kulisse schottischen Weidelandes, um einen Home-Invasion-Schocker mit politischer Botschaft an den Zuschauer zu bringen. Was in WHITE SETTLERS gezeigt wird, hat man eigentlich schon unzählige Male gesehen. Abermals werden unschuldige Menschen von maskierten Fieslingen terrorisiert, die ihre Opfer durch den Film hetzen und – das scheint neu – nicht daran interessiert sind, ihnen Böses anzutun. Warum das so ist wird erst am Ende erklärt. Bis dahin schafft es Macher SIMEON HALLIGAN trotz einfacher Geschichte, uns zu fesseln. Sein ungemütliches Terrorwerk reduziert sich auf das Wesentlich und lässt keine Längen entstehen. Zudem laden kräftige Adrenalinschübe zum Mitfiebern ein – den glaubhaften und guten Schauspielleistungen der beiden Hauptdarsteller sei Dank.
 
 


 
 
 

WHITE SETTLERS – Zensur

 
 
 
WHITE SETTLERS hält sich im direkten Vergleich zu ähnlichen Thrillern dieser Art mit der Zurschaustellung von Gewalt und Gore zurück. Für die Splatter-Fraktion gibt es gerade einmal einen zermatschten Kopf, einen unglücklichen Tritt in eine Bärenfälle sowie „Schnitzarbeiten“ mit einem Teppichmesser an der Wade der Heldin zu sehen. Demnach wird der Film garantiert mit FSK16 im Handel stehen, denn viel zu beanstanden wird die FSK hier nicht haben.
 
 
 


 
 
 

WHITE SETTLERS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Hate Crime (2013)
 
Home Invasion (2012)
 
Home Sweet Home (2013)
 
In their Skin (2012)
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)
 


Filmreview: „Hate Crime“ (2013)

hate crime (2013)
 
 
 

HATE CRIME

Story

 
 
 
Eine jüdische Familie wird während einer Geburtstagsfeier von drei Neonazis überrascht und terrorisiert …
 
 
 


 
 
 

HATE CRIME – Kritik

 
 
 
Wir heißen Euch willkommen in unserer neuen Rubrik: Filme, die die Welt nicht braucht, in die es die Terror-Gurke HATE CRIME mit Leichtigkeit geschafft hat. Regisseur JAMES CULLEN BRESSACK (übrigens der Sohn vom PINKY & THE BRAIN-Erfinder GORDON BRESSACK) hat bisher ein paar wenige Kurzfilme gedreht und war sogar auch schon für die Trash-Filmwerkstatt THE ASYLUM tätig, wo er mit dem überflüssigen 13/13/13 (2013) an einem Film werkelte, auf den nun wahrlich niemand gewartet hat. Weil er mit diesem Billig-Schund niemanden vom Hocker gerissen hat, fährt er jetzt schwerere Geschütze auf und versucht mit seinem Horror-Thriller HATE CRIME die nötige Aufmerksamkeit zu erhalten, die man sich als ernstzunehmender (?) Horrorfan- und Regisseur nun mal so wünscht. Die einfachste Methode wahrgenommen zu werden ist kontroverse Filme zu machen, die provozieren. Für Macher CULLEN BRESSACK Grund genug tief in der Horror-Mottenkiste zu wühlen und Themen hervorzukramen, mit denen bereits schon einmal Filmemacher für Zündstoff gesorgt haben. Für sein aktuelles Werk hat er sich beim Home-Invasion-Genre bedient und mixt es ganz unverfroren mit dem derzeit beliebten Found-Footage-Thema. Eigentlich keine schlechte Idee, wären nicht bereits unzählige Wackel-Filme in den letzten Wochen erschienen, die Horrorfans mit der Shaky-Cam-Methodik Kopfschmerzen und Schwindelgefühl bereitet haben. FUNNY GAMES (1997) dürfte für HATE CRIME Pate gestanden haben, denn eigentlich hat CULLEN BRESSACK hier nichts anderes gemacht, als die grandiose Idee von MICHAEL HANEKE zu kopieren. Das Resultat ist ein pseudo-polarisierender Schnellschuss, der eigentlich ganz böse und fies sein will, aber in den entscheidenden Momenten nicht den Mut besitzt konsequent zu sein. Stattdessen wird der Hass gegenüber gesellschaftliche Gruppen als Alibifunktion benutzt, um ein dümmliches Terror-Werk an den Zuschauer zu bringen, das hauptsächlich von der Zurschaustellung perverser Demütigungen lebt und dabei sogar auch noch langweilt.
 
Es geht um eine jüdische Familie, die gerade eine spaßige Geburtstagsfeier für den kleinen Sohnemann veranstaltet. Leider ist bald Schluss mit lustig, denn drei vermummte Gestalten verschaffen sich ungefragt Zutritt zum Haus und beginnen die Familienmitglieder zu terrorisieren. Die finden sich bald gefesselt im Hobbykeller wieder, wo die Mutter auf einem Billardtisch vor den Augen der Angehörigen vergewaltigt wird. Als wäre das allein nicht schon krank genug, soll sich wenig später auch der älteste Sohn an der Erziehungsberechtigten vergehen, dem aber erst einmal ein Hackenkreuz auf der Wange eingebrannt wird, damit er den Witzfiguren von Tätern nötigen Respekt zollt. Was der Zuschauer jedoch noch nicht weiß: Die Sadisten entpuppen sich als strunzdumme und hyperaktive Neonazis, die aus der Langeweile heraus Koks statt Ritalin konsumieren und Freude daran haben ihre Judenfeindschaft radikal ausleben zu können. Regisseur JAMES CULLEN BRESSACK kommt ziemlich schnell zum Punkt, scheint den Opfern bewusst keine Charakterisierung einräumen zu wollen und konzentriert sich stattdessen auf das möglichst widerwärtige Misshandeln seiner Figuren. Da wird dem Vater mit der Videokamera der Schädel eingeschlagen und auch noch die Tochter von einem der drei Nazis vergewaltigt; bis kurz vor Ende bleibt unschlüssig, was CULLEN BRESSACK mit seinem klischeebeladenen Snuff-Film überhaupt aussagen möchte. Erst kurz vor dem Abspann erklärt der passionierte Horrorfan, was er damit bezwecken wollte.
 
Wie der Filmtitel HATE CRIME bereits vermuten lässt, macht der Regisseur in seinem finsteren Machwerk Hasskriminalität zum Thema. Schenkt man den Informationen Glauben, die da nach Ende des Streifens über dem Bildschirm flimmern, werden jährlich über 80 000 Straftaten in den Vereinigten Staaten begangen, die auf Hass gegenüber gesellschaftliche Gruppen zurückzuführen sind. Die Idee zum Film kam CULLEN BRESSACK (selbst Jude) während eines Aufenthalts in Texas, wo er zusammen mit einem Geschäftspartner von einer Gruppe Skinheads belästigt und aufgefordert wurde zu gehen. Die Erfahrung hat ihn nachhaltig geprägt und zum Drehen des Filmes bewegt. Im Gegensatz zu Hanekes intelligenter Gesellschafts- und Medienschelte FUNNY GAMES ist HATE CRIME trotz brisanter Ausgangssituation nur ein weiterer plumper Terror-Flick, der vordergründig damit beschäftigt ist, die bekannten Home-Invasion-Klischees abzuhaken. Wir sehen die obligatorische Vergewaltigung, die man mittlerweile in jedem zweiten Rache- und Folterfilm zu sehen bekommt und die lang ausgewalzten Gewalteskapaden haben selbstverständlich auch ihren Weg in den Film gefunden. Zudem sind die Opfer ohnehin zu dumm zum Flüchten und stolpern stattdessen bevorzugt über die eigenen Beine oder genau vor das Zielfernrohr der hormongesteuerten Bösewichte. Letztere prägen sich nicht durch skrupelloses Vorgehen ins Gedächtnis, sondern durch die Art und Weise wie sie dem Zuschauer auf den Zeiger gehen. Selten hat man derart aufgekratztes Waschweibergegacker ertragen müssen für das der Zuschauer wirklich stahlharte Nerven benötigt. Auch wenn sich hungrige Gewaltfans bei derart krankem Stoff gierig die Hände reiben werden, sonderlich brutal ist HATE CRIME nicht. CULLEN BRESSACK setzt vermehrt auf Terror und fieses Kameragewackel. Der Found-Footage-Stil bietet im Falle von HATE CRIME diesmal ausnahmsweise einen Mehrwert, weil sich der Film Dank des Wackelformats anfühlt, als würde der Zuschauer gerade einem Snuff-Movie beiwohnen. Gut wird dieser Streifen aber dadurch noch lange nicht, was vor allem daran liegt, dass der Film sich nicht ernsthaft mit seiner kontroversen Thematik auseinandersetzen möchte. Außerdem will HATE CRIME einfach nichts Neues bieten, was man zuvor nicht schon in FUNNY GAMES, KIDNAPPED oder HOME SWEET HOME gesehen hat. Auch wenn man die Geschehnisse diesmal aus der Sicht der Bösewichte erlebt und der Filmfan ganz viel Elend und Leid vor die Linse bekommt, ist HATE CRIME nichts weiter als ein austauschbarer Horror-Thriller, bei dem der Regisseur die angestrebte Gesellschaftskritik ganz flink aus den Augen verliert, um der Horror-Fanbase gerecht zu werden können. Die ist seit HOSTEL und SAW gewaltverwöhnt und lobpreist nur jene Filme, die durch möglichst viel Sadismus und Brutalität glänzen – Zutaten, die HATE CRIME auf jeden Fall mitbringt. Übrigens zählt JAMES CULLEN BRESSACK den HOSTEL-Dreher ELI ROTH zu seinen Vorbildern. Dass da aus HATE CRIME kein vernünftiger Film geworden ist, dürfte erfahrene und anspruchsvolle Horrorfans nur wenig verwundern.
 
 
 


 
 
 

HATE CRIME – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FUNNY GAMES meets AMERICAN HISTORY X. Pseudo-polarisierender Terrorfilm im aktuell so beliebten Found-Footage-Gewand, der brisante Gesellschaftskritik als Alibifunktion benutzt, um ganz viel Leid und Elend auf der Mattscheibe zeigen zu können. Wäre HATE CRIME vor 20 Jahren in die Kinos gekommen, der Streifen hatte wohlmöglich wirklich provoziert. Leider ist das Gezeigte mittlerweile so ausgelutscht, dass selbst die obligatorischen Vergewaltigungen in solchen Filmen nicht mehr wirklich schockieren wollen. HATE CRIME bietet nichts, was man nicht schon dutzende Male in Home-Invasion-Streifen gesehen hat. Die Opfer werden von einer Demütigung zu nächsten getrieben und verhalten sich dazu auch noch vollkommen dämlich. Haben die dann mal die Gelegenheit den Schurken das Handwerk zu legen, wird stattdessen lieber mit dem Messer vor deren Gesichter umhergefuchtelt, als zugestochen. Angeblich soll HATE CRIME der Thematik wegen international keinen Verleih gefunden haben, was jedoch als geschickt platzierter PR-Gag gewertet werden darf, denn HATE CRIME ist alles andere als kontrovers oder polarisierend. Vielmehr handelt es sich bei diesem Streifen um einen weiteren, austauschbaren und vor allem überraschungsarmen Horrorfilm, der sich bekannten Horrorklischees bedient und nur jenen Fans empfohlen sei, die eine Vorliebe für Filme besitzen, in denen Protagonisten sinnbefreit gedemütigt werden.
 
 
 


 
 
 

HATE CRIME – Zensur

 
 
 
HATE CRIME ist nicht sonderlich brutal und lebt vordergründig vom psychischen Erniedrigen der wehrlosen Opfer. Diese werden vergewaltigt, geschubst und geschlagen. Gegen Ende wird sogar ein Auge entfernt und ein Kopf eingeschlagen. Weil sich die Gewalt zusätzlich mit rechtsradikalem Kontext vermischt, gehen wir von keiner ungeschnittenen Freigabe in Deutschland aus. HATE CRIME dürfte hierzulande nur geschnitten und für ein volljähriges Publikum erscheinen. Ungeschnitten ist dieser Streifen ein potenzieller Index-Kandidat.
 
 
 


 
 
 

HATE CRIME – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)
 
You’re Next (2011)
 
In Their Skin (2012)
 
The Aggression Scale (2012)
 
The Purge (2013)
 


Filmreview: „Home Invasion“ (2012)

home invasion 2012
 
 
 

HOME INVASION

Story

 
 
 
Nicole hat kein leichtes Los gezogen. Erst bricht man bei ihr ein, danach läuft in ihrem Leben alles drunter und drüber. Ganz unbegründet sind die privaten Tiefschläge nicht, werden sie doch von der schönen Jade inszeniert, die sich für den Mord an ihren Einbrecherfreund rächen will, den Adoptivmutter Nicole in Notwehr erschossen hat …
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder erstaunlich zu welch hirnrissigen Aktionen Menschen in Horrorfilmen fähig sind, wenn sie sich unter fadenscheinigen Gründen in rachsüchtige Psychopathen verwandeln „müssen“. Bei Jade (HAYLIE DUFF) zum Beispiel brennen die Sicherungen durch, weil ihr Lover schlicht und einfach zu blöd zum Einbrechen war. Der lauert gemeinsam mit seinem Kumpel der ahnungslose Nicole (LISA SHERIDAN) auf, die von den zwei Gaunern in den heimischen vier Wänden überfallen wird. Kohle ist dem Kleinkriminellen Will (TAYMOUR GHAZI) zu wenig, so dass er gleich erstmal am Opfer herumfingern muss. Das findet im Geldtresor eine Waffe, drückt den Auslöser und schießt wild um sich. Leider hat sie dabei ausgerechnet den grabschenden Langfinger erwischt, der eine neunmalkluge Groupie-Freundin trauernd zurücklässt. Die ist selbstverständlich unglaublich sauer über den schmerzlichen Verlust und schwört grausige Rache, weil sie scheinbar sonst nichts anderes in ihrem Leben zu tun hat. Leider ist Jade aber nicht gerade die hellste Kerze auf dem Kuchen, denn ihr hundsgemeines Rachespiel führt nur selten zum Erfolg. Mit unbeholfenen Intrigen will sie der sympathischen Nicole das Leben vermiesen, schleicht sich in ihr Leben und stiftet lächerliches Chaos.
 
Ja, wir sind hier im TV, denn bei diesem Film handelt es sich um hastig heruntergekurbeltes Fernsehmaterial ohne Nachdruck und Tiefgang. HOME INVASION nennt sich das Trauerstück, dass mit vielversprechendem Titel lockt und gar reißerische Horrorfilme Revue passieren lässt, die in jüngster Vergangenheit dank der titelgebenden Problematik zu Ruhm gekommen sind. Doch von kontroversen Machwerken wie KIDNAPPED, FUNNY GAMES oder IN THEIR SKIN ist das vorliegenden Fernsehsüppchen weit entfernt. Unbequemes Terrorkino und kaltschnäuzige Brutalitäten sucht man hier vergebens. Verwunderlich ist das natürlich nicht, will man ja schließlich kleine Grünschnäbel nicht um den wohlverdienten Schlaf bringen, die da zusammen mit den Eltern neugierig im TV-Vorabendprogramm durch die Kanäle zappen und bei HOME INVASION hängen geblieben sind. Für eingefleischte Horrorfans ist HOME INVASION mit Sicherheit eine Lachnummer. Gewalt ist fast nicht vorhanden, der Unterhaltungsfaktor gleich null und wirklich böse will der Film mit der irreführenden Titelkreation auch nicht werden. So reicht es letztendlich aus, wenn man sich den taktisch unklug geschnittenen Trailer anschaut, der praktisch den gesamten Film in knapp zwei Minuten zusammenfasst. Auch wenn man die Trailermacher für eine derartige Dummheit bestrafen müsste, hat das Werbefilmchen auch etwas Gutes, schließlich spart man sich so kostbare Lebenszeit, die man in die Sichtung weitaus wichtigerer Horrorfilme investieren kann.
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Ermüdender Psycho-Thriller, der aufgrund fehlender Gewaltmomente und null Suspense im Kinderkanal vermutlich besser aufgehoben wäre. Es ist unverschämt mit welch irreführenden Titeln Filmemacher die Aufmerksamkeit der Zuschauer gewinnen wollen. HOME INVASION ist ein unspektakulärer TV-Event, der sich dem Stalker-Subgenre bedient und eigentlich kaum Daseinsberechtigung besitzt. Mit Home-Invasion-Horrorfilmen hat dieser Streifen rein gar nichts am Hut und dürfte vermutlich nicht einmal Kindern ein müdes Lächeln entlocken können.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Zensur

 
 
 
Die Mogelpackung HOME INVASION dürfte, insofern sie in Deutschland einen Rechteinhaber finden sollte, problemlos ab 16 Jahren freigegeben werden, denn Gewalt ist in diesem Film kaum vorhanden.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In their Skin (2012)
 
The Aggression Scale (2012)
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)
 


Filmreview: „Confine“ (2013)

confine 2012
 
 
 

CONFINE

Story

 
 
 
Ein Unglück kommt selten allein. Nach einem schweren Autounfall ist Ex-Model Pippa (Daisy Lowe) gar nicht mehr so hübsch, wie einst auf all denn schönen Hochglanzcovern der Modezeitschriften. Und als ob das nicht schon Bestrafung für Pippa genug wäre, bekommt die verängstigte Frau auch noch ungebetenen Besuch von einer adretten Gangsterbraut, die sich als waschechte Psychopathin entpuppt …
 
 
 


 
 
 

CONFINE – Kritik

 
 
 
Das Böse muss nicht immer nur widerwärtig, dreckig und düster aussehen. Manchmal kann die Bedrohung auch in Gestalt einer echten Schönheit in Erscheinung treten, die dann ebenso fies zur Tat schreiten kann, wie ihre männlichen Killer-Kollegen. Während 2007 eine Hochschwangere im französischen INSIDE von einer mysteriösen Fremden in den eigenen vier Wänden terrorisiert wurde, schwimmt der Home-Invasion-Thriller CONFINE auf ähnlicher Welle. Zwar erwartet Opfer Pippa keinen Nachwuchs, hat aber dafür mit einem anderen Handicap zu kämpfen, das es der gewaltbereiten Einbrecherin Kayleigh leicht macht, ihre Geisel gefügig zu machen. Die hat nämlich nur nicht panische Angst, vor der Welt jenseits ihrer Haustür, sondern auch sonst mit allerlei Neurosen und Ängsten zu kämpfen, denen sie einzig durch Hyperventilieren in eine Papiertüte entgehen kann. Der Brite TOBIAS TOBBELL zeichnet für diesen Wohnungs-Terror verantwortlich, hat hier nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch geschrieben. Trotz kaum vorhandenen Budgets konnte er für die Hauptrolle der leidtragenden Pippa das bekannte Model DAISY LOWE gewinnen, die zwar schon ab und an TV-Luft schnuppern konnte, aber in CONFINE ihre erste eigene Hauptrolle übernahm. Für diese erweist sich LOWE als durchweg gelungene Wahl, wobei ihr das etwas haarsträubende Drehbuch kaum die Möglichkeit bietet, nachhaltigen Eindruck bei Zuschauern und Kritikern zu hinterlassen. Dass LOWE was kann, ist unumstritten. Den großen Sprung nach oben ist ihr jedoch mit CONFINE nicht gelungen.
 
Im Thriller CONFINE lag Model Pippa (DAISY LOWE) der Erfolg einst zu Füssen. Sie war schön, reich und begehrenswert – konnte sich vor männlichen Verehren kaum retten. Das war einmal, denn die Zeiten haben sich geändert. Ein schweren Unfall hat sie nicht nur körperlich gezeichnet; auch psychisch leidet die einst erfolgreiche Geschäftsfrau unter den Folgen des Schicksalsschlags. Seit vier Jahren hat sie ihr kleines Apartment im Herzen Londons nicht mehr verlassen. Da ihre familiären Beziehungen belastet sind, sucht sie Trost bei Freunden im Internet. Neurosen und Ängste begleiten ihr tägliches Dasein, bis die aufgedrehte Kayleigh (ELIZA BENNETT) in ihr Leben tritt und ihr geordnetes Leben aus den Bahnen wirft. Die sucht nämlich dringend nach einem geheimen Unterschlupf, um sich nach einem gescheiterten Raubüberfall vor der Polizei zu verstecken. Sie bricht in die Wohnung Pippas ein und scheint etwas verdutzt, als sie dort auf die vollkommen verängstigte Bewohnerin trifft. Schnell sieht sich das Ex-Modell geknebelt und ans Bett gefesselt, wobei sich der dreiste Eindringling rasch als gemeingefährliche Psychopathin entpuppt und mit ihren Machtspielchen eine Kette von Ereignissen entfacht.
 
Das größte Problem in CONFINE heißt fehlende Glaubwürdigkeit. Sicherlich handelt es sich hier um einen Horrorfilm und sicher sollte man gerade im phantastischen Genre von Logik und Sinn Abstand halten. Was uns jedoch Filmemacher TOBBELL hier lauwarm aufzuköcheln versucht, ist schon etwas arg skurril, zumal sich seine eindimensionalen Figuren nicht nur künstlich sondern auch vollkommen willkürlich verhalten. Das beginnt bereits bei kleinen Rangeleien zwischen Pippa und Kayleigh, die in ihrer vehementen Unbeholfenheit offensichtlich nach Choreografie schreien. Zudem hat die kleine Geschichte ab Filmmitte mit fast schon beschämenden Zufällen und überraschenden Wendungen zu kämpfen, die vermutlich ambitioniert gemeint sind, aber nicht wirklich Sinn ergeben wollen. Außerdem will man die Handlungen der beiden Frauen partout nicht verstehen. Vor allem Kayleigh verhält sich selten nachvollziehbar, wobei irgendwie nicht ersichtlich wird, welches Problem die schmucke Dame denn nun hat. Einerseits verschanzt sie sich in Pippas Wohnung in der Hoffnung von der Polizei nicht entdeckt zu werden. Andererseits poltert sie mit ihren halbgaren Folterspielen lautstark durch die Szenerie und provoziert mit ihrem unbedachten Handeln das Interesse von Nachbarn und Polizei. Schnell geraten die überzogenen Machtspielchen der adretten Blondine aus den Fugen und lassen das neunmalkluge Gör ganz schön doof aus der Wäsche schauen. Damit es nicht allzu langweilig wird, wird in CONFINE ein wenig gefoltert. Warum sich Regisseur TOBBELL für das Grobe entscheidet, mag vermutlich nur er selbst wissen. Fakt ist, dass das irgendwie so rein gar nicht in den Film passen will und aus heiterem Himmel passiert. Wer jedoch glaubt, dass die wenigen „bösen“ Szenen blutig zelebriert werden, der irrt. Da wird etwas in „Hand-Maniküre“ vorgenommen – das war´s. Wirklich förderlich ist es der Handlung nicht – hätte demnach auch unter den Teppich gekehrt werden können. Technisch ist CONFINE über jeden Zweifel erhaben. Kameramann EBEN BOLTER ist es zu verdanken, dass dieses britische Terrorwerk nicht ganz den Bach hinabrauscht. Ihm gelingt es mit geschickten Kamerawinkeln und Schnitten, dass der Thriller trotz beschränktem Handlungsort nie langweilig wird und hochwertiger ausschaut, als er eigentlich ist. Trotz unlogischer Schnitzer flimmert der Abspann ganz unerwartet nach bereits 80 Minuten über den Bildschirm. Zwar hebt sich CONFINE mittels Zicken-Fight erfrischend von üblicher Haus-Terror-Ware ab; das Oscar-verdächtige Meisterwerk ist TOBBELL mit seinem ersten Genrefilm jedoch nicht gelungen.
 
 
 


 
 
 

CONFINE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
In CONFINE wird dem Zuschauer die wohl sexieste Filmpsychopathin der Filmgeschichte geboten. Trotzdem kann ELIZA BENNETT in ihrer Rolle als unfreiwilligen Killerin nicht verhindern, dass CONFINE ganz schön einfältiger Dummfug ist und mit vielen Logiklücken zu kämpfen hat. Wer jedoch mit der nur selten glaubwürdigen Geschichte leben kann, dürfte hier spannend unterhalten werden. Denn sieht man einmal von den genannten Unzulänglichkeiten ab, erweist sich CONFINE als einer der klaustrophobischsten und fiesesten Terrorflicks der letzten Jahre.
 
 
 


 
 
 

CONFINE – Zensur

 
 
 
Was mit Folterrei angepriesen wird, muss nicht zwangsläufig in derben Gematsche ausarten. CONFINE ist keiner dieser unterträglichen Terror-Schocker, wo exploitationhaft vergewaltigt und gemeuchelt wird. Der Film kommt nahezu ohne Gewalt aus, was aber nicht bedeutet, dass hier nicht auch etwas Lebenssaft fließt. Die Grausamkeiten halten sich jedoch in Grenzen, so dass davon ausgegangen werden kann, dass CONFINE in Deutschland ungeschnitten ab 16 Jahren erscheinen wird.
 
 
 


 
 
 

CONFINE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Penthouse North (2013)

In their Skin (2012)

The Aggression Scale (2012)

Kidnapped (2010)