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Filmkritik: „Blood Trap“ (2015)

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BLOOD TRAP

(BITE)

Story

 
 
 
Sechs Kleinkriminelle wollen Geld erpressen. Doch das Opfer ist nicht das, was es zu sein scheint.

 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Kritik

 
 
 
Vor knapp 20 Jahren gelang ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO der ganz große Coup. Mit FROM DUSK TILL DAWN schafften die beiden Filmemacher das Unmögliche und kreierten einen ungewöhnlichen Genre-Mix, über den man in Horrorkreise auch heute noch lobend spricht. Die kongeniale Symbiose aus schwarzhumoriger Gangsterfilm und bitterböses Roadmovie erntete vor allem deshalb viel Beifall, weil das Kultwerk in der zweiten Filmhälfte die Puppen tanzen ließ. Darin mussten sich zwei kriminelle Brüder durch Horden von Vampiren schlitzen und machten dabei nicht vor unorthodoxen Methoden Halt. Das kam beim Publikum gut an, lies zwei Fortsetzungen und eine TV-Serie folgen. Dennoch konnte man den Erfolg der Vorlage nicht noch einmal wiederholen. Dem eben genannten Splatter-Spaß übrigens nicht unähnlich ist der folgende Horrorfilm. Der wurde anfangs noch als BITE gehandelt, kam aber später in die Gunst einer Titelneukreation. Unter dem weitaus reißerischeren BLOOD TRAP folgt der Film ähnlichem Prinzip wie FROM DUSK TILL DAWN. Freilich ohne Ideenreichtum, flotten Sprüchen und blutigem Splatter. Ob das gut gehen kann?
 
 
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Manchmal ist es besser, wenn man schaffen geht, sobald man Geld benötigt. Mit dieser Weisheit können sechs Kleinganoven (darunter DREW KENNEY – einer der Teilnehmer aus der amerikanischen TV-Datingshow THE BACHELORETTE) leider gar nichts anfangen. Die gehen besser den einfachen Weg und wollen Geld erpressen. Ein Opfer ist schnell gefunden und ein Plan rasch geschmiedet. So soll die Tochter eines wohlhabenden Mannes entführt werden, um Lösegeld fordern zu können. Doch weil BLOOD TRAP nun mal ein Horrorfilm ist, dürfte klar sein, dass alles anders kommen wird, als geplant. Kaum in die heiligen Hallen ihres Opfers eingebrochen, schließen sich Türen und Fenster aus unerklärbaren Gründen. Die geldgierige Bande sitzt in der Falle und versucht zu entkommen. Leider vergebens. Die heroinabhängige Tochter des gutbetuchten Opfers klärt auf. So bleibt das Haus bis zur Abenddämmerung verschlossen. Es gibt weder rein noch raus. Warum das so ist, wird bald klar. In diesem Heim leben Vampire, die sich am Blut der Menschen laben und sich vor der Sonne schützen wollen. Dumm für die Eindringlinge – gut für die Hausbesitzer. Die sparen sich den abendlichen Beutezug und jagen die Einbrecher durch das gesamte Haus.
 
 
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BLOOD TRAP ist qualitätsloser Indie-Horror, wie man ihn einfach zu oft zu sehen bekommt. Einmal mehr flimmert lieb- und hirnlos zusammengeschusterter Einheitsbrei über die Mattscheibe, der noch nicht einmal wichtige Splatter-Momente zu bieten hat. Die Darsteller spielen wenig überzeugend und auch die Story von BLOOD TRAP dürfte mit ihrer (bewusst?) eingeschobenen Komik keinen Innovationspreis gewinnen. Somit macht BLOOD TRAP dem Begriff Low-Budget-Horror alle Ehre, denn für erfrischende Neuerungen und Einfälle hatte man wohl kein Geld mehr übrig. Da fragt man sich doch glatt, was hier fünf Millionen Dollar Produktionsbudget verschlungen haben soll. Die wenigen Spezialeffekte fallen kaum ins Gewicht und auch die Kulissen glänzen nicht gerade durch Detailreichtum. Entweder hat sich’s jemand in die eigene Tasche gesteckt oder man lies sich bei der Verköstigung des Filmteams nicht lumpen. Wir werden es wohl nie erfahren.
 
 
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BLOOD TRAP hat nicht viel zu erzählen. Was eigentlich auf einen Bierdeckel passt, wurde hier auf knapp 90 Minuten Filmlänge geblasen und entpuppt sich am Ende als gemeiner Zeiträuber, der wegen des flott zusammengeschnittenen Trailers falsche Erwartungen weckt. Vom dort versprochenen Tempo ist kaum etwas zu verzeichnen. Stattdessen kriecht BLOOD TRAP ziel- und orientierungslos einem Ende entgegen, das der Bezeichnung Finale nicht einmal ansatzweise gerecht werden kann. Vom sogenannten Endgegner oder einer fulminanten Blutmanscherei ist weit und breit keine Spur. Stattdessen irren skrupellose Schurken durch visuell immerhin nett ausgeleuchtete Flure und Gänge und finden – wie hätte es auch anders sein sollen – im Verlauf des Films irgendwie den Tod. Entweder gehen sie sich selbst an die Gurgel oder werden von einer Vampirsippschaft nach deren eigenen Regeln ausradiert. Klingt vermutlich vielversprechend – ist aber wegen kaum vorhandener Schauwerte eine herbe Enttäuschung. Damit macht man sich in Horrorfilmkreisen keine Freunde.
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schon einmal Neugeborene gesehen, denen es nach warmen Menschenblut dürstet? Vampirbabys knabbern in BLOOD TRAP an den Hälsen gestandener Männer. Das ist aber auch der einzige Höhepunkt in diesem sonst eher einfallslosen Vampir-Thriller, der sich unterm Strich als langweilige Falle für den Zuschauer entpuppt. Schlechtes Schauspiel macht viel an Atmosphäre kaputt und nahezu kaum vorhandene Schauwerte sorgen für Ernüchterung. Hinter dem dilettantischen BLOOD TRAP verbirgt sich demzufolge kein empfehlenswerter Horrorbeitrag – vor allem auch deshalb, weil es dem Film an Tempo mangelt. Da fragt man sich doch glatt, warum sich Drehbuchautor und Regisseur ALBERTO SCIAMMA nicht am eigenen Filmdebüt von 1996 ein Beispiel genommen hat. Damals sorgte er mit dem Splatter-Trash KILLER TONGUE für zufriedene Horrorfan-Gesichter. Gleiches wird mit BLOOD TRAP wohl nicht gelingen. Knapp zehn Jahre nach dem letzten Ausflug ins Regiefach hat man da vermutlich etwas anderes von ALBERTO SCIAMMA erwartet. BLOOD TRAP sieht eher wie eine Arbeit des Geldes wegen aus. Von Leidenschaft oder Liebe zum (Horror)Film ist kaum etwas zu spüren.
 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Zensur

 
 
 
Zwar gibt es in BLOOD TRAP einige blutige Momente zu sehen. Diese rechtfertigen aber keine Erwachsenenfreigabe. Einem Protagonisten wird ein Finger abgetrennt. Ein anderer verliert seinen Kopf. Zudem wird eine Frau zusammengeschlagen, der ein Sack über den Kopf gezogen wurde und Babys saugen Blut an den Hälsen der Kleinganoven im Film. BLOOD TRAP dürfte ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
From Dusk till Dawn (1996)
 
From Dusk Till Dawn: The Series (2014 – ???)
 


Filmkritik: „Tank 432“ (2015)

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TANK 432

(BELLY OF THE BULLDOG)

Story

 
 
 

In einem verlassenden Panzer treffen flüchtende Soldaten auf unsichtbare Feinde. Die nennen sich Stress und Paranoia und machen aus Verbündeten Feinde.

 
 
 


 
 
 

TANK 432 – Kritik

 
 
 
Krieg hinterlässt Spuren – nicht nur bei Zivilisten. Auch Soldaten und Friedenskämpfer bleiben vom hässlichen Gesicht des Krieges nicht unverschont und sind während ihrer Einsätze psychischem Stress ausgesetzt, der erst nach dem Krieg zum eigentlichen Problem wird. Studien belegen, dass immer mehr Soldaten schwer traumatisiert von der Front heimkehren und sich später in psychologische Behandlung begeben müssen, damit sie Erlebtes verarbeiten können. Leider gelingt vielen die Rückkehr ins normale Leben nicht, denn mittlerweile sterben immer mehr Veteranen durch Selbstmord, als bei Einsätzen in Kriegsgebieten. Was Krieg mit Soldaten macht, versucht auch Regisseur NICK GILLESPIE auf die Leinwand zu bringen. Der britische Filmemacher hat sich bisher eher als Fachmann hinter der Kamera einen Namen gemacht und versuchte sich als Regisseur von Kurzfilmen. TANK 432 gehört nun zu einem der ersten Langfilme bei denen der ambitionierte Brite die Regie übernommen hat. Als Produzent stand Kumpel BEN WHEATLEY (SIGHTSEERS und KILL LIST) zur Seite für den NICK GILLESPIE bisher immer mal wieder als Kameramann zur Verfügung stand. Was der Regie-Newcomer aber hier unter dem Banner Spielfilm fabriziert hat, wird in Filmkreisen oft als Rohrkrepierer bezeichnet. Der günstig produzierte BELLY OF THE BULLDOG (so der Alternativtitel) ist nämlich trotz brisanter Thematik reichlich konfus und zäh. Etwas, mit dem man bei Horrorfans gewöhnlicherweise keinen Eindruck hinterlässt.
 
 
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Das selbst geschriebene Drehbuch erzählt die Geschichte von einer Gruppe britischer Soldaten, die sich auf eine geheime Mission begeben. Mit zwei Gefangenen im Schlepptau sollen Kriegsgebiete erkundet werden, damit die Umgebung wieder sicher gemacht werden kann. So entdeckt man bei Streifzügen durch das Land auf einem verlassenen Bauernhof einen Container. Darin haust eine verwirrte Frau, die erst einmal mit Medikamenten ruhiggestellt und anschließend mitgenommen wird. Leider kommt die Gruppe nicht weit. Auf der Flucht vor vermeintlichen Feinden verschanzt man sich in einem Bulldog-Panzer und wähnt sich in Sicherheit. Doch die Unterschlupf entpuppt sich als fiese Falle, denn die Tür nach draußen lässt sich nicht mehr öffnen. So verharrt man bangend im Panzer und hofft auf Rettung. Was die Soldaten aber unterschätzen ist der psychische Stress. Mit steigendem Druck und auf engstem Raum wächst die Paranoia jedes Teammitglieds. Was folgt ist kein Kindergarten, denn aus vermeintlich Verbündeten werden plötzlich unerbittliche Feinde. Fragt sich nur wer in einer solchen verzwickten Situation einen kühlen Kopf bewahren kann.
 
 
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DOG SOLDIERS trifft auf JACOB’S LADDER. Das Konzept hinter TANK 432 ist eigentlich gar nicht mal so dumm. So haben schon viele Regisseure menschliches Verhalten in Extremsituationen studiert und damit für unangenehme Filmminuten gesorgt. Leider ist die von Regisseur NICK GILLESPIE auf Zelluloid gebannte psychologische Studie von Menschen unter Druck keine nennenswerte Angelegenheit, denn zwischen Paranoia und Klaustrophobie entsteht hier leider nur eines: Grenzenlose Langeweile. Dass NICK GILLESPIE durchaus Geschick im Umgang mit der Kamera besitzt will man dem ambitionierten Filmemacher sicher nicht streitig machen. Talent für Spannungsbogen und Erzählaufbau besitzt er leider nicht, denn TANK 432 ist so wirr, langatmig und nervig inszeniert, des dem Zuschauer spätestens bei den Szenen im Panzer die Lust am Weiterverfolgen der Handlung vergeht. Die Figuren sind unnahbar und unsympathisch. Ihre Streitereien rauben den letzten Nerv. Zudem wirkt ein Überraschungstwist aufgesetzt und erzwungen. Gut, dass der Horrorfan die Macht über die Fernbedienung besitzt. Die ermöglicht das Abschalten – wann immer man es will. Wir raten so früh wie möglich abzuschalten, denn man verpasst nichts, wenn man TANK 432 nicht gesehen hat. Das vermeidet nicht nur Enttäuschungen, sondern spart auch Zeit, Geld und Nerven.
 
 
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TANK 432 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Wer TANK 432 gesehen hat, wird im wahrsten Sinne des Wortes paranoid vor Wut, denn dieser Film gehört zur jener Gattung Kinoschund, für den man am liebsten sein Geld zurück haben möchte. Die psychologische Studie über Stress und seine Folgen ist nicht nur langweilig; sie schafft es nicht einmal in den Bann zu ziehen und irgendwie emotional zu bewegen. Schuld sind die unsympathischen Figuren, deren Leid nicht einmal die Bohne interessiert. Angesichts der kontroversen Thematik über Folgen von Kriegseinsätzen ist die Anteilslosigkeit des Zuschauers schon irgendwie als grotesk zu betiteln. Vielleicht wäre es demnach in Zukunft für Regisseur NICK GILLESPIE besser, wenn er sich wieder auf das konzentriert, was er auch wirklich kann. Drehbücher schreiben und Regie führen scheint nicht sein Ding zu sein – hinter der Kamera stehen schon eher.
 
 
 


 
 
 

TANK 432 – Zensur

 
 
 
TANK 432 ist eher psychologischer Natur und hält sich mit Schauwerten zurück. Einige kurze Gewaltmomente gibt es dennoch zu sehen. So wird ein Protagonist von einem Panzer überrollt, andere erschossen oder mit spitzen Gegenständen verwundet. Hierzulande dürfe der Paranoia-Horror eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

TANK 432 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Belstone Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beneath (2013)
 
POD (2015)
 
Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits (1990)
 
The Noonday Witch (2016)
 


Filmkritik: „Crush the Skull“ (2015)

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CRUSH THE SKULL

Story

 
 
 

Ein paar Kleinkriminelle erleben die Hölle auf Erden. Sie steigen in Häuser ein und rauben sie aus. Leider haben sie sich diesmal das falsche Anwesen ausgesucht. Denn hier lebt das personifizierte Böse.

 
 
 


 
 
 

CRUSH THE SKULL – Kritik

 
 
 
Wenn Träume wahr werden. Die Webseite KICKSTARTER hat einmal mehr ein Wünschlein erfüllt und ermöglicht, dass ein Horrorfilm gedreht werden konnte. Der nennt sich CRUSH THE SKULL und wurde vom Newcomer VIET NGUYEN inszeniert, der bereits 2014 auf der bekannten Finanzierungsplattform zum Spenden aufrief und genug Filmfans dazu bewegen konnte mehr als 75.000 US-Dollar zu sammeln. Was jedoch auf der Crowdfunding-Seite als rabenschwarzer Mix aus Komödie und Horrorthriller beworben wurde, ist letzten Endes mehr Horror statt bitterböse Lachnummer. Für eine Komödie sind die eingestreuten Comedy-Elemente zu rar gesät. Tauchen sie dann doch mal auf, funktionieren sie nicht und wirken eher störend, weil CRUSH THE SKULL tatsächlich vorrangig ernster Natur ist. Das ist etwas bedauerlich, weil der Streifen durchaus was kann. CRUSH THE SKULL unterhält – zwar nicht immer helle, dafür kurzweilig. Etwas, dass immer wenigeren Horrorfilmen neueren Datums gelingt.
 
 
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Home-Invasion-Horror wird geboten, der jedoch diesmal nicht aus der Perspektive der Opfer erzählt wird, sondern die Geschehnisse aus den Augen der Bösewichte betrachtet. Ollie (CHRIS DINH) und Blair (KATIE SAVOY) sind eigentlich anständige Leute. Nur ab und an steigen sie in fremde Häuser ein, um sich mit gestohlenem Schmuck über Wasser halten zu können. Doch damit soll nun Schluss sein. Ein letzter Einbruch – danach möchte das Paar die kriminelle Laufbahn an den Nagel hängen. Leider verläuft der Einsatz nicht nach Plan, Ollie landet im Gefängnis und wird von der Liebsten für ein stattliches Sümmchen freigekauft. Neues Geld muss her, denn der Wunsch nach Freiheit hat ein großes Loch in die ohnehin schon leere Haushaltskasse gefressen. Abermals soll es ein Einbruch richten. Doch der wird diesmal für alle Beteiligten zum Verhängnis. Ein schmuckes Haus in einer guten Wohngegend ist nicht, was es zu sein scheint. Statt Kostbarkeiten finden die Hobbyeinbrecher darin Gevatter Tod. Ein wahnsinniger Serienkiller hat aus dem Haus seinen ganz privaten, hochperversen Foltertempel gemacht. Hier quält er ahnungslose Menschen zu Tode und lässt dazu die Kamera rattern. Drinnen ist man schnell – nur Rauszukommen wird zum Problem. Ob die unvorbereiteten Diebe ihren gesetzeswidrigen Fehler überleben werden?
 
 
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CRUSH THE SKULL basiert auf zwei früheren Werken des Regisseurs, die er bereits 2010 bzw. 2013 in Form von Kurzfilmen veröffentlicht hat. Bereits dort konnte der Filmemacher unter Beweis stellen, dass man auch mit kleinem Budget kurzweiligen Nervenkitzel heraufbeschwören kann. Seiner Linie bleibt VIET NGUYEN treu, der schon als Cutter an Serien wie IZOMBIE oder THE FOLLOWING beteiligt gewesen ist und mit dem ersten eigenen Spielfilm zeigt, dass man nicht viel Geld braucht, um durchaus unterhaltsame Filme zu drehen – insofern das Drehbuch überzeugt. Dieses vergleichsweise magere Budget sieht man CRUSH THE SKULL zu keiner Minute an. Ganz im Gegenteil. Regisseur VIET NGUYEN lässt den ersten Langfilm nach deutlich mehr Kohle ausschauen und improvisiert, wenn es der Finanzplan gebietet. So werten erfahrene Schauspieler das Geschehen auf, die bereits in den Kurzfilmen des Machers zu sehen waren. Sie agieren im Filmdebüt sympathisch und sorgen dafür, dass der Zuschauer mitfiebert, wenn es ihnen im Film an den Kragen geht. Damit ist CRUSH THE SKULL vielen Low-Budget-Produktionen gleichen Kalibers Längen voraus, denn oftmals machen dort untalentierte Laiendarsteller das Treiben fürs Publikum ungenießbar und schaffen es, sich seinen Zorn zuzuziehen. Von ungenießbar ist CRUSH THE SKULL also weit entfernt. Der Film kopiert nicht ungeschickt einen der Horror-Geheimtipps von 2009, der unter dem Titel THE COLLECTOR vor allem bei Fans fürs Grobe auf Interesse stieß. Hier musste sich ein Einbrecher durch ein mit Fallen bespicktes Heim vorarbeiten, um wieder in die Freiheit zu gelangen. Ähnliches Prinzip verfolgt auch CRUSH THE SKULL in dem Bösewichte zu Helden umfunktioiert werden und sich vor einem Psychopathen in Acht nehmen müssen, der die Eindringlinge in seinem Folterhaus eingesperrt hat, damit er sie möglichst brutal abschlachten kann. Leider musste auf übertriebenes Gemetzel verzichtet werden, weil Geld knapp war. Schlecht macht das diesen Überlebens-Horror nicht unbedingt, denn der Streifen gleicht dieses Manko anderweitig aus.
 
 
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CRUSH THE SKULL folgt unkonventionellem Wege und überrascht mit souveränem Tempo. So wird die Geschehnisse nie langweilig. Die Machart orientiert sich an gutem Horrorstandard und lässt nacheinander Freunde sterben, bevor auch der wahre Übeltäter sein Leben lassen muss. Aufgelockert wird die eigentlich austauschbare Handlung durch unerwartete Wendungen und einen knackigen Filmtwist. Beides gehört ja im Horrorfilm mittlerweile zum guten Ton, damit man sich an Filme auch noch drei Tage nach der Sichtung erinnern kann. Verübeln kann man die massentaugliche Inszenierung keineswegs. Im Falle von CRUSH THE SKULL sorgt die nämlich für kurzweiliges Popcornkino für das man den Kopf besser ausschaltet. Ohne Schnörkel zum Ziel lautet die Devise, die definitiv für unterhaltsame 90 Minuten sorgt. Nur darauf kommt es beim Schauen von Filmen an, schließlich ist das Unterhalten des Publikums das eigentliche Ziel eines jeden Filmemachers.
 
 
 


 
 
 

CRUSH THE SKULL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Spannender und wendungsreicher Überlebens-Horror im Stile von THE COLLECTOR. CRUSH THE SKULL wurde mit einem Budget gedreht, das man in Hollywood-Kreisen auch als Mikrobudget betitelt. Relativ: Dort bekommt man für das gleiche Geld gerade mal ein Catering geliefert, damit das Filmteam satt über den Tag kommt. Umso überraschender, was Regisseur VIET NGUYEN mit jenem überschaubaren Kapital von gerade einmal 75.000 US-Dollar auf die Leinwand gebracht hat. Sein Spielfilmdebüt bietet ein solides Drehbuch mit Drive und Wendungen. Zudem konnte man trotz kleinem Geld anständige Schauspieler engagieren, die den Zuschauer durch eine bitterböse Geschichte führen und gleichzeitig unterhalten. Da kann sich manch teurer Blockbuster eine Scheibe abschneiden. Viele von denen schaffen es trotz konventioneller Geschichten und üppiger Produktionsgelder nicht einmal, den Zuschauer vom Einschlafen zu bewahren. CRUSH THE SKULL zeigt, wie’s besser gehen kann.
 
 
 


 
 
 

CRUSH THE SKULL – Zensur

 
 
 
Viele bösen Szenen gibt es nicht zu sehen. Ein Kopf wird abgetrennt und Messer werden in Körper gerammt. Zudem kommt gegen Ende auch mal die Pistole zum Einsatz und eine Kehle wird aufgeschnitten. Einige Morde passieren im Off. Das dürfte dafür sorgen, dass CRUSH THE SKULL in Deutschland bereits für Jugendliche geeignet sein wird: FSK16.
 
 
 


 
 
 

CRUSH THE SKULL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Collector (2009)
 
Haus der Vergessenen (1991)
 
Don’t Breathe (2016)
 
The Collector 2 – The Collection (2012)
 
Tiger House (2015)
 


Filmreview: „Para Elisa“ (2013)

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PARA ELISA – FOR ELISA

Story

 
 
 
Das etwas andere Jobangebot: Ana bewirbt sich auf eine Stelle als Babysitterin und landet bei einem etwas ungewöhnlichen Mutter-Tochter-Gespann, das eine unbeschreibliche Freude an menschlichen Puppen besitzt …
 
 
 


 
 
 

PARA ELISA – Kritik

 
 
 
Die Spanier beweisen in letzter Zeit, dass sie ein ziemlich talentiertes Händchen für schaurige Horrorfilme besitzen. Da werden nahezu regelmäßig Gruselstreifen am Fließband produziert, in denen lobenswerterweise fast immer Geschichten erzählt werden, die der Zuschauer so noch nicht auf der Leinwand gesehen hat. In Spanien scheint man bestrebt zu sein, der amerikanischen Filmindustrie Konkurrenz zu machen, denn in Hollywood kopiert man lieber erfolgreiche Filmhits aus dem Ausland, als sich die Mühe zu machen eigene Ideen zu Papier zu bringen. Mit PARA ELISA wird nun die Reihe spanischer Horrorhits fortgesetzt. JUANRA FERNÁNDEZ hat hier eine ganz eigene Vision des Schreckens auf Film gebannt, die sich aber qualitativ von den bisherigen Horrorbeiträgen aus dem Land des Flamencos absetzt. Nach eher grusellastigem Schauerkino versucht man es jetzt nämlich mit Terror, was im Falle des spanischen KIDNAPPED im Jahr 2010 schon einmal funktioniert hat. Leider ist der Ausflug ins Terror-Genre diesmal gehörig missglückt, was man der bis dato noch unerfahrenen JUANRA FERNÁNDEZ jedoch nicht übel nehmen sollte, schließlich ist PARA ELISA (der international auch als ELISA und FOR ELISA vermarktet wird) immer noch besser als das, was da zuletzt aus Übersee gekommen ist.
 
Ähnlich wie die Hauptdarstellerin in Ti Wests THE HOUSE OF THE DEVIL (2009) ist Ana (ONA CASAMIQUELA) auf der Suche nach einen Studentenjob. Sie braucht dringend 1000 Euro für einen Kurzurlaub, den sie sich nach Abschluss des Kunststudiums zusammen mit ihren Freunden gönnen möchte. Weil die Mutter nichts locker machen will und Ana auch bei Drogendealer-Freund Alex (JESÚS CABA) an der falschen Adresse ist bleibt ihr nichts anderes übrig fürs Vergnügen selbst arbeiten zu gehen. Sie bewirbt sich auf eine Stelle als Babysitterin bei einer älteren Dame, die Ana natürlich sofort kennenlernen will. Leider verbirgt sich hinter der freundlichen Fassade das skrupellose Böse, denn die vermeintlich gastfreundliche Diamantina (LUISE GAVASA) sucht für ihre zurückgebliebenen Tochter Elisa (ANA TURPIN) ein neues menschliches Püppchen. Schnell wird Ana mit Drogen gefügig gemacht und findet sich wenig später gefesselt im Kinderzimmer als lebendiges Spielzeug wieder. Leider ist es auch in PARA ELISA so, dass hier die Eltern für ihren Nachwuchs haften. Die ungezogene Tochter besitzt ein äußerst ungezügeltes Temperament und schubst die geliebte Mutter nach einer überraschenden Panikattacke ganz unfreiwillig in den Tod. Für die gefangene Ana eigentlich Grund zur Freude – wäre da nicht die behinderte Widersacherin, die nach dem Ableben des Vormunds in Rage gerät und mit einem Hammer alles niederschlägt, was nicht artig auf seinem Stuhl sitzen bleiben möchte.
 
Im Vergleich zu dem, was man sonst aus Spanien vorgesetzt bekommt ist der vorliegende PARA ELISA schon eine kleine Enttäuschung, was vor allem daran liegen mag, dass ein ziemlich laues Lüftchen durch die finsteren Räume des Schauplatzes weht. Die Bezeichnung Spielfilm trifft hier nur bedingt zu, denn im Grunde genommen hätte dieses Debüt besser als Kurzfilm funktioniert. In knapp 70 Minuten passiert nicht viel. Regisseurin JUANRA FERNÁNDEZ versucht fast schon zwanghaft die dünne Geschichte mit möglichen Wendungen zu füllen, damit der Zuschauer nicht bereits vor dem Abspann das Weite sucht, weil ihm das Gebotene einfach nicht unterhalten will. Von Terror ist hier nur selten etwas zu verzeichnen, Glaubwürdigkeit sucht man ebenfalls vergebens. Filmheldin Ana scheint trotz Studium nicht gerade die Hellste zu sein. Ständig purzelt sie über die eigenen Beine oder verhält sich vollkommen sinnbefreit, so dass ihr nahendes Schicksal wenig überraschend über den Bildschirm flimmert. Zudem passieren in PARA ELISA allerhand unerklärliche Dinge, deren Logik JUANRA FERNÁNDEZ beim Schreiben ihres Drehbuchs ganz unauffällig unter den Teppich gekehrt haben muss. So wird die egozentrische Alte in einer Affekthandlung von ihrer hysterischen Tochter zu Boden geworfen und verendet ganz unbemerkt auf dem Kinderzimmerteppich. Elisa, die sich auf dem geistigen Niveau einer Siebenjährigen befindet, schleift die tote Mutter nun in die Wohnstube, nimmt sich ein Beil und hackt ihr den Arm ab. Später versucht sie mit dem abgetrennten Körperteil Beethovens „Für Elise“ auf dem Klavierflügel zu spielen, weil’s die Mutter zuvor auch immer getan hat. Dumme Momente gibt es in PARA ELISA jede Menge. So verwandelt sich das verwirte Gör in Nullkommanichts zur Folter- und Schlachtexpertin, als hätte es sein Lebtag nicht anderes gemacht. Ein Beil soll nötigen Respekt einjagen; beim Hammer hat sich JUANRA FERNÁNDEZ von MISERY (1990) inspirieren lassen. Immerhin stimmt die Technik. Das auf Old-School getrimmte Treiben hat viele stimmige Momente. So hinterlässt das beengende Heim mit all den Porzellanpuppen, altmodischen Tapeten und antiken Möbeln bereits beim ersten Betreten ziemlich gespenstiges Unbehagen. Aber auch die eher erdig gehaltene Farbtöne und bewusst schlecht ausgeleuchteten Flure der abgeriegelten Behausung lassen zeitweise den Gothic-Horror ins (Heim)Kino zurückkehren. Leider will im Falle von PARA ELISA die Kombination aus dünner Handlung und atmosphärischer Optik nicht so recht funktionieren. Da kann auch der makabre Schlussgag am Ende nichts mehr reißen. Absolut ärgerlich.
 
 
 


 
 
 

PARA ELISA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Der vermutlich erste Gothic-Terrorfilm seiner Art. Leider bleibt das spanische Filmchen weit hinter den Erwartungen zurück, weil sich mit der hier gebotenen Geschichte kein Blumentopf gewinnen lässt. Was hat Regisseurin JUANRA FERNÁNDEZ nur geritten, als sie am Drehbuch zu PARA ELISA gepinselt hat? Die dünne Geschichte strotzt nur so vor Ungereimtheiten, Logiklücken und Vorhersehbarkeiten. Hinzukommt, dass beinahe jede Interaktionen an Glaubwürdigkeit missen lässt, weil normal denkende Menschen einfach partout nicht so handeln würden, wie das bei den Protagonisten in PARA ELISA der Fall ist. Was bleibt ist eine wirklich bedrückende Atmosphäre, die sich fast durch den ganzen Film zieht. Trotz anständiger Optik bleiben Spannung und Angstmacherei dennoch aus. Für einen Horrorfilm ist das fatal.
 
 
 


 
 
 

PARA ELISA – Zensur

 
 
 
PARA ELISA oder FOR ELISA ist einer dieser Streifen, bei denen der Trailer mehr vorgaukelt, als im Film überhaupt gezeigt wird. Sonderlich brutal ist PARA ELISA nämlich nicht. Ein Arm wird abgehakt und Beine werden mit einem Hammer wie in MISERY zertrümmert. Das wird aber nur im Off gezeigt. Ansonsten hält sich der Film mit der Zurschaustellung von Gemeinheiten zurück. Wir gehen aber dennoch von einer KJ-Freigabe aus. Demnach dürfte PARA ELISA nur mit rotem FSK-Sticker in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

PARA ELISA – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery (1990)
 
Mum & Dad (2008)
 
Haus der Vergessenen (1991)