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Filmkritik: „The Ice Cream Truck“ (2017)

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THE ICE CREAM TRUCK

Story

 
 
 

Like Ice in the Sunshine – oder – Der süße Tod. Ein Mörder lockt mit erfrischenden Köstlichkeiten und tötet dann rücksichtslos. Manchmal ist es eben besser, wenn man von Fremden nichts Süßes annimmt.

 
 
 


 
 
 

THE ICE CREAM TRUCK – Kritik

 
 
 
Horrorfilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. In den vielen Jahren, in denen wir bereits diese Webseite betreuen, sind uns schon so einige Gurken vor die Linse gekommen, wobei immer häufiger auffällt, dass man gute Horrorstreifen allmählich mit der Lupe suchen muss. Offenbar ist das Horror-Genre zum Tummelplatz für Neulinge verkommen, die mit möglichst wenig finanziellem Einsatz maximalen Gewinn und größtmögliche Aufmerksamkeit gewinnen wollen. Anders lässt sich wohl nicht erklären, weshalb so Filme wie THE ICE CREAM TRUCK das Licht der Zelluloidwelt erblicken und Horrorfans darüber grübeln lassen, was Leute geritten hat, die solchen Quatsch in Arbeit geben. Im Amerika wird erwähnter Streifen vom Anbieter UNCORK’D ENTERTAINMENT vertrieben. Erfahrene Horror-Kenner wissen, was zugemutet wird. Genanntes Label hat sich nämlich auf Low-Budget-Horror spezialisiert, der möglichst ohne viel Tamtam auf Heimkinomedium gepresst und ins Händlerregal gestellt werden soll. Das bedeutet nicht selten: schlechte Effekte, hanebüchene Geschichten und schlechte Darsteller. Ob da THE ICE CREAM TRUCK eine Ausnahme macht?
 
 
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Aus der Großstadt zurück in ruhigere Gefilden. Mary (DEANNA RUSSO) startet mit der Familie einen Neuanfang. Die zieht mit den Lieben zurück in jenen Vorort, in dem die Autorin aufgewachsen ist. Doch der Umzug stellt die glückliche Mutter vor ungeahnte Schwierigkeiten. Trotz ruhiger Lage, scheint man in dieser Kleinstadt nicht sicher zu sein. Ein mysteriöser Eismann treibt hier sein Unwesen und bringt Kunden um die Ecke, die sich gern mal eine leckere Schlemmerei aus seinem Angebot gönnen. Leider muss Mary den Horror allein überstehen. Gatte und Kinder sind nämlich noch auf dem Weg, weshalb die Neuhinzugezogene sich selbst helfen muss. Zusammen mit Nachbarsjungen Max (JOHN REDLINGER auf THIRST) nimmt sie den Kampf gegen einen Mörder auf, der ziemlich unverfroren zur Tat schreitet. Nur, warum tötet ein Eismann Menschen und niemand bekommt davon Wind? Am Ende wird die gesamte Wahrheit offenbart. Sonderlich erbaulich ist die aber nicht. Da hat man schon bessere Filme auf der Mattscheibe gehabt.  
 
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Wenn der Eismann dreimal klingelt. THE ICE CREAM TRUCK ist schon ein eigensinniger Film. Sonderlich viel passiert nämlich nicht, denn der Horror-Anteil wurde zugunsten Nachbarschaftsgerede vernachlässigt. Statt den Killer und seine Taten in den Mittelpunkt zu rücken, konzentriert sich Regisseurin MEGAN FREELS JOHNSTON fast ausschließlich auf Filmheldin Mary, die sich in friedlicher Kleinstadtidylle mit den Nachbarn anfreundet und dabei den Reizen eines taffen Teenagers verfällt. Gebotenes passt demnach gar nicht zu dem, was auf dem reißerischen Filmplakat versprochen wird. Geschicktes Marketing, das leider gang und gäbe ist. Offenbar soll das Filmcover von THE ICE CREAM TRUCK die Neugierde wecken und Käufe ankurbeln. Eine gängige Praxis damit Horrorstreifen in Überfluss-Zeiten überhaupt noch gekauft werden. Leider ist der Käufer in der Regel der Leidtragende, denn der bekommt meist zu spät davon Wind, dass ihm eine Mogelpackung untergejubelt wurde. In Fällen wie diesen ist Recherche das A und O. Gott sei Dank gibt es im Internet viele Seiten, die Filme testen und Aufklärungsarbeit betreiben. Wer sich daher Enttäuschungen ersparen möchte, sollte um THE ICE CREAM TRUCK einen Bogen machen. Hier ist Ärger vorprogrammiert, auch wenn der Film zumindest schauspielerisch überzeugen kann. Im Vergleich zu den üblichen Konsorten können die Darsteller genannter Low-Budget-Produktion was.
 
 
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THE ICE CREAM TRUCK – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
Wenn sich Horror in amerikanischen Vororten abspielt, ist in der Regel STEPHEN KING nicht weit. Der ist dafür prädestiniert Kleinstadt-Horror zu zelebrieren und damit Lesern Angst zu bereiten. Leider ist THE ICE CREAM TRUCK nicht auf Kings Mist gewachsen. Das Drehbuch zum wenig gruseligen Horrorflick hat sich Regisseurin MEGAN FREELS JOHNSTON selbst ausgedacht und dürfte damit bei horrorbegeisterten Zuschauern nicht mal ein müdes Lächeln entlocken können. Die Bezeichnung „Horror“ hat dieser seltsame Streifen nämlich gar nicht verdient. Hier wird von einem mordenden Eismann berichtet, der eine Kleinstadt unsicher macht aber nur am Rande Erwähnung findet. Offenbar waren der Filmemacherin die zwischenmenschlichen Beziehungen ihrer wenigen Helden wichtiger, so dass kaum Zeit für den Killer und seine Taten geblieben ist. Der erhält (mal abgesehen vom Finale) kaum Screentime und dürfte enttäuschte Gesichter zurücklassen. THE ICE CREAM TRUCK erinnert an TV-Ware und wäre wohl als Kurzgeschichte in einer Horror-Anthology besser aufgehoben gewesen. Nicht nur einmal will man das Gefühl nicht loswerden wollen, als habe man um eine kleine Idee krampfhaft eine Handlung gekritzelt, die auf Spielfilmlänge geblasen werden musste. Manchmal ist es daher besser, wenn es bei einer Idee bleibt. Man muss nicht jeden noch so kleinen Gedankenblitz auf Leinwand oder Mattscheibe bringen.
 
 
 


 
 
 

THE ICE CREAM TRUCK – Zensur

 
 
 
Die Gewalteinlagen in THE ICE CREAM TRUCK sind überschaubar. Ein Messer kommt zum Einsatz und eine Filmfigur wird mit einem Eisportionierer erschlagen. Das meiste Blut fließt im Schlusskampf. Viel ist es aber nicht. Die Schauwerte sind für alteingesessene Horrorkenner eine Lachnummer. Deshalb dürfte THE ICE CREAM TRUCK wohl auch eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE ICE CREAM TRUCK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Uncork’d Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kruel (2015)
 
Masters of Horror – We All Scream for Ice Cream (2007)
 
Ice Cream Man (1995)
 

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Filmreview: „The Frozen“ (2012)

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The Frozen

Story

 
 
 
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird … 
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Kritik

 
 
 
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. „The Shinning“ (1980), „Der eisige Tod“ (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
 
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
 
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Zensur

 
 
 
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte „The Frozen“ mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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