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Filmkritik: „The Domestics“ (2018)

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THE DOMESTICS

Story

 
 
 

Ein Paar muss sich in einer dystopischen Zukunftsvision mit brutalen Banden auseinandersetzen, die Spaß daran haben, ahnungslose Menschen zu quälen.

 
 
 


 
 
 

THE DOMESTICS – Kritik

 
 
 
Postapokalyptische Szenarien sind seit Jahren schwer im Kommen. Was sich vor allem im Zombiefilm zu einem beliebten Thema entwickelt hat, ist mittlerweile auch genreübergreifend ein Garant für gute Zuschauerzahlen. So vergeht kein Monat in dem nicht mindestens ein Untergangsszenario in Lichtspielhaus oder Heimkino gebracht wird, um dem den Filmfan in eine finstere Zukunft zu entführen, wo vor allem Angst und Gewalt den Alltag beherrscht. Der Endzeit-Thriller THE DOMESTICS stellt hierbei keine Ausnahme dar. Auch dieser krude Horror-Schocker ist eine dystopische Filmvision, die es nicht gut mit der Menschheit meint und deren Untergang prophezeit. In aufgewühlten, instabilen Zeiten wie der unseren keine so abwegige Utopie mit der sich der Filmemacher MIKE P. NELSON auseinandersetzt. Der stellt sich in seiner zweiten Regiearbeit die Frage, was wäre, wenn die Menschheit ausgelöscht werden würde und nur noch wenige Menschen den Planeten bevölkern. Zusammenhalt oder Chaos? Erfahrene Filmkenner wissen, dass in diesem Falle vermutlich letzteres eintreffen wird. Und in der Tat: THE DOMESTICS rückt einmal mehr das Tier Mensch in den Mittelpunkt, das dem Überlebenswillen wegen über Leichen geht. Dennoch ist Gebotenes nicht sonderlich kritisch. Vielmehr wird mal wieder versucht mit Exploitation schnell Kasse zu machen. Wer es brutal mag, kommt daher auf seine Kosten. Feingeister werden hingegen das Weite suchen.
 
 
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Politische Konflikte, Rassenspannungen, Krankheiten, Armut, Verschuldung, Gewalt, Überbevölkerung und schwindende Ressourcen: Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen vor dem Untergang. Für die Regierung Grund genug die Notbremse zu ziehen. Sie lässt mithilfe von Flugzeugen ein tödliches Gift verteilen, das die Mehrheit der Bevölkerung dahinrafft. Doch statt Besserung folgt Chaos. Einige Menschen konnten überleben. Doch die leben in ständiger Angst, weil nun mehrere Banden das Land beherrschen, die vor nichts und niemanden Gnade kennen. Kein gutes Omen für Mark (TYLER HOECHLIN) und Nina (KATE BOSWORTH). Die haben plötzlich keinen Kontakt mehr zu Verwandten, was das Paar dazu veranlasst nach dem Rechten zu sehen. Man setzt sich ins Auto und bahnt sich den Weg durch eine brutale, postapokalyptische Welt, die von grausamen Gangs und Stämmen regiert wird. Ob man heil am Ziel ankommen wird? Zimperlich geht es in THE DOMESTICS keinesfalls zu.
 
 
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Wenn Anarchie zum Alltag wird. THE DOMESTICS ist unabhängiges Überlebenskino, das sich vor allem durch eines auszeichnet: Gewalt. Der Thriller macht es so ungemütlichen Mainstream-Filmen wie THE PURGE oder THE STRANGERS gleich, die aus einer simplen Idee den maximalen Terror herauskitzeln. In diesen Schockern geraten gute Leute ganz unfreiwillig in den Fokus böser Menschen, die Spaß daran haben ihre ahnungslosen Opfer zu terrorisieren. THE DOMESTICS nutzt genau diese Erfolgszutat für 90 Minuten Schrecken aus, um seine Helden durch die Filmhölle gehen zu lassen. Überraschenderweise funktioniert das rudimentäre Prinzip des Menschenquälens tadellos und das, obwohl genau jener Handlungsablauf nach den vor einigen Jahren sehr lukrativen Rape-and-Revenge und Home-Invasion-Wellen so langsam mit Abnutzungserscheinungen zu kämpfen hat. Die alte Leier wird im Falle von THE DOMESTICS aber zum Glücksgriff. Der Grund: Regisseur MIKE P. NELSON beweist ein talentiertes Händchen im Heraufbeschwören von kompromissloser Terrorstimmung und meint es dabei nicht immer gut mit seinen Filmhelden. Die geraten auf ihrer gefährlichen Reise durchs ausgerottete Amerika an perverse Banden, die ähnlich wie in einem Videospiel erfinderisch ausradiert werden müssen. Kaum sind die einen Bösewichte hingerichtet, folgen die nächsten Unholde. Dabei wird eine nicht enden wollende Spirale der Gewalt entfacht, die erst im Schlussfight gegen den Endboss einen krönenden Abschluss findet. Da bekommt man direkt Lust auf eine Runde Prügel- und Balleraction auf der Spielkonsole.
 
 
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Dennoch, THE DOMESTIC ist keine Sternstunde des Überlebens-Horrors. Der krude Mix aus MAD MAX und THE PURGE wurde zwar temporeich inszeniert, hat aber ein ziemliches Problem mit der Glaubwürdigkeit. Vertraute werden – um mal wieder Horrorklischees zu bedienen – plötzlich zu Feinden und die bewaffnete Banden sind aus nicht erklärbaren Gründen unseren beiden Filmhelden immer unterlegen. Letztere müssen erstmal den Gebrauch von Schusswaffen erlernen, schießen aber im entscheidenden Moment genau ins Schwarze. Das mutet teils unfreiwillig komisch an, hat aber im Grunde genommen nur einen Sinn: die Blutgeilheit des Publikums zu befriedigen. Letzteres bekommt hier den ultimativen Baller-Overkill geboten. Es wird gemordet und geschossen, als gäbe es kein Morgen mehr. Der Bodycount ist ordentlich und Blut spritzt reichlich. Dass da die nicht uninteressante Handlung gern mal ins Abseits gerät, ist ärgerlich aber für den Fan härterer Filme nicht sonderlich tragisch. THE DOMESTICS ist ein kurzweiliger Blick in menschliche Abgründe. Eine ernstzunehmende Dystopie ist dieser Film aber keineswegs. Das ist irgendwie bedauerlich, denn Mord und Totschlag sieht man oft. Wirklich gesellschaftskritische Weltuntergangsszenarien hingegen leider zu selten.
 
 
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THE DOMESTICS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grausame Zukunftsvision: Wenn die Welt nach dem Supergau in einen Gewaltrausch verfällt. THE DOMESTICS ist ein dystopischer Horrorthriller, der aber nicht sonderlich kritisch mit seiner zugrundeliegenden Handlung ins Gericht geht. Vielmehr will der Film die niederen Instinkte des Publikums stimulieren. Das bedeutet weniger Weltuntergangsstimmung, dafür mehr Mord und Totschlag. Das ist zwar ab und an ganz okay, aber im Falle von THE DOMESTICS dann doch oftmals zu viel des Guten. Hier hetzen Horden böser Menschen hinter einem nicht kampferprobten Paar hinterher. Seltsamerweise ist letzteres immer ein Stück voraus und hat das Glück für sich gepachtet. Das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern manchmal auch unfreiwillig komisch. Gewaltfans wird das kaum stören. THE DOMESTICS ist ein dreckiger Mix aus MAD MAX und THE PURGE fernab jeglicher Logik, dafür aber mit viel Kurzweil und böser Action. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
 
 
 


 
 
 

THE DOMESTICS – Zensur

 
 
 
THE DOMESTICS ist ein klarer FSK18-Kandidat. Vorwiegend wird von Schusswaffen Gebrauch gemacht. Es gibt diverse Einschüsse zu sehen, ein Messer wird in ein Auge gerammt und einer Filmfigur wird der Kopf weggeschossen. Weiterhin kommt ein Bohrer zum Einsatz und viele weitere Gemeinheiten versüssen das Splatter-Fanherz. THE DOMESTICS flimmert im August 2018 über deutsche Kinoleinwände.
 
 
 


 
 
 

THE DOMESTICS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KINOSTAR FILMVERLEIH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Immigration Game (2017)
 
The Purge – Die Säuberung (2013)
 
The Strangers (2008)
 
The Strangers 2 – Opfernacht (2018)
 
The Tournament (2009)
 
Mad Max: Fury Road (2015)
 
Wolves at the Door (2016)
 
The Road (2009)
 

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Filmkritik: „These Final Hours“ (2013)

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THESE FINAL HOURS

Story

 
 
 
Das Ende der Welt steht kurz bevor, bzw. es ist in vollem Gange. Nach einem verheerenden Meteoriteneinschlag bahnen sich die desaströsen Auswirkungen langsam aber sicher über den gesamten Erdball. In zwölf Stunden wird auch das australische Festland von diesen Auswirkungen erfasst. Genug Zeit für den selbstsüchtigen Lebemann James noch einmal die Sau raus zu lassen, sich zu besaufen und auf einer riesigen Weltuntergangsparty im Vollrausch ab zu treten. Auf dem Weg zu dieser besagten Party bemerkt er, wie zwei perverse Kinderschänder ein kleines Mädchen verschleppen. James befreit das Mädchen, und nimmt es unter seine Fittiche. Auf dem Weg zur Party lernt er die kleine Rose näher kennen. Sie wurde von ihrem Vater getrennt und bittet nun James darum sie zu ihm zurück zu bringen…

 
 
 


 
 
 

THESE FINAL HOURS – Kritik

 
 
 
Weltuntergangsszenarien werden im Kino meist als bombastische Effekt-Orgien in simples Unterhaltungskino verwandelt. Doch ein kleiner, australischer Film mit dem Titel „These Final Hours“ geht erfreulich andere Wege und konzentriert sich auf das menschliche Drama, die Tragödie die hinter diesem Szenario steckt und verpackt diese in einen zutiefst berührenden Road-Trip, der trotz aller Dramatik und Bitterkeit einen kleinen Funken Hoffnung, ja sogar eine zutiefst positive Botschaft für den Zuschauer parat hält.
 
 
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„These Final Hours“ gelingt das Kunststück in wenigen Filmminuten eine unglaubliche Intensität auf zu bauen. Schon das minimalistische Intro, das mit einer kurzen Camcorder-Einstellung den riesigen Feuerball am Himmel zeigt, begleitet von Mitschnitten diverser panisch geführter Telefonate lässt eine beklemmende Atmosphäre entstehen. Auch die Bildsprache trägt durch ihre erdige, orangefarbene Optik, die im weiteren Verlauf des Films immer kräftiger und dunkler wird zur Weltuntergangsstimmung bei. Kommentiert wird dieses Szenario in regelmäßigen Abständen von Funkradio-Einspielern, die vom drohenden Unheil berichten und sich wie ein Countdown über den Film verteilen. Beklemmend ist auch die Drastik mit der dieses apokalyptische Szenario hier bebildert wird. Aufgrund des nahenden Endes spielen Gesetze und Regeln sowie etwaige Gesellschaftsformen kaum eine Rolle mehr. So begibt sich der Protagonist James auf eine eindringliche Odyssee durch eine australische Kleinstadt, die nunmehr zum Schauplatz gewalttätiger Verbrechen, sinnloser Zerstörung, Selbstmorden oder religiös motivierter Massenhysterie wird. Und inmitten dieser chaotischen Rahmenbedingungen trifft er auf die kleine Rose. Die aufkeimende Beziehung der beiden ist zentraler Motor des übrigen Filmes und wird in unaufgeregte, nichtsdestotrotz enorm wirksame Bilder verpackt, die dem Zuschauer tief unter die Haut gehen. Wenn James seine Verwandtschaft per Selbstmord aus dem Leben geschieden vorfindet, im Garten drei kleine Kreuze entdeckt und die Kamera dann auf ein Foto mit drei kleinen Kindern zoomt, lässt das niemanden kalt.
 
 
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Die kleine Rose entwickelt sich mehr und mehr zum emotionalen Zentrum des Protagonisten. Aufgrund der Tatsache, dass das Drehbuch das kleine Mädchen erstaunlich normal agieren lässt und sie zu keiner Zeit in ein kreischendes Nervenbündel verwandelt, kann der Zuschauer die aufkeimenden Sympathien voll und ganz nachvollziehen. Und man ist als Zuschauer wahrlich über jeden Funken von Positivem in diesem Szenario dankbar. Die emotionale Reise die die beiden Protagonisten hier durchmachen überträgt sich nahtlos auf den Zuschauer. Man hat stellenweise sogar das Gefühl, dass der Film einem etwas zu nah auf die Pelle rückt und einem die unangenehme Frage aufdrängt „Was würdest DU in so einer Situation tun?“. Doch auch wenn der Film über weite Strecken äußerst bedrückend wirkt, es gibt immer wieder kleine Momente die zum Schmunzeln einladen und etwas durchblicken lassen das Hoffnung weckt. So ist es die kleine Rose, die mit unbeschwerten, kindlichen Kommentaren versucht, ihrem Begleiter emotionale Zusammenhänge auf simple Art zu erklären und die Tatsache, dass James in den letzten Stunden seines Lebens doch noch etwas richtig machen will. THESE FINAL HOURS ist tiefgründiges Weltuntergangskino und daher sehenswert!
 
 
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THESE FINAL HOURS – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
„These Final Hours“ ist ein mitreißendes Drama, dass den Zuschauer emotional herausfordert und ihn auf eine eindringliche, zutiefst bewegende Achterbahnfahrt der Gefühle mitnimmt, die trotz der bitteren Konsequenz mit der die Geschichte zu Ende erzählt wird eine positive, zutiefst humanistische Botschaft vermittelt: Es ist nie zu spät ein besserer Mensch zu werden !
 
 
 


 
 
 

THESE FINAL HOURS – Zensur

 
 
 
Der Film hat in Deutschland eine FSK 16 erhalten. Die ist dem Film angemessen, denn der THESE FINAL HOURS ist keine Gewaltorgie sondern dramenlastiges Endzeitkino.
 
 
 


 
 
 

THESE FINAL HOURS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: These Final Hours; Australien 2013

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p – @23,976 Hz)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 19.02.2015

 

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THESE FINAL HOURS – Trailer

 
 

 
 
 

Sebastian

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei Weltkino

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Road (2009)
 
The Stand (1994)
 
A Boy and his Dog (1975)
 


Filmreview: „Attack of the Undead“ (2010)

State of Emergency 2010
 
 
 

ATTACK OF THE UNDEAD

Story

 
 
 
Nach einer verheerenden Explosion in einer Chemiefabrik herrscht in einer Kleinstadt der Ausnahmezustand. Das freigesetzte, toxinhaltige Gas verwandelt die Bürger in rastlose Killer, die durch die Strassen sausen und über jeden Überlebenden herfallen, um ihn daraufhin in Stücke zu reißen. Einer dieser Überlebenden, Jim (Jay Hayden), kann sich in das Büro einer leer stehenden Scheune retten und versucht nun den schmerzlichen Verlust seiner Verlobten Emilie zu verarbeiten. Hilfe scheint unerreichbar zu sein, bis plötzlich das Telefon klingelt und weitere Überlebende aus der Lagerhalle nebenan versuchen, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Schnell beginnt man einander zu vertrauen und im Kampf der Horden infizierter Mitbürger Herr zu werden. Doch noch ist keine Rettung in Sicht und die Nahrungsmittel werden knapp …
 
 
 


 
 
 

ATTACK OF THE UNDEAD – Kritik

 
 
 
Es gibt Sub-Genres im Bereich des Horrorfilms, die sind einfach nicht totzukriegen. Neben Slasher-, Spuk- und Folterfilmen ist es vor allem der Zombiefilm, der sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut und es immer wieder in irgendeiner Form schafft, das Interesse vorfreudiger Horrorfilmfans für sich zu gewinnen. Kaum ein Monat vergeht, ohne das nicht mindestens einer dieser Filme auf den Markt geworfen wird und man versucht, den Filmfreund, mit teilweise haarsträubend miesen Umsetzungen um sein hart verdientes Geld zu bringen. Gerade im Low-Budget- und Independentsektor ist die Anzahl solcherlei günstig heruntergekurbelter Dutzendware kaum noch überschaubar, so dass es keine Seltenheit ist, wenn aufgrund der Masse ähnlich thematisierter Horrorfilmchen gerade jene Werke zu Unrecht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, die es eigentlich verdient hätten, gesehen zu werden. Der unscheinbare britische Indie-Kracher ATTACK OF THE UNDEAD (im Original: STATE OF EMERGENCY) ist einer jener Filme, der vermeintlich zur falschen Zeit veröffentlicht wurde und nun im Fahrtwasser der durchaus erfolgreichen Untoten-Hatz THE WALKING DEAD hilflos mitzuschwimmen versucht aber vermutlich kaum die Aufmerksamkeit verdienen wird, die er offenkundig verdient hätte. Schade drum, denn neben all den fast schon inflationär thematisierten Zombie-Gurken der letzten Dekaden, weiß sich ATTACK OF THE UNDEAD wohlwollend abzuheben. Das äußert sich vor allem darin, dass es sich bei diesem Film um keinen dieser derben Reißer handelt, die ihre Existenz nur dadurch rechtfertigen können, den Blutdurst splattergeiler Gorehounds befriedigen zu wollen und versuchen, sich durch allerhand ekelerregende Fress- und Ballerszenen selbst zu feiern. Wer von ATTACK OF THE UNDEAD ein schön deftiges Henkersmahl erwartet, dürfte schnell enttäuscht werden, denn hier schafft es ein Regisseur endlich einmal wieder, eine halbwegs glaubhafte und nachvollziehbare Geschichte zu erzählen, die dem Begriff Horror dennoch nur bedingt gerecht werden möchte.
 
Newcomer TURNER CLAY, der sich zudem auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete, ist vermutlich einer der wenigen Horrorfilm-Macher der letzten Jahre, die sich keinen Deut darum scheren, ihre kleinen Geschichte in literweise Kunstblut und genreüblichen Klischees ertränken zu müssen, um die Gunst der Fanbase für sich gewinnen zu können. Hier stehen die Charaktere im Mittelpunkt, nicht die Zombies, wobei der Begriff des „Untoten“ in ATTACK OF THE UNDEAD wohlmöglich auch vollkommen falsch gewählt scheint. Vielmehr handelt es sich im Film um Menschen, die aufgrund einer Umweltkatastrophe und der hierbei freigesetzten Toxine, ein erhöhtes Gewaltpotenzial entwickelt haben und nun unkontrolliert niederen Instinkten gehorchen. Auch wenn die infizierten Bürger der Stadt gierig lechzend durch die Gassen des Ortes flitzen, unterscheiden sie sich dennoch wesentlich von den Bestien aus den typischen Zombiefilmen der letzten Zeit. Ihr Agieren wirkt menschlicher, wobei es ihnen nicht einmal verwehrt bleibt, sogar mittels Sprache kommunizieren zu können; obgleich auch aus reinem Selbstzweck, um das potenzielle Opfer der Begierde um den Finger wickeln zu können. In ATTACK OF THE UNDEAD herrscht Klasse statt Masse. Horden von Untoten, die sich auf hilflose Überlebende stürzen, sucht man hier vergebens. Die infizierten Bürger der Kleinstadt sind zwar überraschend schnell und verhalten sich erstaunlich schlau, dennoch sind sie nicht im Rudel anzutreffen, sondern tauchen allein irgendwo in der Ferne auf, so dass die noch menschlichen Opfer durchaus die Möglichkeit besitzen, sich in Sicherheit zu bringen. Das mag den eingefleischten Zombiefan vermutlich bitter aufstoßen, dennoch funktioniert der Film mit seinen spärlich gestreuten Actionszenen besser als so manch dummer Zombie-Heuler, der sich allein nur auf das möglichst immer gleiche Filmthema konzentriert: Töten, Fressen und erschossen werden.
 
ATTACK OF THE UNDEAD überrascht mit einem erstaunlich ruhigen und langsamen Erzählfluss, was gerade in Zeiten effektüberladener Actionkost etwas altbacken wirkt, aber nicht zwangsläufig schlecht sein muss. Der Film lässt dem Zuschauer erstaunlich viel Zeit sich mit den wenigen Protagonisten zu identifizieren, die allesamt nahbar und zugänglich wirken. Immerhin, und das muss man diesem Endzeit-Thriller hoch anrechnen, schafft es TURNER CLAY gänzlich ohne Unsympathen auszukommen. Hier haben wir es mit Figuren zu tun, die einmal nicht dem typischen Klischee gängiger Horrorfilmware entsprechen. CLAY achtet penibel darauf, dass sich die wenigen Protagonisten so glaubhaft und nachvollziehbar wie möglich verhalten. Statt unüberlegt mit dem Schrotgewehr in den Krieg gegen die Infizierten zu ziehen, geht man lieber unnötigen Konfrontationen aus dem Weg, denkt erst, um anschließend zu reagieren. Die Zombies werden in ATTACK OF THE UNDEAD nicht der Erwartungshaltung des Zuschauers wegen ins Jenseits befördert, sondern nur dann um die Ecke gebracht, wenn es wirklich von Nöten ist und sich die Protagonisten aus der Verteidigung heraus wehren „müssen“. Das ist im modernen Horrorfilm keine Selbstverständlichkeit, denn oftmals werden die Figuren beabsichtigt in Gefahr gebracht, um dann schön hölzern und selbstzweckhaft in den Filmhimmel gemeuchelt zu werden. Gerade aufgrund des bedachten Handelns und der Unvorhersehbarkeit der folgenden Geschehnisse, wirken gerade die Begegnungen mit den infizierten Opfern erstaunlich schweißtreibend und deren Angriffe geschickt inszeniert, so dass diese Momente packend zu unterhalten wissen.
 
 
 
 
Wer glaubt, schon alle Regeln des modernen Zombiefilms zu kennen, dürfte mit ATTACK OF THE UNDEAD eines besseren belehrt werden. Hohle Stereotypen und dumme Klischees sucht man hier vergebens. Stattdessen erzählt uns Regisseur und Drehbuchautor TURNER CLAY mit seinem neuen Film ein packendes, apokalyptisches Szenario, das gerade aufgrund der logischen Interaktion seiner Charaktere sympathisch und echt wirkt. Die wenigen Überlebenden verhalten sich nachvollziehbar, sodass hier einmal gänzlich auf das allseits bekannte 10-kleine-Negerlein-Prinzip verzichtet wird, was den Film wohlwollend von der Masse ähnlich gestrickter Ware abhebt. Es wäre vermutlich auch vollkommen unangebracht, ATTACK OF THE UNDEAD als waschechten Zombiefilm zu bezeichnen. Aufgrund der vermehrt in Rückblenden geschilderten Schicksale der Überlebenden und ihrer auswegslosen Hoffnung auf Rettung, wirkt der Film oftmals eher wie ein Drama, das mit einigen Horrorelementen bestückt wurde. Die bleichenden Filter und Stilelemente des vorliegenden Beitrages steigern nicht nur die Endzeitstimmung in ATTACK OF THE UNDEAD, sondern bereichern den Film ungemein, sodass CLAYs Beitrag trotz minimalistischen Settings oftmals hochwertiger ausschaut, als er letztendlich überhaupt ist. Wer apokalyptische Weltuntergangsszenarien a la 28 DAYS LATER oder THE CRAZIES mag, ist mit ATTACK OF THE UNDEAD optimal beraten – ein sehenswerter und spannender Genre-Beitrag!
 
 
 


 
 
 

ATTACK OF THE UNDEAD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Es muss nicht immer laut, blutig und grausam sein – ATTACK OF THE UNDEAD oder im Original STATE OF EMERGENCY ist ein spannender Schocker, für Freunde atmosphärisch dichter Endzeit-Thriller.
 
 
 


 
 
 

ATTACK OF THE UNDEAD – Zensur

 
 
 
Der Film ist nicht sonderlich brutal, geizt aber nicht mit der ein oder anderen Kopfschuss-Szene, so dass ATTACK OF THE UNDEAD bzw. STATE OF EMERGENCY (OT) hierzulande ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe„-Kennzeichung veröffentlicht wurde.
 
 
 


 
 
 

ATTACK OF THE UNDEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sunfilm / Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: State of Emergency; England 2010

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Minuten (uncut)

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 08.05.2014

 
 
 

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ATTACK OF THE UNDEAD – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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