Filmkritik: „Blood Trap“ (2015)

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BLOOD TRAP

(BITE)

Story

 
 
 
Sechs Kleinkriminelle wollen Geld erpressen. Doch das Opfer ist nicht das, was es zu sein scheint.

 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Kritik

 
 
 
Vor knapp 20 Jahren gelang ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO der ganz große Coup. Mit FROM DUSK TILL DAWN schafften die beiden Filmemacher das Unmögliche und kreierten einen ungewöhnlichen Genre-Mix, über den man in Horrorkreise auch heute noch lobend spricht. Die kongeniale Symbiose aus schwarzhumoriger Gangsterfilm und bitterböses Roadmovie erntete vor allem deshalb viel Beifall, weil das Kultwerk in der zweiten Filmhälfte die Puppen tanzen ließ. Darin mussten sich zwei kriminelle Brüder durch Horden von Vampiren schlitzen und machten dabei nicht vor unorthodoxen Methoden Halt. Das kam beim Publikum gut an, lies zwei Fortsetzungen und eine TV-Serie folgen. Dennoch konnte man den Erfolg der Vorlage nicht noch einmal wiederholen. Dem eben genannten Splatter-Spaß übrigens nicht unähnlich ist der folgende Horrorfilm. Der wurde anfangs noch als BITE gehandelt, kam aber später in die Gunst einer Titelneukreation. Unter dem weitaus reißerischeren BLOOD TRAP folgt der Film ähnlichem Prinzip wie FROM DUSK TILL DAWN. Freilich ohne Ideenreichtum, flotten Sprüchen und blutigem Splatter. Ob das gut gehen kann?
 
 
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Manchmal ist es besser, wenn man schaffen geht, sobald man Geld benötigt. Mit dieser Weisheit können sechs Kleinganoven (darunter DREW KENNEY – einer der Teilnehmer aus der amerikanischen TV-Datingshow THE BACHELORETTE) leider gar nichts anfangen. Die gehen besser den einfachen Weg und wollen Geld erpressen. Ein Opfer ist schnell gefunden und ein Plan rasch geschmiedet. So soll die Tochter eines wohlhabenden Mannes entführt werden, um Lösegeld fordern zu können. Doch weil BLOOD TRAP nun mal ein Horrorfilm ist, dürfte klar sein, dass alles anders kommen wird, als geplant. Kaum in die heiligen Hallen ihres Opfers eingebrochen, schließen sich Türen und Fenster aus unerklärbaren Gründen. Die geldgierige Bande sitzt in der Falle und versucht zu entkommen. Leider vergebens. Die heroinabhängige Tochter des gutbetuchten Opfers klärt auf. So bleibt das Haus bis zur Abenddämmerung verschlossen. Es gibt weder rein noch raus. Warum das so ist, wird bald klar. In diesem Heim leben Vampire, die sich am Blut der Menschen laben und sich vor der Sonne schützen wollen. Dumm für die Eindringlinge – gut für die Hausbesitzer. Die sparen sich den abendlichen Beutezug und jagen die Einbrecher durch das gesamte Haus.
 
 
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BLOOD TRAP ist qualitätsloser Indie-Horror, wie man ihn einfach zu oft zu sehen bekommt. Einmal mehr flimmert lieb- und hirnlos zusammengeschusterter Einheitsbrei über die Mattscheibe, der noch nicht einmal wichtige Splatter-Momente zu bieten hat. Die Darsteller spielen wenig überzeugend und auch die Story von BLOOD TRAP dürfte mit ihrer (bewusst?) eingeschobenen Komik keinen Innovationspreis gewinnen. Somit macht BLOOD TRAP dem Begriff Low-Budget-Horror alle Ehre, denn für erfrischende Neuerungen und Einfälle hatte man wohl kein Geld mehr übrig. Da fragt man sich doch glatt, was hier fünf Millionen Dollar Produktionsbudget verschlungen haben soll. Die wenigen Spezialeffekte fallen kaum ins Gewicht und auch die Kulissen glänzen nicht gerade durch Detailreichtum. Entweder hat sich’s jemand in die eigene Tasche gesteckt oder man lies sich bei der Verköstigung des Filmteams nicht lumpen. Wir werden es wohl nie erfahren.
 
 
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BLOOD TRAP hat nicht viel zu erzählen. Was eigentlich auf einen Bierdeckel passt, wurde hier auf knapp 90 Minuten Filmlänge geblasen und entpuppt sich am Ende als gemeiner Zeiträuber, der wegen des flott zusammengeschnittenen Trailers falsche Erwartungen weckt. Vom dort versprochenen Tempo ist kaum etwas zu verzeichnen. Stattdessen kriecht BLOOD TRAP ziel- und orientierungslos einem Ende entgegen, das der Bezeichnung Finale nicht einmal ansatzweise gerecht werden kann. Vom sogenannten Endgegner oder einer fulminanten Blutmanscherei ist weit und breit keine Spur. Stattdessen irren skrupellose Schurken durch visuell immerhin nett ausgeleuchtete Flure und Gänge und finden – wie hätte es auch anders sein sollen – im Verlauf des Films irgendwie den Tod. Entweder gehen sie sich selbst an die Gurgel oder werden von einer Vampirsippschaft nach deren eigenen Regeln ausradiert. Klingt vermutlich vielversprechend – ist aber wegen kaum vorhandener Schauwerte eine herbe Enttäuschung. Damit macht man sich in Horrorfilmkreisen keine Freunde.
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schon einmal Neugeborene gesehen, denen es nach warmen Menschenblut dürstet? Vampirbabys knabbern in BLOOD TRAP an den Hälsen gestandener Männer. Das ist aber auch der einzige Höhepunkt in diesem sonst eher einfallslosen Vampir-Thriller, der sich unterm Strich als langweilige Falle für den Zuschauer entpuppt. Schlechtes Schauspiel macht viel an Atmosphäre kaputt und nahezu kaum vorhandene Schauwerte sorgen für Ernüchterung. Hinter dem dilettantischen BLOOD TRAP verbirgt sich demzufolge kein empfehlenswerter Horrorbeitrag – vor allem auch deshalb, weil es dem Film an Tempo mangelt. Da fragt man sich doch glatt, warum sich Drehbuchautor und Regisseur ALBERTO SCIAMMA nicht am eigenen Filmdebüt von 1996 ein Beispiel genommen hat. Damals sorgte er mit dem Splatter-Trash KILLER TONGUE für zufriedene Horrorfan-Gesichter. Gleiches wird mit BLOOD TRAP wohl nicht gelingen. Knapp zehn Jahre nach dem letzten Ausflug ins Regiefach hat man da vermutlich etwas anderes von ALBERTO SCIAMMA erwartet. BLOOD TRAP sieht eher wie eine Arbeit des Geldes wegen aus. Von Leidenschaft oder Liebe zum (Horror)Film ist kaum etwas zu spüren.
 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Zensur

 
 
 
Zwar gibt es in BLOOD TRAP einige blutige Momente zu sehen. Diese rechtfertigen aber keine Erwachsenenfreigabe. Einem Protagonisten wird ein Finger abgetrennt. Ein anderer verliert seinen Kopf. Zudem wird eine Frau zusammengeschlagen, der ein Sack über den Kopf gezogen wurde und Babys saugen Blut an den Hälsen der Kleinganoven im Film. BLOOD TRAP dürfte ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
From Dusk till Dawn (1996)
 
From Dusk Till Dawn: The Series (2014 – ???)
 

Kritik: „Submerged – Gefangen in der Tiefe“ (2015)

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SUBMERGED

Story

 
 
 
Eine Limousine samt Fahrgästen landet nach einem Unfall im See und wird vom Wasser umschlossen. Für die Insassen ein Albtraum, beginnen die alles Mögliche zu unternehmen, um an die Oberfläche zu kommen.

 
 
 


 
 
 

SUBMERGED – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Film aus der Mache von STEVEN C. MILLER. Der machte in den vergangenen Jahren mit viel Horror aufmerksam. Auf sein Konto gehen Genrestreifen, wie der psychologische UNDER THE BED und das Remake SILENT NIGHT. Aber auch mit Home-Invasion kannte sich der amerikanische Regisseur bestens aus und inszeniert souverän THE AGGRESSION SCALE – ein harter Thriller mit viel Mord und Totschlag. Am Thrillerfach schien der Regisseur wohl Gefallen gefunden zu haben, denn auch das aktuelle Schaffen hat mit Horror kaum noch etwas am Hut. SUBMERGED nennt sich Millers aktueller Adrenalinkick, der von seinen Figuren einiges abverlangt. Die müssen den gesamten Film über in einer Limousine ums Überleben bangen, die von Kriminellen in einen See gedrängt wurde und nun unter Wasser treibt. Was folgt sind falsche Verdächtigungen und viel Gejammer, denn in klaustrophobischer Enge verliert man schnell Respekt und gute Manieren.
 
 
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Keine rosigen Aussichten für Chauffeur Matt (JONATHAN BENNETT), der am Totenbett des Vaters noch versprach auf den jüngeren Bruder zu achten. Leider ist das Leben oft grausam, denn der kleine Bruder nimmt sich das Leben und lässt Matt mir Kummer und Fragen zurück. Viel Zeit für die Suche nach Antworten bleibt nicht, denn die besten Freunde entführen den geknickten Ex-Soldaten in einen Club, damit er wieder auf andere Gedanken kommen kann. Leider endet die feierfreudige Samstagabendsause im Desaster. Gerade als Matt die Kumpels mit der Limousine nach Hause fahren möchte, wollen dunkle Gestalten nichts Gutes. Sie drängen das Auto von der Fahrbahn in einen See. Schnell bricht Panik unter den Fahrgästen aus, doch der Tod meint es vorerst gut mit den Freunden. Das luxuriöse Fahrzeug verfügt nämlich über Plexiglas-Fenster und wasserundurchlässige Karosserie. Leider bereitet der Sauerstoffverbrauch Sorgen, denn Luft wird bald knapp.
 
 
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Konzentration ist gefragt, denn SUBMERGED besitzt keinen linearen Erzählfluss. Regisseur STEVEN C. MILLER wechselt unermüdlich zwischen den Zeitebenen. So wird dem Zuschauer in Rückblenden erklärt, wie es letztendlich zum Unfall gekommen ist und welch Familienträgöde Filmheld Matt durchleben musste. Erst in den letzten 20 Minuten setzt der Film da an, wo er begonnen hat. So beginnt man im Wettlauf gegen die Zeit nach einem Ausweg zu suchen, um in letzter Sekunde einem nassen Grab entkommen zu können. Leider war der pure Überlebenswille aller Protagonisten für Drehbuchschreiber SCOTT MILAM nicht spektakulär genug. Der ging einen Schritt weiter und ergänzte den klaustrophobischen Überlebenskampf um einen überflüssigen Rattenschwanz – Filmtwist inklusive.
 
 
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Natürlich können einige der Fährgäste entkommen. Was folgt ist Schwachsinn, denn das Spiel mit menschlichen Urängsten wird Dank Drehbuchautor SCOTT MILAM zur sinnbefreiten Geiselnahme umfunktioniert, während der sich Opfer wie Täter (u.a. ein Wiedersehen mit MARIO VAN PEEBLES) so dämlich verhalten, dass man SUBMERGED keinesfalls ernst nehmen kann. Deren Verhaltensmuster und Denkansätze wirken so unplausibel und dämlich, dass es Feingeistern viel Spaß bereiten dürfte, die vielen Logiklöcher im zu konstruiert geratenen Plot zu zählen. Doch damit nicht genug. Als ob man’s geahnt hätte, verwandelt sich Filmheld Matt am Ende zum Superhelden. Der wirbelt das Schießeisen kunstvoll durchs Bild und zeigt allen Fieslingen was eine Harke ist. Sonderlich originell ist das nicht, zumal die vielen hölzernen Klischees das Niveau des ohnehin hanebüchenen Streifens schneller sinken lassen, als die Limousine im Film gen Seeboden treibt. Das stößt vor allem jene vor den Kopf, die bisher viel von Regisseur STEVEN C. MILLER gehalten haben, schließlich hat der Filmemacher zuvor bewiesen, dass er eigentlich ein talentiertes Händchen für knallharte Thriller besitzt. Enttäuschend.
 
 
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SUBMERGED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Thriller-Desaster auf Hochglanz gebügelt. Horrormacher STEVEN C. MILLER wandelt auf ungewohnten Pfaden. Statt Horror steht nun Suspense auf der Umsetzungsagenda. Entstanden ist der erste Film des Regisseurs, der rein gar nichts mit Horror am Hut hat. Leider handelt es sich bei Millers ersten, waschechten Ausflug ins Thrillerfach um den schwächsten Beitrag des ambitionierten Filmemachers. SUBMERGED schimpft sich dessen Machwerk, das nach einem gelungenem Auftakt und vielen klaustrophobischen Momenten unbeholfen zwischen verschiedenen Genres umherirrt und am Ende irgendwie die Orientierung verliert. Oftmals kann man sich dem Gefühl nicht entziehen, als habe Drehbuchautor SCOTT MILAM (hat auch das Drehbuch zum Folter-Remake MUTTERTAG verbrochen) versucht zwei Filme in einem unterzubringen. So verwandelt sich die Flucht aus einem versunkenen Auto in halsbrecherisches Entführungskino, dessen Ernsthaftigkeit zu keiner Minute hinterfragt werden sollte, denn sonderlich viel Hirn steckt weder in Drehbuch noch in den Köpfen der Figuren. Unterm Strich ist SUBMERGED zwar ein ästhetisch gefilmter Thriller, der aber keinesfalls widerspiegelt, welch großes Potenzial eigentlich in Regisseur und Angstmacher STEVEN C. MILLER schlummert. Für Miller eine vergeudete Chance. Der hat mit SUBMERGED wohl versucht, dem ihm aufgezwungenen Ruf des Horrorfilmmachers abzuschütteln. Wir meinen: Schuster, bleib bei deinem Leisten.
 
 
 


 
 
 

SUBMERGED – Zensur

 
 
 
Es gibt einige kurze Gewaltmomente zu sehen. Eine Filmfigur wird mit einem Gegenstand erstochen. Zudem treiben einige Leichen im Wasser und im Finale wird Gewehrmunition in menschliche Körper gejagt. Für Gewaltfans bietet SUBMERGED leider nur wenige Schauwerte. Die FSK hat dafür eine Jugendfreigabe erteilt: FSK16.
 
 
 


 
 
 

SUBMERGED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Submerged; USA 2015

Genre: Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 07.10.2016

 

Submerged – Gefangen in der Tiefe [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SUBMERGED – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Detour – Gefährliche Umleitung (2013)
 
Event 15 (2013)
 
Hot 247° F – Todesfalle Sauna (2011)
 
Elevator (2011)
 
Buried – Lebend begraben (2010)
 
Cube (1997)
 
Panic Room (2002)
 

Filmkritik: „The Badger Game“ (2014)

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THE BADGER GAME

Story

 
 
 
Kidnapping mit Hindernissen: Opfer Liam (SAM BOXLEITNER) will nicht mit seinen maskierten Erpressern kooperieren, denn die wollen von ihm Bares. Das führt letztendlich dazu, dass die chaotische Entführung für Täter und Opfer im Desaster endet.
 
 
 


 
 
 

THE BADGER GAME – Kritik

 
 
 
Komödie, Thriller, Folterstreifen oder Drama – zu welcher Gattung Film gehört THE BADGER GAME eigentlich? Bleiben wir einfach dabei, dass dieses schwarzhumorige Stück Independent-Kino von allem etwas beinhaltet, denn in eine Schublade stecken lässt sich der neue Streifen von THOMAS ZAMBECK und JOSHUA WAGNER (Drehbuchautor von MIMESIS – NIGHT OF THE LIVING DEAD) leider nicht. Als „sexy/bloody/violent/comedic thriller“ wurde das Projekt in einer Crowdfunding-Kampagne auf der Internetplattform KICKSTARTER beworben, wo das Regie-DUO 15.000 Dollar von hilfsbereiten Fans sammelte, damit der Film fertiggestellt werden konnte. Überhaupt scheint sich Crowdfunding in den letzten Jahren zu einem rentablen Sprungbrett für ambitionierte Nachwuchsfilmemacher entwickelt zu haben. Denn nur mit Hilfe dieser neuen Finanzierungsmethode konnten mutige (Horror)Filme entstehen, die ohne die Unterstützung spendabler Filmliebhaber wohl nie das Licht der Zelluloidwelt erblickt hätten.
 
 
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Man sollte nie die Rache betrogener Frauen unterschätzen, denn die kann grausam und unberechenbar sein. Mit selbiger hat der gutbetuchte Werbefachmann Liam nicht gerechnet. Der wechselt attraktive Frauen wie Hemden, obwohl die treusorgende Ehegattin zu Haus auf ihn wartet. Auch Alex (AUGIE DUKE aus SPRING) ist eine der vielen Schönheiten im Leben des Womanizers, die aus allen Wolken fällt, als plötzlich von der Ehefrau die Rede ist. Grund genug Rachepläne zu schmieden. Zusammen mit Bruder Kip (PATRICK CRONEN) sowie den beiden Freundinnen Shelly (JILLIAN LEIGH) und Jane (SASHA HIGGINS) schmiedet die Betrogene einen teuflischen Plan. Eine Entführung soll dem triebgesteuerten Casanova einen Denkzettel verpassen. Man will Lösegeld erpressen und dem Macho die Leviten lesen. Kooperiert Liam nicht, soll die Ehefrau vom Doppelleben ihres Mannes erfahren. Leider verlaufen die Dinge anders als erwartet, denn dem Entführten sind die Forderungen egal. Als der dann auch noch aus seinem Gefängnis flieht und ein Fremder von den Plänen der Freunde erfährt, gerät die gut durchdachte Racheaktion außer Kontrolle.
 
 
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Tiermasken im Trailer und auf dem Cover legen die Vermutung nahe, dass hier Home-Invasion-Horror à la YOU’RE NEXT über die Mattscheibe flimmern wird. All jene, die von THE BADGER GAME grausame Metzelmomente erwarten, werden an dieser Stelle vorgewarnt, denn dieser Streifen hat mit jener Art von Filmen nichts gemein. THE BADGAR GAME ist ein zynisches Indie-Erlebnis mit unerwarteten Wendungen und weitaus makabrem Finale. Hier wird das bluttriefende Konzept gängiger Torturwerke über Bord geworfen. Obwohl die Protagonisten des Films immer wieder zum Folterwerkzeug greifen, bleibt unangenehmes Quälen aus. THE BADGER GAME beginnt wie jeder beliebige Folterstreifen. Dennoch distanzieren sich die Macher THOMAS ZAMBECK und JOSHUA WAGNER zügig vom sadistischen Treiben jenes polarisierenden Subgenres. Ihnen war es wichtig die dunkle Seite ihrer Figuren zutage zu fördern. Denn anders als man es anfangs erwarten würde, zeigen die vermeintlich sympathischen Entführer im späteren Verlauf, dass sie nicht weniger gewissenlos sind, als ihr hinterlistiges Opfer. Schauspielerisch ist das gebotene Kammerstück (die Haupthandlung spielt sich in einem dunklen Keller ab) für Low-Budget-Verhältnisse ganz ordentlich. Die Akteure zeigen zur Abwechslung, dass sie was können. In Filmen mit wenig Kapital ist das nicht die Regel. Vor allem im Horrorfilm fließt ein Großteil des wenigen Budgets in handgemachte Spezialeffekte, so dass nicht selten Laiendarsteller engagiert werden müssen, weil sonst das Geld nicht mehr ausreichen würde.
 
 
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THE BADGER GAME zeigt – wenn auch auf schwarzhumorige Weise – wie weit Menschen gehen, wenn schnelles Bargeld lockt. So läuft eine gut durchgeplante Entführung schnell aus dem Ruder und gute Freunde werden zu erbitterten Feinden. Der Zuschauer fungiert als Beobachter und erkennt schnell, dass diese Entführung im Chaos enden wird, handelt es sich doch bei den Tätern nicht um die hellsten Kerzen auf der Torte. Ein Missgeschick jagt das nächste und jeder der Beteiligten erhält am Ende die gerecht Strafe. Spätestens dann darf gelacht werden, ist doch Schadenfreude nun mal die schönste Freude. Trotz Humor und guter Ideen sollte nicht unerwähnt bleiben, dass THE BADGER GAME seine Längen hat. Eine straffere Inszenierung hätte durchaus Wunder bewirkt und das gemeinsame Machwerk der beiden Freunde und Regisseure THOMAS ZAMBECK und JOSHUA WAGNER unterhaltsamer gemacht. So ist THE BADGER GAME trotz Herzblut zwar ein solider Thriller; lang wird man sich an diesem durchwachsenen Genre-Mix nicht erinnern können. Denn dazu ist der Entführungsstreifen einfach zu weit davon entfernt ein guter Film zu sein.
 
 
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THE BADGER GAME – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Der etwas andere Folterfilm: zynischer Entführungsthriller mit makabrem Ende. THE BADGER GAME beginnt wie jeder andere Folterfilm, schlägt aber schnell eine ganz andere Richtung ein. Die beiden Regisseure THOMAS ZAMBECK und JOSHUA WAGNER überraschen mit bitterbösen Wendungen und sorgen dank schwarzem Humor für schadenfrohe Schmunzler. Leider hat THE BADGER GAME mit erheblichen Längen zu kämpfen. Vielleicht wäre es gut gewesen, wenn die beiden Regisseure noch einmal das eigene Drehbuch überflogen und einige Dialoge gestrafft hätten. Vor allem im Mittelteil zieht sich die Handlung wie Kaugummi, so dass man die Vorspultaste der Fernbedienung griffbereit halten sollte. Trotz mutigem Richtungswechsel – lang bleibt dieser Film nicht im Gedächtnis. Schade!
 
 


 
 
 

THE BADGER GAME – Zensur

 
 
 
Auch wenn THE BADGER GAME wie üblicher Folterbrei beginnt, die bebilderten Grausamkeiten halten sich in Grenzen. Ein Schädel wird im Off zerschmettert und ein Gesicht wird mittels Gartengerät „verschönert“. Außerdem wird eine Protagonistin erstickt. Hierzulande wird der Film eine FSK16 erhalten.
 
 


 
 
 

THE BADGER GAME – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Simple Plan (1998)
 
Blood Simple – Eine mörderische Nacht (1984)