Filmreview: „The Suffering“ (2016)

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THE SUFFERING

Story

 
 
 

Auf dem Grundstück eines älteren Herrn geht es nicht mit rechten Dingen zu. Das muss auch Nachlassbewerter Henry Dawles erfahren, der Dinge sieht, die ihm offenbar den Verstand rauben wollen.

 
 
 


 
 
 

THE SUFFERING – Kritik

 
 
 
Wenn regelmäßig schlechte Billigfilme über die Mattscheibe flimmern, wird selbst der geduldigste Filmkritiker allmählich müde, diese immer wieder nach Schema F gedrehten Low-Budget-Gurken zu rezensieren. Das hat zur Folge, dass man mit der Zeit jede mit kleinem Geld gedrehte Produktion über einen Kamm schert, was leider all den Filmemachern gegenüber unfair ist, die mit viel Herzblut bei der Sache sind. Ganz ähnlich erging es uns mit THE SUFFERING. Nach Sichtung des Trailers vermuteten wir anspruchsloses Videofutter, das sich nur unwesentlich von den meisten semiprofessionellen Produktionen dieser Art zu unterscheiden schien. Deshalb blieb THE SUFFERING lange Zeit unbeachtet. Letztendlich ist der Film dann doch im Player gelandet und hat uns sogleich eines Besseren belehrt. Hinter diesem Genrefilm steckt nämlich weit mehr als nur herzlose Dutzendware. Schnell zieht einen der Streifen mit seiner mysteriösen Machart in den Bann und lässt so schnell nicht wieder los. Ein Geheimnis soll entschlüsselt werden und das entfacht schnell die Neugier des Zuschauers. Auf einer Farm geht es nicht mit rechten Dingen zu, was Regisseur ROBERT HAMILTON in viele unheimliche Bilder verpackt. Der Mann lässt bewusst lang Fragen offen und sorgt für ausreichend Verwirrung. Das zögert die Spannung hinaus und kommt dem Film zugute.
 
 
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Der Mix aus Gruseldrama, Psychothriller und Mysteryfilm berichtet vom Leidensweg des Henry Dawles (NICK APOSTOLIDES). Der wird vom betagten Mr. Remiel beauftragt dessen Nachlass zu bewerten, was sich aufgrund der Größe des Grundstücks bald als unterschätzte Herausforderung entpuppt. Weitaus herausfordernder als die antiken Gegenstände des älteren Herren zu bewerten, sind die seltsamen Vorkommnisse im Haus, die sich mit der Ankunft des attraktiven Mittdreißigers ereignen. Erst entdeckt Henry auf dem Dachboden des Gästehauses eine verweste Leiche. Später macht er schmerzhafte Bekanntschaft mit einer abgemagerten Kreatur, die ihn erst zu Boden schlägt und anschließend das Weite sucht. Leider schenkt der Hausherr dem Gast keinen Glauben und macht sich stattdessen Sorgen über dessen doch besorgniserregenden Geisteszustand. So Unrecht hat er mit seiner Feststellung nicht, denn Henry beginnt schon bald grausige Stimmen zu hören und scheint dem Wahnsinn nahe. Alles Einbildung oder doch Realität? Die Antwort darauf wird erst in den letzten Minuten gelüftet.
 
 
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Und das ist auch gut so. THE SUFFERING lebt von der Prämisse, dass der Zuschauer möglichst lang im Unklaren gelassen wird. Da ein paar Visionen, dort seltsame Kreaturen, die den Leidgeplagten durch ein Maisfeld jagen. Offensichtlich wollen die Ereignisse in THE SUFFERING keinen Sinn ergeben. Das ist so gewollt, denn Regisseur ROBERT HAMILTON zielt auf einen Überraschungstwist ab. Die Auflösung scheint absurd, aber genial zugleich, denn THE SUFFERING greift gegen Ende sogar auf religiöse Metapher zurück und macht den Streifen so zur runden Angelegenheit. Die Spannung wird konstant gehalten, denn in diesem Mysterythriller ist immer etwas los. Der Held wird mit allerhand seltsamen Ereignissen konfrontiert, die ihn an seinem Verstand zweifeln lassen. Weil man die Zusammenhänge verstehen will, fesselt der Streifen gerade deshalb vor den Fernsehapparat und belohnt mit schaurigen Kameraeinstellungen und düsterer Bildsprache. Daher werden Fans reißerisch gefilmter und hektisch geschnittener Kommerzware an dieser Stelle gewarnt. THE SUFFERING bringt langsam erzähltes und subtil inszeniertes Gruseln in die Heimkinos. Das bedeutet, dass sich Macher ROBERT HAMILTON mehr auf Aufbau von Unbehagen konzentriert, statt seine Geschichte mit oberflächlichen Schocks zu überfrachten oder gar im Blut zu ersäufen. Wer mit dieser Vorkenntnis an den Film herangeht, wird mit einer gut durchdachten Horrorgeschichte belohnt, die so einige Überraschung parat hält.
 
 
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THE SUFFERING – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Überraschend sehenswerter Horror-Indie mit unerwarteter Auflösung, die zur Abwechslung mal wirklich das Prädikat „originell“ tragen darf. Nein, THE SUFFERING ist keine weitere überflüssige Horrorverfilmung eines erfolgreichen Videospiels. Regie-Newcomer ROBERT HAMILTON macht was ganz Eigenes und hat nach ein paar Kurzfilmen den ersten Langfilm inszeniert, mit dem er genau ins Schwarze trifft. Er vermischt in THE SUFFERING psychologischen Schauer mit rätselhaftem Mystery und verfeinert den Gänsehaut-Cocktail mit verstörenden Horror-Elementen, die es in sich haben. Entstanden ist ein außergewöhnlicher Gruselstreifen, der vor allem wegen der zermürbenden Atmosphäre und dem gut durchdachten Handlungsaufbau in Erinnerung bleibt. Das Sahnehäubchen bildet ein Plottwist mit Aha-Moment von dem der SIXTH SENSE und THE VILLAGE-Macher M. NIGHT SHYAMALAN noch etwas lernen kann. Der ist ebenso für seine unerwarteten Überraschungs-Twiste berüchtigt. Leider wirken die mittlerweile derart konstruiert, dass er mit seinen haarsträubenden Filmenden schon länger keinen mehr hinterm Ofen hervorlocken kann. Wer was auf Horrorfilme hält, sollte sich demnach Macher ROBERT HAMILTON auf die Beobachtungsliste setzten. Hat man den cleveren THE SUFFERING gesehen, kann man es gar nicht mehr abwarten zu erfahren, was der Neuling als nächstes fabrizieren wird. Ist das von ähnlicher Qualität wie das Debüt, stehen uns vielversprechende Horrorfilmzeiten ins Haus. Die hat das immer müder werdende Horror-Genre auch dringend nötig.
 
 
 


 
 
 

THE SUFFERING – Zensur

 
 
 
Gewalt spielt im Film keine sonderlich große Rolle. THE SUFFERING ist eher subtiler Natur und lebt von unheimlichen Bildern und schauriger Stimmung. Dennoch gibt es einige kurze Schauwerte zu bestaunen. Eine verweste Leiche wird gefunden, Menschen mit entfernten Augen gibt es zu sehen und am Ende schießt sich eine Figur mit einem Schrotgewehr den Kopf weg. Hierzulande reicht das alles für eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE SUFFERING – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Last Will and Testament of Rosalind Leigh (2012)
 
The Awakening (2011)
 
The Abandoned (2015)

Filmkritik: „The Abandoned“ (2015)

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THE ABANDONED

(THE CONFINES)

Story

 
 
 
Eine junge Mutter erlebt den Horror ihres Lebens. Im neuen Job geht es nämlich nicht mit rechten Dingen zu. Als Wachfrau entdeckt sie im Keller eines unbewohnten Luxus-Gebäudes Unheimliches von dem der Arbeitgeber nichts erzählt hat.

 
 
 


 
 
 

THE ABANDONED – Kritik

 
 
 
Wer heutzutage mit einem Horrorfilm Erfolg verbuchen möchte, braucht nicht viel. So sind neben Blut und Gewalt vor allem Schreckmomente das Salz in der Suppe, von denen der Film THE ABANDONED jede Menge zu bieten hat. Ein Sammelsurium unerwarteter Schocks bildet hier das Fundament für 90 Minuten Unbehagen, die schreckhaften Gemütern einiges abverlangen. Die sollten Vorsicht walten lassen, denn laute Jump-Scares sorgen für schnellen Herzschlag – Besitzer von Heimkinoanlagen wird’s freuen. Regienewcomer EYTAN ROCKAWAY probiert sich im Angstmachen aus und versucht es auf dem subtilen Wege. Statt Mord- und Totschlag steht Spuk im Mittelpunkt, der sich in einem verlassenen Luxus-Apartment-Gebäude abspielt und durch die Unachtsamkeit von Filmfigur Streak (gespielt von LOUISA KRAUSE) ausgelöst wird.
 
 
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Die hat psychische Probleme und bekommt Schwierigkeiten mit dem Staat, weil der ihr das Sorgerecht für die kleine Tochter wegnehmen möchte. Um zu zeigen, dass in der von Sorgen geplagten Frau eine verantwortungsvolle Mutter steckt, nimmt sie eine letzte Chance wahr und sucht sich einen Job. Der ist schnell gefunden und führt zu einem 30-stöckigen Gebäudeblock, der seit Jahren leersteht. Dort soll sie als Wachfrau für Ordnung sorgen, damit sich Landstreicher, Junkies und Möchtegern-Hausbesetzer nicht ungefragt Zutritt verschaffen. Doch die einfache Arbeit wird zur Herausforderung, denn irgendwas Unheimliches geht im Keller des Hauses vor. Während ihrer regelmäßigen Kontrollgänge klopft es plötzlich hinter jahrelang verschlossenen Türen. Kollege und Griesgram Cooper (JASON PATRIC) beobachtet mittels Überwachungskameras, kann aber nichts Mysteriöses finden. Leider entbrennt in Filmfigur Streak die Neugier. Sie öffnet die verrostete Tür in den Katakomben des Gebäudes und befreit unwissend Geschöpfe, die jahrelang dahinter ihr Dasein fristen mussten.
 
 
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Gruselige Flure, endlose Korridore und dunkle Gänge – THE ABANDONED macht es auf klassischem Wege und beschert Gruselatmosphäre durch versiertes Zusammenspiel von Licht, Schatten und beunruhigenden Geräuschen. Statt plakative Gewalt zu zeigen, will der Streifen Angst durch altmodisches Handwerk bescheren und lässt Heldin Streak geduldig schlecht ausgeleuchtete Räume und finstere Katakomben erkunden, in denen der Zuschauer Schauriges vermutet. Leider gelingt es Regisseur-Neuling EYTAN ROCKAWAY nicht lang, des Pudels Kern geheim zu halten, denn das Mysterium jenen Gemäuers wird zu früh in Form deformierter Kindergeister auf die Leinwand gebracht, die nur eins wollen: spielen. Immerhin befindet sich der Gruselfaktor auf konstant hohem Niveau, denn der Macher beweist ein talentiertes Händchen für unwohlige Stimmung, perfektes Schock-Timing und klaustrophobische Atmosphäre. Wie wichtig Letztere für einen Horrorfilm ist, bewies bereits der kürzlich besprochene LAST SHIFT, in dem – ähnlich wie in THE ABANDONED – die Filmheldin durch ein menschenleeres Gebäude gejagt und mit bösen Mächten konfrontiert wird. Zwar ist die Auflösung in THE ABANDONED thematisch ein ganz anderer Schuh; trotzdem unterscheiden sich die beiden Filmen von der Machart nicht unwesentlich voneinander – außer vielleicht beim Blutgehalt.
 
 
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Regisseur EYTAN ROCKAWAY hält sich an Regeln gängigen Geisterkinos und macht das ganz gut. So wird munter erschreckt, damit die Spannung gehalten und des Zuschauers Nerven gekitzelt werden können. Seltsame Ereignisse werden mittels Überwachungskameras (etwas Found-Footage muss in Geisterfilmen immer sein!) zutage gebracht, die im gesamten Gebäude platziert wurden und Paranormales aufzeichnen. Dem geht die Filmheldin auf den Grund und lüftet ein Geheimnis, das – wie könnte es auch anders sein – durch klischeehaftes Finale inklusive Überraschungstwist an das Publikum gebracht werden muss. Leider wirkt die Auflösung des Spuks aufgesetzt, weil THE ABANDONED aufgrund zu weit hergeholter Erklärungsversuche auf Zwang in eine andere Schublade gepresst werden soll. So wird aus dem mysteriösen Geister-Thriller plötzlich ein metapherreiches Drama mit deprimierendem Ausgang, das all die zuvor protokollierten Geschehnisse in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Eine verwirrende Angelegenheit für den Zuschauer und ein missratener Abschluss dazu. Trotzdem gehört THE ABANDONED (der übrigens anfangs THE CONFINES heißen sollte) zu den besseren Beiträgen innerhalb des Geister- und Spukgenres und sollte von Fans dieses Subgenres nicht ungesehen bleiben.
 
 
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THE ABANDONED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unheimliche Gruselware für schreckerprobte Gruselfans mit vielen, gelungenen Gruselmomenten. Regienewcomer EYTAN ROCKAWAY macht Horror der altmodischen Art und schwört Unheil mit klassischer Methodik herauf. Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, erzählt er eine gemächliche Schauergeschichte, die sich Zeit für Atmosphäre und Figuren lässt. Als Salz in der Suppe erweisen sich deftige (Er)Schreckmomente, die selbst alteingesessene Kenner des Genres zusammenzucken lassen. Leider lässt der Macher den Zuschauer bereits nach 30 Minuten wissen, was hier für Ärger sorgt. Es sind deformierte und geistig behinderte Kinder, die einen grausamen Tod erlitten haben und nun rastlos durch Gänge geistern. Trotzdem; auch wenn das Mysterium im Film zu früh verraten wird, gruselt’s sich gut mit THE ABANDONED, weil Filmemacher EYTAN ROCKAWAY offensichtlich viele der alten Schauerklassiker genau studiert hat. So fällt talentiertes Spiel mit menschlichen Urängsten sowie souveräner Gebrauch von Licht, Schatten und unheilverkündenden Geräuschen positiv auf, mit dem die Spannung bis zum bitteren Ende gehalten werden kann und Gänsehautatmosphäre heraufbeschworen wird. Deutlich weniger gelungen ist dagegen das Finale. Das trägt mal wieder das Etikett „besonders kreativ“, weil es mit einem Überraschungstwist aufwartet (M.NIGHT SHYAMALAN lässt grüßen). Die Auflösung wirkt leider so deplatziert, überflüssig und erzwungen, dass der positive Gesamteindruck von THE ABANDONED Federn lassen muss. Daher am besten nach der Unterwasserszene kurz vorm Abspann abschalten, sonst ärgert man sich nur.
 
 
 


 
 
 

THE ABANDONED – Zensur

 
 
 
Gewalttechnisch wird auf Sparflamme geköchelt. Ein Obdachloser wird in einem schmierigen Bad von den Geistergören im Off etwas zu rabiat behandelt. Mehr böse Szenen gibt es nicht zu sehen. THE ABANDONED ist ein Geisterfilm mit Augenmerk auf subtile Angstmacherei. Demzufolge gibt es dafür hierzulande von der Prüfbehörden eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE ABANDONED – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fear Lives Here (2012)

Out of the Dark (2014)

The Awakening (2011)

Filmkritik: „The Atticus Institute“ (2015)

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THE ATTICUS INSTITUTE – TEUFLISCHE EXPERIMENTE

Story

 
 
 
„…Auf dieser Welt gibt es Dinge, die wir nicht erklären können und Judith Winstead ist eines dieser Dinge …“

Parapsychologen untersuchen die telekinetischen Fähigkeiten von Testobjekt Judith Winstead und entdecken, dass im Körper der Frau das Böse schlummert.

 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Kritik

 
 
 
Dass mit Dämonen und Geistern nicht gut Kirschen essen ist und es im Horrorfilm immer wieder übermütige Protagonisten geben muss, die das Böse unnötig herausfordern, scheint eine der vielen Absurditäten im Genre zu sein, die sich in nahezu jedem Film dieser Art wiederholen. Seit jeher ist der Mensch vom Unerklärlichen fasziniert, was auch der Grund dafür sein dürfte, weshalb paranormal angehauchte Gruselwerke so viel Zuspruch erhalten und nicht mehr von der Bildfläche verschwinden wollen. Paranormales geht immer. Ob als Komödie, Drama oder im längst totgefilmten Found-Footage-Stil; seit PARANORMAL ACTIVITY im Kino zum Renner wurde, haben Filme mit unerklärlichen Phänomenen Hochkonjunktur.
 
 
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Ein weiterer in der Runde dieser Unbehagen verursachenden Mystery-Grusler ist das Schauererlebnis THE ATTICUS INSTITUTE in dem drei Filmzutaten miteinander kombiniert werden, die momentan die Horrorlandschaft dominieren. Regisseur CHRIS SPARLING hat vor einigen Jahren an den Drehbüchern zu BURIED (2010) und ATM (2012) geschrieben und vereint in seiner zweiten Regiearbeit Dämonen- und Exorzismus-Genre mit der Wackelkamera-Methode, damit alles authentischer wirkt. In dem als Dokumentarfilm getarnten Gruseltrip wird die telepathisch veranlagte Judith Winstead (sehr beängstigend verkörpert von RYA KIHLSTEDT) von Wissenschaftlern in einem kleinen Forschungslabor bei Pennsylvania untersucht. Sie kann Dinge mit der Kraft ihrer Gedanken bewegen und verhält sich im Vergleich zu gleichaltrigen Geschlechtsgenossinnen nicht sonderlich normal. Es sind die späten 70er und die Erforschung paranormaler Ereignisse steckt noch in den Kinderschuhen, so dass es selbst erfahrenen Forschern nicht immer auf Anhieb gelingt Betrüger oder Scharlatane zu entlarven. Die meist abwesend und aggressiv auftretende Frau scheint da jedoch aus einem anderen Holz geschnitzt zu sein. Ihre Präsenz verursacht bei Experten Gänsehaut und in Experimenten bestätigt sich die Vermutung, dass ihre Fähigkeiten nicht menschlicher Natur sein können. Schnell wird das Militär auf die sonderbare Gabe aufmerksam und erweckt im Körper der hilflosen Frau das Böse, das von der Regierung nun gezähmt werden möchte, um es für eigene Belange nutzen zu können.
 
 
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THE ATTICUS INSTITUTE gehört zur Gattung „Mockumentary“, was ein Filmgenre bezeichnet, in dem die Geschehnisse in einen gestellten Dokumentarfilm verpackt werden. Hier bekommt der Zuschauer auf echt getrimmte Interviews mit Angehörigen und Professoren vor die Linse, die von schrecklichen Ereignissen berichten und das grausames Vorgehen des Militärs beschreiben, das in diversen Experimenten versucht, den Willen eines widerspenstigen Dämons zu brechen. Der Hauptteil der Handlung wird jedoch von Hindergrundmaterial, Aktenaufzeichnungen und Archivaufnahmen getragen, in denen unmenschliche Versuche an einer labilen Frau protokolliert werden. Die sollen dazu dienen, um das Böse heraufbeschwören zu können, das sich hartnäckig in Protagonistin Judith Winstead versteckt hält. Lang dauert es jedoch nicht, bis der dämonischen Präsenz der Geduldsfaden reißt. Ganz unerwartet verwandelt sich die anfänglich verwirrte Patientin in eine unkontrollierbare Furie und scheint sichtlich Spaß daran zu haben Zuschauer, Militär und Professoren ausgiebig in Sachen Terror zu unterrichten – Mord und Totschlag inklusive.
 
 
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In Judith schlummert das Grauen, was angesichts des reichlich spektakulär geschnittenen Trailers niemand verwundern dürfte, zeigt der nämlich die besten Szenen am Stück und nimmt dem Zuschauer die Spannung. Demzufolge raten wir von der Sichtung des Trailers ab, der mal wieder viel zu viel verrät und dem Fan solcher Streifen das Filmsehen vermiest. Immerhin bahnt sich der Schrecken langsam seinen Weg durch die finsteren Versuchsräume und garantiert zumindest in den ersten dreißig Minuten wohlig altmodisches Gänsehautfeeling, was vor allem durch die auf alt getrimmten Videobänder verstärkt wird, die immer mal wieder längst vergessene VHS-Zeiten wach werden lassen. Leider kann Schocktherapie-Macher CHRIS SPARLING das hohe Grusel-Niveau der ersten halben Stunde nicht konstant halten, denn nach einem spannenden Einstieg dümpelt der Film lustlos auf der Stelle und quält mit immer haarsträubenderen Experimenten, die nur unnötig das Tempo bremsen. Was folgen wird ist vorhersehbar, denn die Absurdität der im Film gezeigten Ereignisse lässt darauf schließen, dass der jähzornige Dämon letztendlich nur mit einem Exorzismus bekämpft und die Menschheit so gerettet werden kann. Doch die Austreibung fruchtet nur bedingt und gipfelt mal wieder im ach so überraschenden Schlussgag, mit dem sich Horror-Regisseure in letzter Zeit scheinbar gegenseitig selbst übertrumpfen möchten.
 
 
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Dass THE ATTICUS INSTITUTE trotz Found-Footage-Gewand weitestgehend nach Film ausschaut, muss man Regisseur CHRIS SPARLING hoch anrechnen. Die für diese Art von Filmen bekannten und gehassten Kameraausfälle, Wackelattacken und Bildstörungen bleiben aus, so dass THE ATTICUS INSTITUTE auch bei Gegnern von pseudodokumentarischen und auf echt getrimmten Schüttelfilmen Eindruck hinterlassen dürfte. Im Rahmen des Found-Footage-Genres gehört dieser Besessenheits-Spuk zu den besseren Vertretern jener Gattung Filme. Zumal es einige gut platzierte Schreckmomente schaffen, den Puls mutiger Filmfreunde nach oben zu treiben. Zusammen mit den gelungenen Spezialeffekten garantiert THE ATTICUS INSTITUTE auf jeden Fall kurzweilige Mystery-Unterhaltung von der man dennoch nichts Großes erwarten sollte.
 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unheimliche Schocktherapie, die den Puls des Zuschauers nach oben treiben wird. In THE ATTICUS INSTITUTE sind dämonische Kräfte am Werk, die dem Mensch mal wieder klar machen wollen, dass man das Tor zur dunklen Seite besser verschlossen halten sollte. Regisseur CHRIS SPARLING kombiniert Exorzismus-, Dämonen- sowie Found-Footage-Genre und macht daraus eine finstere Geschichte im Mockumentary-Stil, die sich am derzeit immer noch beliebten Paranormal-Trend orientiert. Das anfänglich subtile Gruselkino verwandelt sich recht zügig zum schreckintensiven Besessenheits-Thriller, der leider im späteren Verlauf eine ziemlich absurde Metamorphose durchlebt. Immerhin beweist SPARLING ein gutes Gespür für treffende Schockmomente. Trotz Vorhersehbarkeit sitzen die sicher und machen THE ATTICUS INSTITUTE zur Mutprobe unter zartbesaiteten Gemütern. Abschließend bleibt zu erwähnen, dass man sich gegen nervige Found-Footage-Klischees entschieden hat, die man vermutlich von pseudodokumentarischen Horrorflicks erwartet. THE ATTICUS INSTITUTE schaut mehr nach Film aus, weil man bewusst auf Kameraausfälle, Wackelattacken und Bildstörungen verzichtet hat. Für den als Dokumentation getarnten Mystery-Grusler eine Bereicherung, können so auch Gegner mittlerweile nicht mehr ganz so beliebter Schüttelfilme endlich mal wieder in den Genuss gut getrickster Horrorware kommen.
 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Zensur

 
 
 
THE ATTICUS INSTITUTE ist typischer Mystery-Horror ohne großes Blutvergießen. Zu sehen gibt es nicht viel Gewalttätiges. Die vermutlich blutigste Szene ist die, in der die Besessene allein mit ihrer Gedankenkraft das Herz eines aufgeschnittenen Frosches zerfetzt. Ansonsten ist der Horror hier hauptsächlich subtiler Natur. THE ATTICUS INSTITUTE hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten und ist ungeschnitten veröffentlicht worden.
 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Atticus Institute; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 01.10.2015

 

The Atticus Institute – Teuflische Experimente [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE ATTICUS INSTITUTE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte für die verwendeten Grafiken liegen bei Universal Pictures Home Entertainment.

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Taking of Deborah Logan (2014)
 
The Dyatlov Pass Incident (2013)
 
The Vatican Exorcisms (2013)
 
The Bay (2012)
 
The Dinosaur Project (2012)

Filmkritik: „Zellblock 11“ (2014)

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ZELLBLOCK 11

(HAUNTING OF CELLBLOCK 11)

Story

 
 
 
Das Filmteam einer Reality-Show reist zu einem verlassenen Gefängnis, um dort paranormalen Erscheinungen auf den Grund gehen zu können. Die lassen nicht lang auf sich warten, denn die Geister der hier Inhaftierten bemächtigen sich den Crew-Mitgliedern und haben nur einem Ziel: Rache.

 
 
 


 
 
 

ZELLBLOCK 11 – Kritik

 
 
 
Kommt ein Horrorfilm gut beim Publikum an, kann man davon ausgehen, dass entweder eine Fortsetzung oder zig ähnlich gestrickte Plagiate folgen werden, die sich quasi der gleichen Gewinnformel bedienen, um beim Zuschauer landen zu können. HAUNTING OF CELLBLOCK 11, der in Deutschland als ZELLBLOCK 11 vermarktet wird, ist so ein Machwerk bei dem der Zuschauer das Gefühl nicht loswerden möchte, gleichen Film bereits dutzende Male gesehen zu haben. Kein Wunder, Regisseur ANDREW P. JONES hat sich für seinen billig gewerkelten Geisterfilm scheinbar ziemlich einfallslos von der Found-Footage-Hatz GRAVE ENCOUNTERS inspirieren lassen, die im Jahr 2011 ein Überraschungshit war und seither unzählige Hobby-Geisterjäger in beachtlicher Regelmäßigkeit durch verlassene Krankenhäuser, Psychiatrien und Gefängnisse irren lässt, um paranormale Aktivitäten auf Film bannen zu können. Leider hatte JONES keine Muße, um sich selbst Gedanken über einen spannenden Plot zu machen, so dass er ganz einfältig besagte Gruselware kopiert und daraus einen vollkommen überflüssigen Film inszeniert hat, auf den die Filmwelt eigentlich verzichten kann. Ähnlich wie in GRAVE ENCOUNTERS steht auch in ZELLBLOCK 11 (der übrigens anfänglich APPARITIONAL heißen sollte) ein Filmteam im Mittelpunkt, das stets auf der Suche nach paranormalen Ereignissen ist, um daraus eine Folge der beliebten Reality-Show „Ghost Sightings“ machen zu können. Leider waren die zuletzt untersuchten Fälle nicht sonderlich spektakulär, was Produzentin Ms. Simon (Ein Wiedersehen mit Altstar DEE WALLACE) Sorgen bereitet. Sie trommelt die Crew zusammen und fordert bessere Recherchen, damit die Zuschauer der Serie reißerische Geschichten zu sehen bekommen und die Sendung nicht abgesetzt werden muss. Als ob der Zufall es wolle meldet sich sofort ein älterer Herr, der das Filmteam zu einem verlassenen Gefängnis führt, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Bevor das Gebäude geschlossen wurde, soll hier ein Arzt grausame Experimente an Inhaftierten durchgeführt haben, um deren Psyche zu heilen. Legenden, die sich bald als wahr herausstellen, denn es dauert nicht lang bis das Team auf die rastlosen Seelen jener stößt, die durch die Hand eines skrupellosen Arztes ihr Leben lassen mussten. Was folgt, ist wenig einfallsreich. Die Geister bemächtigen sich der Körper der unwissenden Geisterjäger und wollen nur eins: ihren Peiniger ausfindig machen und sich an ihm rächen.
 
Alles bleibt so wie es ist. ZELLBLOCK 11 ist ein Low-Budget-Grusler ohne nennenswerte Höhepunkte, der aber immerhin vom lästigen Found-Footage-Stilmittel Abstand hält, das seit PARANORMAL ACTIVITY vor allem in Geisterfilmen immer wieder Verwendung findet. Das ist aber auch der einzig Positive, was der Gefängnis-Spuk zu bieten hat, denn im Grunde genommen klappert JONES all jene Etappen gängiger Gruselware ab, die der Zuschauer in jedem aktuellen Geisterfilm zu sehen bekommt. Ob finsteres Gebäude mit dunklen Gängen, modernes Equipment, um Spuk orten zu können oder bedenkliche Warnungen verängstigter Einheimischer, die das Filmteam vor drohendem Unheil bewahren möchten; ZELLBLOCK 11 ist derart vorhersehbar, dass schnell die Lust am Gruseln vergeht, weil sich die Geschehnisse nach Schema F abspielen und schlichtweg kreative Gedankenblitze fehlen. Derart Ideenarmut stößt bitter auf und wirft die Frage in den Raum, warum Filmemacher eigentlich immer wieder gleiche Geschichten auf Film bannen müssen, deren Verläufe sich bereits nach Sichtung des Trailers erahnen lassen. Auch hier dürfte ein lukrativer Umsatz die Antwort liefern, schließlich entstehen derart unbrauchbare Streifen nicht aus Liebe zum Horrorfilm. Wäre das der Fall, hätte Regisseur ANDREW P. JONES vermutlich bedeutend mehr Herzblut investiert und einen halbwegs vernünftigen Grusler abgeliefert. Demzufolge sei an dieser Stelle all jenen Horrorfans vom Blindkauf abzuraten, die sich von ZELLBLOCK 11 einen unheimlichen Gruselabend versprechen, schließlich regiert in diesem Schauerstreifen schlicht und einfach die nur eins: die Langeweile.
 
 
 


 
 
 

ZELLBLOCK 11 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
„A wie austauschbar“ und „B wie billig“. In ZELLBLOCK 11 (Originaltitel: HAUNTING OF CELLBLOCK 11) mangelt es an allem. Ob ausreichend Budget, gute Ideen oder neue Geschichten – dieser Film macht dem Low-Budget-Sektor alle Ehre und raubt dem Zuschauer vor allem eins: die Geduld. Regisseur ANDREW P. JONES hat mit seinem Geisterfilm ein weiteres Plagiat des erfolgreichen GRAVE ENCOUNTERS fabriziert nur mit dem Unterschied, dass man zur Abwechslung Abstand vom allmählich überdrüssigen Found-Footage-Filmstil nimmt. Das ist dann aber auch die einzige Neuerung, die ZELLBLOCK 11 zu bieten hat. Ansonsten verläuft dieser ideenlose Einheitsbrei nach der gängigen Zutatenliste für Geister-Horror. Wer sich daran schon sattgesehen hat, dürfte sich schnell gelangweilt fühlen, weil dieser austauschbare Gefängnisspuk nichts zu bieten hat, was man nicht schon in gefühlt Tausenden dieser angeblich gruseligen Machwerke gesehen hat. Wir von FILMCHECKER meinen: verschwendete Zeit!
 
 
 


 
 
 

ZELLBLOCK 11 – Zensur

 
 
 
ZELLBLOCK 11 ist ein typischer Vertreter der Gattung subtiler Geister-Horror. Demzufolge gibt es hier kaum schaufreudige Gewaltakte zu sehen. Ein Mann jagt sich eine Gewehrkugel in den Kopf. Ein anderer Hauptdarsteller tötet sich selbst und springt von einem Geländer hinab in die Tiefe. Wo kaum Gewalt stattfindet, darf meist mit einer FSK16 gerechnet werden. So ist es auch – ZELLBLOCK 11 ist frei ab 16 Jahren. Wegen dem Bonusmaterial auf der Heimkinofassung hat die Scheibe eine Erwachsenfreigabe erhalten.
 
 
 


 
 
 

ZELLBLOCK 11 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Schröder Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Apparitional; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 08.10.2015

 

Zellblock 11 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ZELLBLOCK 11 – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters (2011)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Hollows Grove (2014)
 
SX TAPE (2013)
 
House of Dust (2013)
 

Filmkritik: „Hollows Grove“ (2014)

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HOLLOWS GROVE

Story

 
 
 
Die Crew einer Reality-TV-Show macht in einem verlassenen Waisenhaus Jagd auf Geister, die über den unangemeldeten Besuch jedoch gar nicht erfreut sind und die unwillkommenen Gäste mit dem Tod bestrafen …

 
 
 


 
 
 

HOLLOWS GROVE – Kritik

 
 
 
So langsam glaubt jeder semiprofessionelle Filmemacher Horrorabfall drehen zu müssen, der sich der nicht mehr der ganz so frischen Found-Footage-Machart bedient. Zwar ist die Umsetzung solcher Filme immer noch finanziell lukrativ, weil wenig Produktionsbudget benötigt wird, um sie drehen zu können. Dennoch bringen es nur noch wenige von ihnen zum Erfolg, weil es schlichtweg zu viele von ihnen gibt, die sich dazu auch noch kaum voneinander unterscheiden. Mit schnell heruntergekurbelten Found-Footage-Gruslern den Fuß ins Horrorgeschäft zu bekommen ist schwer geworden, denn mittlerweile haben sich Filmfans am auf authentisch getrimmten Wackel-Wahn sattgesehen und winken nicht selten ab, wenn von neuen Schüttel-Schockern die Rede ist. Der Grund hierfür ist in der offensichtlichen Ideenarmut zu suchen, schließlich haben die immer gleichen Handlungsverläufe, Schreckmomente und Stilmittel dazu beigetragen, dass das einst durch BLAIR WITCH PROJECT gefeierte Sub-Genre nur noch eins verbreitet: Kopfschmerzen und Langeweile.
 
Auch wenn im Grunde genommen niemand mehr Found-Footage-Filme sehen will, scheint es da draußen trotzdem noch Regisseure zu geben, die noch nicht davon Wind bekommen haben, dass der Schüttelfilm-Zug längst ohne sie abgefahren ist. Einer derer ist CRAIG EFROS. Der Regie-Newcomer hat mit seinem HOLLOWS GROVE einen dieser überflüssigen Nachzügler gedreht, der dem schlechten Ruf jener totgedrehten Filmgattung gerecht wird. Neues sucht man nämlich in seinem Filmdebüt vergebens. Stattdessen vereint er wahllos all jene Stilmittel und Filmelemente in einem Streifen, die aus dem Found-Footage-Genre das gemacht haben, was es heute ist: eine cineastische Plage, die man partout nicht mehr loswird.
 
HOLLOWS GROVE ist ein einfältiges GRAVE ENCOUNTERS-Plagiat, in dem einige Hobby-Geisterjäger ein verlassenes Waisenhaus für ihre Reality-Show auf paranormale Aktivitäten untersuchen. Mit an Bord der Dokumentarfilmer Harold (MATTHEW CAREY), der die Dreharbeiten einer Folge der beliebten TV-Serie begleiten möchte, um darüber eine eigene Dokumentation drehen zu können. Selbstverständlich ranken düstere Legenden um das Gebäude, die vom mysteriösen Selbstmord zweier Krankenschwestern berichten und einem kleinen Mädchen, dass eine Leidenschaft für das Durchschneiden von Kehlen besaß. Anfänglich noch guter Dinge und zu pubertären Späßen aufgelegt, beginnt die Gruppe das verlassene Anwesen nach Geistern abzugrasen und finden die Erkundungstour plötzlich gar nicht mehr lustig, als eine Katze kopfüber gegen die Wand geschleudert wird und verendet. Was folgt ist wenig originell. Da rütteln Kochtöpfe in der Küche, spielen Plattenspieler ohne Strom und bewegen sich Dreiräder wie von Geisterhand durch lange Hausflure. Unartige Geistergören sind in HOLLOWS GROVE am Schaffen und möchten garantiert nicht nur spielen.
 
80 Minuten Film können lang sein, vor allem dann, wenn man das Gezeigte schon unzählige Male gesehen hat. HOLLOWS GROVE erzählt die gleiche Geschichte, die in Found-Footage-Werken immer wieder über Bildschirm und Leinwand flimmert sobald rastlose Geister ihr Unwesen treiben. Die einzige Neuerung besteht diesmal darin, dass die Kulisse ausgetauscht wurde, damit dem Zuschauer etwas Abwechslung geboten wird. Ansonsten bleibt alles beim Alten und die wenigen Protagonisten arbeiten sich Schritt für Schritt von Zimmer zu Zimmer nur um Ende feststellen zu müssen, dass die hier festsitzenden Seelen den unangemeldeten Besuch so schnell wie möglich loswerden wollen. Sobald der erste Tote zu beklagen ist, gerät auch die Kameraführung aus dem Ruder und der rote Faden (insofern es bis dahin überhaupt einen gegeben hat) verliert sich im hektischen Geschrei der noch lebenden Helden. Die sehen plötzlich die Hand nicht mehr vor Augen, weil die Geisterkinder ununterbrochen das Licht an- und ausknipsen, um sich im Schutz der Dunkelheit an ihre Opfer heranschleichen zu können. Für den Zuschauer ein Geduldsspiel, lässt sich mangels schlechter Ausleuchtung und wilder Wackelei bald kaum noch Erkennen, was da eigentlich überhaupt in HOLLOWS GROVE passiert.
 
Regisseur CRAIG EFROS hat mit seinem Erstling eine vollkommen spannungsarme Horror-Gurke inszeniert, die auch kein einziges Found-Footage-Klischee auslässt. Wie eh und je wird hier unentwegt gewackelt, gelaufen, gerannt und geschrieen, damit die Nerven des Horrorfans überstrapaziert werden. Bei so überraschungsarmer Horror-Ware fragt man sich ohnehin, was Altstar LANCE HENRIKSEN (IT’S IN THE BLOOD, DAS HALLOWEEN MONSTER, ALIEN und GINGERCLOWN) dazu getrieben hat in HOLLOWS GROVE einen Nebenrolle zu übernehmen und sogar noch den Allerwertesten in die Kamera zu strecken. Wir werden es vermutlich nie erfahren.
 
 
 


 
 
 

HOLLOWS GROVE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Schockintensive Geisterjagd vor gespenstiger Kulisse. Unerwartete Schreckmomente sind aber auch das einzige, was HOLLOWS GROVE überhaupt nennenswert macht. Regisseur CRAIG EFROS hat mit seinem Schauerdebüt einen der langweiligsten Vertreter Gattung „Found-Footage“ gedreht, der erst in den letzten zehn Minuten aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Bis dahin gibt es schläfrigen Budenzauber von der Stange, der mal wieder von den gleichen Spukklischees Gebrauch macht, die man in nahezu jedem Gruselfilm zu sehen bekommt. Da bewegen sich Gegenstände von Geisterhand und unangenehme Gerüche deuten darauf hin, dass in HOLLOWS GROVE irgendwas nicht so läuft, wie man es sich gern gewünscht hätte. Der Überraschungserfolg GRAVE ENCOUNTERS hat wahrscheinlich mächtig Eindruck hinterlassen, denn im Grunde genommen ist EFROS Spielfilmdebüt nichts anderes als die langweiligere Light-Variante besagter Geisterhatz aus dem Jahre 2011. Auch hier erkundet eine TV-Crew ein unheimliches Gebäude mit mysteriöser Vergangenheit und wird am Ende für die ungefragte Schnüffelei mit dem Tode bestraft. Von den Qualitäten eines GRAVE ENCOUNTERS und dessen Fortsetzung ist HOLLOWS GROVE dennoch Lichtjahre entfernt, dazu fehlen dem Streifen einfach die guten Ideen, um aus der Masse an vielen unbrauchbaren Found-Footage-Streifen hervorstechen zu können. Dennoch: Wer immer noch nicht die Nase voll hat, sich die ständig gleichen Filme mit dem allmählich nervenden Schüttel-Gimmik anzuschauen, dürfte auch HOLLOWS GROVE auf seine Filmliste setzen. Wir meinen jedoch, dass dieser Film dahin gehört, wo er wohl am besten aufgehoben wäre: in der Mülltonne.
 
 
 


 
 
 

HOLLOWS GROVE – Zensur

 
 
 
In HOLLOWS GRAVE werden Protagonisten aus Fenstern geschleudert, Kehlen durchgeschnitten und Helden bei lebendigem Leibe verbrannt. Man darf von einer ungeschnittenen FSK 16 ausgehen, denn sonderlich brutal anzuschauen ist das hier Gezeigte nicht.
 
 
 


 
 
 

HOLLOWS GROVE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raised by Wolves (2014)

The Possession of Michael King (2014)

 
Grave Encounter 2 (2012)
 
SX Tape (2013)
 
Grave Encounters (2011)
 
Paranormal Activity (2007)
 

Filmkritik: „Houses of Terror“ (2014)

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HOUSES OF TERROR

(THE HOUSES OCTOBER BUILT)

Story

 
 
 
Die fünf Freunde Bobby (Bobby Roe), Zack (Zack Andrews), Jeff (Jeff Larson), Brandy (Brandy Schaefer) und Mikey (Mikey Roe) beschließen eine Rundreise durch die Staaten zu machen, um die gruseligsten Horror-Attraktionen zu finden, die alljährlich im Oktober Hochkonjunktur haben. Doch die Reise wird bald zum Horrortrip, denn unter den Betreibern amerikanischer Geisterbahnen befinden sich auch einige Zeitgenossen, denen das Erschrecken ahnungsloser Besucher allein nicht mehr ausreicht …

 
 
 


 
 
 

HOUSES OF TERROR – Kritik

 
 
 
Es grenzt fast schon an Ironie, dass aus wirklich jeder halbwegs vernünftigen Idee – und sei sie auch noch so absurd – ein Horrorfilm gemacht werden muss. Diesmal sind es Geisterbahnen in Amerika, die für Gruselunterhaltung herhalten müssen. Die von Privatleuten betriebenen Spukhäuser erfreuen sich dort vor allem während der Halloween-Zeit großer Beliebtheit, weil sie oft ziemlich professionell aufgezogen werden und nur ein Ziel verfolgen: viel Geld mit dem Erschrecken anderer Leute verdienen. Der Horror-Thriller HOUSES OF TERROR (im Original: THE HOUSES OCTOBER BUILT) nimmt sich diesem typisch amerikanischen Grusel-Phänomen an. Dem folgen alljährlich Millionen Mutige in den Staaten, die in den zu Horrorkabinetten umgebauten Scheunen und Fabrikhallen den ultimativen Adrenalinkick suchen. Allmählich reichen jedoch wandelnde Skelette und lautes Kettengerassel nicht mehr aus, um Besucher zu Tode zu ängstigen. Wie im Horrorfilm des 21. Jahrhunderts gängig, macht man mittlerweile auch im wahren Leben von reißerischen Erschreckmethoden Gebrauch und lässt Motorsägen schwingende Irre und foltergeile Psychopathen auf nichtsahnende Gäste los.
 
 
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Hinter dem Filmprojekt steckt BOBBY ROE, der scheinbar eine Schwäche für diese beliebten Gänsehaut-Attraktionen besitzt und hier eine als Dokumentarfilm getarnte Horrorfilmgurke unter die Leute bringt. Zuschauer, die sich im Genre etwas auskennen, dürften vermutlich bereits ahnen was er mit HOUSES OF TERROR fabriziert hat, schließlich kann Horror in Verbindung mit Dokumentarstil meist nur eines bedeuten: Found-Footage. Grauenhaft geht es in diesem Grusler zugange, wobei hier aber nicht die zugrundeliegende Geschichte gemeint ist. ROES Wackeldesaster bringt nach all den unglaublichen miserablen Schüttelfilmen das Fass zum Überlaufen, denn dem Regisseur gelingt das Kunststück, dass es dem Zuschauer unmöglich gemacht wird der ohnehin kaum vorhandenen Handlung zu folgen. Selten hat man cineastische Sternstunden zu sehen bekommen in denen man das Gefühl nicht loswerden will, als würde man das Geschehen aus der Sicht eines an Parkinson erkrankter Kameramanns zu sehen bekommen. Die Kameraführung in HOUSES OF TERROR ist katastrophal, denn in diesem Film scheint es kaum eine Szene zu geben, in der nicht der unsäglich nervige Schüttel-Look Verwendung findet.
 
 
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Fünf Freunde ziehen los, um das Fürchten gelehrt zu bekommen. Sie reisen von Stadt zu Stadt, um sich von den Qualitäten berüchtigter Horrorhäuser zu überzeugen, die um Halloween Hochkonjunktur feiern. Zwar wird in den privaten Schauer-Einrichtungen reichlich geschrien; den Jungs reicht das dort Gebotene jedoch nicht aus – sie wollen die härtesten, schockierendsten und furchterregendsten Geisterbahnen im Lande aufspüren. Die Suche nach Nervenkitzel erreicht bald eine sonderbare Wendung, denn auf ihrer Reise passieren plötzlich seltsame Dinge. Einige der grotesken Kreaturen besuchter Attraktionen scheinen der Gruppe zu folgen und daran interessiert zu sein, dieses Halloween für alle unvergesslich zu machen. Was folgt entwickelt sich für die Clique zum Albtraum, denn einige Schausteller jener besuchten Geisterbahnen scheint das Erschrecken von Besuchern allein nicht auszureichen. Sie wollen terrorisieren und töten, koste es was es wolle.
 
 
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HOUSES OF TERROR dürfte wohl als sparsamste Schauerproduktion in die Geschichte des Horrorfilms eingehen. Regisseur BOBBY ROE hat nämlich tatsächlich existierende Horror-Attraktionen aufgesucht und die Macher gefragt, ob er deren Lokalitäten und verkleidete Mitarbeiter für seinen Found-Footage-Quatsch verwenden kann. Schenkt man ROE Glauben, waren alle Betreiber derart begeistert von diesem Projekt, dass man ohne Probleme einwilligte und als Statist teilnahm – natürlich ohne bezahlt zu werden. Gänzlich ohne Hintergedanken dürfte das Mitmachen nicht gewesen sein, schließlich hat man ganz unauffällig Werbung für die jeweiligen Attraktionen betrieben, die in Zukunft mit noch mehr Besuchern rechnen dürfen. Trotzdem, auch wenn man in HOUSES OF TERROR ziellos von einer Jahrmarktattraktion zu nächsten läuft, ist das Konzept hinter diesem Gruselmurks erheblich unausgegoren. Wir folgen fünf Protagonisten, die nur mit einer Kamera ausgerüstet von Geisterbahn zu Geisterbahn reisen, dort angekommen durch finstere Gänge laufen und von plötzlich auftauchenden Berufserschreckern überrascht werden. Da sprinten verkleidete Clownskiller durch Flure, geistern Kinder mit Porzellanköpfen durch dunkle Räume und ein Mann im Hasenkostüm jagt den Freunden einen furchtbaren Schrecken ein. ROE hat hier wahllos Szenen zusammenschneiden lassen, die mit einem Horrorfilm nur wenig am Hut haben. Stattdessen präsentiert er ein Best-of aller Grusel-Etappen, die man in Amerikas Horrorhäusern zu sehen bekommt. Immerhin kommt der Streifen so dem Doku-Konzept weitaus näher, als manch andere pseudo-dokumentarische Found-Footage-Produktion, die dem Zuschauer vorgaukelt echt zu sein.
 
 
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Lohnt HOUSES OF TERROR denn nun gesehen zu werden? Wir meinen nein, denn auch wenn im Film des Öfteren echte Interviews mit Besuchern und Initiatoren von Horrorhäusern eingeblendet werden und viele der tatsächlich existierenden Gruselattraktionen unheimlicher ausgestattet sind, als manch fiktiver Horrorfilm, fehlt hier eine richtige Handlung, die sich ihren Weg durch den gesamten Film bahnt. Dieser wird erst kurz vor Ende Beachtung geschenkt, wenn sich der Streifen zu konfusem Terrorkino entwickelt und sich die Freunde mit einer ominösen Bande gerissener Schausteller konfrontiert sehen, die Erschrecken mit Töten verwechseln. Ob der Zuschauer nach 90 Minuten ultimativer Wackelei überhaupt noch Lust hat, dem Treiben folgen zu wollen, dürfte fraglich sein. Wir vermuten, dass die meisten Filmfans ohnehin schon nach zehn Minuten ausgeschaltet haben, schließlich dürfte HOUSES OF TERROR als jener Found-Footage-Film gehandelt werden, der mit der nervigsten Kameraführung den Spaß am Horror verdirbt.
 
 
 


 
 
 

HOUSES OF TERROR – Fazit

 
 
 4 Punkte Final
 
 
 
Die ultimative Lektion in Sachen Horror, was in HOUSES OF TERROR (Originaltitel: THE HOUSES OCTOBER BUILT) hauptsächlich auf die unerträgliche Wackelei gemünzt ist, die das Schauen dieses neuen Found-Footage-Machwerks für den Zuschauer unzumutbar macht. Regisseur BOBBY ROE (der im Film übrigens auch gleich selbst spielt) verdeutlicht in seinen konfus gedrehten Horrorfilm, welch groteske Geldschneiderei mit dem Halloween-Brauch in Amerika veranstaltet wird. Da wird nicht nur mit Partys, Kostümen und Süßigkeiten Asche gemacht; mittlerweile haben auch 2500 private Schausteller den schnellen Dollar gewittert und bauen Scheunen und Fabriken zu Horror-Häusern um, in denen sich alljährlich 30 Millionen Amerikaner gegen Geld erschrecken lassen können. Leider ist die Konkurrenz unter den Attraktionen hart, so dass man sich immer perfidere Methoden einfallen lassen muss, um die Sensationsgeilheit manch Besuchers befriedigen zu können. Schenkt man den Aussagen im Film Glauben gab es sogar schon Betreiber, die ihre Gäste mit Terrormacherei unabsichtlich in den Tod getrieben haben. Genau jene Thematik liegt HOUSES OF TERROR zugrunde, die aber hier weitaus unspektakulärer abgehandelt wurde, als sich die Idee dahinter liest. Statt einen packenden Horrortrip zu inszenieren, hat BOBBY ROE vielmehr einen wirren Streifen gedreht, der sich im Grunde genommen als Werbefilm für die Berüchtigsten dieser Horrorhäuser entpuppt. Eine vernünftige Handlung wird gänzlich aus den Augen verloren und scheint in HOUSES OF TERROR eher nur lästiges Beiwerk zu sein. Stattdessen bekommt der Zuschauer ein nicht enden wollende Abfolge loser Best-of-Momente zu sehen, die einem als Gast in den diversen Attraktionen geboten werden. Immerhin kommt HOUSES OF TERROR so dem allmählich nervendem Found-Footage-Filmstil näher, als manch andere Produktion gleichen Kalibers, die dem Zuschauer weismachen will, dass gebotene Gruselware absolut authentisch und wahr ist. Als Amateur-Reportage über die vielen Geisterbahnen in Amerika geht ROES Filmprojekt deshalb in Ordnung – als Horrorfilm ist HOUSES OF TERROR jedoch eine filmische Katastrophe. Übrigens ist das Konzept hinter diesem Film nicht gänzlich neu. Bereits im Jahr 2013 warf man den THE BATES HAUNTING auf den internationalen Filmmarkt, der sich auch eine beliebte Gruselattraktion Amerikas zu eigen machte. Wer sich von den Qualitäten amerikanischer Horrorhäuser ein Bild machen möchte, sollte lieber zu diesem Horrorstreifen greifen, denn der ist bei Weitem besser als HOUSES OF TERROR.
 
 
 


 
 
 

HOUSES OF TERROR – Zensur

 
 
 
Auch wenn in HOUSES OF TERROR (OT: THE HOUSES OCTOBER BUILT) Kettensägen schwingende Berufserschrecker durchs Bild sausen, gibt es hier weder Gewalt noch Blut zu sehen. Am Ende bekommt der Zuschauer etwas seichten Terror geboten. Hierzulande hat der Film eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HOUSES OF TERROR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
houses-of-terror-bluray

(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Houses October Built; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 22.04.2016

 

Houses of Terror [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HOUSES OF TERROR – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Rechte für Grafiken & Packshots liegen bei Ascote Elite Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Bates Haunting (2012)
 
Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens (2011)
 
Gingerclown (2013)
 
Killer Holliday (2013)
 
Dark Ride (2006)
 
Das Kabinett des Schreckens (1981)
 

Filmkritik: „The Midnight Game“ (2013)

The-Midnight-Game-2013
 
 
 

THE MIDNIGHT GAME

Story

 
 
 
Fünf Kids probieren das MIDNIGHT GAME aus – ein angeblich heidnisches Ritual, dessen Anleitung Shane (Guy Wilson) im Internet gefunden hat. Bald schon kommt der Midnight-Man zu Besuch und hält den übermütigen Teenagern die eigenen Ängste vor Augen. Mit ungeahnten Folgen …
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Kritik

 
 
 
Seit jeher übt das Ouija-Brett in Horrorfilmen eine nahezu unbeschreibliche Faszination aus. Doch leider wissen dessen Benutzer nur selten über die korrekte Nutzung bescheid, weil die Anleitung zur Kontaktaufnahme mit dem Jenseits meist nicht gründlich studiert wird. Die Katastrophe ist demnach schon vorprogrammiert, was dem Horror-Fan geradezu recht scheint, sucht der doch in solchen Filmen den obligatorischen Gänsehaut-Kick. Während das Hexenbrett im Genre meist unachtsamerweise als okkultes Spielzeug auf Partys Verwendung findet, erfreuen sich allerhand andere unheimliche Spiele und Rituale im Genre großer Beliebtheit. Die Beschwörung der “Bloody Mary” dürfte wohl hier immer noch zu den bekannteren Zeitvertreiben gehören, mit der sich nun schon einige Filmemacher beschäftigt haben und die schon unzähligen Filmhelden das Leben gekostet hat.
 
Regisseur und Drehbuchautor A.D. CALVO erweitert die Reihe an okkulten Spielereien um das sogenannte “Mitternachtsspiel”, das angeblich auf ein heidnisches Ritual zurückzuführen ist, bei dem Gesetzlose und Ungläubige bestraft werden sollten. Ob es einen derartigen Ritus wirklich gegeben hat, lässt sich an dieser Stelle nicht klären. Wir gehen davon aus, dass eine derart haarsträubende Legende wohl in den Weiten des Internets geboren wurde. Fakt jedoch ist, dass CALVO mit seinem THE MIDNIGHT GAME einen durchaus annehmbaren Vertreter der Gattung Dämonen-Horror gemacht hat, dessen Heimkino-Fassung man sich an einem trüben Herbstabend gern einmal in den Player legen kann, um sich angenehm gruseln zu lassen.
 
Fünf Freunde werden in THE MIDNIGHT GAME zur Jagdbeute des dämonischen Midnight-Mans, der aus jugendlicher Neugierde heraufbeschworen wird, weil Schul-Quarterback Shane (GUY WILSON) im Internet darüber gelesen hat. Als die Eltern unterwegs sind lädt Kaitlan (RENEE OLSTEAD) die besten Freunde zu sich nach Hause ein, um bei Bier und flotten Sprüchen etwas Abstand vom stressigen High-School-Alltag gewinnen zu können. Es dauert nicht lang und Begeisterung kommt auf, als Shane vom MIDNIGHT GAME spricht und es vorschlägt zu spielen. Es werden Kerzen aufgestellt, das Licht gedimmt und die Spielregeln erklärt. Ein jeder erhält die Aufgabe sich zu seinen Ängsten zu bekennen und den Schein seiner Kerze im Auge zu behalten. Erlischt diese, muss sie binnen von zehn Sekunden erneut entzündet werden. Gelingt dies nicht, bietet ein Kreis aus Salz Schutz vor der Heimsuchung des Midnight-Mans, die erst dann ein Ende findet, wenn die Uhr 3.33 geschlagen hat. Selbstverständlich kommt wieder alles anders, als es die Freunde erwartet haben. Die Unachtsamkeit der Kids hat zu Folge, dass die paranormale Beschwörungssause aus dem Ruder läuft. Erst ist es Jenna (VALENTINA DE ANGELIS), die sich plötzlich seltsam verhält. Später verschwindet Jeff (SPENCER DANIELS) unter mysteriösen Umständen, was die Gruppe stutzig werden lässt. Als Rose (SHELBY YOUNG) auch noch seltsame Todesvisionen erhält und ein groteskes Ding durch die Flure huschen sieht, sind sich alle einig: Die Legende vom Midnight-Man ist bittere Realität und der Dämon will die Rufenden mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontieren.
 
Mit seinem unsäglich miserablen Besessenheits-Gähner HOUSE OF DUST (2013) hat sich Macher A.D. CALVO keinen Gefallen getan. Statt zu Gruseln hat er dem Zuschauer mit seiner spannungsarmen Inszenierung das Einschlafen erleichtert. Umso erfreulicher, dass er aus den Fehlern gelernt hat und in THE MIDNIGHT GAME mehr Sorgfalt hat walten lassen. Das Grauen wird hier klassisch heraufbeschworen, was trotz der offensichtlichen Vorhersehbarkeit relativ gut gelingt, zumal die Geschehnisse in THE MIDNIGHT GAME von permanentem Gegrummel untermalt werden, so dass durchaus angenehme Gruselstimmung bewirkt werden kann. Erst ist es leises Poltern, das die Kids verunsichern lässt. Bald schon bewegen sich Möbel wie von Geisterhand und gespenstische Schatten huschen durch die Gänge. Eigentlich beliebiges Geisterkino, wäre da nicht ein halb-Mensch-halb-Widder-artiges Teufelswesen, das den Teenagern das Fürchten lehrt und zweifeln lässt, dass der Midnight-Man nur Aberglaube ist. Schauderhafte Todesvisionen lassen einen Hauch FINAL DESTINATION aufkommen und veränderte Verhaltensmuster lassen auf Besessenheit schließen. In THE MIDNIGHT GAME ist wahrlich viel los, denn A.D. CALVO streut die gängigen Mixturen diverser Sub-Genres in die überschaubare Handlung, ohne den Überblick zu verlieren. Die vielfältige Kombination funktioniert tadellos, denn THE MIDNIGHT GAME hat zwei Pluspunkte: Ein straffes Drehbuch und Atmosphäre. Letztere bewirkt ein permanentes Gefühl des Unbehagens, das vor allem durch gute Kameraarbeit bewirkt werden kann, die in Kombination mit einem subtilen Score schnell ein beklemmendes Gefühl der Angst heraufbeschwört. Dabei wird das Geschehen durch verschiedene Kamerawinkel dokumentiert, das im Falle von THE MIDNIGHT GAME recht schnell an Fahrt gewinnt, obwohl die Kamera seinen Helden mit eher behäbigen Tempo folgt. Letztendlich hinterlässt CALVOS Streifen gerade aufgrund der eher zurückhaltend eingesetzten Schreckmomente und dem Verzicht auf Gore und Spezialeffekte einen durchweg positiven Gesamteindruck. Der Film ist zwar mit kurzen 75 Minuten knapp bemessen; in Anbetracht der stimmungsvollen und atmosphärischen Machart ist er ähnlich gestrickten Low-Budget-Horrorfilme einen großen Schritt voraus.
 
Am Ende ist man doch überraschter als erwartet. Nicht nur, dass der Film durch einen geschickt platzierten Twist eine ungeahnte Wendung erlebt; der anfänglich austauschbare Teenager-Spuk entwickelt sich recht flott zu unterhaltsamen Gruselfutter, das trübe Herbsttage angenehm schaurig versüßt.
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Stimmungsvoller Mystery-Thriller, der mehr Wert auf Atmosphäre legt, als seine Protagonisten möglichst derb und schaufreudig über die Klinge springen zu lassen. Regisseur A.D. CALVO ist mehr daran interessiert, ein beklemmendes Gefühl der Angst heraufzubeschwören, als möglichst viel grafische Gewalt auf der Mattscheibe zu zeigen. Nach dem miserablen HOUSE OF DUST ist ihm das zu allem Erstaunen auch noch recht gut gelungen, denn der Filmemacher beherrscht plötzlich die Fähigkeit Atmosphäre zu schaffen – etwas, was man in seinen bisherigen Werken leider schmerzlich vermisst hat. THE MIDGNIGHT GAME ist ein kleiner, kurzweiliger Gruselfilm, der aus Versatzstücken diverser Sub-Genres besteht und daraus etwas eigenes macht. Dreister Ideenklau wird zwar von Horror-Fans meist mit Ignoranz bestraft; im Falle von THE MIDNIGHT GAME darf man dennoch gern einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Zensur

 
 
 
In Amerika wurde THE MIDNIGHT GAME mit einem „Rated R“ abgestraft. Ganz so hart dürfte es den Streifen hierzulande jedoch nicht treffen, denn wirklich brutal ist das Schauermärchen nicht. Es wird eine ziemlich unangenehme Szene gezeigt, in der eine der Protagonistinnen mit einem Auto überrollt wird. Des Weiteren bekommen wir einen abgetrennten Kopf zu sehen und eine Heldin, die sich mit einem Seil im Gästezimmer erhängt. Das reicht für eine ungeschnittene FSK 16!
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I am ZoZo (2012)

The Ouija Experiment (2011)

Bloody Mary (2006)

Candyman’s Fluch (1992)

Filmkritik: „Phobia 2“ (2009)

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PHOBIA 2

Story

 
 
 
Fünf teuflisch-makabre Kurzgeschichten, die von hungrigen Geistern, komatösen Hirntoten, scheintoten Schauspielerinnen, skrupellosen Autoverkäuferinnen und unvorsichtigen Rucksacktouristen erzählen …
 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Kritik

 
 
 
Verbucht ein Horrorfilm im Kino Erfolge, lass ihm schnell eine Fortsetzung folgen. Auch in Thailand kennt man die Formel des schnellen Geldes. Anders als hier in Deutschland scheint es dort finanziell lukrativ zu sein landeseigene Gruselware in die Lichtspielhäuser zu bringen, die sogar noch Zuschauer findet. Nach dem überraschenden Geldsegen der thailändischen Horror-Anthologie 4BIA (2008) war die logische Konsequenz daraus, so schnell wie möglich einen weiteren Ableger zu drehen, damit der Erfolg zeitnah wiederholt werden konnte. Die Rechnung ging auf: Die Fortsetzung PHOBIA 2 wurde im Inland ein Hit, spülte in der ersten Woche rund 65 Millionen Baht in die Kinokassen und entwickelte sich zum bis dato kommerziell erfolgreichsten Horrorstreifen in Thailand. Ein Grund hierfür dürfte vermutlich die äußerst konventionelle Inszenierung gewesen sein. Die Macher der Kurzgeschichtensammlung (die übrigens auch an SHUTTER und THE ABC’S OF DEATH beteiligt gewesen waren) klammern sich nicht krampfhaft an befremdliche Erzählmethodik aus Fernost, sondern schielen gen Westen, um PHOBIA 2 auch dort möglichst gewinnbringend vermarkten zu können.
 
 
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Das Resultat ist konventioneller als anfänglich erwartet und erinnert mit all den makabren Pointen an die Erwachsenen-Version der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe, die Ende der 80er im Fernsehen zum Kult wurde. Wie bereits im Vorgänger 4BIA reduziert sich auch der Nachfolger auf das clever konstruierte Schock- und Filmtwist-Prinzip, wobei auch in PHOBIA 2 großen Wert auf möglichst makabre Enden gelegt wurde. Die jeweiligen Episoden sind abwechslungsreich, glänzen mit atmosphärischer Dichte und gefallen durch visuelles Raffinesse. Im Gegensatz zum ein Jahr zuvor veröffentlichten 4BIA besitzt keine der Geschichten inszenatorische Hänger. Stattdessen legen die Regisseure ein beachtliches Tempo an den Tag und räumen dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen ein. Im Mittelpunkt stehen fünf lose Geistergeschichten, die mit keiner Rahmenhandlung verknüpft wurden und für die fünf unterschiedlichen Thai-Regisseure verantwortlich waren. Die Kurzgeschichten erzählen von Vergeltung und begangenen Sünden, was für die Helden der knapp zwanzigminütigen Segmente meist kein gutes Ende zur Folge hat, schließlich müssen die für ihr meist skrupelloses Vorgehen bestraft werden.
 
 
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Während in der ersten Episode mit dem Titel NOVICE ein kleinkrimineller Jugendlicher von seiner Mutter in einem buddhistischen Kloster versteckt wird und schon bald den Zorn hungriger Geistern zu spüren bekommt, weil er sich den Regeln der Klostergemeinschaft widersetzt, führt uns WARD in ein Krankenhaus in dem sich seltsame Dinge ereignen. Dort hofft der junge Arthit auf Genesung, der sich wegen seiner verletzten Beine mit einem komatösen Patienten ein Zimmer teilen muss. Doch der schlummernde Zimmergenosse ist nicht so hirntot wie eigentlich vermutet, was den Krankenhausaufenthalt für Arthit zum quälenden Albtraum werden lässt. Für die dritte Kurzgeschichte wurden Elemente aus Zombie- und Geisterfilmen vermischt. Entstanden ist die vermutlich beste Episode der gesamten Anthologie. BACKPACKERS beginnt wie ein einfältiges WOLF CREEK-Duplikat, streut aber immer wieder falsche Fährten, um den Zuschauer zu verwirren. Am Ende gibt’s das erste Mal Gekröse zu sehen, damit auch der Gorehound unter den Zuschauern zufriedengestellt wird. Regisseur SONGYOS SUGMAKANAN berichtet hier von zwei japanischen Rucksacktouristen, die von zwei hilfsbereiten Truckern nach Bangkok mitgenommen werden. Hätten die jedoch geahnt, welch tödliches Frachtgut auf der Ladefläche schlummert, wären die beiden Tramper wohl lieber nach Bangkok gelaufen.
 
 
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Weiter geht’s mit dem zynischen SALVAGE, in dem eine Autoverkäuferin Kunden über den Tisch zieht. Sie richtet Unfallautos her und verkauft sie an gut zahlende und nichtsahnende Kunden. Als ihr Sohn Toey beim Spielen auf dem Autohof verschwindet, schlagen die verunglückten Seelen der ehemaligen Autobesitzer Alarm. Eine schreckliche Nacht gespickt mit punktgenauen Schockeffekten folgt und läutet die letzte Episode mit dem Titel IN THE END ein, für die sich noch mal einige Schauspieler aus dem Erstling vor der Kamera versammelten, um PHOBIA 2 mit selbstironischem Gruselquatsch abschließen zu können. In dieser Kurzgeschichte erkrankt eine Schauspielerin am Set eines Horrorfilms. Als sie unter mysteriösen Umständen aus dem Krankenhaus verschwindet und noch kränklicher am Filmset erscheint, sind die Kollegen fest davon überzeugt, dass die Gute nicht mehr unter den Lebenden weilt. Ähnlich wie in SCREAM – SCHREI! (1996) werden hier die Klischees moderner Horrorware wunderbar selbstironisch durch den Kakao gezogen. Dabei achtet Macher BANJONG PISANTHANAKUN penibel darauf, dass seine Geschichte nicht zu arg ins Alberne abgleitet und stets den Anspruch unterhaltsamen Gruselfutters beibehält. Neben einigen humoristischen Anspielungen, in denen selbst nicht davor gescheut wird den Vorgänger 4BIA auf die Schippe zu nehmen, übertrumpft sich die Episode mit einem göttliche erheiterndem Twist-im-Twist.
 
 
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PHOBIA 2 darf zweifelsohne als eine der gelungensten Horror-Anthologien gewertet werden und gehört neben THE ABC’S OF DEATH, CREEPSHOW, NECRONOMICON und V/H/S 2 zum Besten was das Sub-Genre bisher hervorgebracht hat. Das sah auch das neue deutsche Label FROZEN DICE MEDIA so und veröffentlicht den Grusler leicht verspätet als Teil der labeleigenen Filmreihe EPIC ASIA nun auch in Deutschland. Wer nur die Perlen unter den Horrorstreifen sucht darf getrost zugreifen, denn PHOBIA 2 richtet sich vor allem an ein Mainstream verwöhntes Publikum.
 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Ein pikant gewürzter Horror-Mix, der Lust auf mehr macht. Für PHOBIA 2 sollte man schockresistent sein. Die thailändische Kurzgeschichtensammlung geizt nämlich nicht mit handfesten Schreckmomenten, die ein gesundes Herz voraussetzen. Nachdem der Erstling mit dem Titel 4BIA bereits 2008 ordentlich Kasse machte, folgte mit der Fortsetzung PHOBIA 2 der bis dato erfolgreichste Horrorfilm Thailands. Für Horror-Anthologie-Fans sind beiden Teile ein Must-See, schließlich waren die Macher um eine konventionelle Inszenierung bemüht, damit auch westliche Zuschauer mit der Horrorsammlung etwas anfangen konnten. Umso verwunderlicher, dass sich bis heute kein deutscher Verleih finden konnte, der die beiden Horrorfilme hierzulande auswerten wollte. Das junge Label FROZEN DICE MEDIA schafft Abhilfe und bringt zumindest den besseren zweiten Teil in die Wohnzimmer. Wir meinen: PHOBIA 2 gehört in jede gut sortierte Horrorsammlung – darum kauft Leute, kauft!
 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Zensur

 
 
 
Ein paar wenige grausame Momente hat PHOBIA 2 zu bieten. Es werden einem Jungen Steine ins Gesicht geworfen, die obligatorischen Zombie-Beissattacken gibt es zu sehen und ein zermatschtes Kind unter der Motorhaube vervollständigen das kleine Splatter-Paket. Nicht viel, daher hat der Streifen von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten und das sogar in ungeschnittener Form.
 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Fozen Dice Media (KeepCase Blu-ray erscheint am 01.11.2015 im Handel)

 
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(c) Illusions Unltd.Films / Fozen Dice Media (Mediabook erscheint am 27.08.2015)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ha prang; Thailand 2009

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Thailändisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p Full HD)

Laufzeit: ca. 126 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making Of aus dem Synchronstudio mit Rewinside, Rotpilz und Scene Take TV, Trailer, Slideshow

Release-Termin: KeepCase: 01.11.2015 | Mediabook: 27.08.2015

 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Mediabook

 
 
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Mit der Veröffentlichung zu PHOBIA 2 wagt der Anbieter FROZEN DICE MEDIA den Sprung ins Mediabook-Geschäft und bringt die sehenswerte Kurzgeschichtensammlung nun auch als limitierte Sonderveröffentlichung auf den Markt, damit Sammler ihr Regal um ein weitere Schmankerl bereichern können. Als Vertrieb fungiert ILLUSIONS UNLTD. FILMS, der Horrorfans von Begriff sein dürfte, da die Jungs bereits dutzende Horrorklassiker im deutschsprachigen Ausland als DVD und Blu-ray veröffentlicht haben. Für den Mediabook-Start eines noch unbekannten Labels ist die Veröffentlichung von PHOBIA 2 ganz anständig geworden. So gefällt neben der optischen Präsentation und der guten Bildqualität besonders die deutsche Synchronisation für die namhafte Größen der deutschen Youtube-Szene gewonnen werden konnte. Das Resultat kann sich hören lassen, denn während viele deutsche Indie-Labels vermehrt auf günstige Pornosynchronisationen Wert legen, hat man bei FROZEN DICE MEDIA Qualität walten lassen. Das deutsche Release von PHOBIA 2 ist eine Veröffentlichung von Fans für Fans. Per Crowdfunding wurde Geld gesammelt, damit der Streifen in Deutschland veröffentlicht werden konnte. Wie das Projekt zustande kam, kann im Mediabook nachgelesen werden. Darin erfährt der Sammler zudem, wer hinter dem Label steckt und wer an der Veröffentlichung beteiligt gewesen ist. Hierbei kommen auch jene zu Wort, die für die hochwertige Synchronisation verantwortlich zeichnen. Das ist zwar teils viel Eigenwerbung, aber dennoch sehr informativ. Gleiches gilt übrigens für das einzige richtige Extra auf der DVD/Blu-ray. Neben dem Filmtrailer und einer Slideshow hat man exklusiven Bonus produziert, den man nur auf der deutschen Scheibe findet. Hier folgt der Zuschauer den Arbeiten an der Übersetzung und erhält Einblicke in die Synchronisationsarbeiten. Das ist löblich, denn andere Label hätten es vermutlich bei Trailer und Bildergalerie belassen. Ganz nebenbei ist das 30-minütige Synchro-Making-of äußerst kurzweilig, da die Beteiligten offenbar viel Spaß bei den Arbeiten im Studio hatten. Letztendlich bleibt zu sagen, dass die Veröffentlichung zu PHOBIA 2 gut geworden ist. Einige filmbezogene Extras hätte das Release runder gemacht – vermutlich konnte man die wohl nicht lizenzieren. Trotzdem: betrachte man, was man für gleiches Geld von anderen Labels geboten bekommt, ist das schon als lobenswert zu betiteln, was FROZEN DICE MEDIA dem Filmfan mit viel Herzblut bietet.

 
 

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PHOBIA 2 – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
P.O.E. Project of Evil (2012)

The Penny Dreadful Picture Show (2013)

5 Senses of Fear (2013)

Sanitarium (2013)

Scary or Die (2012)

Filmreview: „Ghost of Goodnight Lane“ (2014)

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GHOST OF GOODNIGHT LANE

Story

 
 
 
Eine Filmcrew wird von einem wütenden Geisterkind bedroht, dass Spaß am Töten hat und den Crew-Mitgliedern das Fürchten lehrt …
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Kritik

 
 
 
Immer dann, wenn man sie am wenigsten erwartet, krabbeln sie ganz unvorbereitet aus ihren modrigen Verstecken hervor und geben dem Horrorfan zu verstehen, dass pitschnasse Geistergören einfach nicht aus der Filmlandschaft wegzubekommen sind. Seit die asiatischen RING-Streifen rachsüchtige Geistermädchen populär gemacht haben, winden und wuseln jene Gestalten immer mal wieder durch düstere Filmszenarien und wollen nur eins: Die Protagonisten jener Filme möglichst hinterlistig um die Ecke bringen. Scream-Queen und Horrorsternchen DANIELLE HARRIS (HALLOWEEN 4+5, HATCHET 3) konnte vermutlich mal wieder einige freie Tage im Terminkalender entbehren und gab sich zusammen mit B-Movie-Dauergast BILLY ZANE die Blöße, beim vorliegenden Video-Murks GHOST OF GOODNIGHT LANE mitzumachen. Auch wenn die HARRIS schon in so einigen kultigen Schockern mitgewirkt hat, muss das noch lange nicht bedeuten, dass ein Horrorfilm auch gut sein muss, der mit der smarten Schauspielerin auf dem Cover wirbt. Aufgrund der unüberschaubaren Masse an amerikanischen B-Movies, die momentan den Videomarkt überschwemmen, gerät nämlich auch die HARRIS immer mal wieder an Drehbücher, die man besser als Kamin-Anzündhilfe verwendet.
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE ist ein recht passendes Beispiel dafür, dass bekannte Schauspieler nicht zwangsläufig für Qualität stehen müssen, denn was Regisseur ALIN BIJAN hier auf die Beine gestellt hat ist eher hirnloses Fast-Food-Horrorfutter für zwischendurch, das man bereits wieder vergessen hat sobald der Abspann über den Bildschirm flimmert. Wie der Titel bereits vielversprechend verrät, spukt es im Haus auf der GOODNIGHT LANE und das nicht gerade wenig. Der hartnäckige Geist eines nervigen Kindes hat es sich im Postproduktionsstudio einer kleinen Filmcrew gemütlich gemacht und ist gar nicht damit einverstanden, dass das Haus bereits einen neuen Käufer gefunden hat und abgerissen werden soll. Die alte Thelma Perkins weiß Genaueres, flüstert aber in verschlüsselten Versen und scheint kein Interesse daran zu haben einfach mal Tacheles reden zu wollen. Stattdessen lässt sie die Filmleute der Reihe nach über die Klinge springen und offenbart erst am Ende die bittere Wahrheit über die Beweggründe des Geistes. Ihre Enkelin und gleichzeitig Tochter von Charles Manson ist für den tödlichen Schabernack verantwortlich, wurde sie doch in jenem Haus von der eigenen Großmutter ermordet. Am Ende plagen Oma Gewissensbisse. Grund genug das eigene Leben für das der Überlebenden zu opfern.
 
BILLY ZANE fällt zwar positiv durch trockenen Humor auf, hat aber offensichtlich vergessen, dass er sich hier eigentlich in einem Horrorfilm befindet. Während sich seine Schauspielkollegen laut um Kopf und Kragen schreien, steht Herrn ZANE die Lustlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Auch die sonst so taffe DANIELLE HARRIS wirkt ziemlich fehl am Platz, hat doch diesmal die Hauptrolle eine andere ergattert, so dass der beliebten Darstellerin nur noch eine kurze Besessenheitsszene übrig bleibt, um sich mal richtig austoben zu können. Ansonsten gibt es reichlich Trash und handgemachten Splatter zu sehen, was in GHOST OF GOODNIGHT LANE so ziemlich unspektakulär abgehandelt wird, denn eigentlich besteht das Machwerk hauptsächlich aus einer Aneinanderreihung bekannter Haunted-House-Klischees, und vorhersehbaren Jump-Scares, die wohl den Zuschauer am Einschlafen hintern sollen. Mit Ruhm hat sich für diesen austauschbaren Geister-Grusler keiner der Anwesenden bekleckert, denn nicht nur einmal dürfte sich der Zuschauer bei der Sichtung von GHOST OF GOODNIGHT LANE ertappen, wie er kurz zur Fernbedienung greifen möchte, um dem Abspann ein Stück näher kommen zu können. Knapp eine Stunde benötigt der Spukhaus-Quark bis er endlich aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Immerhin gibt es dann abwechslungsreiche Todesarten zu sehen, die aber ohnehin bereits im Trailer gezeigt wurden.
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE hat wie jeder zweite hastig heruntergeleierter Video-Trash das Problem, dass ihm einfach Spannung fehlt, denn wirklich gruselig oder atmosphärisch will BIJAN austauschbarer Geisterfilm irgendwie nicht werden. Der Grund hierfür ist schnell gefunden, denn nicht der billige Low-Budget-Look bereitet Probleme, sondern das vollkommen uninspirierte Drehbuch, dass mal wieder nach Schema F abgehandelt wird. Die Geschehnisse rund um GHOST OF GOODNIGHT LANE sind nicht neu und hat man mittlerweile einfach schon bedeutend besser erzählt auf der Mattscheibe gehabt. Seltsamerweise weicht Macher ALIN BIJAN kurz von der schablonenhaften Erzählung ab. In einer Szene bekommen wir besessene Puppen vor die Linse. Ein wunderbar nostalgischer Moment, der kurz die legendäre PUPPET MASTER-Reihe und den charmanten Gordon-Puppenhorror DOLLS ins Gedächtnis zurückkehren lässt. Leider dauert der magische Moment nur wenige Sekunden, danach richtet BIJAN das Augenmerk erneut auf das Langweilen des Zuschauers. Was für eine Verschwendung!
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE ist die weitaus blutigere Antwort auf die subtile RING-Filmreihe, in der ein verärgertes Geistergör pitschnass aus TV-Apparaten krabbelt und das Fürchten lehrte. Das Geistermädchen in GHOST OF GOODNIGHT LANE hat andere Probleme. Nicht nur, dass sie mit fettigem Haupthaar zu kämpfen hat; so wirklich beängstigend wirken ihre Wutausbrüche nicht auf den Zuschauer, dem vor allem die nicht enden wollenden Müdigkeitserscheinungen Sorgen bereiten dürften, schließlich hat GHOST OF GOODNIGHT LANE mit permanenter Ideenarmut zu kämpfen. Das Problem dürfte Regisseur ALIN BIJAN bereits beim Schreiben des Drehbuchs erkannt haben, so dass er die Handlung um nette Splatter-Momente und Jump-Scares bereichert hat. Was dem Streifen dennoch fehlt ist Spannung und Atmosphäre, denn Blut und coole Sprüche allein machen aus eigentlich totgefilmten Geschichten keine guten Horrorfilme. Wer übrigens DANIELLE HARRIS mal wieder in einer vollkommen überflüssigen Rolle sehen mag, dürfte sich immerhin über ihren Auftritt in GHOST OF GOODNIGHT LANE freuen. Dennoch bleibt hier einmal mehr die Frage unbeantwortet, warum die HARRIS ihren Namen für diesen unnützen Käse hergegeben hat. Ihr Bankkonto dürfte die Antwort liefern.
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Zensur

 
 
 
Die wenigen Splatter-Momente wurden geschickt getrickst. Nägel bohren sich in Augen, eine Protagonistin schlitzt sich ein Hackenkreuz auf die Stirn und ein Gesicht wird von einem Ventilator zermatscht. Klingt zwar alles blutig und schaut lustig aus, dürfte aber für eine FSK16 reichen – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fear Lives Here (2013)
 
The Unbroken (2012)
 
Aberration (2013)
 

Filmreview: „Oculus“ (2013)

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OCULUS

Story

 
 
 
In einem mysteriösen Spiegel lauert das Böse. Das antike Sammlerstück manipuliert seine Besitzer und bestraft sie mit einem schrecklichen Tod. Die Geschwister Tim und Kaylie Russell haben das als Kind am eigenen Leib zu spüren bekommen, denn das unheimliche Stück Glas nahm ihnen die Eltern auf gar grausige Weise. Nun, 10 Jahre später wollen sich die beiden Waisen dem Bösen stellen und fordern die diabolische Macht des Spiegels heraus …
 
 
 


 
 
 

OCULUS – Kritik

 
 
 
Spieglein, Spieglein an der Wand, welch grotesken Schrecken bringst du uns demnächst ins Land? Zum Start des Schauerfilms OCULUS wurde in Amerika kräftig die Werbetrommel gerührt, um möglichst viele Horrorfans in die Kinos zu locken, die sich anhand des ansprechend zusammengeschnippelten Filmtrailers einen unheimlichen Gruselabend versprachen. Die Rechnung ging auf und der von MIKE FLANAGAN (ABSENTIA) inszenierte OCULUS konnte bereits am Startwochenende mehr als das doppelte an Herstellungskosten einspielen, was Platz drei der amerikanischen Kinocharts zur Folge hatte. So erfreulich die Nachricht über den überraschenden Erfolg, so enttäuscht die Gesichter vieler Gruselfans, die nach der Vorstellung erzürnt die Kinosäle verliessen, weil sie sich vom Spiegel-Horror etwas ganz anderes erhofft hatten. Schaut man sich den Werbeclip zum Schauermär an ist das auch kein Wunder, suggerieren die Macher einen weiteren MIRRORS, dessen glattgebügeltes Remake im Jahr 2008 vom französischen Splatter-König ALEXANDRE AJA gedreht und von Anhängern der etwas härteren Filmgattung gut angenommen wurde. Splatter sucht der Zuschauer in OCULUS leider vergebens, denn Regisseur MIKE FLANAGAN macht Horror für Jedermann und setzt vermehrt auf subtiles Grauen, damit zartbesaitete Gemüter auch mal wieder in den Genuss unheimlicher Gruselware kommen können, ohne sich gleich übergeben zu müssen.
 
Die Idee zu OCULUS basiert auf den Kurzfilm OCULUS: CHAPTER 3 – THE MAN WITH THE PLAN, den FLANAGAN bereits 2006 abgedreht hatte und von einem Mann erzählt, der beweisen will, dass ein antiker Spiegel ein mysteriöses Eigenleben führt. Für die Spielfilmversion seiner Kurzgeschichte hat er die Idee seines Halbstünders noch einmal überdacht und erweitert. Daraus entstanden ist ein solider Horrorfilm, der gerade aufgrund der unverbrauchten Thematik einen gewissen Unterhaltungswert bietet. OCULUS handelt von den Geschwistern Tim (BRENTON THWAITES) und Kaylie Russell (KAREN GILLAN), die als Kinder Schlimmes erlebt haben und den Mord an Mutter und Vater beiwohnen mussten. Vor allem Bruder Tim hat nach dem Ableben der Eltern kein einfaches Los gezogen. Er landet in einer Jugendheilanstalt, wo er die schrecklichen Kindheitserlebnisse verarbeiten soll. Nach über zehn Jahren Klinkaufenthalt wird er endlich entlassen und von Schwester Kaylie sehnsüchtig in die Arme geschlossen. Viel Zeit zur Freude bleibt den beiden jedoch nicht, denn Kaylie hat durch ihre Arbeit in einem Auktionshaus jenen antiken Spiegel zurückerwerben können, den sie für das damalige Verbrechen an den Eltern verantwortlich macht. Mit dem Bruder im Schlepptau will sie beweisen, dass das alte Möbelstück das Böse beherbergt. Sie kehrt mit Tim in das Haus der Eltern zurück, wo sie die unheimliche Macht des Spiegels herausfordern möchte – aufgestellte Kameras sollen den gespenstigen Spuk aufzeichnen.
 
Eigentlich war OCULUS anfänglich als atmosphärischer Anthologie-Streifen geplant. Dennoch hat sich Macher MIKE FLANAGAN am Ende doch nur für eine Episode in Spielfilmlänge entschieden, obwohl es vermutlich weitaus interessanter gewesen wäre, hätte man die skurrile Vergangenheit der 300 Jahre alten Antiquität in Episodenform erkundet. Stattdessen berichtet Protagonistin Kaylie im Eiltempo vom unheimlichen Erbe des grausigen Spiegels. Der brachte seither jedem Besitzer den Tod; den Grund hierfür hat man sich aber leider für die Fortsetzung aufgehoben. Auch wenn die Geschehnisse rund um OCULUS nicht sonderlich innovativ klingen, so überrascht die fesselnde Erzählmethodik, die FLANAGAN in seinem professionell gedrehten Grusler an den Tag legt. Die Handlung wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Während die erwachsenden Geschwister in der heutigen Zeit das Geheimnis um den mysteriösen Spiegel zu entschlüsseln versuchen, erzählt der Film in Form eines parallelen Handlungsstranges, wie die kindlichen Gegenstücke in der Vergangenheit das erste Mal mit der unheimlichen Kraft der Antiquität in Berührung kommen. Der ständige Wechsel zwischen den Zeitebenen funktioniert geradezu spielerisch und lässt sogar am Ende beide Handlungsstränge miteinander verschmelzen.
 
OCULUS ist geschickt getrickst, wenn auch nicht ganz so gruselig wie eigentlich erhofft. Der Spiegel ist hier der Bösewicht des Films, der zwar stets präsent ist, aber irgendwie nie eine eigene Persönlichkeit entwickelt. Das starre Mordwerkzeug beginnt recht früh mit seiner rastlosen Arbeit die neuen, alten Besitzer anhand fieser Illusionen hinters Licht zu führen. Da verwandelt sich ein Apfel (Grimms Schneewittchen lässt grüßen) ganz geschwind zur Glühbirne, so dass Heldin Kaylie nach einem kräftigen Biss ins vermeintliche Fruchtfleisch über schmerzhaftes Zahnfleischbluten klagt. In einer anderen Szene ergreift der Spiegel Besitz von den Eltern und befielt ihnen Schreckliches zu tun. Die meist schmerzhaften Täuschungen und die Besessenheit der Protagonisten sind hier das Salz in der Suppe, wobei vor allem am Ende selbst der Zuschauer nicht mehr erkennt, was nun eigentlich Realität ist und was der Spiegel ihm und den Helden versucht vorzugaukeln. Mit OCULUS kehrt Regisseur MIKE FLANAGAN zurück zum klassischen Horror, der geschickt mit Licht und Schatten spielt und versucht durch unheimliche Atmosphäre reichlich Unbehagen entstehen zu lassen. Axt und Motorsäge bleiben im Schuppen, stattdessen pulsiert ein allgegenwärtiger Bass aus den Boxen, der allein schon ausreicht um Gänsehaut-Feeling zu verursachen. Auch wenn hundsgemeine Schocks ausbleiben und man am Ende doch schon etwas wehmütig nach Ajas Effekte-Schlacht MIRRORS schielt, ist OCULUS ein kurzweiliger und charmanter Horrorfilm für Zwischendurch. Für den Horror-Trohn reicht es aber leider nicht.
 
 
 


 
 
 

OCULUS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Raffiniert getrickster Spiegel-Horror für Freunde des gepflegten Gruselns. Hier haben Splatter-Fans Sendepause, denn Regisseur MIKE FLANAGAN bringt den klassischen Horror zurück auf die Leinwand. OCULUS punktet mit unverbrauchter Idee, dichter Atmosphäre und geschickter Erzählmethodik, die man in derart Form bisher nur selten im Horrorfilm erleben durfte. Leider verspricht der Trailer mal wieder viel zu viel und führt den Zuschauer unnötig in die Irre. Der vermutet nämlich einen fiesen Horror-Trip in der Machart von Ajas MIRRORS. Zwischen Alexandre Ajas bitterbösem Remake und dem hier vorliegenden OCULUS liegen jedoch Welten, denn selbstzweckhafte Gewalt und ausuferndes Morden sucht man hier vergebens. OCULUS ist Horror der alten Schule, ohne übertriebenes Blutgemetzel und somit auch für empfindsame Gemüter geeignet.
 
 
 


 
 
 

OCULUS – Zensur

 
 
 
Die Gewalt hält sich bei OCULUS in Grenzen. Es gibt hier kaum Gewaltmomente zu sehen. Immerhin darf am Ende etwas Blut fließen, denn da wird einer Protagonistin der Hals mit einer Beil-artigen Konstruktion durchtrennt. Das hat für eine ungeschnittene FSK16 gereicht.
 
 
 


 
 
 

OCULUS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Oculus; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.35:1, @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Deleted Scenes, Original Kurzfilm, Audiokommentar von Mike Flanagan und Trevor Macy, Trailer

Release-Termin: 05.12.2014

 

Oculus [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

OCULUS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mirrors (2008)
 
Poltergeist 3 (1988)
 
Candyman’s Fluch (1992)
 
Bad Dreams (1988)