Filmkritik: „Some Kind of Hate“ (2015)

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SOME KIND OF HATE: VON HASS ERFÜLLT

Story

 
 
 
Mobbingopfer erhält in einem Camp für gewaltbereite Jugendliche Unterstützung von einem rachsüchtigen Geist, der beim Denkzettel verpassen behilflich sein möchte.
 
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Kritik

 
 
 
Seit SISSY SPACEK im unkontrollierte Wutrausch die Schule abfackelte und so unzählige Mitschüler in der Romanverfilmung CARRIE tötete, gilt im Horrorfilm: wer Mitschüler hänselt, muss dafür bestraft werden – schonungslos und blutig. Auch 40 Jahre nach der gelungenen Leinwandadaption des gleichnamigen Stephen King-Buches gehört Mobbing an Schulen zum heißen Eisen. So hat sich das unmenschliche Peinigen von Klassenkameraden an vielen Schulen mittlerweile zu einem ernstzunehmenden Problem entwickelt, das in Zeiten von Cyber-Mobbing und Cyber-Stalking erschreckende Ausmaße erreicht hat. Dem Mobbing von Außenseitern und dem dadurch verursachten Hass widmet sich auch Regieneuling ADAM EGYPT MORTIMER. Der hat mit SOME KIND OF HATE brisanter Stoff verfilmt, dem es an nötiger Ernsthaftigkeit mangelt, die man von solch sensibler Thematik erwarten würde. Blutiges Rächen ist hier Programm, mit dem sich der Film über Wasser halten möchte. Das ist aber leider auch das einzige was der Film gut kann, denn zwischen den wenigen Todesszenen herrscht gähnende Langeweile.
 
 
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Außenseiter und Metal-Fan Lincoln Taggert (RONEN RUBINSTEIN) hat es nicht leicht an der Schule. Nicht nur, dass er von den beliebtesten Schülern wie Dreck behandelt wird; auch zu Hause treffen regelmäßige Demütigungen vom alkoholisierten Vater tief, so dass der Teenager nach einer Schlägerei an der High School in ein Erziehungscamp gesteckt wird. Dort soll der Schüler lernen mit seinen Aggressionen umzugehen. Leider holt ihn auch hier die Vergangenheit ein. Er wird erneut schikaniert und beschwört versehentlich den Geist eines toten Mädchens, das sich hier im Erziehungslager das Leben genommen hat, weil es die Demütigungen der übrigen Teilnehmer nicht mehr ertragen konnte. Mit vereinten Kräften sollen Denkzettel verteilt werden, doch Geist Moira hat andere Vorstellungen vom Bestrafen, als der verbündete Lincoln.
 
 
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Unsympathische Abziehbilder und unzugängliche Helden sowie kaum Identifikationsmöglichkeiten. SOME KIND OF HATE ist nicht gerade das, was man sich unter einem gelungenen Horrorfilm vorstellt. Im Drehbuch wurmt es gewaltig. Das hat so seine Probleme mit dem Erzählen einer vernünftigen Horrorgeschichte und reiht demzufolge Klischee an Klischee damit SOME KIND OF HATE überhaupt etwas zu erzählen hat. Doch damit nicht genug. Untalentierte Jungdarsteller (u.a. NOAH SEGAN aus STARRY EYES) machen es dem Zuschauer nicht leicht. Denen fehlt es an Erfahrung, um auch glaubwürdig agieren zu können. Viel zu tun haben sie jedoch nicht, denn bis auf schreien, rächen und sterben wird nicht viel von ihnen gefordert. Das macht sich auch im Spannungsaufbau bemerkbar, der nahezu kaum vorhanden ist. Immerhin stimmt der Blutgehalt, denn im Finale wird kräftig ausgeteilt. Wenn sich Geist Moira selbst Schmerzen zufügt und so gleichzeitig den Gegner quält, kommen zumindest jene Zuschauer auf ihrer Kosten, denen es im Horrorfilm nicht blutig genug zugehen kann. So färben Kunstblutfontänen Mattscheiben rot und theatralische Chorgesänge suggerieren dem Publikum, dass eine Lesung in der Kirche vermutlich spannender gewesen wäre, als knapp 90 Minuten für SOME KIND OF HATE zu verschwenden.
 
 
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SOME KIND OF HATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Fieses Killer-Konzept mit deftigem Blut- und Härtegrad. Dennoch gilt: Hauptsache blutig – Wenn alle Stricke reißen, rettet der Härtegrad, was zu retten ist. Vielleicht hätte Newcomer ADAM EGYPT MORTIMER weniger auf Optik und mehr auf das Können seiner Hauptdarsteller geachtet, dann wäre dem Zuschauer manch Peinlichkeit erspart geblieben. SOME KIND OF HATE ist kein nennenswerter Horrorfilm. In diesem Rachestreifen will – mal abgesehen vom Blutgehalt – kaum etwas funktionieren. Die darstellerischen Leistungen sind ungenügend, das Drehbuch lahmt und die Figuren entpuppen sich als austauschbare Stereotypen. Der Mix aus Slasher und Geisterfilm erwacht erst am Ende aus seinem Dornröschenschlaf. Leider dürfte das nur beim gewalterprobten Publikum gut ankommen. Wer so seine Probleme mit Rasierklingen besitzt, die durch menschliches Fleisch schneiden, dürfte mit SOME KIND OF HATE trotz zeigefreudigen Gewaltexzessen kaum etwas anfangen können.
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Zensur

 
 
 
In SOME KIND OF HATE geht es nicht zimperlich zu. In den letzten 15 Minuten geht die Post ab. Dort gerät der Geist eines Mobbingopfers außer Kontrolle und fügt sich Verwundungen zu, die auch dem Gegner zugefügt werden. Das passiert mit einer Rasierklinge. So werden Hälse durchgeschnitten und Menschen mit Benzin übergossen. Aufgrund der zeigefreudigen Gewaltexzesse, ist SOME KIND OF HATE nur mit rotem FSK-Sticker in den Handel gekommen. Dafür aber ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Some Kind of Hate; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentare, Trailer, Deleted Scenes

Release-Termin: 01.09.2016 (BD KeepCase)

 

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SOME KIND OF HATE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
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Kritik: „Absoluter Gehorsam – Silent Retreat“ (2013)

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ABSOLUTER GEHORSAM

SILENT RETREAT

Story

 
 
 
Die weiblichen Insassen eines Erziehungslagers werden vom Camp-Aufseher mittels Gehirnwäsche gefügig gemacht, damit sie als gut erzogene Hausfrauen zurück in die Gesellschaft eingegliedert werden können. Leider lebt im angrenzenden Wald auch etwas Böses, was die Jugendlichen davon abhalten soll davon zu laufen …
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Kritik

 
 
 
Um Hilfe winselnde Frauen in Eröffnungssequenzen von Horrorfilmen verheißen nichts Gutes, denn meist führt ein blutiges Opening dem Zuschauer vor Augen, welch ungemütlicher Ton im späteren Verlauf angeschlagen wird. ABSOLUTER GEHORSAM (im Original: SILENT RETREAT) macht da keine Ausnahme, denn hier ist es eine nichtsahnende Schönheit, die sich zu Beginn panisch durch dichtes Geäst kämpft und wenig später von einer bis dato noch unbekannten Kreatur in Stücke gerissen wird. Kein gutes Omen für all jene, die im weiteren Verlauf des Streifens ebenfalls um ihr Leben bangen müssen. ABSOLUTER GEHORSAM ist inmitten der Flut günstiger Low-Budget-Indies aus letzter Zeit eine regelrechte Wohltat, denn trotz eigentlich bekannter Erzählverläufe gelingt es Regisseurin TRICIA LEE (ja, eine Frau hat den Streifen gemacht!) eine nicht mehr ganz so frische Geschichte trotzdem spannend zu verpacken. Dies meistert sie ohne Probleme, denn LEE vermischt in ABSOLUTER GEHORSAM quasi zwei Sub-Genres miteinander und führt diese am Ende zu einem zusammen. Etwas Gewalt gibt es auch zu sehen, so dass dem Zuschauer hier ein Rundum-sorglos-Paket geschnürt wird, das triste Herbsttag unterhaltsam versüßen soll.
 
ABSOLUTER GEHORSAM erzählt von den tragischen Erlebnissen des Teenagers Janey (Chelsea Jenish), der in eine Art Erziehungslager gebracht wird, wo straffällige Mädchen eine letzte Chance bekommen, um einer möglichen Haftstrafe entgehen zu können. In diesem abgelegenen Camp herrscht ein hartes Regime, denn ein strenge Aufseher (furchterregend: ROBERT NOLAN) sorgt für Zucht und Ordnung. Den Mädchen wird striktes Sprechverbot erteilt und ihnen werden jegliche Kommunikationsmöglichkeiten genommen. So verstreichen die Tage ins Land, ohne dass eine der Jugendlichen die zweifelhaften Regeln hinterfragt – auch dann nicht, als Inhaftierte aus unerklärlichen Gründen verschwinden. Doch ABSOLUTER GEHORSAM wäre wohl kein Horrorfilm, wenn nicht doch noch etwas Grauenvolles geschehen würde. Neuankömmling Janey wird zur Heldin deklariert und freundet sich mit der rebellischen Alexis (SOFIA BANZHAF) an. Zusammen kommen sie einem düsteren Geheimnis auf die Schliche, das der diabolische Lageraufseher sorgsam zu vertuschen versucht. In den Wäldern vor dem Camp geht die Angst um, denn hier lauert etwas Böses, das so seine Probleme mit vorlaut quasselnden Teenagern besitzt. Den neunmalklugen Mädchen Janey und Alexis ist das egal. Die wollen nur eins: weg aus diesem Umerziehungslager.
 
THE DESCENT nur ohne Höhle, dafür mit Holzbaracken. Regisseurin LEE hat sich reichlich Input beim britischen Überlebens-Horror aus dem Jahre 2005 geholt, wo sich eine Höhlenkraxelei für sechs Hobby-Bergsteigerinnen zum Albtraum entwickelt. Die werden im Inneren der Höhle mit blinden Kreaturen konfrontiert, die sich wie Fledermäuse mittels Schall orientieren und eine unerbittliche Jagd auf die ahnungslosen Frauen veranstalten. So ähnlich läuft das auch in ABSOLUTER GEHORSAM ab, denn wie der derbe Auftakt zu Beginn des Streifens vermuten lässt, wird auch in diesem Grusler ein missgebildetes Wesen auf das bevorzugt weibliche Kanonenfutter losgelassen. Die Mädchen bekommen das hungrige Filmmonster jedoch erst ab Filmmitte in seiner vollen Pracht zu Gesicht damit die Spannung bis zum Ende gehalten werden kann. Hierbei kommt das Konzept des Schweigens dem Streifen zugute, denn die quälende Stille macht ABSOLUTER GEHORSAM interessant, ist es den Mädchen untersagt sich miteinander zu unterhalten. Demzufolge verläuft auch die erste Hälfte des Films eher wortlos, was dem Grusler eine durchaus bedrückende, fast schon befremdlich wirkende Atmosphäre einräumt. Die Zwangseingewiesenen haben unter den fragwürdigen Erziehungsmethoden des Lagerbetreuers zu leiden, der ungehorsamen Häftlingen eine Gehirnwäsche unterzieht. Führt der Rehabilitationsversuch zu keinem Erfolg, bleibt nur die letzte Instanz: Monsterfutter. Dass sich der Aufenthalt im Eingliederungscamp für die inhaftierten Mädchen demzufolge zum Martyrium entwickelt dürfte verständlich sein, schließlich sehen die sich hier nicht nur mit einem menschlichen Monster konfrontiert, sondern müssen sich am Ende auch noch vor einer gefräßigen Bedrohung in Sicherheit bringen.
 
ABSOLUTER GEHORSAM ist packendes Horror-Kino, das aufgrund des ordentlichen Blutzolls für Vegetarier ungeeignet ist. Denn anderes als es der eher gemächlich erzählte Einstieg verspricht, geht es im erstaunlich umfangreichen Finale ordentlich zur Sache. Es werden Körper aufgeschlitzt, Kehlen durchgeschnitten und mit eher unkonventionellen Methoden Monster in die Flucht geschlagen. Die wenigen Schauspieler machen ihre Arbeit gut, wobei man für die Rolle der Helden zwei durchaus sympathische Frauen gewinnen konnte, die schnell ans Herz wachsen. Regisseurin TRICIA LEE hat in ihrem eigenen Produktionsstudio einen kleinen aber feinen Horrorfilm inszeniert, der Potenzial hat in Serie zu gehen. Da kann man nur hoffen, dass sich viele Horrorfans für ABSOLUTER GEHORSAM begeistern können, damit eine Fortsetzung zügig folgen kann.
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Pssst … Wir bitten um Ruhe. Denn wir wollen, dass da draußen auch ja jeder Horrorfilmfan mitbekommt, dass ABSOLUTER GEHORSAM – SILENT RETREAT lohnt gesehen zu werden. Der kanadische Horror-Beitrag ist ein kleines Biest von Film und packendes Kreaturen-Kino, das garantiert nix für Weicheier ist. Zwar erinnert der Grundplot an den britischen THE DESCENT aus dem Jahre 2005; wie die eigentlich simple Geschichte von Regisseurin TRICIA LEE letztendlich umgesetzt wurde, gefällt gerade wegen ihrer schnörkellosen Schlichtheit. Aus einem minimalistischen und deprimierenden Jugenddrama entwickelt sich recht zügig ein atmosphärischer Horror-Trip, der seine Helden rastlos durch düstere Kulisse hetzen lässt. Indie-Horror, so wie er sein sollte: Klein, aber oho – Vielen Dank für 90 schaurig-schöne Minuten ohne Hänger.
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Zensur

 
 
 
Nach eher subtilem Einstieg geht ab Mitte die Post ab. Zwar keine Schlachtorgie, aber durchaus zeigefreudig. Demnach wurde ABSOLUTER GEHORSAM (Originaltitel: SILENT RETREAT) von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Trotzdem wurde die erhältliche Blu-ray erst für volljährige Filmfans in den Handel gebacht. Das Bonusmaterial dürfte der Grund für die höhere Freigabe sein.
 
 
 


 
 
 

ABSOLUTER GEHORSAM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Retreat; Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Film: FSK 16 / Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Behind the Scenes, Trailershow

Release-Termin: 27.02.2015

 

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ABSOLUTER GEHORSAM – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
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The Descent – Abgrund des Grauens (2005)

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